der kleine bruder und die nasendusche
Wednesday, 31. December 2008, 17:30:46
theoretisch habe ich mir vorgenommen, die ersten paar tage des neuen jahres, in denen ich eine sturmfreie bude gehabt hätte (gefühlsmäßig ist diese konstruktion genau verkehrt, ich würde zuerst die hypothetische zukunft und dann erst die vergangenheit, in der selbige geplant war, ausdrücken wollen, aber das funktioniert nicht), mit fleißigem blogschreiben zu verbringen, aber das ist jetzt ins wasser gefallen, denn erstens bin ich zeitweise selbst nicht da und zweitens die restliche zeit nicht sturmfrei, was ja durchaus auch gewisse vorteile hat (die ohne zweifel überwiegen, nur wenn man sich schon mal auf eine sturmfreie woche gefreut hat und so, aber das ist eine andere geschichte).
weihnachten haben wir jedenfalls in berlin verbracht, und das hat zwar auf den ersten blick nix mit der überschrift zu tun, wird aber nach dem lesen dieses eintrages ganz fest und untrennbar damit verbunden sein, wie auch alles andere, worum es hier gehen wird, bis auf die sturmfreie bude, die SMS-flut und solche randerscheinungen. also berlin. wir haben anna und arnold besucht, die jetzt dort wohnen, haben aber im gegensatz zu unseren bisherigen, deutlich kürzeren und aktiveren berlin-aufenthalten quasi nicht viel gemacht außer scrubs geschaut, diverse bilderbuchcafés und ethnisch geprägte lokale zwecks nahrungsmittelkonsumation besucht, gekocht, gegessen und das nach einigen partien gar nicht so nicht lustige nicht-lustig-spiel gespielt.
berlin ist ja irgendwie tückisch, einerseits kann man so gut wie alles geschriebene verstehen (es sieht aus wie deutsch), andererseits versteht man dann fast nix gesprochenes (es klingt nicht wie deutsch). und so zum essen gehen und so ist es eine echt coole stadt, aber zum leben, na ich weiß nicht. wäre nix für mich. andererseits habe ich vermutlich einfach ein bißchen schiß vor einer richtigen großstadt.
na jedenfalls haben wir dort auch die weihnachtsgeschenke überreicht und ausgepackt, und nebst anderen schönen dingen (ich freue mich schon auf den casual friday! wobei das jetzt nur die insider checken werden) habe ich von meiner besseren hälfte den dritten teil der herr-lehmann-trilogie (eigentlich den zweiten, denn der dritte ist sozusagen der erste. oder so. prequels sind sowieso eine eigenartige sache, weil man nicht mehr unvoreingenommen an einen charakter herangehen kann, den man von später kennt, aber ihre zählung ist noch um einiges verwirrender.) bekommen.
ohne jetzt auf das buch besonders einzugehen (es ist genauso toll wie die anderen teile, und läßt durchaus noch raum für weitere teile zwischen diesem dritten/zweiten und dem ersten/dritten, soweit ich dies von der mitte des buches aus beurteilen kann), muß man festhalten, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß in einer eventuellen verfilmung wieder christian ulmen die hauptrolle spielt. schade, denn er war, soweit ich das ungesehen beurteilen kann, eine gute besetzung für den herrn lehmann in der verfilmung des ersten/dritten teils der trilogie. ich hab ihn schon lang nicht mehr gesehen, aber ich vermute, er sieht nicht mehr aus wie der herr lehmann mit 19, damit ist es also hinfällig. dabei wäre es durchaus interessant, den dritten/zweiten teil verfilmt zu sehen, er ist im wesentlichen ein wahnsinnig witziges und geniales kammerspiel (im gegensatz zur epischen weite des zweiten/ersten).
was wir in berlin noch gemacht haben, hat wiederum mit dem christian ulmen zu tun. da sehen wir schon, alles ist mit allem untrennbar verbunden, man muß diese verbindungen nur sehen. vor jahren, als der ulmen damals beim harald schmidt war (ich nehme an, er war durchaus öfter bei ihm, aber das wird mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit jene gelegenheit gewesen sein, bei der er den herrn lehmann promotet hat. harald schmidt hab ich auch schon lang nicht gesehen, aber das nur am rande, das hat jetzt mit nix wirklich was zu tun.), hat er ihm seine nasendusche vorgeführt.
wir nasenduschen auch seit einer weile, nicht wegen dem ulmen, sondern wegen der nase (und regelmäßig erst angeregt durch die amira, die keinen berlinbezug vorweisen kann, außer daß sie dort noch nie war, was für eine deutsche ja durchaus schon ein bißchen außergewöhnlich ist, aber einen silvesterbezug, weil sie den jahreswechsel gerade bei uns verbracht und bei dieser gelegenheit meinen blogeintrag wohlwollend zur kenntnis genommen und um diese ergänzung hier gebeten hat), ist aber echt gut. wenn das warme, salzige wasser durch ein nasenloch eindringt, die nebenhöhlen flutet, den dreck rausspült und dann durch das andere nasenloch wieder herauskommt, dann ist das ein eigenartiges, aber durchaus positives gefühl (man könnte es ohne weiteres mit anderen eigenartigen, aber durchaus positiven körpergefühlen vergleichen, dann müßte man allerdings das werk einer anderen aus dem deutschen musikfernsehen bekannten persönlichkeit bemühen). wer es nicht glaubt, soll es selbst mal probieren. ich weiß nicht, ob der harald schmidt es damals geglaubt hat, der ulmen schien jedenfalls sehr begeistert zu sein, und das nicht ohne grund.
zum nasenduschen braucht man neben warmem wasser eine nasendusche (einmalinvestition) und salz. früher haben wir bei bedarf, zb. bei schnupfen (eigentlich nur bei schnupfen, aber egal), die salzlösung, die wir vorher zum inhalieren verwendet haben, nachher durch eine definitiv originelle konstruktion meiner besseren hälfte aus einem trichter und einem aquariumputzschlauch durch unsere nasen rinnen lassen (das klingt jetzt so nach gemeinschaftsprojekt, tatsächlich haben wir das abwechselnd gemacht, je nach bedarf eben). dann haben wir eine professionelle nasendusche in der apotheke erstanden und kiloweise nasenspülsalz bei einer nicht näher genannten drogeriemarktkette gekauft.
nasenspülsalz ist laut verpackung je nach marke koch- oder meersalz, ist aber hygienisch verpackt und auf das volumen gängiger nasenduschen abgestimmt (außerdem vermutlich irgendwie speziell gemahlen oder so, damit es sich besser auflöst, was es aber gar nicht so tut), also durchaus nicht ganz trivial selbst herstellbar. es ist, ebenfalls laut verpackung, besonders in der schnupfen- und pollenflugzeit zu empfehlen. leider hat besagte nicht näher genannte drogeriemarktkette selbiges mitten in der schnupfenzeit kommentarlos aus dem sortiment gestrichen. zwar gibt es natürlich auch einige andere möglichkeiten, zum beispiel in der apotheke oder, wie wir in berlin beim schlecker entdeckt haben (ja, schlecker gibt es in wien auch, aber da waren wir noch nie, ihr schon? na eben.), beim schlecker, aber viel teurer und in viel kleineren packungsgrößen.
zum glück hat die nicht näher genannte drogeriemarktkette in deutschland das produkt nicht mitten in der schnupfenzeit aus dem sortiment gestrichen, also konnten wir uns mit einem großeinkauf für die nächsten wochen eindecken. das darf hier durchaus als appell verstanden werden, einen eventuellen deutschlandaufenthalt mit einem einkauf bei der nicht näher genannten drogeriemarktkette zu verbinden und uns was schönes mitzubringen. es sei denn, jemand kennt eine in wien verfügbare und kostengünstige alternative (sollte jemand koch- oder meersalz abwiegen und portionsweise zu je 2,25 gramm in hygienisch vertretbare säckchen abfüllen wollen, sind wir auch nicht abgeneigt).
berlin ist also immer für etwas gut, auch wenn die stadt, wie oben ausgeführt, von meinem persönlichen standpunkt aus irgendwie tückisch ist. und der herr lehmann ist auch für einiges gut. und nasenduschen auch. und wie angekündigt, ist alles mit allem fest und untrennbar verbunden, und das wäre auch schon ein gutes schlußwort, wenn nicht noch die fußnoten kämen, es sei denn, man hat sie schon vorher gelesen.
1 na gut, ganz ohne gehts nicht: die mobilfunkindustrie muß2 sich angesichts der SMS-flut zu weihnachten, silvester usw. nicht vor der wirtschaftskrise3 fürchten. mich nervt das, euch auch? wenigstens hab ich einen richtig coolen sms-ton4.
2 eigentlich stand hier zuerst "braucht", aber dann war ich mir doch unsicher, ob brauchen mit oder ohne "zu" zu gebrauchen ist.
3 kommt in einem blogeintrag in den nächsten tagen zu wort.
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