(ich bin) drachentöter
Saturday, 23. February 2008, 16:32:19
das kam so. nachdem ich bereits vor einigen jahren ausgiebigen kontakt mit einem anderen berühmten drachentöter, nämlich jörgi, in form einer kleinen oper (siehe meine bunte homepage, da gibt es auch hörproben) gepflegt habe, wurde ich in letzter zeit selbst zu einem solchen. was man dazu braucht, ist in erster linie ein drache.
zu meinem 30er letzten sommer habe ich einen solchen bekommen, nämlichen einen der gattung draco gubernatus, auch lenkdrachen genannt. und zwar ein angeblich handzahmes exemplar für anfänger. na wers glaubt.
mit dem drachenfliegen ist das so eine sache. erstens braucht man zeit dafür, dann guten wind, dann zeit, um den guten wind zu nützen, gutes wetter, guten wind natürlich, und etwas zeit auch noch. hat man aber nicht alle tage. das heißt im klartext, daß es sich seit juni genau zweimal ausgegangen ist, ihn steigen zu lassen.
beim ersten mal waren wir zu viele köche, die den brei verderben wollten, und außerdem war wohl irgendwas der genannten zutaten doch suboptimal (ich tippe auf den wind), weil der drache kaum einige sekunden in der luft, dafür aber sehr viel zeit am boden verbracht hat. das allein wäre noch nicht so das problem gewesen, sondern eher die art der landung, die aufgrund ihrer heftigkeit durchaus empfindliche physische schäden an meinem geburtstagsgeschenk hervorgerufen hat. im klartext habe ich ihn tags drauf zur reperatur bringen müssen. na wenigstens hab ich ihn nicht selbst in den sand gesetzt.
jetzt kommt ein kurzer exkurs, indem ich erwähne, wie nett, entgegenkommend, freundlich und sympatisch der nette herr im einschlägigen fachgeschäft im generali center ist, und meinen lesern nahelege, nicht nur drachen-, sondern auch alle möglichen jongliersachen dort zu kaufen, bevor der exkurs auch schon wieder vorbei ist.
wir haben dem drachen viel zeit gelassen, seine wunden zu lecken und seine frisch operierten gestänge wieder zusammenwachsen zu lassen, aber heute war es wieder soweit. wind, wetter und zeit haben gepaßt, also ging es auf die donauinsel. dortselbst fanden wir nicht wenige gleichgesinnte vor, offenbar waren sie wohl auch unserer meinung von wegen wind, wetter und zeit. nicht nur die schiere anzahl, auch ihr können hat uns beeindruckt, und wir haben gehofft, uns nicht allzusehr zu blamieren. tja, wenn das so einfach wäre.
zunächst kam er klassischerweise kaum ein paar meter hoch, bevor er schon wieder runter wolle, aber nach der nachträglichen justierung fast aller notwendigen gestänge und seile ging es dann auf einmal doch. und plötzlich flog er hoch über meinem kopf, von rechts bedrängt von einem großen fetten weichdrachen (kein gestänge weit und breit), links von einem rudel (herde? schwarm? rotte? schule?) kleinerer drachen allerlei arten. aber er flog. ich habe es sogar geschafft, die grundlegenden manöver (liegende acht und sowas) anzudeuten, aber die meiste zeit hab ich ihn einfach fliegen lassen. bis er dann... bzw. bis ich dann... naja.
das geheimnis ist, daß man die schnur anzieht, wenn man will, daß der drache höher steigt, aber wenn er das nicht tut, sondern unaufhaltsam gen erde rauscht, muß man ganz ganz fest nachlassen. nun ja, nachdem er nach einem mißlungenen manöver ebendies tat, habe ich versucht, ebendies zu tun, nur eben nicht fest genug. das ergebnis ist, daß er sich diesmal nicht die einfach zu reparierenden rippen, sondern irgendein gelenk gebrochen hat. wenigstens war er gut 5 minuten in der luft, länger als das letzte mal insgesamt bei etlichen flugversuchen. ein gutes gefühl also...
nun ja, in den nächsten tagen werde ich wieder den freundlichen netten drachenexperten aufsuchen und meinen drachen (da fällt mir ein, er hat noch gar keinen namen... vielleicht deshalb...? na wie auch immer, ihr kennt das prozedere ja schon: namenssuchwettbewerb!!!) reparieren lassen. gleichzeitig werde ich mal in erfahrung bringen, wieviel so ein weichling ohne gestänge kostet, denn wo keine gestänge, da kann auch nix brechen (meine ich jedenfalls als laie). dann lerne ich mit dem mal gscheit fliegen, und erst dann mute ich meinem drachen wieder sowas zu. ist das nicht total lieb von mir?













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