un dia de noviembre
Thursday, 2. November 2006, 07:37:16
gestern wollte ich noch schreiben: jetzt ist also doch der herbst da. letzten freitag, und das war schon wieder in wien, bin ich noch in einem t-shirt draußen gewesen, und es war mir nicht kalt. gestern hatte ich zum ersten mal seit dem letzten winter eine jacke über dem pulli an (regenjacke mal außer acht gelassen), und mir war nicht zu warm. aber heute sind sogar die dächer schon leicht angezuckert, also ist vielleicht der herbt eh bald vorbei?
ich gebs ehrlich zu, ich hasse den herbst. ich bin auch kein großer fan vom winter, aber da gibt es immerhin manchmal schnee, und schnee ist schon was schönes. im herbst gibts aber eigentlich nix. nicht daß er sonderlich schrich wäre, man kann ja auch sterbende pflanzen, regen, dunkelheit um 5 uhr nachmittags und derlei dinge auch schön finden, aber er ist so leer. und das macht mich auch so... leer.
das letzte mal, daß ich liebeskummer hatte, war im november vor 8 jahren. hat sich ja wie wir wissen gelohnt, also sollte ich nicht klagen, aber das gefühl beschleicht mich jedes jahr wieder aufs neue (war wahrscheinlich vorher schon immer so). der november hat irgendwie den blues, aber nicht diesen ganz verzweifelten, sondern den, wo man nicht so genau weiß, woran man ist. und das ist das, was mich so runterzieht.
damals vor 8 jahren gab es irgendwann so um den 6. november herum im konzerthaus ein konzert von und mit leo brouwer, der zumindest gitarristen ein begriff sein sollte. er hat nur kompositionen von ihm selbst dirigiert, gitarre gespielt hat ein sympatischer junger mann. und der hat als zugabe ein damals noch einigermaßen neues solostück von brouwer gegeben, das un dia de noviembre geheißen hat. und es hat nicht nur genauso geheißen wie der tag, sondern es hat sich auch genauso angefühlt. es hat dieses herbstlich-indifferente, das mich total melancholisch macht.
und jetzt gerade hör ich zum dritten mal love in vain von den stones. genau das gleiche. der soundtrack meines herbstes sozusagen. anhören, ist wirklich ein schönes lied!
da fällt mir gerade noch eine gemeinsamkeit auf: in irgendeinem der estudios sencillos von brouwer, wahrscheinlich in der nummer IX, aber ich bin zu faul zum nachschauen (seht ihr, das ist der november), klingt die gitarre für mich irgendwie wie ein zug. also dieses mechanisch rollende, wie bei einer dampflok. und in love in vain klingen die gitarren bei der stelle "when the train left the station" auch voll wie ein zug, wenn auch mehr nach diesem pfeifen und tuten. aber immerhin. und ich fahre heute mit dem zug. na wenn das kein zufall ist...
worauf ich hinaus wollte: ach ja... irgendwie mag ich dieses gefühl ja doch, sonst würd ich mir jetzt einfach mando diao reinziehen. tu ich aber nicht. also das heißt, ich mag dieses leere, indifferente, und hasse es gleichzeitig. indifferent, hmm?
und nachdem du jetzt diesen leeren und indifferenten post durchgelesen hast, kannst du mir ja gleich auch den soundtrack deines herbstes verraten. vielleicht ist ja auch was für mich dabei.
ich gebs ehrlich zu, ich hasse den herbst. ich bin auch kein großer fan vom winter, aber da gibt es immerhin manchmal schnee, und schnee ist schon was schönes. im herbst gibts aber eigentlich nix. nicht daß er sonderlich schrich wäre, man kann ja auch sterbende pflanzen, regen, dunkelheit um 5 uhr nachmittags und derlei dinge auch schön finden, aber er ist so leer. und das macht mich auch so... leer.
das letzte mal, daß ich liebeskummer hatte, war im november vor 8 jahren. hat sich ja wie wir wissen gelohnt, also sollte ich nicht klagen, aber das gefühl beschleicht mich jedes jahr wieder aufs neue (war wahrscheinlich vorher schon immer so). der november hat irgendwie den blues, aber nicht diesen ganz verzweifelten, sondern den, wo man nicht so genau weiß, woran man ist. und das ist das, was mich so runterzieht.
damals vor 8 jahren gab es irgendwann so um den 6. november herum im konzerthaus ein konzert von und mit leo brouwer, der zumindest gitarristen ein begriff sein sollte. er hat nur kompositionen von ihm selbst dirigiert, gitarre gespielt hat ein sympatischer junger mann. und der hat als zugabe ein damals noch einigermaßen neues solostück von brouwer gegeben, das un dia de noviembre geheißen hat. und es hat nicht nur genauso geheißen wie der tag, sondern es hat sich auch genauso angefühlt. es hat dieses herbstlich-indifferente, das mich total melancholisch macht.
und jetzt gerade hör ich zum dritten mal love in vain von den stones. genau das gleiche. der soundtrack meines herbstes sozusagen. anhören, ist wirklich ein schönes lied!
da fällt mir gerade noch eine gemeinsamkeit auf: in irgendeinem der estudios sencillos von brouwer, wahrscheinlich in der nummer IX, aber ich bin zu faul zum nachschauen (seht ihr, das ist der november), klingt die gitarre für mich irgendwie wie ein zug. also dieses mechanisch rollende, wie bei einer dampflok. und in love in vain klingen die gitarren bei der stelle "when the train left the station" auch voll wie ein zug, wenn auch mehr nach diesem pfeifen und tuten. aber immerhin. und ich fahre heute mit dem zug. na wenn das kein zufall ist...
worauf ich hinaus wollte: ach ja... irgendwie mag ich dieses gefühl ja doch, sonst würd ich mir jetzt einfach mando diao reinziehen. tu ich aber nicht. also das heißt, ich mag dieses leere, indifferente, und hasse es gleichzeitig. indifferent, hmm?
und nachdem du jetzt diesen leeren und indifferenten post durchgelesen hast, kannst du mir ja gleich auch den soundtrack deines herbstes verraten. vielleicht ist ja auch was für mich dabei.













gergo # 2. November 2006, 09:31
Hmmm, Soundtrack. Ungefähr um den ersten Schnee herum letzte Woche hab ich mir Vivaldis vier Jahreszeiten runtergeladen, aber ich glaube da hat keine kausale Beziehung bestanden. Generell hat mein iTunes oft ein ganz gutes Gefühl dafür, was ich von ihm erwarte, manchmal wird halt nachgeholfen. Hauptsache laut!
"Love in Vain" (das mich übrigens mal wieder überzeugt hat, daß die Stones nicht den Blues haben, die Originalversion von Robert Johnson ist nicht so schlecht) erinnert natürlich erstmal an "Is Your Love in Vain?" von Seiner Bobheit, wobei das weniger nach Herbst und mehr nach Heroin klingt. Außerdem an "Love Hurts" (von den Everly Brothers, nicht von Nazareth), das natürlich gleich an "Crying in the Rain" erinnert. Und weiter an "Ebony Eyes", das zwar thematisch nicht viel mit irgendwas zu tun hat, aber allein die Harmonien machen es zu einem genialen Song. Vom Monolog mal abgesehen.
Anonymous # 6. November 2006, 19:54
Interessanterweise wirkts viel unpersönlicher im Blog die 2. Person Singular zu verwenden, als würdest du die 2. Person Plural nehmen. Hm.
Sonntagnachmittag kann ich sehr gut nachvollziehn. Für mich war das Album dafür lange Zeit OK Computer. Passt sehr gut zu Sonntag Nachmittag.
Für herbstliche Melancholie fällt mir am ehesten This Night Has Opened My Eyes von den Smiths ein. Sehr gutes Lied. Und hübsch melancholisch. Anhörn!
gyuri # 6. November 2006, 23:24
und die stones haben doch den blues. ich hab mir jetzt echt viele versionen angehört, und ihre ist die zweitbeste. die beste ist natürlich von mir, solo mit gitarre auf einer großen bühne... ihr werdet schon sehen...
danke für die empfehlungen! leider (oder zum glück) ist der herbst für mich schon vorbei, seit es in graz so schön geschneit hat. es lebe der winter!
Anonymous # 8. November 2006, 09:53
Er wird zwar singulär gelesen, aber das betrifft dich im Prinip nicht, sondern jeden einzelnen, der mitliest. 2. Pers. Sg. klingt, als wärs eine bestimmte Person, die du ansprichst, was nicht der Fall is und ich nehm mal an deswegen klingts komisch. Für mich klingt die 2. Pers. Pl. natürlicher.
gyuri # 8. November 2006, 11:23