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Sunday, 6. September 2009, 15:16:40
katzeklo, spieltheorie, experience, wunschzettel
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heute ist ein kindheitstraum in erfüllung gegangen. kindheitstraum sei hiermit etwas flexibler als sonst definiert, nach dem motto "es ist nie zu spät für eine erfüllte kindheit", und außerdem sei hiermit gleich am anfang festgehalten, daß manche träume besser träume bleiben sollten.
das ganze fing nicht erst an, als mein norwegischer bruder letztens aus schweden gefacebookt und damit indirekt angeboten hat, mir was mirzunehmen. meine faszination für grausliches essen ist hoffentlich allseits bekannt, und so überrascht es kaum jemanden, daß ich mir
surströmming (bitte zuerst studieren und erst dann weiterlesen) gewünscht habe. und wer wenn nicht gergô ist auch manns genug, solche indirekten angebote auch in die tat umzusetzen, selbst wenn das auf dem flug explosionsgefahr bedeuten sollte.
die zutaten für ein surströmmings-fest: surströmming, gekochte kartoffeln, rote zwiebel, sauerrahm, svenskt tunnbröd, milch und viel wasserwir haben uns heute bestens ausgerüstet auf der donauinsel getroffen, ich sage lieber nicht genau wo, um einer eventuellen strafverfolgung zu entgehen. trotz eines zeitgerechten und ausnehmend einladend formulierten aufrufs bei facebook kam nur bodi, der alte schwede, dazu, und er auch mit einer fast einstündigen verspätung. da war fast schon der ganze spaß vorbei.
gergô hat die dose in einem eimer wasser geöffnet, was dann blubberbläschen und gestank produziert hat. beides hielt sich in grenzen, wobei der geruch qualitativ durchaus penetrant war, eine mischung aus verwesung und fisch zum quadrat. wir konnten auf jeden fall erahnen, wie es ohne wasser gerochen hätte.
die blubberbläschen. das wasser war vorher kristallklar, die trübheit ist direkt proportional zur wurzel des gestanks.nachdem die dose ausgeblubbert war, haben wir sie ganz aufgemacht und in einem frischen eimer wasser fertigstinken lassen, danach die fische entnommen und wieder in einem frischen eimer wasser ein bißchen ausgelüftet und dann noch unter fließendem wasser abgewaschen.
die fische selber haben recht unschuldig wie jeder andere tote hering ausgeschaut, und ich habe schon die hoffnung gehegt, daß der geschmack doch recht interessant sein könnte. bei
hákarl etwa ist es ja so, daß man, wenn man den ammoniakgeruch ignoriert, mit einem durchaus spannenden geschmackserlebnis nach reifem käse belohnt wird. muß auch nicht jedem schmecken, aber ich habs gemocht.
leider hält sich surströmming nicht an diese einfache regel und schmeckt auch abseits des geruchs eher penetrant, sauer, verwest und extrem salzig. selbst mit viel beiwerk haben wir uns eher zwingen müssen, um ihn runterzukriegen. bodi hat überhaupt gekniffen und hat sich rein vegetarisch ernährt.
ein festmahl. wenn man nicht wüßte, was es ist, möchte man fast mitessen...der wunderbare geruch, den wir zu diesem zeitpunkt kaum noch wahrnahmen, hat auch freunde gefunden: ungefähr alle fliegen und wespen der donauinsel haben sich auf unseren tellern und um den eimer herum (die dümmeren unter ihnen gleich im eimer) versammelt. wir haben ihnen nahegelegt, sich nach schweden zu verabschieden, aber wie ich glaube erfolglos.
nachdem wir satt waren (recht bald also), haben wir alle reste umwelt- und mitmenschengerecht entsorgt und alles, was mit dem fisch oder mit etwas, was mit dem fisch in berührung gekommen ist, in berührung gekommen ist, schön mit seife ab-, aus- und einfach nur so gewaschen. und nach ein paar kilo schwedischer schokolade und diversen kaugummis war das erlebnis rückwirkend eigentlich total witzig.
heute abend gibt es dann matjesfilets mit sardellenpaste und eine ungarische fischsuppe, und fischstäbchen oder diese wunderbar öligen makrelen vom billa habe ich auch schon lang nicht gegessen. und sollte jemand bald in japan sein, ich würde mich über
funazushi freuen.
was ich aus dem heutigen tag gelernt habe:
a) man muß die ferien ordentlich verabschieden, wenn man sich schon nicht auf die schule freut.
b) manches klingt nicht nur grauslich, sondern ist es auch.
c) die schweden sind ein spinnertes volk (darüber kann man sicher diskutieren).
d) facebookmenschen sind feig und unspontan.
Wednesday, 8. April 2009, 16:43:55
katzeklo, wunschzettel, schulalltag, dilemma
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langsam nervt mich die ganze lehrerdebatte. nicht nur weil fast jeden tag darüber berichtet wird, daß noch immer nix weitergegangen ist, sondern weil es in meinen augen absolut billig wäre, daß was weitergeht. ich halte das ganze für ein großes und ziemlich ungeschicktes kommunikationsproblem von beiden seiten.
die frau ministerin hats vermasselt, als sie damals noch im februar so mir nichts dir nichts verlautbart hat, daß wir lehrer ab nun zwei stunden länger in der klasse stehen sollen. keine frage, in dieser form ist das schwachsinn. seither macht sie lauter zugeständnisankündigungen, die aber am ausgangsproblem scheinbar nicht wirklich was ändern.
gleichzeitig bin ich der meinung, daß das, was sie will, in wirklichkeit eine super sache ist. im wesentlichen geht es ja darum: flächendeckend kleinere klassen, zum teil durch zwei lehrer betreut, das bedeutet weniger vor- und nachbereitungsaufwand (zumindest in der theorie, in der praxis ist es vermutlich wesentlich aufwendiger, erst mal zwei lehrer zu koordinieren und abzustimmen, als allein eine stunde vorzubereiten), weniger korrekturen, weniger disziplinierung und so weiter, also all das, was wir uns wünschen. gleichzeitig haben wir dann zeit, zwei stunden mehr in der klasse zu stehen. so gesehen wird ohne weiteres ein schuh daraus.
wie gesagt, sie hat es einfach wahnsinig schlecht verkauft, daran braucht man gar nicht zu rütteln. doof. hätte sie ihr make-up-budget einem coach oder kommunikationsprofi zukommen lassen, würde sie jetzt auch ohne schminke wesentlich besser aussehen.
die lehrergewerkschaft hingegen nimmt mir die lust an der ganzen debatte, indem sie jede aussage der frau ministerin äußerst polemisch in der luft zerreißt. bei uns im lehrerzimmer hängen immer wieder gewerkschaftsinformationen, die zum teil schon in ihrer aufmachung wenig niveau versprechen. soll nicht bedeuten, daß die gewerkschaft keine gute arbeit macht, im gegenteil, gerade der kleine lehrer von der straße wird ganz gut vertreten, aber diese art der manipulation führt dann genau dazu, daß die fronten total verhärtet sind und wir auf einen streik, einen öffentlichen aufschrei und erst recht auf die ungewollte mehrarbeit (in dieser form wäre sie ja definitiv mehr arbeit) zusteuern. über die rolle der ÖVP, die nach meinung mancher im hintergrund die fäden zieht, will ich hier gar nicht erst spekulieren.
ich verstehe nicht, wieso in politischen diskussionen kein mediator oder verhandlungsfachmann hinzugezogen wird. das allseits bekannte und beliebte harvard-konzept (eine verhandlungsmethode, die auf win-win-situationen abzielt) besagt ja, man solle keine positionen, sondern interessen vertreten. im moment werden positionen diskutiert, von denen keine partei auch nur einen millimeter abrücken will, und dabei bin ich sicher, daß die interessen aller akteure (ministerium, lehrer, eltern, schüler) in wesentlichen punkten absolut deckungsgleich sein könnten. jetzt sitzen also nur leute, die von der materie selbst nur jeweils einseitig, wenn überhaupt eine ahnung haben (wann hat die frau ministerin mal auch nur eine woche in einem lehrerzimmer gearbeitet? und wann haben die damen und herren gewerkschafter ein unternehmen geleitet?), am verhandlungstisch, aber niemand, der sich mit verhandlungen oder entscheidungsprozessen auskennt. eigentlich würde ja wahrscheinlich schon ein drittklassiger workshopmoderator mit einem kleinen koffer voller gelber kärtchen reichen. und klebepunkten, ganz wichtig.
dabei liegt die lösung, wie oben beschrieben, auf der hand. wenn jemand sagen würde, ab september gäbe es aufgrund struktureller veränderungen weniger verwaltungsaufwand, und man könnte die frei gewordene zeit als zweitlehrer nutzen oder neue, kleinere gruppen übernehmen, hätte sich jeder mit handkuß bedankt. es würde nicht mal wirklich was kosten. das einzige problem wäre dann ein räumliches, und dem kann man auch recht einfach begegnen. es wäre ja nicht ganz aus der luft gegriffen, wenn zb. oberstufen nicht ab 8 uhr, sondern erst ab 10 unterricht hätten, dafür aber am nachmittag länger. das raumproblem wäre wesentlich geringer, und die schulen würden nicht den halben tag weitgehend leerstehen. und durch geschickte fächeraufteilung und stundenplanung müßte auch nicht unbedingt jeder lehrer durchgehend in der schule sitzen (was manche so auch schon tun müssen).
die lehrerzimmerproblematik bleibt zugegeben erhalten, wobei es da auch diverse lösungsmöglichkeiten gäbe. wir haben letztes jahr vorgeschlagen, ablage- und arbeitsplatz voneinander zu trennen, was im wesentlichen auch dem modell entspricht, das die frau ministerin ins spiel gebracht hat. im moment kann sowieso niemand auf seinem tisch arbeiten, weil dort lauter sachen liegen (meine liebe kollegin und lehrerzimmernachbarin frau prof. a. legt zb. ihre halben sachen auf meinen tisch, weil ich dort meistens nicht viel rumliegen hab... meistens...). würden die sachen in einem regal liegen, und hätte nicht jeder lehrer einen fixen tisch, könnte jeder, der gerade möchte oder muß, an größeren arbeitsinseln arbeiten, ohne irgendwem in die quere zu kommen. im gegensatz zu büroarbeitsplätzen sitzen wir nämlich nicht den ganzen tag am schreibtisch, das will sicher auch keiner, somit hinken ja alle vergleiche in diese richtung.
man sieht, es bräuchte nicht viel geld, nur ein bißchen kreativität und flexibilität, um strukturell einiges zu bewegen und alle betroffenen zufriedenzustellen. verhärtete positionen führen aber zu konflikten und entweder zu politischem stillstand, was auf dem bildungssektor leider tödlich wäre, oder zu kleinen, erzwungenen kosmetischen reförmchen, was nicht unbedingt besser ist.
so oder so, ich sehe ein wesentlich größeres problem auf uns zukommen, als dies irgendwelche strukturellen fragen je sein könnten. die eltern nämlich. es gibt einige tolle eltern, ich kenne selbst ein paar, nur sind das meist diejenigen, deren kinder auch in ordnung sind. es gibt aber auch die anderen, die aus welchen gründen auch immer ihre kinder auf die welt gebracht haben und sie nun zur erziehung bei uns abgeben. selbst ohne ganztagsschule wird diese einstellung immer stärker, und ich bin mir fast sicher, daß die lustigen 15-jährigen, die bei ihrem ersten sex schwanger werden, es in zehn jahren auch nicht viel anders machen können.
wir haben also plötzlich eine partei in der schule, die forderungen stellt und selbst kaum bereit ist, irgendwas zu leisten. wir haben immer mehr eltern, die ungefragt und unerlaubt in der klasse auftauchen, ihrem kind am gang auflauern oder lehrer weit außerhalb ihrer sprechstunden, zum teil sogar privat, belästigen, gleichzeitig aber nicht schaffen, täglich eine halbe stunde mit dem kind zu verbringen, mal nach der schule zu fragen oder gar hausübungen kurz durchzuschauen. und das sind die selben, die die klappe am weitesten aufreißen, über die schule und die lehrer schimpfen und sie bei höheren instanzen grundlos anschwärzen.
ich habe das glück, daß meine qualifikationen es erlauben, ja sogar nahelegen, der schule irgendwann, wenn es mir reicht, ganz den rücken zu kehren, und für gutes geld den menschen all das beizubringen, was sie eigentlich in einer halbwegs brauchbaren schule bzw. in einem halbwegs brauchbaren elternhaus gratis und ohne aufwand lernen hätten können. der einzige nachteil daran ist, daß ich dabei eine krawatte tragen sollte, um seriös zu wirken. aber nachdem ich in ein paar jahren auch kinder in die schule schicken möchte, liegt es doppelt in meinem interesse, daß da was weitergeht, und zwar in die richtige richtung. und eigentlich sollte das im interesse aller sein.
Friday, 2. January 2009, 21:00:39
katzeklo, experience, wunschzettel, dilemma
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2009 soll ja ein wirtschafskrisengebeuteltes jahr werden. eigentlich ein guter anlaß, um mal ein paar gedanken loszuwerden, die mich schon eine weile beschäftigen. mag sein, daß ich total daneben liege, aber zumindest bin ich in dieser causa nicht der einzige.
so wie ich es sehe, ist die ganze wirtschaftskrise in erster linie ein großes kommunikationsproblem. es geht ja nicht darum, daß irgendwer jetzt plötzlich weniger geld zur verfügung hätte (gut, die leute mit fremdwährungskrediten, immofinanz-aktien und dergleichen schon, aber die hätten wissen können [oder sollen], daß sowas risikobehaftet ist), aber darum gehts ja in der wirtschaft auch gar nicht. der wirtschaft geht es gut, wenn das geld hin- und herfließt, und schlecht, wenn es das nicht tut. und eine wirtschaftskrise zeichnet sich eben dadurch aus, daß keiner sich traut, sein geld zu investieren, weil er angst davor hat, daß er das, was er sich üblicherweise von solchen investitionen verspricht (und damit sind bei weitem nicht nur, und schon gar nicht in erster linie wertpapiere oder dergleichen gemeint), nicht zurückbekommen wird.
als die wirtschaftskrise noch eine finanzkrise war, hat es schon geheißen, daß das problem darin liegt, daß die banken sich nicht mehr trauen, einander oder irgendwem geld zu borgen. das vertrauen in den kreditnehmer ist also verschwunden. und wie wird aus einer solchen finanzkrise eine wirtschaftskrise? auch das wurde schon im spätsommer, aber auch schon in den jahren und jahrhunderten davor festgestellt: indem man schlechte stimmung verbreitet und damit das vertrauen aller menschen ins wirtschaftssystem ins wanken bringt. man hätte sich also durchaus erwarten können, auch mal etwas positives zu hören.
leider, und das ist meines erachtens das größte problem, hört man kaum etwas positives. ja, das weihnachtsgeschäft ist so gut gelaufen wie noch nie, ABER das wird sich sicher rächen... ja, der euro ist mal wieder total stark, ABER das ist wiederum schlecht für die exporte... blablabla. es wäre auch ein wunder, wenn es der wirtschaft nicht schlechter ginge, wenn man täglich mit sowas bombardiert wird.
ok, ich hab leicht reden, ich hab einen krisensicheren job, eine schöne wohnung, keine kredite laufen, keine wahnsinnig riskanten wertpapiergeschäfte und kein auto. aber ich bin offenbar nicht der einzige, der sich leisten kann, das weihnachtsgeschäft zu beleben - und damit auch nicht der einzige, der der meinung ist, uns gehe es doch recht gut und wir könnten die sache wieder ins positive kehren. wieso spricht das nur niemand laut genug aus?
wenn ich so zurückdenke, waren die wirtschaftsnachrichten eigentlich schon lange eher negativ. das platzen der dot-com-blase ist jetzt schon ein gutes jahrzehnt her, und auch 9/11 war nicht erst gestern, und ich habe immer erwartet, daß es der wirtschaft auch mal besser geht. heute heißt es, wir hätten eine phase der hochkonjunktur durchlebt, und ich frage mich, wieso ich das wort hochkonjunktur in den letzten zehn jahren (zumindest in den medien, die ich konsumiere) nicht wahrgenommen habe. was hat man stattdessen wahrgenommen? massenentlassungen, zurückgeschraubte investitionen, sparmaßnahmen und sowas. hat irgendwer hier irgendwann in den letzten jahren das gefühl gehabt, wir hätten gerade hochkonjunktur? ja, uns ging es gut, aber in den nachrichten hat man immer das gegenteil gehört.
es stimmt, es gibt viele firmen, denen es nicht mehr so gut geht wie vor einem jahr, das hängt aber meines erachtens nur zum teil mit banken und aktien zusammen. ich glaube, viele probleme sind hausgemacht, und jetzt, in vermeintlichen krisenzeiten, werden sie erst sichtbar und führen dazu, daß die krise wirklich eine wird.
allein in den vergangenen paar jahren sind einige wirklich gute haushaltsprodukte, die wir regelmäßig konsumiert haben, durch minderwertigere ersetzt worden. was mache ich zum beispiel mit müllsäcken des selben fabrikats, die seit neuestem halb so dünn sind und damit eine normale portion haushaltsmüll nicht mehr zusammenhalten können? was mache ich mit dermatologisch getesteten hygieneartikeln, wenn meine haut auf die neue, verbesserte formel mit reizungen reagiert? oder einer zahnpasta, die einen würgereiz erzeugt?
man kann nicht ohne ende sparen, indem man das produkt immer billiger macht. irgendwann ist es zu billig und kann nix mehr, und der kunde wandert zur konkurrenz ab - und dann hat man umsonst gespart, weil man noch mehr daran verdient. das gleiche macht zb. auch die post, die auf die wachsende konkurrenz damit reagiert, ihren einzigen echten strategischen vorteil, die flächendeckend vorhandene infrastruktur, aufzugeben. schlau.
das ist übrigens das gleiche, wie wenn firmen die weihnachtsfeier streichen. ja, auf den ersten blick kommt es billiger, auf den zweiten ist das aber eine jährliche investition, die wesentlich weniger kostet als vieles nur marginal notwendige im laufenden betrieb, den angestellten aber sehr viel gibt. wie reagiert ein angestellter, wenn ihm alles, was spaß macht, genommen wird? nun ja, er wird nicht unbedingt härter arbeiten.
man kann also sowohl am konsumenten als auch am mitarbeiter vorbeimanagen. sehr schön sieht man es auch an der autobranche, der es im moment wirklich schlecht geht. ich behaupte, daß das nur teilweise mit der finanzkrise zusammenhängt. klar, es wollen plötzlich weniger leute autos kaufen. aber warum? vielleicht nicht nur wegen den fremdwährungskrediten, nein. ich glaube, das könnte auch damit zusammenhängen, daß die autoindustrie in den letzten jahren sehr viele wichtige ausfahrten verpaßt hat. gibt es denn billige, umweltfreundliche, flexible und hippe familienautos für die stadt? es will halt nicht jeder ein SUV oder einen hummer, und auch das viel gehypte KTM-auto ist eher was für männermagazine als für menschen. es war nur eine frage der zeit, bis der markt irgendwann ablehnend reagiert. die finanzkrise war wohl eine willkommene ausrede, und jetzt gibt es zum glück die politik, die die autobranche retten darf... und damit den steuerzahler, der dafür blechen darf, daß etwas, was er nicht wollte, weiter bestehen bleibt.
und damit wären wir schon beim nächsten stichwort. wie es hier schon einige male nachzulesen war, bin ich kein großer freund von staatlichen eingriffen. der allgemeine tenor geht aber gerade jetzt eher dahin, daß der freie markt an allem schuld ist und wir mehr staatliche eingriffe brauchen und bekommen werden. nun ja, schöne theorie, nur mit einem kleinen schönheitsfehler: es gibt und gab niemals einen freien markt.
die fiesen neoliberalisten haben uns gleich zwei eier gelegt. erstens haben sie jetzt mehr möglichkeiten zum eingriff, und wer sitzt in der politik, wenn nicht die fiesen, reichen und damit auch politisch mächtigen neoliberalisten, die die spielregeln jetzt noch mehr nach ihren vorstellungen gestalten können, und zweitens haben sie uns für jahrzehnte den freien markt ausgeredet. dabei war der markt nie frei, denn es gab schon immer zölle, steuern, regulative eingriffe, höchstgrenzen und andere regelungen, und schon immer haben die sie gestalten dürfen, die das nötige kleingeld dazu hatten.
ich bin mehr als überzeugt, daß ein freier markt, der diesen namen verdient (vorzugsweise in einer demokratie, die diesen namen verdient), sich tatsächlich selbst reguliert. ein wirklich freier markt hat unserem pseudo-fm nämlich einiges voraus: natürliche regelkreise, die die dinge ohne eingriffe von außen regeln, und mündige konsumenten.
es gibt eine menge sehr einfacher mechanismen, die im jeweiligen kontext sehr deutlich zeigen, wie simpel es ist, ein laufendes system stabil zu halten. den fliehkraftregler, der aufgrund seiner trägheit die geschwindigkeit von windmühlen und dampfmaschinen auf konstantem niveau hält, oder ein seil, mit dessen gewicht man die flughöhe (ich weiß, man sagt ballonfahren, nicht -fliegen, aber heißt es dann auch fahrhöhe?) eines heißluftballons stabilisieren kann, kennt man seit jahrhunderten. und genauso gibt es auch regelsysteme am freien markt, die aber nur greifen können, wenn nicht irgendwer daherkommt und von außen drüberregelt.
es gibt einige probleme mit eingriffen von außen, besonders seitens der politik. erstens sind sie immer langsam. jeder, der mit leicht kippenden dingen arbeitet oder spielt, wird bestätigen, daß es schon zu spät ist, wenn man das kippen wahrnimmt - eingreifen müßte man viel früher, wenn höchstens mal ein leichtes trudeln zu spüren ist, oder vielleicht noch früher, indem man das kippen voraussieht. das wird eine regulierende behörde niemals leisten können. zweitens sind komplexe systeme nicht trivial zu durchschauen, was man ja auch daran sieht, daß es viele voneinander deutlich abweichende blicke auf die wirtschaft und dementsprechend auch viele voneinander deutlich abweichende vorschläge gibt, was nun zu tun wäre. die entscheidung darüber wird immer eine interpretation der beobachtungen erfordern, die potentiell falsch ist, und dann womöglich noch mühsame diskussionen und faule kompromisse, die jede mögliche positive auswirkung noch abschwächen werden.
wir erinnern uns an die bösen leerverkäufe. sie sind ja ganz schnell zum sündenbock ernannt und zum glück ganz schnell eingeschränkt oder gar verboten worden. daß sie aber eigentlich ein wichtiges korrektiv an der börse darstellen und dem allgemeinen trend entgegenwirken könnten, wenn man sie ließe, wird offenbar ignoriert. und der freie markt hat noch ganz andere solche regelmechanismen eingebaut. wir haben also auf der einen seite ein system, das sich auf natürliche weise selbst stabilistert, und auf der einen seite mächtige männer mit viel geld und einfluß, die es besser wissen. das ganze erinnert frappant an george w. bush auf dem segway... und wie das ausgegangen ist, wissen wir ja.
wenn es so weitergeht, wird die krise also durchaus noch tiefer gehen. wie jede krise hat sie aber auch ein paar gute seiten, zb. ist man definitiv in einigen dingen zum umdenken gezwungen (es lebe das müllsackerl vom spar!). wenn man schon etwas aufgeben muß, und das wird man in einigen punkten sicher müssen, kann man sich ja gleich nach sinnvollen und nachhaltigen alternativen umsehen. das wiederum bedeutet, daß es sicher nicht ohne massenentlassungen und dergleichen gehen wird, denn auf lange sicht wird eben die autoindustrie nicht mehr so viele leute in den gleichen positionen wie bisher beschäftigen können, aber wenn man es klug angeht, findet man neue nischen.
der große vorteil gegenüber 1929 ist die tatsache, daß wir sehr stark vernetzt sind und daß information eine mächtige waffe darstellt, die jeder zuhause hat oder bei sich trägt. mag sein, daß die mächtigen größere waffen haben, aber wir sind mehr. und wenn wir die panikmache ignorieren, weiterhin, wenn auch mit bedacht, unser geld investieren, die richtigen leute und firmen unterstützen und unser schicksal selbst in die hand nehmen, anstatt auf den gelben brief zu warten, könnte es durchaus sein, daß es uns in absehbarer zeit noch besser geht als davor.
in diesem sinne: fuck wirtschaftskrise!
Monday, 2. June 2008, 16:39:53
katzeklo, experience, wunschzettel, schulalltag
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hab ich schon erwähnt, daß es heiß ist?
irgendwie läßt die neue eiszeit in europa, die sich aus der globalen erwärmung ergeben soll, auf sich warten. und überhaupt finde ich das szenario angesichts der wärmebedingten dinge (abschmelzen der gletscher, auftauen des permafrostbodens, verlegung der schulschikurse in kältere gefilde) eher wünschenswert. europa würde durchaus ein paar grad weniger vertragen. und solange meine idee mit dem gigantischen wärmetauscher nicht verwirklicht wird, bleibt die eiszeit meine letzte hoffnung.
sommer ist ja ansonsten durchaus was schönes, solange er nicht übertreibt. was er in letzter zeit allerdings häufiger tut. die erdbeeren auf der terrasse sprießen, die kätzchen schnurren überall herum, wenn sie raus dürfen (wir haben die terrasse katzensicher gemacht, sofern sie also nicht absichtlich selbstmord begehen wollen, kann es zufällig kaum noch passieren), und der unterricht wird immer öfter in den garten verlegt (geht in musik nur bedingt, aber wartet nur auf die letzten schulwochen, da lasse ich mir schon was einfallen).
immerhin habe ich (im gegensatz zu anderen, ich sag nur kniekehle) zwei frisbeeturniere in der prallen sonne ohne sonnenbrand überstanden, was gar nicht so selbstverständlich ist. und gut gespielt haben wir auch, aber das ist eine andere geschichte.
den titelgebenden kanon werde ich übrigens in der 6B angesichts der massenhaft ausgefallenen und noch ausfallenden stunden statt der carmina burana machen. paßt einerseits ins konzept des ganzen semesters, andererseits zum wetter und dritterseits auch zu dem, was ich mir für nächstes jahr für sie vorgenommen habe. es ist mir leider nicht gelungen, den großteil zu vergrauln, meines wissens nehmen die wenigsten von ihnen BE statt musik. naja, sie werden schon sehen. die siebente ist kein kindergeburtstag.
na gut. bei so viel heiß kann man gar nicht so viel gut schreiben. immer schön brav weiter CO2 verbrennen, dann komt die nächste eiszeit schneller.
Saturday, 1. March 2008, 10:07:08
dilemma, schulalltag, intervalle, dominante
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man könnte es als frühjahrsputz bezeichnen oder mir irgendwelche feng-shui-beweggründe unterstellen, tatsächlich ist es alles nur für meine älteste nichte in spe. soll heißen, die älteste nichte meiner definitiv besseren hälfte, die sich übrigens immer wieder beschwert, daß sie hier nicht so richtig vorkommt. stimmt nicht, denn so oft ich "wir" schreibe, ist sie in der regel mitgemeint. außerdem haben wir ja einen gemeinsamen blog, sogar mit fotos, und dies hier ist eben mein blog. wenn sie einen blog hätte, würde ich auch nicht unbedingt dauernd darin vorkommen wollen. aber jetzt kommt sie ja eh vor.
der langen rede kurzer sinn: meine älteste nichte in spe zieht zwecks schlagwerkstudium nach wien und bekommt als übergangslösung unser gästezimmer. das bedeutet einerseits weniger fernsehen, weil dort eben der fernseher rumsteht und ich nicht dauernd auf besuch gehen kann, wenn ich zwischendurch mal zehn minuten schauen will (schon gar nicht, wenn diese zehn minuten sich regelmäßig spontan auf halbe stunden ausdehnen), und andererseits bedeutet das, daß sie platz braucht und wir daher einiges ausmisten müssen.
das ausmisten umfaßt zum teil ganze möbelstücke, vor allem werden wir uns des korbsessels, der unter den reviermarkierungen der erneut rolligen szüri in den letzten tagen erheblich gelitten hat, entledigen, des weiteren wird unsere ("unsere") riesige und seit über neun jahren nicht wirklich angerührte videosammlung (wer sich fragt, wieso "wir" sie aus der alten wohnung überhaupt mitgenommen haben, fragt den falschen) dran glauben müssen. und für die drei meter stephen king müssen wir uns auch was überlegen. nein, bücher verbrennt man selbst dann nicht.
bis jetzt hab ich mir mal die laden von meinem alten schreibtisch vorgenommen. darin befanden sich im wesentlichen meine ersten studienjahre inklusive privatem material. und ich habe es geschafft, mich von dem meisten zu lösen. es ist ja an sich gar nicht so schwer, man muß es nur mal tun. wie das eigentlich mit den meisten dingen so ist. bis jetzt spüre ich die postulierte feng-shui-erleichterung noch nicht so richtig, ich bin aber auch noch nicht ganz fertig.
weggeschmissen habe ich unter anderem einen haufen postkarten aus aller welt, und ich muß schwer hoffen, daß mir deswegen keiner böse ist, sonst hätte ich bald ziemlich viele hasser. weggeschmissen habe ich auch einen haufen alter briefe; nein, liebesbriefe waren keine darunter, ich habe ja nie welche bekommen, obgleich ich selbst doch einige geschrieben habe. wir waren alle mal jung (wer nicht, der wird es noch). es waren briefe aus einer phase meines lebens, die schon zu lang vorbei ist, um sich jetzt noch an erinnerungsstücke zu klammern, die außerdem vollkommen unerheblich sind. an das wesentliche erinnert man sich so auch, und alle details muß man gar nicht wieder hervorholen, finde ich.
ebenfalls dem aufräumen zum opfer gefallen sind meine ganzen unisachen, also der teil, der dort und nicht im arbeitszimmer gelagert war, jedenfalls bis auf kleine ausnahmen, siehe später. ein prominentes kernstück war mein legendärer block, in dem ich die ersten beiden semester meiner studienzeit komplett verewigt habe. darin befinden sich alle meine mitschriften, die ich damals durch jeweils unterschiedliche schreibstile und layouts auseinanderhalten konnte, gemeinsam mit quasi tagebuchartigen einträgen, erinnerungs- und einkaufslisten, kommentaren von freunden, schachproblemen und rätseln aller art, skizzen zu zellautomaten, kompositionen, zeichnungen, kalligraphieexperimenten und weiß der [beliebigen vogel mit männlichem artikel einsetzen] was, und zwar nicht nur wild durcheinander, sondern meistens auch mehrere dieser dinge auf einer seite.
irgendwie ist es blöd, wenn man weiß, daß die nachwelt nicht meine legendären skizzen finden und in die wissenschaftliche literatur über mich aufnehmen können wird, aber seis drum. mein frühwerk ist sowieso nicht unbedingt von belang, und personenkult liegt mir sowieso gaaanz fern (*hust*). wer trotzdem der meinung ist, unbedingt diesen block haben zu müssen, soll mir bitte bescheid geben, bevor ich das altpapier wegschmeiße. was, wie ich mich kenne, noch ein paar tage dauern könnte, auch wenn ich es mir fest für heute vormittag vorgenommen habe.
unisachen sind sonst sagen wir einigermaßen überflüssig. zum einen findet man heutzutage das meiste ziemlich einfach im internet. zum anderen hab ich keinen wirklichen überblick mehr darüber, was ich wo wie am schnellsten finden würde. drittens will ich vieles davon gar nicht mehr finden. und ich muß ganz ehrlich gestehen, ein skriptum zum thema "einsatz des computers im musikunterricht" aus dem jahre schätzomativ 1999 (man beachte, das war noch im letzten jahrtausend) ist, selbst wenn es vom nunmehrigen direktor des musikgymnasiums neustiftgasse (das übrigens zwei meiner neffen in spe besuchen. lauter musiker in der familie in spe. cool, nicht?) geschrieben wurde, über weite strecken nicht mehr wirklich zeitgemäß.
nicht weggeschmissen habe ich habe ich einige wenige persönliche erinnerungsstücke, allen voran eine postkarte, die wir uns aus unserem ersten gemeinsamen urlaub selbst geschrieben haben (wir haben sie beide schon vergessen, aber es war wirklich nett, sie wiederzuentdecken) und einen pappteller, auf dem sich meine freunde an jenem unvergeßlichen abend vor über neun jahren verewigt hatten, bevor sie sich dezent und unbemerkt von meiner party geschlichen haben. ich muß den stapel dann noch aufteilen und die einzelnen teilstapel woanders verstauen, wo wir sie dann in einigen jahren erneut wiederentdecken können.
an unisachen habe ich nur einige ganz ausgewählte dinge behalten. vieles davon ist von stilkunde, einem interessanten und kontroversen fach, und zwar schlicht und einfach deswegen, weil die jeweiligen konvolute, zb. zum thema kurzer oder langer vorhalt (das ist, ihr werdet lachen, ein wirklich kontroverses und spannendes thema, wenn man sich dafür interessiert. was man natürlich definitiv nicht muß), dutzende gezielt ausgewählte zitate und notenbeispiele enthalten, was man so in dieser form weder im internet noch ohne weiteres in der fachliteratur finden könnte. sollte ich also jemals in eine diskussion zu diesem thema (oder zum modalen rhythmus, oder hab ich den weggeschmissen? na egal) kommen, bin ich gewappnet.
ebenfalls aufgehoben habe ich zwei hausübungen, die ich für die ungarischen sprachübungen geschrieben habe. ich muß gestehen, ich war ganz gut in ungarisch und hätte die sprachübungen recht langweilig gefunden, wenn einerseits márta nicht immer wieder wege gefunden hätte, mich mitzureißen (danke márta!), und ich andererseits nicht die hausübungen (zumindest jene, die ich tatsächlich gemacht habe) als eine gewisse herausforderung gesehen hätte, die über das gewünschte hinausging. und diese beiden sind wirkliche perlen der hausübungsliteratur, die ich meinem kleinen bruder, der inzwischen selbst ungarisch studiert, vermachen werde.
eine der beiden hausübungen ist ein aufsatz zu einer bildergeschichte, inhaltlich nicht sehr interessant, aber ich habe ihn so geschrieben, als wäre er aus dem 16. jhdt., zumindest bis mir der alte stil zu mühsam wurde und ich in einen zeitgemäßeren zurückgerutscht bin. an sich nicht so aufregend, aber ihm wirds gefallen (und dann haut er den zettel weg, eh klar. würde ich auch machen.).
die andere hausübung ist schon etwas kustvoller, und daher nehme ich mir die freiheit, sie hier zu reproduzieren. auch sie beruht auf einer bildergeschichte, übrigens aus einem buch, das wir (diesmal ist das andere wir gemeint, wie es sich gleich aus dem kontext erschließen wird) noch in ungarn besessen haben, aber keine ahnung mehr, wie es geheißen hat oder von wem es war. es wird irgendwas deutsches gewesen sein, weil márta es, wie sie mir damals auf meine diesbezügliche anfragen verraten hat, im budapester goethe-institut gefunden und kopiert hatte, allerdings hat sie die genauen daten auch schon vergessen. es befinden sich halblustige bildergeschichten drin, wie zb. von einem jungen, der ein sparschwein geschenkt bekommt, seine einzige münze darin verstaut, dann draufkommt, daß er sich gern was kaufen möchte, ungefähr eine halbe seite lang erfolglos versucht, selbige wieder herauszubekommen, und das sparschwein anschließend mit einem hammer zertrümmert, um sich um das geld ein neues zu kaufen. ha ha. vielleicht erinnert sich ja jemand, das buch schon mal in händen gehalten zu haben.
die bildergeschichte, um die es hier geht, handelt von zwei frauen, die sich beim einkaufen treffen und in der hitze der unterhaltung ihre beiden wagen vertauschen, nur daß es sich beim einen um einen einkaufs-, beim anderen aber um einen kinderwagen handelt. so weit so gut. das nachzuerzählen erschien mir einigermaßen fad, daher habe ich folgendes gedicht verfaßt, das meines erachtens einfach zu gut ist, um im müll zu landen (wird es so auch, aber wenigstens steht es dann hier für alle zeiten), und das ich hier daher reproduziere, auch wenn die meisten meiner leser wenig damit anfangen können werden.
[titel war, etwas ungelenk: Gyuri házija]
Két háziasszony vásárolni ment. Az
Egyik magával vitte kisbabáját,
Ki némán szundított hintója mélyén,
Vagy mélán tátogatta ujjnyi száját.
Az üzletben találkozott a két nõ,
És ismervén egymást, jól eldumáltak,
Aztán csevegtek és tereferéltek,
És ontották a szót [,] és meg nem álltak.
Csak órák múlva jöttek rá, hogy mint az
Asszonyhoz illik, túl sokat beszéltek,
S ahogy sietve útnak indulának,
Nem vették észre, hogy kocsit cseréltek.
És kétdimenziós személyek lévén
A ballépést otthon se vették észre:
Egy vekni évekig járt iskolába,
S a csecsemõbõl pörkölt lett - ebédre.
[Nagyon jó kis vers!
(Csak kicsit morbid)
SM]
soweit so gut, jetzt muß ich dann weiter aufräumen gehen. es wartet noch eine lade mit pfeifen, alten brillen und sonstigem zeug auf mich. ich hoffe, feng shui wird sich irgendwann entsprechend revanchieren.
Friday, 15. February 2008, 16:16:34
katzeklo, experience, schulalltag, dilemma
...
das wird jetzt ein doppelposting, auch wenn man üblicherweise etwas anderes darunter versteht. also zwei themen, wie die zwei nicht wirklich zusammenhängenden titel schon anklingen lassen. natürlich könnte ich zwei einträge machen, aber vielleicht ergibt sich ja beim schreiben einer dieser flutschigen übergänge. und wenn nicht, dann halt nicht. wir wollen ja die erwartungen nicht zu hoch schrauben.
das erste thema ist das therapeutische schreiben. nachdem ich ja immer wieder vor dem problem stehe, daß ich gern ein lied für die experience schreiben möchte, mir aber nichts einfällt, hab ich irgendwann begonnen, mir dinge von der seele zu schreiben, wenn auch einigermaßen verschlüsselt. so ahnt zum beispiel kaum jemand, daß
fade out nicht nur ein lied über verlorene liebe ist (ein thema, zu dem ich zum glück kaum eigene erfahrung besitze und daher auf mutmaßungen angewiesen bin), sondern auch über den tinnitus (wobei vieles im lied in anbetracht dieses neu erworbenen wissens plötzlich einen sinn ergeben dürfte - ich höre euch schon "aaah!" rufen).
man muß dazu sagen, daß ich als musiker und damit doch einigermaßen hörzentrierter mensch kaum etwas im leben mehr befürchte als einen potentiellen bleibenden tinnitus. in unseren kreisen ist es ja durchaus nicht unüblich, einen zu bekommen, und es gibt ja auch einige legendäre fälle lebenslanger ohrengeräusche. beethoven hatte einen (da könnte man jetzt einwenden: na wenigstens hat er irgendwas gehört), und smetana hat es auch ziemlich arg getroffen: laut englischer wikipedia war es bei ihm die erste umkehrung von As-Dur in einer sehr hohen lage (wie heißen die töne, chris?).
da einerseits meine körperhaltung und andererseits der besuch lauter proben und veranstaltungen einen tinnitus durchaus begünstigt, war meine befürchtung auch nicht ganz unbegründet. und es gab tatsächlich eine zeit, wo ich nach jeder probe und nach jedem konzert ein lautes pfeifen in den ohren hatte, und das gut 24 stunden lang, manchmal auch länger. bis ich eben die idee zu
fade out hatte.
der menschliche körper verfügt über ungeahnte selbstheilungskräfte, man muß sie nur zu aktivieren wissen. auch die schulmedizin tut in vielen fällen nix anderes, als durch die einnahme von placebos den geist in richtung selbstheilung zu unterstützen. grundsätzlich funktioniert das ja auch so, daß man sich sagt, dieses und jenes soll vom körper wieder repariert werden (gut, mit einem abgetrennten arm wird es nicht so schnell gehen). und häufig, wie das mit zielvorgaben nun mal so ist, muß man das vorhaben auch für sich selbst irgendwie verbindlich machen, indem man es sich zum beispiel aufschreibt. und das habe ich ja auch, wenngleich künstlerisch verpackt, gemacht.
seither hatte ich kaum einen nennenswerten tinnitus mehr. gut, nach einer lauten probe pfeift mein ohr noch immer, aber bei weitem nicht mehr so lang, meistens ist es schon vor oder spätestens nach der nachtruhe wieder vorbei. gestern zum beispiel waren wir (experience und pflichttermin gemeinsam) wirklich laut, und wenige stunden später war kein tinnitus mehr zu hören. ich gebe zu, daß ich mit der zeit auch einige andere methoden zum abschwächen des tinnitus entdeckt oder erfunden habe (mir hilft zum beispiel, wenn ich mich nach vorne runterhängen und dadurch das blut richtung kopf und ohren fließen lasse), aber ich sehe diese nur als ergänzung zur wirkung von
fade out.
als das thema mit den
augen immer prominenter wurde, lag es also auf der hand, auch darüber ein lied zu schreiben. nachdem ich letzten sommer in kirgisistan versucht habe, die meiste zeit ohne brille auszukommen, und dann von einer bösen augenentzündung zurückgeworfen wurde (danke refobacin! bzw. danke hannes fürs refobacin mitnehmen!), schrieb ich im bus zwischen karakol und diesem badeort sitzend
bob in wenigen stunden im kopf. auch hier weiß niemand, daß es eigentlich um meine augen geht (obwohl der text dahingehend schon einigermaßen eindeutig ist). natürlich muß man meine jüngere biographie schon ausgiebig studieren, um alle anspielungen (inklusive titel) zu verstehen, die es zu verstehen gibt (manches schreibe ich nur der reime willen).
jetzt kann man einwenden,
bob wäre insofern kontraproduktiv, weil es den ist-zustand festschreibt und damit ein für alle mal einer lösung entgegenwirkt. nun ja, das stimmt auch, allerdings hat
bob bisher nur eine strophe, die ich einfach zweimal singe. inzwischen wäre es an der zeit (auch, aber nicht nur angesichts des morgigen doppelkonzerts), auch eine zweite zu schreiben, die auf eine lösung hinarbeitet. und nachdem ich mir fest vorgenommen habe, das thema augen in absehbarer zeit tatsächlich zu einem befriedigenden abschluß zu bringen, wird ebendiese zweite strophe der schriftliche vertrag mit mir selbst sein, der mich dabei unterstützt.
aber man kann sich nicht nur körperliche leiden (als nächstes kommen lieder über haarausfall und innere hämorrhoiden 2. grades) von der seele schreiben. ich als systemisch und konstruktivistisch geschulter mensch glaube fest daran, daß man, um eine situation zu ändern, gar nicht die situation selbst angreifen , sondern nur etwas symbolisches tun muß, eben etwa ein lied schreiben. sollte also jemand von der 6B das gefühl haben, sich in
don't cha (step on my blue suede shoes) (ja, ich stehe auf geklaute titel und solche mit klammer, siehe auch
she's so heavy (i want you)) irgendwie wiederzuerkennen, dann ist das eine gute sache. und wenn nicht, ist das systemisch gesehen auch egal.
tja, leider hat sich kein fluschiger übergang ergeben, daher einfach so zum zweiten thema. unsere kätzchen waren in den letzten tagen rollig, seit heute ist es wieder ganz vorbei. wir waren uns ja vorher nicht so richtig sicher, woran man das merkt, aber es war dann doch einigermaßen eindeutig. sie haben nicht nur laut gemaunzt, was sie üblicherweise nicht, aber manchmal eben doch tun, sondern man hat es in erster linie an ihren sonstigen aktivitäten gesehen.
rollige katzen wälzen sich laut internetz am boden rum. gut, das ist insofern keine große hilfe, als daß sich szüri so auch recht gern herumwälzt. wenn sie allerdings die ganze zeit halb in der hocke herumgehen und sich beim geringsten zeichen möglicher interaktion ganz flach auf den boden drücken, die einschlägigen körperteile in die höhe strecken und lauthals nach penetration betteln, dann ist das schon etwas anderes als bloßes herumwälzen.
wir waren uns leider nicht ganz sicher, wie das für sie ist, wenn man sie während dieser zeit ausgiebig streichelt und ihnen die hochgestreckten einschlägigen körperteile massiert. es hat jetzt nicht so gewirkt, als wäre es wahnsinnig unangenehm gewesen, aber die große erlösung kann es auch nicht bewirkt haben. vielleicht kann uns ja hier eine der unzähligen tierärztinnen aus unserem freundeskreis spekulationen oder auch wissenschaftliche fakten liefern. sofern das für die zukunft überhaupt noch relevant ist.
es ist ja so, daß man katzen üblicherweise kastrieren soll, was sich nicht nur positiv auf die rolligkeit (die verschwindet dann nämlich) auswirkt, sondern auch sonst diversen krankheiten vorbeugen kann. daher werden wir das in nächster zeit mal in angriff nehmen müssen, wenn wir fertig ausdiskutiert haben, daß wir keinen (katzen)nachwuchs wollen. über eine der oben genannten unzähligen werden wir voraussichtlich eine spezialistin kontaktieren, die solche operationen direkt im haus durchführt. ich sehe schon die blutigen innereien am küchentisch liegen... vielleicht sollte ich doch einfach nur ein lied drüber schreiben?
Tuesday, 13. November 2007, 19:59:41
katzeklo, experience, da ist der wurm drin, integrieren
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hallo erstmal. ich weiß nicht, ob ihr es wußtet, aber wir haben seit nunmehr über zwei wochen zwei kätzchen. bilder und so gibt es dort, wo es bilder und so über solche dinge gibt.
inzwischen haben sie sich ganz gut eingelebt, und wir haben uns auch an die veränderten lebensbedingungen angepaßt. die wohnung lebt auch noch, die wenigen gefahrenzonen (weniger für die kätzchen, mehr für die wohnung) haben wir entschärft bzw. hinter normalerweise verschlossensn türen... ähm... verschlossen.
wir waren auch schon ein paarmal bei der tierärztin um die ecke. ein paarmal deswegen, weil csilla, die schwarze katze (seit sie hier herumrennt, hab ich dauernd pech. echt gemein.) zwar gesund ist und nur zwecks katzengrippeimpfung und milbenpräparat dort war, bei szüri, der kleinen grauen, aber der verdacht auf bronchitis, asthma und ähnlich arge dinge bestand. sie atmet nämlich laut hörbar, als hätte sie sonstwas in den atemwegen. sie bekam antibiotika und cortison, wir haben sogar die lunge geröntgt, aber es ist noch immer da. gestern, bei der vierten untersuchung, hielt die ärztin ihr die nase zu, worauf das geräusch weg war. ok, das überrascht euch jetzt vielleicht weniger, aber es war auch dann noch weg, als sie schon durch den mund geatmet hat. daraus schließen wir: es ist nix mit der lunge. und das ist die gute nachricht.
die schlechte ist, daß wir eben nicht genau wissen, was es ist, aber vielleicht gehts auch so weg. nach 10 tagen antibiotika und cortison sollte alles abgetötet sein, aber es kann auch eine fehlbildung sein oder was auch immer. würde viel kosten, es herauszufinden, und nicht unbedingt viel bringen. also warten wir jetzt mal ab.
grundsätzlich wirkt sie nicht krank, sie spielt viel, besonders gern mit csilla, weniger mit uns. sie ist ein bißchen schüchtern, manchmal verbringt sie den halben tag unter der couch, aber der laserpointer läßt sie dann wieder zu einem richtigen raubtier werden. wir sind also zuversichtlich, daß sie uns nicht einfach mal so von den latschen kippt, sondern auch mit lauter atmung ihren spaß hat.
csilla ist überhaupt eine hauskatze, wie sie im buche steht. sie kommt dauernd schmusen (tatsächlich läßt sie sich manchmal kaum abwimmeln), oder sie spielt mit allem möglichen zeug, das heumliegt. besonders gern hat sie den bimmelball und den bunten, der schlechtere klang-, aber bessere flugeigenschaften hat. aber klopapierrollen und dergleichen tun es auch.
für uns liegen die größten änderungen einerseits darin, daß wir jetzt dinge wie essen, taschen, zeitungen usw. nicht mehr offen herumliegen lassen sollten (beim essen passen wir auf, bei zeitungen lassen wir es darauf ankommen), und daß man sich immer was anziehen muß. also barfuß ist nicht, weil man sonst dauernd katzenstreu an den nackten sohlen picken hat, und der rest empfiehlt sich, egal wie heiß (was derweil zum glück noch nicht so ein problem war), denn so ein bein kann leicht mal mit einem kratzbaum verwechselt werden.
aus diesem grunde habe ich nun extra zwei paar jeans in gebrauch: die hausjeans, die zerkratzt und dreckig werden dürfen, und die ausgehjeans, die unseren allergikerfreunden zuliebe in einem hermetisch abgeriegelten reinraum aufbewahrt werden. sollte trotzdem jemand niesen, bin ich nicht schuld.
profane dinge wie katzeklo putzen behalt ich jetzt lieber für mich, das ist eine erfahrung, sie jeder selbst machen sollte. interessierte dürfen sich gern melden. und wer einfach mal streicheln kommen will, auch. und bitte nicht vom strengen geruch hinter der eingangstür vertreiben lassen...