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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "mando diao"

neue videos

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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.

man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.

meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...

ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:



außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.

die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.

gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!

hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.

die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.

zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.

die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.

injektion

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vorgestern bin ich zufällig beim zappen bei okto hängengeblieben, weil gerade ein wahnsinnig geiles lied lief. und mit wahnsinnig geil meine ich wahnsinnig geil. zum glück stand am ende der titel, sodaß ich recherchieren konnte, was es war.

die frau chefin (die gerade ihre fahrprüfung absolviert, weswegen ich mit gedrücktem daumen tippen muß) von pflichttermin hat sogar das video auf youtube gefunden, damit ich es hier verlinken kann, egal gegen wieviele gesetze ich damit verstoßen sollte.

das wirklich schöne an dem lied ist, daß es von einer österreichischen band (sic!) kommt, was durchaus die hoffnung schürt, daß es doch noch gute österreichische rockmusik zu entdecken gibt. bitte unbedingt die plattenschränke eurer eltern, die dachböden und keller eurer großeltern (vorsicht! auf verboregene türen achten!) und das große weltweite internetz nach novak's kapelle und ähnlichem durchforsten!

ich kann mir nicht helfen, aber für mich klingt das lied ziemlich genau wie die frühe phase von mando diao, nur eben 35 jahre früher. und aus dem jahre '67 ist mir jetzt zumindest nix wirklich vergleichbares bekannt... das geht doch weit über die rockigen kinks hinaus und irgendwie an den yardbirds vorbei, oder wie seht ihr das?

jedenfallls müßte das lied, wenn es nicht schon da wäre, neu geschrieben werden. so kann man es höchstens mal covern, und eigentlich wäre es schade, es nicht zu tun. wer meldet sich freiwillig?

alle jahre wieder

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gut, der titel ist strenggenommen falsch, letztes jahr war ich definitiv bei keinem mando-diao-konzert. dafür weiß der aufmerksame leser, daß ich das mit den white stripes, den arctic monkeys, the coral, maxïmo park (zweimal!) und den kaiser chiefs (hab ich jemanden vergessen?) kompensiert habe. jetztes jahr waren sie ja gar nicht da, außer angeblich bei irgendeinem event im radiokulturhaus, aber nachdem ich das erst gestern erfahren hab, giltet das ja wohl nicht, und björn war mal solo im flex, was ich allerdings auch erst nachträglich festgestellt hab. blöde gschicht.

jetzt waren sie aber wieder da, wieder in der stadthalle und wieder ziemlich geil. diesmal leider nicht mit einem kaliber wie johnossi im schlepptau, die vorgruppe wurde offenbar erst recht spät fixiert, und ich muß sagen, die hätten sie sich auch sparen können. es war die österreichische pseudorockband curbs, und was soll man von einer österreichischen band sagen, wenn sie angeblich auf fm4 und gotv sooo viel airplay hat, aber bei last.fm gerade mal ein viertel dessen, was die experience an scrobbles hat.

sie hatten drei gitarren, die die meiste zeit das gleiche gespielt haben, waren laut, verzerrt und schnell und haben dennoch nicht gerockt. das ist im wesentlichen die definition der von mir selbst entwickelten genrebezeichnung pseudorock (bis auf die drei gitarren, das ist einfach nur eine objektive bemerkung gewesen). ich bin an sich zu sehr musikwissenschaftler, um es dabei zu belassen, daß oberflächlich gesehen alle notwendigen atribute vorhanden sind, der funke jedoch trotzdem nicht überspringt, aber... es waren oberflächlich gesehen alle notwendigen attribute vorhanden, der funke sprang jedoch trotzdem nicht über. aber gut, seien wir fair, das drittletzte lied (waste your youth, in den letzten 6 monaten einmal gescrobblet) war sogar gut. bißchen vorhersehbar, aber durchaus gut geklaut bei den üblichen verdächtigen.

auch wieder ein manko, diesmal gab es dazwischen nicht sgt. pepper. das ist einerseits deswegen schade, weil dadurch der abend kein durchgängiges musikalisches niveau vorzuweisen hatte, und zweitens weil es dadurch nicht ganz einfach war, die wartezeit abzuschätzen. mir ist es nach gefühl trotzdem ganz gut gelungen, es ist sich eine komplette flüssigkeitstauschaktion zwischendurch ausgegangen, sodaß ich gerade mit einem frischen bier in der hand die beste position im saal einnehmen konnte, als es dann anzufangen begann.

diesmal übrigens lobend hervorzuheben, gleich am anfang, damit ich es nicht vergesse: es gab weit und breit keine schubser, bierausschütter, bierbecherwerfer oder XXL-basketballer. man konnte also stehen und was sehen, ohne alle drei minuten seinen platz wechseln zu müssen. sehr fein. um den preis eigentlich selbstverständlich, aber das hat ja manche leute bisher auch nicht davon abgehalten. na wie auch immer.

mando diao selbst waren natürlich wieder extremst cool, das haben sie einfach drauf. das licht und das bühnenbild waren ebenfalls ziemlich geil. zunächst gab es da so einen minimalistisch gehaltenen bauhaus-rahmen (für alle banausen: das bedeutet nicht, daß es ein rahmen aus dem bauhaus war. bitte einfach den herrn prof. brachinger fragen, falls unklarheiten bestehen) mit dem ebenfalls minimalistischen mando-diao-schriftzug, das ganze je nach licht in einer anderen farbe oder auch mal ganz weg, und drunter bzw. davon umrahmt die band, teilweise von hinten beleuchtet, sodaß man nur ihre silhouetten sehen konnte. durchaus sehr beatles, aber noch besser. ich glaube, den trick sollte die experience auch mal klauen.

später, wo dann die ein bißchen folkigen sachen gespielt wurden, kam zum ganzen noch so ein ornament mit zwei ranken dazu, darüber so ein lichtteppich mit klaren, kräftigen pastellfarben und leicht lavierenden übergängen (auch hier bitte herrn prof. brachinger fragen). insgesamt gar nicht viel lichtshow, außer ein paar akzente mit blitzlicht, gleichzeitig mit der snare drum, zum beispiel beim laaangen intro aus dem off, wo die bühne durch besagte blitze erst nach und nach erhellt wurde. das war schon geil.

was die mandos wirklich genial können (außer ihre genialen lieder genial zu spielen), ist das kombinieren immer anderer lieder zu zweiermedleys (gute frage, spricht man bei zwei hintereinander gespielten liedern schon von medley? wobei der begriff sowieso nicht ganz richtig ist, weil man ja bei einem medley normalerweise die beteiligten lieder nicht komplett spielt. hat jemand einen besseren für mich?), das finden von immer neuen, überraschenden übergängen, überhaupt (wow, dreimal über-, und das nicht mal absichtlich!) das abändern der an sich immer recht eindeutig erkennbaren intros, damit man nicht gleich schon beim ersten ton draufkommt, welches lied folgt, und grundsätzlich der flexible umgang mit dem eigenen opus, was nicht nur recht spannende musikalische änderungen beinhaltet, sondern, besonders im falle von gustaf, auch textliche, zum teil sogar ganz neue strophen. wenn mir nur immer so viel text einfallen würde.

es war also wieder fetzigst, wenn auch viel zu kurz, wobei man glaube ich bei einem repertoire von gut fünf stunden (vier longplayer und zusätzlich noch etliche b-seiten) immer auf mindestens drei verzichten muß. aber gold hätten sie schon spielen können.

nun ja, es ist ende februar, und im moment sind keine weiteren konzertbesuche geplant (klassische mal ausgenommen), selbst die eigenen sind nicht gerade zahlreich. jungs, wir sollten mehr spielen. vielleicht auch mal als vorband für mando diao. wäre nicht uncool.

gaso gaso gaso gaso (-meter)

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nach einer langen pause, die nicht durch ereignislosigkeit oder mangelnde kreativität, sondern durch ein nachhaltig unerfreuliches ereignis motviert war, geht es weiter. und es geht, wie zu erwarten war, um musik.

in der herbstferien hat man als lehrer auch zeit für konzerte. bevor man selbst eins spielt (ich sag nur pflichttermin!), geht man am besten gleich in zwei. und weil maxïmo park und die kaiser chiefs grad in wien waren, fiel die wahl auch nicht schwer.

maxïmo park gab es am nationalfeiertag im gasometer. man erzählt ja vom gasometer, daß der ton dort so schlecht ist, daß sogar eingefleischte bloc-party-fans das konzert im mai frühzeitig verlassen haben, weil es einfach nur zach war. andererseits hab ich zum beispiel mando diao und die white stripes (gut, bei zweiteren gibt es zugegeben nicht so viel zu mischen) wirklich gut. das heißt, riskieren wir es.

nun ja, das konzert im april im WUK war in allen belangen besser. damals waren sie echt superknackig gemischt, voll geil drauf, und es war mein erstes mal. keine weiteren fragen, euer ehren. das konzert im gaso war hingegen... sagen wir durchwachsen.

daß die rumschubsidioten gerade bei einer intellektuellen band wie maxïmo park anwesend sind, ist an sich schon nervig, vor allem weil ich sie sowieso immer und überall anziehe - wenn irgendwo rumgeschubst wird, egal ob bei den ärzten am sziget oder bei mando diao am novarock, passiert das direkt vor und/oder neben mir oder überhaupt gleich um mich herum. normalerweise reicht auch ein platzwechsel auch nicht aus, um der sache ein ende zu bereiten, denn entweder fühlen sich die schubser bemüßigt, auch ihren platz zu wechseln, oder die bis dahin total braven leute am neuen platz fangen wild zu schubsen an. vielleicht hab ich ja was an mir, was sie dazu bringt...?

dazu kam, daß die mischung am anfang tatsächlich unter aller sau war. bei einem opener wie the coast is always changing geht das gerade noch in ordnung, bei a fortnight's time, das, wie man sich bei last.fm leicht überzeugen kann, zu meinen absoluten favoriten gehört, ist es aber einfach nur unverzeihlich. wenn man da nur bass und schlagzeug hört, entgehen einem einerseits die herrlich exaltierten keyboard-riffs und andererseits die subtilen taktwechsel. es war an sich schon eine schande, das lied gleich als zweites zu verbraten, aber dann auch noch so... da war ich richtig enttäuscht.

nachher ist es dann etwas besser geworden, nach und nach hat man alle instrumente gehört, mal mehr, mal weniger. offenbar ist im gaso tatsächlich öfter mal ein richtig unfähiger mensch am werk, oder ist die anlage so komisch, daß die bandeigenen mischer nichts damit anfangen können? wäre echt mal interessant, es herauszufinden. wenn man aber nicht mal beim intro von books from boxes die töne sauber hört (sondern oft nur irgendwelche ober- oder untertöne), dann ist da was definitiv nicht in ordnung.

die stimmung war grundsätzlich trotzdem gut, ein bißchen geschubse und schlechter sound können der genialität von maxïmo park zwar einiges anhaben, aber nicht so viel, daß man keinen spaß haben könnte. mir hats also alles in allem gefallen, und hätte das konzert im april die latte nicht so hoch gelegt, wäre ich vielleicht sogar zufrieden gewesen. und wenn sie auch noch nosebleed und now i'm all over the shop gespielt hätten (zweiteres haben sie mir schon im april vorenthalten! böser fehler!), hätte ich sogar mehr als zufrieden sein können...

die vorband (the research) war übrigens einigermaßen interessant, zwei frauen und ein mann, wobei das gegröhle von dem typen immer wieder von den engelsgleichen stimmchen der beiden mädels unterbrochen wurde. hatte schon was, aber nix, was mich vom hocker gerissen hätte. fazit: nicht unbedingt rausgeschmissenes geld, aber am preis-leistungs-verhältnis müßte man noch arbeiten.

an halloween gab es dann die chiefs, ursprünglich in der stadthalle, aber auch in den gasometer verlegt, dafür gleich mit zwei vorbands. und da muß ich schamlos gestehen, auch wenn die chiefs musikalisch nicht ganz so niveauvoll unterwegs sind wie die maxïmos, machen sie tadellos fetzige musik, die voll mitreißt und bei der man auch mitsingen kann, auch ohne den text zu können. also nichts wie hin.

ich muß überhaupt sagen, daß mir beim extremst genialen line-up vom vorjahresfrequency (we are scientists, arctic monkeys, kaiser chiefs, mando diao und franz ferdinand, kaum unterbrochen von uninteressanten acts) eigentlich vom fetzfaktor her die chiefs und ff am besten gefallen haben, denn sie bringen ihre auf konserve manchmal etwas zahme mucke nicht nur sehr tanzbar, sondern auch wesentlich rockiger auf die bühne. man mag also über die chiefs sagen, was man will, ich habe nicht lang überlegt, ob ich hingehen soll.

die erste vorband waren sechs junge isländer namens jakobínarína, und wenn ich jung sage, dann meine ich jung. sie haben recht gefetzt, der sänger konnte wirklich gut deutsch (und hat sich den obligatorischen witz des abends gespart), die lieder waren sehr nett und die instrumentalisten ziemlich gut. der gitarrist sah jetzt nicht aus wie der klassische rockgitarrist, sondern eher wie der dicke, den man am schulhof verprügelt, aber er hatte eine lederjacke an, und der schlagzeuger hat sich richtig schön in sein instrument eingegraben. einziger kritikpunkt, der ist aber groß: offenbar gibt es auf island, oder zumindest in hafnarfjörður, eine sehr eigenartige frisurenmode. wenn jemand ausschaut, als hätte ihm ein friseur aus den 40er jahren (eine politische gesinnung mag ich ihm hier und jetzt nicht unterstellen) einen schnitt der 80er verpassen wollen, dann ist das schon etwas brutal. wenn die halbe band so ausschaut, macht man lieber die augen zu. aber gut, es geht um die musik, und die war sehr gut.

die zweite vorband, the silversun pickups aus L.A., waren vom sound her eher ein bißchen richtung editors (siehe auch uninteressante acts beim vorjahresfrequency), also laut, voll, flächig und undifferenziert, haben aber auch einigermaßen gefetzt. die frisuren waren auch ok. der sänger konnte sich ein "hello wien" nicht verkneifen, und der schlagzeuger hatte was von einem orangutan. sein kürbisfarben dekoriertes set war auch ein bißchen orangutankäfigmäßig, mit ebenerdigen toms (über die obere zarge der bass drum ist nur ein tom nennenswert hinausgeragt, die anderen hat man gar nicht gesehen, obwohl sie zweifellos vorhanden waren) und dafür einem ganz ganz ganz hoch aufgehängten crash. entweder hat ein roadie mist gebaut, oder das gehört zum stil. der drummer war offenbar ein auf einem rechtshänderset gelernter linkshänder (offenbar bedeutet: wenn man sich auskennt, sieht man das, haha!), dessen gesicht hin und wieder rhyhtmisch aus seiner mähne (weniger slash, eher daniel salzner) aufgetaucht ist, und seine schlagtechnik hatte was von tohuwabohu, der arm ging nach jedem schlag auf die snare ganz hoch rauf, auch wenn er nicht gerade auf das becken hauen mußte. vergleichen mit einem normalen schlagzeuger hat er also sicher mindestens doppelt so viele kilometer zurückgelegt. das alles soll keine kritik sein, nur der versuch einer objektiven beschreibung. hat mir gefallen, ich hätte ihm stundenlang zuschauen können, auch bei deutlich mieserer musik.

dann kamen die chiefs. sie waren als monster, dämonen und hexer verkleidet, was einerseits billig, andererseits wirkungsvoll war. sie haben sich im laufe des konzerts allmählich von dieser kostümierung befreit, vermutlich war es heiß. die mischung war (wie auch bei den beiden vorbands) durchaus gelungen, wobei das bei der terrassendynamik der chiefs sicher auch einfacher ist als bei subtileren arrangements anderer bands. und ja, man kann sagen, was man will, aber vom mitgröhlfaktor her sind die chiefs gaaanz gaaanz weit vorne. ich sag nur: na na na na naaa...

alles in allem also ein wirklich gelungener musikalischer abend, der mir mein zuvor verloren geglaubtes vertrauen in den gasometer als veranstaltungsort zurückgegeben hat. mal sehen, wie das wird, wenn das planet music auch in den gaso umzieht und wir eventuell mal dort auftreten können... ich glaube, das könnte schon relativ geil werden. und bis dahin... wer zu bloc party geht, ist sowieso selbst schuld, gaso rules. außer bei a fortnight's time...

making the video

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so, nach fast einem jahr nun irgendwie zurück zum anfang. immerhin war dieser blog ursprünglich dazu gedacht, die musiktheorie ein bißchen durchsichtiger zu machen. ob das geklappt hat, müßten schon meine leser sagen, ich habe jedenfalls nicht das gefühl, daß sich hier wahnsinnig viele einen tieferen einblick in die geheimnisse der musiktheorie verschafft haben.

da ich aber beruflich (und berufunglich) unter anderem mit der vermittlung von musiktheorie zu tun habe, höre ich nicht auf, mir neue mittel und wege dazu auszudenken. und vor kurzem habe ich mir gedacht, daß ich mit einfachen, kurzen und knappen lehrvideos auf youtube auch ein paar leute erreichen könnte. also habe ich mal die ersten zwei folgen zusammengeschustert und stelle sie hier zur diskussion frei.




man beachte die hohe graphische und animationsqualität nebst hervorragendem ton natürlich. leider hat sich das kuhlophon im produktionsprozeß als ungeeignet erwiesen, aber stattdessen konnte ich das von meinen nachbarn zu meinem geburtstag erhaltene glockenspiel als instrument verpflichten.

nachdem ich schon erste beschwerden erhalten habe, daß ich mich (zumindest in der ersten lektion) total schlaftablettig artikuliere, möchte ich in absehbarer zeit nach der rückkehr aus zentralasien eine neue, verbesserte und eventuell von meiner wesentlich besseren hälfte gesprochene version dieser ersten beiden lektionen online stellen. dafür brauche ich aber alle verbesserungsvorschläge, die ihr mir bis dahin machen könnt. also bitte einfach und schonungslos drauf loskritisieren und -fragen. ok?

für besonders enthusiastische musikliebhaber gibt es wieder ein rätsel (ich tippe auf die germanistin als gewinnerin, aber mal sehen). welche musikstücke hört ihr während des intros von lektion 1? es sind leider auch sehr viele im mischmasch, die man nicht raushört, aber einige sind zeitweise sehr prominent erkennbar.

zoologie, glückshormone und fotos

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korallen und affen haben grundsätzlich nicht viel gemeinsam. zwar gehören beide zu den eumetazoa (den gewebetieren), während aber affen bilateria, also bilateralsymmetrisch gebaute zweiseitentiere mit allen konsequenzen wie vorder- und hinterende, mund usw. sind, gehören korallen zu den coelenterata, den radiärsymmetrisch gebauten hohltieren mit einem diffusen nervennetz, ohne atmung und blutkreislauf und mit lediglich zwei zellschichten (epi- und gastrodermis).

korallen leben ausschließlich im meer, affen an land. beide bevorzugen den tropischen gürtel, aber die spezielle affenart, um die es hier geht, lebt untypischerweise in der arktis. korallen machen lyrischen und hin und wieder country-angehauchten folkrock, während die arktischen affen mit ihrem von der ersten hälfte des son-clave geprägten drive (rein rhytmisch ungefähr wie coldplay auf ecstasy) so richtig abrocken.

gestern jedenfalls waren vertreter beider tiergruppen (der sich anbietende begriff spezies wäre in diesem fall im hinblick auf die korallen durchaus falsch) in der arena anzutreffen, was mich in leicht nachvollziehbare glückszustände versetzt hat. den ganzen tag bin ich auf einer kleinen wolke von glückshormonen (ob endorphin oder serotonin, vermag ich nicht zu sagen) geschwebt, wovon mich nicht mal monrose und avril (derweil muß ich ja noch klingeltöne machen) und zwei mariahilferstraßenweite stromausfälle abbringen konnten.

die korallen und die arktischen affen auf einem haufen, das ist ungefähr wie ein kindergeburtstag mit ronald mcdonald und elfriede jelinek, wie ein sechser mit zusatzzahl im lotto, wie ein simultaner sieg gegen kasparow und die brasilianische fußballnationalmannschaft oder wie illés am sziget und die beatles eine woche später auf rhodos. das schlägt sogar johnossi und mando diao, wenngleich nur knapp und sicher nicht wegen mando diao. da sind wir uns hoffentlich alle einig.

ich war gut vorbereitet, ich habe mir schon die letzten zwei wochen vornehmlich die beiden bands reingezogen, denn der mitsing- oder zumindest -summfaktor ist mir bei konzerten sehr wichtig. bei den korallen war es nicht ganz leicht, alle lieder im vorhinein zu kennen, weil sie ja angeblich im august eine neue platte rausbringen, aber ich hab mein bestes getan, micht im vorfeld zu informieren. das gehört ja zur verantwortung eines mündigen konzertgehers.

diesmal wären wir rechtzeitig da gewesen, aber die leute, die wir getroffen haben, haben mich beschwichtigt, daß die korallen eh nicht püntlich um 8 anfangen würden. gegen zehn vor hab ich dann doch ein bißchen gedrängt, reinzugehen, und so haben wir nur die ersten zwei lieder verpaßt. der rest war aber sehr schön, gute songauswahl, wenn auch etwas kurz. gerade mal eine dreiviertel stunde. dabei hätten sie schon noch ein paar sehr fetzige lieder gehabt! aber gut, war sehr schön.

die korallen und der mischturm
dann brach die lange zeit des wartens an, in der umgebaut wurde. ein mann mit großer ausdehnung in allen drei dimensionen hat den bass gestimmt, einer im blauen t-shirt mußte auf jeder musikerposition für die richtige einstellung der spots probestehen bzw. -sitzen, einer hat die gitarren gestimmt und sich dabei ein bißchen weggejammt. das war insgesamt nicht so aufregend, dafür aber viel zu lang. die musikuntermalung war durchgehend anspruchslos, nur als columbia von oasis gespielt wurde, wurde es plötzlich still, als würde die menge ahnen, daß da was großes passiert. die meisten waren aber vermutlich zu jung, um es zu kennen. ist ja auch schon 13 jahre her.
das sollte eine kunstvolle collage werden, ist aber aus lichttechnischen gründen nicht vollendet worden. das ist eine undeutlich erkennbare dixi traubenzuckerpackung mit erdbeergeschmack (der traubenzucker, nicht die packung), das zweite bild sollte dann ein klo sein. das konzept kann man auch so nachvollziehen und würdigen.
noch eine kurze anmerkung zur vorherrschenden bekleidung. ich halte es für einigermaßen phantasielos, zu einem konzert mit dem passenden t-shirt zu gehen. natürlich hat es was, drückt eine gewisse begeisterung und loyalität aus, aber es ist eben phantasielos und unindividuell. es sei denn, das t-shirt trägt die natürlich auch naheliegende, dennoch auf einer metaebene wiederum sehr postmoderne aufschrift "who the f*** are the arctic monkeys?". t-shirts anderer bands finde ich, sofern sie nicht gerade von der experience sind, auch nicht so super. naja. ist ja nur meine private meinung.
ein offensichtlicher kooks-fan mit kooks-frisur und kooks-shirt.
dann betraten die affen die bühne und ließen ein feuerwerk los, optisch wie akustisch, daß es nur so gekracht hat. die lichtshow war genial, obwohl ich nicht so auf lichtshows stehe, minimalistisch und gleichzeitig brutal, passend und sehr exakt. sie haben nicht ganz alles von beiden alben gespielt, aber so das meiste. dafür gab es leider keine zugabe. naja, was solls. geil wars trotzdem.

die lichtshow, impressionen
als krönender abschluß fuhren wir noch in der u3 mit diversen exfreundinnen von zwei drittel meiner brüder, das hat man auch nicht alle tage. insgesamt also ein durchaus gelungener abend. und das wetter war auch perfekt, danke wetter!

so sachen halt

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jetzt wollte ich eigentlich ganz was anderes schreiben, nämlich etwas über noten (schulnoten... die anderen hatten wir ja schon), aber ich bin zu dem entschluß gekommen, daß das keine so gute idee ist. es ist zwar eine interessante problematik, und ich hätte viel dazu zu sagen, aber ich glaube, meine position erlaubt es mir nicht, öffentlich allzu konkret über die verschiedenen stühle, zwischen denen ich sitze, zu schreiben. und unkonkret ist wiederum uninteressant. jedenfalls wäre es ein gutes thema für meine schüler, die gern bloggen würden, denen aber die themen ausgegangen sind (*hustjulian*). also noten. brauchen wir sie oder nicht, wie macht man es fair und gerecht, was gilt es zu beachten. 400 wörter bitte mindestens.

jetzt kommt eine frage an meine brüder (ein billiger trick, um sie auch wieder ein bißchen einzubinden, aber ernst gemeint): was meint ihr, ist es sinnvoll, einem haufen durchgeknallter 14-15-jähriger zu stecken, daß der groß- und einzigartige edwin prohaska am 25. juni im luftbad spielt? bei freiem eintritt auch noch, glaube ich? sind die reif für sowas? was meint ihr? ihr kennt zwar meine schüler nicht, aber ihr kennt IHN.

ich hab jetzt mal probeweise meinen gesamten musik-ordner auf shuffle geschaltet. ich hab ja da ganz interessante sachen... laut playlist sind es 6896 items, wobei da sicher einiges doppelt drin ist (dafür habe ich auch in anderen ordnern und auf anderen pcs noch andere musik). klingt nicht unbedingt nach so wahnsinnig viel (doch, tut es eigentlich schon!), aber es ist mehr, als ich laut last.fm seit dem 16. mai 2006 angehört habe. gut, da ist wiederum einiges nicht verzeichnet worden, weil keine tags oder so. wenn man aber bedenkt, daß ich in dieser zeit einzelne lieder bis zu 43mal gehört habe, kann man errechnen, daß manche wiederum noch ungehört sind. das meiste bisher ungehörte habe ich übrigens... von wem wohl, von meinen beiden musikverrückten brüdern. die kennen schon komische sachen.

ich habe mir diese woche außerdem die beiden hochgelobten neuerscheinungen von sir paul und lady tori zu gemüte geführt. nun ja. beide haben interessante momente, aber so richtig vom hocker reißen sie mich auch nicht. sir paul klingt einfach wie ein alter rocker, der durchaus gute ideen mit zu viel arrangement und wenig druck ein bißchen zu sehr verwässert. und tori amos, naja, ich war einfach neugierig. irgendwie sind singerin/songwriterinnen nicht so meins, nicht mal wenn sie stellenweise recht bluesig rüberkommen. aber das ist ja eigentlich jetzt auch nicht sooo weltbewegend...

morgen nach einer dreistündigen probe im t-on mehr über making the band, aber heute wars schon recht gschmeidig. ich freu mich schon seeeehr! schulband rulez!

in der stadthalle des bergkönigs 2

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war echt nett. muß man schon sagen.

draußen vor der stadthalle standen ein paar ziemlich durchgeknallte (oder einfach nur schlecht organisierte?) security-typen, die uns filzen hätten sollen. dann hat der, bei dem ich an der reihe war, mich angesichts des rucksacks zu einem anderen geschickt, der für die taschen zuständig war, der wiederum gemeint hat, wenn ich die tasche bei ihm draußen lasse, muß er sie nicht durchsuchen (er hätte mir irgendein ticket für die tasche gegeben, zum abholen. die jacke wollte er leider nicht nehmen, dabei hätten wir uns dann die garderobe gespart.), und als wir auf den deal eingingen, hat er uns zu seinem kollegen weitergeschickt, bei dem noch mehr platz für die taschen gewesen wäre. nachdem ich jenen als einen exschulwart aus der billroth (ich glaube, das war der, den wir damals winnetou nannten, weil er auch als stuntman bei irgendwelchen karl-may-festspielen oder so gearbeitet hat, es war jedenfalls nicht der rudi, und sonst kann ich mich nicht mehr sooo genau an die leute erinnern) identifiziert und begrüßt hab, hat er uns gesteckt, daß es (für ihn wie für uns) einfacher wäre, wenn wir die taschen lieber doch mit reinnehmen, was ja eigentlich streng verboren gewesen wäre. naja, wieso auch nicht. dann haben wir halt alles bei der garderobe abgegeben. und gefilzt sind wir auch nicht worden.

wir kamen gerade rechtzeitig zu man must dance, und der john spielt tatsächlich auf einer akustischen, halt über irgendwelche effektgeräte. wir haben leider nur noch etwa 5-6 lieder von johnossi gehört, aber da waren eh die besten dabei. gitarristen möchte ich die band nochmal ans herz legen, denn was der john mit einer gitarre und seiner stimme zum getrommel vom ossi aufführt, ist jenseits von gut und böse und spielt auf eine gewisse weise in einer ganz anderen liga als die weißen streifen (die wiederum auch genial sind, aber anderst).

dann gab es zur umbaubause 3/4 des ganzen sgt.-pepper-albums, was wirklich witzig war, weil das publikum (durchschnittsalter so um die 15) einige lieder erkannt und mitgesungen hat, bei anderen (within you without you) aber ziemlich ratlos dastand. nach when i'm 64 wurde dann a day in a life vorgezogen, und nach dem fetten schlußakkord kamen dann mando diao.

ja, was soll man sagen... sehr fetzig das ganze, manchmal nicht ganz so transparent gemischt, wie ich es mir gewünscht hätte, zb. sind die ganzen soli ziemlich in einem eintopf aus lauten klängen (dem sogenannten stew of sound) untergegangen, aber wurscht. von der neuen platte haben sie nicht alles gespielt, generell wars etwas kurz, und es gab auch keine b-seiten. aber ich will ja nicht meckern, geil wars trotzdem.

überraschungen gab es keine, außer daß außer den fünf mandodiaos auch noch mindestens zwei gastmusiker auf der bühne waren, nämlich ein trompeter, ein querflötist und ein saxophonist, wobei die letzten beiden sich womöglich in einer person manifestiert haben, das hab ich wegen den boxen nicht so genau gesehen (am schluß bei der verbeugung waren nur zwei extra). das war schon cool. und der mats (der keyboarder) hatte so ein richtig schön altes und leicht verstimmtes barpiano, auf dem er manchmal so richtig schön als und verstimmt dazugespielt hat.

irgendwann mittendrin haben sie sich dann verabschiedet und sind rausgegangen, haben alle lichter abgedreht und mit der vermutlich aus den frühen 70ern stammenden anzeigetafel der stadthalle "thank you vienna" als lauftext eingeblendet. war nicht schlecht, ein paar leute haben echt geglaubt, es sei schon vorbei, aber natürlich kamen sie dann wieder. und am schluß haben sie dann musik eingespielt, der c.j. hat sich ein glas wein besorgt, gustaf hat sich mit einer zigarette und einem bier auf die vorderen monitore gesetzt, und generell haben sie dann so gewirkt, als sei es diesmal wirklich vorbei. daraufhin sind die leute zu den ausgängen und garderoben gestürmt, aber wir, die im kino sogar nach the 6th sense auf hoppalas warten, sind noch geblieben. und siehe da, wenig später waren sie wieder da (die leute von den ausgängen und den garderoben leider auch).

und dann hatte ich ein dejá-vu, denn letztes jahr gab es auch schon ein lied, das außer mir wohl die wenigsten gekannt haben, da war es last time infected, eine b-seite, die aber zu den besten liedern zählt. diesmal war es noch besser, es war mama you've been on my mind von seiner bobheit, das sie mal auf MTV TRL zum besten gegeben haben, was ja nicht unbedingt die breite weltöffentlichkeit erreicht. und dann steh ich wie der einzige einäugige unter blinden da und singe mit und alle schauen mich komisch an, darauf steh ich. am anfang sang gustaf sogar die cassius-clay-strohpe aus i shall be free no. 10 (ich hätte es wohl auch selbst identifizieren können, aber es ist immer leichter, die persönliche bobdatenbank in trondheim zu befragen, danke fürs helfen!), klang wirklich nach einem guten dylanimitator, björn hat ziemlich lachen müssen. naja, war jedenfalls eine kurze, aber intensive letzte zugabe. dann gab es wieder sgt. pepper. und damit ist der bericht auch schon aus.

in der stadthalle des bergkönigs

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heute abend ist es soweit, mando diao spielen in der stadthalle. juhuu! ich hab sie natürlich schon mehrmals gesehen, aber seit dem letzten mal haben sie immerhin ein neues album rausgebracht, außerdem wird der support heute von johnossi bestritten, und das kann nur gut sein. ok, es gibt auch einen zweiten support, die österreichische band julia, von denen ich bisher nur ambivalentes (von scheiße bis grottenschlecht) gehört hab, aber julias sollte man immer eine chance geben.

jedenfalls kam zur feier des tages heute früh auf 88.6 auch ein lied von mando diao, nämlich good morning, herr horst, was zwar ein wirklich cooles lied ist, aber doch eher eine mutige wahl im radio (ok, dafür ist es kurz). die waren heute überhaupt nicht so schlecht drauf, nach einem danzer-doppelgänger kam dann auch noch come together, yeah! wahrscheinlich hat das gestrige auflösen des jackpotwort-rätsels (für die, die das nicht kennen: die spielen einen satz eines prominenten bis auf das letzte wort ein, und man muß ebendieses erraten; diesmal war es der lugner mit "ich hab meiner frau schon alles gekauft, außer vignettenschaber") sie so beflügelt.

auf 88.6 spielen sie ja eh öfter interessante sachen, ihr slogan ist nämlich "wir spielen was wir wollen", was zwar nicht unbedingt bedeutet, daß sie sich zu weit vom oldies-greatesthits-austropop-mainstream zu entfernen wagen, aber immerhin kommt zwischendurch auch mal was total durchgeknalltes, wie vor ein paar tagen ramalamadingdong (quizfrage: wer weiß ohne nachschauen, von wem das lied ist?). mando diao hab ich bisher erst einmal gehört (mir fällt gar nicht mehr ein, welches lied das damals war, aber auch nicht unbedingt eine naheliegende wahl), andererseits hör ich auch nicht sonderlich viel radio.

herr horst scheint jedenfalls die neue single zu sein, zumindest hat mein brüderchen (der übrigens endlich beginnt, die vorzüge von mando diao, die er bislang bestenfalls für zweitklassig hielt, zu entdecken, und mich letztens damit vollgesülzt hat, wie geil if i leave you und kingdom and glory denn nicht sind, als hätt ich es ihm nicht schon längst gesagt) schon das video gesehen (jetzt kommts mir erst, er hat doch gar keinen fernseher!?), aber auf der homepage steht noch nix. interessant. muß ich wohl das video auch mal inyoutubieren.

wer jedenfalls nicht hingeht, ist wirklich selbst schuld. ich hoffe nur, johnossi fangen nicht vor halb neun an. sollten sie das tun wollen und jemand, der das hier liest, vor ort sein, bitte aufhalten, die kosten übernehme ich. nicht. trotzdem. danke!

wir schreiben einen hit

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nachdem die theorie anscheinend wirklich nicht viele interessiert, schreib ich halt was praktisches. ich hab nämlich am freitag schnell mal ein lied für die experience geschrieben, und vielleicht findet es jemand spannend, am kreativen prozeß, in dessen rahmen ich mehrere bewußte musikalische entscheidungen treffen mußte, teilzuhaben. um das ganze noch etwas spannender zu gestalten, setze ich das ganze in bezug zur klassischen theorie der rhetorik. wenn schon, denn schon.

ich hab in letzter zeit ziemlich viel johnossi gehört, weil die jungs ja am donnerstag den support für mando diao in der stadthalle geben, und da die beiden nur aus gitarre und schlagzeug und gesang bestehen, war ich einigermaßen inspiriert, nicht gleich harmonisch, sondern eher gitarrenriffig an die sache heranzugehen. das deckt sich wiederum auch mit dem anspruch, den ich felix schon mal mitgeteilt habe, daß wir was total eingängig-griffig-riffiges á la frühe kinks brauchatn.

eigentlich wollte ich ja nur die paar lieder, die ich schon länger in arbeit habe, vervollständigen, sprich die texte endlich fertigschreiben und die fehlenden musikalischen bausteine ergänzen. daraus wurde natürlich nix, weil ich zuerst ein bißchen auf der gitarre herumgeklimpert hab und dann ziemlich schnell bei dem folgenden riff hängengeblieben bin:
  4 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 
D -------------------------------
A -----------3-----3-5-----------
E -3-5-----5---------------------
an sich natürlich nix großartiges, aber in verbindung mit einem schönen fetten beat (snare auf die 3) kommt das durch die vorgezogenen achteln schön groovy. wer damit übrigens nix anfangen kann, sollte wissen: das ist eine gitarrentabulatur. gitarre in die hand nehmen, die angegebenen bünde greifen und die jeweilige saite zupfen, geht schon.

das war der erste einfall, und damit sind wir schon bei den fünf produktionsschritten der rhetorik. der erste schritt lautet inventio und enthält die ersten thematischen einfälle und die auffindung der dazugehörenden argumente.

zum riff mußte ich also die passenden zusätze liefern, in diesem fall vorrangig eine melodie. ich hab ein bißchen rumprobiert, was dazupaßt, und hatte recht schnell etwas, was vom e runterkommt, das d umspielt und dann wieder zum e hinaufsteigt, um schließlich zum a runterzufallen. wen die rhetorischen figuren interessieren, es ist eine circulatio drin.

das ganze klang jetzt eher nach refrainmaterial, also hab ich was für die strophe gebraucht. wichtiger gedanklicher schritt: die strophe sollte etwas tiefer liegen als der refrain, womit die ausgangsposition schon fast eindeutig vorgegeben war. wenn man, wie ich in diesem fall, kontrapunktisch denkt, fällt das a flach, weil es eh im bass kommt, und dann kommt als konsonanz dazu eh nur mehr das c in frage. ich hab also was gesucht, was vom c wieder aufs a runtergeht, damit bin ich gegen ende des riffs auf der quint und hab nicht nur eine tiefere lage, sondern auch einen kleineren tonumfang als im refrain. nachdem man dinge nicht mehr als dreimal unverändert wiederholen sollte, erweitert die vierte zeile der strophe die melodie um eine kleine terz nach oben und hat erstens eine schöne dissonanz einer verminderten quint drin (saltus duriusculus) und kommt zweitens bis auf einen halbton an den refrain heran.

damit hätten wir das grundlegende musikalische material schon und können zum nächsten schritt übergehen, der dispositio, der gliederung des ganzen. über formenlehre haben wir ja schon geschrieben, aber wenn wir das ganze schon mit hilfe der rhetorik beleuchten, sollten wir auch die für die dispositio üblichen teile verwenden, nämlich gleich die fortgeschrittene version, die man zb. auch in bach-fugen findet. dann schaut das ganze so aus:
name            bedeutung        im lied          
-------------------------------------------------------
exordium        eingang          intro            
narratio        bericht          1. + 2. strophe
propositio      antrag           refrain + interlude + 3.strophe      
confutatio      widerspruch      refrain + solo         
confirmatio     bekräftigung     interlude + bridge    
peroratio       schluß           2 refrains
so, was heißt das jetzt im detail bzw. was soll diese zuordnung? exordium ist schon mal klar, da wird mal der grundsätzliche ton klargestellt, der zuhörer wird angesprochen und hoffentlich zum zuhören motiviert. die drums beginnen, dann steig der bass mit dem riff ein.

dann kommt die narratio, der bericht aus der vergangenheit, was den zuhörer bei seinen eigenen erfahrungen packen soll: das problem kennt er auch. in diesem fall sind es die ersten beiden strophen, zunächst nur eine gesangslinie über der rhythmusgruppe, dann von zarten gitarrenfills begleitet.

die propositio beinhaltet den eigentlichen inhalt: darauf will ich hinaus. das ist in unserem fall natürlich der refrain, bei dem es etwas härter hergeht, powerchords und so, dem aber sofort wieder ein interlude und eine strophe folgen, die die luft wieder rausnehmen. man könnte also sagen, es geht im ganzen rein musikalisch gesehen darum, die beiden prominenten bausteine refrain und riff zu vereinigen.

die confutatio untergräbt dieses prinzip aber, indem hier dem refrain kein interlude folgt, sondern die volle besetzung beibehalten und sogar noch ein gitarrensolo draufgelegt wird. die erwartungen werden also enttäuscht (das heißt nicht, daß felix nicht schön spielt! das ist jetzt rein rhetorisch so, und außerdem eh der logische schritt an dieser stelle), der refrain deckt den riff zu.

deswegen brauchen wir die confirmatio, bevor es zu ende gehen kann... da gewinnt doch nochmal das riff und bekommt gelegenheit, sich über ein paar takte auszubreiten und sich mit einer neuen melodie, die rhythmisch und textlich schon den refrain vorwegnimmt, zu vereinen.

die peroratio ist dann nur noch der schluß, wo wir mit zwei refrains in double time nochmal ordentlich abrocken. das riff läuft natürlich mit und bleibt ganz am schluß auch nochmal für einen atemzug allein über. und alle sind glücklich und gehen händchenhaltend nach hause...

natürlich hab ich mir das nicht so überlegt, als ich mich mit der dispositio befaßt habe, aber nachträglich fügt sich alles schön in diese unterteilung, was entweder bedeutet, daß ich das ganze unbewußt angewendet habe (ich hab mich ja relativ detailliert damit beschäftigt, das war das thema meiner defensio), oder aber einfach zufall ist. oder die nachträgliche vergewaltigung eines kunstwerks. wie auch immer...

nachdem ich das auch hatte, kam die elocutio dran, das eigentliche ausarbeiten des textes, die einkleidung der gedanken in worte, die sprachliche gestaltung. das ist normalerweise das mühsamste, aber diesmal hab ich mir vorgenommen, es mir einfach zu machen.

ich mach das immer so, daß ich schon beim finden der melodien versuche, wortfetzen dazuzufinden, damit zumindest mal rhyhtmus und wortmelodie wirklich zur musik passen. zu diesem zeitpunkt hab ich in der regel noch keine ahnung, worum es im jeweiligen lied gehen wird, und das ergibt sich auch erst, wenn es mir gelingt, aus den silben und wortfetzen einen halbwegs vernünftigen satz zu basteln. dann schau ich, was ich eigentlich zu diesem thema sagen will, und versuch das in worte zu fassen.

in diesem fall war das erste, was ich hatte, die erste zeile des refrains: i didn't know you had to go. ok, es geht also um jemanden, der von seiner freundin verlassen wurde (das ist die klassische interpretation, man könnte sich auch andere szenarien vorstellen, in denen eine großmutter oder lassie vorkommen). zu diesem thema kann ich nicht mit sehr viel einschlägiger erfahrung dienen, aber es war klar, daß ich mal folgendes festhalten muß: a) wie es dem objekt des verlassenwerdens dabei geht und b) was vielleicht dazu geführt hat.

das erste, was mir zur melodie der strophe eingefallen ist, war i cannot breathe / i cannot move. eine gute erste zeile, die auch in das unter a) genannte schema paßt, aber man muß erst einen reim drauf finden. auf move geht prove, remove oder, was mir wesentlich besser gefällt, groove. und das hat nicht nur eine konsequente fortführung der anapher erlaubt, sondern auch einen angedeuteten binnenreim auf breathe und ein schönes wortpaar, bei dem die konsonanten übereinstimmen und nur ein vokalwechsel von palatal auf velar stattfindet (hat irgendeiner der streber eine ahnung, ob das als rhetorische figur auch einen namen hat?): i cannot grieve/i cannot groove. gut, ist ein ziemlicher schwachsinn, könnte man einwenden, aber dann will ich auch einen gegenvorschlag hören. es geht dann mit zwei antithesen weiter: i cannot laugh/i cannot cry//i cannot live/i cannot die.

soweit so gut, zweite strophe. jetzt sollten wir uns den möglichen gründen für das verlassenwerden zuwenden, und das läuft ganz gut mit dem obigen schema, nur halt in der vergangenheit. da sind jetzt einige ellipsen drin, die nur etwas andeuten, aber nicht aussprechen. interpretationsfreiraum sozusagen. i couldn't feel it/i couldn't see//i couldn't make you/i couldn't be//i couldn't give/i couldn't buy//i couldn't lie. die letzte zeile ist natürlich ein versteckter angriff und birgt so schön viel konfliktpotential, daß sie nicht weitergeführt wird und dann eigentlich nur noch in krach und refrain weitergehen kann.

selbiger bleibt der anapher verhaftet und lautet im moment i didnt' know you had to go//i didnt' know he'd love you more//i didnt' know i'd miss you so/i didnt' know... before (für korrekturen betreffend reported speech bzw. alternativen bin ich dankbar). und damit wäre der text auch schon auf dem momentanen stand, es fehlt dann eigentlich nur noch eine dritte strophe, mal sehen was da noch kommt.

damit wäre das lied dann auch schon fertig. die fehlenden arbeitsschritte sind memoria, also das einstudieren, woran wir schon fleißig arbeiten, und pronuntiatio bzw. actio, was hoffentlich mitte dezember im rahmen eines geplanten doppelkonzerts von soundjetzt und the ingeborg bachmann experience erfolgen wird. das wird echt ein legendärer abend, wir haben wesentlich mehr programm als im april und sind auch sonst etwas besser zusammengespielt und gereift. also in euren kalendern bei mitte dezember bitte notieren: super konzert!

ansonsten kann man nicht viel dazu sagen, außer daß mir seit einigen tagen der anfang eines solos im kopf herumgeistert, das eigentlich so anders ist, daß es schon wieder wirklich gut in das lied passen würde. ich glaube, für die studioversion werd ich es einfach als sample einfügen. ich wußte nicht, woher es stammt, hab zuerst an bob dylan und sogar an blur gedacht, aber heute nacht hatte ich die erleuchtung und zum glück auch die CD gefunden: es ist aus the girl with no name von den byrds, vom an sich schon genialen album younger than yesterday, auf dem neben vier hillman-kleinoden auch das gestörteste lied aller zeiten (mind gardens) und das beste nicht-bond-lied aller zeiten everybody's been burned (ein nicht-bond-lied ist ein lied, das von der harmonischen anlage her als bond-lied durchgehen würde, aber tatsächlich nicht in einem bond-film vorkommt) drauf ist. sollte das jemand aus hollywood lesen, bitte unbedingt einen bond-film um das lied herum basteln, der titel ist ja auch einigermaßen bondesque. und wenn wir schon dabei sind, bitte als fortsetzung gleich auch das selbe mit dem zweitbesten nicht-bond-lied aller zeiten (ganz ganz knapp hinter dem ersten!), also trip into the dawn von der experience (hier ein hoch auf felix, der mit einer ganz anderen arbeitsweise als ich wirklich gelungene lieder schreibt), auch wieder sehr bondesque. und bitte ja nicht mit daniel craig, und roger moore muß auch nicht sein. mein favorit wäre wieder pierce brosnan, sean connery würd ich auch noch durchgehen lassen. und in everybody's been burned wäre ein gastauftritt von niki lauda naheliegend, aber damit verlasse ich schon das eigentliche thema...