in letzter zeit hört man immer wieder von einem bereits 2001 erfundenen begriff für die generationen, die mit den digitalen medien aufgewachsen sind und sich daher mit bzw. in ihnen zuhause fühlen (sollen). nach der ursprünglichen definition beginnt man die digital natives so ab geburtsjahrgang 1980 zu zählen, und da ich aus einer informatikerfamilie komme und schon relativ früh kontakt mit computern hatte, würde ich mich hier durchaus dazuzählen.
in dem sinne allerdings, in dem der begriff in den österreichischen medien verwendet wird, wären in erster linie eher meine schüler digital natives, weil sie wirklich von klein auf kontakt mit computern, internet, mp3, mobiltelefonie und sowas hatten. und ich muß sagen, das ist wirklich eine andere generation, zu der ich mich sicher nicht zugehörig fühle.
auf dem papier zeichnen sich digital natives unter anderem dadurch aus, daß sie sich wie selbstverständlich auf dem schlüpfrigen parkett der digitalen medien bewegen, vernetzt agieren, den direkten informationszugriff schätzen und exzessiv verwenden, informationen schneller verarbeiten und sowas. und auf dem papier klingt das auch richtig toll.
ich weiß nicht ganz genau, woran es liegt, aber offenbar habe ich es tagtäglich mit einer ganz und gar unrepräsentativen gruppe angeblicher digital natives zu tun. ich werde sie nicht namentlich erwähnen, aber ich vermute, daß einige von ihnen digital naiv genug sind, um sich hier in dem einen oder anderen kommentar zu outen.
erstens gibt es die besonders coolen schüler, die auf ihrem nigelnagelhyperneuen mac mitschreiben, wenn es der lehrer erlaubt (wenn er es nicht erlaubt, schreiben sie demonstativ nicht mit, weil sie nix analoges mithaben). das wäre ja an sich nix schlimmes, solange sie nicht, wenn der laptop dann mal den geist aufgibt (was bei nigelnagelhyperneuen rechnern eigentlich seltener passieren sollte als es passiert), komplett aufgeschmissen wären, sprich mitschriften-, hausübungs- und ahnungslos. oder wenn sie ein stundenprotokoll zwar gemacht, aber nicht ausgedruckt haben, weil der drucker nicht geht. auf die idee, daß sie es dann auch mailen könnten, kommen nur die wenigsten.
daß die digitale umwelt auch tatsächliche vernetzung über MSN hinaus erlaubt, ist auch nicht selbstverständlich. ich wurde letztens gebeten, besagte stundenprotokolle, die in einer öffentlich zugänglichen mappe rumstehen und jederzeit zum kopieren von mir verborgt werden würden, doch gleich pauschal immer für alle herumzukopieren, damit niemand außer dem jeweiligen protokollanten mitschreiben muß. daß ein protokoll nicht immer alles enthält, was für den einen oder anderen, der selbst mitschreibt, festhaltenswert wäre (ich schau zwar immer grob drüber, ob das wichtigste eh drinsteht, aber es gibt ja auch noch in der 8. klasse schülerInnen, die sich zur sicherheit die reihenfolge der töne notieren, wenn wir sie wiederholen), ist dabei ebensowenig eine überlegung wert, wie das übliche schicksal der zetteln, die ich kopiere und nach der stunde wieder vom boden einsammle. aber daß sie sich gegenseitig die stundenprotokolle einfach mailen könnten, ist offenbar komplett außerhalb der weltsicht meiner digitalen nativlinge.
alte menschen wie ich mußten mühsam lernen, dokumente, an denen wir gearbeitet haben, immer wieder zu speichern (und vielleicht auch backups zu machen). ich gehöre wohl zu den wenigen, die das glück hatten, nie eine längere ungespeicherte arbeit verloren zu haben, und auch meine größtenteils ungebackupte festplatte hat sich noch nie verabschiedet (ich hab mir gerade dreimal über die schulter gespuckt und etliche holzgegenstände zerklopft). aber ich kann mit stolz behaupten: wir haben es gelernt! und dabei auch festgestellt, daß die meisten programme zumindest nach einstellung diverser hebel und schrauben durchaus auch bereit und in der lage sind, in regelmäßigen abständen selbst zu speichern.
wenn ich allerdings einen absolut rohen CD-rohling bekomme, auf der sich idealerweise ein selbst bearbeitetes MP3 befinden soll, und zwar mit der erklärung, das programm sei abgestürzt, als die bereits vier stunden lang bearbeitete und bis dahin ungespeicherte datei sich nicht direkt auf der CD speichern ließ, wundere ich mich schon. wenn auf der CD statt MP3 nur ein bloßes audacity-projekt ohne die notwendigen datenordner drauf ist, sage ich ja gar nichts, aber komplett leer? hallo?
sehr schön finde ich auch die ausrede, ein auf papier abgegebenes, nicht ganz meinen wünschen und vorstellungen entsprechendes und daher zurückgegebenes dokument eine woche später unverändert wiederzubekommen, weil die originaldatei bereits gelöscht worden ist, weil "ich geglaubt hab, ich brauchs eh nimma". in diesem speziellen fall wäre zumindest der drucker vermutlich funktionstüchtig gewesen, aber wenn die sonstige statistik stimmt, ist auf dem druckersektor technisch sowieso einiges faul.
heute habe ich eine wunderbare mail bekommen, in der der admin eines klassenforums die (übrigens zu etwa 50% neue und daher auf diesem gebiet unwissende) klasse einlädt, das erneuerte forum bitte zu nutzen. ich bin gespannt, wann die URL nachkommt.
auch die schnelle informationsverarbeitung aus der digital-natives-legende muß ein mißverständnis sein. wenn damit gemeint ist, daß es schnell geht, information vom bildschirm auf ein ausgedrucktes blatt zu verarbeiten, dann bin ich, sofern die druckermafia mitspielt, tatsächlich beeindruckt. allerdings passiert es dabei äußerst selten, daß auf den solchermaßen erstellen handouts, hausübungen usw. nicht noch das impressum der jeweiligen seiten, irgendwelche weiterführenden links und sowas zu finden sind. daß die kinder ihre eignenen texte vorlesen können oder gar verstehen, ist trotz all meiner bemühungen bloßes wunschdenken.
das sind allerdings alles ausnahmesituationen, da könnte ich doch glatt drüber hinwegsehen. es gibt aber eine sache, die ich nie verstehen werde.
es sitzen in einer durchschnittlichen klasse inzwischen gut 3-4 kinder mit iphone und etliche andere mit anderen internettauglichen gerätschaften. sie dürfen sie laut hausordnung normalerweise nicht verwenden, was sie allerdings nicht davon abhält, es zu tun, und ich habe gelernt, das zum vorteil aller zu nutzen. letztens haben wir zum beispiel das seikilos-lied auf youtube gesucht und abgespielt, weil ich mein handy mit dem MP3 im lehrerzimmer vergessen habe, und auch beim lustigen musikgeschichtespiel war es sehr praktisch, als es um die geburtsdaten von michael jackson und madonna ging. so gesehen finde ich es echt toll, daß die kinder heutzutage ihre ausgelagerte intelligenz einfach so mitnehmen können.
dann wiederum stehe ich oft vor fragen, die a) mit dem stoff oder meinem fach überhaupt nichts zu tun haben, b) mit meiner person überhaupt nichts zu tun haben und c) durch einfaches googlen oder wikipedieren innerhalb weniger sekunden zu beantworten wären, was, wie ich gerade ausgeführt habe, technisch ohne weiteres möglich wäre. und ich blicke dann in die verständnislosen augen von zig digitalen eingeborenen, die mich ansehen, als wäre ich von einem anderen planeten, wenn ich vorschlage, in dieser frage doch einfach das internet zu bemühen.
ich sehe, wie die theorie, also durchaus eine tatsächliche kluft zwischen meiner generation und der heutigen AHS-schülerInnenschaft. wer allerdings sich intelligenter in der welt der digitalen medien bewegt, wer informationen schneller verarbeiten kann, wer vernetzt agiert, darin gehe ich wohl nicht mit der theorie konform.
gestern habe ich allerdings etwas gefunden, was für mich erklärt, wieso die kinder der 90er (und damit meine ich jene, die tatsächlich in den 90ern geboren wurden) sich auf facbook so wohl fühlen. ich habe ein paar gegenüberstellungen gemacht mit kinderbüchern aus den spätern 90ern, man beachte die inhaltliche und farblich-typographische übereinstimmung:
wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.
man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.
meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...
ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:
außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.
die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.
gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!
hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.
die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.
zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.
die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.
eigentlich hatte ich vor, das jubiläum irgendwie ausführlicher zu besprechen, aber so viel fällt mir dazu auch nicht ein. wenn mich nicht alles täuscht, bin ich heute vor 20 jahren mit meiner familie nach wien gezogen. jippie!
in den 20 jahren ist so viel passiert, daß ich eh nicht alles aufschreiben kann. 20 jahre sind eine sehr lange zeit, würde man meinen, und damals war die welt definitiv noch eine andere. bezeichnen ist, daß ich von diesen 20 jahren mehr als die hälfte mit meiner besseren hälfte erlebt habe, daß mich meine schulfreunde seit 16-19 jahren kennen und trotzdem noch immer aushalten und daß die experience schon ein fünftel dieser zeit existiert.
das wars eigentlich auch schon, man hat ja dieser tage nicht mehr ewig zeit, belanglosigkeiten zu bloggen.
ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.
STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.
der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.
praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.
die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.
um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.
es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.
wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.
außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.
jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.
und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.
ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!
dreizehn jahre ist es bei mir schon her, und ich bin noch immer nicht reif (außer für die ferien, das immer, außer natürlich in den ferien selbst. aber so ab dem ersten schultag). damals vor dreizehn jahren haben wir bei der maturafeier meine selbstkomponierte maturakantate gesungen, was sehr cool war, und das obwohl sie auch selbstgetextet war. irgendwo gibt es sogar noch ein legendäres video davon, haben wir zumindest vor drei jahren fürs maturatreffen ausgegraben, aber nachdem sich alle gesehen und für wahnsinnig uncool befunden haben (hey, das waren die 90er), ist es vermutlich irgendwo in der versenkung verschwunden.
der phänomenale (und etwas zu schwierige) schlußchor hatte am anfang den text "maturus 3 heißt reif, erwachsen", um dann mit einem durch den ganzen quintenzirkel mäandernden polyphonen "wir sind nicht reif" fortzufahren und zu enden. ich war damals jedenfalls sehr stolz darauf (und auf meine ganzen mitschüler, die es freundlicherweise gesungen haben).
mal sehen, was wir in eineinhalb wochen singen, aber meine maturanten sind auch nicht reif. gut, das ist am ende der 8. klasse offenbar so üblich, aber wir waren wenigstens bis auf einige wenige ausnahmen ganz gut auf die matura vorbereitet. ich kann vermutlich nicht für alle sprechen, aber ich habe all meine spezialgebiete tatsächlich vor weihnachten abgegeben. von meinen maturanten hat es gerade mal einer vor ostern geschafft, wenn ich mich recht erinnere, und von einem hab ich bis heute nicht wirklich was schriftliches bekommen (was an sich kein problem ist, muß ja nicht sein, aber wenn ich nicht weiß, was er gelernt hat, kann ich ihn irgendwas fragen, und das wiederum kann ein problem sein).
bei uns damals war es auch nicht üblich, literweise durch die matura zu rasseln, und die zwei, denen es damals doch passiert ist, haben es im herbst beim zweiten anlauf geschafft. wir haben am montag einen, der jetzt den vierten termin hat, wobei er einen nicht wahrgenommen hat. und vor ein paar monaten war er beim dritten termin auch nicht allein. hmm, sag ich nur.
ich habe meine eigene matura bzw. die meines jahrganges als sehr angenehm und positiv im kopf, auch wenn einige sicher zu kämpfen hatten. ich weiß aber noch, daß sehr viele von uns nach ihrer eigenen noch tagelang ausgeharrt haben, um den anderen mut einzuflößen, sie seelisch zu unterstützen, bei interessanten themen zuzuhören oder árons leider verlorengegangenen trickfilm "the snack" (ach, war das ein nachmittag damals, als wir ihn geschnitten haben... einer der coolsten tage ever) zu sehen.
vermutlich verkläre ich das jetzt ein bißchen, und ich bin sehr gespannt, wie die stimmung am montag sein wird. ich bin ein wenig nervös, ist ja mein erstes mal, seit ich zum feind übergelaufen bin, und ich hoffe, meine beiden montagsmaturanten enttäuschen nicht die hoffnungen, die ich in sie setze. sie sind ganz gut vorbereitet, und theoretisch können sie sich auch beide ganz gut ausdrücken (was am mittwoch nicht unbedingt so sein wird, wie ich fürchte). aber man weiß es ja nie.
außerdem muß ich mich festlich kleiden, was nach aussage meiner kolleginnen eindeutig einen anzug bedeutet, nach aussage der kollegen aber (schwarze) jeans mit sakko und eventuell, falls ich sowas zur hand habe, eine krawatte. ich hasse krawatten. und ich habe leider welche zur hand. ich glaube, ich werde eine art zwischenlösung anstreben, auch wenn mir noch nicht klar ist, wie sie aussehen könnte. blöd ist nur, daß ich am montag den ganzen vormittag unterrichten muß, also sollte ich bekleidungstechnisch eher modular konzipieren. und heiß wird es sicher auch...
außerdem, auch wieder ein grund zur nervosität, muß ich trompete spielen, weil nämlich eine meiner maturantinnen selbige als spezialgebietthema gewählt und ein stück für zwei selbige zum vorspielen vorgeschlagen hat. vorspielen ist ja grundsätzlich gut, lockert die stimmung und zählt nicht zur prüfung, kann also nix kaputtmachen, aber sehr viel zu einer wohlwollenden kommission beitragen. wäre da nicht der haken, daß ich auch spielen muß. ich hab das stück schon strategisch zusammengeschnitten, indem ich alle teile, die mir zu hoch/anstrengend/schwer waren, ihr zugeschanzt und mir stattdessen die einfachen parts geschnappt habe, aber das ist noch bei weitem keine garantie. und zu zweit auf zwei trompeten können wir erst am montag kurz vor der matura proben. doof.
eigentlich solle ich ja trompete üben statt zu bloggen. und dann muß ich mir nochmal meine fragen genau anschauen und überlegen, welche antworten ich hören will. und dann die fragen für mittwoch vorbereiten, was einigermaßen anstrengend sein wird. da soll noch einer sagen, die matura ist einfach...
seit einiger zeit gehe ich wieder auf die uni, wenn auch nur in ein seminar, das die uni gütigerweise für studenten und lehrer gemeinsam anbietet, unter anderem damit beide gruppen von den erfahrungen der anderen profitieren können. das ganze heißt sehnsucht:singen (man beachte die hippe schreib:weise) und geht eigentlich genau um das.
der grundtenor (hmm, das war zufall, aber man sieht, das hier ist eine sehr gute gelegenheit für allerlei gesangsmetaphern) des seminars ist, daß man schülern unmittelbare musikalische erlebnisse bescheren soll, was am unaufwendigsten mittels singen geht. ich muß sagen, dem kann ich einiges abgewinnen, und ich bin in vorletzter zeit leider etwas von diesen unmittelbaren erlebnissen weggekommen, was ich in letzter zeit wiederum nachzuholen versuche.
seminarbegleitend sollen wir stichworte sammeln, was sich während der zeit zum thema "meine stimme, das singen und ich..." tut, weil wir wahrscheinlich in der letzten einheit mit unseren erkenntnissen arbeiten werden. ich schlage natürlich gern zwei fliegen mit einer klappe, wenn es leicht geht, und diesmal geht es leicht: blog und sammeln.
irgendwie war ich in den letzten jahren etwas gesangsfaul, zwar nicht in meinen bands, aber sowas wie chorsingen hat mich wenig interessiert, und im unterricht hab ich singen selten bis nie einfach um des singens willen eingesetzt, sondern eben fast ausschließlich zur erkenntnisgewinnung oder wissensvermittlung (ja, auch das geht). chorsingen interessiert mich zwar immer noch nicht besonders, aber die lust am singen bzw. am ausprobieren mit der stimme ist durchaus zurückgekommen, und auch das singen um des singens willen hat jetzt einen festen platz in vielen stunden. eigentlich ist es sogar eine relativ billige und einfache methode, (vor- und nachbereitungs)zeit zu sparen, so gesehen erfülle ich schon heute die ministerialen vorgaben.
am wochenende nach dem ersten seminar hab ich an einem obertongesangsworkshop teilgenommen, den eine ehemalige studienkollegin gänzlich ohne esoterischen hintergrund gehalten hat (dafür ist auch was weitergegangen, was man von eso-obertongesangsworkshops angeblich nicht behaupten kann). das hat in verbindung mit dem seminar auf der uni einiges in mir ausgelöst bzw. klar werden lassen. die wichtigste erkenntnis beim obertonsingen ist: vor dem klingen kommt das hören. am anfang hört man nämlich gar nicht, was man da tut, und nicht weil man es noch nicht kann, sondern weil man nicht gewohnt ist, darauf zu hören. die obertöne sind ja immer da, wir nehmen sie nur nicht isoliert wahr, sondern hören sie nur als klangfarbe. man braucht einen guten halbtag, bis man ungefähr erahnt, was man da überhaupt produziert. und das hören braucht es aber, um die obertöne dann halbwegs klar isolieren und steuern zu können.
praktischerweise ging es dann in der zweiten seminareinheit auch ums hören bzw. um stille, und wir haben ein paar sehr schöne übungen dazu gemacht, die ich sogar erfolgreich in meinem unterricht reproduzieren konnte (was sonst nicht unbedingt der fall ist. also das reproduzieren schon, das erfolgreich nicht unbedingt). jetzt mache ich in einigen klassen regelmäßig zuhörübungen, und das trägt schon erste früchte. wobei damit definitiv nicht gemeint ist, irgendwelche intervalle oder formen zu hören (das mache ich auch immer wieder, aber das ist eher kapitel erkenntnisgewinnung), sondern einfach zuhören als elementare und heute sehr selten gewordene erfahrung mit unterschiedlichen anleitungen und aufgabenstellungen.
im bezug auf meine stimme hat sich nicht so viel getan, außer daß ich jetzt auch ein bißchen obertonsingen kann und mich autodidaktisch auch am untertonsingen versuche. beides wirkt sich glaube ich auch auf die stimme aus, aber noch mehr auf die wahrnehmung, und die ist glaube ich deutlich sensibler geworden, und zwar in viele richtungen. richtig cool ist zb., daß man, wenn die akustik halbwegs stimmt und man gerade durch stundenlanges obertonsingen sensibilisiert worden ist, in der eigenen sprechstimme die obertöne hört, die je nach vokal schön die obertonreihe rauf- und runtersausen. als hätte man einen vogel (bezogen aufs zwitschern natürlich, nicht auf irgendwas anderes).
im seminar müssen wir auch eine vokale mutprobe für uns ausdenken und uns ihr stellen. meine ist, mal mit einer expertengruppe vokal zu arbeiten. praktischerweise reicht mir schon die expertenheit der gruppe im seminar, da sitzen ja recht versierte musikstudenten und auch ein paar musiklehrer drin, also vom niveau her ist das so ungefähr das höchste, womit zu arbeiten ich je die gelegenheit hatte. das ist für mich durchaus eine mutprobe, denn abgesehen von 2-3 ensembleleitungsstunden anno dazumal habe ich noch nie was vergleichbares mit profis gemacht, und das war auch nicht vergleichbar.
ich habe mich, nachdem ich schon das vorletzte mal meine mutprobe bekanntgegeben habe, schon darauf eingestellt, beim letzten mal spontan was machen zu müssen, aber ich habe nur den auftrag bekommen, das nächste oder übernächste mal spontan was zu machen. jetzt weiß ich nicht ganz, was.
einerseits würde ich gern ein bißchen was anderes machen, als was wir sonst so tun (nämlich singen), zum beispiel sowas wie beatboxen, andererseits wäre das zwar eine vokale betätigung, aber keine mutprobe, denn auf dem gebiet bin ich der gruppe vermutlich (von eventuellen ausnahmen abgesehen) ein wenig voraus. wäre natürlich billig, meine mutprobe ohne mutprobe hinter mich bringen zu wollen, also nein, so nicht. stattdessen denke ich mir jeden tag irgendwas neues aus oder krame was aus meinem gedächtnis hervor, kleine kanons und sowas, und aus diversen gründen fallen sie doch immer durch, und ich muß mir was neues ausdenken oder aus meinem gedächtnis hervorkramen. kreativer zwang sozusagen. ganz schrecklich. das hilft nur ein kräftiges OooMmm...
gestern war ich im theater an der wien. pelléas et mélisande. von debussy. gratis. das war zwar kein neujahrsvorsatz, sondern ein spontaner generalprobenbesuch, paßt aber halbwegs ins thema.
es war eine interessante erfahrung. gute inszenierung, geniales bühnenbild, tolle sänger und eine wahnsinnig lange oper, bei der recht viel unnötiges zeug gequatscht-gesungen wird. symbolismus halt. manche symbole sind leicht zu durchschauen, manche eher weniger, und wenn man kein französisch kann und ohne brille die deutschen übertitel gerade nicht sieht, macht das die sache auch nicht einfacher. die musik war allerdings recht spannend, und die oper ist eher ein musikdrama, also so eine art endlos langes rezitativ ohne irgendwelche angebernummern.
ich war ja in den letzten jahren nicht unbedingt der fleißige konzert- und schon gar kein operngeher. das ist ja an sich auch kein muß, in der pension bleibt genug zeit für sowas, aber nachdem ich zuhause auch wenig bis gar keine klassische musik höre, habe ich diesbezüglich eindeutig ein paar lücken. ich hab das zeug ja studiert, unbeleckt bin ich auch nicht, aber sagen wir es so: ich erkenne eine beethoven-symphonie, weil ich weiß, wie eine beethoven-symphonie klingt, nicht weil ich sie wiedererkenne (von den ganz berühmten mal abgesehen). aber man könnte mich vermutlich mit einer frühen schubert durchaus in die irre führen.
einer meiner nicht formulierten und daher komplett unverbindlichen neujahrsvorsätze könnte also sein, mein repertoire und damit ein bißchen auch meinen horizont zu erweitern. eine gelegenheit dazu könnte zb. der vollständige ring sein, womit wir wieder beim musikdrama wären. dazu gibt es dieses jahr drei gelegenheiten, und sollte sich jemand finden, der hardcore genug ist, würde ich mir das vielleicht wirklich durch den kopf gehen lassen.
mit wagner habe ich bisher sowieso nicht viel am hut gehabt. naja, ich habe mal den hochzeitsmarsch aus lohengrin in einer verjazzten und mit dem mendelssohn vermischten version auf einer hochzeit geklimpert, aber das ist jetzt noch keine sehr intensive beschäftigung mit dem thema. bei wagner schrecken mich einfach die dimensionen ab. aber ich spüre schon seit jahren den inneren drang, ein bißchen in seine welt einzutauchen. untere anderem deswegen darf sich die 6A derweil mit dem ring beschäftigen.
das andere, was für mich eine eindeutige repertoireerweiterung darstellen und wozu sich dieses jahr gelegenheit bieten wird, ist haydn. auch da weiß ich seit jahren, daß er viel interessantes zu bieten hat, bin aber noch nie richtig weit in sein schaffen eingedrungen. nachdem ich aber mit der 7B fast ein ganzes semester zeit für die wiener klassik haben werde, können wir das mit haydn aufziehen und damit auch aktiv von den vielen events des haydn-jahres gebrauch machen.
und wenn wir schon dabei sind, gehe ich vielleicht noch zum oasis-konzert. aber das ist eine andere geschichte...
dieser tage (wann genau, weiß ich nicht mehr, ist aber auch egal) ist es genau 10 jahre her, daß meine computer- und internetnutzung eine entscheidende wende erfahren und dadurch zumindest indirekt einen ziemlichen einfluß auf den rest meines lebens ausgeübt hat. ob das ein grund zu feiern ist, weiß ich nicht, aber es ist ein grund, darüber zu schreiben, denn es handelt sich um zeitgeschichte, und zwar um eine mehr oder weniger vergessene, weil viel zu kurze, unschuldige epoche.
irgendwann anfang '98 wird es gewesen sein, daß ich mir doch einen computer zugelegt habe, ich hielt es nämlich lange zeit für unnötig. wir hatten zwar schon lange davor einen oder später auch mehrere, aber ich dachte damals, als ich eine eigene wohnung bekam, daß ich ganz gut ohne auskommen würde. was macht man schon mit einem computer? ich hab damals in erster linie musik darauf gemacht, in zweiter linie gespielt, und alles andere, vor allem sowas wie arbeiten schreiben, war für mich uninteressant.
was dann die tatsächlich motivation war, einen pc in meine wohnung zu lassen, weiß ich wirklich nicht mehr. was ich anfangs damit gemacht habe, auch nicht mehr so genau. ja klar, ich wußte schon, daß es das internet gibt, aber wozu braucht man es denn? meine emailadresse (die gleiche, die ich jetzt noch habe, 11 jahre!) hat mir mein vater im frühjahr '97 eingerichtet, ich glaube aber nicht, daß ich in dem einen jahr jemals reingeschaut habe (es hat mir ja auch niemand geschrieben, damals gab es noch andere mittel und wege, jemanden zu erreichen).
naja, jedenfalls saß ich dann irgendwann mit einem pc da und habe was auch immer damit angestellt. erste letzte woche hat mich ein ehemaliger studienkollege, inzwischen leiter des wiener kammerchores und lehrbeauftragter für dirigieren und ensembleleitung an der musikuni, den ich bei einem konzert getroffen habe, daran erinnert, daß ich damals im seminar "übungen zur musikgeschichte", in dem es in erster linie um recherche und zitieren ging, den anderen, die damals noch weniger bis null ahnung davon hatten, das internet erklären durfte. damals hatte man übrigens noch netscape und verwendete altavista zum suchen. namen, die man heutzutage nicht mehr so oft hört.
der langen vorrede kurzer sinn, die möglichkeit, übers internet zu kommunizieren, habe ich anfangs noch nicht entdeckt. und selbst als ich dann begonnen habe, meinen lustigen freunden lustige bilder zu mailen (ja, das war damals schon uncool), hatten sie nicht den mut, mir zu sagen, daß sie auf der uni nur über telnet und daher rein textbasiert mails emp- und mit meinen bildern wenig anfangen können.
irgendwann (und jetzt kommen wir schon langsam fast dorthin, wo die geschichte eigentlich beginnt) habe ich mir dann ICQ installiert, weil es leichter war, familienkonferenzen darüber abzuhalten als alle durchzutelefonieren (telefon, nicht handy!). auch meine ICQ-nummer habe ich übrigens seit 10 jahren, na wenn das nicht beeindruckend ist. und irgendwann wenig später begann ich, leute aus meinem bekanntenkreis, die auch ICQ hatten, in meine kontaktliste aufzunehmen.
eines abends, und das ist jetzt eben ziemlich genau 10 jahre her, nur daß jetzt grad nicht abend ist, schrieb mir alex "babyface" nachnamevergessen, ein damals ca. 17-jähriger ca. drittklässler meines exgymnasiums (ich glaube, mein brüderchen hat ihn so ungefähr in der 5. überholt, aber wer weiß) über ICQ, daß es doch lustig wäre, in einen chat einzusteigen und dort gemeinsam leute zu verarschen. nun, chat, was soll der sch*** wieder? davon habe ich schon oft gehört, da sitzen leute, die nix besseres zu tun haben, und schreiben einander jeden blödsinn, ohne sich überhaupt zu kennen. naja, muß das sein? ausprobiert hab ich es trotzdem.
mit babyface gemeinsam leute verarschen war dann nicht sooo lustig, also stieg ich nach einer weile aus, aber irgendwas an der sache hat mich dann doch interessiert, also stieg ich wenig später für die dauer des vormschlafengehenzähneputzens wieder ein. nun, die zähne habe ich fertig geputzt, aber aussteigen war erst so gegen september ernsthaft ein thema (na gut, stimmt so auch nicht ganz, ich war zb. im juli drei wochen komplett ohne internetz in ungarn, aber grundsätzlich habe ich besagten sommer großteils im chat verbracht).
ehrlich gesagt war es nicht nur aus der heutigen sicht schwachsinn, sondern das wußte ich damals schon, aber wenn man grad nix aufregenderes zu tun hat (hey, ich war student!), kann es ganz amüsant sein. ich war stammchatter in einem hauptraum und kannte nach einer weile die leute, und ich sag euch, es haben sich die gleichen dramen abgespielt wie im richtigen leben auch. cliquenbildung, konflikte, liebesbeziehungen, lug und betrug, alles. nur daß man die unangenehmen leute auch ganz leicht vermeiden konnte.
ich habe damals auch ein paar interessante leute kennengelernt, mit denen ich zum teil auch nach meiner chatzeit noch den kontakt gepflegt habe. gleich am ersten abend die lillly (ich glaube, sie schrieb ihren nick damals so), die sich später in xyz1 umbenannt hat, eine sehr nette vs-lehrerin, die ich mal in der schule besucht und deren klasse ich in die geheimnisse cooler musik eingeweiht hatte (kaum zu glauben, wie sehr es siebenjährigen damals getaugt hat, laut "viva forever" zu einer dreckig gespielten gitarre zu gröhlen) und deren sohn raffi ich dann ein paar jahre später gitarrenunterricht geben durfte.
wenig später kam dann die maxxi (zwei oder drei x? ich könnte sie ja fragen), von der ich anfangs annahm, sie sei eine harte motorradbraut, weil sie auf meinen damals schon gern verwendeten spruch "das leben ist hart" immer mit "aber ich bin härter" geantwortet hat. eigentlich ist sie aber eine ganz liebe, und die einzige, mit der ich heute noch sporadisch kontakt habe. sie war damals im wesentlichen genauso chatsüchtig wie ich, hab aber den absprung ziemlich zeitgleich mit mir geschafft.
da waren noch ganz viele andere, zum teil auch sehr eigenartige leute. den einser und die DRUX, er aus bergheim bei salzburg und sie aus zwischenwasser im ländle (später WU wien), mit denen ich die ersten richtigen chatbefehle gelernt und geübt habe, den ironeagle, einen leicht aggressiven onkelz-hörenden tiroler gärtner (ähm sorry, landschaftsarchitekt), und den gangstarapper, einen 1,90 großen postpubertären pseudogangstarapper, der angeblich mal mit der maxxi zusammen war (auch zu diesem thema könnte ich sie ja mal befragen).
bei chattertreffen war ich auch das eine oder andere mal, die waren ja praktischerweise immer gleich ums eck von mir. auch das ist genauso peinlich wie man es sich vorstellt, auch wenn es mit der maxxi eigentlich immer ganz witzig war. irgendwie verlieren chatnicks ihren reiz, wenn man sie laut ausspricht ("hallo, ich bin iksiksseksibanniiksiks"), und auch *gg* und *lol* zu sagen statt zu lachen war damals schon eher uncool.
jetzt wäre natürlich die frage nach meinen nicks berechtigt, und ich muß sagen, die bleiben lieber ein geheimnis. nicht weil sie peinlich wären, oh nein! im gegenteil, sie waren wirklich sehr eloquent und vielsagend, und ich war auch nach meiner aktiven chatzeit noch lange eine legende. aber man muß ja nicht alles an die große glocke hängen, sonst klaut mir jemand noch den einen oder anderen.
irgendwann gegen ende des sommers war dann MP3 zum ersten mal ein thema. ich hab zuerst vom gangstarapper drüber erfahren und dann fleißig selbst welche erstellt und im internet danach gesucht. damals gab es ja noch kein filesharing, man mußte irgendwelche ftp-server durchsuchen oder komische nicht wirklich vertrauenswürdige proggis installieren, die das für einen getan haben. mein partner in crime (naja, damals war das noch kein verbrechen, zumindest wußte man das nicht) und gleichzeitig musikalischer horizontöffner war der nihilist, ein typ mit einem extrem trockenen humor, den ich leider im zuge irgendeiner ICQ-neuinstallation aus den augen verloren habe. schade, der war echt lustig.
naja, so ging also der sommer dahin. war an sich nicht sooo aufregend, das muß ich schon zugeben, und falls irgendeiner hier überlegt, einen ganzen sommer mit chatten zu verbringen, würde ich entschieden davon abraten. andererseits habe ich in dieser zeit meine 2-finger-tippgeschwindigkeit drastisch erhöht, meine internetnutzung stark verändert, nette menschen kennengelernt und auch mein kommunikationsverhalten in eine richtung verändert, die dann sehr viel zu etwas beigetragen hat, was später in diesem jahr 10-jähriges jubiläum feiert. aber das ist eine andere geschichte.
ein schöner titel, finde ich. und anhand der gleichnamigen verkehrstechnischen banalität, deren existenz mir heute seit ewigkeiten überhaupt erst wieder aufgefallen ist, werde ich mal wieder einen gewohnten philosophischen rundumschlag starten. oder so. aber vermutlich ist es eh einfach so, daß einem genau das auffällt, was mit seinem momentanen thema irgendwie zusammenhängt. oder zumindest fällt einem der jeweils konstruierte zusammenhang dann auf. wie auch immer.
wie gesagt, heute ist mir in der straßenbahn aufgefallen, daß es diese kurzstrecken tatsächlich noch immer gibt. mal ehrlich, hat irgendjemand schon mal eine dieser kurzstrecken bewußt und sachgemäß in anspruch genommen? oder kennt irgendjemand irgendjemanden, der schon mal eine dieser kurzstrecken bewußt und sachgemäß in anspruch genommen hat? glaube nicht. wie auch immer.
an sich sind diese kurzstrecken schon eine gute erfindung. man nimmt etwas nur zu einem geringen teil in anspruch und zahlt dafür auch nur entsprechend wenig. wobei das wort "wenig" in verbindung mit den wiener verkehrsbetrieben ja einigermaßen ungeschickt gewählt ist, selbst wenn man nur einen geringen teil in anspruch nimmt und dafür entsprechend wenig zahlt. wie auch immer.
jedenfalls wäre das prinzip durchaus auch auf andere bereiche des lebens erweiterbar. zum beispiel auf die politik. man wählt nur für ein jahr und zahlt dafür weniger steuern. ist klarerweise mit mehr arbeit verbunden (öfter wählen), dafür ist man vielleicht mit dem ergebnis zufriedener. soweit man halt mit dem ergebnis solcher wahlen überhaupt zufrieden sein kann. das ist aber eine andere geschichte. wie auch immer.
irgendwie finde ich im moment, daß ich auch an einer art kurzstreckengrenze angekommen bin. es ist keine echte grenze, nur so ein gedankliches konstrukt, aber vom gefühl her durchaus nicht unwichtig. irgendwie glaube ich nämlich, daß mein letztes semester im katholischen privatgymnasium meines vertrauens begonnen hat.
soll nicht heißen, daß ich mich nicht wahnsinnig freuen würde, länger zu bleiben, im gegenteil. ich würde mich wahnsinnig freuen. und zumindest meine wahlpflichtfachkinder würden sich auch ein bißchen freuen. oder so. na jedenfalls habe ich irgendwie im gefühl, daß das trotzdem nix wird. wie das leben so spielt. wenn es doch was wird, freu ich mich umso mehr, wenn nicht, bin ich wenigstens nicht enttäuscht.
sei es wie es ist, ich mach mir jedenfalls noch immer jeden tag (ok, immer wieder. aber das ziemlich regelmäßig) gedanken, was ich anders, idealerweise besser machen könnte. auch wenn ich das den schülerInnen nicht unbedingt so kommuniziere, gehe ich davon aus, daß alles (strenggenommen nur fast alles, liebe 5A), was unterrichtstechnisch schiefgeht, sprich nicht zu einem exzellenten ergebnis führt (mit zufriedenstellend geb ich mich nicht zufrieden), irgendwie auch meine schuld ist. irgendwie.
einfaches beispiel. natürlich ist es pädagogisch total wertvoll und so, daß man schülern, die zb. kein heft mithaben, eine am deckel gibt (pädagogisch natürlich, nicht tatsächlich). manche vergeben dafür minusse (minüsse? mini? minūs?), ich lasse schüler viel lieber die konsequenz spüren, indem alle, die ihre sachen beisammen haben, diese in der regel auch zum nachschauen verwenden dürfen und damit in der regel besser fahren als die schlampigen bzw. vergeßlichen. aber. das ändert nix daran, daß das für manche schüler einfach ein spiel ist und sie sich selbst mit schlechten noten nicht als verlierer empfinden, sondern eher als gewinner, wenn sie den unterricht aufhalten können. und irgendwie haben sie von ihrer warte aus ja auch recht. ich war ja auch zum teil genausoeiner.
aber. mir ist heute eine recht einfache und elegante lösung eingefallen. statt heft machen wir einfach mappe, und die blätter muß keiner mitnehmen, weil die im jeweiligen raum einfach in ausreichender menge verfügbar sind. zahlt klarerweise die klassenkassa, kommt immer noch billiger als wenn jeder ein heft kaufen muß, und es vergehen nicht 10% der unterrichtszeit damit, daß die vergesser sich lauthals zetteln organisieren müssen. und für die paar, die sich am anfang des jahres vollständige hefte kaufen und nach zwei wochen mit drei zerrupften blättern da sitzen, stellt das auch eine gewisse verbesserung dar. somit ist es weiterhin möglich, das mitnehmen bzw. nichtmitnehmen der unterlagen auf diese oder jene weise zu sanktionieren, aber das wird vom eigentlichen arbeitsprozeß getrennt, indem für neuen stoff oder gar für lernzielkontrollen immer ausreichend leicht zugängliches material vorhanden ist. irgendwie genial, oder? werde ich in meiner nächsten schule sicher so machen. man lernt ja dazu.
ich hatte auch noch eine andere idee. ich lasse ja das gelernte in der drauffolgenden stunde immer wiederholen, um zu schauen, ob es überhaupt verstanden worden ist. das funktioniert in den meisten fällen nun sagen wir bescheiden. dabei bin ich ein lehrer, dem das verstehen wichtiger ist als das auswendiglernen, und ich finde, in einem fach wie musik ist das auch durchaus akzeptabel und argumentierbar. blöderweise testen meine wiederholungen aber eher die merkleistung, wenn auch nur dessen, wo sie das besprochene aufgeschrieben haben. ist ja durchaus eine herausforderung für einige.
stattdessen könnte ich mir gut vorstellen, die stunde gleich mit frischem stoff zu beginnen und gegen ende (vor oder nach dem potentiellen singen) jeder stunde eine kleine verständnischeckung durchzuführen. da tauchen dann hoffentlich noch die letzten unklarheiten auf, die man gleich beseitigen kann, und gelegenheit zur mitarbeit ist auch für all jene gegeben, die fest vorhaben, ihre sachen beim nächsten mal nicht mitzuhaben oder sich in der zwischenzeit gedanklich nicht die bohne mit meinem stoff zu beschäftigen. grundsätzlich haben also alle was davon. und das werde ich in nächster zeit mal erproben. ich glaube nämlich, daß so rum sogar die merkleistung automatisch erhöht wird.
eine kurzstrecke endet, die nächste beginnt, aber das ist ja meistens nur an der durchsage zu merken. wer steigt schon an kurzstreckengrenzenstationen aus...? na gut, strenggenommen die meisten, weil das häufig die größeren kreuzungen und umsteigemöglichkeiten sind, aber ihr wißt schon, was ich meine. wie auch immer.
man könnte es als frühjahrsputz bezeichnen oder mir irgendwelche feng-shui-beweggründe unterstellen, tatsächlich ist es alles nur für meine älteste nichte in spe. soll heißen, die älteste nichte meiner definitiv besseren hälfte, die sich übrigens immer wieder beschwert, daß sie hier nicht so richtig vorkommt. stimmt nicht, denn so oft ich "wir" schreibe, ist sie in der regel mitgemeint. außerdem haben wir ja einen gemeinsamen blog, sogar mit fotos, und dies hier ist eben mein blog. wenn sie einen blog hätte, würde ich auch nicht unbedingt dauernd darin vorkommen wollen. aber jetzt kommt sie ja eh vor.
der langen rede kurzer sinn: meine älteste nichte in spe zieht zwecks schlagwerkstudium nach wien und bekommt als übergangslösung unser gästezimmer. das bedeutet einerseits weniger fernsehen, weil dort eben der fernseher rumsteht und ich nicht dauernd auf besuch gehen kann, wenn ich zwischendurch mal zehn minuten schauen will (schon gar nicht, wenn diese zehn minuten sich regelmäßig spontan auf halbe stunden ausdehnen), und andererseits bedeutet das, daß sie platz braucht und wir daher einiges ausmisten müssen.
das ausmisten umfaßt zum teil ganze möbelstücke, vor allem werden wir uns des korbsessels, der unter den reviermarkierungen der erneut rolligen szüri in den letzten tagen erheblich gelitten hat, entledigen, des weiteren wird unsere ("unsere") riesige und seit über neun jahren nicht wirklich angerührte videosammlung (wer sich fragt, wieso "wir" sie aus der alten wohnung überhaupt mitgenommen haben, fragt den falschen) dran glauben müssen. und für die drei meter stephen king müssen wir uns auch was überlegen. nein, bücher verbrennt man selbst dann nicht.
bis jetzt hab ich mir mal die laden von meinem alten schreibtisch vorgenommen. darin befanden sich im wesentlichen meine ersten studienjahre inklusive privatem material. und ich habe es geschafft, mich von dem meisten zu lösen. es ist ja an sich gar nicht so schwer, man muß es nur mal tun. wie das eigentlich mit den meisten dingen so ist. bis jetzt spüre ich die postulierte feng-shui-erleichterung noch nicht so richtig, ich bin aber auch noch nicht ganz fertig.
weggeschmissen habe ich unter anderem einen haufen postkarten aus aller welt, und ich muß schwer hoffen, daß mir deswegen keiner böse ist, sonst hätte ich bald ziemlich viele hasser. weggeschmissen habe ich auch einen haufen alter briefe; nein, liebesbriefe waren keine darunter, ich habe ja nie welche bekommen, obgleich ich selbst doch einige geschrieben habe. wir waren alle mal jung (wer nicht, der wird es noch). es waren briefe aus einer phase meines lebens, die schon zu lang vorbei ist, um sich jetzt noch an erinnerungsstücke zu klammern, die außerdem vollkommen unerheblich sind. an das wesentliche erinnert man sich so auch, und alle details muß man gar nicht wieder hervorholen, finde ich.
ebenfalls dem aufräumen zum opfer gefallen sind meine ganzen unisachen, also der teil, der dort und nicht im arbeitszimmer gelagert war, jedenfalls bis auf kleine ausnahmen, siehe später. ein prominentes kernstück war mein legendärer block, in dem ich die ersten beiden semester meiner studienzeit komplett verewigt habe. darin befinden sich alle meine mitschriften, die ich damals durch jeweils unterschiedliche schreibstile und layouts auseinanderhalten konnte, gemeinsam mit quasi tagebuchartigen einträgen, erinnerungs- und einkaufslisten, kommentaren von freunden, schachproblemen und rätseln aller art, skizzen zu zellautomaten, kompositionen, zeichnungen, kalligraphieexperimenten und weiß der [beliebigen vogel mit männlichem artikel einsetzen] was, und zwar nicht nur wild durcheinander, sondern meistens auch mehrere dieser dinge auf einer seite.
irgendwie ist es blöd, wenn man weiß, daß die nachwelt nicht meine legendären skizzen finden und in die wissenschaftliche literatur über mich aufnehmen können wird, aber seis drum. mein frühwerk ist sowieso nicht unbedingt von belang, und personenkult liegt mir sowieso gaaanz fern (*hust*). wer trotzdem der meinung ist, unbedingt diesen block haben zu müssen, soll mir bitte bescheid geben, bevor ich das altpapier wegschmeiße. was, wie ich mich kenne, noch ein paar tage dauern könnte, auch wenn ich es mir fest für heute vormittag vorgenommen habe.
unisachen sind sonst sagen wir einigermaßen überflüssig. zum einen findet man heutzutage das meiste ziemlich einfach im internet. zum anderen hab ich keinen wirklichen überblick mehr darüber, was ich wo wie am schnellsten finden würde. drittens will ich vieles davon gar nicht mehr finden. und ich muß ganz ehrlich gestehen, ein skriptum zum thema "einsatz des computers im musikunterricht" aus dem jahre schätzomativ 1999 (man beachte, das war noch im letzten jahrtausend) ist, selbst wenn es vom nunmehrigen direktor des musikgymnasiums neustiftgasse (das übrigens zwei meiner neffen in spe besuchen. lauter musiker in der familie in spe. cool, nicht?) geschrieben wurde, über weite strecken nicht mehr wirklich zeitgemäß.
nicht weggeschmissen habe ich habe ich einige wenige persönliche erinnerungsstücke, allen voran eine postkarte, die wir uns aus unserem ersten gemeinsamen urlaub selbst geschrieben haben (wir haben sie beide schon vergessen, aber es war wirklich nett, sie wiederzuentdecken) und einen pappteller, auf dem sich meine freunde an jenem unvergeßlichen abend vor über neun jahren verewigt hatten, bevor sie sich dezent und unbemerkt von meiner party geschlichen haben. ich muß den stapel dann noch aufteilen und die einzelnen teilstapel woanders verstauen, wo wir sie dann in einigen jahren erneut wiederentdecken können.
an unisachen habe ich nur einige ganz ausgewählte dinge behalten. vieles davon ist von stilkunde, einem interessanten und kontroversen fach, und zwar schlicht und einfach deswegen, weil die jeweiligen konvolute, zb. zum thema kurzer oder langer vorhalt (das ist, ihr werdet lachen, ein wirklich kontroverses und spannendes thema, wenn man sich dafür interessiert. was man natürlich definitiv nicht muß), dutzende gezielt ausgewählte zitate und notenbeispiele enthalten, was man so in dieser form weder im internet noch ohne weiteres in der fachliteratur finden könnte. sollte ich also jemals in eine diskussion zu diesem thema (oder zum modalen rhythmus, oder hab ich den weggeschmissen? na egal) kommen, bin ich gewappnet.
ebenfalls aufgehoben habe ich zwei hausübungen, die ich für die ungarischen sprachübungen geschrieben habe. ich muß gestehen, ich war ganz gut in ungarisch und hätte die sprachübungen recht langweilig gefunden, wenn einerseits márta nicht immer wieder wege gefunden hätte, mich mitzureißen (danke márta!), und ich andererseits nicht die hausübungen (zumindest jene, die ich tatsächlich gemacht habe) als eine gewisse herausforderung gesehen hätte, die über das gewünschte hinausging. und diese beiden sind wirkliche perlen der hausübungsliteratur, die ich meinem kleinen bruder, der inzwischen selbst ungarisch studiert, vermachen werde.
eine der beiden hausübungen ist ein aufsatz zu einer bildergeschichte, inhaltlich nicht sehr interessant, aber ich habe ihn so geschrieben, als wäre er aus dem 16. jhdt., zumindest bis mir der alte stil zu mühsam wurde und ich in einen zeitgemäßeren zurückgerutscht bin. an sich nicht so aufregend, aber ihm wirds gefallen (und dann haut er den zettel weg, eh klar. würde ich auch machen.).
die andere hausübung ist schon etwas kustvoller, und daher nehme ich mir die freiheit, sie hier zu reproduzieren. auch sie beruht auf einer bildergeschichte, übrigens aus einem buch, das wir (diesmal ist das andere wir gemeint, wie es sich gleich aus dem kontext erschließen wird) noch in ungarn besessen haben, aber keine ahnung mehr, wie es geheißen hat oder von wem es war. es wird irgendwas deutsches gewesen sein, weil márta es, wie sie mir damals auf meine diesbezügliche anfragen verraten hat, im budapester goethe-institut gefunden und kopiert hatte, allerdings hat sie die genauen daten auch schon vergessen. es befinden sich halblustige bildergeschichten drin, wie zb. von einem jungen, der ein sparschwein geschenkt bekommt, seine einzige münze darin verstaut, dann draufkommt, daß er sich gern was kaufen möchte, ungefähr eine halbe seite lang erfolglos versucht, selbige wieder herauszubekommen, und das sparschwein anschließend mit einem hammer zertrümmert, um sich um das geld ein neues zu kaufen. ha ha. vielleicht erinnert sich ja jemand, das buch schon mal in händen gehalten zu haben.
die bildergeschichte, um die es hier geht, handelt von zwei frauen, die sich beim einkaufen treffen und in der hitze der unterhaltung ihre beiden wagen vertauschen, nur daß es sich beim einen um einen einkaufs-, beim anderen aber um einen kinderwagen handelt. so weit so gut. das nachzuerzählen erschien mir einigermaßen fad, daher habe ich folgendes gedicht verfaßt, das meines erachtens einfach zu gut ist, um im müll zu landen (wird es so auch, aber wenigstens steht es dann hier für alle zeiten), und das ich hier daher reproduziere, auch wenn die meisten meiner leser wenig damit anfangen können werden.
[titel war, etwas ungelenk: Gyuri házija]
Két háziasszony vásárolni ment. Az Egyik magával vitte kisbabáját, Ki némán szundított hintója mélyén, Vagy mélán tátogatta ujjnyi száját.
Az üzletben találkozott a két nõ, És ismervén egymást, jól eldumáltak, Aztán csevegtek és tereferéltek, És ontották a szót [,] és meg nem álltak.
Csak órák múlva jöttek rá, hogy mint az Asszonyhoz illik, túl sokat beszéltek, S ahogy sietve útnak indulának, Nem vették észre, hogy kocsit cseréltek.
És kétdimenziós személyek lévén A ballépést otthon se vették észre: Egy vekni évekig járt iskolába, S a csecsemõbõl pörkölt lett - ebédre. [Nagyon jó kis vers! (Csak kicsit morbid) SM] soweit so gut, jetzt muß ich dann weiter aufräumen gehen. es wartet noch eine lade mit pfeifen, alten brillen und sonstigem zeug auf mich. ich hoffe, feng shui wird sich irgendwann entsprechend revanchieren.