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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

hurra, die ferien brennen!

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oder so. jedenfalls geht die schule bald wieder los. und ich muß gestehen, perverserweise freue ich mich irgendwie drauf.

gut, ich hab noch nie einen schulanfang als lehrer miterlebt, bin ja bisher nur zweimal quer eingestiegen und das erste mal auch nicht lang geblieben. schulschluß war schon ein tolles erlebnis, und das schuljahr so zwischendurch hat auch spaß gemacht, also muß der schulanfang auch ganz nett sein.

die ferien waren irgendwie kurz für mein subjektives gefühl, die zweieinhalb wochen kirgisistan nehmen eine ziemlich prominente stellung ein und erdrücken gewissermaßen alles, was davor war. andererseits muß man nur kurz meinen blog zu überfliegen, um festzustellen, daß im juli doch einiges passiert ist. so gesehen...

jetzt mach ich mir schon seit geraumer zeit gedanken, was ich im kommenden schuljahr wie machen will. ich habe einige meiner ursprünglichen ideen verworfen, aber grundsätzlich bleibe ich meiner bisherigen linie treu. in einigen klassen werde ich ausprobieren, wie es funktioniert, wenn sie sich den stoff selbst aussuchen bzw. zusammentragen können (natürlich bringen wir das ganze dann gemeinsam in eine sinnvolle reihenfolge und ich ergänze alles nach meinen vorstellungen). und in den siebten wird es wohl darum gehen, für potentielle maturanten eine wirklich stabile grundlage zusammenzuschustern. immerhin geht man in der siebten freiwillig in musik (oder weil man zeichnen noch öder findet, aber das ist ehrlich gesagt nicht mein problem). bleibt noch meine lieblingssechste, aber da will ich nix verraten.

gestern hab ich mir im libro so ein lehrerheft gekauft. ich habs in der allerletzten ecke gefunden, aber ich wußte, daß es dort irgendwo ist, weil ich es letztes jahr schon mal kurz gesehen habe (für fans der korrekten zeitenfolge: hatte). es ist echt cool, hat alles was ein lehrer braucht, inklusive stundenplan, jahresplaner, konferenzmitschreibformulare, natürlich klassenlisten mit viiiel platz für beurteilungen, platz für notizen und einige wichtige paragraphen aus den relevanten gesetzen (beurteilungskriterien und weiß der kuckuck was noch). und das alles um 4,99. gut, mitten unter schulsachenshoppenden schülern und schülerinnen war es jetzt auch nichts, was ich offen herumzeigen wollte, also ging ich leicht paranoid (bei dem wort frag ich mich jedes mal, wann endlich mal jemand auf das offensichtliche wortspiel kommt) zur kassa, aber ich habs jetzt, und bin sehr stolz drauf. danke libro!

heute war ich dann in der schule, hab mich mit meinen homies verabredet, wir haben pläne geschmiedet (kinder, da kommt noch was auf euch zu! aber ich will nix verraten) und fächerübergreifende themen besprochen, einsicht in unsere provisorischen stundenpläne genommen (wie es aussieht, hab ich zwei freie tage, yeah!) und so, was lehrer halt in der letzten ferienwoche machen (gebt ruhig zu, das habt ihr nicht gewußt!). ich hab gleich mal einen schock bekommen, weil ich für montag und dienstag jeweils eine stunde musik (musik! wer hat schon in der ersten schulwoche musik?) mit der 6A eingeteilt bekommen habe, obwohl ich laut letzter info von vor den ferien die 6A gar nicht habe (und obwohl die sechsten eigentlich nur eine wochenstunde musik haben), aber das hat sich auch schon wieder geklärt. dafür liebe 6B, montag zweite stunde. hefte mitnehmen, wir legen dann gleich mal los. wir haben viel vor (also ich...)!

so oder so, jedenfalls bin ich schon einigermaßen geil auf die schule, voller tatendrang und alles. gut, ich schätze mal, das ist spätestens montag nach der zweiten stunde vorbei, wenn mich die üblichen verdächtigen mit ihren ausdruckslosen gesichtern anstarren und ich förmlich sehen kann, wie meine worte durch das andere ohr rauskommen, ohne überhaupt erst durch das eine reingegangen zu sein. aber macht nix, das gehört ja dazu, und ich weiß, daß trotzdem was hängenbleibt (auch außer der kinnlade und den augenlidern).

jetzt ist das wetter auch schon schön herbstlich, also voll schulanfangsstimmung. ob ich mir eine schultüte kaufen soll? geschenkt bekomme ich ja sicher keine... *schluchz*

das ende einer ära

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gestern ging nach über 6 jahren ein abschnitt meines lebens zuende, über den sich viel ambivalentes sagen ließe.

als mich meine tantechefin im mai 2001 anrief und informierte, daß sie meine dienste (*hust* übersetzer und korrespondent) nicht mehr braucht, klickte ich mich relativ ratlos in eine online-jobbörse ein. ich hatte keine ahnung, was ich machen wollte, ich wußte nur, daß ich arbeiten mußte, um meine arbeitserlaubnis, die damals noch ziemlich frisch war, behalten und anschließend in einen befreiungsschein umwandeln zu können. mit dem studium war ich noch nicht so richtig fertig, und mai ist überhaupt ein schlechter zeitpunkt für arbeitssuchende lehrer.

so kam es gelegen, daß mir eine unerwartete anzeige ins auge stach: eine firma sucht klingeltonproduzenten. das war mehr als ich erhofft habe, denn jobs mit musikalischem inhalt gibt es nicht sonderlich viele. ich hatte zu der zeit schon länger ein handy und habe mich natürlich ausgiebigst mit dem klingeltoneditor des legendären nokia 3210 beschäftigt, also fand ich die idee irgendwie geil.

beim bewerbungsgespräch hatte ich einige selbstkomponierte MIDIs im ärmel, und offenbar habe ich die verantwortlichen einigermaßen beeindruckt, denn ich konnte schon nach wenigen tagen meine freunde mit dem folgenden stolzerfüllten haiku ergötzen:

arbeit bekommen
ringtone content producer
ucp ag

zu anfang bestand meine aufgabe nur darin, christof "hintl" hinterplattner bei der erstellung monophoner klingeltöne, mit denen man laut aussage der damaligen branchenkenner bis ca. ende des jahres 2001 ein geschäft machen konnte, zur hand zu gehen. mein erster müßte whole again von atomic kitten gewesen sein, damals ein großer hit, heute zu recht vergessen. die firma ucp war mutter zweier plattformen, namentlich sms.at und uboot, die damals trotz unterschiedlicher farbgebung noch ziemlich ähnlich konzipiert und mit dem gleichen contentbackend ausgestattet waren. sms.at war seit jeher in graz angesiedelt, aber in wien durfte ich das büro mit legenden wie helge fahrnberger oder christian "ho" horvath teilen. das war eine aufregende zeit, von beginn an allerdings mit viel fluktuation. offenbar hat die firma gern größere investitionen getätigt, die sich nicht immer ausgezahlt haben.

nach einer weile hat sich eine gewisse arbeitsteilung herauskristallisiert, hintl war mehr für die recherche und qualitätssicherung zuständig und ich eher für die handfeste produktion. nach etwa einem jahr kam dann auch das thema der polyphonen klingeltöne auf, was wiederum einen ziemlichen einschnitt bedeutet und den arbeitsaufwand ungefähr verdreifacht hat. zur selben zeit wurde auch unser graphikteam ausgebaut und es kamen lisa (die aber auch ziemlich schnell wieder weg war) und die hofer-sisters silke und doris für den bildcontent, marielies für noch mehr polyphone klingeltöne (man kann sich vorstellen, daß es nicht immer einfach ist, privat- und berufsleben zu teilen, indem man mit dem partner zusammenarbeitet. meine eltern haben es trotzdem jahrzehnte lang geschafft, und auch wir haben es gut hingekriegt. und obwohl so manch ein streit mit hilfe von mineralwasser ausgetragen wurde, war es eine erfahrung, die ich nicht missen möchte und die uns sicher noch stärker zusammengeschweißt hat. und wer weiß, irgendwann in der zukunft... pläne gibt es jedenfalls schon.) und sandra "frau spackert" als mädchen für alles ins team. die goldene zeit der "content production superstars" war angebrochen.

wir saßen in einem mittelgroßen raum zu sechst (gut, es waren nicht immer alle gleichzeitig da) und hatten einfach sauviel spaß. conny, unsere direkte vorgesetzte, die zwar sicherlich viel einblick in die mechanismen der firma hatte, sich an ihrer position aber wohl auch nicht ganz glücklich zu fühlen schien, erteilte uns einen unrealistischen auftrag nach dem anderen, konnte aber unsere gute laune immer nur kurz trüben. und wenn uns mal fad war, gingen wir in die küche, wo ein wuzzler stand und wo man durchaus häufig weitere legenden wie bernhard "bodi" pfaffeneder, mit dem ich die nicht minder legendäre beatbox, einen interaktiven polyphonen klingeltongenerator konzipiert und entwickelt hatte, antreffen konnte.

leider hatten wir öfter den eindruck, daß die verantwortlichen es mit dem arbeitsrecht (bezahlung, überstunden, vorrückung, urlaub usw.) nicht immer so genau nahmen, und daher war das ganze drumherum damals auch öfter mal etwas frustrierend. die arbeit hat sich auch verändert, zusätzlich zur klingeltonproduktion hatten wir auch noch mit ewig langen und mühsamen listen, in denen die copyrightanteile der jeweiligen publisher und andere dinge vermerkt waren, zu kämpfen und die kurz davor erfolgte trennung von uboot und sms.at, die mit unterschiedlichsten vorstellungen und wünschen einherging, auch noch mitzutragen. war ein klingelton fertig und getestet, mußte man ihn in eine liste eintragen, alle möglichen details dazu ausfüllen, und dann die dateien und die jeweilige info in gleich zwei komplett unterschiedliche tools uploaden bzw. eintragen.

im november 2003 kam dann das nächste einschneidenede erlebnis, die ucp hat nämlich den bereich multimedia content production aufgelassen. uboot war damals nicht mehr so richtig hip (und hat sich meines wissens bis heute nicht so richtig erholt), aber sms.at dafür voll auf der überholspur. so wurden wir klingeltonisten von sms.at übernommen, mußten uns aber vom graphikteam und von sandra komplett verabschieden (es wird mal wieder zeit für ein treffen, superstars!). die änderungen waren zunächst minimal, wir konnten im selben raum sitzenbleiben, den hat sms.at einfach inklusive inhalt gemietet. in den ersten monaten war es witzig, in einer firma zu sitzen, für die man nicht mehr arbeitet, besonders weil wir dann innerhalb kürzester zeit auch zwei fernsehbeiträge an land gezogen haben, sprich fernsehteams in unserem raum, und die anderen haben blöd geschaut. nach einer weile sind aber marielies und hintl abgesprungen (sie haben gscheite jobs bekommen) und ich saß allein dort...

zu der zeit gab es in wien noch eine zweite "zweigstelle" von sms.at, peter und marion saßen bei inode im millennium tower. den umzug von uboot, weswegen sich dann die büroaufteilung bei der ucp verändert hatte und mein platz nicht mehr verfügbar war, nahmen wir als anlaß, um zu dritt ein neues büro zu beziehen, direkt oberhalb vom palmers-P ecke mariahilfer straße und neubaugasse. um mich zu entlasten und meine urlaubszeiten zu überbrücken wurde eine zweite klingeltonkraft eingestellt, zuerst michi, der dann von uboot als webdesigner abgeworben wurde (und der die experience beim zweiten replugged-gig beinahe gemischt hätte), dann thomas. und so ging es dann die letzten fast drei jahre dahin. besondere herausforderungen hat der job nicht mehr gestellt, es gab auch keine wahnsinnigen neuerungen, und so wurde die arbeit immer mehr zur routine und langweilig. mit peter und marion war es aber immer sehr lustig.

letzendlich gab es dann bei sms.at auch änderungen, die sich natürlich auch auf die personalpolitik auswirkten. im frühjahr kam sonja, um bing zu launchen und noch mehr fröhlichkeit im büro zu verbreiten. in zusammenarbeit mit ihr durfte ich den musikalisch hochkomplexen bing-ton (ratet mal! es macht "bing!") entwickeln. aber auch das ende des klingeltonbusiness as you know it wurde leise angeläutet. inzwischen gibt es einige firmen, die sich nur auf die produktion von klingeltönen spezialisiert haben, und sie verkaufen ihre töne weit unter dem, was wir der firma gekostet haben müssen. somit war es nur logisch, sich dem verändernden markt anzupassen und uns in den wohlverdienten klingeltonruhestand zu schicken.

wie man sieht, war meine klingeltonkarriere ein ständiges auf und ab, so ist es nun mal in der freien wirtschaft. ich habe jedenfalls viele sehr interessante leute kennen- und auch sonst sehr viel dazugelernt, tolle gelegenheiten bekommen (danke nochmal für mein erstes eigenes seminar in graz), den ganzen popmusikdreck der letzten jahre durch den kopf gehen lassen (zum einen ohr rein, zum anderen raus) und viel erlebt (die firmenausflüge waren doch zum teil sehr nett).

gestern hatte ich meinen letzten arbeitstag (bis ende september konsumiere ich noch meinen resturlaub), und jetzt beginne ich langsam zu realisieren, daß wirklich eine ära zuende genangen ist. eine ära, die von viel veränderung geprägt war, die aber auch eine gewisse konstanz aufwies: ich habe die ganzen 6 jahre mit dem gleichen computer inklusive win2000, bildschirm und MIDI-keyboard gearbeitet, die gleichen programme geöffnet und die gleichen flüche ob der zunehmenden trägheit des systems leise vor mich hingemurmelt. ich hoffe, ich habe alle kompromittierenden daten gelöscht und überschrieben ;-)

gehen, sitzen, liegen, sprechen

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gehen ist schon eine ziemlich intensive art, sich fortzubewegen. das hab ich nach der wüste nun auch in den bergen kirgisistans festgestellt. ich bin normalerweise nicht unbedingt jemand, der einfach so mal spontan im park spazierengeht, aber wenn man das gehen zum inhalt einer reise macht, erlebt man sie ganz anders, als wenn man sagen wir mal mit auto oder moped herumdüst oder gar an einem einzigen ort bleibt.

ich glaube, das gehen wird heutzutage etwas unterschätzt. dabei ist es nicht nur unser natürlichster bewegungsablauf, sondern auch einer, der schnell genug ist, um voranzukommen (mich hat immer wieder gewundert, wie weit wir in durchaus nicht allzu langen zeitabschnitten gekommen sind), aber gleichzeitig auch langsam genug, um dies bewußt und eigenhändig (bzw. -füßig) zu tun. es ist ein bißchen so, als würde man mit jedem schritt die erde ein stückchen in die gewünschte richtung drehen...

gehen ist im gegensatz zu beispielsweise auto- oder zugfahren eine analoge angelegenheit. man steigt irgendwo in ein fahrzeug und woanders aus, wobei man de facto an all den orten dazwischen gar nicht war. im gehen hingegen hat man jeden meter persönlich penetriert. reiten oder radfahren mögen da eine zwischenstellung einnehmen, aber in extremsituationen, wenn weder rad noch pferd weiterkommen, greift man doch auf die beiden eigenen füße zurück.

im gegensatz dazu ist das klassische sitzen (drei rechte bis stumpfe winkel) weder wahnsinnig natürlich noch ohne hilfsmittel möglich. sowohl die beduinen in der wüste als auch die kirgisen in den bergen nehmen, wenn sie mal kurz wo platz nehmen wollen, eine hockende stellung ein. für mich zivilisationsgeschädigten bewegungsidioten ist das anfangs eine ziemliche qual gewesen, überhaupt nicht entspannend oder sonst was. mit der zeit kommt man aber rein.

gut, man könnte meinen, wenn es sich nicht gut anfühlt, soll ich es nicht tun, aber einerseits gibt es den persönlichen ehrgeiz, diese kurzzeitige ruhestellung auch wirklich mal als solche erleben zu können, und andererseits die situation, in der man ohne ein porzellanstandardbecken (mit tief- oder flachspüler, so heißen die fachbegriffe) oder zumindest einen donnerbalken sehr wohl in die hocke gehen muß.

in kirgisistan gibt es, bis auf die wenigen hotels, eigentlich überall nur sogenannte hocktoiletten, also zum teil einfach nur ein loch im boden ohne alles weitere, und das wird auch anderswo in weiten teilen der erde der fall sein. der hygiene ist es auf jeden fall zuträglich, für den stuhlgang (absurdes wort in diesem fall) angeblich auch, und die vielen bloglesenden proktologen können sicher auch was zum problem der hämorrhoiden sagen. richtig entspannend ist es eigentlich nicht, aber das ist die sache in den seltensten fällen, und andererseits hab ich auch mal einen typen gesehen, der dabei ganz gelassen zeitung lesen und rauchen konnte (türen haben die auch nicht immer, aber das ist eine andere geschichte).

abgesehen von solch dringlichen angelegenheiten scheint es auch vorteile zu haben, einfach in die hocke zu gehen, statt sich hinzusetzen. erstens können temperatur und nässe der entsprechenden fläche dem hosenboden nix anhaben (für dieses problem haben die russischen wanderer, denen wir auf schritt und tritt begegnet sind, eine sehr elegante lösung entwickelt: in der früh, direkt nach dem aufstehen, schnallen sie sich ein eigens für diesen zweck zugeschnittenes und mit einem gurt versehenes stück isomatte um die hüfte, das sie im laufe des ganzes tages stolz tragen, um gleichsam die errungenschaften einer aufgeklärten und technologisierten gesellschaft triumphal zu präsentieren), zweitens könnte man theoretisch bei gefahr schneller aufstehen (gut, dieses argument gilt in der großstadt nicht unbedingt), drittens ist die haltung, wenn man sie beherrscht, vermutlich wirklich entspannend (wobei ich ehrlich gesagt noch niemanden gesehen hab, der in der hocke geschlafen hätte), und viertens braucht man außer etwas platz keine weiteren gegenständlichen behelfe.

liegen ist auch wieder eine relativ natürliche sache, die auch ohne gerätschaften funktioniert, es sei denn, man möchte verhindern, daß man naß wird oder erfriert. ich muß sagen, ich lege mich eigentlich ganz gern mal zwischendurch auf den boden oder eine harte matratze, das ist eine total entspannende sache, aber im schlafsack auf der thermarestmatte hab ich wirklich schlecht geschlafen. hing natürlich auch mit anderen dingen zusammen, aber ich fand es auch ermüdend bzw. unangenehm, nirgends ein bißchen einsinken zu können.

an einem der schlafplätze hätte es dann doch eine sehr schöne gelegenheit gegeben, da verlief eine wurzel direkt unterm zelt, und zwar so, daß der untergrund genau bei meiner hüfte eine kleine mulde bildete. da hab ich total entspannt liegen können, sowohl am rücken als auch auf beiden seiten, sogar fast am bauch (richtige bauchlage funktioniert mit schlafsack nicht so gut). ich hab dann trotzdem nicht geschlafen, und zwar aus anderen gründen (entzündetes auge, kälte, luftfeuchtigkeit, regen, harndrang, wirre gedanken usw.), aber ich muß sagen, selten so gut nicht geschlafen. also rein ergonomisch.

wir mitteleuropäer sind ja der ansicht, englisch sei eine, wenn nicht die, weltsprache. nun denn, diese sichtweise ist selbst hier in mitteleuropa diskussionswürdig, besonders weil man das englisch, das gemeinhin gesprochen wird, eigentlich gar nicht so bezeichnen dürfte, aber in anderern teilen der welt stimmt sie schlicht und einfach nicht. man muß nicht sonderlich weit in den osten oder süden (böse zungen behaupten, im westen sei es nicht anders) fahren, um kaum jemanden anzutreffen, der halbwegs gut englisch spricht. wenn man aber bedenkt, daß man von wien aus nur wenige kilometer geradeaus nach osten fahren und eine grenze übertreten muß, um sich dann bis nach china und daran vorbei nochmal so weit mit einer einzigen sprache durchschlagen zu können, muß man schon gedanklich den hut ziehen.

was arabisch für nordafrika und den nahen osten und spanisch für lateinamerika ist, ist russisch für weite teile eurasiens, nämlich eine sprache, die viele aneinandergrenzende länder kommunikativ und kulturell miteinander verbindet. und wenn man mal ganz weit entfernt ist und von einer sprache umgeben wird, die man vor fast zwanzig jahren mal in der schule lernen mußte, dann denkt man sich schon sowas wie "hätte ich doch bloß damals...".

keine sorge, dem drang, meine ehemaligen russischkenntnisse (das ist so lang her, daß ich nicht mal was schweinisches oder verbotenes auf russisch sagen kann, dazu war ich damals einfach viel zu jung) aufzufrischen, werde ich erfolgreich widerstehen können, ähnlich wie damals, als ich nach dem bestandenen latinum nur ein bißchen was tun hätte müssen, um es wirklich halbwegs zu können. aber sollte mich jemand fragen, welche sprache er als nächste lernen soll, würde ich russisch sicher neben arabisch und esperanto in die engere wahl ziehen. на здоровье!

aufruf

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so, nachdem ich jetzt eine ganze weile weg bin, habt ihr viel zeit, mich zu beraten.

fürs nächste schuljahr bräuchte ich dann mal wirklich einen mp3-player. das ist schon praktisch, wenn man was vorspielen will, was man nur als mp3 hat. weil was man nicht hat, kann man sich ja auch am einfachsten als mp3 besorgen. aber das wißt ihr ja.

die voraussetzungen sind aus meiner sicht folgende:

- gerät ins USB stecken und beladen. nix software. im idealfall natürlich auch als USB-stick für andere dateien zu nutzen
- akku statt batterie, gscheite laufzeit, gscheit wiederaufladbar, usw.
- menü zum navigieren halbwegs gscheit
- normaler kopfhörerausgang (kleine klinke)
- gutes P/L-verhältnis

größe und gewicht, kapazität und farbe sind mir an sich egal (1GB darfs schon mindestens haben). SD-kartenslot wäre natürlich ein hit.

so, ich glaube das wäre alles. bitte um sachdienliche hinweise. kann auch alt und gebraucht sein.

da außerdem in absehbarer zeit ein handywechsel ansteht, bitte auch darüber nachdenken, ob für obigen zweck nicht auch ein handy am geeignetsten wäre.

haselnüsse aus kritzendorf

making the video

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so, nach fast einem jahr nun irgendwie zurück zum anfang. immerhin war dieser blog ursprünglich dazu gedacht, die musiktheorie ein bißchen durchsichtiger zu machen. ob das geklappt hat, müßten schon meine leser sagen, ich habe jedenfalls nicht das gefühl, daß sich hier wahnsinnig viele einen tieferen einblick in die geheimnisse der musiktheorie verschafft haben.

da ich aber beruflich (und berufunglich) unter anderem mit der vermittlung von musiktheorie zu tun habe, höre ich nicht auf, mir neue mittel und wege dazu auszudenken. und vor kurzem habe ich mir gedacht, daß ich mit einfachen, kurzen und knappen lehrvideos auf youtube auch ein paar leute erreichen könnte. also habe ich mal die ersten zwei folgen zusammengeschustert und stelle sie hier zur diskussion frei.




man beachte die hohe graphische und animationsqualität nebst hervorragendem ton natürlich. leider hat sich das kuhlophon im produktionsprozeß als ungeeignet erwiesen, aber stattdessen konnte ich das von meinen nachbarn zu meinem geburtstag erhaltene glockenspiel als instrument verpflichten.

nachdem ich schon erste beschwerden erhalten habe, daß ich mich (zumindest in der ersten lektion) total schlaftablettig artikuliere, möchte ich in absehbarer zeit nach der rückkehr aus zentralasien eine neue, verbesserte und eventuell von meiner wesentlich besseren hälfte gesprochene version dieser ersten beiden lektionen online stellen. dafür brauche ich aber alle verbesserungsvorschläge, die ihr mir bis dahin machen könnt. also bitte einfach und schonungslos drauf loskritisieren und -fragen. ok?

für besonders enthusiastische musikliebhaber gibt es wieder ein rätsel (ich tippe auf die germanistin als gewinnerin, aber mal sehen). welche musikstücke hört ihr während des intros von lektion 1? es sind leider auch sehr viele im mischmasch, die man nicht raushört, aber einige sind zeitweise sehr prominent erkennbar.

rüge, entschuldigung und klassische musik

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also wirklich. gerade eben hat man sich noch beim wetter für die kooperation bedankt, und schon muß man es ein wenig rügen. ich weiß nicht, ob das pädagogisch wirklich das beste ist, denn es ist ja grundsätzlich eine gute sache, wenn meine vor einer weile angedachte idee des gigantischen wärmetauschers verwirklich wird, aber bitte nicht so. die heiße luft aus der sahara, die uns schon seit vorgestern und mindestens noch die kommende woche dreistellige fahrenheittemperaturen beschert, kommt ein bißchen zum falschen zeitpunkt. ok, der juli war bisher eher kühl und verregnet, aber so kommen wir irgendwie vom regen in die traufe (ich gebs ja zu, diese metapher ist hier wirklich ungeschickt gewählt). also burschen, das ganze bitte einfach im winter, ok?

und wenn ich schon dabei bin, mich auf den vorhergenden post zu beziehen, muß ich mich gleich entschuldigen. billiger- und inkonsequenterweise habe ich nämlich die koralle stets im plural angesprochen und dabei außer acht gelassen, daß sie als kolonie von unzähligen korallenpolypen quasi als metaorganismus durchaus auch im singular funktioniert und damit auch meiner metapher den letzten kick gegeben hätte. ich schäme mich ja so.

und nun zum dritten thema. wir waren von gestern auf heute in krems, schon ursächlich der klassischen musik wegen (eigentlich hatte unser plan für das wochenende drei fixpunkte, nämlich wandern, ikea-möbel in salzburg abholen und eben die musik, aber irgendjemand, ich sage ja keine namen *hustdaswetter*, hat uns einen strich durch die rechnung gezogen. so angenehm sind die ersten beiden dinge bei 100°F auch nicht.), denn diverse nachbarinnen, ex-kompositionsprofessoren und brüder bzw. schwäger in spe haben beim abschlußkonzert der kremser chorakademie mitgesungen, in der kirche direkt neben dem legendären jazzkeller, in dem auch schon größen wie edwin prohaska und the ingeborg bachmann experience aufgetreten sind, aber das nur der vollständigkeit halber. das konzert ist aber jetzt gar nicht so das thema, sondern das (zwar nicht direkt, sondern erst nach einer ausgedehnten konsumation hefehaltiger getränke) anschließende klassik-picknick.

in krems gibt es ja seit einer weile ein pilotprojekt, nämlich die nächtliche beschallung des hohen marktes mit klassischer musik. das soll die betrunken randalierenden jugendlichen fernhalten bzw. vertreiben. nun ja, abgesehen davon, daß es nicht so richtig funktioniert, hat die sache mehrere aspekte, die wir zu später stunde bei einem hefehaltigen getränk vor ort zu diskutieren gedachten. was wir dann auch taten.

problem nummer eins ist, daß man die musik nur dann gut hört, wenn man ruhig ist. falsch, wenn alle in der näheren umgebung ruhig sind. eh klar, immerhin will man ja die anrainer nicht lärmbelästigen, so ein bruch violinkonzert (op. 26, g-moll) würde mich um halb zwei, wenn ich gerade zu schlafen versuche, nicht unbedingt in entzückungszustände versetzen. also plätschert die sache recht leise dahin, sodaß selbst anwesende musiklehrer schwierigkeiten hatten, alle stücke zu identifizieren. dem ipodohrstöpselgeschädigten publikum des szenelokals q-stall wird die musik gelinde gesagt wurscht sein. und selbst wenn mal zwischendurch eine ungarische rhapsodie kurzzeitig über die wahrnehmungsgrenze schwappt, ist sie eigentlich eher angenehm als un-.

daraufhin gaben wir uns überlegungen hin, was (außer der lautstärke) notwendig wäre, um tatsächlich jugendliche zu vertreiben. die erste idee war natürlich etwas monotones, repetitives, was die von mir ja sehr geschätzte minimal music für diesen inhumanen zweck (und damit wären wir schon beim zweiten problem, siehe später) mißbraucht hätte, dann kamen wir aber über schönberg (naja, zumindest diskussionswürdig) und sonstige avantgardisten auf die idee, statt musik überhaupt etwas gesprochenes zu nehmen, beispielsweise ein stück von thomas bernhard. der absolute overkill dürfte aber eine langweilig gesprochene analyse eines langweiligen thomas-bernhard-stückes sein. wir jedenfalls waren einstimmig der meinung, daß man die playlist am hohen markt zum vorgegebenen zweck dringend abändern müßte.

so, jetzt also zum versprochenen zweiten problem. irgendwie finde ich es ja kacke (man verzeihe mir den fäkalausdruck), daß man etwas an sich schönes, heutzutage vielleich einigermaßen miß- bzw. unverstandenes noch weiter negativ belegt, indem man es dazu benutzt, menschen von irgendwo fernzuhalten oder zu vertreiben. finde ich nicht schön. das ist pfui. indem man den zweck der aktion so kommuniziert, tut man jedenfalls der klassischen musik und damit einhergehend der humanistischen bildung allgemein keinen gefallen. im gegenteil.

würde man hingegen anpeilen, die jugendlichen durch die klassische musik ein bißchen zur ruhe, zum zuhören und zum nachdenken zu animieren, hätte die sache gleich einen positiveren beigeschmack. man könnte den vorhandenen kultfaktor (kremser bzw. kremskundige jenseits der 20 verstehen sofort, was man mit klassik-picknick meint) bewußt ausbauen und davon profitieren. wie auch immer.

ob man jetzt die jugendlichen vertreibt, beruhigt oder nicht mal ansatzweise tangiert, ist im grunde einerlei, denn die musikrezeption knapp oberhalb der wahrnehmungsschwelle führt auf jeden fall zu einem wiedererkennungseffekt. verbunden mit der tatsache, daß sich die meisten der anwesenden durch alkohol, drogen oder körpereigene sexualhormone durchaus ganz wohl fühlen dürften, entsteht dabei eine sehr schöne positive verankerung der klassischen musik mit dem wohlbefinden. und dagegen ist ja nichts einzuwenden. also vergeßt das mit dem vertreiben, und laßt uns einfach mehr gute (muß ja nicht unbedingt klassisch sein) musik hören.

zoologie, glückshormone und fotos

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korallen und affen haben grundsätzlich nicht viel gemeinsam. zwar gehören beide zu den eumetazoa (den gewebetieren), während aber affen bilateria, also bilateralsymmetrisch gebaute zweiseitentiere mit allen konsequenzen wie vorder- und hinterende, mund usw. sind, gehören korallen zu den coelenterata, den radiärsymmetrisch gebauten hohltieren mit einem diffusen nervennetz, ohne atmung und blutkreislauf und mit lediglich zwei zellschichten (epi- und gastrodermis).

korallen leben ausschließlich im meer, affen an land. beide bevorzugen den tropischen gürtel, aber die spezielle affenart, um die es hier geht, lebt untypischerweise in der arktis. korallen machen lyrischen und hin und wieder country-angehauchten folkrock, während die arktischen affen mit ihrem von der ersten hälfte des son-clave geprägten drive (rein rhytmisch ungefähr wie coldplay auf ecstasy) so richtig abrocken.

gestern jedenfalls waren vertreter beider tiergruppen (der sich anbietende begriff spezies wäre in diesem fall im hinblick auf die korallen durchaus falsch) in der arena anzutreffen, was mich in leicht nachvollziehbare glückszustände versetzt hat. den ganzen tag bin ich auf einer kleinen wolke von glückshormonen (ob endorphin oder serotonin, vermag ich nicht zu sagen) geschwebt, wovon mich nicht mal monrose und avril (derweil muß ich ja noch klingeltöne machen) und zwei mariahilferstraßenweite stromausfälle abbringen konnten.

die korallen und die arktischen affen auf einem haufen, das ist ungefähr wie ein kindergeburtstag mit ronald mcdonald und elfriede jelinek, wie ein sechser mit zusatzzahl im lotto, wie ein simultaner sieg gegen kasparow und die brasilianische fußballnationalmannschaft oder wie illés am sziget und die beatles eine woche später auf rhodos. das schlägt sogar johnossi und mando diao, wenngleich nur knapp und sicher nicht wegen mando diao. da sind wir uns hoffentlich alle einig.

ich war gut vorbereitet, ich habe mir schon die letzten zwei wochen vornehmlich die beiden bands reingezogen, denn der mitsing- oder zumindest -summfaktor ist mir bei konzerten sehr wichtig. bei den korallen war es nicht ganz leicht, alle lieder im vorhinein zu kennen, weil sie ja angeblich im august eine neue platte rausbringen, aber ich hab mein bestes getan, micht im vorfeld zu informieren. das gehört ja zur verantwortung eines mündigen konzertgehers.

diesmal wären wir rechtzeitig da gewesen, aber die leute, die wir getroffen haben, haben mich beschwichtigt, daß die korallen eh nicht püntlich um 8 anfangen würden. gegen zehn vor hab ich dann doch ein bißchen gedrängt, reinzugehen, und so haben wir nur die ersten zwei lieder verpaßt. der rest war aber sehr schön, gute songauswahl, wenn auch etwas kurz. gerade mal eine dreiviertel stunde. dabei hätten sie schon noch ein paar sehr fetzige lieder gehabt! aber gut, war sehr schön.

die korallen und der mischturm
dann brach die lange zeit des wartens an, in der umgebaut wurde. ein mann mit großer ausdehnung in allen drei dimensionen hat den bass gestimmt, einer im blauen t-shirt mußte auf jeder musikerposition für die richtige einstellung der spots probestehen bzw. -sitzen, einer hat die gitarren gestimmt und sich dabei ein bißchen weggejammt. das war insgesamt nicht so aufregend, dafür aber viel zu lang. die musikuntermalung war durchgehend anspruchslos, nur als columbia von oasis gespielt wurde, wurde es plötzlich still, als würde die menge ahnen, daß da was großes passiert. die meisten waren aber vermutlich zu jung, um es zu kennen. ist ja auch schon 13 jahre her.
das sollte eine kunstvolle collage werden, ist aber aus lichttechnischen gründen nicht vollendet worden. das ist eine undeutlich erkennbare dixi traubenzuckerpackung mit erdbeergeschmack (der traubenzucker, nicht die packung), das zweite bild sollte dann ein klo sein. das konzept kann man auch so nachvollziehen und würdigen.
noch eine kurze anmerkung zur vorherrschenden bekleidung. ich halte es für einigermaßen phantasielos, zu einem konzert mit dem passenden t-shirt zu gehen. natürlich hat es was, drückt eine gewisse begeisterung und loyalität aus, aber es ist eben phantasielos und unindividuell. es sei denn, das t-shirt trägt die natürlich auch naheliegende, dennoch auf einer metaebene wiederum sehr postmoderne aufschrift "who the f*** are the arctic monkeys?". t-shirts anderer bands finde ich, sofern sie nicht gerade von der experience sind, auch nicht so super. naja. ist ja nur meine private meinung.
ein offensichtlicher kooks-fan mit kooks-frisur und kooks-shirt.
dann betraten die affen die bühne und ließen ein feuerwerk los, optisch wie akustisch, daß es nur so gekracht hat. die lichtshow war genial, obwohl ich nicht so auf lichtshows stehe, minimalistisch und gleichzeitig brutal, passend und sehr exakt. sie haben nicht ganz alles von beiden alben gespielt, aber so das meiste. dafür gab es leider keine zugabe. naja, was solls. geil wars trotzdem.

die lichtshow, impressionen
als krönender abschluß fuhren wir noch in der u3 mit diversen exfreundinnen von zwei drittel meiner brüder, das hat man auch nicht alle tage. insgesamt also ein durchaus gelungener abend. und das wetter war auch perfekt, danke wetter!

24

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nein, ich bin nicht plötzlich sechs jahre jünger geworden. 3-4 wären ok, 6 wären mir auch entschieden zu viel. so jung möchte man in meinem alter gar nicht mehr sein. aber darum geht es hier ja gar nicht.

würde man eine echtzeitactionfernsehserie aus meinem leben machen, wären die meisten folgen ziemlich langweilig. erstens schlafe ich deutlich mehr als jack bauer, zweitens habe ich ferien und (zumindest noch eine weile) einen auch nicht wahnsinnig ereignisvollen bürojob. aber ich tu mein bestes, um die ganzen aufregenden augenblicke innerhalb einer stunde zu kumulieren. macht viel mehr spaß.

gestern gab es zum beispiel eine sehr spannende folge. ausgangssituation: ich stelle gegen dreiviertel elf fest, daß die botschaft der fiktiven zentralasiatischen republik K. noch bis 12 offen hat. gut, das dürfte den meisten menschen egal sein, aber wenn man noch am selben tag ein visum beantragen will, wird die sache, besonders wenn man noch kein paßfoto dafür hat, schon etwas spannender. damit aber die mit gemütlichem aufstehen begonnene folge 10 mit einem richtig schönen cliffhanger endet, habe ich besagte erkenntnis erst ebenso gemütlich sickern lassen.

punkt 11 uhr verlasse ich die dusche und versuche, mich so adrett hinzubekommen, wie es einem paßfoto für ein visum für K. (und in weiterer folge auch für rußland, man kommt ja nicht direkt hin) gerecht wird. man muß natürlich den terroristenbart wegrasieren (hab ich in der letzten werbepause der vorigen folge erledigt), aber zu penibel darf man auch nicht aussehen, sonst ist das ganze nicht stilecht für den ostblock. da fällt man sofort als westagent auf.

gegen 11:05 verlasse ich die wohnung und bin gegen 11:10 (ich runde die zeitangaben, erstens hab ich nicht genau buch geführt, und zweitens ist es wurscht) im digitalen fotogeschäft meines vertrauens. die nette dame (sie ist nett, aber so vom aussehen würde sie als russische folterexpertin durchgehen) setzt mich auf den paßtfotostuhl, drückt ab, schüttelt den kopf, weist mich zurecht und drückt nochmal ab. wenige minuten später habe ich tatsächlich die bisher schnellsten und zweifellos ehemaligesowjetrepublikgerechtesten paßfotos in der hand.

es folgt eine ereignisarme u-bahnfahrt, und gegen 11:30 bin ich bei der botschaft von K. in der unmittelbaren nähe der station landstraße angekommen. die botschaft sieht aus wie eine durchschnittliche wohnung, aber das ist sicher nur tarnung, damit niemand die high-tech-raketensilos findet. der offenbar einzige botschaftmitarbeiter heißt mich willkommen und bittet mich, platz zu nehmen, bis er mit dem briefing der beiden als pärchen getarnten doppelagenten fertig ist. ich benütze den einzigen freien sessel stattdessen dafür, meine unterlagen zu ordnen.

um 11:35 bin ich dran und darf mein visum beantragen. grundsätzlich habe ich alles, was dazu notwendig ist, aber nicht so ganz. ich habe nämlich zwar den onlinebankingausdruck, der "beweist", daß ich die gebühr überwiesen habe, aber ich habe keinen stempel drauf. er will einen stempel. er spricht englisch mit russischem akzent, ich spreche österreichisches schulenglisch mit ungarischem akzent (ich könnte auch besser, aber ich will ihn ja nicht blamieren). vor 20 jahren wären wir dafür an den pranger gestellt und als schandflecken der sozialistischen bildung ausgepeitscht worden.

stempel habe ich keinen, aber ich weise ihn darauf hin, daß er meine einzahlung auf seinem eigenen kontoauszug sehen und mit hilfe der namen, die im verwendungszeck stehen und sich mit denen auf den visumanträgen decken, leicht identifizieren kann. er weist mich darauf hin, daß die gebühr "letzte woche" um 20 € erhöht worden ist und daß ich bitte so nett sein und den rest auch noch überweisen soll. sogar die russen verlangen weniger. er ist trotzdem so nett und versichert mir, daß die angepeilte reisezeit die beste für die republik K. ist. und ich kann die visa am freitag abholen.

eigentlich endet diese spannende episode damit, doch um die stunde vollzumachen, fahre ich noch ins büro und bin tatsächlich um punkt 12 dort. spannend, oder? sollte doch jemand eine fernsehserie aus meinem leben drehen wollen, bitte. solange ich zumindest eine kleine nebenrolle bekomme...

wuiii 2

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ja ja, ich gebs ja zu. so als quasi arbeitsloser klingeltonproduzent und lehrer mit ferien hat man es wirklich schwer. heute zum beispiel, obwohl sonntag, voll der streß. aber voll. um nicht zu sagen ur voll.

zuerst gab es picknickstreß. ist ja an sich schon schwer genug, wenn man weiß, daß gleich zwei picknicks auf einen zukommen, eins um 11 und das zweite um 17 uhr. und zu beiden soll man auch noch unterschiedliche sachen mitnehmen. hätte man da nicht zwei picknickdecken, die legendäre picknickkugel und die neue, größere kühltasche von tchibo/eduscho, wäre das ganze durchaus problembehaftet. so aber ging sich beides super aus.

eine kleine schwierigkeit für die tagesplanung hat die spontane einladung zu einem heuteabendlichen spieletestabend bedeutet. im wesentlichen eine ähnliche runde wie letztens, nur daß es diesmal das von vier medieninformatikstudenten entwickelte spiel and yet it moves zu testen gab. ein wirklich originelles konzept, hat nicht umsonst beim independent games festival lorbeeren eingeheimst. kann man auf der homepage runterladen und ausprobieren, lohnt sich.

wer grad nicht testen durfte (ging nur auf zwei laptops gleichzeitig und war mit einem vollständigen durchspielen der ersten 4 levels und ausgiebigem feedback verbunden), hat natürlich wieder wii gespielt. ja, tennis auch, aber diesmal haben wir noch andere aufregende sachen ausprobiert. unter anderem haben wir... nein, das kann ich eigentlich nicht schreiben. es war höchst unpädagogisch. aber es hat viel spaß gemacht. viel mehr als irgendwelche ballerspiele auf irgendwelchen anderen konsolen. ich sage nur: wer falsch singt, sollte sich in acht nehmen...!