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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "konsonanz"

exkurs: von der obertonreihe und den stimmungen

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heute hab ich mal zeit, also schreib ich noch was. das folgende kapitel ist für das verständnis der musiktheorie nicht unbedingt wichtig, aber es erklärt manche hintergründe und gibt weiterführende informationen für jene, die sich dafür interessieren. mir liegt das thema am herzen, und es ist vielleicht auf den ersten blick etwas technisch, aber sehr interessant.

die intervalle, die wir bisher kennengelernt haben, gehen auf pythagoras zurück, der sich in seiner freien zeit gern mit seinem monochord vergnügt hat (das klingt jetzt schweinischer als es ist). er hat festgestellt, daß konsonante intervalle kleine ganzzahlige frequenzverhältnisse haben, dissonante intervalle hingegen eher unharmonische. das sieht so aus:
1                       2             3         4       5     6    (7)  8
|-----------------------|-------------I---------|-------I-----I.........|
|         oktav         |    quint    I  quart  | gr. 3 Ikl. 3I  
           2:1                3:2         4:3      4:3    6:5
die obigen zahlen geben die sogenannten teiltöne der sogenannten obertonreihe an. der erste teilton ist der grundton, die anderen sind die obertöne: der zweite teilton ist der erste oberton usw. - nicht besonders kompliziert.

die abstände zeigen nicht die tatsächlichen frequenzunterschiede, sondern den musikalisch sinnvollen abstand. die mit | bezeichneten abstände sind immer eine oktav auseinander und daher konstant. die wahren frequenzverhältnisse werden durch die verhältnisse der nummern der teiltöne angegeben, wie man es auch ganz unten sieht. der zusammenhang ist logarithmisch, und wenn man zwei intervalle addiert oder subtrahiert, muß man ihre frequenzverhältnisse multiplizieren oder dividieren.

das bedeutet: das verhältnis 2:1 klingt immer nach einer oktav. klarerweise ist 4:2, 6:3 und 8:4 usw. auch immer eine oktav. wer das nicht glaubt, kann es mit dem geo-dreieck abmessen, der abstand ist immer gleich. das verhältnis 3:2 ist die quint, und wie man es sehen kann, ergeben die große und die kleine terz zusammen auch eine quint (6:4). 4:3 ist die quart, 5:4 die große und 6:5 die kleine terz. den 7. teilton lassen wir weg, wir haben jetzt mal genug material zusammen, und er paßt eh nicht ganz. aber der rest auf die oktav, also 8:6, ist ja wieder die quart 4:3. schön, sauber, logisch. hallelujah!

wir haben all unsere konsonanzen zusammen, und können den rest relativ einfach basteln. die große sekund zwischen quint und quart ist (3:2)/(4:3)=9:8, das wäre nach der oktav auch der nächste schritt zur großen none. die kleine sekund kann man als unterschied zwischen der quart und der großen terz bilden, nämlich (4:3)/(5:4)=16:15, das wäre der leitton zur nächsten oktav. die sexten und septimen kann man ebenfalls aus den bisherigen intervallen ableiten, zb. ist die große sext die summe von quint und großer sekund (3:2)*(9:8)=27:16.

als konsonant empfinden wir intervalle, die möglichst viele obertöne gemeinsam haben. es ist relativ einfach zu sehen, daß der erste und der zweite teilton sehr viele obertöne gemeinsam haben (tatsächlich ist jeder oberton des zweiten auch ein oberton des ersten), deswegen klingt die oktav so sauber. der grad der konsonanz nimmt dann langsam ab, der dritte teilton hat schon weniger gemeinsame obertöne mit dem zweiten, der vierte mit dem dritten wieder weniger, wer es hardcore mag, kann es sich ja mal durchrechnen. die abendländische musik hat sich ihre konsonanzen brav erarbeitet, zuerst nur oktav, quint und quart, die terzen sind erst später als konsonant empfunden worden. wenn man sich mal eine weile in oktaven, quinten und quarten schwelgt, klingen plötzliche terzen auch fehl am platz, weil sie eine ganz andere qualität haben. und andere verhältnisse, wie die sekunden oder auch die intervalle, in denen der 7. teilton vorkommt, sind dissonant. wie gesagt, selbst rechnen macht spaß ;-)

bis jetzt klang das ja zu schön um wahr zu sein. und tatsächlich gibt es einen haken. nein, eigentlich zwei. die bösen bösen kommata.

wenn man zum quintenzirkel zurückblättert, sieht es so aus, als könnte man von einem ton ausgehen, lauter quintensprünge nach oben machen, irgendwo enharmonisch wechseln und nach 12 quinten wieder zum ausgangston zurückzukehren. wenn man nachrechnet, wieviele oktaven das sind, kommt man auf 7. wer ein richtiges klavier oder eine kirchenorgel zuhause hat, kann es gern ausprobieren, geht sich aus (auf der blockflöte leider nicht). das problem ist nur... wenn wir das mit unseren oben erarbeiteten zahlenverhältnissen ausprobieren, haut es nicht hin.

12 quinten sind mathematisch ausgedrückt (3:2)12, 7 oktaven hingegen (2:1)7. da erkennt auch der nichtmathematiker vielleicht auf den ersten blick, daß sich das nicht ausgeht, weil zweierpotenzen nie mit dreierpotenzen zusammenfallen können. und tatsächlich, wenn man die beiden brüche in verhältnis setzt, kommt das extrem unschöne ergebnis 312:219 raus. das ist zwar nicht nennenswert mehr als 1, aber doch ein bißchen (1,01364). blöde sache... das ist das pythagoräische komma, und hat die musikgeschichte immerhin ein paar hundert jahre lang geprägt, denn das heißt, mit reinen quinten schließt sich der quintenzirkel gar nicht...

das zweite problem: wenn man auf die große sekund (9:8) noch eine drauflegt, trifft man die große terz leider nicht... (9:8)2=81:64, im gegensatz zu den 5:4 oder erweitert 80:64. dieses zweite komma, das verhältnis 81:80, ist das syntonische (es hat laut wikipedia auch einen anderen namen, den ich bisher noch nie gehört habe, also lasse ich ihn weg), und bedeutet, daß wir mit den reinen quinten eh schon tief in die kacke gegriffen haben, weil schon die terz nicht rein ist... von der diäsis schweigen wir mal lieber, da gibt es sogar zwei, aber die sind nicht so präpotent, ähm prominent in der geschichte, die ich gleich erzählen werde...

im mittelalter, als die mönche im kloster einstimmig in ihre gesänge einstimmten, konnte man die reine tonleiter verwenden, die sich aus den obigen überlegungen ergibt. reine quint, reine quart, reine große terz... ein traum! man nahm selbst in kauf, daß es eigentlich zwei verschiedene große sekunden gab, 9:8 zwischen grundton und II. stufe sowie 10:9 zwischen ebendieser und der terz, wenig überraschend ein syntonisches komma kleiner als die andere. das war insofern kein problem, weil man den grundton noch im ohr hatte, sodaß die reine große terz im höreindruck stärker war als der winzige unterschied bei der sekund. das ist die stimmung, die man am sauberten empfindet, aber leider funktioniert sie nur einstimmig.

nun haben die mönche dann irgendwann begonnen, mehrstimmig zu singen, und wie bereits erwähnt, galten zunächst nur oktav, quint und quart als konsonanzen. das heißt, für die stimmung war es wichtig, eher quintlastig zu sein, damit die zusammenklänge alle sauber sind (die quart als komplementärintervall ist ja dann genauso rein). das heißt, man hatte die quint rein, die große sekund natürlich auch, und die große terz mußte darunter leiden und um das syntonische komma zu groß werden (die heißt dann pythagoräische terz). das ist die pythagoräische stimmung.

das wäre noch nicht so schlimm gewesen, die terz war ja sowieso dissonant, also durfte sie auch etwas unsauber klingen. das größere problem war, daß man beim bau von fix gestimmten instrumenten, zb. orgeln, das oben erwähnte pythagoräische komma irgendwo unterbringen mußte. wenn man nur reine quinten verwendet, schließt sich ja der quintenzirkel nicht. wenn man über dem h mit reinen quinten f#, c# und g# bildet, und unter dem f mit ebenfalls reinen quinten b, eb und ab, dann kommt man mit g# und ab nicht zusammen - man muß sich für einen der beiden töne entscheiden. meist nimmt man dann das g#, und nimmt in kauf, daß eb und g# in den seltenen fällen, in denen sie zusammenkommen (wobei g# dann natürlich ein enharmonisch verwechseltes ab ist), scheiße klingen. man nennt das eine pythagoräische wolfsquint.

als man begann, die terz als konsonant zu empfinden, mußte man auch an der stimmung wieder was schrauben. über gewisse zwischenschritte kam man zu der sogenannten mitteltönigen stimmung. bei dieser werden 11 der 12 quinten um jeweils 1/4 des syntonischen kommas verkleinert, damit die große terz, die durch vier quinten bestimmt wird, ganz rein ist. die quinten sind so wenig unrein, daß das nicht auffällt, nur die zwölfte quint ist viel zu groß und heißt auch wieder wolfsquint. außerdem sind dadurch auch ein paar terzen unrein, das sind aber die, die eher selten verwendet werden. die anderen sind dafür picobello sauber, da stören nicht mal die ein wenig unreinen quinten. um die wolfsquint zu entschärfen kann man die anderen quinten um weniger als 1/4 des syntonischen kommas verkleinern, aber dann werden die terzen auch nicht mehr so supersauber. alles in allem eine feine sache, wenn man nicht alle töne und intervalle braucht. sonst... doof. außer man setzt die häßlichen intervalle bewußt als künstlerisches ausdrucksmittel ein. schirch sind sie trotzdem, aber dann sind sie entschuldigt.

im barock begann man dann den gesamten oktavraum ausfüllen zu wollen, und dazu brauchte man eine stimmung, die das erlaubt. es gab ungefähr eine million alternativen, die eines gemeinsam hatten: sie verteilten das pythagöräische komma auf die 12 quinten des quintenzirkels unterschiedlich, sodaß manche tonarten ganz rein, manche eher unrein waren. das sind die sogenannten wohltemperierten stimmungen, und entgegen der landläufigen meinung nicht mit der heutigen gleichschwebend temperierten zu verwechseln! wohltemperiert, weil alle tonarten innerhalb gewisser toleranzgrenzen spielbar waren, nicht so wie in den stimmungen davor. und durch die unterschiedliche sauberkeit der verschiedenen tonarten ergibt sich die sog. tonartencharakteristik, die sehr stark auf die barockmusik zurückwirkt (zb. klingen alle stücke von bach, die in d-moll komponiert sind, ganz eigen, und ganz anders als zb. die in e-moll).

die wohltemperierten stimmungen heißen werckmeister, kirnberger, valotti-young und wie auch immer nach ihren erfindern, und haben zum teil auch nummern. werckmeister war zb. für seine stimmungsschwankungen bekannt (ha ha), und man nimmt heute an, daß bach das wohltemperirte clavier für eine seiner stimmungen komponiert hat oder zumindest den titel auf eine seiner schriften bezieht. in der praxis schaut das so aus, daß man das pythagoräische komma zb. auf vier, fünf oder sechs quinten aufteilt, die dadurch noch immer nicht schlechter sind als die mitteltönigen, die restlichen quinten bleiben aber rein. die terzen sind wieder nicht ganz rein, aber zumindest brauchbar... wer will, kann ja ein bißchen herumrechnen.

rechnerisch war auch schon die der im barock erwünschten tonartencharakteristik keine rechnung tragende gleichschwebend temperierte stimmung lange bekannt. irgendwann hat sie sich auch durchgesetzt... damit war der unterschiedliche klang der tonarten vom tisch. bei der gleichschwebend temperierten stimmung werden alle quinten um ein zwölftel pyth. komma verkleinert. dadurch ist außer der oktav kein intervall rein, aber alle spielbar, und die enharmonische verwechslung haut auch brauchbar hin. transponieren kann man auch alles. super... naja, man kann davon halten, was man will, sie ist nun mal die, die man heute braucht.

das ganze gilt natürlich nur für instrumente mit fixer stimmung. auf einer geige kann man jederzeit ein wenig danebengreifen, mit der stimme kann man auch flexibel umgehen, viele bläser können den ton auch geringfügig ändern, und lauten und gamben haben verschiebbare bünde, um sich bei bedarf der gerade aktuellen tonart exakter anpassen zu können. aber klaviere, orgeln und diverses anderes zeug sowie natürlich elektronische instrumente sind eben gleichschwebend gestimmt.

man hört bei irgendeiner wunderschönen musik (und auch bei anderen von menschenhand geschaffenen meisterwerken) hin und wieder das wort "gottesbeweis". nun, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, finde ich, daß die ganze problematik mit den stimmungen eher einen gegenbeweis darstellt. einem allmächtigen schöpfer hätte ich durchaus ein in sich stimmiges und perfektes system zugetraut... es sei denn, jemand wollte uns verarschen. so haben wir die quahl der wahl, zu jeder musik die passende nicht ganz perfekte alternative zu wählen. musik ist trotzdem schön, und das halte ich für eine wirklich gute errungenschaft der menschheit. hut ab!

von den akkorden, fürs erste dreistimmig

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was die gitarristen oder songwriter unter euch sicher mehr interessiert, als die bisherigen ausführungen, sind die akkorde. als grundlage ist das bisher gesagte aber wichtig, und wenn sich jemand mal nicht auskennt, dann bitte irgendwo weiter vorne nachlesen.

als akkord bezeichnet man den zusammenklang von drei oder mehr unterschiedlichen tönen (wie hat der zusammenklang zweier töne geheißen?). traditionell gesehen ist ein akkord aus terzen aufgebaut, und obwohl es in der neuen musik auch andere akkordkonstruktionen gibt, werden wir uns hier mit diesen terzengeschichteten akkorden befassen.

wenn man einen grundton hat und darüber zwei terzen schichtet, hat man einen dreistimmigen akkord, den wir auch dreiklang nennen. wir wissen ja, daß es verschiedene terzen gibt, und dementsprechend gibt es natürlich auch verschiedene akkordtypen.

zwei terzen ergeben bekanntlich eine quint, und die reine quint klingt gut und sauber, und daher sind die vorrangig verwendeten akkordtypen jene, bei denen die quint rein ist. die reine quint hat ja insgesamt drei ganztonschritte und einen halbtonschritt, was wiederum bedeutet, daß wir eine große und eine kleine terz addieren müssen, um sie zu erhalten.

nimmt man die große terz über dem grundton und die kleine darüber, hat man einen akkord, der der I., III. und V. stufe einer durtonleiter entspricht (zb. c-e-g). in diesem sinne spricht man auch von einem durdreiklang. dementsprechend heißt die andere möglichkeit, zuerst kleine und dann große terz, wie es auch auf der I. stufe der molltonleiter vorkommt (a-c-e), moll. an sich eine relativ einfache geschichte.

wenn man zwei kleine terzen übereinanderschichtet, ist die daraus resultierende quint vermindert, und so heißt auch der dreiklang. analog dazu heißt der akkord aus zwei großen terzen übermäßig. diese beiden werden euch sehr selten begegnen, der verminderte etwas häufiger als der übermäßige. alles zu seiner zeit.

jetzt nehmen wir mal unsere geliebte c-durtonleiter zur hand und sehen nach, welche akkorde wo vorkommen:
          .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .
VIII.=I.                                                  c
    VII.                                              h
     VI.                                      a
      V.                              g
     IV.                      f
    III.                  e
     II.          d
      I.  c
          '   '   '   '   '   '   '   '   '   '   '   '   '
auf der I. stufe haben wir (das wurde ja schon erwähnt) den durdreiklang c-e-g. jetzt wäre es natürlich am supersten, wenn ihr selbst schauen könntet, was sich da sonst ergibt auf den verschiedenen stufen... nehmt euch zeit und schaut euch genau die terzen an.

[...]

[dumdidum]

[schon fertig?]

[sicher?]

[schau nochmal genau... ja, bei der VII. stufe...]

[na also!]

also, wie ihr es zweifellos herausgefunden habt, hat eine durtonleiter auf der I., der IV. und der V. stufe jeweils einen durdreiklang, auf der II., III. und VI. einen molldreiklang und auf der VII. stufe einen verminderten. wer etwas anderes hat, möge nochmal nachsehen.

jetzt kommt ein punkt, wo so ein logisches puzzlestück plötzlich auf seinen platzt rutscht und für immer einbetoniert wird. wir erinnern uns: auf der VI. stufe der durtonleiter beginnt die molltonleiter, die (in ihrer natürlichen form) mit dem selben tonmaterial auskommt. man spricht auch von der parallelen molltonart, und man findet sie vom grundton der durtonart aus gesehen eine große sext höher oder, was einfacher zu rechnen ist, eine kleine terz tiefer (und das dur findet man vom moll aus entsprechend, indem man die selben intervalle in die andere richtung nimmt). zu C-dur gehört also a-moll und umgekehrt.

jetzt kommt die überraschung, die wahrscheinlich keine mehr ist: es gibt nicht nur gleich viele dur- wie molldreiklänge auf den stufen unserer durtonleiter, sondern sie lassen sich auch leicht als parallele paare ordnen:
I. stufe dur - VI. stufe moll
IV. stufe dur - II. stufe moll
V. stufe dur - III. stufe moll
praktisch, nicht? gut, der verminderte auf der VII. stufe ist ganz einsam, aber den mag eh keiner, und das hat auch seine gründe.

das coole an den dreiklängen ist, daß es eigentlich1 egal ist, in welcher reihenfolge die töne vorkommen. wenn wir irgendwo (von unten nach oben) sagen wir g-e-c nehmen, ist das trotzdem C-dur, weil die ursprüngliche form c-e-g die einzige ist, in der nur terzen vorkommen. man spricht in diesem zusammenhang von grundstellung und umkehrungen. in der strengen abstrakten musiktheorie betrachtet man die dreiklänge in der engen lange, sodaß die drei töne immer aufeinanderfolgen, und dann gibt es neben der grundstellung (grundton-terz-quint) die erste (terz-quint-gt) und die zweite umkehrung (q-t-gt), denn die nächste wäre wieder die grundstellung. da aber bloße dreiklänge in freier wildbahn selten sind und dann auch nicht unbedingt eng vorkommen, soll uns das egal sein. es schadet nicht, es zu wissen, aber ich werde es nicht abprüfen. wissen muß man nur: akkorde kann man beliebig umkehren, und den grundton findet man, indem man die grundstellung, in der nur terzen vorkommen, rekonstruiert. dann kann man auch errechnen, um welchen akkord es sich handelt. gilt übrigens auch für akkorde aus mehr als drei tönen, mit denen wir uns bald beschäftigen werden.

übrigens sind dur- und molldreiklang die antworten auf die hausübung, die niemand machen wollte. es kommen darin alle konsonanten intervalle vor, wenn man die töne nicht als einzeltöne betrachtet, sondern sie öfter vorkommen läßt. oktav und prim sind klar, die terzen haben wir beim aufeinanderschichten, die quint ergibt sich aus zwei terzen und die quart ist der rest auf die oktav. coole konstruktion, wer auch immer sie sich ausgedacht hat, hatte wohl einen wirklich guten tag. respekt!

die obligatorische zusammenfassung: durch terzenschichtung erzeugt man akkorde. eine große und eine kleine terz ergeben einen durdreiklang, kleine plus große moll (und zwei kleine vermindert und zwei große übermäßig). auf den stufen einer durtonleiter kommen drei durdreiklänge (I., IV. und V. stufe) und ebenfalls drei molldreiklänge vor, die sich jeweil im abstand der mollparallele befinden, außerdem gibt es noch einen verminderten dreiklang auf der VII. stufe. und damit hätten wir uns den wichtigsten grundstein für die harmonielehre schon gelegt.

hausübung! wer bisher gut aufgepaßt hat, kann sie wirklich in zwei minuten machen.

bestimme die akkorde, die aus folgenden tönen augebaut sind:

f#-d-a
c-f-ab


1 das wort "eigentlich" ist hier bewußt gewählt. es gibt natürlich gewisse unterschiede, auf die wir später zu sprechen kommen. wenn wir das ganze vereinfachen und nur den akkordnamen betrachten, ist es unerheblich, wie die töne verteilt sind.

von konsonanzen und dissonanzen

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so, nachdem ich am wochenende wahrscheinlich nicht zum posten komme, hier noch der nachtrag vom heutigen großen kapitel. konsonanzen und dissonanzen.

grob gesagt ist eine konsonanz ein intervall, das im zusammenklang gut klingt, eine dissonanz hingegen eins, das schlecht klingt. das hat mit den schwingungsverhältnissen zu tun, die an sich für die praxis ziemlich irrelevant sind, über die ich aber für diverse physiker und mathematiker unter euch gern mal einen kurzen exkurs schreiben werde. bis dahin glaubt es mir einfach.

weniger grob gesagt sind konsonanzen intervalle, die im musikalischen satz stehenbleiben können, dissonanzen müssen bzw. wollen hingegen aufgelöst werden.

konsonant sind: prim, oktav (beide rein), die reine quint und die reine quart sowie die großen und kleinen terzen und sexten. dissonant ist alles andere, sprich: sekunden, septime und alle verminderten und übermäßigen intervalle. wir sehen: ist ein intervall konsonant, dann gilt das auch für das komplementärintervall, und natürlich ist es das selbe bei dissonanzen.

jetzt wird der eine oder andere sagen: ha, wie gibts denn das... eine kleine sext ist konsonant, weil sie gut klingt, aber eine übermäßige quint klingt doch genauso, wieso ist sie dann dissonant? nun ja, siehe zweite definition: die sext kann stehenbleiben, die quint ist aber nicht umsonst übermäßig gemacht worden, die will irgendwo hin. das hört man vielleicht nicht, wenn man nur das intervall hört, aber im kontext (den man dadurch, daß man die quint extra vergrößert, irgendwie verläßt) hört man es sehr wohl, und vor allem sieht man es am papier: da ist eine quint, und die ist übermäßig, also ist da ein leitton drin und so... über leittöne erfahrt ihr bald mehr, aber es ist da einer drin.

außerdem ist es interessant... die sekund ist zwar im zusammenklang dissonant, aber hintereinander das normalste der welt. die meisten melodien enthalten viele tonschritte (also sekunden), und da sagt keiner was. die septime sowie die verminderten und übermäßigen intervalle sind aber auch hintereinander dissonant, weil schwer singbar (und komisch klingend).

so, und dann gibt es noch so eine sache. die reine quart ist ja laut obiger liste eine konsonanz. das stimmt auch, aber nicht immer. man sagt, die quart sei eine auffassungsdissonanz, und zwar deswegen, weil sie unter bestimmten umständen in eine terz aufgelöst werden möchte. auf die bestimmten umstände kommen wir noch zu sprechen, aber jeder, der schon mal einen sus4-akkord gespielt hat, wird bestätigen, daß man den wieder auflöst. aber egal, wir zählen die quart einfach mal zu den konsonanten intervallen, auf die ausnahmen werd ich schon hinweisen.

so, kleine hausübung übers wochenende: versucht eine menge von tönen zu konstruieren, zwischen denen alle konsonanten, aber keine dissonanten intervalle vorkommen. ist einfacher als es klingt.