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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

die vergangenheit ausmisten

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man könnte es als frühjahrsputz bezeichnen oder mir irgendwelche feng-shui-beweggründe unterstellen, tatsächlich ist es alles nur für meine älteste nichte in spe. soll heißen, die älteste nichte meiner definitiv besseren hälfte, die sich übrigens immer wieder beschwert, daß sie hier nicht so richtig vorkommt. stimmt nicht, denn so oft ich "wir" schreibe, ist sie in der regel mitgemeint. außerdem haben wir ja einen gemeinsamen blog, sogar mit fotos, und dies hier ist eben mein blog. wenn sie einen blog hätte, würde ich auch nicht unbedingt dauernd darin vorkommen wollen. aber jetzt kommt sie ja eh vor.

der langen rede kurzer sinn: meine älteste nichte in spe zieht zwecks schlagwerkstudium nach wien und bekommt als übergangslösung unser gästezimmer. das bedeutet einerseits weniger fernsehen, weil dort eben der fernseher rumsteht und ich nicht dauernd auf besuch gehen kann, wenn ich zwischendurch mal zehn minuten schauen will (schon gar nicht, wenn diese zehn minuten sich regelmäßig spontan auf halbe stunden ausdehnen), und andererseits bedeutet das, daß sie platz braucht und wir daher einiges ausmisten müssen.

das ausmisten umfaßt zum teil ganze möbelstücke, vor allem werden wir uns des korbsessels, der unter den reviermarkierungen der erneut rolligen szüri in den letzten tagen erheblich gelitten hat, entledigen, des weiteren wird unsere ("unsere") riesige und seit über neun jahren nicht wirklich angerührte videosammlung (wer sich fragt, wieso "wir" sie aus der alten wohnung überhaupt mitgenommen haben, fragt den falschen) dran glauben müssen. und für die drei meter stephen king müssen wir uns auch was überlegen. nein, bücher verbrennt man selbst dann nicht.

bis jetzt hab ich mir mal die laden von meinem alten schreibtisch vorgenommen. darin befanden sich im wesentlichen meine ersten studienjahre inklusive privatem material. und ich habe es geschafft, mich von dem meisten zu lösen. es ist ja an sich gar nicht so schwer, man muß es nur mal tun. wie das eigentlich mit den meisten dingen so ist. bis jetzt spüre ich die postulierte feng-shui-erleichterung noch nicht so richtig, ich bin aber auch noch nicht ganz fertig.

weggeschmissen habe ich unter anderem einen haufen postkarten aus aller welt, und ich muß schwer hoffen, daß mir deswegen keiner böse ist, sonst hätte ich bald ziemlich viele hasser. weggeschmissen habe ich auch einen haufen alter briefe; nein, liebesbriefe waren keine darunter, ich habe ja nie welche bekommen, obgleich ich selbst doch einige geschrieben habe. wir waren alle mal jung (wer nicht, der wird es noch). es waren briefe aus einer phase meines lebens, die schon zu lang vorbei ist, um sich jetzt noch an erinnerungsstücke zu klammern, die außerdem vollkommen unerheblich sind. an das wesentliche erinnert man sich so auch, und alle details muß man gar nicht wieder hervorholen, finde ich.

ebenfalls dem aufräumen zum opfer gefallen sind meine ganzen unisachen, also der teil, der dort und nicht im arbeitszimmer gelagert war, jedenfalls bis auf kleine ausnahmen, siehe später. ein prominentes kernstück war mein legendärer block, in dem ich die ersten beiden semester meiner studienzeit komplett verewigt habe. darin befinden sich alle meine mitschriften, die ich damals durch jeweils unterschiedliche schreibstile und layouts auseinanderhalten konnte, gemeinsam mit quasi tagebuchartigen einträgen, erinnerungs- und einkaufslisten, kommentaren von freunden, schachproblemen und rätseln aller art, skizzen zu zellautomaten, kompositionen, zeichnungen, kalligraphieexperimenten und weiß der [beliebigen vogel mit männlichem artikel einsetzen] was, und zwar nicht nur wild durcheinander, sondern meistens auch mehrere dieser dinge auf einer seite.

irgendwie ist es blöd, wenn man weiß, daß die nachwelt nicht meine legendären skizzen finden und in die wissenschaftliche literatur über mich aufnehmen können wird, aber seis drum. mein frühwerk ist sowieso nicht unbedingt von belang, und personenkult liegt mir sowieso gaaanz fern (*hust*). wer trotzdem der meinung ist, unbedingt diesen block haben zu müssen, soll mir bitte bescheid geben, bevor ich das altpapier wegschmeiße. was, wie ich mich kenne, noch ein paar tage dauern könnte, auch wenn ich es mir fest für heute vormittag vorgenommen habe.

unisachen sind sonst sagen wir einigermaßen überflüssig. zum einen findet man heutzutage das meiste ziemlich einfach im internet. zum anderen hab ich keinen wirklichen überblick mehr darüber, was ich wo wie am schnellsten finden würde. drittens will ich vieles davon gar nicht mehr finden. und ich muß ganz ehrlich gestehen, ein skriptum zum thema "einsatz des computers im musikunterricht" aus dem jahre schätzomativ 1999 (man beachte, das war noch im letzten jahrtausend) ist, selbst wenn es vom nunmehrigen direktor des musikgymnasiums neustiftgasse (das übrigens zwei meiner neffen in spe besuchen. lauter musiker in der familie in spe. cool, nicht?) geschrieben wurde, über weite strecken nicht mehr wirklich zeitgemäß.

nicht weggeschmissen habe ich habe ich einige wenige persönliche erinnerungsstücke, allen voran eine postkarte, die wir uns aus unserem ersten gemeinsamen urlaub selbst geschrieben haben (wir haben sie beide schon vergessen, aber es war wirklich nett, sie wiederzuentdecken) und einen pappteller, auf dem sich meine freunde an jenem unvergeßlichen abend vor über neun jahren verewigt hatten, bevor sie sich dezent und unbemerkt von meiner party geschlichen haben. ich muß den stapel dann noch aufteilen und die einzelnen teilstapel woanders verstauen, wo wir sie dann in einigen jahren erneut wiederentdecken können.

an unisachen habe ich nur einige ganz ausgewählte dinge behalten. vieles davon ist von stilkunde, einem interessanten und kontroversen fach, und zwar schlicht und einfach deswegen, weil die jeweiligen konvolute, zb. zum thema kurzer oder langer vorhalt (das ist, ihr werdet lachen, ein wirklich kontroverses und spannendes thema, wenn man sich dafür interessiert. was man natürlich definitiv nicht muß), dutzende gezielt ausgewählte zitate und notenbeispiele enthalten, was man so in dieser form weder im internet noch ohne weiteres in der fachliteratur finden könnte. sollte ich also jemals in eine diskussion zu diesem thema (oder zum modalen rhythmus, oder hab ich den weggeschmissen? na egal) kommen, bin ich gewappnet.

ebenfalls aufgehoben habe ich zwei hausübungen, die ich für die ungarischen sprachübungen geschrieben habe. ich muß gestehen, ich war ganz gut in ungarisch und hätte die sprachübungen recht langweilig gefunden, wenn einerseits márta nicht immer wieder wege gefunden hätte, mich mitzureißen (danke márta!), und ich andererseits nicht die hausübungen (zumindest jene, die ich tatsächlich gemacht habe) als eine gewisse herausforderung gesehen hätte, die über das gewünschte hinausging. und diese beiden sind wirkliche perlen der hausübungsliteratur, die ich meinem kleinen bruder, der inzwischen selbst ungarisch studiert, vermachen werde.

eine der beiden hausübungen ist ein aufsatz zu einer bildergeschichte, inhaltlich nicht sehr interessant, aber ich habe ihn so geschrieben, als wäre er aus dem 16. jhdt., zumindest bis mir der alte stil zu mühsam wurde und ich in einen zeitgemäßeren zurückgerutscht bin. an sich nicht so aufregend, aber ihm wirds gefallen (und dann haut er den zettel weg, eh klar. würde ich auch machen.).

die andere hausübung ist schon etwas kustvoller, und daher nehme ich mir die freiheit, sie hier zu reproduzieren. auch sie beruht auf einer bildergeschichte, übrigens aus einem buch, das wir (diesmal ist das andere wir gemeint, wie es sich gleich aus dem kontext erschließen wird) noch in ungarn besessen haben, aber keine ahnung mehr, wie es geheißen hat oder von wem es war. es wird irgendwas deutsches gewesen sein, weil márta es, wie sie mir damals auf meine diesbezügliche anfragen verraten hat, im budapester goethe-institut gefunden und kopiert hatte, allerdings hat sie die genauen daten auch schon vergessen. es befinden sich halblustige bildergeschichten drin, wie zb. von einem jungen, der ein sparschwein geschenkt bekommt, seine einzige münze darin verstaut, dann draufkommt, daß er sich gern was kaufen möchte, ungefähr eine halbe seite lang erfolglos versucht, selbige wieder herauszubekommen, und das sparschwein anschließend mit einem hammer zertrümmert, um sich um das geld ein neues zu kaufen. ha ha. vielleicht erinnert sich ja jemand, das buch schon mal in händen gehalten zu haben.

die bildergeschichte, um die es hier geht, handelt von zwei frauen, die sich beim einkaufen treffen und in der hitze der unterhaltung ihre beiden wagen vertauschen, nur daß es sich beim einen um einen einkaufs-, beim anderen aber um einen kinderwagen handelt. so weit so gut. das nachzuerzählen erschien mir einigermaßen fad, daher habe ich folgendes gedicht verfaßt, das meines erachtens einfach zu gut ist, um im müll zu landen (wird es so auch, aber wenigstens steht es dann hier für alle zeiten), und das ich hier daher reproduziere, auch wenn die meisten meiner leser wenig damit anfangen können werden.

[titel war, etwas ungelenk: Gyuri házija]

Két háziasszony vásárolni ment. Az
Egyik magával vitte kisbabáját,
Ki némán szundított hintója mélyén,
Vagy mélán tátogatta ujjnyi száját.

Az üzletben találkozott a két nõ,
És ismervén egymást, jól eldumáltak,
Aztán csevegtek és tereferéltek,
És ontották a szót [,] és meg nem álltak.

Csak órák múlva jöttek rá, hogy mint az
Asszonyhoz illik, túl sokat beszéltek,
S ahogy sietve útnak indulának,
Nem vették észre, hogy kocsit cseréltek.

És kétdimenziós személyek lévén
A ballépést otthon se vették észre:
Egy vekni évekig járt iskolába,
S a csecsemõbõl pörkölt lett - ebédre.

[Nagyon jó kis vers!
(Csak kicsit morbid)
SM]

soweit so gut, jetzt muß ich dann weiter aufräumen gehen. es wartet noch eine lade mit pfeifen, alten brillen und sonstigem zeug auf mich. ich hoffe, feng shui wird sich irgendwann entsprechend revanchieren.

alle jahre wiederkurzstreckengrenze

Comments

Juli_4000 1. March 2008, 21:51

diesen notizblock von Ihnen hätte ich gern mal gesehn^^

na im ernst, ich kenn das gefühl, wenn ich mich (so wie zuletzt zu weihnachten) alle 2 jahre entschließe, mein zimmer aufzuräumen, und alle zettel weg haue, die ich nicht mehr brauche (meist natürlich schulisches, blödes geschreibe, etc...).

würden Sie Ihr gedicht für uns übersetzen? würd mich shcon ziemlich interessieren was Sie sich da für gedanken gemacht haben.

gyuri77 1. March 2008, 21:58

notizblock hab ich dann tatsächlich heute vormittag endgültig weggehaut. schade.

übersetzen tut ein künstler nix, das müssen schon seine schergen machen. ich empfehle daniel hahn aus der 3E oder adam graf aus der 4C, wobei ich bei beiden nicht ganz sicher bin, ob sie die tragweite meiner kunst begreifen. vielleicht erbarmt sich ja einer meiner brüder zufällig.

inhaltlich steht aber äußerst wenig drin, was nicht in der obigen kurzfassung schon drinsteht. so gesehen...

Juli_4000 1. March 2008, 22:13

mhm, naja ich hätt meine oma behelfsmäßig gefragt, aber schüler gehen natürlich auch^^

trotzdem bewundere ich Sie, ich hätte so persönliche sachen wie notizen etc ned weghaun können. ich heb jetzt noch in meinem tresor die kleinen zettelchen die wir in der zweiten immer herumgeschrieben haben auf^

gyuri77 1. March 2008, 22:49

die sache ist recht einfach, ich kann meine damalige schrift kaum noch lesen ;-)

Juli_4000 1. March 2008, 23:09

ok das is was anderes xD

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