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Wednesday, 24. June 2009, 23:51:44
experience, schulalltag, versetzungszeichen, kunst
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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.
STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.
der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.
praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.
die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.
um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.
es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.
wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.
außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.
jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.
und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.
ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!
Friday, 29. February 2008, 10:03:36
mando diao, kein tag wie jeder andere, donnerstag, geldbörse
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gut, der titel ist strenggenommen falsch, letztes jahr war ich definitiv bei keinem mando-diao-konzert. dafür weiß der aufmerksame leser, daß ich das mit den white stripes, den arctic monkeys, the coral, maxïmo park (zweimal!) und den kaiser chiefs (hab ich jemanden vergessen?) kompensiert habe. jetztes jahr waren sie ja gar nicht da, außer angeblich bei irgendeinem event im radiokulturhaus, aber nachdem ich das erst gestern erfahren hab, giltet das ja wohl nicht, und björn war mal solo im flex, was ich allerdings auch erst nachträglich festgestellt hab. blöde gschicht.
jetzt waren sie aber wieder da, wieder in der stadthalle und wieder ziemlich geil. diesmal leider nicht mit einem kaliber wie johnossi im schlepptau, die vorgruppe wurde offenbar erst recht spät fixiert, und ich muß sagen, die hätten sie sich auch sparen können. es war die österreichische pseudorockband curbs, und was soll man von einer österreichischen band sagen, wenn sie angeblich auf fm4 und gotv sooo viel airplay hat, aber bei last.fm gerade mal ein viertel dessen, was die experience an scrobbles hat.
sie hatten drei gitarren, die die meiste zeit das gleiche gespielt haben, waren laut, verzerrt und schnell und haben dennoch nicht gerockt. das ist im wesentlichen die definition der von mir selbst entwickelten genrebezeichnung pseudorock (bis auf die drei gitarren, das ist einfach nur eine objektive bemerkung gewesen). ich bin an sich zu sehr musikwissenschaftler, um es dabei zu belassen, daß oberflächlich gesehen alle notwendigen atribute vorhanden sind, der funke jedoch trotzdem nicht überspringt, aber... es waren oberflächlich gesehen alle notwendigen attribute vorhanden, der funke sprang jedoch trotzdem nicht über. aber gut, seien wir fair, das drittletzte lied (waste your youth, in den letzten 6 monaten einmal gescrobblet) war sogar gut. bißchen vorhersehbar, aber durchaus gut geklaut bei den üblichen verdächtigen.
auch wieder ein manko, diesmal gab es dazwischen nicht sgt. pepper. das ist einerseits deswegen schade, weil dadurch der abend kein durchgängiges musikalisches niveau vorzuweisen hatte, und zweitens weil es dadurch nicht ganz einfach war, die wartezeit abzuschätzen. mir ist es nach gefühl trotzdem ganz gut gelungen, es ist sich eine komplette flüssigkeitstauschaktion zwischendurch ausgegangen, sodaß ich gerade mit einem frischen bier in der hand die beste position im saal einnehmen konnte, als es dann anzufangen begann.
diesmal übrigens lobend hervorzuheben, gleich am anfang, damit ich es nicht vergesse: es gab weit und breit keine schubser, bierausschütter, bierbecherwerfer oder XXL-basketballer. man konnte also stehen und was sehen, ohne alle drei minuten seinen platz wechseln zu müssen. sehr fein. um den preis eigentlich selbstverständlich, aber das hat ja manche leute bisher auch nicht davon abgehalten. na wie auch immer.
mando diao selbst waren natürlich wieder extremst cool, das haben sie einfach drauf. das licht und das bühnenbild waren ebenfalls ziemlich geil. zunächst gab es da so einen minimalistisch gehaltenen bauhaus-rahmen (für alle banausen: das bedeutet nicht, daß es ein rahmen aus dem bauhaus war. bitte einfach den herrn prof. brachinger fragen, falls unklarheiten bestehen) mit dem ebenfalls minimalistischen mando-diao-schriftzug, das ganze je nach licht in einer anderen farbe oder auch mal ganz weg, und drunter bzw. davon umrahmt die band, teilweise von hinten beleuchtet, sodaß man nur ihre silhouetten sehen konnte. durchaus sehr beatles, aber noch besser. ich glaube, den trick sollte die experience auch mal klauen.
später, wo dann die ein bißchen folkigen sachen gespielt wurden, kam zum ganzen noch so ein ornament mit zwei ranken dazu, darüber so ein lichtteppich mit klaren, kräftigen pastellfarben und leicht lavierenden übergängen (auch hier bitte herrn prof. brachinger fragen). insgesamt gar nicht viel lichtshow, außer ein paar akzente mit blitzlicht, gleichzeitig mit der snare drum, zum beispiel beim laaangen intro aus dem off, wo die bühne durch besagte blitze erst nach und nach erhellt wurde. das war schon geil.
was die mandos wirklich genial können (außer ihre genialen lieder genial zu spielen), ist das kombinieren immer anderer lieder zu zweiermedleys (gute frage, spricht man bei zwei hintereinander gespielten liedern schon von medley? wobei der begriff sowieso nicht ganz richtig ist, weil man ja bei einem medley normalerweise die beteiligten lieder nicht komplett spielt. hat jemand einen besseren für mich?), das finden von immer neuen, überraschenden übergängen, überhaupt (wow, dreimal über-, und das nicht mal absichtlich!) das abändern der an sich immer recht eindeutig erkennbaren intros, damit man nicht gleich schon beim ersten ton draufkommt, welches lied folgt, und grundsätzlich der flexible umgang mit dem eigenen opus, was nicht nur recht spannende musikalische änderungen beinhaltet, sondern, besonders im falle von gustaf, auch textliche, zum teil sogar ganz neue strophen. wenn mir nur immer so viel text einfallen würde.
es war also wieder fetzigst, wenn auch viel zu kurz, wobei man glaube ich bei einem repertoire von gut fünf stunden (vier longplayer und zusätzlich noch etliche b-seiten) immer auf mindestens drei verzichten muß. aber gold hätten sie schon spielen können.
nun ja, es ist ende februar, und im moment sind keine weiteren konzertbesuche geplant (klassische mal ausgenommen), selbst die eigenen sind nicht gerade zahlreich. jungs, wir sollten mehr spielen. vielleicht auch mal als vorband für mando diao. wäre nicht uncool.
Tuesday, 24. July 2007, 15:30:08
intervalle, mando diao, versetzungszeichen, beatles
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so, nach fast einem jahr nun irgendwie zurück zum anfang. immerhin war dieser blog ursprünglich dazu gedacht, die musiktheorie ein bißchen durchsichtiger zu machen. ob das geklappt hat, müßten schon meine leser sagen, ich habe jedenfalls nicht das gefühl, daß sich hier wahnsinnig viele einen tieferen einblick in die geheimnisse der musiktheorie verschafft haben.
da ich aber beruflich (und berufunglich) unter anderem mit der vermittlung von musiktheorie zu tun habe, höre ich nicht auf, mir neue mittel und wege dazu auszudenken. und vor kurzem habe ich mir gedacht, daß ich mit einfachen, kurzen und knappen lehrvideos auf youtube auch ein paar leute erreichen könnte. also habe ich mal die ersten zwei folgen zusammengeschustert und stelle sie hier zur diskussion frei.
man beachte die hohe graphische und animationsqualität nebst hervorragendem ton natürlich. leider hat sich das kuhlophon im produktionsprozeß als ungeeignet erwiesen, aber stattdessen konnte ich das von meinen nachbarn zu meinem geburtstag erhaltene
glockenspiel als instrument verpflichten.
nachdem ich schon erste beschwerden erhalten habe, daß ich mich (zumindest in der ersten lektion) total schlaftablettig artikuliere, möchte ich in absehbarer zeit nach der rückkehr aus zentralasien eine neue, verbesserte und eventuell von meiner wesentlich besseren hälfte gesprochene version dieser ersten beiden lektionen online stellen. dafür brauche ich aber alle verbesserungsvorschläge, die ihr mir bis dahin machen könnt. also bitte einfach und schonungslos drauf loskritisieren und -fragen. ok?
für besonders enthusiastische musikliebhaber gibt es wieder ein rätsel (ich tippe auf die germanistin als gewinnerin, aber mal sehen). welche musikstücke hört ihr während des intros von lektion 1? es sind leider auch sehr viele im mischmasch, die man nicht raushört, aber einige sind zeitweise sehr prominent erkennbar.
Thursday, 12. July 2007, 09:23:57
experience, mando diao, konsonanz, akkord
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korallen und affen haben grundsätzlich nicht viel gemeinsam. zwar gehören beide zu den
eumetazoa (den gewebetieren), während aber affen
bilateria, also bilateralsymmetrisch gebaute zweiseitentiere mit allen konsequenzen wie vorder- und hinterende, mund usw. sind, gehören korallen zu den
coelenterata, den radiärsymmetrisch gebauten hohltieren mit einem diffusen nervennetz, ohne atmung und blutkreislauf und mit lediglich zwei zellschichten (
epi- und
gastrodermis).
korallen leben ausschließlich im meer, affen an land. beide bevorzugen den tropischen gürtel, aber die spezielle affenart, um die es hier geht, lebt untypischerweise in der arktis. korallen machen lyrischen und hin und wieder country-angehauchten folkrock, während die arktischen affen mit ihrem von der ersten hälfte des
son-clave geprägten drive (rein rhytmisch ungefähr wie coldplay auf ecstasy) so richtig abrocken.
gestern jedenfalls waren vertreter beider tiergruppen (der sich anbietende begriff spezies wäre in diesem fall im hinblick auf die korallen durchaus falsch) in der arena anzutreffen, was mich in leicht nachvollziehbare glückszustände versetzt hat. den ganzen tag bin ich auf einer kleinen wolke von glückshormonen (ob endorphin oder serotonin, vermag ich nicht zu sagen) geschwebt, wovon mich nicht mal monrose und avril (derweil muß ich ja noch klingeltöne machen) und zwei mariahilferstraßenweite stromausfälle abbringen konnten.
die korallen und die arktischen affen auf einem haufen, das ist ungefähr wie ein kindergeburtstag mit ronald mcdonald und elfriede jelinek, wie ein sechser mit zusatzzahl im lotto, wie ein simultaner sieg gegen kasparow und die brasilianische fußballnationalmannschaft oder wie illés am sziget und die beatles eine woche später auf rhodos. das schlägt sogar johnossi und mando diao, wenngleich nur knapp und sicher nicht wegen mando diao. da sind wir uns hoffentlich alle einig.
ich war gut vorbereitet, ich habe mir schon die letzten zwei wochen vornehmlich die beiden bands reingezogen, denn der mitsing- oder zumindest -summfaktor ist mir bei konzerten sehr wichtig. bei den korallen war es nicht ganz leicht, alle lieder im vorhinein zu kennen, weil sie ja angeblich im august eine neue platte rausbringen, aber ich hab mein bestes getan, micht im vorfeld zu informieren. das gehört ja zur verantwortung eines mündigen konzertgehers.
diesmal wären wir rechtzeitig da gewesen, aber die leute, die wir getroffen haben, haben mich beschwichtigt, daß die korallen eh nicht püntlich um 8 anfangen würden. gegen zehn vor hab ich dann doch ein bißchen gedrängt, reinzugehen, und so haben wir nur die ersten zwei lieder verpaßt. der rest war aber sehr schön, gute songauswahl, wenn auch etwas kurz. gerade mal eine dreiviertel stunde. dabei hätten sie schon noch ein paar sehr fetzige lieder gehabt! aber gut, war sehr schön.

die korallen und der mischturmdann brach die lange zeit des wartens an, in der umgebaut wurde. ein mann mit großer ausdehnung in allen drei dimensionen hat den bass gestimmt, einer im blauen t-shirt mußte auf jeder musikerposition für die richtige einstellung der spots probestehen bzw. -sitzen, einer hat die gitarren gestimmt und sich dabei ein bißchen weggejammt. das war insgesamt nicht so aufregend, dafür aber viel zu lang. die musikuntermalung war durchgehend anspruchslos, nur als
columbia von oasis gespielt wurde, wurde es plötzlich still, als würde die menge ahnen, daß da was großes passiert. die meisten waren aber vermutlich zu jung, um es zu kennen. ist ja auch schon 13 jahre her.
das sollte eine kunstvolle collage werden, ist aber aus lichttechnischen gründen nicht vollendet worden. das ist eine undeutlich erkennbare dixi traubenzuckerpackung mit erdbeergeschmack (der traubenzucker, nicht die packung), das zweite bild sollte dann ein klo sein. das konzept kann man auch so nachvollziehen und würdigen.noch eine kurze anmerkung zur vorherrschenden bekleidung. ich halte es für einigermaßen phantasielos, zu einem konzert mit dem passenden t-shirt zu gehen. natürlich hat es was, drückt eine gewisse begeisterung und loyalität aus, aber es ist eben phantasielos und unindividuell. es sei denn, das t-shirt trägt die natürlich auch naheliegende, dennoch auf einer metaebene wiederum sehr postmoderne aufschrift "who the f*** are the arctic monkeys?". t-shirts anderer bands finde ich, sofern sie nicht gerade von der experience sind, auch nicht so super. naja. ist ja nur meine private meinung.
ein offensichtlicher kooks-fan mit kooks-frisur und kooks-shirt.dann betraten die affen die bühne und ließen ein feuerwerk los, optisch wie akustisch, daß es nur so gekracht hat. die lichtshow war genial, obwohl ich nicht so auf lichtshows stehe, minimalistisch und gleichzeitig brutal, passend und sehr exakt. sie haben nicht ganz alles von beiden alben gespielt, aber so das meiste. dafür gab es leider keine zugabe. naja, was solls. geil wars trotzdem.

die lichtshow, impressionenals krönender abschluß fuhren wir noch in der u3 mit diversen exfreundinnen von zwei drittel meiner brüder, das hat man auch nicht alle tage. insgesamt also ein durchaus gelungener abend. und das wetter war auch perfekt, danke wetter!
Tuesday, 20. February 2007, 12:35:22
tonika, dominante, intervalle, beatles
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nach langer zeit mal wieder ein post in zusammenhang mit dem ursprünglich vorgesehen hauptthema dieses ganzen blogs. es soll ja keiner sagen, daß ich nicht meinem bildungsauftrag nachkomme!
nehmen wir an, der dreizehnjährige hubert aus wien 21 (nickname anarchydevil24), seines zeichens punkrocker der vierten generation, möchte unbedingt ein lied auf seiner gitarre spielen können, findet auf den einschlägigen internetseiten keine fehlerfreien transkriptionen. was tun?
ich habs ja leicht, weil ich beruflich damit zu habe, aber ich sag euch gleich: es ist bei weitem nicht so schwer wie es manche annehmen. daher möchte ich jeden ermutigen, es zu versuchen. manche lieder sind leichter, manche schwerer, aber man kann alles runterhören.
beginnen wir mal damit, daß man grob die tonart des liedes feststellen sollte. dazu empfiehlt es sich, sein instrument bei der hand zu haben, weil es sonst nicht wirklich geht. man läßt einfach das lied spielen und versucht, die grundtöne zu finden. die tonart des liedes ist meistens am anfang und am ende einigermaßen prominent vorhanden, und normalerweise beginnt und endet eine strophe auch mit der haupttonart (nicht immer, aber man kann ja mal mit dieser hypothese arbeiten).
nach und nach sucht man dann einfach alle grundtöne zusammen. die basslinie ist dabei ein guter anhaltspunkt, aber sie spielt nicht nur die grundtöne. trotzdem hört man, ob der ton, den man gerade auf seinem instument spielt, der grundton ist oder nicht. im zweifelsfall empfehle ich, den ton, der um eine quint tiefer liegt, auch auszuprobieren. normalerweise macht es irgendwann klick und es paßt.
das ist natürlich etwas, was auch komplett ohne musiktheorie geht: ausprobieren, bis es hinhaut. es geht allerdings um einiges schneller, wenn man die intervalle, die der grundton macht, halbwegs einschätzen kann. dann findet man nämlich den grundton des nächsten taktes wesentlich leichter. nach und nach sollte man bestimmte akkordverbindungen einfach erkennen lernen.
jetzt kommt der aufwendigere teil: zu jedem grundton muß man den passenden akkord finden. in 99% aller fälle ist er dur oder moll (evtl. als septakkord), sehr selten vermindert, fast nie übermäßig, und manchmal ein sextakkord (das bedeutet, der gefundene ton ist eigentlich gar nicht der grundton, sondern die terz, wie zb. in G/h).
auch hier kann man mit bloßem hören auskommen, aber es schadet auch wieder nicht, wenn man weiß, welche stufen in der jeweiligen tonart eher dur oder eher moll sein sollten. natürlich gibt es kaum ein lied (naja, alles von CCR, aber sonst nicht so viele), wo das komplett konsequent durchgezogen wird, denn sehr oft werden mollstufen zu dur alteriert (tatsächlich gibt es lieder, die zur gänze mit dur-akkorden auskommen), und hin und wieder wird auch aus dur moll (das klingt dann immer ein bißchen nach beatles oder oasis).
es kommt außerdem vor, daß die basslinie wandert, die harmonie aber gleich bleibt. das erkennt man meistens daran, daß der bass stufe für stufe abwärts wandert, die harmonie aber... eben gleich bleibt. sperrt doch einfach die lauscher auf!
so kommt man also schritt für schritt an das harmonische grundgerüst eines liedes. das reicht in den meisten fällen schon, um es nachzuspielen. wenn nicht, weil zb. irgendwelche wichtigen riffs oder licks vorhanden sind, dann hört man die eben ton für ton runter. das geht natürlich leichter, wenn man schon die jeweilige harmonie kennt, weil man damit auch den tonvorrat beschränkt.
es gibt einen schmutzigen trick für zu schnelle riffs: verlangsamt den jeweiligen ausschnitt in einem beliebigen wave-editor. dann hat man plötzlich viel mehr zeit, die schnellen tonfolgen zu identifizieren. wenn das programm mit dem verlangsamen auch immer transponiert, dann empfehle ich eine oktav (halbes tempo), weil man dann nicht erst transponieren muß. wenn das jeweilige riff schon eher tief ist, wird das nicht gut gehen, und generell verwischt ein solches verlangsamen die musik ein bißchen, sodaß es nicht immer ganz leicht ist, das riff wirklich herauszuhören, aber man kann es ja mal probieren.
so, jetzt müßtet ihr also in der lage sein, ein beliebiges lied runterzuhören. wer möchte, kann das als hausübung machen und hier posten, mal sehen obs dann wirklich stimmt.
wem es nur darum geht, irgendwelche lieder nachzuspielen, hab ich einen tipp: transponieren! wenn man den tonumfang der meisten bekannten sänger mit dem eigenen vergleicht, schauts normalerweise für einen selbst nicht so gut aus, und die künstler nützen das schamlos aus, indem sie tonlagen wählen, die für einen normalsterblichen utopisch sind. damit geht allerdings oft hand in hand, daß sie auch in wirklich doofen tonarten spielen. wenn man also transponiert, dann erleichtert man sich sowohl das singen als auch das spielen. zwei klappen mit einer fliege sozusagen. keine sau interessiert es, in welcher tonart ihr ein lied nachspielt, um es dann auf youtube euren freunden zu zeigen. und ich behaupte mal ganz keck, daß die tonartencharakteristik dabei auch ziemlich wurscht ist.
so, das war nicht mal wahnsinnig lang, und ihr habt was fürs leben gelernt. ich hoffe nur, daß die musikindustrie nicht auch bald die verklagt, die lieder runterhören. der nächste schritt wäre dann, alle zu verklagen, die musik hören. aber das ist ja eine andere geschichte...
Friday, 17. November 2006, 09:19:03
beatles, mando diao
war echt nett. muß man schon sagen.
draußen vor der stadthalle standen ein paar ziemlich durchgeknallte (oder einfach nur schlecht organisierte?) security-typen, die uns filzen hätten sollen. dann hat der, bei dem ich an der reihe war, mich angesichts des rucksacks zu einem anderen geschickt, der für die taschen zuständig war, der wiederum gemeint hat, wenn ich die tasche bei ihm draußen lasse, muß er sie nicht durchsuchen (er hätte mir irgendein ticket für die tasche gegeben, zum abholen. die jacke wollte er leider nicht nehmen, dabei hätten wir uns dann die garderobe gespart.), und als wir auf den deal eingingen, hat er uns zu seinem kollegen weitergeschickt, bei dem noch mehr platz für die taschen gewesen wäre. nachdem ich jenen als einen exschulwart aus der billroth (ich glaube, das war der, den wir damals winnetou nannten, weil er auch als stuntman bei irgendwelchen karl-may-festspielen oder so gearbeitet hat, es war jedenfalls nicht der rudi, und sonst kann ich mich nicht mehr sooo genau an die leute erinnern) identifiziert und begrüßt hab, hat er uns gesteckt, daß es (für ihn wie für uns) einfacher wäre, wenn wir die taschen lieber doch mit reinnehmen, was ja eigentlich streng verboren gewesen wäre. naja, wieso auch nicht. dann haben wir halt alles bei der garderobe abgegeben. und gefilzt sind wir auch nicht worden.
wir kamen gerade rechtzeitig zu man must dance, und der john spielt tatsächlich auf einer akustischen, halt über irgendwelche effektgeräte. wir haben leider nur noch etwa 5-6 lieder von johnossi gehört, aber da waren eh die besten dabei. gitarristen möchte ich die band nochmal ans herz legen, denn was der john mit einer gitarre und seiner stimme zum getrommel vom ossi aufführt, ist jenseits von gut und böse und spielt auf eine gewisse weise in einer ganz anderen liga als die weißen streifen (die wiederum auch genial sind, aber anderst).
dann gab es zur umbaubause 3/4 des ganzen sgt.-pepper-albums, was wirklich witzig war, weil das publikum (durchschnittsalter so um die 15) einige lieder erkannt und mitgesungen hat, bei anderen (within you without you) aber ziemlich ratlos dastand. nach when i'm 64 wurde dann a day in a life vorgezogen, und nach dem fetten schlußakkord kamen dann mando diao.
ja, was soll man sagen... sehr fetzig das ganze, manchmal nicht ganz so transparent gemischt, wie ich es mir gewünscht hätte, zb. sind die ganzen soli ziemlich in einem eintopf aus lauten klängen (dem sogenannten stew of sound) untergegangen, aber wurscht. von der neuen platte haben sie nicht alles gespielt, generell wars etwas kurz, und es gab auch keine b-seiten. aber ich will ja nicht meckern, geil wars trotzdem.
überraschungen gab es keine, außer daß außer den fünf mandodiaos auch noch mindestens zwei gastmusiker auf der bühne waren, nämlich ein trompeter, ein querflötist und ein saxophonist, wobei die letzten beiden sich womöglich in einer person manifestiert haben, das hab ich wegen den boxen nicht so genau gesehen (am schluß bei der verbeugung waren nur zwei extra). das war schon cool. und der mats (der keyboarder) hatte so ein richtig schön altes und leicht verstimmtes barpiano, auf dem er manchmal so richtig schön als und verstimmt dazugespielt hat.
irgendwann mittendrin haben sie sich dann verabschiedet und sind rausgegangen, haben alle lichter abgedreht und mit der vermutlich aus den frühen 70ern stammenden anzeigetafel der stadthalle "thank you vienna" als lauftext eingeblendet. war nicht schlecht, ein paar leute haben echt geglaubt, es sei schon vorbei, aber natürlich kamen sie dann wieder. und am schluß haben sie dann musik eingespielt, der c.j. hat sich ein glas wein besorgt, gustaf hat sich mit einer zigarette und einem bier auf die vorderen monitore gesetzt, und generell haben sie dann so gewirkt, als sei es diesmal wirklich vorbei. daraufhin sind die leute zu den ausgängen und garderoben gestürmt, aber wir, die im kino sogar nach the 6th sense auf hoppalas warten, sind noch geblieben. und siehe da, wenig später waren sie wieder da (die leute von den ausgängen und den garderoben leider auch).
und dann hatte ich ein dejá-vu, denn letztes jahr gab es auch schon ein lied, das außer mir wohl die wenigsten gekannt haben, da war es last time infected, eine b-seite, die aber zu den besten liedern zählt. diesmal war es noch besser, es war mama you've been on my mind von seiner bobheit, das sie mal auf MTV TRL zum besten gegeben haben, was ja nicht unbedingt die breite weltöffentlichkeit erreicht. und dann steh ich wie der einzige einäugige unter blinden da und singe mit und alle schauen mich komisch an, darauf steh ich. am anfang sang gustaf sogar die cassius-clay-strohpe aus i shall be free no. 10 (ich hätte es wohl auch selbst identifizieren können, aber es ist immer leichter, die persönliche bobdatenbank in trondheim zu befragen, danke fürs helfen!), klang wirklich nach einem guten dylanimitator, björn hat ziemlich lachen müssen. naja, war jedenfalls eine kurze, aber intensive letzte zugabe. dann gab es wieder sgt. pepper. und damit ist der bericht auch schon aus.
Thursday, 16. November 2006, 08:00:49
mando diao, beatles
heute abend ist es soweit,
mando diao spielen in der stadthalle. juhuu! ich hab sie natürlich schon mehrmals gesehen, aber seit dem letzten mal haben sie immerhin ein neues album rausgebracht, außerdem wird der support heute von johnossi bestritten, und das kann nur gut sein. ok, es gibt auch einen zweiten support, die österreichische band julia, von denen ich bisher nur ambivalentes (von scheiße bis grottenschlecht) gehört hab, aber julias sollte man immer eine chance geben.
jedenfalls kam zur feier des tages heute früh auf 88.6 auch ein lied von mando diao, nämlich
good morning, herr horst, was zwar ein wirklich cooles lied ist, aber doch eher eine mutige wahl im radio (ok, dafür ist es kurz). die waren heute überhaupt nicht so schlecht drauf, nach einem danzer-
doppelgänger kam dann auch noch
come together, yeah! wahrscheinlich hat das gestrige auflösen des jackpotwort-rätsels (für die, die das nicht kennen: die spielen einen satz eines prominenten bis auf das letzte wort ein, und man muß ebendieses erraten; diesmal war es der lugner mit "ich hab meiner frau schon alles gekauft, außer
vignettenschaber") sie so beflügelt.
auf 88.6 spielen sie ja eh öfter interessante sachen, ihr slogan ist nämlich "wir spielen was wir wollen", was zwar nicht unbedingt bedeutet, daß sie sich zu weit vom oldies-greatesthits-austropop-mainstream zu entfernen wagen, aber immerhin kommt zwischendurch auch mal was total durchgeknalltes, wie vor ein paar tagen
ramalamadingdong (quizfrage: wer weiß ohne nachschauen, von wem das lied ist?). mando diao hab ich bisher erst einmal gehört (mir fällt gar nicht mehr ein, welches lied das damals war, aber auch nicht unbedingt eine naheliegende wahl), andererseits hör ich auch nicht sonderlich viel radio.
herr horst scheint jedenfalls die neue single zu sein, zumindest hat mein brüderchen (der übrigens endlich beginnt, die vorzüge von mando diao, die er bislang bestenfalls für zweitklassig hielt, zu entdecken, und mich letztens damit vollgesülzt hat, wie geil
if i leave you und
kingdom and glory denn nicht sind, als hätt ich es ihm nicht schon längst gesagt) schon das video gesehen (jetzt kommts mir erst, er hat doch gar keinen fernseher!?), aber auf der homepage steht noch nix. interessant. muß ich wohl das video auch mal inyoutubieren.
wer jedenfalls nicht hingeht, ist wirklich selbst schuld. ich hoffe nur, johnossi fangen nicht vor halb neun an. sollten sie das tun wollen und jemand, der das hier liest, vor ort sein, bitte aufhalten, die kosten übernehme ich. nicht. trotzdem. danke!
Saturday, 28. October 2006, 00:29:19
mando diao, kein tag wie jeder andere, beatles
wenn ich einen chip im kopf hätte, würde ich sofort den audioscrobbler-plugin draufladen. hab ich aber nicht.
wenn man eine woche in der wüste unterwegs ist, schaut es nebst anderen sachen auch mit musik eher lauwarm aus. das ist für einen musiker natürlich eine gewisse herausforderung. aber wozu hat man seine phantasie...
auf beiden flügen hab ich den mozart-channel gehört. besonders aufmerksam, insgesamt dreimal, die kleine g-moll, eine wirklich fette symphonie. der erste satz rockt überhaupt wie sau, aber natürlich todestonart und so, also einigermaßen ambivalent. der rest ist auch nett, aber nicht so eindrucksvoll wie zb. bei der großen g-moll. dann gab es irgendein klarinettenkonzert, wobei mir wieder mal bewußt geworden ist, daß klarinette eigentlich ein geiles instrument ist, richtig schönes klang, großer tonumfang, artikulation fast wie bei der stimme und auch eine stilistische bandbreite wie nur was. und dann noch so vierhändige klaviersachen, eh auch nett, aber ich war durchs essen abgelenkt.
in der wüste gab es dann natürlich nix, außer geräuschen wie dem zähneknirschen heduans, dem geklapper der hufe (es ist gar nicht so einfach, den genauen rhythmus herauszufinden), dem gedudel eines beduinen und sowas. also mußte ich mir mein eigenes radioprogramm machen. es ist schon geil, halblaut "la la teacher" und sowas zu singen, während man auf einem kamel reitet. ich glaube, bruno hat sogar ein bißchen mitgewippt.
neben white wall und tv & me von mando diao gab es natürlich arctic monkeys, zb. mit mardi bum, und einiges von den rutles, außerdem hab ich versucht, das abbey-road-medley im kopf in die richtige reihenfolge zu bringen, was gar nicht so einfach ist. aber nebst klassikern gab es auch assoziative kurzzeithits wie hot stuff, thank you for the music oder minor earth, major sky. das gehirn spielt einem schon streiche, wenn es auf leerlauf geschaltet wird. wobei ich glück hatte, ich hatte keine richtig schlechten lieder im kopf, nicht mal von es war nur sand in deinen augen hatte ich einen ohrwurm. da hab ich echt schon schlimmeres erlebt.
in dahab gab es dann musik, viel musik, zu viel musik. in jedem lokal ist ein eigener DJ gesessen, mit einem fetten PC und einer MP3-sammlung monumentalen ausmaßes, und die meisten hatten natürlich die typische urlaubsortstuffzackmusik laufen. in einem lokal gab es allerdings beim vorbeigehen irgendwas von paul simon (das eine lied mit diesen fetten bläsereinwürfen) und auf dem rückweg irgendwas von den doors, was für mich allein schon grund gewesen wäre, dort zu konsumieren. und in irgendeiner cocktailbar konnte man mit einem halben ohr einer beatles-kompilation im nebenlokal lauschen. also ganz so banausig sind sie auch nicht.
wenn jemand mal lust auf was richtig avantgardistisches hat, sollte er das tun, was ich mir schon vor langem als hypothese vorgestellt und diesmal auch wirklich verifiziert hab (natürlich auch nur hypothetisch): sich mit einem steinway- oder bösendorfer-flügel in frack und gestärktem hemd in die wüste setzen und clair de lune oder gnossienne #5 spielen. das hat so viel zum thema fehl am platz zu bieten, daß es fast schon wieder paßt wie die faust aufs auge.
jetzt kann ich endlich wieder musik hören. ist schon was feines. danket den herren edison und berliner und all den anderen tapferen männern und frauen, die uns das ermöglichen!
Friday, 22. September 2006, 16:53:27
beatles, mando diao, musiktheorie
musik ist etwas, was sich zb. im gegensatz zu einem bild zeitlich entfaltet. man kann also die musikalische form nicht auf einen blick sehen, sondern erst allmäßlich im laufe der beschäftigung damit erkennen. daher ist es gut, wenn man ungefähr weiß, welche bausteine die eine oder andere form ausmachen, um sich dann im laufe des musikhörens auszukennen.
in die formenlehre kann man ganz schön tief eintauchen, und dann baut man ausgehend von motiven satzglieder, daraus sätze, daraus wiederum ein- oder zweisätzige und daraus mehrteilige und zusammengesetzte formen, oder man entwickelt die motive und hat entwicklungsformen und so weiter. ich schätze, wen dan genauer interessiert, kann selbst nachlesen.
dieses kompendium ist ja eher für hobbymusiker gedacht, oder für solche wie felix, der ein super gitarrist ist, sich aber wenig mit der theorie befaßt. und daher konzentriere ich mich mal auf die formen, die für diese menschen relevant sind.
die einfachste, aber nicht besonders übliche form ist die, die nur aus den wiederholungen eines immer gleichen teils besteht. es gibt sicher irgendwelche volks- oder kinderlieder zum thema, mir fällt spontan aber positively 4th street von bob dylan ein. das hat im prinzip nur eine strophe, die (natürlich immer wieder mit einem neuen text, aber musikalisch immer gleich) wiederholt wird. man kann sich denken, daß das keine sehr spannende form ist, und sie kann nur funkionieren, wenn der meister persönlich hand anlegt. also finger weg, das kann nur seine bobheit!
der begriff strophe ist schon gefallen, und ich nehm an, ihr hört sie nicht das erste mal. wie könnte man sie beschreiben? die strophe ist das, was normalerweise die hauptsubstanz eines liedes ausmacht, zumindest vom volumen her, und sie erzählt sozusagen die geschichte oder beschreibt die situation. meistens, nicht immer.
neben der strophe gibt es den refrain, der (meistens, nicht immer) mehrmals ziemlich genau gleich wiederkommt, also zb. auch mit dem selben text. der refrain heißt auf englisch chorus, und da kann man schon erahnen, daß er oft im gegensatz zum einstimmigen gesang der strophe etwas voller instrumentiert ist. vor dem refrain gibt es meistens eine kurze steigerung, die sich dann am beginn des refrains entlädt, alle instrumente spielen laut, der drummer haut auf die becken, die background vocals setzen ein, und so weiter... aber auch nicht immer. den refrain erkennt man trotzdem. meistens.
mit strophe und refrain kann man schon einiges machen. man denke zb. nur an etwas wie peters brünnele oder ähnliche partykracher. jetzt abgesehen davon, daß beim brünnele der refrain gern immer länger wird (muß aber auch nicht sein, ich glaube das ist nur die übliche form für besoffene salzburger), kann man da das prinzip ganz gut erkennen: die strophe transportiert den mehr oder weniger sinnvollen inhalt, und dazwischen kommt immer der teil zum mitsingen, den jeder spätestens nach dem zweiten oder dritten mal auswendig weiß. damit kann man eine durchschnittliche kneipengesellschaft schon stundenlang unterhalten. man muß aber nicht immer strophe und refrain abwechselnd hintereinandergeben, es können auch ruhig mal zwei strophen vor einem refrain kommen.
apropos mitsingen. wie bereits erwähnt, macht die strophe quantitativ meistens den größeren teil des liedes aus, der refrain ist aber eher der teil, den man so im vorbeigehen damit assoziiert, den man in einem kurzen werbespot hört oder den man als klingelton haben möchte. sehr oft stammt auch der titel aus dem refrain. diese dinge sind meines erachtens wichtig, wir werden später noch ein paar interessante beispiele sehen.
ein paar wichtige teile gibt es noch, dann widmen wir uns gleich der analyse. ein popsong beginnt oft mit einem intro, das heißt mit einem instrumentalen vorspiel, und das ist meistens etwas sehr charakteristisches, vielleicht nach dem refrain das zweitwichtigste am lied. man denke nur an geile gitarrenriffs oder auch irgendwelche zarten klaviervorspiele, da weiß man sofort, welches lied es ist. wenn der selbe oder ein ähnlicher intrumentalteil am schluß auch kommt, spricht man von einem outro, und mitten im lied sagt man auf englisch interlude (manche begriffe haben im deutschen keine wirklich gebräuchliche entsprechung).
nicht mit letzterem zu verwechseln ist das solo (mehrzahl soli, nicht solos, solis oder sonst was). das solo ist eigentlich formal kein eigener teil, weil er meist über die strophe oder seltener über den refrain oder einen anderen teil drübergelegt wird. beim solo sollte man also immer angeben, welchen teil er ersetzt.
zwischen strophe und refrain gibt es oft noch einen teil, der nicht mehr zur strophe, aber noch nicht zum refrain gehört. diesen teil nennt man auf englisch pre-chorus. der text kann bei jedem p-c anders sein oder aber auch jedesmal gleich. interessant wird die sache, wenn der p-c mal plötzlich ausfällt, dann ist die verbindung zwischen strophe und refrain intensiver. siehe unten die erste analyse.
dann gibt es noch die bridge. abgesehen von der verwirrenden tatsache, daß man manchmal auch den p-c als bridge bezeichnet (das vergessen wir ganz schnell wieder), ist die bridge der teil, der in einem lied meistens nur einmal vorkommt und der sich ziemlich vom rest abhebt. denken wir zb. an every breath you take von the police und an den teil mit "since you've gone...". da ist schon der text ganz anders, nicht mehr diese kurzen zeilen, sondern plötzlich viel mehr, und die musik ist auch ganz anders als der rest. das ist die bridge.
was gibt es sonst noch... naja sagen wir mal die coda ist noch erwähnenswert. das ist so ein anhängsel am schluß, wenn etwas kommt, was sonst noch nicht vorgekommen ist, also kein fade-out oder kein outro, dann ist es eine coda.
gut, jetzt könnten wir eigentlich gleich anfangen, ein paar beispiele anzuschauen. ich versuche lieder zu nennen, die jeder kennt (zb. beatles) oder kennen sollte (zb. mando diao). ich glaube, das ist fair.
1. beispiel: mando diao - down in the past
0:00 intro
0:27 1. strophe
0:45 pre-chorus
1:03 refrain
1:28 2. strophe
1:47 pre-chorus
2:05 refrain
2:21 solo über main riff
2:39 interlude
2:56 1. strophe nochmal
3:14 refrain
3:32 outro
das ist eigentlich ganz klassisch, typischer pre-chorus, der vor dem letzten refrain weggelassen wird (ach, das ist so geil!), der refrain kommt mit einem richtigen knall, beginnt auch mit dem höchsten gesungenen ton, also formal einwandfrei. bis auf die bridge kommt hier auch alles vor. eigentlich fad, suchen wir uns lieber etwas komplizierteres.
2. beispiel: the beatles - yesterday
0:00 intro
0:05 1. strophe
0:22 2. strophe
0:40 refrain
0:59 3. strophe
1:17 refrain
1:37 3. strophe nochmal
1:54 coda
da sehen wir schon, vor dem ersten refrain kommen manchmal zwei strophen (kann natürlich auch vor späteren refrains passieren), und spätere strophen werden auch gern wiederholt. an sich auch eine ganz klassische form.
bei solchen evergreens ist es aber manchmal so, daß man dann doch die strophe als eigentlichen ohrwurm kennt, niemand würde bei yesterday oder and i love her den refrain ansingen, wenn es um das lied geht. so gesehen könnte man also eigentlich auch streiten, und es anders sehen. schauen wir gleich.
3. beispiel: the beatles - and i love her
0:00 intro
0:09 1. strophe
0:30 2. strophe
0:50 refrain
1:07 3. strophe
1:28 solo über den refrain
1:50 3. strophe nochmal
2:10 outro
das ist ja fast genau das selbe wie oben, aber das ergibt so nicht wirklich einen sinn. nur ein refrain, den man außerdem gar nicht so richtig im ohr hat? und was ist mit dem titel? richtiger fände ich also eher dieses modell:
0:00 intro
0:09 1. strophe
0:25 refrain!
0:30 2. strophe
0:45 refrain!
0:50 bridge
1:07 3. strophe
1:24 refrain!
1:28 solo über die bridge
1:50 3. strophe nochmal
2:05 refrain!
2:10 outro
und schon haben wir vier refrains, die zwar ganz kurz sind, aber die quintessenz des liedes beinhalten, den text aus dem titel wiederholen und jedem sofort ins ohr kriechen. sagen wir einfach, strophe und refrain sind verschmolzen. außerdem haben wir nun eine bridge, die beim solo nochmal kommt. ist ansichtssache, was man als richtig erachtet. man kann ja einfach auch AABABA sagen, das macht leonard bernstein in irgendeiner vorlesung für kinder, wo er dieses lied als beispiel für die erweiterte dreiteilige liedform nimmt (also eigentlich |: A :|: BA :|). jedenfalls könnte man yesterday auch so interpretieren.
4. beispiel: mando diao - long before rock 'n' roll
0:00 intro
0:22 1. strophe
0:45 pre-chorus
1:07 interlude
1:16 2. strophe
1:38 pre-chorus
2:06 outro
hmm, wo ist denn da der refrain? wenn es einen gibt, ist er noch kürzer als bei yesterday oder and i love her und beschränkt sich auf die paar worte des titels, aber musikalisch ist er an der problematischsten stelle plaziert, nämlich genau dort, wo im pre-chorus die steigerung zum großen knall kommt (der dann auch passiert, aber eben ohne refrain, es geht gleich ins interlude bzw. ins outro). aber wenn man gar nicht so genau hinschaut, fällt einem nicht auf, daß da was fehlt, weil der aufbau sonst so schön konsequent ist.
das könnten wir noch ewig machen. ich hab eine bessere idee: jeder nimmt irgendein lied, hört es sich an und schreibt hier die form so auf, wie ich es auch gemacht hab. da sehen wir gleich, ob es fragen oder unklarheiten gibt.
Friday, 15. September 2006, 22:45:08
beatles, dissonanz
für mich steht die verliererin der nationalratswahl jetzt schon fest: es ist frau ingrid thurnher, die heute den für außenstehende eigentlich amüsanten bruderzwist zwischen den beiden freiheitlichen spitzenkandidaten über sich ergehen lassen mußte. ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich könnte mir sowas nicht einfach so anhören, ohne daß mir ein "herr s., sie sind schon ein trottel" oder "herr w., jetzt halten sie bitte endlich ihre pappn" rausrutscht.
tragikomisch wurde das ganze natürlich, als es darum ging, einander zu überbieten, wer ausländer mehr haßt, und sich gegenseitig vorzuwerfen, man habe die bösen ausländer eh schon viel zu sehr begünstigt. wenn man bedenkt, daß die beiden noch vor ein paar jahren gute kumpel waren und jetzt im prinzip eh auch das selbe wollen, kann man ob der halbmondänen angebereien nur ratlos den kopf schütteln.
es tut mir weh, es zugeben zu müssen, aber der gewinner des abends ist für mich klar herr hojac, denn die beiden sager "wissen sie an wen sie mich erinnern? an die frau jelinek!" und "wer strache wählt, wählt die SPÖ" sind wirklich gelungen. na ja, genießen wir das kasperltherater noch, solange auf der politischen bühne platz dafür ist.
abrupter themawechsel. ich bin ja ein riesen fan von covers, ich kann mir stundenlang praktisch identische versionen von you've really got a hold on me (wovon ich wirklich bis vor ein paar wochen geglaubt hab, es sei im original von den beatles, aber man vergißt leicht, daß sie anfang ziemlich viel gecovert haben) und dergleichen hadern anhören.
der wahn begann vor einigen jahren, vielleicht noch zu napsters oder spätestens des morpheus zeiten, mit sway (quién será), das sicherlich jedem in der einen oder anderen version bekannt ist. da gibt es immerhin zwischen no-names wie trio los panchos, julie london oder bobby rydell doch auch kapazunder wie cliff richard, ben e. king oder den großen dean martin unter den interpreten. sogar eine punkversion soll es geben, von der englischen urpunkband the boys, die ich allerdings bisher nicht auftreiben konnte. die coolste fassung ist von anita kelsey und stammt aus dem soundtrack zum film dark city.
jedenfalls hatte ich gerade vorhin einen schlechten traum; mir war nämlich, als hätte ich auf MTV die pussycat dolls diese perle der musikliteratur vergewaltigen hören. bis vor kurzem glaubte ich wirklich an das gute im menschen... gute nacht, kann ich da nur sagen!
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