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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "konsonanz"

neue videos

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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.

man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.

meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...

ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:



außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.

die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.

gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!

hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.

die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.

zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.

die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.

making the band: the sequel

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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.

STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.

der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.

praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.

die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.

um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.

es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.

wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.

außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.

jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.

und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.

ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!

meine stimme, das singen und ich...

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seit einiger zeit gehe ich wieder auf die uni, wenn auch nur in ein seminar, das die uni gütigerweise für studenten und lehrer gemeinsam anbietet, unter anderem damit beide gruppen von den erfahrungen der anderen profitieren können. das ganze heißt sehnsucht:singen (man beachte die hippe schreib:weise) und geht eigentlich genau um das.

der grundtenor (hmm, das war zufall, aber man sieht, das hier ist eine sehr gute gelegenheit für allerlei gesangsmetaphern) des seminars ist, daß man schülern unmittelbare musikalische erlebnisse bescheren soll, was am unaufwendigsten mittels singen geht. ich muß sagen, dem kann ich einiges abgewinnen, und ich bin in vorletzter zeit leider etwas von diesen unmittelbaren erlebnissen weggekommen, was ich in letzter zeit wiederum nachzuholen versuche.

seminarbegleitend sollen wir stichworte sammeln, was sich während der zeit zum thema "meine stimme, das singen und ich..." tut, weil wir wahrscheinlich in der letzten einheit mit unseren erkenntnissen arbeiten werden. ich schlage natürlich gern zwei fliegen mit einer klappe, wenn es leicht geht, und diesmal geht es leicht: blog und sammeln.

irgendwie war ich in den letzten jahren etwas gesangsfaul, zwar nicht in meinen bands, aber sowas wie chorsingen hat mich wenig interessiert, und im unterricht hab ich singen selten bis nie einfach um des singens willen eingesetzt, sondern eben fast ausschließlich zur erkenntnisgewinnung oder wissensvermittlung (ja, auch das geht). chorsingen interessiert mich zwar immer noch nicht besonders, aber die lust am singen bzw. am ausprobieren mit der stimme ist durchaus zurückgekommen, und auch das singen um des singens willen hat jetzt einen festen platz in vielen stunden. eigentlich ist es sogar eine relativ billige und einfache methode, (vor- und nachbereitungs)zeit zu sparen, so gesehen erfülle ich schon heute die ministerialen vorgaben.

am wochenende nach dem ersten seminar hab ich an einem obertongesangsworkshop teilgenommen, den eine ehemalige studienkollegin gänzlich ohne esoterischen hintergrund gehalten hat (dafür ist auch was weitergegangen, was man von eso-obertongesangsworkshops angeblich nicht behaupten kann). das hat in verbindung mit dem seminar auf der uni einiges in mir ausgelöst bzw. klar werden lassen. die wichtigste erkenntnis beim obertonsingen ist: vor dem klingen kommt das hören. am anfang hört man nämlich gar nicht, was man da tut, und nicht weil man es noch nicht kann, sondern weil man nicht gewohnt ist, darauf zu hören. die obertöne sind ja immer da, wir nehmen sie nur nicht isoliert wahr, sondern hören sie nur als klangfarbe. man braucht einen guten halbtag, bis man ungefähr erahnt, was man da überhaupt produziert. und das hören braucht es aber, um die obertöne dann halbwegs klar isolieren und steuern zu können.

praktischerweise ging es dann in der zweiten seminareinheit auch ums hören bzw. um stille, und wir haben ein paar sehr schöne übungen dazu gemacht, die ich sogar erfolgreich in meinem unterricht reproduzieren konnte (was sonst nicht unbedingt der fall ist. also das reproduzieren schon, das erfolgreich nicht unbedingt). jetzt mache ich in einigen klassen regelmäßig zuhörübungen, und das trägt schon erste früchte. wobei damit definitiv nicht gemeint ist, irgendwelche intervalle oder formen zu hören (das mache ich auch immer wieder, aber das ist eher kapitel erkenntnisgewinnung), sondern einfach zuhören als elementare und heute sehr selten gewordene erfahrung mit unterschiedlichen anleitungen und aufgabenstellungen.

im bezug auf meine stimme hat sich nicht so viel getan, außer daß ich jetzt auch ein bißchen obertonsingen kann und mich autodidaktisch auch am untertonsingen versuche. beides wirkt sich glaube ich auch auf die stimme aus, aber noch mehr auf die wahrnehmung, und die ist glaube ich deutlich sensibler geworden, und zwar in viele richtungen. richtig cool ist zb., daß man, wenn die akustik halbwegs stimmt und man gerade durch stundenlanges obertonsingen sensibilisiert worden ist, in der eigenen sprechstimme die obertöne hört, die je nach vokal schön die obertonreihe rauf- und runtersausen. als hätte man einen vogel (bezogen aufs zwitschern natürlich, nicht auf irgendwas anderes).

im seminar müssen wir auch eine vokale mutprobe für uns ausdenken und uns ihr stellen. meine ist, mal mit einer expertengruppe vokal zu arbeiten. praktischerweise reicht mir schon die expertenheit der gruppe im seminar, da sitzen ja recht versierte musikstudenten und auch ein paar musiklehrer drin, also vom niveau her ist das so ungefähr das höchste, womit zu arbeiten ich je die gelegenheit hatte. das ist für mich durchaus eine mutprobe, denn abgesehen von 2-3 ensembleleitungsstunden anno dazumal habe ich noch nie was vergleichbares mit profis gemacht, und das war auch nicht vergleichbar.

ich habe mich, nachdem ich schon das vorletzte mal meine mutprobe bekanntgegeben habe, schon darauf eingestellt, beim letzten mal spontan was machen zu müssen, aber ich habe nur den auftrag bekommen, das nächste oder übernächste mal spontan was zu machen. jetzt weiß ich nicht ganz, was.

einerseits würde ich gern ein bißchen was anderes machen, als was wir sonst so tun (nämlich singen), zum beispiel sowas wie beatboxen, andererseits wäre das zwar eine vokale betätigung, aber keine mutprobe, denn auf dem gebiet bin ich der gruppe vermutlich (von eventuellen ausnahmen abgesehen) ein wenig voraus. wäre natürlich billig, meine mutprobe ohne mutprobe hinter mich bringen zu wollen, also nein, so nicht. stattdessen denke ich mir jeden tag irgendwas neues aus oder krame was aus meinem gedächtnis hervor, kleine kanons und sowas, und aus diversen gründen fallen sie doch immer durch, und ich muß mir was neues ausdenken oder aus meinem gedächtnis hervorkramen. kreativer zwang sozusagen. ganz schrecklich. das hilft nur ein kräftiges OooMmm...

unverbindlicher musikalischer neujahrsvorsatz

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gestern war ich im theater an der wien. pelléas et mélisande. von debussy. gratis. das war zwar kein neujahrsvorsatz, sondern ein spontaner generalprobenbesuch, paßt aber halbwegs ins thema.

es war eine interessante erfahrung. gute inszenierung, geniales bühnenbild, tolle sänger und eine wahnsinnig lange oper, bei der recht viel unnötiges zeug gequatscht-gesungen wird. symbolismus halt. manche symbole sind leicht zu durchschauen, manche eher weniger, und wenn man kein französisch kann und ohne brille die deutschen übertitel gerade nicht sieht, macht das die sache auch nicht einfacher. die musik war allerdings recht spannend, und die oper ist eher ein musikdrama, also so eine art endlos langes rezitativ ohne irgendwelche angebernummern.

ich war ja in den letzten jahren nicht unbedingt der fleißige konzert- und schon gar kein operngeher. das ist ja an sich auch kein muß, in der pension bleibt genug zeit für sowas, aber nachdem ich zuhause auch wenig bis gar keine klassische musik höre, habe ich diesbezüglich eindeutig ein paar lücken. ich hab das zeug ja studiert, unbeleckt bin ich auch nicht, aber sagen wir es so: ich erkenne eine beethoven-symphonie, weil ich weiß, wie eine beethoven-symphonie klingt, nicht weil ich sie wiedererkenne (von den ganz berühmten mal abgesehen). aber man könnte mich vermutlich mit einer frühen schubert durchaus in die irre führen.

einer meiner nicht formulierten und daher komplett unverbindlichen neujahrsvorsätze könnte also sein, mein repertoire und damit ein bißchen auch meinen horizont zu erweitern. eine gelegenheit dazu könnte zb. der vollständige ring sein, womit wir wieder beim musikdrama wären. dazu gibt es dieses jahr drei gelegenheiten, und sollte sich jemand finden, der hardcore genug ist, würde ich mir das vielleicht wirklich durch den kopf gehen lassen.

mit wagner habe ich bisher sowieso nicht viel am hut gehabt. naja, ich habe mal den hochzeitsmarsch aus lohengrin in einer verjazzten und mit dem mendelssohn vermischten version auf einer hochzeit geklimpert, aber das ist jetzt noch keine sehr intensive beschäftigung mit dem thema. bei wagner schrecken mich einfach die dimensionen ab. aber ich spüre schon seit jahren den inneren drang, ein bißchen in seine welt einzutauchen. untere anderem deswegen darf sich die 6A derweil mit dem ring beschäftigen.

das andere, was für mich eine eindeutige repertoireerweiterung darstellen und wozu sich dieses jahr gelegenheit bieten wird, ist haydn. auch da weiß ich seit jahren, daß er viel interessantes zu bieten hat, bin aber noch nie richtig weit in sein schaffen eingedrungen. nachdem ich aber mit der 7B fast ein ganzes semester zeit für die wiener klassik haben werde, können wir das mit haydn aufziehen und damit auch aktiv von den vielen events des haydn-jahres gebrauch machen.

und wenn wir schon dabei sind, gehe ich vielleicht noch zum oasis-konzert. aber das ist eine andere geschichte...

lesestoff

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bücher zu verschenken ist zu weihnachten ja zum glück recht üblich, wobei buchgutscheine gewisse vorteile haben (nachteile auch, zb. wenn man dauernd welche vom amadeus bekommt und selbst eher bei amazon einkauft). wenn man aber ein und das selbe buch (keine sorge, verschiedene exemplare) gefühlte vierzehnmal verschenkt und damit auch noch in den meisten fällen einen treffer landet, ist das schon was besonderes.

meine bessere hälfte hat letztes jahr zu ihrem geburtstag ein sonderbar aussehendes buch bekommen. auf dem cover steckt ein bunt bemalter porsche die schnauze durch eine romantische englische landschaft. hmm, haben wir uns gedacht. und weil das buch auf englisch war, haben wir es zunächst eine ganze weile liegengelassen.

wenn man sich dann aber entschließt, the eyre affair (dt. der fall jane eyre) von jaspar fforde zu lesen, und sich durch die ziemlich verwirrenden ersten paar seiten kämpft, kann man recht leicht süchtig werden. eine affinität zum englischen humor ist durchaus erwünscht und die grobe kenntnis der englischen kulturgeschichte ist definitiv nicht von nachteil, aber es geht auch ohne.

in der inzwischen fünfteiligen serie geht es unter anderem um die macht der phantasie und der literatur. letztere ist sowas wie ein paralleluniversum, das theoretisch von jedem menschen betreten werden könnte, und in dem es ähnlich schräg zugeht wie auch in unserem eigenen. romanfiguren gehen in urlaub oder laufen amok, neue bücher entstehen im keller einer riesigen bibliothek, über die die grinsekatze wacht, und natürlich gibt es auch verbrecher und bürokraten.

fforde trägt so ziemlich alles zusammen, was durchgeknallt ist, inklusive zeitreisen und deren paradoxa, geklonter mammuts und dodos, einer bösen und fast allmächtigen firma, interessanter religionskonzepte und absolut hirnrissiger spezialagenten. und das ist auch gut so. gleichzeitig ist die ganze serie (trotz aller kleinen widersprüche und inkonsistenzen, die man bei der schaffung einer parallelwelt wohl schwer vermeiden kann) um welten phantasievoller als harry potter, intellektueller als terry pratchett und bietet bessere schlüsse als douglas adams. und seeehr witzig.

es darf also, selbst wenn man sich weder mit den brontë-schwestern noch lewis carroll oder charles dickens auskennt, bei jedem ein fforde auf dem nachtkastl liegen (das ist defintitiv eine aufforderung [das war zufall, aber ein guter]). und selbst wenn die bücher keine lust auf die englischen klassiker machen (also ich muß jetzt weder jane eyre noch great expectations dringend lesen, geb ich zu, obwohl das geniale bücher sein sollen), bekommt man von ihnen vielleicht gerade so viel mit, daß man ein referat drüber halten könnte (das ist wiederum definitiv keine aufforderung!).

richtig schade finde ich, daß meine großmutter, die mir immer sinnlosen postmodernismus vorgeworfen hat, diesen meilenstein postmoderner literatur gerade nicht mehr mitbekommen konnte. nicht nur, weil sie mit granny next ein alter ego in der serie hat, sondern auch weil ich mir sehr sicher bin, daß sie es wahnsinnig genossen hätte. schade.

wenn schon lesestoff, dann richtig. unsere kinder in der schule müssen ja sehr viel lesen, und wie wir alle aus eigener erfahrung wissen, passiert das zu einem gewissen teil nur virtuell (heutzutage vermutlich noch mehr, wir hatten ja keine wikipedia). was schade ist, denn ein buch besteht aus wesentlich mehr als dem bloßen inhalt, und das kann man bei fforde sehr gut nachvollziehen. sollte irgendwer durch diesen blogeintrag zum freiwilligen lesen irgendeines buches angeregt werden, bitte unbedingt ein kommentar hinterlassen.

wir werden übrigens in der schule für die oberstufen probeweise bookcrossing einführen. ich werde es hoffentlich bei der nächsten konferenz im lehrerzimmer vorstellen und dann in den klassen propagieren, und dann schauen wir wie es läuft. kann ja sein, daß unsere schüler überraschenderweise mal etwas sinnvolles als sinnvoll erkennen und was gutes damit anfangen. und wenn das passiert, dann gibts noch mehr lesestoff für alle. und wenn es gut rennt, spendiere ich vielleicht sogar einen fforde fürs schulbookcrossing.

boomwhackers®

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boomwhackers® sind eine sehr schöne erfindung, von der ich schon lange weiß, die mich aber erst in den letzten monaten zu interessieren begann. es handelt sich um (mehr oder weniger exakt) auf die töne der chromatischen tonleiter gestimmte plastikröhren, die es in verschiedenen sets und mit diversem, teils essentiellem (oktavkappen!), teils unnötigem (alles andere!) zubehör zu kaufen gibt und die man praktisch überall, vorzugsweise an den härteren stellen des eigenen körpers, anhauen kann, um ihnen töne zu entlocken.

boomwhackers® haftet ein bißchen die aura der pseudocoolen und verkrampft alternativen musikerziehung an, und das nicht zu unrecht. wenn man sich die website anschaut, bekommt man leicht das gefühl, es handle sich um technisch nicht sonderlich aufregende (hey, es sind farbige plastikröhrln!), geldbeschaffungstechnisch aber höchst flexible und erfolgreiche produkte. der markt ist tatsächlich voll mit (qualitativ) billigen und einem gewissen musikalischen anspruch unzumutbaren, aber (finanziell) teuren arrangements, songbooks und sonstigen zusatzmaterialien.

was mich dennoch bewogen hat, mir eine grundlegende ausstattung an boomwhackers® (zwei diatonische sets, die chromatische erweiterung, die erweiterung in die höhe und je ein diatonisches und chromatisches bassset sowie eine packung oktavkappen) zuzulegen, ist ihre versteckte, aber tatsächlich vorhandene coolness und ihre vielseitigkeit.

boomwhackers® kann man einerseits jedem in die hand geben, und jeder bringt irgendwas brauchbares raus, ohne angst zu haben, daß sie bei normalem gebrauch kaputtgehen. andererseits sind boomwhackers® aber auch halbwegs ernstzunehmende musikinstrumente, die man einigermaßen beherrschen muß, um wirklich schöne töne rauszukriegen. sie reagieren sehr sensibel auf die richtige haltung, schlagposition und - kraft, und sind daher nicht nur geeignet, die drei wichtigsten aspekte der musik (rhyhtmus, melodie und harmonie) zu vermitteln, sondern animieren auch zum exakten und kontrollierten spielen.

wenn man sich das durchliest, müßte man annehmen, daß boomwhackers® in jeder schule zu finden sind (sie kosten sicher weniger als andere orff-instrumente und sind wesentlich spannender und vielseitiger einsätzbar), tatsächlich ist dem aber nicht mal ansatzweise so. vorletzte woche, als ich einige meiner ehemaligen studienkollegInnen und weitere sehr nette musiklehrerInnen bei einer lustigen veranstaltung im stadtschulrat treffen durfte, konnte ich mich davon überzeugen, daß jeder schon mal von boomwhackers® gehört hat und sie aus offizieller sicht auch zum empfehlenswerten unterrichtsmaterial gehören, daß aber praktisch keine schule sie besitzt.

ich habe meine jedenfalls ein bißchen für meine zwecke selektiert und den relevanten teil (vier pentatonische 6ergruppen) in die schule mitgenommen. sie sind ganz gut angekommen, selbst die ewigen nörgler finden etwas cooles daran, und ihre laserschwertartigkeit hat mir den beinamen 'darth vader' eingebracht (so ein zufall, könnten jetzt meine coachinglehrgangskollegInnen sagen). obwohl der allgemeine kanon eher dahin geht, die boomwhackers® zum gemeinsamen musizieren aus mehr oder weniger uninteressant und kostenungünstig aufbereitetem notenmaterial zu verwenden, setze ich sie bisher fast ausschließlich für gruppenimprovisationen, intervallspiele und erste schritte richtung komposition ein.

das erschöpft ihren gebrauchsspektrum aber bei weitem nicht. nebst bisher nicht sonderlich konkreten gedanken, wie ich sie zb. in kommunikations- und gruppendynamiktrainings verwenden könnte (dazu gibt es vermutlich auch einiges an teurer und unbrauchbarer literatur), sind sie natürlich auch zum tatsächlich ernstzunehmenden musizieren einsetzbar. zwar ist die mikrophonierung nicht ganz einfach, und man kann mit müh und not höchstens vier boomwhackers® gleichzeitig in den händen halten, aber für bestimmte zwecke sind sie durchaus angebracht. beispielsweise gab es beim letzten pflichttermin, bei dem ich musikalisch so schon recht vielseitig tätig war, die gelegenheit, bei der letzten zugabe zwei nette menschen aus dem publikum (die ironischerweise schon vorher, zum teil vermutlich ohne ihr wissen, eine große rolle fürs konzert gespielt haben) aktiv einzubinden, indem sie den grundrhythmus des songs boomwhacker®n durften. und bei diversen zukünftigen unplugged-auftritten werde ich sicher wege finden, die boomwhackers® zum einsatz zu bringen.

ein sehr schöner kommunikativer aspekt kommt natürlich noch hinzu. die boomwhackers® sind knallbunt und (bis auf die ganz hohen) deutlich sichtbar, sofern man sie nicht extra irgendwo einwickelt. als ich sie das erste mal öffentlich transportieren mußte, habe ich selbiges zwar kurz erwogen, mich aber dann ihrer und damit auch meiner auffälligkeit gestellt, und das war auch gut so, denn die resonanz bleibt nicht aus. lehrerkollegInnen fragen mich im lehrerzimmer, was das eigentlich sei und was man damit anstellen könne, schülerinnen der 4C schreien durch die S-bahn-station rennweg: "der herr professof bárány! heute dürfen wir uns wieder schlagen!", und fremde sprechen mich in diversen öffentlichen verkehrsmitteln schüchtern an, ob boomwhackers® denn so eine art didgeridoo sind.

ohne werbung machen zu wollen: falls jemand zufällig musik unterrichtet, aktiv und gerne auch ein bißchen spontan musiziert, kommunikations- und gruppendynamiktrainings abhält oder einfach nur frauen in der straßenbahn kennenlernen möchte, kann ruhig ein bißchen geld in boomwhackers® investieren. sollte sich jemand mal ein bißchen mit ihnen auseinander- oder mit mir diesbezüglich zusammensetzen wollen, bitte einfach melden.

machet die ohren weit

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es ist ende november, überall blinken weihnachtslichter, der christkindlmarkt hat seine nicht existenten pforten längst geöffnet, der konsumrausch hat begonnen - und ich muß, obwohl das mit dem thema dieses postings nicht wirklich was zu tun hat, feststellen, daß dieses jahr das alljährlich indifferente herbst-feeling ausgeblieben ist. mag zu einem großen teil mit den beiden süßen kätzchen zusammenhängen, die um mich rumwuseln, und zum anderen natürlich auch damit, daß ich einen job habe, der solche blues-gefühle gar nicht erst aufkommen läßt (dafür aber andere... woke up this morning... da gäbe es viel stoff).

ja, es geht diesmal um die schule und damit einhergehend mit einer stimmung, die in der heutigen zeit zwar nicht zu kurz kommt (die länge ist ja offiziell festgelegt), sondern von den meisten total ignoriert wird. für uns berufskatholiken ist der advent ja eigentlich die zeit des erwartens, des sich öffnens, des in sich gehens und des sich einlassens auf das warten, das öffnen und das in sich gehen. was sich ja, wenn man jetzt das rege treiben auf der straße so anschaut, offenbar nicht wirklich herumgesprochen hat.

da es unsere heilige pflicht ist, nachfolgenden generationen den respekt gegenüber und den umgang mit dem advent vorzuleben und zu vermitteln, gibt es eine reihe von schulischen veranstaltungen diesbezüglich. die beiden, die mich persönlich tangieren, sind das adventsingen am kommenden freitag und das adventkonzert am dienstag drauf. beim adventsingen muß ich nur im legendären lehrerchor mitsingen, für das konzert ist aber meine aktive mitgestaltung gefragt.

wenn man die wahl zwischen einigen arbeitsfreudigen klassen, die man nur einmal die woche sieht, und einer arbeitsunwilligen, die man zweimal quälen darf, hat, würde sich der gesunde menschenverstand für option eins entscheiden. in ermangelung desselben habe ich mich für zweiteres entschieden, für meine liebe 5A. und ich bin überzeugt, daß diese wahl nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus künstlerischen gründen eine gute war. wenn nicht, pech gehabt.

die 5A hat sich in diesem schuljahr bisher mit der musik des 20. jhdts und dem thema improvisation befaßt (wenn wir von all der zeit und energie absehen, die sie investiert hat, um sich gegen diana zu wehren und im gegenzug all meine bemühungen, ihnen die wahl eigener wunschlieder zu ermöglichen, zunichte zu machen), und das kam mir insofern gelegen, weil ich mit folgenden prämissen in die vorbereitung fürs adventkonzert gegangen bin: a) gesungen wird eh beim adventsingen, und das kann die 5A sowieso nicht, also wird nicht gesungen; und b) ich will, daß alle teilnehmen und aktiv mitgestalten können, obwohl die meisten schon schwierigkeiten haben, eine triangel einmal anzuschlagen und dann 7 sekunden klingen zu lassen.

das heißt, ich habe etwas konzipiert, das aus kollektiver improvisation mit ganz einfachen spielregeln (ja, richtig, eine heißt: einen ton anschlagen und 7 sekunden klingen lassen. wenn das die beurteilungsgrundlage für dieses schuljahr wäre, wäre die halbe klasse durchgefallen), instrumentaler demontage und collage zweier adventlieder, elementen von minimal music und cageschem gedankengut und idealerweise einer portion kommunikation, die das ganze zusammenhalten soll, besteht. klingt komplizierter als es ist, außer den fünf mehr oder weniger freiwilligen instrumentalisten, die wissen (sollten), was sie tun (sollten), hat niemand eine verantwortung oder auch nur entscheidungsmöglichkeiten, die darüber hinausgehen, wann man den einen ton, den man in reichweite hat, anschlagen soll.

wir haben ja noch eineinhalb wochen und damit drei stunden zeit, daher will ich nicht den teufel an die wand malen (wäre in einer katholischen privatschule auch eher ungeschickt, außer vielleicht im religionsunterricht an die tafel), aber bis jetzt versagt die liebe 5A auf der ganzen linie. nicht daß sie die klangstäbe nicht treffen, daran liegt es nicht. sie treffen sie zumeist sogar mit dem richtigen teil des schlegels und erzeugen dabei durchaus annehmbare klänge. das problem ist einerseits das einhalten der spielregeln, was man auf unfähigkeit, unwilligkeit, konzentrationsmangel oder eine mehr oder minder gesunde mischung aus allen dreien zurückführen könnte, und andererseits das aufeinander hören. ist ja auch schwer, wenn 20 schüler versuchen sollen, einen halbwegs kontinuierlichen, sich allmählich und sanft verändernden klangteppich zu erzeugen, ein dreißigsekündiges loch wahrzunehmen und etwas dagegen zu tun (hey, du mußt nur auf das ding vor dir draufhauen. vorhin hast du es in 3 sekunden 18-mal geschafft...!). das sind dinge, die zu verlangen in einem elitegymnasium offenbar eine zumutung ist.

ich bin durchaus der meinung, daß die 5A diese immensen schwierigkeiten dennoch meistern wird. das ergebnis wäre dann der oben beschriebene klangteppich, der im mittelteil einem insistierend-klopfenden rhythmus weicht und anschließend wieder zurückkehrt, und über dem zunächst die bereits erwähnte demontage und zum schluß hoffentlich eine wiedererkennbare ankunft bekannter adventmelodien erfolgt. so in meinem hirn ist das eine total schöne sache, die ich im programm instrumentale meditation nennen werde.

die alternative ist, daß die 5A auftritt, sich komplett blamiert, und es aber keiner der anwesenden merkt. es ist schwer, bei einem solch offenen werk die richtigkeit der ausführung festzustellen, wenn man die vorgaben nicht genau kennt, und ich habe in meiner unendlichen weitsicht die möglichkeiten so eingeschränkt, daß im schlimmsten fall immer noch etwas rauskommt, was ich intendiert habe. der einzig wirkliche unterschied ist also, ob die 5A das gefühl hat, etwas schönes oder etwas kaputtes zu produzieren. natürlich wirkt es anders, wenn alle wissen, daß das, was sie tun, hand und fuß hat, aber es macht spaß, sie bis kurz vorher im glauben zu lassen, daß sie sich blamieren werden. vielleicht gibt es ihnen ja einen ruck. ich glaube es nicht, aber ich lasse mich gern überraschen.

wer die 5A damit unter druck setzen möchte, ist herzlich eingeladen, ich habe jedenfalls schon einige lehrerInnenkollegInnen dazu angestiftet. in den verbleibenden drei stunden werden wir daran arbeiten, erstens mal zu kapieren, was wir da überhaupt tun, und das zweitens auch umzusetzen. und es wird gut, so oder so, zumindest wenn man gut so definiert, wie ich: etwas, was keiner der zuhörer erwartet hat bzw. hören wollte, was sie bzw. ihn aber zum zuhören, sich einlassen, in sich gehen, sich öffnen und sowas bringen kann. ich erwarte vom publikum also mindestens genausoviel wie von der 5A, nur daß es das vorher nicht weiß. wir werden ja sehen, wer meinen ansprüchen genügt...

sollte das jemand aus der 5A lesen und sich denken, ich mache mich über ihn bzw. sie lustig: nein, du gehörst natürlich zu den wenigen, die jetzt schon dazu beitragen, daß hin und wieder etwas geniales aufblitzt. danke! ich wüßte nicht, was ich ohne schülerInnen wie dich tu sollte! du bist der/die beste! yeah!

pflichttermin

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rüge, entschuldigung und klassische musik

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also wirklich. gerade eben hat man sich noch beim wetter für die kooperation bedankt, und schon muß man es ein wenig rügen. ich weiß nicht, ob das pädagogisch wirklich das beste ist, denn es ist ja grundsätzlich eine gute sache, wenn meine vor einer weile angedachte idee des gigantischen wärmetauschers verwirklich wird, aber bitte nicht so. die heiße luft aus der sahara, die uns schon seit vorgestern und mindestens noch die kommende woche dreistellige fahrenheittemperaturen beschert, kommt ein bißchen zum falschen zeitpunkt. ok, der juli war bisher eher kühl und verregnet, aber so kommen wir irgendwie vom regen in die traufe (ich gebs ja zu, diese metapher ist hier wirklich ungeschickt gewählt). also burschen, das ganze bitte einfach im winter, ok?

und wenn ich schon dabei bin, mich auf den vorhergenden post zu beziehen, muß ich mich gleich entschuldigen. billiger- und inkonsequenterweise habe ich nämlich die koralle stets im plural angesprochen und dabei außer acht gelassen, daß sie als kolonie von unzähligen korallenpolypen quasi als metaorganismus durchaus auch im singular funktioniert und damit auch meiner metapher den letzten kick gegeben hätte. ich schäme mich ja so.

und nun zum dritten thema. wir waren von gestern auf heute in krems, schon ursächlich der klassischen musik wegen (eigentlich hatte unser plan für das wochenende drei fixpunkte, nämlich wandern, ikea-möbel in salzburg abholen und eben die musik, aber irgendjemand, ich sage ja keine namen *hustdaswetter*, hat uns einen strich durch die rechnung gezogen. so angenehm sind die ersten beiden dinge bei 100°F auch nicht.), denn diverse nachbarinnen, ex-kompositionsprofessoren und brüder bzw. schwäger in spe haben beim abschlußkonzert der kremser chorakademie mitgesungen, in der kirche direkt neben dem legendären jazzkeller, in dem auch schon größen wie edwin prohaska und the ingeborg bachmann experience aufgetreten sind, aber das nur der vollständigkeit halber. das konzert ist aber jetzt gar nicht so das thema, sondern das (zwar nicht direkt, sondern erst nach einer ausgedehnten konsumation hefehaltiger getränke) anschließende klassik-picknick.

in krems gibt es ja seit einer weile ein pilotprojekt, nämlich die nächtliche beschallung des hohen marktes mit klassischer musik. das soll die betrunken randalierenden jugendlichen fernhalten bzw. vertreiben. nun ja, abgesehen davon, daß es nicht so richtig funktioniert, hat die sache mehrere aspekte, die wir zu später stunde bei einem hefehaltigen getränk vor ort zu diskutieren gedachten. was wir dann auch taten.

problem nummer eins ist, daß man die musik nur dann gut hört, wenn man ruhig ist. falsch, wenn alle in der näheren umgebung ruhig sind. eh klar, immerhin will man ja die anrainer nicht lärmbelästigen, so ein bruch violinkonzert (op. 26, g-moll) würde mich um halb zwei, wenn ich gerade zu schlafen versuche, nicht unbedingt in entzückungszustände versetzen. also plätschert die sache recht leise dahin, sodaß selbst anwesende musiklehrer schwierigkeiten hatten, alle stücke zu identifizieren. dem ipodohrstöpselgeschädigten publikum des szenelokals q-stall wird die musik gelinde gesagt wurscht sein. und selbst wenn mal zwischendurch eine ungarische rhapsodie kurzzeitig über die wahrnehmungsgrenze schwappt, ist sie eigentlich eher angenehm als un-.

daraufhin gaben wir uns überlegungen hin, was (außer der lautstärke) notwendig wäre, um tatsächlich jugendliche zu vertreiben. die erste idee war natürlich etwas monotones, repetitives, was die von mir ja sehr geschätzte minimal music für diesen inhumanen zweck (und damit wären wir schon beim zweiten problem, siehe später) mißbraucht hätte, dann kamen wir aber über schönberg (naja, zumindest diskussionswürdig) und sonstige avantgardisten auf die idee, statt musik überhaupt etwas gesprochenes zu nehmen, beispielsweise ein stück von thomas bernhard. der absolute overkill dürfte aber eine langweilig gesprochene analyse eines langweiligen thomas-bernhard-stückes sein. wir jedenfalls waren einstimmig der meinung, daß man die playlist am hohen markt zum vorgegebenen zweck dringend abändern müßte.

so, jetzt also zum versprochenen zweiten problem. irgendwie finde ich es ja kacke (man verzeihe mir den fäkalausdruck), daß man etwas an sich schönes, heutzutage vielleich einigermaßen miß- bzw. unverstandenes noch weiter negativ belegt, indem man es dazu benutzt, menschen von irgendwo fernzuhalten oder zu vertreiben. finde ich nicht schön. das ist pfui. indem man den zweck der aktion so kommuniziert, tut man jedenfalls der klassischen musik und damit einhergehend der humanistischen bildung allgemein keinen gefallen. im gegenteil.

würde man hingegen anpeilen, die jugendlichen durch die klassische musik ein bißchen zur ruhe, zum zuhören und zum nachdenken zu animieren, hätte die sache gleich einen positiveren beigeschmack. man könnte den vorhandenen kultfaktor (kremser bzw. kremskundige jenseits der 20 verstehen sofort, was man mit klassik-picknick meint) bewußt ausbauen und davon profitieren. wie auch immer.

ob man jetzt die jugendlichen vertreibt, beruhigt oder nicht mal ansatzweise tangiert, ist im grunde einerlei, denn die musikrezeption knapp oberhalb der wahrnehmungsschwelle führt auf jeden fall zu einem wiedererkennungseffekt. verbunden mit der tatsache, daß sich die meisten der anwesenden durch alkohol, drogen oder körpereigene sexualhormone durchaus ganz wohl fühlen dürften, entsteht dabei eine sehr schöne positive verankerung der klassischen musik mit dem wohlbefinden. und dagegen ist ja nichts einzuwenden. also vergeßt das mit dem vertreiben, und laßt uns einfach mehr gute (muß ja nicht unbedingt klassisch sein) musik hören.

zoologie, glückshormone und fotos

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korallen und affen haben grundsätzlich nicht viel gemeinsam. zwar gehören beide zu den eumetazoa (den gewebetieren), während aber affen bilateria, also bilateralsymmetrisch gebaute zweiseitentiere mit allen konsequenzen wie vorder- und hinterende, mund usw. sind, gehören korallen zu den coelenterata, den radiärsymmetrisch gebauten hohltieren mit einem diffusen nervennetz, ohne atmung und blutkreislauf und mit lediglich zwei zellschichten (epi- und gastrodermis).

korallen leben ausschließlich im meer, affen an land. beide bevorzugen den tropischen gürtel, aber die spezielle affenart, um die es hier geht, lebt untypischerweise in der arktis. korallen machen lyrischen und hin und wieder country-angehauchten folkrock, während die arktischen affen mit ihrem von der ersten hälfte des son-clave geprägten drive (rein rhytmisch ungefähr wie coldplay auf ecstasy) so richtig abrocken.

gestern jedenfalls waren vertreter beider tiergruppen (der sich anbietende begriff spezies wäre in diesem fall im hinblick auf die korallen durchaus falsch) in der arena anzutreffen, was mich in leicht nachvollziehbare glückszustände versetzt hat. den ganzen tag bin ich auf einer kleinen wolke von glückshormonen (ob endorphin oder serotonin, vermag ich nicht zu sagen) geschwebt, wovon mich nicht mal monrose und avril (derweil muß ich ja noch klingeltöne machen) und zwei mariahilferstraßenweite stromausfälle abbringen konnten.

die korallen und die arktischen affen auf einem haufen, das ist ungefähr wie ein kindergeburtstag mit ronald mcdonald und elfriede jelinek, wie ein sechser mit zusatzzahl im lotto, wie ein simultaner sieg gegen kasparow und die brasilianische fußballnationalmannschaft oder wie illés am sziget und die beatles eine woche später auf rhodos. das schlägt sogar johnossi und mando diao, wenngleich nur knapp und sicher nicht wegen mando diao. da sind wir uns hoffentlich alle einig.

ich war gut vorbereitet, ich habe mir schon die letzten zwei wochen vornehmlich die beiden bands reingezogen, denn der mitsing- oder zumindest -summfaktor ist mir bei konzerten sehr wichtig. bei den korallen war es nicht ganz leicht, alle lieder im vorhinein zu kennen, weil sie ja angeblich im august eine neue platte rausbringen, aber ich hab mein bestes getan, micht im vorfeld zu informieren. das gehört ja zur verantwortung eines mündigen konzertgehers.

diesmal wären wir rechtzeitig da gewesen, aber die leute, die wir getroffen haben, haben mich beschwichtigt, daß die korallen eh nicht püntlich um 8 anfangen würden. gegen zehn vor hab ich dann doch ein bißchen gedrängt, reinzugehen, und so haben wir nur die ersten zwei lieder verpaßt. der rest war aber sehr schön, gute songauswahl, wenn auch etwas kurz. gerade mal eine dreiviertel stunde. dabei hätten sie schon noch ein paar sehr fetzige lieder gehabt! aber gut, war sehr schön.

die korallen und der mischturm
dann brach die lange zeit des wartens an, in der umgebaut wurde. ein mann mit großer ausdehnung in allen drei dimensionen hat den bass gestimmt, einer im blauen t-shirt mußte auf jeder musikerposition für die richtige einstellung der spots probestehen bzw. -sitzen, einer hat die gitarren gestimmt und sich dabei ein bißchen weggejammt. das war insgesamt nicht so aufregend, dafür aber viel zu lang. die musikuntermalung war durchgehend anspruchslos, nur als columbia von oasis gespielt wurde, wurde es plötzlich still, als würde die menge ahnen, daß da was großes passiert. die meisten waren aber vermutlich zu jung, um es zu kennen. ist ja auch schon 13 jahre her.
das sollte eine kunstvolle collage werden, ist aber aus lichttechnischen gründen nicht vollendet worden. das ist eine undeutlich erkennbare dixi traubenzuckerpackung mit erdbeergeschmack (der traubenzucker, nicht die packung), das zweite bild sollte dann ein klo sein. das konzept kann man auch so nachvollziehen und würdigen.
noch eine kurze anmerkung zur vorherrschenden bekleidung. ich halte es für einigermaßen phantasielos, zu einem konzert mit dem passenden t-shirt zu gehen. natürlich hat es was, drückt eine gewisse begeisterung und loyalität aus, aber es ist eben phantasielos und unindividuell. es sei denn, das t-shirt trägt die natürlich auch naheliegende, dennoch auf einer metaebene wiederum sehr postmoderne aufschrift "who the f*** are the arctic monkeys?". t-shirts anderer bands finde ich, sofern sie nicht gerade von der experience sind, auch nicht so super. naja. ist ja nur meine private meinung.
ein offensichtlicher kooks-fan mit kooks-frisur und kooks-shirt.
dann betraten die affen die bühne und ließen ein feuerwerk los, optisch wie akustisch, daß es nur so gekracht hat. die lichtshow war genial, obwohl ich nicht so auf lichtshows stehe, minimalistisch und gleichzeitig brutal, passend und sehr exakt. sie haben nicht ganz alles von beiden alben gespielt, aber so das meiste. dafür gab es leider keine zugabe. naja, was solls. geil wars trotzdem.

die lichtshow, impressionen
als krönender abschluß fuhren wir noch in der u3 mit diversen exfreundinnen von zwei drittel meiner brüder, das hat man auch nicht alle tage. insgesamt also ein durchaus gelungener abend. und das wetter war auch perfekt, danke wetter!