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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

machet die ohren weit

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es ist ende november, überall blinken weihnachtslichter, der christkindlmarkt hat seine nicht existenten pforten längst geöffnet, der konsumrausch hat begonnen - und ich muß, obwohl das mit dem thema dieses postings nicht wirklich was zu tun hat, feststellen, daß dieses jahr das alljährlich indifferente herbst-feeling ausgeblieben ist. mag zu einem großen teil mit den beiden süßen kätzchen zusammenhängen, die um mich rumwuseln, und zum anderen natürlich auch damit, daß ich einen job habe, der solche blues-gefühle gar nicht erst aufkommen läßt (dafür aber andere... woke up this morning... da gäbe es viel stoff).

ja, es geht diesmal um die schule und damit einhergehend mit einer stimmung, die in der heutigen zeit zwar nicht zu kurz kommt (die länge ist ja offiziell festgelegt), sondern von den meisten total ignoriert wird. für uns berufskatholiken ist der advent ja eigentlich die zeit des erwartens, des sich öffnens, des in sich gehens und des sich einlassens auf das warten, das öffnen und das in sich gehen. was sich ja, wenn man jetzt das rege treiben auf der straße so anschaut, offenbar nicht wirklich herumgesprochen hat.

da es unsere heilige pflicht ist, nachfolgenden generationen den respekt gegenüber und den umgang mit dem advent vorzuleben und zu vermitteln, gibt es eine reihe von schulischen veranstaltungen diesbezüglich. die beiden, die mich persönlich tangieren, sind das adventsingen am kommenden freitag und das adventkonzert am dienstag drauf. beim adventsingen muß ich nur im legendären lehrerchor mitsingen, für das konzert ist aber meine aktive mitgestaltung gefragt.

wenn man die wahl zwischen einigen arbeitsfreudigen klassen, die man nur einmal die woche sieht, und einer arbeitsunwilligen, die man zweimal quälen darf, hat, würde sich der gesunde menschenverstand für option eins entscheiden. in ermangelung desselben habe ich mich für zweiteres entschieden, für meine liebe 5A. und ich bin überzeugt, daß diese wahl nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus künstlerischen gründen eine gute war. wenn nicht, pech gehabt.

die 5A hat sich in diesem schuljahr bisher mit der musik des 20. jhdts und dem thema improvisation befaßt (wenn wir von all der zeit und energie absehen, die sie investiert hat, um sich gegen diana zu wehren und im gegenzug all meine bemühungen, ihnen die wahl eigener wunschlieder zu ermöglichen, zunichte zu machen), und das kam mir insofern gelegen, weil ich mit folgenden prämissen in die vorbereitung fürs adventkonzert gegangen bin: a) gesungen wird eh beim adventsingen, und das kann die 5A sowieso nicht, also wird nicht gesungen; und b) ich will, daß alle teilnehmen und aktiv mitgestalten können, obwohl die meisten schon schwierigkeiten haben, eine triangel einmal anzuschlagen und dann 7 sekunden klingen zu lassen.

das heißt, ich habe etwas konzipiert, das aus kollektiver improvisation mit ganz einfachen spielregeln (ja, richtig, eine heißt: einen ton anschlagen und 7 sekunden klingen lassen. wenn das die beurteilungsgrundlage für dieses schuljahr wäre, wäre die halbe klasse durchgefallen), instrumentaler demontage und collage zweier adventlieder, elementen von minimal music und cageschem gedankengut und idealerweise einer portion kommunikation, die das ganze zusammenhalten soll, besteht. klingt komplizierter als es ist, außer den fünf mehr oder weniger freiwilligen instrumentalisten, die wissen (sollten), was sie tun (sollten), hat niemand eine verantwortung oder auch nur entscheidungsmöglichkeiten, die darüber hinausgehen, wann man den einen ton, den man in reichweite hat, anschlagen soll.

wir haben ja noch eineinhalb wochen und damit drei stunden zeit, daher will ich nicht den teufel an die wand malen (wäre in einer katholischen privatschule auch eher ungeschickt, außer vielleicht im religionsunterricht an die tafel), aber bis jetzt versagt die liebe 5A auf der ganzen linie. nicht daß sie die klangstäbe nicht treffen, daran liegt es nicht. sie treffen sie zumeist sogar mit dem richtigen teil des schlegels und erzeugen dabei durchaus annehmbare klänge. das problem ist einerseits das einhalten der spielregeln, was man auf unfähigkeit, unwilligkeit, konzentrationsmangel oder eine mehr oder minder gesunde mischung aus allen dreien zurückführen könnte, und andererseits das aufeinander hören. ist ja auch schwer, wenn 20 schüler versuchen sollen, einen halbwegs kontinuierlichen, sich allmählich und sanft verändernden klangteppich zu erzeugen, ein dreißigsekündiges loch wahrzunehmen und etwas dagegen zu tun (hey, du mußt nur auf das ding vor dir draufhauen. vorhin hast du es in 3 sekunden 18-mal geschafft...!). das sind dinge, die zu verlangen in einem elitegymnasium offenbar eine zumutung ist.

ich bin durchaus der meinung, daß die 5A diese immensen schwierigkeiten dennoch meistern wird. das ergebnis wäre dann der oben beschriebene klangteppich, der im mittelteil einem insistierend-klopfenden rhythmus weicht und anschließend wieder zurückkehrt, und über dem zunächst die bereits erwähnte demontage und zum schluß hoffentlich eine wiedererkennbare ankunft bekannter adventmelodien erfolgt. so in meinem hirn ist das eine total schöne sache, die ich im programm instrumentale meditation nennen werde.

die alternative ist, daß die 5A auftritt, sich komplett blamiert, und es aber keiner der anwesenden merkt. es ist schwer, bei einem solch offenen werk die richtigkeit der ausführung festzustellen, wenn man die vorgaben nicht genau kennt, und ich habe in meiner unendlichen weitsicht die möglichkeiten so eingeschränkt, daß im schlimmsten fall immer noch etwas rauskommt, was ich intendiert habe. der einzig wirkliche unterschied ist also, ob die 5A das gefühl hat, etwas schönes oder etwas kaputtes zu produzieren. natürlich wirkt es anders, wenn alle wissen, daß das, was sie tun, hand und fuß hat, aber es macht spaß, sie bis kurz vorher im glauben zu lassen, daß sie sich blamieren werden. vielleicht gibt es ihnen ja einen ruck. ich glaube es nicht, aber ich lasse mich gern überraschen.

wer die 5A damit unter druck setzen möchte, ist herzlich eingeladen, ich habe jedenfalls schon einige lehrerInnenkollegInnen dazu angestiftet. in den verbleibenden drei stunden werden wir daran arbeiten, erstens mal zu kapieren, was wir da überhaupt tun, und das zweitens auch umzusetzen. und es wird gut, so oder so, zumindest wenn man gut so definiert, wie ich: etwas, was keiner der zuhörer erwartet hat bzw. hören wollte, was sie bzw. ihn aber zum zuhören, sich einlassen, in sich gehen, sich öffnen und sowas bringen kann. ich erwarte vom publikum also mindestens genausoviel wie von der 5A, nur daß es das vorher nicht weiß. wir werden ja sehen, wer meinen ansprüchen genügt...

sollte das jemand aus der 5A lesen und sich denken, ich mache mich über ihn bzw. sie lustig: nein, du gehörst natürlich zu den wenigen, die jetzt schon dazu beitragen, daß hin und wieder etwas geniales aufblitzt. danke! ich wüßte nicht, was ich ohne schülerInnen wie dich tu sollte! du bist der/die beste! yeah!

katzeklo(i've got the) durchblick

Comments

chris91 26. November 2007, 21:05

ich wette das wird nix, und wenn dass weiterhin so scheiße klingt wie letztes mal, dann bin ich an dem tag krank^^
...ehrlich

gyuri77 26. November 2007, 22:29

wer kann denn was dafür tun, daß es nicht so scheiße klingt?

Juli_4000 27. November 2007, 20:17

ha sagt ichs doch kisi! strengts euch halt an oO

gyuri77 28. November 2007, 18:53

was spielst du, kevinho?

chris91 28. November 2007, 19:42

natürlich liegt es an der klasse, aber ich kann die klasse nicht einfach lenken wie ich will. es sowohl für mich, als auch für lehrer schwer mit der 5a zu arbeiten. ich kann ja meinen teil. ich bin einfach der meinung, dass wir , noch bevor wir die instrumente bekommen haben, wissen sollten wie sich das ungifär(!) anhören sollte und wie sich der liebe hr.prof. das ganze vorgestellt hat.

gyuri77 28. November 2007, 20:13

wenn du die klasse lenken könntest, wärs ja wieder nix demokratisches und gruppendynamisches. wie es sich anhören sollte, hängt auch von euch ab. innerhalb der rahmenbedingungen sind viele möglichkeiten denkbar, und ihr habt noch genug chancen, sie zu entdecken.

chris91 28. November 2007, 21:01

aber irgendeine vorstellung , wies ungifär klingen sollte, sollten sie haben und haben sie auch. wär nur praktisch , würden wir auch davon erfahren

gyuri77 28. November 2007, 21:30

klar, hab ich. das nächste mal, wenn ich gleichzeitig 20 klangstäbe, zwei gitarren und zwei klarinetten bedienen kann, zeig ich es euch auch.

Juli_4000 29. November 2007, 20:17

und wir dekorieren morgen die schule xD!!!
ich hoff es schaut nach was aus.

gyuri77 29. November 2007, 23:20

von dem händel die feuerwerksmusik? na hoffentlich nicht die ganze...

chris91 1. December 2007, 21:14

...unser auftritt wird fad, schlecht und einfach oag. wir hätten lieber mit ein radio ein lied spielen sollen...

gyuri77 1. December 2007, 22:25

mit ein radio?

ich hoffe doch, daß euer auftritt fad und schlecht wird, weil eh schon so viele leute so eine hohe erwartungshaltung haben. die idee finden nämlich bisher alle (alle, die zählen) sehr interessant, sowohl den musikalischen als auch den pädagogischen aspekt. wäre doch echt blöd, wenn es dann wirklich gut wird.

chris91 3. December 2007, 15:28

interessant muss nicht gleich gut sein. und keine angst, es wird schon nicht klappen.
ich glaube sie überschetzen schüler zu sehr.

gyuri77 3. December 2007, 15:59

mach dir mal nicht ins hemd. ich weiß, daß es klappen wird, wahrscheinlich wird es nicht perfekt, aber ihr werdet euch alles andere als blamieren - es sei denn, die üblichen verdächtigen fangen mitten drin an, wie verrückt auf ihre klangstäbe einzuprügeln oder sich laut zu unterhalten. wenn ihr es aber schafft, mehr zuzuhören als zu spielen, kann es nur passabel bis gut werden.

wer sich blamieren möchte, tut das ohnehin, egal was ich ihm für vorgaben vorgebe.

chris91 3. December 2007, 21:40

ich wette einen sweet hot browny dass das nix wird

gyuri77 4. December 2007, 05:55

und woran machen wir das fest? wessen meinung zählt in dieser causa?

Juli_4000 4. December 2007, 16:20

ihr schwarzseher ihr!
na wie wars?

chris91 4. December 2007, 20:48

fürn orsch!
also wenn ich das auf youtube sehen würde, würd ich mich so abhaun. einige zuhörer hab ich sagen hörn, bzw sie haben es mir gesagt,"schade um das talent" ,lachend"war ja uuur cool!!" , "was warn das?" "ich hab 13 fehler gezählt!"^^ - kevin ...und und und. der rest hat aus höflichkeit einfach nichts gesagt und die letztes 2% waren der hr prof und einige leute die sich dachten, dass heutezutage sowas vll "cool" ist.
meiner meinung nach ist ein auftritt dann gut gelungen, wenn die mitwirkenden danach noch stolz davon erzählen können und einfach ein gutes gefühl dabei hatten. aba das is hier leider nicht der fall. und was hab ich am ende davon? nen sweet hot brownie

gyuri77 4. December 2007, 21:02

tja, wenn man schon mit der einstellung reingeht, es wird scheiße, dann ist es auch schwer, ein besseres gefühl zu bekommen. ich war vorher sehr zuversichtlich, währenddessen ein bißchen irritiert und nachher immer noch zufrieden. und das ist mehr wert als dein brownie.

es sagt niemand, daß ihr es nicht besser hingekriegt hättet, aber tatsächlich bin ich jemand, dem die meinung der 2% wichtiger ist als die der großen masse. und die angeblichen 2% waren wirklich zufrieden.

du kannst sagen was du willst, aber heute vormittag sind dir auch dinge aufgefallen, die wir vorher alle nicht bedacht oder geahnt haben. das ist mir wesentlich lieber, als vorhersehbaren müll auf welchem niveau auch immer zu produzieren.

danke jedenfalls fürs mitmachen, ich finde es sehr gut, daß du immer wieder dinge sehr professionell erledigst, die dir eigentlich gegen den strich gehen (ich erinnere nur an ruby). das ist dein talent, unter anderem, und das ist jedenfalls sehr viel wert. wenn es dir spaß macht, dich danach kleiner zu machen als du bist, tu es ruhig.

Juli_4000 5. December 2007, 06:55

also ich hab von einigen leuten gehört dasses eig sehr gut war oO
wenn man sich denkt dass es lustig und gut wird dann wirds auch so...

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