Skip navigation.

ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "dienstag"

schneechaos und gotik, sprich dritte dimension und wechselnde blickwinkel

, , , ...

letzten montag hat es in london so extrem geschneit, daß alle ryanair-flüge nach stansted gestrichen waren und angeblich der zug- und busverkehr in und um london komplett darnieder lag (komischerweise kenne ich persönlich eine person, die trotzdem in stansted landen und dann über london nach oxford fahren konnte. offenbar sind die news aus aller welt auch nicht ganz verläßlich). aus den medien hatte man hier den eindruck, england würde im chaos komplett untergehen.

tatsächlich kam es wohl am montag zu einigen beeinträchtigungen, die auch gute gründe hatten. die engländer haben eher selten schnee und sind demnach nicht wirklich dafür gerüstet. in stansted gibt es angeblich gar keine schneeräumungsgeräte, in heathrow gibt es welche, die auch in aktion waren, bis ihnen der platz zum schnee hinräumen ausging, und die züge können bei schnee nicht fahren, weil die weichen im gegensatz zu unseren nicht geheizt und daher bei eis und schnee nicht funktionstüchtig sind (die genannten infos habe ich alle aus erster hand von diversen in england lebenden personen).

dienstag früh war der spuk dann vorbei, wir konnten wie geplant landen, die züge fuhren mit wenigen ausnahmen und der schnee war weitestgehend weg oder zumindest auf dem rückzug. aber das nur am rande.

gleichzeitig habe ich mich gewundert, wieso alle welt so ein theater drum macht. ich meine, hierzulande schneit es doch einigermaßen regelmäßig, und es gibt auch einigermaßen regelmäßig mehrere schneechaosse im jahr. im november, wenn der erste schnee fällt; im dezember oder jänner, wenn der zweite schnee (der erste richtige, der dann auch bleibt) fällt; und wenn es so schneeregnet wie gestern, dann auch wieder. gut, bei uns steht nicht die ganze infrastruktur still, aber stundenlange staus, u-bahnausfälle und sehr unverläßliche öffis gibt es trotzdem. da finde ich es fast eleganter, wenn man weiß, bei schnee geht nix, denn dann geht man gar nicht erst aus dem haus, die schüler und die arbeitende bevölkerung bekommen automatisch frei, und alle wichtigen termine sind einfach auf den nächsten tag verschoben. bei uns hingegen wird man in falsche sicherheit gewiegt und kommt dann erst recht stunden zu spät und ist auch noch selbst schuld.

so gesehen dürfen wir schneechaostechnisch niemandem was vorwerfen, denn andere haben es womöglich nur alle 15 jahre und gehen damit trotzdem cooler um als wir, die es mehrmals im jahr heimsucht. sind wir nicht eine große schneenation, die ein bißchen schnee problemlos schnupfen können sollte? ein schneechaos in england ist eine laune der natur, bei uns aber ein deutliches zeichen für dummheit, fehlplanung und versagen.

den wunderschönen sonnigen dienstag haben wir dann im leicht gezuckerten cambridge verbracht, was mich an meine früheren reisen durch südengland erinnert hat. einige meiner intensivsten erfahrungen damals hatten mit gotischer architektur zu tun, und davon sieht man in cambridge wirklich viel. die gotik hat schon was geniales, gar nicht so wegen den ornamenten, sondern wegen dieser art, in den raum hineinzuragen und ihn dadurch zu strukturieren und zu zerreißen. das finde ich einfach wahnsinnig faszinierend. und die gotik betritt die dritte dimendion nicht nur, indem sie hineinragt, also zum beispiel in die höhe wächst, sondern sie spielt auch mit ihr, indem sie zum beispiel wunderbare windschiefe (im geometrischen sinne des wortes, nicht im abschätzig-landläufigen) und aus jedem blickwinkel anders wirkende strukturen erlaubt und auch enthält. das macht architektur erst wieder in der moderne, wenn ich mich nicht irre.

die beiden dinge haben nun auf den ersten blick wieder nix miteinander zu tun, aber für mich persönlich sehr wohl. ich bin nämlich gar kein besonderer schneefan, jedenfalls nicht, wenn er schon liegt und öde dahinschmilzt. wenn er aber fällt, dann finde ich das schon sehr cool. wenn ich wollte (will ich nicht, aber wenn!), könnte ich stundenlang im schneegestöber stehen, mit kindlicher faszination nach oben blicken und mit offenem mund den dreidimensionalen tanz der schneeflocken beobachten. und diese dreidimensionalität ist das, was für mich schnee und gotik gemeinsam haben. und das (und nur das) ist auch an american football und sonstigen ansonsten nicht sonderlich interessanten sportarten ästhetisch oder sonstwie ansprechend.

zum thema dreidimensionalität und wechselnden blickwinkeln gab es auch im tate modern viel zu sehen, zum beispiel diverse skulpturen von henry moore und konsorten, aber auch sehr interessante und mir bisher unbekannte von hélio oiticica, die zum teil die grenze der dritten dimension gerade nur so ein wenig penetrieren, oder auch minimalistische spiegelskulpturen, die leider nicht wirklich begehbar waren. es ist schon ganz was anderes, wenn man sich in einem kunstwerk befindet, wie auch zb. im jüdischen mahnmal in berlin, als einfach nur davor zu stehen. und ich muß sagen, im tate modern habe ich die skulpturen fast durchwegs interessanter gefunden als die an sich auch nicht gerade uninteressanten gemälde. es war also insgesamt eine reise voller dreidimensionalitäten und wechselnder blickwinkel.

und wenn wir schon bei wechselnden blickwinkeln sind, laßt mich bitte noch ein thematisch mit den bisherigen ganz und gar unzusammenhängendes thema mit den bisherigen zusammenhängen. in england ist so vieles anders als hier, nicht nur der umgang mit dem schnee. in den pubs herrscht rauchverbot, aber es stört niemanden, und tausende engländer stehen selbst bei minusgraden und schnee hemdsärmelig mit einem ale in der einen und einer zigarette in der anderen hand draußen vor dem pub, und es funktioniert auch (überhaupt sind in london viele schanigärten in betrieb und werden auch frequentiert, sogar trotz fehlender heizstrahler). und viele pubs schließen um elf, sprich bis dahin herrscht wirklich hochbetrieb (wirklich! da stehen die leute in der tür und können sich kaum bewegen), und es funktioniert trotzdem, da ist kein kellner überfordert und alle bekommen ihre getränke, und um elf sind die meisten besoffen genug, um heimzugehen und zuhause noch ein bißchen abendprogramm zu gucken.

was wir daraus lernen, ist nichts anderes als daß man die selben dinge auf eine million unterschiedliche arten regeln kann. und wer könnte von sich behaupten, die ultimative und allen gleichermaßen entgegenkommende regelung zu finden? niemand. und deswegen, aber das wissen wir bereits aus anderen posts, bin ich absolut kein fan davon, daß jemand anderen sagt, wo und wie es langgeht. und so kann ein unschuldiger post über schnee und gotik auf umwegen zu einer grundlegenden sehr politischen aussage führen.

machet die ohren weit

, , , ...

es ist ende november, überall blinken weihnachtslichter, der christkindlmarkt hat seine nicht existenten pforten längst geöffnet, der konsumrausch hat begonnen - und ich muß, obwohl das mit dem thema dieses postings nicht wirklich was zu tun hat, feststellen, daß dieses jahr das alljährlich indifferente herbst-feeling ausgeblieben ist. mag zu einem großen teil mit den beiden süßen kätzchen zusammenhängen, die um mich rumwuseln, und zum anderen natürlich auch damit, daß ich einen job habe, der solche blues-gefühle gar nicht erst aufkommen läßt (dafür aber andere... woke up this morning... da gäbe es viel stoff).

ja, es geht diesmal um die schule und damit einhergehend mit einer stimmung, die in der heutigen zeit zwar nicht zu kurz kommt (die länge ist ja offiziell festgelegt), sondern von den meisten total ignoriert wird. für uns berufskatholiken ist der advent ja eigentlich die zeit des erwartens, des sich öffnens, des in sich gehens und des sich einlassens auf das warten, das öffnen und das in sich gehen. was sich ja, wenn man jetzt das rege treiben auf der straße so anschaut, offenbar nicht wirklich herumgesprochen hat.

da es unsere heilige pflicht ist, nachfolgenden generationen den respekt gegenüber und den umgang mit dem advent vorzuleben und zu vermitteln, gibt es eine reihe von schulischen veranstaltungen diesbezüglich. die beiden, die mich persönlich tangieren, sind das adventsingen am kommenden freitag und das adventkonzert am dienstag drauf. beim adventsingen muß ich nur im legendären lehrerchor mitsingen, für das konzert ist aber meine aktive mitgestaltung gefragt.

wenn man die wahl zwischen einigen arbeitsfreudigen klassen, die man nur einmal die woche sieht, und einer arbeitsunwilligen, die man zweimal quälen darf, hat, würde sich der gesunde menschenverstand für option eins entscheiden. in ermangelung desselben habe ich mich für zweiteres entschieden, für meine liebe 5A. und ich bin überzeugt, daß diese wahl nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus künstlerischen gründen eine gute war. wenn nicht, pech gehabt.

die 5A hat sich in diesem schuljahr bisher mit der musik des 20. jhdts und dem thema improvisation befaßt (wenn wir von all der zeit und energie absehen, die sie investiert hat, um sich gegen diana zu wehren und im gegenzug all meine bemühungen, ihnen die wahl eigener wunschlieder zu ermöglichen, zunichte zu machen), und das kam mir insofern gelegen, weil ich mit folgenden prämissen in die vorbereitung fürs adventkonzert gegangen bin: a) gesungen wird eh beim adventsingen, und das kann die 5A sowieso nicht, also wird nicht gesungen; und b) ich will, daß alle teilnehmen und aktiv mitgestalten können, obwohl die meisten schon schwierigkeiten haben, eine triangel einmal anzuschlagen und dann 7 sekunden klingen zu lassen.

das heißt, ich habe etwas konzipiert, das aus kollektiver improvisation mit ganz einfachen spielregeln (ja, richtig, eine heißt: einen ton anschlagen und 7 sekunden klingen lassen. wenn das die beurteilungsgrundlage für dieses schuljahr wäre, wäre die halbe klasse durchgefallen), instrumentaler demontage und collage zweier adventlieder, elementen von minimal music und cageschem gedankengut und idealerweise einer portion kommunikation, die das ganze zusammenhalten soll, besteht. klingt komplizierter als es ist, außer den fünf mehr oder weniger freiwilligen instrumentalisten, die wissen (sollten), was sie tun (sollten), hat niemand eine verantwortung oder auch nur entscheidungsmöglichkeiten, die darüber hinausgehen, wann man den einen ton, den man in reichweite hat, anschlagen soll.

wir haben ja noch eineinhalb wochen und damit drei stunden zeit, daher will ich nicht den teufel an die wand malen (wäre in einer katholischen privatschule auch eher ungeschickt, außer vielleicht im religionsunterricht an die tafel), aber bis jetzt versagt die liebe 5A auf der ganzen linie. nicht daß sie die klangstäbe nicht treffen, daran liegt es nicht. sie treffen sie zumeist sogar mit dem richtigen teil des schlegels und erzeugen dabei durchaus annehmbare klänge. das problem ist einerseits das einhalten der spielregeln, was man auf unfähigkeit, unwilligkeit, konzentrationsmangel oder eine mehr oder minder gesunde mischung aus allen dreien zurückführen könnte, und andererseits das aufeinander hören. ist ja auch schwer, wenn 20 schüler versuchen sollen, einen halbwegs kontinuierlichen, sich allmählich und sanft verändernden klangteppich zu erzeugen, ein dreißigsekündiges loch wahrzunehmen und etwas dagegen zu tun (hey, du mußt nur auf das ding vor dir draufhauen. vorhin hast du es in 3 sekunden 18-mal geschafft...!). das sind dinge, die zu verlangen in einem elitegymnasium offenbar eine zumutung ist.

ich bin durchaus der meinung, daß die 5A diese immensen schwierigkeiten dennoch meistern wird. das ergebnis wäre dann der oben beschriebene klangteppich, der im mittelteil einem insistierend-klopfenden rhythmus weicht und anschließend wieder zurückkehrt, und über dem zunächst die bereits erwähnte demontage und zum schluß hoffentlich eine wiedererkennbare ankunft bekannter adventmelodien erfolgt. so in meinem hirn ist das eine total schöne sache, die ich im programm instrumentale meditation nennen werde.

die alternative ist, daß die 5A auftritt, sich komplett blamiert, und es aber keiner der anwesenden merkt. es ist schwer, bei einem solch offenen werk die richtigkeit der ausführung festzustellen, wenn man die vorgaben nicht genau kennt, und ich habe in meiner unendlichen weitsicht die möglichkeiten so eingeschränkt, daß im schlimmsten fall immer noch etwas rauskommt, was ich intendiert habe. der einzig wirkliche unterschied ist also, ob die 5A das gefühl hat, etwas schönes oder etwas kaputtes zu produzieren. natürlich wirkt es anders, wenn alle wissen, daß das, was sie tun, hand und fuß hat, aber es macht spaß, sie bis kurz vorher im glauben zu lassen, daß sie sich blamieren werden. vielleicht gibt es ihnen ja einen ruck. ich glaube es nicht, aber ich lasse mich gern überraschen.

wer die 5A damit unter druck setzen möchte, ist herzlich eingeladen, ich habe jedenfalls schon einige lehrerInnenkollegInnen dazu angestiftet. in den verbleibenden drei stunden werden wir daran arbeiten, erstens mal zu kapieren, was wir da überhaupt tun, und das zweitens auch umzusetzen. und es wird gut, so oder so, zumindest wenn man gut so definiert, wie ich: etwas, was keiner der zuhörer erwartet hat bzw. hören wollte, was sie bzw. ihn aber zum zuhören, sich einlassen, in sich gehen, sich öffnen und sowas bringen kann. ich erwarte vom publikum also mindestens genausoviel wie von der 5A, nur daß es das vorher nicht weiß. wir werden ja sehen, wer meinen ansprüchen genügt...

sollte das jemand aus der 5A lesen und sich denken, ich mache mich über ihn bzw. sie lustig: nein, du gehörst natürlich zu den wenigen, die jetzt schon dazu beitragen, daß hin und wieder etwas geniales aufblitzt. danke! ich wüßte nicht, was ich ohne schülerInnen wie dich tu sollte! du bist der/die beste! yeah!

verlängerung und friseurbesuch

, , ,

das mit der verlängerung bezieht sich auf die fußballmetapher (war das eh eine metapher? naja, ihr wißt schon). eh klar, oder?

also, ich hab noch gar nicht berichtet, wie es beim schulball war. war nett. cool kann ich leider nicht schreiben, weil es extrem heiß war, aber sehr nett. also gute stimmung, nette leute (ja ja, tragt mir das mit dem durchgeknallten haufen bitte ewig nach!), die musik war auch brauchbar, die showacts waren mehr als genial (ha ha, der typ mit der rose perücke, selten so gelacht!) und ja. gewonnen haben wir auch was.

so viel mehr gibt es da gar nicht unbedingt zu erzählen. ist ja auch schon wieder fast zwei wochen her. und der andere ball, der life ball, der ist erst übermorgen. mal sehen wie der wird. bisher weiß ich gar nicht, wer kommen soll, außer den no angels und den scissor sisters, die mich allesamt nicht sonderlich interessieren. also auch nicht zum mitfotografieren lassen. na mal sehen.

themenwechsel. abrupt und unererwartet, es sei denn, man hat den titel noch im kopf oder die durch ihn implizierten erwartungen im hinterkopf. also.

bisher war es ja so, daß mich immer wieder leute gefragt haben, ob ich beim friseur war, wenn meine haare kürzer geworden sind, und ich habe natürlich immer mit "nein" geantwortet. die meisten werden das einfach überhört haben (was man nicht erwartet, überhört man leicht) oder es auf meine art, statt offensichtlichen antworten gern andere zu liefern, geschoben haben. alles falsch, denn... ich war bis vor kurzem noch nie beim friseur.

das stimmt so auch nicht, ich bin einmal mit einem freund mitgegangen, warum auch immer, und hab ihm gesellschaft geleistet, und außerdem habe ich einen zweiten friseurbesuch aus ganz frühen kindestagen (ja ja, die frühen 80er, wer war da schon auf der welt? aufzeigen!) in erinnerung, wobei ich nicht sagen könnte, ob ich da objekt der dienstleistung oder begleitendes subjekt war. wie auch immer.

seit ich denken kann (ja ja, die späten 90er oder so) war ich jedenfalls nicht beim friseur, einfach aus dem grund, weil das immer privat erledigt wurde. zuerst und sehr lange zeit von meiner mutter, der ich hiermit öffentlich für all die dinge, die sie für mich getan hat, danken könnte, wenn ich jemand wäre, der das öffentlich tut, und seit einer guten weile von meiner besseren hälfte. das hatte in beiden fällen auch eine sozioemotionale komponente, so wie bei den affen das lausen (nur ohne was zu essen), und ich bin wirklich sehr dankbar, auch wenn das nicht so rüberkommt (wie gesagt, dafür bin ich nicht der typ, vor allem nicht wenn ein durchgeknallter haufen von minderjährigen schülern mitliest). also DANKE nochmal.

jetzt war ich aber am dienstag doch beim friseur. das hatte mehrere gründe und auslöser. einerseits ist es ja leider wieder ur heiß, und meine haare waren schon so lang, daß es unangenehm war (das hier ist nicht der richtige ort, um näher auf schweiß und haarausfall einzugehen), andererseits haben wir einen schmuddeligen friseurladen zwei türen weiter, von dem unsere nachbarn letztens nur gutes berichtet haben. und überhaupt sollte man gewisse erfahrungen machen, bevor man noch erwachsen wird. oder?

es war ganz nett, gar nicht schlimm, kurz und schmerzlos und günstig. und ich glaube, das ergebnis ist auch nicht viel anders als sonst, wenn meine haare kürzer waren. ich vermute also stark, daß es nicht das letzte mal war (wobei ich auch sagen muß, ab jetzt immer nur zum friseur zu gehen würde für mich schon den verlust eines gewissen rituals bedeuten. aber das werden wir noch ausdiskutieren).

viel mehr gibt es da gar nicht zu erzählen, vielen dank für die aufmerksamkeit.

woohoo!

, , , ...

ich weiß ja nicht, was ihr gestern abend so gemacht habt, aber ich hatte ein konzert mit der experience im planet music. ich fasse es mal so zusammen: willst du jemandem eine freude machen, dann stell ihn auf eine bühne wie die des planet, gib ihm eine gitarre in die hand und dreh den ton schön laut auf. und genau das haben die mit uns gemacht, ergo freude.

das wird jetzt kein konzertbericht in dem sinn, und auch nur am rande sowas wie eine selbstbeweihräucherung, sondern vielmehr ein erlebnisbericht, mit dem ich all jenen, die dafür empfänglich sind, lust machen möchte, es auch mal zu probieren. also lest das hier durch, schnappt euch eine band und ab ins planet.

wir haben im vorfeld gut 60 karten verkauft (und soweit ich es sehen konnte, sind die meisten auch tatsächlich gekommen) und hatten noch 10 leute auf der gästeliste (andris, war der ding jetzt eigentlich da?), also wußten wir, daß wir ein schönes publikum haben werden. die anderen 4 bands hätten ja theoretisch auch noch um die 200 karten verkaufen können (das war dann augenscheinlich doch nicht der fall), aber die hätten wir ja zuerst beeindrucken müssen, wohingegen unsere fans (danke fans!) schon beeindruckt hingekommen und hoffentlich noch mehr beeindruckt heimgegangen (bzw. von mami heimgebracht worden) sind.

wir waren wie gewünscht um 17 uhr vor ort, und um 18 uhr haben wir nicht nur schon backstage unsere garderobe bezogen und das halbe eiskastl (es war nur antialkoholisch bestückt) leergesoffen, sondern auch schon soundgecheckt. wer schon mal woanders erlebt hat, wie lang und mühsam ein soundcheck sein kann, zieht angesichts dieser tatsache bitteschön respektvoll den hut. die jungs waren sehr professionell und haben uns sehr schnell und sauber abgemischt. zum ersten mal in unserer karriere hatten wir nicht nur eine bühne, auf der sich sogar felix theoretisch hätte bewegen können, sondern auch eine eigene monitormischung, was wiederum bedeutet, daß wir uns auf der bühne super gehört haben (gut, ein paar kleinigkeiten gabs dann zum nachbessern, aber grundsätzlich mal) und aber null ahnung haben, wie es unten geklungen hat.

das ist das foto, das mein brüderchen mit tatkräftiger unterstützung meiner rechten schulter von der bühne aus von seinem mikrophon und dem saal dahinter gemacht hat.

dann gingen wir wieder backstage, haben uns an der wand verewigt und auf der selben couch rumgehangen wie schon die sugababes und die vorgruppe der futureheads (und sicherlich auch ein paar andere) vor uns. im prinzip hatten wir ja zwei stunden frei. ach ja, zu essen haben wir auch noch was bekommen. das war zwar nicht gut, aber wenigstens viel, und so kam zumindest ich durchaus auf meine kosten.

etwas später als geplant (das lag allerdings nicht an uns, sondern... eigentlich keine ahnung, woran es lag) durften wir dann anfangen. die menge hat dann auch getobt, spätestens so ab dem zweiten oder dritten lied, und dann gar nicht mehr aufgehört. wir haben zehn lieder in 30 minuten gespielt, nur eigene sachen, und inzwischen sind ja doch ein paar lieder bei manchen fans hängengeblieben, sodaß sie sie sogar wiedererkennen und identifizieren können.

für mich auf der bühne hat es sich stellenweise so angehört, als würden tausende von leuten unsere lieder mitgröhlen, aber in ermangelung von tausenden sichbaren mitgröhlern muß ich leider davon ausgehen, daß das nur das echo der saalmischung war, die sich auf die bühne verirrt hat. hin und wieder konnte ich jedoch erkennen, daß der eine oder andere wirklich mitsingt, und das ist schon was geiles, würd ich sagen.

die weitere abendgestaltung war dann nicht sonderlich aufregend... backstage rumlümmeln ist zwar was feines, und man kommt sich dabei unheimlich cool vor, aber gleichzeitig verliert man ja den kontakt zu den fans. hiermit möchte ich mich offiziell von all jenen verabschieden, von denen ich mich nicht verabschieden konnte, weil ich grad unheimlich cool backstage rumgelümmelt bin (habe? zumindest für potentielle norddeutsche mitleser), und mich sehr herzlich fürs kommen und spaß haben bedanken.

danke auch für die viele konstruktive kritik und das lob. immerhin waren zb. auch andere musiklehrer anwesend und sogar beeindruckt. also schlecht kanns ja mal nicht gewesen sein. vielleicht sollte ich auch mal zu einem konzert von uns gehen...

jetzt kommt der grausliche teil, leute mit schwachen nerven sollten also nicht weiterlesen. irgendwann, muß noch relativ am anfang gewesen sein, habe ich mich an einer der hohen saiten (die sind ja aus stahl und recht dünn... ihr kennt ja diese eierschneider, oder?) verletzt, ohne es zu merken. gemerkt habe ich dann viel später, schon gegen ende des konzerts, daß mein finger direkt oberhalb vom nagel weh tut und blutig ist. dann habe ich gesehen, daß auch meine gitarre einiges an blut abbekommen hat, und das war schon trocken, was wiederum den rückschluß erlaubt, daß ich mich wohl schon am anfang verletzt haben muß.

das schöne ist, daß die wunde heute, als ich mit einigen maturanten ihre lieder für die maturamesse geprobt habe, wieder aufgerissen ist (nein, das ist noch nicht das schöne), was wiederum dazu geführt hat, daß das gestrige konzert von personen, die nicht persönlich anwesend waren, thematistiert wurde. das bedeutet, man spricht über uns, zumindest in der S-bahn zwischen landstraße und rennweg. ist doch was nettes...

ja, so wahnsinnig viel gibt es ja nicht mehr dazu zu sagen, vielleicht nur das, daß wir natürlich bald wieder spielen werden und daß es sehr schön ist, daß ihr immer wieder zu unseren konzerten kommt (und wer noch nicht, der sollte mal), spaß habt und mitsingt. ohne euch wäre es nur halb so lustig.

ps.: ja, das hab ich vergessen. das mit dem stagediving war soooo geil ;-)

werbung in eigener sache

ich vermute mal, daß die meisten, die diesen blog lesen (also um die 1,5 leute) es eh schon wissen, aber mir fällt im moment nix gscheiteres ein, also mach ich eben werbung.

zum ersten bespielt am kommenden nikolomittwoch der groß- und einzigartige edwin prohaska das BACH; ein event, bei dem der große po- und ästhet nicht nur von seiner stammcombo, den schwerenötern, sondern auch von den parrots und the ingeborg bachmann experience unterstützt wird. wer edwin prohaska nicht kennt, ist selbst schuld, hat aber die einmalige1 gelegenheit, das nachzuholen.

und am 19. dezember darf die experience selbst ran und rockt in der erprobten kombination mit soundjetzt im replugged. wir haben eine menge neue lieder am start und huldigen auch dem ausklingenden mozartjahr, wenn es nach mir geht. sonst huldigen wir nur in gewohnter weise dem gott aller minnesänger, dieter bohlen.

wem das als einladung noch nicht reicht, kann getrost zuhause bleiben, wir werden unseren spaß haben. amen!


1 terminlich gesehen hoffentlich nicht!

präludium

, , , ...

ihr kennt das sicher... manchmal schwört man hoch und heilig, bestimmte dinge niemals zu tun, und wenig später macht man es doch. muß ja nicht gleich sowas arges wie rauchen oder sex sein, nein. meine generation erinnert sich bestimmt noch, wie wir als frischgebackene maturanten oder jungstudenten die beginnende handymanie der sich so wichig nehmenden yuppies (aus jener zeit stammen legendäre sprüche wie "schatz, rat mal wo ich bin... in der straßenbahn!" und dergleichen) belächelt und uns ganz fest vorgenommen haben, diesen blödsinn für immer zu vermeiden. tja, und wenig später... hatten manche sogar zwei, und die ganz uncoolen unter uns arbeiten seit jahren in der klingeltonbranche... pfui!

so ähnlich hat es vor ein paar jahren mit blogs ausgeschaut. wie geekig, sein tagebuch im internet zu führen und davon auszugehen, es würde auch nur irgendjemanden interessieren! und inzwischen haben wirklich viele einen normalen oder vielleicht sogar foto- oder videoblog und glauben immer noch, es interessiert jemanden...

so, laß uns klarstellen, daß ich nicht annehme, daß dich dieser blog hier interessiert. aber wenn du schon so weit gelesen hast, kannst du ja gleich auch weiterlesen. und dann kannst du auch noch kommentare hinterlassen und vielleicht sogar die hausaufgaben, die ich stellen werde, machen. dann werden wir uns jedenfalls wirklich gut verstehen...

wozu ein blog? nun, die meisten schreiben einen, weil sie sich irgendwo in der weltgeschichte herumtreiben und ihre freunde auf dem laufenden halten wollen. sehr lobenswert, weil jetzt wenigstens diese massenmails (informationsvergewaltigung statt freiwilligkeit) dadurch wieder aus der mode gekommen sind, aber heißt das, man hat zuhause nichts zu erzählen? ich glaube nicht... ich jedenfalls würde gern ein bißchen was von meinem alltag hier einfließen lassen. es gibt ja doch ein paar dinge, die mich beschäftigen, zum beispiel die themen essen und coverversionen und interessante spiele... und daneben habe ich auch noch einen auftrag...

als musikkundiger komme ich oft in die situation, musikalisch interessierten und teilweise auch sehr versierten mitmenschen grundlagen oder offene fragen der musiktheorie erklären zu dürfen. grundsätzlich mache ich das sehr gern, aber manchmal wäre es praktisch, wenn ich auf etwas geschriebenes verweisen könnte, was genau meine sicht der dinge vermittelt und worauf ich mich verlassen kann. und da ist es fad finde, einfach so für mich ein buch darüber zu schreiben, schreibe ich jetzt gleich für die allgemeinheit was zusammen und kann fragen und anregungen leichter in die nachfolgenden kapitel einbauen. wen musiktheorie nicht interessiert, kann ja über die betreffenden einträge drüberlesen, und vielleicht hat ja jemand lust, sich doch damit zu beschäftigen.

bald geht es also richtig los. ich kanns kaum erwarten. hausaufgabe gibt es zur begrüßung mal keine, man will ja nicht gleich die potentielle leserschaft abschrecken. es wird noch hart genug werden...!