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Sunday, September 27, 2009 10:23:35 AM
experience, schulalltag, mando diao, versetzungszeichen
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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.
man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.
meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...
ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:
außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.
die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.
gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute
klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!
hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.
die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.
zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.
die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.
Wednesday, June 24, 2009 11:51:44 PM
experience, schulalltag, versetzungszeichen, kunst
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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.
STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.
der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.
praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.
die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.
um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.
es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.
wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.
außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.
jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.
und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.
ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!
Tuesday, April 7, 2009 4:54:11 PM
experience, schulalltag, feng shui, versetzungszeichen
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seit einiger zeit gehe ich wieder auf die uni, wenn auch nur in ein seminar, das die uni gütigerweise für studenten und lehrer gemeinsam anbietet, unter anderem damit beide gruppen von den erfahrungen der anderen profitieren können. das ganze heißt sehnsucht:singen (man beachte die hippe schreib:weise) und geht eigentlich genau um das.
der grundtenor (hmm, das war zufall, aber man sieht, das hier ist eine sehr gute gelegenheit für allerlei gesangsmetaphern) des seminars ist, daß man schülern unmittelbare musikalische erlebnisse bescheren soll, was am unaufwendigsten mittels singen geht. ich muß sagen, dem kann ich einiges abgewinnen, und ich bin in vorletzter zeit leider etwas von diesen unmittelbaren erlebnissen weggekommen, was ich in letzter zeit wiederum nachzuholen versuche.
seminarbegleitend sollen wir stichworte sammeln, was sich während der zeit zum thema "meine stimme, das singen und ich..." tut, weil wir wahrscheinlich in der letzten einheit mit unseren erkenntnissen arbeiten werden. ich schlage natürlich gern zwei fliegen mit einer klappe, wenn es leicht geht, und diesmal geht es leicht: blog und sammeln.
irgendwie war ich in den letzten jahren etwas gesangsfaul, zwar nicht in meinen bands, aber sowas wie chorsingen hat mich wenig interessiert, und im unterricht hab ich singen selten bis nie einfach um des singens willen eingesetzt, sondern eben fast ausschließlich zur erkenntnisgewinnung oder wissensvermittlung (ja, auch das geht). chorsingen interessiert mich zwar immer noch nicht besonders, aber die lust am singen bzw. am ausprobieren mit der stimme ist durchaus zurückgekommen, und auch das singen um des singens willen hat jetzt einen festen platz in vielen stunden. eigentlich ist es sogar eine relativ billige und einfache methode, (vor- und nachbereitungs)zeit zu sparen, so gesehen erfülle ich schon heute die ministerialen vorgaben.
am wochenende nach dem ersten seminar hab ich an einem obertongesangsworkshop teilgenommen, den eine ehemalige studienkollegin gänzlich ohne esoterischen hintergrund gehalten hat (dafür ist auch was weitergegangen, was man von eso-obertongesangsworkshops angeblich nicht behaupten kann). das hat in verbindung mit dem seminar auf der uni einiges in mir ausgelöst bzw. klar werden lassen. die wichtigste erkenntnis beim obertonsingen ist: vor dem klingen kommt das hören. am anfang hört man nämlich gar nicht, was man da tut, und nicht weil man es noch nicht kann, sondern weil man nicht gewohnt ist, darauf zu hören. die obertöne sind ja immer da, wir nehmen sie nur nicht isoliert wahr, sondern hören sie nur als klangfarbe. man braucht einen guten halbtag, bis man ungefähr erahnt, was man da überhaupt produziert. und das hören braucht es aber, um die obertöne dann halbwegs klar isolieren und steuern zu können.
praktischerweise ging es dann in der zweiten seminareinheit auch ums hören bzw. um stille, und wir haben ein paar sehr schöne übungen dazu gemacht, die ich sogar erfolgreich in meinem unterricht reproduzieren konnte (was sonst nicht unbedingt der fall ist. also das reproduzieren schon, das erfolgreich nicht unbedingt). jetzt mache ich in einigen klassen regelmäßig zuhörübungen, und das trägt schon erste früchte. wobei damit definitiv nicht gemeint ist, irgendwelche intervalle oder formen zu hören (das mache ich auch immer wieder, aber das ist eher kapitel erkenntnisgewinnung), sondern einfach zuhören als elementare und heute sehr selten gewordene erfahrung mit unterschiedlichen anleitungen und aufgabenstellungen.
im bezug auf meine stimme hat sich nicht so viel getan, außer daß ich jetzt auch ein bißchen obertonsingen kann und mich autodidaktisch auch am untertonsingen versuche. beides wirkt sich glaube ich auch auf die stimme aus, aber noch mehr auf die wahrnehmung, und die ist glaube ich deutlich sensibler geworden, und zwar in viele richtungen. richtig cool ist zb., daß man, wenn die akustik halbwegs stimmt und man gerade durch stundenlanges obertonsingen sensibilisiert worden ist, in der eigenen sprechstimme die obertöne hört, die je nach vokal schön die obertonreihe rauf- und runtersausen. als hätte man einen vogel (bezogen aufs zwitschern natürlich, nicht auf irgendwas anderes).
im seminar müssen wir auch eine vokale mutprobe für uns ausdenken und uns ihr stellen. meine ist, mal mit einer expertengruppe vokal zu arbeiten. praktischerweise reicht mir schon die expertenheit der gruppe im seminar, da sitzen ja recht versierte musikstudenten und auch ein paar musiklehrer drin, also vom niveau her ist das so ungefähr das höchste, womit zu arbeiten ich je die gelegenheit hatte. das ist für mich durchaus eine mutprobe, denn abgesehen von 2-3 ensembleleitungsstunden anno dazumal habe ich noch nie was vergleichbares mit profis gemacht, und das war auch nicht vergleichbar.
ich habe mich, nachdem ich schon das vorletzte mal meine mutprobe bekanntgegeben habe, schon darauf eingestellt, beim letzten mal spontan was machen zu müssen, aber ich habe nur den auftrag bekommen, das nächste oder übernächste mal spontan was zu machen. jetzt weiß ich nicht ganz, was.
einerseits würde ich gern ein bißchen was anderes machen, als was wir sonst so tun (nämlich singen), zum beispiel sowas wie beatboxen, andererseits wäre das zwar eine vokale betätigung, aber keine mutprobe, denn auf dem gebiet bin ich der gruppe vermutlich (von eventuellen ausnahmen abgesehen) ein wenig voraus. wäre natürlich billig, meine mutprobe ohne mutprobe hinter mich bringen zu wollen, also nein, so nicht. stattdessen denke ich mir jeden tag irgendwas neues aus oder krame was aus meinem gedächtnis hervor, kleine kanons und sowas, und aus diversen gründen fallen sie doch immer durch, und ich muß mir was neues ausdenken oder aus meinem gedächtnis hervorkramen. kreativer zwang sozusagen. ganz schrecklich. das hilft nur ein kräftiges OooMmm...
Saturday, February 21, 2009 4:26:59 PM
tonika, experience, dominante, wunschzettel
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es ist eigentlich zufall, aber irgendwie doch nicht, jedenfalls passiert es immer wieder, daß ein unterrichtsthema in verschiedenen klassen und schulstufen, oft auch von ganz verschiedenen seiten kommend, mehr oder weniger gleichzeitig behandelt wird. ich mache meine jahresplanung sicher nicht extra danach, aber manchmal taucht etwas zeitnah in verschiedenen umgebungen auf und kumuliert dann aufgrund des betriebenen aufwandes und benötigten materials. letztes schuljahr waren es zum beispiel diverse mittelalterliche themen, wobei das in erster linie am mittelalter-schwepunkt lag, dieses jahr unter anderem der generalbass, und der nächste heiße kandidat ist haydn. im moment ist es jedoch der blues, und das paßt mal wieder auch auf anderen ebenen.
mir liegt der blues ziemlich am herzen, weil sich im wesentlichen die gesamte pop- und rockgeschichte auf irgendwelche spielarten dessen zurückführen läßt. die abstammung ist nicht immer ganz offensichtlich, aber gerade das ist ja so spannend daran. und faszinierend ist der blues allemal, weil er seit gut 100 jahren nach den selben einfachen prinzipien funktioniert und sein wesen beibehält, obwohl er sich sehr gut in verschiedene strömungen und moden integrieren kann.
eines dieser prinzipien ist das blues-schema, und das bedeutet, ich kann mal wieder ein wenig musiktheorie hineinstreuen, aber es wird nicht viel, versprochen. beeindruckend am blues-schema ist ihre einfachheit und ihr gleichzeitiges potential zur vielschichtigkeit. außerdem fällt es aus dem rahmen üblicherweise symmetrisch oder periodisch gebauter musikalischer formen, ohne daß das irgendwem unangenehm auffallen würde.
wie man weiß, hat das blues-schema drei zeilen, in deren erster sich fast nix, der zweiten nicht viel und der dritten dafür umso mehr tut. es kommt mit den drei hauptstufen aus und wäre daher eindeutig durbezogen und diatonisch, was allerdings durch andere elemente des blues verwischt wird. mit stufenbezeichnungen sieht es in der einfachsten üblichen form so aus:
I - I - I - I
IV - IV - I - I
V - IV - I - (V)
das ist noch nicht sonderlich spektakulär, und statistiker würden sofort anmerken, daß sieben der zwölf akkorde auf der ersten stufe stehen. die V. kommt überhaupt nur einmal, am anfang der dritten zeile, tatsächlich stilbildend zum tragen, am ende ist sie nämlich nur ein sogenanntes turnaround, also eine kadenz zur I. stufe des anfangs zurück, und kann auch weggelassen werden. aber gerade durch dieses statistische ungleichgewicht ist das funktionale gewicht der IV. und V. stufe umso höher, und irgendwie ist es beim blues nicht die I. stufe, die man herbeisehnt, sondern die anderen beiden.
die dreizeiligkeit wird in vielen (nicht allen) songs, die auf dem blues-schema basieren, textlich auf eine interessante art und weise unterstützt, indem die erste textzeile wiederholt wird (melodisch übrigens meistens auch). klassische bluestexte haben also nur zwei geschriebene textzeilen pro strophe, wobei die wiederholung in verbindung mit dem harmonieschema eine ganz andere wirkung hat.
man könnte fast sagen, der blues sei eine dialektische form. die erste zeile, durchgehend auf der I. stufe, ist sozusagen die these. die zweite bekommt allerdings durch den wechsel auf die IV. stufe eine ganz andere ausstrahlung, und zumindest ich nehme sie trotz der gleichbleibenden melodie und der wörtlichen wiederholung des textes ganz anders, nämlich als eine art antithese wahr. für mich ist der blues dadurch im hinblick auf die verschmelzung von musik und text bzw. auf die ausdeutung des textes durch die musik eine der intensivsten musikformen überhaupt.
die dritte zeile, in der zum ersten und zum letzten mal die V. (an dieser stelle ganz und gar nicht dominante!) stufe betreten wird, wirkt musikalisch wie meist auch textlich als synthese, pointe, schlußfolgerung oder wie man sie auch haben oder hören will. und ich glaube, daß diese klassische dreiteiligkeit dazu führt, daß man den blues als eine kompakte, geschlossene, logisch notwendige form hört - bzw. zumindest nicht als schief, assymetrisch oder sowas. die logiker unter uns könnten natürlich statt meinen dialektischen termini auch ihre eigenen nehmen und von prämissen und konklusion sprechen, das käme wohl auch hin.
soviel zur theorie. in der praxis ist es gar nicht so einfach, den blues rüberzubringen (vielleicht gilt hier: entweder man hat ihn oder auch nicht). es ist für schüler oft sehr witzig und interessant, die erfahrung zu machen, daß ihnen zu einem bloßen, von melodie und text befreitem instrumentalen blues-schema sofort zehn verschiedene lieder einfallen (und wenn nicht, brauche ich nur einige melodiefetzen anbieten), allerdings scheint sich das erwachte interesse sehr schnell wieder zu legen. das ist schade, weil meiner meinung nach das bißchen theoretischer einblick sehr viel zur faszination des blues beiträgt.
die praktische beschäftigung damit hat meiner bisherigen erfahrung nach auch noch nicht viel mehr interesse wecken können. es ist recht simpel, selbst mit einer supplierten zweiten klasse in einer einzigen stunde brauchbare blues-schemata zu erarbeiten, zumindest mit bass und schlagzeug, aber zum beispiel mein wahlpflichtfach weigert sich recht konsequent, ein bißchen weiter in die materie hineinzutauchen. dabei kommen sie nicht drum rum, weil von selber lernen sie nicht spielen, und die einfachste möglichkeit, mehrere lieder ohne mehraufwand zu lernen oder eine gute grundlage zum improvisieren zu haben, bietet nun mal der blues. da werden wir also noch einige wochen investieren.
gleichzeitig führt diese erfahrung nebst anderen bei mit zu einer klassischen blues-stimmung. irgendwie freuts mich im moment nicht so. dabei ist es gar nicht november. ich weiß nicht genau, wieso junge leute, die sich selbst als auf diesem gebiet wißbegierig bezeichnen, von mir erwarten, ihnen alles hinterherzutragen und ins hirn zu stopfen (bildlich gesprochen wohlgemerkt, bevor sich irgendwelche rechtlichen konsequenzen daraus ergeben sollten), ohne dabei ohren und augen aus eigener kraft aufzumachen. ich wüßte sehr gern, was ich anders machen soll, und bin für konstruktive vorschläge offen. aber wenns mir keinen spaß macht, müssen wir ja genau diese dinge gar nicht machen, das musikbuch bietet genügend andere themen, die ich gleichermaßen faszinierend finde.
Friday, February 20, 2009 5:51:29 PM
experience, dominante, wunschzettel, dilemma
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sehr schöne sache. ich muß für die bundesrepublik österreich ein von der republik ungarn ausgestelltes schriftstück X produzieren, das beweisen soll, daß ich x bin (was das inhaltlich ist, ist unerheblich, und man kann es sich eh denken). nun, das vorhaben hat mich von anfang an etwas verstört, kann ich doch getrost davon ausgehen, daß die republik ungarn seit gut 20 jahren nicht wirklich was über mich weiß - schon gar nicht, ob ich x bin oder nicht.
im naiven glauben, ein reisepass und eine geburtsurkunde würden ausreichen, ging ich mit meinem reisepass und meiner nigelnagelneuen geburtsurkunde (eigentlich auszug aus dem geburtenbuch, aber das ist in ungarn das selbe) (nigelnagelneu deswegen, weil ich meine alte, sprich originale, schon länger nicht gesehen habe, obwohl ich an all den üblicherweise zu erwartenden stellen nachgeschaut habe) (sind solche doppel- bzw. jetzt sogar dreifachklammern überhaupt erlaubt? ich weiß, ich hätte es auch eleganter lösen können, indem ich die zweite gleich nach nigelnagelneu eingefügt hätte, aber jetzt ist es wohl zu spät.) zur botschaft. nach einer kurzen suche (sie hat sich versteckt! das letzte mal war sie noch woanders!) habe ich die botschaft, die konsularabteilung und eine gerade nicht beschäftigte ansprechpartnerin gefunden.
ich habe ihr mein anliegen vorgetragen, worauf sie mir mit einem müden lächeln die unmöglichkeit meines vorhabens mitteilte: das ganze geht natürlich nur in begleitung, also brauche ich es allein gar nicht erst versuchen. und außerdem reichen meine schriftstücke sicher nicht aus, aber das weiß sie nicht so genau, und ich soll bitte auf die zuständige dame warten.
nach einer ganzen weile kam dann eine andere, offenbar halb zuständige dame, die mir einen zettel, der die ganze zeit in reichweite des schalters und daher auch der ersten dame lag, unter die nase hielt, die eine wunderbar ausführliche liste aller erforderlichen schriftstücke enthielt. unter anderem würden sie all meine meldezettel seit meiner ankunft nach österreich vor 20 jahren brauchen, weiters diverse bestätigungen, die bestätigen, daß ich einen wohnsitz in ungarn habe, daß ich keinen wohnsitz in ungarn habe, daß ich mich erlaubterweise in österreich aufhalte (erlaubt nicht durch die bundesrepublik, denn das dürfte aus aufenthaltsgenehmigung und tonnen von meldezetteln ersichtlich sein, sondern durch die republik ungarn) und sowas.
ja, das habe ich mir auch schon gedacht: es ist mathematisch unmöglich, all diese schriftstücke vorzulegen, weil sie einander teilweise widersprechen. aber, das sagt mir mein gesunder menschenverstand, es würde vermutlich ausreichen, einfach meinen status mit tonnen von papier zu belegen, und es würde schon klappen. vermutlich deswegen, weil man es nie so genau weiß.
ich habe mir also diverse weiterführende unterlagen organisiert. eine besagt, daß ich in ungarn nicht mehr gemeldet bin (zumindest dort nicht, wo ich vorher gemeldet war, aber wo das war, mußte ich nicht nachweisen, also ist da schon eine potentielle lücke gegeben), eine andere ist die bestätigung, daß ich ungarn tatsächlich verlassen habe und nicht mehr dort wohne. redundant, würdet ihr sagen, aber das ist bei solchen dingen nie falsch.
mit wie ich dachte allen erforderlichen dokumenten ging ich wieder zur botschaft, einfach mal um zu fragen, ob ich denn nun wirklich alles habe. die selbe dame wie letztens schaute sich meine papiere mit hilfe der genannten liste an, sagte, daß sie glaube, es würde passen, aber ich soll mal auf die zuständige dame warten. die andere, halb zuständige, war auch in der nähe, fühlte sich aber diesmal offenbar ganz und gar unzuständig. also setzte ich mich hin.
in der knappen halben stunde (ich weiß, das ist für amtswege nicht sonderlich lang, aber dafür, daß ich nur fragen wollte, ob alles paßt, meiner meinung nach schon) habe ich bekanntschaft mit diversen persönlichen schicksalen und ihrem kampf gegen die bürokratie machen dürfen. aus datenschutzgründen und weil sie nacherzähl nicht halb so spektakulär sind wie in echt, werde ich sie nicht nacherzählen.
nach der halben stunde ging ich wieder zum schalter und drängelte mich frech vor. manche leute müssen ja arbeiten, und die schule wartet nicht, und meine unterlagen lagen direkt beim schalter, aber auf der innenseite. ich bat die dame, mir selbige wieder auszuhändigen oder einfach frech zur zuständigen dame vorzudringen und sie um begutachtung meiner dokumente bitten, was sie auch tat, wenngleich widerwillig.
die diagnose der expertin lautete: fast vollständig. ein schriftstück (dasjenige, das beweist, daß ich an meinem ehemaligen wohnsitz nicht mehr gemeldet bin) muß ich mir auch original schicken lassen, das war nur eine kopie (das sehe ich fast noch ein, selbst wenn es ob dieser redundanz nicht unbedingt notwendig wäre. amtspersonen haben eine natürlich abneigung gegen kopien, das verstehe ich.), und mein aktueller meldezettel ist ihnen zu alt. ich meine, hallo, meldezettel! hat jemand in österreich jemals was anderes gebraucht, um seinen meldestatus zu bestätigen? nein. wieso dann gerade für die ungarn? aber gut.
nächste station: bezirksamt brigittenau, meldedingsbums. da gab es dann auch so moderne errungenschaften wie nummern, und ich hatte sogar eine, die bald dran war. bald ist relativ, aber drei nummern lang warten ist durchaus im rahmen des erträglichen. da habe ich dann bei einer freundlichen und überraschend sympatischen dame mein bedürfnis nach einer meldebestätigung vorgebracht und mit einem amtlichen lichtbildausweis unterstrichen. sie fand meine daten im computer und begann sie umständlich per hand auf ein formular zu schreiben. ich saß daneben und sah ihr beim handschreiben zu.
als sie dann fertig war, mußte ich mit einem ausdruck (wo kam der denn plötzlich her?) zur kassa, um meine drei obulonen zu entrichten. drei nur deshalb, weil ich die bestätigung der ungarischen botschaft widmen (sonst 13,20 € zeugnisgebühr) und weil ich die dame den wisch selbst handschriftlich schreiben ließ (sonst 13,20 € antragsgebühr! offenbar ist das selber schreiben weniger aufwendig als das lesen meiner schrift). auf dem weg zur kassa im dritten stock sah ich einige schicksalsgenossen, die in bester asterix- und obelixmanier (asterix erobert rom, 1975) die stufen rauf- und runterhetzen mußten, von schalter zu schalter. ich mußte nur einmal hinauf und dann wieder runter (ich bin bei behördengängen schon sowas wie ein profi, bei mir klappt das meiste beim ersten versuch) und durfte dann sogar ganz ohne nummer wieder ins zimmer und meine meldebestätigung abholen, die in der zwischenzeit (etwa 2 minuten) auf wundersame weise aus dem drucker wuchs. das ganze hat nur ein handbeschriebenes und drei quasi identische, ca. zu je einem fünftel bedruckte A4-blätter verbraucht, natürlich exklusive der eigentlichen bestätigung.
jetzt muß ich nur noch auf mein original aus ungarn warten, und dann kann ich endlich mit meiner begleitperson zur botschaft, wo ich nur noch die zuständige dame zu gesicht bekommen muß. ich bin sicher, irgendwas wird ihr nicht passen, aber diesmal ist mir das egal. denn wie ich mitgekriegt habe, läuft es jetzt eh auf folgendes hinaus:
die republik ungarn kann nicht bestätigen, daß ich x bin. dazu ist sie nicht in der lage, weil ich nicht in ungarn registriert bin. die ganzen dokumente brauche ich nur, um das beweisen zu können. ich muß ihnen also beweisen, daß sie nix über mich wissen. und wenn das geklappt hat, darf ich eine erklärung abgeben, daß ich x bin. nachdem ich alles andere schriftlich belegen mußte, werden sie mir genau das wesentliche einfach so glauben und mir ein zeugnis darüber ausstellen. und die bundesrepublik österreich wird ihnen das abnehmen.
denkt ihr das selbe was ich denke? ja, es ginge auch einfacher - es würde ja reichen, wenn mir die bundesrepublik diese erklärung abnehmen würde. hier bin ich ja lückenlos belegt und registriert, dokumentiert und alles. eigentlich, aber das sage ich nur unter vorgehaltener hand, müßte ich strenggenommen ja gar nichts dergleichen erklären oder belegen, weil die bundesrepublik die erste instanz wäre, die wüßte, wenn ich nicht x wäre... denn wenn sich der zustand ändert (das steht bald bevor, dafür brauch ich ja erst den ganzen papierkram), ist die bundesrepublik live dabei.
na jedenfalls scheint die ganze odyssee auf ein ziel zuzusteuern. wenn ich das original aus ungarn habe und mit meiner begleitperson bei der botschaft nach stundenlangem warten die erklärung abgeben durfte, werde ich noch gerichtlich beglaubigte übersetzungen anfertigen lassen dürfen, und schon kann ich alle unterlagen bei der bundesrepublik einreichen. übersetzungen deswegen, weil a) nicht davon auszugehen ist, daß eine österreischische vertretung der republik ungarn in einer anderen als der ungarischen sprache irgendwelche zeugnisse ausstellen kann und b) die bundesrepublik österreich nicht einmal mit einer in drei sprachen (u, e, f) ausgestellten geburtsurkunde viel anfangen kann.
immerhin habe ich im zuge der suche nach meinen alten meldezetteln meine originale geburtsurkunde gefunden. jetzt habe ich also zwei. man weiß ja nie, wo diese dünnen biester immer verschwinden, ich habe diverse dokumente doppelt, und das ist gut so (jetzt wißt ihr auch, wieso ich so ein profi bin - übung macht den meister). so kann ich mir also ein amtsschimmelkäsebrot gönnen und auf meinem amtsschimmel dem sonnenuntergang entgegenreiten. yippieh!
Monday, February 9, 2009 10:41:00 PM
experience, dominante, dienstag, wunschzettel
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letzten montag hat es in london so extrem geschneit, daß alle ryanair-flüge nach stansted gestrichen waren und angeblich der zug- und busverkehr in und um london komplett darnieder lag (komischerweise kenne ich persönlich eine person, die trotzdem in stansted landen und dann über london nach oxford fahren konnte. offenbar sind die news aus aller welt auch nicht ganz verläßlich). aus den medien hatte man hier den eindruck, england würde im chaos komplett untergehen.
tatsächlich kam es wohl am montag zu einigen beeinträchtigungen, die auch gute gründe hatten. die engländer haben eher selten schnee und sind demnach nicht wirklich dafür gerüstet. in stansted gibt es angeblich gar keine schneeräumungsgeräte, in heathrow gibt es welche, die auch in aktion waren, bis ihnen der platz zum schnee hinräumen ausging, und die züge können bei schnee nicht fahren, weil die weichen im gegensatz zu unseren nicht geheizt und daher bei eis und schnee nicht funktionstüchtig sind (die genannten infos habe ich alle aus erster hand von diversen in england lebenden personen).
dienstag früh war der spuk dann vorbei, wir konnten wie geplant landen, die züge fuhren mit wenigen ausnahmen und der schnee war weitestgehend weg oder zumindest auf dem rückzug. aber das nur am rande.
gleichzeitig habe ich mich gewundert, wieso alle welt so ein theater drum macht. ich meine, hierzulande schneit es doch einigermaßen regelmäßig, und es gibt auch einigermaßen regelmäßig mehrere schneechaosse im jahr. im november, wenn der erste schnee fällt; im dezember oder jänner, wenn der zweite schnee (der erste richtige, der dann auch bleibt) fällt; und wenn es so schneeregnet wie gestern, dann auch wieder. gut, bei uns steht nicht die ganze infrastruktur still, aber stundenlange staus, u-bahnausfälle und sehr unverläßliche öffis gibt es trotzdem. da finde ich es fast eleganter, wenn man weiß, bei schnee geht nix, denn dann geht man gar nicht erst aus dem haus, die schüler und die arbeitende bevölkerung bekommen automatisch frei, und alle wichtigen termine sind einfach auf den nächsten tag verschoben. bei uns hingegen wird man in falsche sicherheit gewiegt und kommt dann erst recht stunden zu spät und ist auch noch selbst schuld.
so gesehen dürfen wir schneechaostechnisch niemandem was vorwerfen, denn andere haben es womöglich nur alle 15 jahre und gehen damit trotzdem cooler um als wir, die es mehrmals im jahr heimsucht. sind wir nicht eine große schneenation, die ein bißchen schnee problemlos schnupfen können sollte? ein schneechaos in england ist eine laune der natur, bei uns aber ein deutliches zeichen für dummheit, fehlplanung und versagen.
den wunderschönen sonnigen dienstag haben wir dann im leicht gezuckerten cambridge verbracht, was mich an meine früheren reisen durch südengland erinnert hat. einige meiner intensivsten erfahrungen damals hatten mit gotischer architektur zu tun, und davon sieht man in cambridge wirklich viel. die gotik hat schon was geniales, gar nicht so wegen den ornamenten, sondern wegen dieser art, in den raum hineinzuragen und ihn dadurch zu strukturieren und zu zerreißen. das finde ich einfach wahnsinnig faszinierend. und die gotik betritt die dritte dimendion nicht nur, indem sie hineinragt, also zum beispiel in die höhe wächst, sondern sie spielt auch mit ihr, indem sie zum beispiel wunderbare windschiefe (im geometrischen sinne des wortes, nicht im abschätzig-landläufigen) und aus jedem blickwinkel anders wirkende strukturen erlaubt und auch enthält. das macht architektur erst wieder in der moderne, wenn ich mich nicht irre.
die beiden dinge haben nun auf den ersten blick wieder nix miteinander zu tun, aber für mich persönlich sehr wohl. ich bin nämlich gar kein besonderer schneefan, jedenfalls nicht, wenn er schon liegt und öde dahinschmilzt. wenn er aber fällt, dann finde ich das schon sehr cool. wenn ich wollte (will ich nicht, aber wenn!), könnte ich stundenlang im schneegestöber stehen, mit kindlicher faszination nach oben blicken und mit offenem mund den dreidimensionalen tanz der schneeflocken beobachten. und diese dreidimensionalität ist das, was für mich schnee und gotik gemeinsam haben. und das (und nur das) ist auch an american football und sonstigen ansonsten nicht sonderlich interessanten sportarten ästhetisch oder sonstwie ansprechend.
zum thema dreidimensionalität und wechselnden blickwinkeln gab es auch im tate modern viel zu sehen, zum beispiel diverse skulpturen von henry moore und konsorten, aber auch sehr interessante und mir bisher unbekannte von hélio oiticica, die zum teil die grenze der dritten dimension gerade nur so ein wenig penetrieren, oder auch minimalistische spiegelskulpturen, die leider nicht wirklich begehbar waren. es ist schon ganz was anderes, wenn man sich in einem kunstwerk befindet, wie auch zb. im jüdischen mahnmal in berlin, als einfach nur davor zu stehen. und ich muß sagen, im tate modern habe ich die skulpturen fast durchwegs interessanter gefunden als die an sich auch nicht gerade uninteressanten gemälde. es war also insgesamt eine reise voller dreidimensionalitäten und wechselnder blickwinkel.
und wenn wir schon bei wechselnden blickwinkeln sind, laßt mich bitte noch ein thematisch mit den bisherigen ganz und gar unzusammenhängendes thema mit den bisherigen zusammenhängen. in england ist so vieles anders als hier, nicht nur der umgang mit dem schnee. in den pubs herrscht rauchverbot, aber es stört niemanden, und tausende engländer stehen selbst bei minusgraden und schnee hemdsärmelig mit einem ale in der einen und einer zigarette in der anderen hand draußen vor dem pub, und es funktioniert auch (überhaupt sind in london viele schanigärten in betrieb und werden auch frequentiert, sogar trotz fehlender heizstrahler). und viele pubs schließen um elf, sprich bis dahin herrscht wirklich hochbetrieb (wirklich! da stehen die leute in der tür und können sich kaum bewegen), und es funktioniert trotzdem, da ist kein kellner überfordert und alle bekommen ihre getränke, und um elf sind die meisten besoffen genug, um heimzugehen und zuhause noch ein bißchen abendprogramm zu gucken.
was wir daraus lernen, ist nichts anderes als daß man die selben dinge auf eine million unterschiedliche arten regeln kann. und wer könnte von sich behaupten, die ultimative und allen gleichermaßen entgegenkommende regelung zu finden? niemand. und deswegen, aber das wissen wir bereits aus anderen posts, bin ich absolut kein fan davon, daß jemand anderen sagt, wo und wie es langgeht. und so kann ein unschuldiger post über schnee und gotik auf umwegen zu einer grundlegenden sehr politischen aussage führen.
Monday, January 12, 2009 7:37:35 AM
dominante, wunschzettel, experience, intervalle
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gestern war ich im theater an der wien. pelléas et mélisande. von debussy. gratis. das war zwar kein neujahrsvorsatz, sondern ein spontaner generalprobenbesuch, paßt aber halbwegs ins thema.
es war eine interessante erfahrung. gute inszenierung, geniales bühnenbild, tolle sänger und eine wahnsinnig lange oper, bei der recht viel unnötiges zeug gequatscht-gesungen wird. symbolismus halt. manche symbole sind leicht zu durchschauen, manche eher weniger, und wenn man kein französisch kann und ohne brille die deutschen übertitel gerade nicht sieht, macht das die sache auch nicht einfacher. die musik war allerdings recht spannend, und die oper ist eher ein musikdrama, also so eine art endlos langes rezitativ ohne irgendwelche angebernummern.
ich war ja in den letzten jahren nicht unbedingt der fleißige konzert- und schon gar kein operngeher. das ist ja an sich auch kein muß, in der pension bleibt genug zeit für sowas, aber nachdem ich zuhause auch wenig bis gar keine klassische musik höre, habe ich diesbezüglich eindeutig ein paar lücken. ich hab das zeug ja studiert, unbeleckt bin ich auch nicht, aber sagen wir es so: ich erkenne eine beethoven-symphonie, weil ich weiß, wie eine beethoven-symphonie klingt, nicht weil ich sie wiedererkenne (von den ganz berühmten mal abgesehen). aber man könnte mich vermutlich mit einer frühen schubert durchaus in die irre führen.
einer meiner nicht formulierten und daher komplett unverbindlichen neujahrsvorsätze könnte also sein, mein repertoire und damit ein bißchen auch meinen horizont zu erweitern. eine gelegenheit dazu könnte zb. der vollständige ring sein, womit wir wieder beim musikdrama wären. dazu gibt es dieses jahr drei gelegenheiten, und sollte sich jemand finden, der hardcore genug ist, würde ich mir das vielleicht wirklich durch den kopf gehen lassen.
mit wagner habe ich bisher sowieso nicht viel am hut gehabt. naja, ich habe mal den hochzeitsmarsch aus lohengrin in einer verjazzten und mit dem mendelssohn vermischten version auf einer hochzeit geklimpert, aber das ist jetzt noch keine sehr intensive beschäftigung mit dem thema. bei wagner schrecken mich einfach die dimensionen ab. aber ich spüre schon seit jahren den inneren drang, ein bißchen in seine welt einzutauchen. untere anderem deswegen darf sich die 6A derweil mit dem ring beschäftigen.
das andere, was für mich eine eindeutige repertoireerweiterung darstellen und wozu sich dieses jahr gelegenheit bieten wird, ist haydn. auch da weiß ich seit jahren, daß er viel interessantes zu bieten hat, bin aber noch nie richtig weit in sein schaffen eingedrungen. nachdem ich aber mit der 7B fast ein ganzes semester zeit für die wiener klassik haben werde, können wir das mit haydn aufziehen und damit auch aktiv von den vielen events des haydn-jahres gebrauch machen.
und wenn wir schon dabei sind, gehe ich vielleicht noch zum oasis-konzert. aber das ist eine andere geschichte...
Thursday, January 8, 2009 9:12:41 AM
monty python, experience, dominante, wunschzettel
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bücher zu verschenken ist zu weihnachten ja zum glück recht üblich, wobei buchgutscheine gewisse vorteile haben (nachteile auch, zb. wenn man dauernd welche vom amadeus bekommt und selbst eher bei amazon einkauft). wenn man aber ein und das selbe buch (keine sorge, verschiedene exemplare) gefühlte vierzehnmal verschenkt und damit auch noch in den meisten fällen einen treffer landet, ist das schon was besonderes.
meine bessere hälfte hat letztes jahr zu ihrem geburtstag ein sonderbar aussehendes buch bekommen. auf dem cover steckt ein bunt bemalter porsche die schnauze durch eine romantische englische landschaft. hmm, haben wir uns gedacht. und weil das buch auf englisch war, haben wir es zunächst eine ganze weile liegengelassen.
wenn man sich dann aber entschließt,
the eyre affair (dt.
der fall jane eyre) von jaspar fforde zu lesen, und sich durch die ziemlich verwirrenden ersten paar seiten kämpft, kann man recht leicht süchtig werden. eine affinität zum englischen humor ist durchaus erwünscht und die grobe kenntnis der englischen kulturgeschichte ist definitiv nicht von nachteil, aber es geht auch ohne.
in der inzwischen fünfteiligen serie geht es unter anderem um die macht der phantasie und der literatur. letztere ist sowas wie ein paralleluniversum, das theoretisch von jedem menschen betreten werden könnte, und in dem es ähnlich schräg zugeht wie auch in unserem eigenen. romanfiguren gehen in urlaub oder laufen amok, neue bücher entstehen im keller einer riesigen bibliothek, über die die grinsekatze wacht, und natürlich gibt es auch verbrecher und bürokraten.
fforde trägt so ziemlich alles zusammen, was durchgeknallt ist, inklusive zeitreisen und deren paradoxa, geklonter mammuts und dodos, einer bösen und fast allmächtigen firma, interessanter religionskonzepte und absolut hirnrissiger spezialagenten. und das ist auch gut so. gleichzeitig ist die ganze serie (trotz aller kleinen widersprüche und inkonsistenzen, die man bei der schaffung einer parallelwelt wohl schwer vermeiden kann) um welten phantasievoller als harry potter, intellektueller als terry pratchett und bietet bessere schlüsse als douglas adams. und seeehr witzig.
es darf also, selbst wenn man sich weder mit den brontë-schwestern noch lewis carroll oder charles dickens auskennt, bei jedem ein fforde auf dem nachtkastl liegen (das ist defintitiv eine au
fforderung [das war zufall, aber ein guter]). und selbst wenn die bücher keine lust auf die englischen klassiker machen (also ich muß jetzt weder
jane eyre noch
great expectations dringend lesen, geb ich zu, obwohl das geniale bücher sein sollen), bekommt man von ihnen vielleicht gerade so viel mit, daß man ein referat drüber halten könnte (das ist wiederum definitiv keine aufforderung!).
richtig schade finde ich, daß meine großmutter, die mir immer sinnlosen postmodernismus vorgeworfen hat, diesen meilenstein postmoderner literatur gerade nicht mehr mitbekommen konnte. nicht nur, weil sie mit granny next ein alter ego in der serie hat, sondern auch weil ich mir sehr sicher bin, daß sie es wahnsinnig genossen hätte. schade.
wenn schon lesestoff, dann richtig. unsere kinder in der schule müssen ja sehr viel lesen, und wie wir alle aus eigener erfahrung wissen, passiert das zu einem gewissen teil nur virtuell (heutzutage vermutlich noch mehr, wir hatten ja keine wikipedia). was schade ist, denn ein buch besteht aus wesentlich mehr als dem bloßen inhalt, und das kann man bei fforde sehr gut nachvollziehen. sollte irgendwer durch diesen blogeintrag zum freiwilligen lesen irgendeines buches angeregt werden, bitte unbedingt ein kommentar hinterlassen.
wir werden übrigens in der schule für die oberstufen probeweise
bookcrossing einführen. ich werde es hoffentlich bei der nächsten konferenz im lehrerzimmer vorstellen und dann in den klassen propagieren, und dann schauen wir wie es läuft. kann ja sein, daß unsere schüler überraschenderweise mal etwas sinnvolles als sinnvoll erkennen und was gutes damit anfangen. und wenn das passiert, dann gibts noch mehr lesestoff für alle. und wenn es gut rennt, spendiere ich vielleicht sogar einen fforde fürs schulbookcrossing.
Wednesday, June 11, 2008 4:15:34 PM
experience, kunst, kein tag wie jeder andere
wer weiß noch, was er fast auf den tag genau vor 17 jahren gemacht hat? gut, viele von euch waren da noch nicht mal auf der welt, und der rest? ich weiß es, denn ich hab das selbe gemacht wie gestern abend: seine bobheit live gesehen. tja.
bei seiner bobheit muß man natürlich zwischen der subjektiven wahrnehmung vulgo konzerterlebnis und der absoluten genialität unterscheiden. will sagen: wem der kleine ausschnitt, den ihm ein konzert seiner bobheit auf das unendliche dylaniversum bietet, nicht gefällt, ist ausnahmslos selbst schuld.
seien wir uns ehrlich: seine bobheit ist eine legende, ein hohepriester, eine ausnahmeerscheinung. das gesamtwerk seiner ungefähr zweihundertvierzehnjährigen karriere umfaßt vier milliarden lieder, die nicht mal er selbst alle kennt. er hat folk, rock und mindestens noch dreiundzwanzig andere musikgenres revolutioniert, mit elvis tee getrunken, dem dalai lama das fußballspielen beigebracht und überhaupt und sowieso. seine texte, sofern man irgendwas davon versteht, sind eine inspirationsquelle für jung und alt, groß und klein, dick und doof.
was seine bobheit also auf der bühne macht, ist grundsätzlich mal auf jeden fall legitim und künstlerisch wertvoll, genial innovativ und gleichzeitig einschmeichelnd traditionell, und cool noch obendrein. und so war es auch gestern, genau wie bei den geschätzten achtzigtausend anderen konzerten, die er in den letzten vierhundertsiebenundvierzig jahren schon gegeben hat.
so haben sich also auch um die zwölf milliarden menschen eingefunden, um ihm in der stadthalle zu huldigen. etwa elf milliarden kamen zu spät, weil die eingänge so schmal waren, aber es muß schließlich jeder einsehen, daß seine bobheit wegen derart menschlicher fehler nicht unpünktlich beginnen kann. wir waren zum glück unter der ersten milliarde, die von ihren sitzplätzen beobachten konnte, wie die scheinwerfer der platzanweiser zur musik seiner bobheit durch die endlos langen reihen tanzen. sehr poetisch.
man muß neidlos anerkennen: die stimme seiner bobheit ist besser als sie schon mal war (da war doch dieses nicht ganz unpeinliche geburtstagskonzert mit all dein größen seiner zeit, also da war die stimme eher dürftig) und sowieso jenseits jeder klassifizierung. meistens hört sie sich an wie sprechen, aber nie ohne zwischen all den geräuschanteilen auch ein paar frequenzbänder für den absolut sauberen, sonoren ton übrig zu haben, der sich dann immer wieder mal in den vordergrund schwingt. besondere stimmen gibt es einige, aber die seiner bobheit ist die mutter aller besonderen stimmen, wandelbar und doch konstant, ohne den schmalz von leonard cohen, wesentlich melodischer als die von johnny cash und viel direkter als jene von nick cave.
die praxis, die setlist und das arrangement von konzert zu konzert zu ändern, ist an sich eine großartige sache. für den unbedarften halbgebildeten dylan-jünger wie mich ist das leider ein gewisses risiko, denn wenn man nur um die drei lieder wiedererkennt, und die auch erst nach jeweils 1-2 minuten, dann ist das nur der halbe spaß. aber siehe oben: schlecht vorbereitet = selbst schuld.
die arrangements waren jedenfalls durchwegs sehr interessant, selbst die lieder, die man ganz anders kennt, klangen nicht vergewaltigt, wie das bei anderen oft der fall ist, wenn sie mal was umarrangieren. die band war ebenfalls top, sehr flexibel und sehr verläßlich. der mitsingfaktor war wiederum eher niedrig, weil was soll man machen, wenn seine bobheit den text plötzlich ganz anders verteilt und die melodie sowieso ganz anders gestaltet als gewohnt. aber zum mitsingen geht man auch nicht zu einem dylan-konzert.
optisch war das erlebnis in ermangelung meiner brille leider nur halb so intensiv. bei gutem licht konnte ich durchaus das meiste grob erkennen, inklusive wichtiger handbewegungen (griff von der orgel zur mundharmonika und sowas), allerdings ohne jetzt jedem musiker auf die finger schauen zu können (daran war weniger die fehlende brille als die entfernung schuld, wir waren doch etwas weit hinten). bei weniger guter beleuchtung, sprich meistens, konnte ich gerade mal den schatten ausmachen, den seine schwarz angezogene bobheit zwischen all die ebenfalls nicht gerade bunten musiker produziert hat. aber auch egal, man geht ja nicht zum schauen hin.
ein bißchen schade ist natürlich, daß seine bobheit gestern weder
ballad of a thin man (wie vorgestern in ostrava) noch
like a rolling stone (wie vorvorvorgestern in warschau) noch
lay lady lay (wie vorvorvorvorvorgestern in vilnius) zum besten gegeben hat. auf diese drei hätte ich mich schon sehr gefreut. aber natürlich liegt es wieder an mir, daß ich nicht alle seine zweihundertachundsiebzigtausendsiebenhundertundzwölf platten auswendig kenne, denn dann gäbe es wohl mehr als drei lieder, auf die ich mich hätte besonders freuen können.
damals übrigens vor fast auf den tag genau 17 jahren habe ich genau zwei lieder seiner bobheit gekannt, und er hat auch beide gespielt. überhaupt war das eine aus heutiger sicht ziemlich geniale
setlist, da werden mir wohl auch meine beiden brüder zustimmen, die vielleicht gar nicht gemerkt haben, daß das gestern das erste konzert (außer natürlich diversen experience-konzerten) war, auf dem wir alle drei waren.
bevor jemand übrigens den eindruck gewinnt, das konzert hätte mir nicht gefallen, stelle ich fest: doch. natürlich hätte es mir auch noch besser gefallen können, aber daran bin ich, wie bereits mehrfach erwähnt, selbst schuld. im gegensatz zu der netten, aber etwas zickigen dame, mit der mein bruder platz getauscht hat, damit sie besser sehen kann, und die sich dann darüber aufgeregt hat, daß bulu als arzt ins ausland gehen will und daß seine bobheit nicht gegrüßt hat, fand ich den abend durchaus sehr gelungen. und mit mir meine brüder, drei viertel der experience, edwin prohaska inklusive der halben parrots, antonia, leonie, bulu, basti, bastis kameramann, die freundin von bastis kameramann und etwa elf milliarden neunhundertneunundneunzig millionen neunhundertneununneunzigtausendneunhundertachtundachzig menschen.
Monday, June 2, 2008 4:39:53 PM
katzeklo, experience, wunschzettel, schulalltag
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hab ich schon erwähnt, daß es heiß ist?
irgendwie läßt die neue eiszeit in europa, die sich aus der globalen erwärmung ergeben soll, auf sich warten. und überhaupt finde ich das szenario angesichts der wärmebedingten dinge (abschmelzen der gletscher, auftauen des permafrostbodens, verlegung der schulschikurse in kältere gefilde) eher wünschenswert. europa würde durchaus ein paar grad weniger vertragen. und solange meine idee mit dem gigantischen wärmetauscher nicht verwirklicht wird, bleibt die eiszeit meine letzte hoffnung.
sommer ist ja ansonsten durchaus was schönes, solange er nicht übertreibt. was er in letzter zeit allerdings häufiger tut. die erdbeeren auf der terrasse sprießen, die kätzchen schnurren überall herum, wenn sie raus dürfen (wir haben die terrasse katzensicher gemacht, sofern sie also nicht absichtlich selbstmord begehen wollen, kann es zufällig kaum noch passieren), und der unterricht wird immer öfter in den garten verlegt (geht in musik nur bedingt, aber wartet nur auf die letzten schulwochen, da lasse ich mir schon was einfallen).
immerhin habe ich (im gegensatz zu anderen, ich sag nur kniekehle) zwei frisbeeturniere in der prallen sonne ohne sonnenbrand überstanden, was gar nicht so selbstverständlich ist. und gut gespielt haben wir auch, aber das ist eine andere geschichte.
den titelgebenden kanon werde ich übrigens in der 6B angesichts der massenhaft ausgefallenen und noch ausfallenden stunden statt der carmina burana machen. paßt einerseits ins konzept des ganzen semesters, andererseits zum wetter und dritterseits auch zu dem, was ich mir für nächstes jahr für sie vorgenommen habe. es ist mir leider nicht gelungen, den großteil zu vergrauln, meines wissens nehmen die wenigsten von ihnen BE statt musik. naja, sie werden schon sehen. die siebente ist kein kindergeburtstag.
na gut. bei so viel heiß kann man gar nicht so viel gut schreiben. immer schön brav weiter CO2 verbrennen, dann komt die nächste eiszeit schneller.
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