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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "experience"

digital natives

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in letzter zeit hört man immer wieder von einem bereits 2001 erfundenen begriff für die generationen, die mit den digitalen medien aufgewachsen sind und sich daher mit bzw. in ihnen zuhause fühlen (sollen). nach der ursprünglichen definition beginnt man die digital natives so ab geburtsjahrgang 1980 zu zählen, und da ich aus einer informatikerfamilie komme und schon relativ früh kontakt mit computern hatte, würde ich mich hier durchaus dazuzählen.

in dem sinne allerdings, in dem der begriff in den österreichischen medien verwendet wird, wären in erster linie eher meine schüler digital natives, weil sie wirklich von klein auf kontakt mit computern, internet, mp3, mobiltelefonie und sowas hatten. und ich muß sagen, das ist wirklich eine andere generation, zu der ich mich sicher nicht zugehörig fühle.

auf dem papier zeichnen sich digital natives unter anderem dadurch aus, daß sie sich wie selbstverständlich auf dem schlüpfrigen parkett der digitalen medien bewegen, vernetzt agieren, den direkten informationszugriff schätzen und exzessiv verwenden, informationen schneller verarbeiten und sowas. und auf dem papier klingt das auch richtig toll.

ich weiß nicht ganz genau, woran es liegt, aber offenbar habe ich es tagtäglich mit einer ganz und gar unrepräsentativen gruppe angeblicher digital natives zu tun. ich werde sie nicht namentlich erwähnen, aber ich vermute, daß einige von ihnen digital naiv genug sind, um sich hier in dem einen oder anderen kommentar zu outen.

erstens gibt es die besonders coolen schüler, die auf ihrem nigelnagelhyperneuen mac mitschreiben, wenn es der lehrer erlaubt (wenn er es nicht erlaubt, schreiben sie demonstativ nicht mit, weil sie nix analoges mithaben). das wäre ja an sich nix schlimmes, solange sie nicht, wenn der laptop dann mal den geist aufgibt (was bei nigelnagelhyperneuen rechnern eigentlich seltener passieren sollte als es passiert), komplett aufgeschmissen wären, sprich mitschriften-, hausübungs- und ahnungslos. oder wenn sie ein stundenprotokoll zwar gemacht, aber nicht ausgedruckt haben, weil der drucker nicht geht. auf die idee, daß sie es dann auch mailen könnten, kommen nur die wenigsten.

daß die digitale umwelt auch tatsächliche vernetzung über MSN hinaus erlaubt, ist auch nicht selbstverständlich. ich wurde letztens gebeten, besagte stundenprotokolle, die in einer öffentlich zugänglichen mappe rumstehen und jederzeit zum kopieren von mir verborgt werden würden, doch gleich pauschal immer für alle herumzukopieren, damit niemand außer dem jeweiligen protokollanten mitschreiben muß. daß ein protokoll nicht immer alles enthält, was für den einen oder anderen, der selbst mitschreibt, festhaltenswert wäre (ich schau zwar immer grob drüber, ob das wichtigste eh drinsteht, aber es gibt ja auch noch in der 8. klasse schülerInnen, die sich zur sicherheit die reihenfolge der töne notieren, wenn wir sie wiederholen), ist dabei ebensowenig eine überlegung wert, wie das übliche schicksal der zetteln, die ich kopiere und nach der stunde wieder vom boden einsammle. aber daß sie sich gegenseitig die stundenprotokolle einfach mailen könnten, ist offenbar komplett außerhalb der weltsicht meiner digitalen nativlinge.

alte menschen wie ich mußten mühsam lernen, dokumente, an denen wir gearbeitet haben, immer wieder zu speichern (und vielleicht auch backups zu machen). ich gehöre wohl zu den wenigen, die das glück hatten, nie eine längere ungespeicherte arbeit verloren zu haben, und auch meine größtenteils ungebackupte festplatte hat sich noch nie verabschiedet (ich hab mir gerade dreimal über die schulter gespuckt und etliche holzgegenstände zerklopft). aber ich kann mit stolz behaupten: wir haben es gelernt! und dabei auch festgestellt, daß die meisten programme zumindest nach einstellung diverser hebel und schrauben durchaus auch bereit und in der lage sind, in regelmäßigen abständen selbst zu speichern.

wenn ich allerdings einen absolut rohen CD-rohling bekomme, auf der sich idealerweise ein selbst bearbeitetes MP3 befinden soll, und zwar mit der erklärung, das programm sei abgestürzt, als die bereits vier stunden lang bearbeitete und bis dahin ungespeicherte datei sich nicht direkt auf der CD speichern ließ, wundere ich mich schon. wenn auf der CD statt MP3 nur ein bloßes audacity-projekt ohne die notwendigen datenordner drauf ist, sage ich ja gar nichts, aber komplett leer? hallo?

sehr schön finde ich auch die ausrede, ein auf papier abgegebenes, nicht ganz meinen wünschen und vorstellungen entsprechendes und daher zurückgegebenes dokument eine woche später unverändert wiederzubekommen, weil die originaldatei bereits gelöscht worden ist, weil "ich geglaubt hab, ich brauchs eh nimma". in diesem speziellen fall wäre zumindest der drucker vermutlich funktionstüchtig gewesen, aber wenn die sonstige statistik stimmt, ist auf dem druckersektor technisch sowieso einiges faul.

heute habe ich eine wunderbare mail bekommen, in der der admin eines klassenforums die (übrigens zu etwa 50% neue und daher auf diesem gebiet unwissende) klasse einlädt, das erneuerte forum bitte zu nutzen. ich bin gespannt, wann die URL nachkommt.

auch die schnelle informationsverarbeitung aus der digital-natives-legende muß ein mißverständnis sein. wenn damit gemeint ist, daß es schnell geht, information vom bildschirm auf ein ausgedrucktes blatt zu verarbeiten, dann bin ich, sofern die druckermafia mitspielt, tatsächlich beeindruckt. allerdings passiert es dabei äußerst selten, daß auf den solchermaßen erstellen handouts, hausübungen usw. nicht noch das impressum der jeweiligen seiten, irgendwelche weiterführenden links und sowas zu finden sind. daß die kinder ihre eignenen texte vorlesen können oder gar verstehen, ist trotz all meiner bemühungen bloßes wunschdenken.

das sind allerdings alles ausnahmesituationen, da könnte ich doch glatt drüber hinwegsehen. es gibt aber eine sache, die ich nie verstehen werde.

es sitzen in einer durchschnittlichen klasse inzwischen gut 3-4 kinder mit iphone und etliche andere mit anderen internettauglichen gerätschaften. sie dürfen sie laut hausordnung normalerweise nicht verwenden, was sie allerdings nicht davon abhält, es zu tun, und ich habe gelernt, das zum vorteil aller zu nutzen. letztens haben wir zum beispiel das seikilos-lied auf youtube gesucht und abgespielt, weil ich mein handy mit dem MP3 im lehrerzimmer vergessen habe, und auch beim lustigen musikgeschichtespiel war es sehr praktisch, als es um die geburtsdaten von michael jackson und madonna ging. so gesehen finde ich es echt toll, daß die kinder heutzutage ihre ausgelagerte intelligenz einfach so mitnehmen können.

dann wiederum stehe ich oft vor fragen, die a) mit dem stoff oder meinem fach überhaupt nichts zu tun haben, b) mit meiner person überhaupt nichts zu tun haben und c) durch einfaches googlen oder wikipedieren innerhalb weniger sekunden zu beantworten wären, was, wie ich gerade ausgeführt habe, technisch ohne weiteres möglich wäre. und ich blicke dann in die verständnislosen augen von zig digitalen eingeborenen, die mich ansehen, als wäre ich von einem anderen planeten, wenn ich vorschlage, in dieser frage doch einfach das internet zu bemühen.

ich sehe, wie die theorie, also durchaus eine tatsächliche kluft zwischen meiner generation und der heutigen AHS-schülerInnenschaft. wer allerdings sich intelligenter in der welt der digitalen medien bewegt, wer informationen schneller verarbeiten kann, wer vernetzt agiert, darin gehe ich wohl nicht mit der theorie konform.

gestern habe ich allerdings etwas gefunden, was für mich erklärt, wieso die kinder der 90er (und damit meine ich jene, die tatsächlich in den 90ern geboren wurden) sich auf facbook so wohl fühlen. ich habe ein paar gegenüberstellungen gemacht mit kinderbüchern aus den spätern 90ern, man beachte die inhaltliche und farblich-typographische übereinstimmung:



neue videos

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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.

man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.

meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...

ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:



außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.

die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.

gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!

hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.

die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.

zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.

die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.

surströmming

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heute ist ein kindheitstraum in erfüllung gegangen. kindheitstraum sei hiermit etwas flexibler als sonst definiert, nach dem motto "es ist nie zu spät für eine erfüllte kindheit", und außerdem sei hiermit gleich am anfang festgehalten, daß manche träume besser träume bleiben sollten.

das ganze fing nicht erst an, als mein norwegischer bruder letztens aus schweden gefacebookt und damit indirekt angeboten hat, mir was mirzunehmen. meine faszination für grausliches essen ist hoffentlich allseits bekannt, und so überrascht es kaum jemanden, daß ich mir surströmming (bitte zuerst studieren und erst dann weiterlesen) gewünscht habe. und wer wenn nicht gergô ist auch manns genug, solche indirekten angebote auch in die tat umzusetzen, selbst wenn das auf dem flug explosionsgefahr bedeuten sollte.

die zutaten für ein surströmmings-fest: surströmming, gekochte kartoffeln, rote zwiebel, sauerrahm, svenskt tunnbröd, milch und viel wasser

wir haben uns heute bestens ausgerüstet auf der donauinsel getroffen, ich sage lieber nicht genau wo, um einer eventuellen strafverfolgung zu entgehen. trotz eines zeitgerechten und ausnehmend einladend formulierten aufrufs bei facebook kam nur bodi, der alte schwede, dazu, und er auch mit einer fast einstündigen verspätung. da war fast schon der ganze spaß vorbei.

gergô hat die dose in einem eimer wasser geöffnet, was dann blubberbläschen und gestank produziert hat. beides hielt sich in grenzen, wobei der geruch qualitativ durchaus penetrant war, eine mischung aus verwesung und fisch zum quadrat. wir konnten auf jeden fall erahnen, wie es ohne wasser gerochen hätte.

die blubberbläschen. das wasser war vorher kristallklar, die trübheit ist direkt proportional zur wurzel des gestanks.

nachdem die dose ausgeblubbert war, haben wir sie ganz aufgemacht und in einem frischen eimer wasser fertigstinken lassen, danach die fische entnommen und wieder in einem frischen eimer wasser ein bißchen ausgelüftet und dann noch unter fließendem wasser abgewaschen.

die fische selber haben recht unschuldig wie jeder andere tote hering ausgeschaut, und ich habe schon die hoffnung gehegt, daß der geschmack doch recht interessant sein könnte. bei hákarl etwa ist es ja so, daß man, wenn man den ammoniakgeruch ignoriert, mit einem durchaus spannenden geschmackserlebnis nach reifem käse belohnt wird. muß auch nicht jedem schmecken, aber ich habs gemocht.

leider hält sich surströmming nicht an diese einfache regel und schmeckt auch abseits des geruchs eher penetrant, sauer, verwest und extrem salzig. selbst mit viel beiwerk haben wir uns eher zwingen müssen, um ihn runterzukriegen. bodi hat überhaupt gekniffen und hat sich rein vegetarisch ernährt.

ein festmahl. wenn man nicht wüßte, was es ist, möchte man fast mitessen...

der wunderbare geruch, den wir zu diesem zeitpunkt kaum noch wahrnahmen, hat auch freunde gefunden: ungefähr alle fliegen und wespen der donauinsel haben sich auf unseren tellern und um den eimer herum (die dümmeren unter ihnen gleich im eimer) versammelt. wir haben ihnen nahegelegt, sich nach schweden zu verabschieden, aber wie ich glaube erfolglos.

nachdem wir satt waren (recht bald also), haben wir alle reste umwelt- und mitmenschengerecht entsorgt und alles, was mit dem fisch oder mit etwas, was mit dem fisch in berührung gekommen ist, in berührung gekommen ist, schön mit seife ab-, aus- und einfach nur so gewaschen. und nach ein paar kilo schwedischer schokolade und diversen kaugummis war das erlebnis rückwirkend eigentlich total witzig.

heute abend gibt es dann matjesfilets mit sardellenpaste und eine ungarische fischsuppe, und fischstäbchen oder diese wunderbar öligen makrelen vom billa habe ich auch schon lang nicht gegessen. und sollte jemand bald in japan sein, ich würde mich über funazushi freuen.

was ich aus dem heutigen tag gelernt habe:
a) man muß die ferien ordentlich verabschieden, wenn man sich schon nicht auf die schule freut.
b) manches klingt nicht nur grauslich, sondern ist es auch.
c) die schweden sind ein spinnertes volk (darüber kann man sicher diskutieren).
d) facebookmenschen sind feig und unspontan.

20 jahre

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eigentlich hatte ich vor, das jubiläum irgendwie ausführlicher zu besprechen, aber so viel fällt mir dazu auch nicht ein. wenn mich nicht alles täuscht, bin ich heute vor 20 jahren mit meiner familie nach wien gezogen. jippie!

in den 20 jahren ist so viel passiert, daß ich eh nicht alles aufschreiben kann. 20 jahre sind eine sehr lange zeit, würde man meinen, und damals war die welt definitiv noch eine andere. bezeichnen ist, daß ich von diesen 20 jahren mehr als die hälfte mit meiner besseren hälfte erlebt habe, daß mich meine schulfreunde seit 16-19 jahren kennen und trotzdem noch immer aushalten und daß die experience schon ein fünftel dieser zeit existiert.

das wars eigentlich auch schon, man hat ja dieser tage nicht mehr ewig zeit, belanglosigkeiten zu bloggen.

making the band: the sequel

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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.

STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.

der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.

praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.

die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.

um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.

es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.

wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.

außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.

jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.

und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.

ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!

maturus 3

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dreizehn jahre ist es bei mir schon her, und ich bin noch immer nicht reif (außer für die ferien, das immer, außer natürlich in den ferien selbst. aber so ab dem ersten schultag). damals vor dreizehn jahren haben wir bei der maturafeier meine selbstkomponierte maturakantate gesungen, was sehr cool war, und das obwohl sie auch selbstgetextet war. irgendwo gibt es sogar noch ein legendäres video davon, haben wir zumindest vor drei jahren fürs maturatreffen ausgegraben, aber nachdem sich alle gesehen und für wahnsinnig uncool befunden haben (hey, das waren die 90er), ist es vermutlich irgendwo in der versenkung verschwunden.

der phänomenale (und etwas zu schwierige) schlußchor hatte am anfang den text "maturus 3 heißt reif, erwachsen", um dann mit einem durch den ganzen quintenzirkel mäandernden polyphonen "wir sind nicht reif" fortzufahren und zu enden. ich war damals jedenfalls sehr stolz darauf (und auf meine ganzen mitschüler, die es freundlicherweise gesungen haben).

mal sehen, was wir in eineinhalb wochen singen, aber meine maturanten sind auch nicht reif. gut, das ist am ende der 8. klasse offenbar so üblich, aber wir waren wenigstens bis auf einige wenige ausnahmen ganz gut auf die matura vorbereitet. ich kann vermutlich nicht für alle sprechen, aber ich habe all meine spezialgebiete tatsächlich vor weihnachten abgegeben. von meinen maturanten hat es gerade mal einer vor ostern geschafft, wenn ich mich recht erinnere, und von einem hab ich bis heute nicht wirklich was schriftliches bekommen (was an sich kein problem ist, muß ja nicht sein, aber wenn ich nicht weiß, was er gelernt hat, kann ich ihn irgendwas fragen, und das wiederum kann ein problem sein).

bei uns damals war es auch nicht üblich, literweise durch die matura zu rasseln, und die zwei, denen es damals doch passiert ist, haben es im herbst beim zweiten anlauf geschafft. wir haben am montag einen, der jetzt den vierten termin hat, wobei er einen nicht wahrgenommen hat. und vor ein paar monaten war er beim dritten termin auch nicht allein. hmm, sag ich nur.

ich habe meine eigene matura bzw. die meines jahrganges als sehr angenehm und positiv im kopf, auch wenn einige sicher zu kämpfen hatten. ich weiß aber noch, daß sehr viele von uns nach ihrer eigenen noch tagelang ausgeharrt haben, um den anderen mut einzuflößen, sie seelisch zu unterstützen, bei interessanten themen zuzuhören oder árons leider verlorengegangenen trickfilm "the snack" (ach, war das ein nachmittag damals, als wir ihn geschnitten haben... einer der coolsten tage ever) zu sehen.

vermutlich verkläre ich das jetzt ein bißchen, und ich bin sehr gespannt, wie die stimmung am montag sein wird. ich bin ein wenig nervös, ist ja mein erstes mal, seit ich zum feind übergelaufen bin, und ich hoffe, meine beiden montagsmaturanten enttäuschen nicht die hoffnungen, die ich in sie setze. sie sind ganz gut vorbereitet, und theoretisch können sie sich auch beide ganz gut ausdrücken (was am mittwoch nicht unbedingt so sein wird, wie ich fürchte). aber man weiß es ja nie.

außerdem muß ich mich festlich kleiden, was nach aussage meiner kolleginnen eindeutig einen anzug bedeutet, nach aussage der kollegen aber (schwarze) jeans mit sakko und eventuell, falls ich sowas zur hand habe, eine krawatte. ich hasse krawatten. und ich habe leider welche zur hand. ich glaube, ich werde eine art zwischenlösung anstreben, auch wenn mir noch nicht klar ist, wie sie aussehen könnte. blöd ist nur, daß ich am montag den ganzen vormittag unterrichten muß, also sollte ich bekleidungstechnisch eher modular konzipieren. und heiß wird es sicher auch...

außerdem, auch wieder ein grund zur nervosität, muß ich trompete spielen, weil nämlich eine meiner maturantinnen selbige als spezialgebietthema gewählt und ein stück für zwei selbige zum vorspielen vorgeschlagen hat. vorspielen ist ja grundsätzlich gut, lockert die stimmung und zählt nicht zur prüfung, kann also nix kaputtmachen, aber sehr viel zu einer wohlwollenden kommission beitragen. wäre da nicht der haken, daß ich auch spielen muß. ich hab das stück schon strategisch zusammengeschnitten, indem ich alle teile, die mir zu hoch/anstrengend/schwer waren, ihr zugeschanzt und mir stattdessen die einfachen parts geschnappt habe, aber das ist noch bei weitem keine garantie. und zu zweit auf zwei trompeten können wir erst am montag kurz vor der matura proben. doof.

eigentlich solle ich ja trompete üben statt zu bloggen. und dann muß ich mir nochmal meine fragen genau anschauen und überlegen, welche antworten ich hören will. und dann die fragen für mittwoch vorbereiten, was einigermaßen anstrengend sein wird. da soll noch einer sagen, die matura ist einfach...

hüdlihü und die uncoolnessblase

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vor einer weile, schätzungsweise in den 70ern, gab es in salzburg einen offizier namens wutschnik (-ig, -igg, whatever). so lautet zumindest die legende, die ich von der ex meines zaubernden schwagers (nix mehr mit in spe) gehört habe. und aus irgendeinem grund, der mir mitsamt des rests der legende entfallen ist, soll man, wenn jemand niest, statt "gesundheit" eben "wutschnik" sagen. so ohne pointe ist das nicht sehr lustig, aber man kann es ja trotzdem tun. was meine nunmehr offiziell besser hälfte (nicht offiziell besser, aber offiziell hälfte) und ich seit jahren praktizieren, leider ohne besondere ansteckungsergebnisse.

so ist es mit memen. sie können sich verbreiten, müssen aber nicht. besonders wenn ich an der sache beteiligt bin, sind meme eher lahm. was wir schon daran sehen können, daß nicht nur niemand außer uns in absehbarer zeit wutschnik sagen wird, sondern auch daß hüdlihü trotz dieses posts keine besondere verbreitung erfahren wird.

gestern auf der heimfahrt von podersdorf durfte ich einer jungen dame im zug zuhören, die ihren freundinnen ziemlich laut erklärt hat, daß hüdlihü ein von ihr erfundenes wort für die runde schachtel von eckerlkäse ist. für mich war eckerlkäse auch ein neues wort, aber es ist eigentlich ein sehr gutes wort für etwas, wofür ich sonst keinen namen kannte ["Gehandelt wird Schmelzkäse häufig in Form kleiner dreieckiger Scheibensegmente (streichfähig) in Alufolie", so wikipedia deutlich weniger effizient]. jedenfalls sagte sie, sie hätte hüdlihü schon allen erasmus-studenten in schweden eingetrichtert, und daß es jetzt die heilige pflicht ihrer freundinnen sei, das mem auch hierzulande zu verbreiten.

meine heilige pflicht ist es nicht, aber mein vergnügen (wird eh nix helfen). jedenfalls gibt es zur zeit zu hüdlihü nur einen google-treffer, bei dem es um alles andere als eckerlkäse geht, und nicht mal eine studivz-gruppe, was man von erasmus-studenten durchaus erwarten könnte. das heißt, ab morgen bin ich der erste google-treffer. yeah!

was leider an der coolness des mems nichts ändern wird. wie schon oben ausgeführt, bin ich ein absoluter coolness-killer. nicht nur was meme angeht, leider. zum beispiel ist studivz uncool geworden, nachdem ich mich angemeldet habe, und facebook steht (leider, denn es ist im gegensatz zu anderen networking-sites eine wirklich elegante, durchdachte, funktionierende und praktische sache) in kürze das gleiche bevor. ich bin sicher, sogar pflichttermin würde sofort einen drummer und einen bassisten finden, wenn ich aufhören würde (wir suchen schon seit einem guten jahr, ganz nebenbei).

coolness killen funktioniert sogar live. neulich in podersdorf (15 € eintritt, damit man 5,50 für ein "hühnerkebab", sprich fladenbrot mit gebratenen hendlstücken, die noch nie einen spieß gesehen haben, und currysauce, die am nächsten tag durchfall erzeugt, zahlen darf) ging so eine schöne uncoolnessblase mit mir durch die menge. wobei sich mir die coolness von so einer veranstaltung auch nicht ganz erschließt, besonders wenn die wuzzeltische absolut unter jeder kritik sind.

das schöne an der uncoolnessblase ist, daß man selbst sowie jeder, der sich darin befindet, die geschehnisse um einen herum total uncool finden darf. so fanden wir zb. thomas d. ein bißchen uncool (oder einfach nur nicht cool genug), und aloha from hell sogar so uncool, daß bodi und ich die ganze zeit das gleiche nirvana-lied zu ihren eher mäßig unterschiedlichen songs singen mußten. wir fanden es auch uncool, daß sabine bauchweh hatte. und im nachhinein finde ich äußerst uncool, daß ich julchen dort nicht gesehen habe und daß bei ihr zur selben zeit eingebrochen wurde.

eigentlich wäre hüdlihü ja ein schönes wort für die uncoolnessblase, wenn es nicht schon eine andere bedeutung hätte. und runde eckerlkäseschachteln haben bis auf die form wenig mit der uncoolnessblase gemein. zumindest bisher... wer weiß, vielleicht wird eckerlkäse ja jetzt uncool...?

meine stimme, das singen und ich...

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seit einiger zeit gehe ich wieder auf die uni, wenn auch nur in ein seminar, das die uni gütigerweise für studenten und lehrer gemeinsam anbietet, unter anderem damit beide gruppen von den erfahrungen der anderen profitieren können. das ganze heißt sehnsucht:singen (man beachte die hippe schreib:weise) und geht eigentlich genau um das.

der grundtenor (hmm, das war zufall, aber man sieht, das hier ist eine sehr gute gelegenheit für allerlei gesangsmetaphern) des seminars ist, daß man schülern unmittelbare musikalische erlebnisse bescheren soll, was am unaufwendigsten mittels singen geht. ich muß sagen, dem kann ich einiges abgewinnen, und ich bin in vorletzter zeit leider etwas von diesen unmittelbaren erlebnissen weggekommen, was ich in letzter zeit wiederum nachzuholen versuche.

seminarbegleitend sollen wir stichworte sammeln, was sich während der zeit zum thema "meine stimme, das singen und ich..." tut, weil wir wahrscheinlich in der letzten einheit mit unseren erkenntnissen arbeiten werden. ich schlage natürlich gern zwei fliegen mit einer klappe, wenn es leicht geht, und diesmal geht es leicht: blog und sammeln.

irgendwie war ich in den letzten jahren etwas gesangsfaul, zwar nicht in meinen bands, aber sowas wie chorsingen hat mich wenig interessiert, und im unterricht hab ich singen selten bis nie einfach um des singens willen eingesetzt, sondern eben fast ausschließlich zur erkenntnisgewinnung oder wissensvermittlung (ja, auch das geht). chorsingen interessiert mich zwar immer noch nicht besonders, aber die lust am singen bzw. am ausprobieren mit der stimme ist durchaus zurückgekommen, und auch das singen um des singens willen hat jetzt einen festen platz in vielen stunden. eigentlich ist es sogar eine relativ billige und einfache methode, (vor- und nachbereitungs)zeit zu sparen, so gesehen erfülle ich schon heute die ministerialen vorgaben.

am wochenende nach dem ersten seminar hab ich an einem obertongesangsworkshop teilgenommen, den eine ehemalige studienkollegin gänzlich ohne esoterischen hintergrund gehalten hat (dafür ist auch was weitergegangen, was man von eso-obertongesangsworkshops angeblich nicht behaupten kann). das hat in verbindung mit dem seminar auf der uni einiges in mir ausgelöst bzw. klar werden lassen. die wichtigste erkenntnis beim obertonsingen ist: vor dem klingen kommt das hören. am anfang hört man nämlich gar nicht, was man da tut, und nicht weil man es noch nicht kann, sondern weil man nicht gewohnt ist, darauf zu hören. die obertöne sind ja immer da, wir nehmen sie nur nicht isoliert wahr, sondern hören sie nur als klangfarbe. man braucht einen guten halbtag, bis man ungefähr erahnt, was man da überhaupt produziert. und das hören braucht es aber, um die obertöne dann halbwegs klar isolieren und steuern zu können.

praktischerweise ging es dann in der zweiten seminareinheit auch ums hören bzw. um stille, und wir haben ein paar sehr schöne übungen dazu gemacht, die ich sogar erfolgreich in meinem unterricht reproduzieren konnte (was sonst nicht unbedingt der fall ist. also das reproduzieren schon, das erfolgreich nicht unbedingt). jetzt mache ich in einigen klassen regelmäßig zuhörübungen, und das trägt schon erste früchte. wobei damit definitiv nicht gemeint ist, irgendwelche intervalle oder formen zu hören (das mache ich auch immer wieder, aber das ist eher kapitel erkenntnisgewinnung), sondern einfach zuhören als elementare und heute sehr selten gewordene erfahrung mit unterschiedlichen anleitungen und aufgabenstellungen.

im bezug auf meine stimme hat sich nicht so viel getan, außer daß ich jetzt auch ein bißchen obertonsingen kann und mich autodidaktisch auch am untertonsingen versuche. beides wirkt sich glaube ich auch auf die stimme aus, aber noch mehr auf die wahrnehmung, und die ist glaube ich deutlich sensibler geworden, und zwar in viele richtungen. richtig cool ist zb., daß man, wenn die akustik halbwegs stimmt und man gerade durch stundenlanges obertonsingen sensibilisiert worden ist, in der eigenen sprechstimme die obertöne hört, die je nach vokal schön die obertonreihe rauf- und runtersausen. als hätte man einen vogel (bezogen aufs zwitschern natürlich, nicht auf irgendwas anderes).

im seminar müssen wir auch eine vokale mutprobe für uns ausdenken und uns ihr stellen. meine ist, mal mit einer expertengruppe vokal zu arbeiten. praktischerweise reicht mir schon die expertenheit der gruppe im seminar, da sitzen ja recht versierte musikstudenten und auch ein paar musiklehrer drin, also vom niveau her ist das so ungefähr das höchste, womit zu arbeiten ich je die gelegenheit hatte. das ist für mich durchaus eine mutprobe, denn abgesehen von 2-3 ensembleleitungsstunden anno dazumal habe ich noch nie was vergleichbares mit profis gemacht, und das war auch nicht vergleichbar.

ich habe mich, nachdem ich schon das vorletzte mal meine mutprobe bekanntgegeben habe, schon darauf eingestellt, beim letzten mal spontan was machen zu müssen, aber ich habe nur den auftrag bekommen, das nächste oder übernächste mal spontan was zu machen. jetzt weiß ich nicht ganz, was.

einerseits würde ich gern ein bißchen was anderes machen, als was wir sonst so tun (nämlich singen), zum beispiel sowas wie beatboxen, andererseits wäre das zwar eine vokale betätigung, aber keine mutprobe, denn auf dem gebiet bin ich der gruppe vermutlich (von eventuellen ausnahmen abgesehen) ein wenig voraus. wäre natürlich billig, meine mutprobe ohne mutprobe hinter mich bringen zu wollen, also nein, so nicht. stattdessen denke ich mir jeden tag irgendwas neues aus oder krame was aus meinem gedächtnis hervor, kleine kanons und sowas, und aus diversen gründen fallen sie doch immer durch, und ich muß mir was neues ausdenken oder aus meinem gedächtnis hervorkramen. kreativer zwang sozusagen. ganz schrecklich. das hilft nur ein kräftiges OooMmm...

blues [blu:s], der; -, - (dialektik und didaktik des ~)

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es ist eigentlich zufall, aber irgendwie doch nicht, jedenfalls passiert es immer wieder, daß ein unterrichtsthema in verschiedenen klassen und schulstufen, oft auch von ganz verschiedenen seiten kommend, mehr oder weniger gleichzeitig behandelt wird. ich mache meine jahresplanung sicher nicht extra danach, aber manchmal taucht etwas zeitnah in verschiedenen umgebungen auf und kumuliert dann aufgrund des betriebenen aufwandes und benötigten materials. letztes schuljahr waren es zum beispiel diverse mittelalterliche themen, wobei das in erster linie am mittelalter-schwepunkt lag, dieses jahr unter anderem der generalbass, und der nächste heiße kandidat ist haydn. im moment ist es jedoch der blues, und das paßt mal wieder auch auf anderen ebenen.

mir liegt der blues ziemlich am herzen, weil sich im wesentlichen die gesamte pop- und rockgeschichte auf irgendwelche spielarten dessen zurückführen läßt. die abstammung ist nicht immer ganz offensichtlich, aber gerade das ist ja so spannend daran. und faszinierend ist der blues allemal, weil er seit gut 100 jahren nach den selben einfachen prinzipien funktioniert und sein wesen beibehält, obwohl er sich sehr gut in verschiedene strömungen und moden integrieren kann.

eines dieser prinzipien ist das blues-schema, und das bedeutet, ich kann mal wieder ein wenig musiktheorie hineinstreuen, aber es wird nicht viel, versprochen. beeindruckend am blues-schema ist ihre einfachheit und ihr gleichzeitiges potential zur vielschichtigkeit. außerdem fällt es aus dem rahmen üblicherweise symmetrisch oder periodisch gebauter musikalischer formen, ohne daß das irgendwem unangenehm auffallen würde.

wie man weiß, hat das blues-schema drei zeilen, in deren erster sich fast nix, der zweiten nicht viel und der dritten dafür umso mehr tut. es kommt mit den drei hauptstufen aus und wäre daher eindeutig durbezogen und diatonisch, was allerdings durch andere elemente des blues verwischt wird. mit stufenbezeichnungen sieht es in der einfachsten üblichen form so aus:

I - I - I - I
IV - IV - I - I
V - IV - I - (V)

das ist noch nicht sonderlich spektakulär, und statistiker würden sofort anmerken, daß sieben der zwölf akkorde auf der ersten stufe stehen. die V. kommt überhaupt nur einmal, am anfang der dritten zeile, tatsächlich stilbildend zum tragen, am ende ist sie nämlich nur ein sogenanntes turnaround, also eine kadenz zur I. stufe des anfangs zurück, und kann auch weggelassen werden. aber gerade durch dieses statistische ungleichgewicht ist das funktionale gewicht der IV. und V. stufe umso höher, und irgendwie ist es beim blues nicht die I. stufe, die man herbeisehnt, sondern die anderen beiden.

die dreizeiligkeit wird in vielen (nicht allen) songs, die auf dem blues-schema basieren, textlich auf eine interessante art und weise unterstützt, indem die erste textzeile wiederholt wird (melodisch übrigens meistens auch). klassische bluestexte haben also nur zwei geschriebene textzeilen pro strophe, wobei die wiederholung in verbindung mit dem harmonieschema eine ganz andere wirkung hat.

man könnte fast sagen, der blues sei eine dialektische form. die erste zeile, durchgehend auf der I. stufe, ist sozusagen die these. die zweite bekommt allerdings durch den wechsel auf die IV. stufe eine ganz andere ausstrahlung, und zumindest ich nehme sie trotz der gleichbleibenden melodie und der wörtlichen wiederholung des textes ganz anders, nämlich als eine art antithese wahr. für mich ist der blues dadurch im hinblick auf die verschmelzung von musik und text bzw. auf die ausdeutung des textes durch die musik eine der intensivsten musikformen überhaupt.

die dritte zeile, in der zum ersten und zum letzten mal die V. (an dieser stelle ganz und gar nicht dominante!) stufe betreten wird, wirkt musikalisch wie meist auch textlich als synthese, pointe, schlußfolgerung oder wie man sie auch haben oder hören will. und ich glaube, daß diese klassische dreiteiligkeit dazu führt, daß man den blues als eine kompakte, geschlossene, logisch notwendige form hört - bzw. zumindest nicht als schief, assymetrisch oder sowas. die logiker unter uns könnten natürlich statt meinen dialektischen termini auch ihre eigenen nehmen und von prämissen und konklusion sprechen, das käme wohl auch hin.

soviel zur theorie. in der praxis ist es gar nicht so einfach, den blues rüberzubringen (vielleicht gilt hier: entweder man hat ihn oder auch nicht). es ist für schüler oft sehr witzig und interessant, die erfahrung zu machen, daß ihnen zu einem bloßen, von melodie und text befreitem instrumentalen blues-schema sofort zehn verschiedene lieder einfallen (und wenn nicht, brauche ich nur einige melodiefetzen anbieten), allerdings scheint sich das erwachte interesse sehr schnell wieder zu legen. das ist schade, weil meiner meinung nach das bißchen theoretischer einblick sehr viel zur faszination des blues beiträgt.

die praktische beschäftigung damit hat meiner bisherigen erfahrung nach auch noch nicht viel mehr interesse wecken können. es ist recht simpel, selbst mit einer supplierten zweiten klasse in einer einzigen stunde brauchbare blues-schemata zu erarbeiten, zumindest mit bass und schlagzeug, aber zum beispiel mein wahlpflichtfach weigert sich recht konsequent, ein bißchen weiter in die materie hineinzutauchen. dabei kommen sie nicht drum rum, weil von selber lernen sie nicht spielen, und die einfachste möglichkeit, mehrere lieder ohne mehraufwand zu lernen oder eine gute grundlage zum improvisieren zu haben, bietet nun mal der blues. da werden wir also noch einige wochen investieren.

gleichzeitig führt diese erfahrung nebst anderen bei mit zu einer klassischen blues-stimmung. irgendwie freuts mich im moment nicht so. dabei ist es gar nicht november. ich weiß nicht genau, wieso junge leute, die sich selbst als auf diesem gebiet wißbegierig bezeichnen, von mir erwarten, ihnen alles hinterherzutragen und ins hirn zu stopfen (bildlich gesprochen wohlgemerkt, bevor sich irgendwelche rechtlichen konsequenzen daraus ergeben sollten), ohne dabei ohren und augen aus eigener kraft aufzumachen. ich wüßte sehr gern, was ich anders machen soll, und bin für konstruktive vorschläge offen. aber wenns mir keinen spaß macht, müssen wir ja genau diese dinge gar nicht machen, das musikbuch bietet genügend andere themen, die ich gleichermaßen faszinierend finde.

homo bürokraticus

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sehr schöne sache. ich muß für die bundesrepublik österreich ein von der republik ungarn ausgestelltes schriftstück X produzieren, das beweisen soll, daß ich x bin (was das inhaltlich ist, ist unerheblich, und man kann es sich eh denken). nun, das vorhaben hat mich von anfang an etwas verstört, kann ich doch getrost davon ausgehen, daß die republik ungarn seit gut 20 jahren nicht wirklich was über mich weiß - schon gar nicht, ob ich x bin oder nicht.

im naiven glauben, ein reisepass und eine geburtsurkunde würden ausreichen, ging ich mit meinem reisepass und meiner nigelnagelneuen geburtsurkunde (eigentlich auszug aus dem geburtenbuch, aber das ist in ungarn das selbe) (nigelnagelneu deswegen, weil ich meine alte, sprich originale, schon länger nicht gesehen habe, obwohl ich an all den üblicherweise zu erwartenden stellen nachgeschaut habe) (sind solche doppel- bzw. jetzt sogar dreifachklammern überhaupt erlaubt? ich weiß, ich hätte es auch eleganter lösen können, indem ich die zweite gleich nach nigelnagelneu eingefügt hätte, aber jetzt ist es wohl zu spät.) zur botschaft. nach einer kurzen suche (sie hat sich versteckt! das letzte mal war sie noch woanders!) habe ich die botschaft, die konsularabteilung und eine gerade nicht beschäftigte ansprechpartnerin gefunden.

ich habe ihr mein anliegen vorgetragen, worauf sie mir mit einem müden lächeln die unmöglichkeit meines vorhabens mitteilte: das ganze geht natürlich nur in begleitung, also brauche ich es allein gar nicht erst versuchen. und außerdem reichen meine schriftstücke sicher nicht aus, aber das weiß sie nicht so genau, und ich soll bitte auf die zuständige dame warten.

nach einer ganzen weile kam dann eine andere, offenbar halb zuständige dame, die mir einen zettel, der die ganze zeit in reichweite des schalters und daher auch der ersten dame lag, unter die nase hielt, die eine wunderbar ausführliche liste aller erforderlichen schriftstücke enthielt. unter anderem würden sie all meine meldezettel seit meiner ankunft nach österreich vor 20 jahren brauchen, weiters diverse bestätigungen, die bestätigen, daß ich einen wohnsitz in ungarn habe, daß ich keinen wohnsitz in ungarn habe, daß ich mich erlaubterweise in österreich aufhalte (erlaubt nicht durch die bundesrepublik, denn das dürfte aus aufenthaltsgenehmigung und tonnen von meldezetteln ersichtlich sein, sondern durch die republik ungarn) und sowas.

ja, das habe ich mir auch schon gedacht: es ist mathematisch unmöglich, all diese schriftstücke vorzulegen, weil sie einander teilweise widersprechen. aber, das sagt mir mein gesunder menschenverstand, es würde vermutlich ausreichen, einfach meinen status mit tonnen von papier zu belegen, und es würde schon klappen. vermutlich deswegen, weil man es nie so genau weiß.

ich habe mir also diverse weiterführende unterlagen organisiert. eine besagt, daß ich in ungarn nicht mehr gemeldet bin (zumindest dort nicht, wo ich vorher gemeldet war, aber wo das war, mußte ich nicht nachweisen, also ist da schon eine potentielle lücke gegeben), eine andere ist die bestätigung, daß ich ungarn tatsächlich verlassen habe und nicht mehr dort wohne. redundant, würdet ihr sagen, aber das ist bei solchen dingen nie falsch.

mit wie ich dachte allen erforderlichen dokumenten ging ich wieder zur botschaft, einfach mal um zu fragen, ob ich denn nun wirklich alles habe. die selbe dame wie letztens schaute sich meine papiere mit hilfe der genannten liste an, sagte, daß sie glaube, es würde passen, aber ich soll mal auf die zuständige dame warten. die andere, halb zuständige, war auch in der nähe, fühlte sich aber diesmal offenbar ganz und gar unzuständig. also setzte ich mich hin.

in der knappen halben stunde (ich weiß, das ist für amtswege nicht sonderlich lang, aber dafür, daß ich nur fragen wollte, ob alles paßt, meiner meinung nach schon) habe ich bekanntschaft mit diversen persönlichen schicksalen und ihrem kampf gegen die bürokratie machen dürfen. aus datenschutzgründen und weil sie nacherzähl nicht halb so spektakulär sind wie in echt, werde ich sie nicht nacherzählen.

nach der halben stunde ging ich wieder zum schalter und drängelte mich frech vor. manche leute müssen ja arbeiten, und die schule wartet nicht, und meine unterlagen lagen direkt beim schalter, aber auf der innenseite. ich bat die dame, mir selbige wieder auszuhändigen oder einfach frech zur zuständigen dame vorzudringen und sie um begutachtung meiner dokumente bitten, was sie auch tat, wenngleich widerwillig.

die diagnose der expertin lautete: fast vollständig. ein schriftstück (dasjenige, das beweist, daß ich an meinem ehemaligen wohnsitz nicht mehr gemeldet bin) muß ich mir auch original schicken lassen, das war nur eine kopie (das sehe ich fast noch ein, selbst wenn es ob dieser redundanz nicht unbedingt notwendig wäre. amtspersonen haben eine natürlich abneigung gegen kopien, das verstehe ich.), und mein aktueller meldezettel ist ihnen zu alt. ich meine, hallo, meldezettel! hat jemand in österreich jemals was anderes gebraucht, um seinen meldestatus zu bestätigen? nein. wieso dann gerade für die ungarn? aber gut.

nächste station: bezirksamt brigittenau, meldedingsbums. da gab es dann auch so moderne errungenschaften wie nummern, und ich hatte sogar eine, die bald dran war. bald ist relativ, aber drei nummern lang warten ist durchaus im rahmen des erträglichen. da habe ich dann bei einer freundlichen und überraschend sympatischen dame mein bedürfnis nach einer meldebestätigung vorgebracht und mit einem amtlichen lichtbildausweis unterstrichen. sie fand meine daten im computer und begann sie umständlich per hand auf ein formular zu schreiben. ich saß daneben und sah ihr beim handschreiben zu.

als sie dann fertig war, mußte ich mit einem ausdruck (wo kam der denn plötzlich her?) zur kassa, um meine drei obulonen zu entrichten. drei nur deshalb, weil ich die bestätigung der ungarischen botschaft widmen (sonst 13,20 € zeugnisgebühr) und weil ich die dame den wisch selbst handschriftlich schreiben ließ (sonst 13,20 € antragsgebühr! offenbar ist das selber schreiben weniger aufwendig als das lesen meiner schrift). auf dem weg zur kassa im dritten stock sah ich einige schicksalsgenossen, die in bester asterix- und obelixmanier (asterix erobert rom, 1975) die stufen rauf- und runterhetzen mußten, von schalter zu schalter. ich mußte nur einmal hinauf und dann wieder runter (ich bin bei behördengängen schon sowas wie ein profi, bei mir klappt das meiste beim ersten versuch) und durfte dann sogar ganz ohne nummer wieder ins zimmer und meine meldebestätigung abholen, die in der zwischenzeit (etwa 2 minuten) auf wundersame weise aus dem drucker wuchs. das ganze hat nur ein handbeschriebenes und drei quasi identische, ca. zu je einem fünftel bedruckte A4-blätter verbraucht, natürlich exklusive der eigentlichen bestätigung.

jetzt muß ich nur noch auf mein original aus ungarn warten, und dann kann ich endlich mit meiner begleitperson zur botschaft, wo ich nur noch die zuständige dame zu gesicht bekommen muß. ich bin sicher, irgendwas wird ihr nicht passen, aber diesmal ist mir das egal. denn wie ich mitgekriegt habe, läuft es jetzt eh auf folgendes hinaus:

die republik ungarn kann nicht bestätigen, daß ich x bin. dazu ist sie nicht in der lage, weil ich nicht in ungarn registriert bin. die ganzen dokumente brauche ich nur, um das beweisen zu können. ich muß ihnen also beweisen, daß sie nix über mich wissen. und wenn das geklappt hat, darf ich eine erklärung abgeben, daß ich x bin. nachdem ich alles andere schriftlich belegen mußte, werden sie mir genau das wesentliche einfach so glauben und mir ein zeugnis darüber ausstellen. und die bundesrepublik österreich wird ihnen das abnehmen.

denkt ihr das selbe was ich denke? ja, es ginge auch einfacher - es würde ja reichen, wenn mir die bundesrepublik diese erklärung abnehmen würde. hier bin ich ja lückenlos belegt und registriert, dokumentiert und alles. eigentlich, aber das sage ich nur unter vorgehaltener hand, müßte ich strenggenommen ja gar nichts dergleichen erklären oder belegen, weil die bundesrepublik die erste instanz wäre, die wüßte, wenn ich nicht x wäre... denn wenn sich der zustand ändert (das steht bald bevor, dafür brauch ich ja erst den ganzen papierkram), ist die bundesrepublik live dabei.

na jedenfalls scheint die ganze odyssee auf ein ziel zuzusteuern. wenn ich das original aus ungarn habe und mit meiner begleitperson bei der botschaft nach stundenlangem warten die erklärung abgeben durfte, werde ich noch gerichtlich beglaubigte übersetzungen anfertigen lassen dürfen, und schon kann ich alle unterlagen bei der bundesrepublik einreichen. übersetzungen deswegen, weil a) nicht davon auszugehen ist, daß eine österreischische vertretung der republik ungarn in einer anderen als der ungarischen sprache irgendwelche zeugnisse ausstellen kann und b) die bundesrepublik österreich nicht einmal mit einer in drei sprachen (u, e, f) ausgestellten geburtsurkunde viel anfangen kann.

immerhin habe ich im zuge der suche nach meinen alten meldezetteln meine originale geburtsurkunde gefunden. jetzt habe ich also zwei. man weiß ja nie, wo diese dünnen biester immer verschwinden, ich habe diverse dokumente doppelt, und das ist gut so (jetzt wißt ihr auch, wieso ich so ein profi bin - übung macht den meister). so kann ich mir also ein amtsschimmelkäsebrot gönnen und auf meinem amtsschimmel dem sonnenuntergang entgegenreiten. yippieh!