Posts tagged with "musiktheorie"
Saturday, 6. June 2009, 16:48:05
schulalltag, intervalle, wunschzettel, musiktheorie
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dreizehn jahre ist es bei mir schon her, und ich bin noch immer nicht reif (außer für die ferien, das immer, außer natürlich in den ferien selbst. aber so ab dem ersten schultag). damals vor dreizehn jahren haben wir bei der maturafeier meine selbstkomponierte maturakantate gesungen, was sehr cool war, und das obwohl sie auch selbstgetextet war. irgendwo gibt es sogar noch ein legendäres video davon, haben wir zumindest vor drei jahren fürs maturatreffen ausgegraben, aber nachdem sich alle gesehen und für wahnsinnig uncool befunden haben (hey, das waren die 90er), ist es vermutlich irgendwo in der versenkung verschwunden.
der phänomenale (und etwas zu schwierige) schlußchor hatte am anfang den text "maturus 3 heißt reif, erwachsen", um dann mit einem durch den ganzen quintenzirkel mäandernden polyphonen "wir sind nicht reif" fortzufahren und zu enden. ich war damals jedenfalls sehr stolz darauf (und auf meine ganzen mitschüler, die es freundlicherweise gesungen haben).
mal sehen, was wir in eineinhalb wochen singen, aber meine maturanten sind auch nicht reif. gut, das ist am ende der 8. klasse offenbar so üblich, aber wir waren wenigstens bis auf einige wenige ausnahmen ganz gut auf die matura vorbereitet. ich kann vermutlich nicht für alle sprechen, aber ich habe all meine spezialgebiete tatsächlich vor weihnachten abgegeben. von meinen maturanten hat es gerade mal einer vor ostern geschafft, wenn ich mich recht erinnere, und von einem hab ich bis heute nicht wirklich was schriftliches bekommen (was an sich kein problem ist, muß ja nicht sein, aber wenn ich nicht weiß, was er gelernt hat, kann ich ihn irgendwas fragen, und das wiederum kann ein problem sein).
bei uns damals war es auch nicht üblich, literweise durch die matura zu rasseln, und die zwei, denen es damals doch passiert ist, haben es im herbst beim zweiten anlauf geschafft. wir haben am montag einen, der jetzt den vierten termin hat, wobei er einen nicht wahrgenommen hat. und vor ein paar monaten war er beim dritten termin auch nicht allein. hmm, sag ich nur.
ich habe meine eigene matura bzw. die meines jahrganges als sehr angenehm und positiv im kopf, auch wenn einige sicher zu kämpfen hatten. ich weiß aber noch, daß sehr viele von uns nach ihrer eigenen noch tagelang ausgeharrt haben, um den anderen mut einzuflößen, sie seelisch zu unterstützen, bei interessanten themen zuzuhören oder árons leider verlorengegangenen trickfilm "the snack" (ach, war das ein nachmittag damals, als wir ihn geschnitten haben... einer der coolsten tage ever) zu sehen.
vermutlich verkläre ich das jetzt ein bißchen, und ich bin sehr gespannt, wie die stimmung am montag sein wird. ich bin ein wenig nervös, ist ja mein erstes mal, seit ich zum feind übergelaufen bin, und ich hoffe, meine beiden montagsmaturanten enttäuschen nicht die hoffnungen, die ich in sie setze. sie sind ganz gut vorbereitet, und theoretisch können sie sich auch beide ganz gut ausdrücken (was am mittwoch nicht unbedingt so sein wird, wie ich fürchte). aber man weiß es ja nie.
außerdem muß ich mich festlich kleiden, was nach aussage meiner kolleginnen eindeutig einen anzug bedeutet, nach aussage der kollegen aber (schwarze) jeans mit sakko und eventuell, falls ich sowas zur hand habe, eine krawatte. ich hasse krawatten. und ich habe leider welche zur hand. ich glaube, ich werde eine art zwischenlösung anstreben, auch wenn mir noch nicht klar ist, wie sie aussehen könnte. blöd ist nur, daß ich am montag den ganzen vormittag unterrichten muß, also sollte ich bekleidungstechnisch eher modular konzipieren. und heiß wird es sicher auch...
außerdem, auch wieder ein grund zur nervosität, muß ich trompete spielen, weil nämlich eine meiner maturantinnen selbige als spezialgebietthema gewählt und ein stück für zwei selbige zum vorspielen vorgeschlagen hat. vorspielen ist ja grundsätzlich gut, lockert die stimmung und zählt nicht zur prüfung, kann also nix kaputtmachen, aber sehr viel zu einer wohlwollenden kommission beitragen. wäre da nicht der haken, daß ich auch spielen muß. ich hab das stück schon strategisch zusammengeschnitten, indem ich alle teile, die mir zu hoch/anstrengend/schwer waren, ihr zugeschanzt und mir stattdessen die einfachen parts geschnappt habe, aber das ist noch bei weitem keine garantie. und zu zweit auf zwei trompeten können wir erst am montag kurz vor der matura proben. doof.
eigentlich solle ich ja trompete üben statt zu bloggen. und dann muß ich mir nochmal meine fragen genau anschauen und überlegen, welche antworten ich hören will. und dann die fragen für mittwoch vorbereiten, was einigermaßen anstrengend sein wird. da soll noch einer sagen, die matura ist einfach...
Tuesday, 7. April 2009, 16:54:11
experience, schulalltag, feng shui, versetzungszeichen
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seit einiger zeit gehe ich wieder auf die uni, wenn auch nur in ein seminar, das die uni gütigerweise für studenten und lehrer gemeinsam anbietet, unter anderem damit beide gruppen von den erfahrungen der anderen profitieren können. das ganze heißt sehnsucht:singen (man beachte die hippe schreib:weise) und geht eigentlich genau um das.
der grundtenor (hmm, das war zufall, aber man sieht, das hier ist eine sehr gute gelegenheit für allerlei gesangsmetaphern) des seminars ist, daß man schülern unmittelbare musikalische erlebnisse bescheren soll, was am unaufwendigsten mittels singen geht. ich muß sagen, dem kann ich einiges abgewinnen, und ich bin in vorletzter zeit leider etwas von diesen unmittelbaren erlebnissen weggekommen, was ich in letzter zeit wiederum nachzuholen versuche.
seminarbegleitend sollen wir stichworte sammeln, was sich während der zeit zum thema "meine stimme, das singen und ich..." tut, weil wir wahrscheinlich in der letzten einheit mit unseren erkenntnissen arbeiten werden. ich schlage natürlich gern zwei fliegen mit einer klappe, wenn es leicht geht, und diesmal geht es leicht: blog und sammeln.
irgendwie war ich in den letzten jahren etwas gesangsfaul, zwar nicht in meinen bands, aber sowas wie chorsingen hat mich wenig interessiert, und im unterricht hab ich singen selten bis nie einfach um des singens willen eingesetzt, sondern eben fast ausschließlich zur erkenntnisgewinnung oder wissensvermittlung (ja, auch das geht). chorsingen interessiert mich zwar immer noch nicht besonders, aber die lust am singen bzw. am ausprobieren mit der stimme ist durchaus zurückgekommen, und auch das singen um des singens willen hat jetzt einen festen platz in vielen stunden. eigentlich ist es sogar eine relativ billige und einfache methode, (vor- und nachbereitungs)zeit zu sparen, so gesehen erfülle ich schon heute die ministerialen vorgaben.
am wochenende nach dem ersten seminar hab ich an einem obertongesangsworkshop teilgenommen, den eine ehemalige studienkollegin gänzlich ohne esoterischen hintergrund gehalten hat (dafür ist auch was weitergegangen, was man von eso-obertongesangsworkshops angeblich nicht behaupten kann). das hat in verbindung mit dem seminar auf der uni einiges in mir ausgelöst bzw. klar werden lassen. die wichtigste erkenntnis beim obertonsingen ist: vor dem klingen kommt das hören. am anfang hört man nämlich gar nicht, was man da tut, und nicht weil man es noch nicht kann, sondern weil man nicht gewohnt ist, darauf zu hören. die obertöne sind ja immer da, wir nehmen sie nur nicht isoliert wahr, sondern hören sie nur als klangfarbe. man braucht einen guten halbtag, bis man ungefähr erahnt, was man da überhaupt produziert. und das hören braucht es aber, um die obertöne dann halbwegs klar isolieren und steuern zu können.
praktischerweise ging es dann in der zweiten seminareinheit auch ums hören bzw. um stille, und wir haben ein paar sehr schöne übungen dazu gemacht, die ich sogar erfolgreich in meinem unterricht reproduzieren konnte (was sonst nicht unbedingt der fall ist. also das reproduzieren schon, das erfolgreich nicht unbedingt). jetzt mache ich in einigen klassen regelmäßig zuhörübungen, und das trägt schon erste früchte. wobei damit definitiv nicht gemeint ist, irgendwelche intervalle oder formen zu hören (das mache ich auch immer wieder, aber das ist eher kapitel erkenntnisgewinnung), sondern einfach zuhören als elementare und heute sehr selten gewordene erfahrung mit unterschiedlichen anleitungen und aufgabenstellungen.
im bezug auf meine stimme hat sich nicht so viel getan, außer daß ich jetzt auch ein bißchen obertonsingen kann und mich autodidaktisch auch am untertonsingen versuche. beides wirkt sich glaube ich auch auf die stimme aus, aber noch mehr auf die wahrnehmung, und die ist glaube ich deutlich sensibler geworden, und zwar in viele richtungen. richtig cool ist zb., daß man, wenn die akustik halbwegs stimmt und man gerade durch stundenlanges obertonsingen sensibilisiert worden ist, in der eigenen sprechstimme die obertöne hört, die je nach vokal schön die obertonreihe rauf- und runtersausen. als hätte man einen vogel (bezogen aufs zwitschern natürlich, nicht auf irgendwas anderes).
im seminar müssen wir auch eine vokale mutprobe für uns ausdenken und uns ihr stellen. meine ist, mal mit einer expertengruppe vokal zu arbeiten. praktischerweise reicht mir schon die expertenheit der gruppe im seminar, da sitzen ja recht versierte musikstudenten und auch ein paar musiklehrer drin, also vom niveau her ist das so ungefähr das höchste, womit zu arbeiten ich je die gelegenheit hatte. das ist für mich durchaus eine mutprobe, denn abgesehen von 2-3 ensembleleitungsstunden anno dazumal habe ich noch nie was vergleichbares mit profis gemacht, und das war auch nicht vergleichbar.
ich habe mich, nachdem ich schon das vorletzte mal meine mutprobe bekanntgegeben habe, schon darauf eingestellt, beim letzten mal spontan was machen zu müssen, aber ich habe nur den auftrag bekommen, das nächste oder übernächste mal spontan was zu machen. jetzt weiß ich nicht ganz, was.
einerseits würde ich gern ein bißchen was anderes machen, als was wir sonst so tun (nämlich singen), zum beispiel sowas wie beatboxen, andererseits wäre das zwar eine vokale betätigung, aber keine mutprobe, denn auf dem gebiet bin ich der gruppe vermutlich (von eventuellen ausnahmen abgesehen) ein wenig voraus. wäre natürlich billig, meine mutprobe ohne mutprobe hinter mich bringen zu wollen, also nein, so nicht. stattdessen denke ich mir jeden tag irgendwas neues aus oder krame was aus meinem gedächtnis hervor, kleine kanons und sowas, und aus diversen gründen fallen sie doch immer durch, und ich muß mir was neues ausdenken oder aus meinem gedächtnis hervorkramen. kreativer zwang sozusagen. ganz schrecklich. das hilft nur ein kräftiges OooMmm...
Saturday, 21. February 2009, 16:26:59
tonika, experience, dominante, wunschzettel
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es ist eigentlich zufall, aber irgendwie doch nicht, jedenfalls passiert es immer wieder, daß ein unterrichtsthema in verschiedenen klassen und schulstufen, oft auch von ganz verschiedenen seiten kommend, mehr oder weniger gleichzeitig behandelt wird. ich mache meine jahresplanung sicher nicht extra danach, aber manchmal taucht etwas zeitnah in verschiedenen umgebungen auf und kumuliert dann aufgrund des betriebenen aufwandes und benötigten materials. letztes schuljahr waren es zum beispiel diverse mittelalterliche themen, wobei das in erster linie am mittelalter-schwepunkt lag, dieses jahr unter anderem der generalbass, und der nächste heiße kandidat ist haydn. im moment ist es jedoch der blues, und das paßt mal wieder auch auf anderen ebenen.
mir liegt der blues ziemlich am herzen, weil sich im wesentlichen die gesamte pop- und rockgeschichte auf irgendwelche spielarten dessen zurückführen läßt. die abstammung ist nicht immer ganz offensichtlich, aber gerade das ist ja so spannend daran. und faszinierend ist der blues allemal, weil er seit gut 100 jahren nach den selben einfachen prinzipien funktioniert und sein wesen beibehält, obwohl er sich sehr gut in verschiedene strömungen und moden integrieren kann.
eines dieser prinzipien ist das blues-schema, und das bedeutet, ich kann mal wieder ein wenig musiktheorie hineinstreuen, aber es wird nicht viel, versprochen. beeindruckend am blues-schema ist ihre einfachheit und ihr gleichzeitiges potential zur vielschichtigkeit. außerdem fällt es aus dem rahmen üblicherweise symmetrisch oder periodisch gebauter musikalischer formen, ohne daß das irgendwem unangenehm auffallen würde.
wie man weiß, hat das blues-schema drei zeilen, in deren erster sich fast nix, der zweiten nicht viel und der dritten dafür umso mehr tut. es kommt mit den drei hauptstufen aus und wäre daher eindeutig durbezogen und diatonisch, was allerdings durch andere elemente des blues verwischt wird. mit stufenbezeichnungen sieht es in der einfachsten üblichen form so aus:
I - I - I - I
IV - IV - I - I
V - IV - I - (V)
das ist noch nicht sonderlich spektakulär, und statistiker würden sofort anmerken, daß sieben der zwölf akkorde auf der ersten stufe stehen. die V. kommt überhaupt nur einmal, am anfang der dritten zeile, tatsächlich stilbildend zum tragen, am ende ist sie nämlich nur ein sogenanntes turnaround, also eine kadenz zur I. stufe des anfangs zurück, und kann auch weggelassen werden. aber gerade durch dieses statistische ungleichgewicht ist das funktionale gewicht der IV. und V. stufe umso höher, und irgendwie ist es beim blues nicht die I. stufe, die man herbeisehnt, sondern die anderen beiden.
die dreizeiligkeit wird in vielen (nicht allen) songs, die auf dem blues-schema basieren, textlich auf eine interessante art und weise unterstützt, indem die erste textzeile wiederholt wird (melodisch übrigens meistens auch). klassische bluestexte haben also nur zwei geschriebene textzeilen pro strophe, wobei die wiederholung in verbindung mit dem harmonieschema eine ganz andere wirkung hat.
man könnte fast sagen, der blues sei eine dialektische form. die erste zeile, durchgehend auf der I. stufe, ist sozusagen die these. die zweite bekommt allerdings durch den wechsel auf die IV. stufe eine ganz andere ausstrahlung, und zumindest ich nehme sie trotz der gleichbleibenden melodie und der wörtlichen wiederholung des textes ganz anders, nämlich als eine art antithese wahr. für mich ist der blues dadurch im hinblick auf die verschmelzung von musik und text bzw. auf die ausdeutung des textes durch die musik eine der intensivsten musikformen überhaupt.
die dritte zeile, in der zum ersten und zum letzten mal die V. (an dieser stelle ganz und gar nicht dominante!) stufe betreten wird, wirkt musikalisch wie meist auch textlich als synthese, pointe, schlußfolgerung oder wie man sie auch haben oder hören will. und ich glaube, daß diese klassische dreiteiligkeit dazu führt, daß man den blues als eine kompakte, geschlossene, logisch notwendige form hört - bzw. zumindest nicht als schief, assymetrisch oder sowas. die logiker unter uns könnten natürlich statt meinen dialektischen termini auch ihre eigenen nehmen und von prämissen und konklusion sprechen, das käme wohl auch hin.
soviel zur theorie. in der praxis ist es gar nicht so einfach, den blues rüberzubringen (vielleicht gilt hier: entweder man hat ihn oder auch nicht). es ist für schüler oft sehr witzig und interessant, die erfahrung zu machen, daß ihnen zu einem bloßen, von melodie und text befreitem instrumentalen blues-schema sofort zehn verschiedene lieder einfallen (und wenn nicht, brauche ich nur einige melodiefetzen anbieten), allerdings scheint sich das erwachte interesse sehr schnell wieder zu legen. das ist schade, weil meiner meinung nach das bißchen theoretischer einblick sehr viel zur faszination des blues beiträgt.
die praktische beschäftigung damit hat meiner bisherigen erfahrung nach auch noch nicht viel mehr interesse wecken können. es ist recht simpel, selbst mit einer supplierten zweiten klasse in einer einzigen stunde brauchbare blues-schemata zu erarbeiten, zumindest mit bass und schlagzeug, aber zum beispiel mein wahlpflichtfach weigert sich recht konsequent, ein bißchen weiter in die materie hineinzutauchen. dabei kommen sie nicht drum rum, weil von selber lernen sie nicht spielen, und die einfachste möglichkeit, mehrere lieder ohne mehraufwand zu lernen oder eine gute grundlage zum improvisieren zu haben, bietet nun mal der blues. da werden wir also noch einige wochen investieren.
gleichzeitig führt diese erfahrung nebst anderen bei mit zu einer klassischen blues-stimmung. irgendwie freuts mich im moment nicht so. dabei ist es gar nicht november. ich weiß nicht genau, wieso junge leute, die sich selbst als auf diesem gebiet wißbegierig bezeichnen, von mir erwarten, ihnen alles hinterherzutragen und ins hirn zu stopfen (bildlich gesprochen wohlgemerkt, bevor sich irgendwelche rechtlichen konsequenzen daraus ergeben sollten), ohne dabei ohren und augen aus eigener kraft aufzumachen. ich wüßte sehr gern, was ich anders machen soll, und bin für konstruktive vorschläge offen. aber wenns mir keinen spaß macht, müssen wir ja genau diese dinge gar nicht machen, das musikbuch bietet genügend andere themen, die ich gleichermaßen faszinierend finde.
Monday, 12. January 2009, 07:37:35
dominante, wunschzettel, experience, intervalle
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gestern war ich im theater an der wien. pelléas et mélisande. von debussy. gratis. das war zwar kein neujahrsvorsatz, sondern ein spontaner generalprobenbesuch, paßt aber halbwegs ins thema.
es war eine interessante erfahrung. gute inszenierung, geniales bühnenbild, tolle sänger und eine wahnsinnig lange oper, bei der recht viel unnötiges zeug gequatscht-gesungen wird. symbolismus halt. manche symbole sind leicht zu durchschauen, manche eher weniger, und wenn man kein französisch kann und ohne brille die deutschen übertitel gerade nicht sieht, macht das die sache auch nicht einfacher. die musik war allerdings recht spannend, und die oper ist eher ein musikdrama, also so eine art endlos langes rezitativ ohne irgendwelche angebernummern.
ich war ja in den letzten jahren nicht unbedingt der fleißige konzert- und schon gar kein operngeher. das ist ja an sich auch kein muß, in der pension bleibt genug zeit für sowas, aber nachdem ich zuhause auch wenig bis gar keine klassische musik höre, habe ich diesbezüglich eindeutig ein paar lücken. ich hab das zeug ja studiert, unbeleckt bin ich auch nicht, aber sagen wir es so: ich erkenne eine beethoven-symphonie, weil ich weiß, wie eine beethoven-symphonie klingt, nicht weil ich sie wiedererkenne (von den ganz berühmten mal abgesehen). aber man könnte mich vermutlich mit einer frühen schubert durchaus in die irre führen.
einer meiner nicht formulierten und daher komplett unverbindlichen neujahrsvorsätze könnte also sein, mein repertoire und damit ein bißchen auch meinen horizont zu erweitern. eine gelegenheit dazu könnte zb. der vollständige ring sein, womit wir wieder beim musikdrama wären. dazu gibt es dieses jahr drei gelegenheiten, und sollte sich jemand finden, der hardcore genug ist, würde ich mir das vielleicht wirklich durch den kopf gehen lassen.
mit wagner habe ich bisher sowieso nicht viel am hut gehabt. naja, ich habe mal den hochzeitsmarsch aus lohengrin in einer verjazzten und mit dem mendelssohn vermischten version auf einer hochzeit geklimpert, aber das ist jetzt noch keine sehr intensive beschäftigung mit dem thema. bei wagner schrecken mich einfach die dimensionen ab. aber ich spüre schon seit jahren den inneren drang, ein bißchen in seine welt einzutauchen. untere anderem deswegen darf sich die 6A derweil mit dem ring beschäftigen.
das andere, was für mich eine eindeutige repertoireerweiterung darstellen und wozu sich dieses jahr gelegenheit bieten wird, ist haydn. auch da weiß ich seit jahren, daß er viel interessantes zu bieten hat, bin aber noch nie richtig weit in sein schaffen eingedrungen. nachdem ich aber mit der 7B fast ein ganzes semester zeit für die wiener klassik haben werde, können wir das mit haydn aufziehen und damit auch aktiv von den vielen events des haydn-jahres gebrauch machen.
und wenn wir schon dabei sind, gehe ich vielleicht noch zum oasis-konzert. aber das ist eine andere geschichte...
Thursday, 8. May 2008, 13:05:59
experience, schulalltag, versetzungszeichen, kunst
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gestern abend war ich bei einem konzert, wo meine wesentlich bessere hälfte mit ihrem chor lauter kompositionen von frauen aufgeführt hat. das machen sie immer wieder mal, jedenfalls gabs schon mal vor ein paar jahren ein ähnliches programm fast ausschließlich von komponistinnen (damals hat sich irgendwie der herr von webern hineingeschmuggelt, wenn mich nicht alles täuscht), und diesmal so richtig mit konsequent und ausschließlich und so, und das ganze gleich im radiokulturhaus mit einer moderatorin, die mit radiosprecherstimme durchs programm geleitet hat.
ich finde es natürlich interessant, wenn man sowas macht, schließlich sind komponierende frauen nicht nur in der unterzahl, sondern in der regel auch unterrepräsentiert. andererseits geht es nicht nur ums was, sondern auch ums wie, und da muß man schon ein bißchen aufpassen, daß man sich dabei nicht zu sehr verkrampft.
die dargebotene musik hatte durchaus das niveau, das man sich bei einem mehr oder weniger zusammengewürfelten programm erwartet (außer dem geschlecht der komponistinnen gab es für mich keinen erkennbaren roten faden), zur ausführung kommen wir später, und die fragen, die das ganze und im speziellen auch die moderation aufwarfen, sind zumindest interessant.
es ist schon richtig, daß man frauen, die auf der bühne der kulturgeschichte bestenfalls zweite geige spielen, ins rampenlicht rückt, aber muß das immer mit einem nicht offen ausgesprochenen, unterschwelligen feminismus einhergehen? der ist nicht nur überholt, sondern besonders dann einigermaßen peinlich, wenn die betreffenden frauen gleichzeitig immer wieder (bewußt? unbewußt?) an männern gemessen, mit männern verglichen oder sonstwie an ihr geschlecht (im sozialen sinn, gender hätte also besser gepaßt, mir ist aber trotz mehrerer verschiedener düden und -pedias nicht gelungen, das grammatikalische geschlecht von "gender" zu eruieren [germanistin? hilfe!]. soviel zum thema geschlechterproblematik.) erinnert werden. will sagen: wer mit steinen wirft, sollte drumherum kein glashaus bauen.
die moderatorin hat zb. alle erwähnten frauen in ein großes soziokulturelles umfeld eingebettet, indem sie ihre überwiegend männlichen lehrer, förderer, verwandte usw. erwähnt hat. das könnte zwar in manchen punkten durchaus interessant sein, zb. ob felix m.-b. seine schwester fanny viel gehenselt hat, spätestens bei einer langen liste an lehrern, die eh keiner kennt (ok, mir als studiertem musikerzieher sagt der name franz schmidt etwas. die anderen haben selbst mir als studiertem musikerzieher nix gesagt. und wem außer mir sagt der name franz schmidt etwas? eben.), hört es aber auf, interessant zu sein, und man beginnt zu überlegen, inwiefern es wohl von belang ist, eine fast zweistellige anzahl von männern anzuführen, um die reputation einer frau zu unterstreichen. interessanterweise hat die dame auch selbst einmal festgestellt, daß sie sich eigentlich genau das verkneifen wollte, hat aber dann genauso weitergemacht.
man kann aber auch vom regen in die traufe kommen (auf ungarisch könnte man jetzt das mit der anderen seite vom pferd anführen, das trifft es eigentlich viel besser), indem frau sich dann bemüht, einer der beiden persönlich anwesenden komponistinnen unbedingt die nennung einer frau, die sie stark geprägt hat, zu entlocken. ich meine, mich persönlich haben viele menschen geprägt, frauen wie männer, und wenn jemand darauf bestünde, unbedingt nur über die frauen was zu erfahren, würde er ihnen damit unrecht tun, denn das unterstellt, daß ich sie sonst (wenn das geschlecht egal wäre) nicht erwähnt hätte. entweder es gab eine frau, die ich auch so nennen würde (und die gab es, mehrere sogar), oder eben nicht. also ich weiß nicht.
die angesprochene komponistin, und das erwähne ich nur, weil es genau dem entspricht, was die fachliteratur sagt, nämlich daß frauen dann anders behandelt werden als männer, wenn sie sich anders verhalten (ganz ohne die wertung, ob das gut oder schlecht ist, einfach als feststellung), gab einmal eine bemerkung von sich, die man leicht in die kategorie "typisch frau" stecken könnte, wenn man gern irgendwelche dinge irgendwohin steckt. die moderatorin las einen kurzen, von besagter komponistin verfaßten text vor, in dem jene nicht nur wahnsinnig gscheite sachen festgestellt (so, daß ich mir sogar überlegt habe, diesen text meinen siebenten vorzulegen, weil genau das, worum es ging, bei uns im moment ein thema ist), sondern auch noch die perfekte balance zwischen eingängigen gemeinplätzen und vielsagenden, sehr interessanten überlegungen gefunden hat, und schickte ein lob hinterher, das im allgemeinen applaus fast unterging. die komponistin bedankte sich daraufhin und fügte hinzu: "das hab ich nur schnell mal im zug geschrieben...". und das ist dann genau der punkt, wo man denken darf: dieses sich-kleiner-machen-als-man-ist (und das ist nicht gleichzusetzen mit durchaus sympatischer demut, selbst wenn dieses wort für manche vielleicht etwas anachronistisch klingt, sondern geht weit darüber hinaus) könnte genau der punkt sein, wo man sich erst bewußtmacht, daß die wirklich klugen worte zuvor von einer frau geschrieben worden sind.
die grundidee des feminismus, frauen die gleichen rechte und möglichkeiten einzuräumen wie männern, ist sehr gut (und ist nur eine teilmenge der absolut wichtigsten humanistischen forderung, allen menschen die gleichen rechte und möglichkeiten einzuräumen), das kann aber nur dann funktionieren, wenn frauen eben in erster linie als menschen und nur in zweiter als menschen mit einem bestimmten gender gesehen werden. frauen sind toll, und zwar in jeder hinsicht, und was täten wir ohne sie? aber in manchen punkten ist es kontraproduktiv, sie durch ihr soziales geschlecht zu definieren, insbesondere dann, wenn das eigentlich vorrangig durch den vergleich mit dem anderen sozialen geschlecht geschieht. so wirds nix, mädels.
die ausführung des konzerts war durchaus ok, wenngleich ich sagen muß, daß die männer mich nicht überzeugt haben (das ist jetzt nicht als gender, sondern als musikalischer fachausdruck gemeint). irgendwie zu weich und schwammig und zu oft unsicher, was besonders bei prägnanten einsätzen sehr stark durchkam. allerdings gab mir dies gelegenheit dazu, ein bißchen über chorgesang nachzusinnen.
ich weiß nicht ob ihr es wußtet, aber in meiner späteren schulzeit war ich recht aktiv als chorsänger unterwegs. ich war natürlich im schulchor, daneben in einem evangelischen kirchenchor, einem gospel- und jazzchor, habe aus mitgliedern des schulchors ein quartett rekrutiert (nur ein auftritt mit mäßigem erfolg) und dann in der siebenten dem schwächelnden schulchor meinen eigenen, zum teil aus bis dahin absolut schulchorignoranten mitschülern zusammengewürfelten chor entgegengesetzt (mehrere auftritte, verhältnismäßig großer erfolg, wir durften neben schulmessen auch bei der hochzeit einer lehrerin und einer messe einer anderen schule singen). eigentlich arg.
ich kann mich auch noch an zwei schlüsselerlebnisse erinnern, also eigentlich ein schlüsselerlebnis mit zwei werken. es muß '95 gewesen sein, als ich in dem kleinen kammeln in alterlaa, wo wir unseren PC (man beachte den singular!) stehen hatten, auf der encarta-CD jeweils kurze ausschnitte aus zwei renaissance-messen gehört habe. schon das erste mal war eine intensive erfahrung, aber ich habe mir die paar takte immer wieder angehört und mir sogar die entsprechenden CDs gekauft, um auch den rest genießen zu können. es handelt sich um das den anfang des sanctus aus der missa pange lingua und das "gloria patri" aus der missa in tempore paschali. sowohl der zweistimmige kontrapunkt von josquin als auch die komplexe, im betreffenden abschnitt aus der homophonie gerade nur stellenweise ein bißchen ausbrechende klangfülle von byrd haben es mir wirklich wirklich wirklich angetan. ich denke seit gestern darüber nach, aber unter all meinen vielen passiven musikalischen schlüsselerlebnissen würde ich wohl eindeutig diese beiden hervorheben.
gleichzeitig muß ich feststellen, daß mir chorgesang inzwischen nicht mehr wahnsinnig viel gibt. mag daran liegen, daß ich viele mittelmäßige chorproduktionen gehört habe, oder auch an anderen dingen, wer weiß das schon. interessanterweise finde ich den chorklang im vergleich zu gemischter oder rein instrumentaler musik auch wesentlich weniger substanziell. das geht so weit, daß ich chorgesang weit weniger analytisch höre und mir sogar schwer tu, klänge zu erkennen, besonders wenn sie rein akkordisch ablaufen (etwaige kontrapunktische floskeln bieten dann schon eine gewisse orientierung). und typisch für diese empfindung ist auch, daß ich mir lange nicht wirklich vorstellen konnte, wie die engelsgleiche (ebenfalls ein schlüsselerlebnis um '95, eigentlich sogar ein metaschlüsselerlebnis, schiller beschreibt in maria stuart genau diesen eindruck: "Wie wurde mir, als ich ins Innre nun / Der Kirchen trat und die Musik der Himmel / Herunterstieg und der Gestalten Fülle / Verschwenderisch aus Wand und Decke quoll", nur daß ich im gegensatz zu mortimer dadurch nicht katholisch wurde) musik von byrd in sowas profanem wie notendruck existieren könnte (diese illusion habe ich mir dann in der bibliothek der musikuni selbst zerstört).
allerdings bin ich dabei, meine wertschätzung für den chor schön behutsam von unten wieder aufzubauen, z.b. mit hilfe der 6B, die gefallen an archaischem chorklang gefunden zu haben scheint und sich langsam mit mir in die spannende welt der frühen mehrstimmigkeit vorwagt. ein bißchen an der basis zementieren, dann nochmal renaissance, barock und klassik drüber festigen, und wer weiß, vielleicht fange ich bald auch was mit romantischer chormusik an. mal sehen.
damit die lange rede auch einen kurzen sinn bekommt, muß ich noch eine idee präsentieren. als ich heute beim mäci einem bedürftigen mann mein gratis panini-sammelbild geschenkt habe, hatte ich nämlich eine. ist jetzt nichts, wo alle vor lauter coolheit in jubel ausbrechen, aber vielleicht witzig. musiktheorie auf sammelbild- bzw. sammelalbumbasis.
natürlich ist es pädagogisch wertvoll, wenn schüler selbst schreiben, denn immerhin aktivieren sie dabei bestimmte gehirnregionen. nur macht man allzu oft die erfahrung, daß sie das gar nicht wollen und dann eben doch nicht mitschreiben, auch nicht wenn sie sollten. ich habe schon hefte abgesammelt, in denen interessante kartoffelförmige gebilde die in den seltensten fällen genau fünf linien bevölkern, und zwar selbst bei näherem hinsehen komplett ohne system. wer also nicht schreiben will, schreibt entweder wirklich nicht oder eben einen kas.
gut, sammelbilder sind auch keine garantie für komplette unterlagen, sind aber vermutlich ein bißchen witziger als fade hefte. es könnte so laufen: ich drucke einen haufen noten auf selbstklebendes etikettenpapier aus und bringe sie in der gewünschten anzahl, aber vermischt unter die leute. die bekommen gleichzeitig arbeitsblätter mit freien feldern, in die sie die jeweils richtigen noten einkleben sollen. dann müssen sie überlegen, tauschen und einpicken. nebst all dem wirbel, den das verursacht (wirbel kann ja auch gut sein), fördert das die kommunikation und die teamarbeit, und die ergebnisse sind auch sauberer und leichter zu kontrollieren (wieviele fehler sind es eigentlich, wenn jemand in einer tonleiter zwei töne zu wenig hat? und wenn die fehlenden töne auch noch fehlende versetzungszeichen aufweisen? ist nicht immer ganz einfach).
ist doch eine gute idee.
Sunday, 27. April 2008, 17:16:43
experience, schulalltag, dilemma, da ist der wurm drin
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eigentlich wollte ich schon vor gut einem monat einen post mit dem titel "das wunder des lebens" schreiben, in dem es um selbiges ging, speziell um biologische entitäten, die in manchen situationen besonders augenscheinlich aus komplexen klumpen toter materie bestehen und dennoch das odem des lebens in sich tragen, sowie um die babys, die überall um uns herum nur so sprießen, als wäre es frühling. gut, es ist frühling, und wir sind in einem alter, wo andere eben babys bekommen, so gesehen. jedenfalls habe ich diesen post, wie man ganz leicht erkennen kann, dann doch nicht geschrieben. punkt.
die letzte woche war allerdings so voll mit erlebnissen powered by gravitation, daß ich meine schreibfaulheit nun doch überwinde und wie gewohnt ein paar bissige und philosophische bemerkungen dazuzumengen gedenke.
sehr einprägsam waren die ersten probedurchgänge mit unserem schulkatapult, nicht ganz so groß wie die oagen dinger bei youtube, aber durchaus imposant. wenn hundertfünzig kilo gewicht durch ein meterhohes gestell aus holz sausen, hat das schon einen gewissen erwachsenenspielzeugfaktor, und wenn dann auch noch ein medizinball quer über den ganzen sportplatz fliegt, feiern adrenalin und endorphine fröhliche urständ. besonders, wenn man noch minuten davor eigenhändig die letzten schrauben festgezogen hat.
überhaupt haben wir in der letzten woche einiges geleistet, da wir am freitag einen mittelaltertag hatten. und zu einem mittelaltertag gehört ein lehmofen zum brotbacken, einige festmeter brennholz, natürlich ein katapult, eine mittelalterband um viel geld, ein schmied aus vorarlberg, ein kräuterexperte aus langenzersdorf, ungefähr eine million kostüme aus jutesäcken und stoff bzw. von diversen einschlägigen kostümverleihfirmen und sonst auch noch einiges. und bis auf die musik, den schmied und den kräuterexperten haben wir alles selbst hergestellt oder -karrt.
das event selbst ist dann leider ziemlich ins wasser gefallen, bzw. eigentlich genau umgekehrt, das wasser ist in das event gefallen, und zwar ordentlich. das wunder der schwerkraft betrifft ja auch das athmosphärische wasser, das an kondensationskeimen kondensiert. interessanterweise ist aber die abstimmung der schwerkraft so exakt, daß das wasser in kleinen, extrem nassen tröpfchen zwar zu boden fällt, die von der schulverwaltung zur verfügung gestellten partyzelte allerdings von einer leichten brise in die luft gehoben und umgedreht werden, was unter uns gesagt einer party wenig zuträglich ist.
das bringt uns gleich zum nächsten punkt. jeder mensch weiß (zumindest unterbewußt, und gibt es einfach nicht zu), daß das wunder der schwerkraft viel zu komplex ist, um einfach so per evolutionem entstanden zu sein. experience-fans ist seit langem bekannt, daß ich vertreter der sogenannten intelligent-falling-theorie bin, die besagt, daß ein intelligenter hinunterdrücker alles intelligent hinunterdrückt. ist eine ziemlich schöne theorie, vor allem weil sie erklärt, wieso der intelligente hinunterdrücker nicht selbst runterfällt (vgl. auch das sprichwort: "es ist noch kein intelligenter hinunterdrücker vom himmel gefallen.").
besonders intelligent und hinterlistig geht der intelligente hinunterdrücker bei den leistungen meiner lieblingsklasse vor. die fallen nämlich seit dem erfolgversprechenden elternabend konsequent in den keller, und zwar nicht nur in musik. und alles, was ich ihnen in den weg zu stellen versuche, um ihren fall zu bremsen (aktuell sind es referate zu vorgegebenen, theoretisch längst erarbeiteten themen), umgeht der intelligente hinunterdrücker sehr geschickt. dafür kann man genauso niemandem die schuld geben wie für den regen am freitag. das ist eben das wunder der schwerkraft.
Saturday, 1. March 2008, 10:07:08
dilemma, schulalltag, intervalle, dominante
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man könnte es als frühjahrsputz bezeichnen oder mir irgendwelche feng-shui-beweggründe unterstellen, tatsächlich ist es alles nur für meine älteste nichte in spe. soll heißen, die älteste nichte meiner definitiv besseren hälfte, die sich übrigens immer wieder beschwert, daß sie hier nicht so richtig vorkommt. stimmt nicht, denn so oft ich "wir" schreibe, ist sie in der regel mitgemeint. außerdem haben wir ja einen gemeinsamen blog, sogar mit fotos, und dies hier ist eben mein blog. wenn sie einen blog hätte, würde ich auch nicht unbedingt dauernd darin vorkommen wollen. aber jetzt kommt sie ja eh vor.
der langen rede kurzer sinn: meine älteste nichte in spe zieht zwecks schlagwerkstudium nach wien und bekommt als übergangslösung unser gästezimmer. das bedeutet einerseits weniger fernsehen, weil dort eben der fernseher rumsteht und ich nicht dauernd auf besuch gehen kann, wenn ich zwischendurch mal zehn minuten schauen will (schon gar nicht, wenn diese zehn minuten sich regelmäßig spontan auf halbe stunden ausdehnen), und andererseits bedeutet das, daß sie platz braucht und wir daher einiges ausmisten müssen.
das ausmisten umfaßt zum teil ganze möbelstücke, vor allem werden wir uns des korbsessels, der unter den reviermarkierungen der erneut rolligen szüri in den letzten tagen erheblich gelitten hat, entledigen, des weiteren wird unsere ("unsere") riesige und seit über neun jahren nicht wirklich angerührte videosammlung (wer sich fragt, wieso "wir" sie aus der alten wohnung überhaupt mitgenommen haben, fragt den falschen) dran glauben müssen. und für die drei meter stephen king müssen wir uns auch was überlegen. nein, bücher verbrennt man selbst dann nicht.
bis jetzt hab ich mir mal die laden von meinem alten schreibtisch vorgenommen. darin befanden sich im wesentlichen meine ersten studienjahre inklusive privatem material. und ich habe es geschafft, mich von dem meisten zu lösen. es ist ja an sich gar nicht so schwer, man muß es nur mal tun. wie das eigentlich mit den meisten dingen so ist. bis jetzt spüre ich die postulierte feng-shui-erleichterung noch nicht so richtig, ich bin aber auch noch nicht ganz fertig.
weggeschmissen habe ich unter anderem einen haufen postkarten aus aller welt, und ich muß schwer hoffen, daß mir deswegen keiner böse ist, sonst hätte ich bald ziemlich viele hasser. weggeschmissen habe ich auch einen haufen alter briefe; nein, liebesbriefe waren keine darunter, ich habe ja nie welche bekommen, obgleich ich selbst doch einige geschrieben habe. wir waren alle mal jung (wer nicht, der wird es noch). es waren briefe aus einer phase meines lebens, die schon zu lang vorbei ist, um sich jetzt noch an erinnerungsstücke zu klammern, die außerdem vollkommen unerheblich sind. an das wesentliche erinnert man sich so auch, und alle details muß man gar nicht wieder hervorholen, finde ich.
ebenfalls dem aufräumen zum opfer gefallen sind meine ganzen unisachen, also der teil, der dort und nicht im arbeitszimmer gelagert war, jedenfalls bis auf kleine ausnahmen, siehe später. ein prominentes kernstück war mein legendärer block, in dem ich die ersten beiden semester meiner studienzeit komplett verewigt habe. darin befinden sich alle meine mitschriften, die ich damals durch jeweils unterschiedliche schreibstile und layouts auseinanderhalten konnte, gemeinsam mit quasi tagebuchartigen einträgen, erinnerungs- und einkaufslisten, kommentaren von freunden, schachproblemen und rätseln aller art, skizzen zu zellautomaten, kompositionen, zeichnungen, kalligraphieexperimenten und weiß der [beliebigen vogel mit männlichem artikel einsetzen] was, und zwar nicht nur wild durcheinander, sondern meistens auch mehrere dieser dinge auf einer seite.
irgendwie ist es blöd, wenn man weiß, daß die nachwelt nicht meine legendären skizzen finden und in die wissenschaftliche literatur über mich aufnehmen können wird, aber seis drum. mein frühwerk ist sowieso nicht unbedingt von belang, und personenkult liegt mir sowieso gaaanz fern (*hust*). wer trotzdem der meinung ist, unbedingt diesen block haben zu müssen, soll mir bitte bescheid geben, bevor ich das altpapier wegschmeiße. was, wie ich mich kenne, noch ein paar tage dauern könnte, auch wenn ich es mir fest für heute vormittag vorgenommen habe.
unisachen sind sonst sagen wir einigermaßen überflüssig. zum einen findet man heutzutage das meiste ziemlich einfach im internet. zum anderen hab ich keinen wirklichen überblick mehr darüber, was ich wo wie am schnellsten finden würde. drittens will ich vieles davon gar nicht mehr finden. und ich muß ganz ehrlich gestehen, ein skriptum zum thema "einsatz des computers im musikunterricht" aus dem jahre schätzomativ 1999 (man beachte, das war noch im letzten jahrtausend) ist, selbst wenn es vom nunmehrigen direktor des musikgymnasiums neustiftgasse (das übrigens zwei meiner neffen in spe besuchen. lauter musiker in der familie in spe. cool, nicht?) geschrieben wurde, über weite strecken nicht mehr wirklich zeitgemäß.
nicht weggeschmissen habe ich habe ich einige wenige persönliche erinnerungsstücke, allen voran eine postkarte, die wir uns aus unserem ersten gemeinsamen urlaub selbst geschrieben haben (wir haben sie beide schon vergessen, aber es war wirklich nett, sie wiederzuentdecken) und einen pappteller, auf dem sich meine freunde an jenem unvergeßlichen abend vor über neun jahren verewigt hatten, bevor sie sich dezent und unbemerkt von meiner party geschlichen haben. ich muß den stapel dann noch aufteilen und die einzelnen teilstapel woanders verstauen, wo wir sie dann in einigen jahren erneut wiederentdecken können.
an unisachen habe ich nur einige ganz ausgewählte dinge behalten. vieles davon ist von stilkunde, einem interessanten und kontroversen fach, und zwar schlicht und einfach deswegen, weil die jeweiligen konvolute, zb. zum thema kurzer oder langer vorhalt (das ist, ihr werdet lachen, ein wirklich kontroverses und spannendes thema, wenn man sich dafür interessiert. was man natürlich definitiv nicht muß), dutzende gezielt ausgewählte zitate und notenbeispiele enthalten, was man so in dieser form weder im internet noch ohne weiteres in der fachliteratur finden könnte. sollte ich also jemals in eine diskussion zu diesem thema (oder zum modalen rhythmus, oder hab ich den weggeschmissen? na egal) kommen, bin ich gewappnet.
ebenfalls aufgehoben habe ich zwei hausübungen, die ich für die ungarischen sprachübungen geschrieben habe. ich muß gestehen, ich war ganz gut in ungarisch und hätte die sprachübungen recht langweilig gefunden, wenn einerseits márta nicht immer wieder wege gefunden hätte, mich mitzureißen (danke márta!), und ich andererseits nicht die hausübungen (zumindest jene, die ich tatsächlich gemacht habe) als eine gewisse herausforderung gesehen hätte, die über das gewünschte hinausging. und diese beiden sind wirkliche perlen der hausübungsliteratur, die ich meinem kleinen bruder, der inzwischen selbst ungarisch studiert, vermachen werde.
eine der beiden hausübungen ist ein aufsatz zu einer bildergeschichte, inhaltlich nicht sehr interessant, aber ich habe ihn so geschrieben, als wäre er aus dem 16. jhdt., zumindest bis mir der alte stil zu mühsam wurde und ich in einen zeitgemäßeren zurückgerutscht bin. an sich nicht so aufregend, aber ihm wirds gefallen (und dann haut er den zettel weg, eh klar. würde ich auch machen.).
die andere hausübung ist schon etwas kustvoller, und daher nehme ich mir die freiheit, sie hier zu reproduzieren. auch sie beruht auf einer bildergeschichte, übrigens aus einem buch, das wir (diesmal ist das andere wir gemeint, wie es sich gleich aus dem kontext erschließen wird) noch in ungarn besessen haben, aber keine ahnung mehr, wie es geheißen hat oder von wem es war. es wird irgendwas deutsches gewesen sein, weil márta es, wie sie mir damals auf meine diesbezügliche anfragen verraten hat, im budapester goethe-institut gefunden und kopiert hatte, allerdings hat sie die genauen daten auch schon vergessen. es befinden sich halblustige bildergeschichten drin, wie zb. von einem jungen, der ein sparschwein geschenkt bekommt, seine einzige münze darin verstaut, dann draufkommt, daß er sich gern was kaufen möchte, ungefähr eine halbe seite lang erfolglos versucht, selbige wieder herauszubekommen, und das sparschwein anschließend mit einem hammer zertrümmert, um sich um das geld ein neues zu kaufen. ha ha. vielleicht erinnert sich ja jemand, das buch schon mal in händen gehalten zu haben.
die bildergeschichte, um die es hier geht, handelt von zwei frauen, die sich beim einkaufen treffen und in der hitze der unterhaltung ihre beiden wagen vertauschen, nur daß es sich beim einen um einen einkaufs-, beim anderen aber um einen kinderwagen handelt. so weit so gut. das nachzuerzählen erschien mir einigermaßen fad, daher habe ich folgendes gedicht verfaßt, das meines erachtens einfach zu gut ist, um im müll zu landen (wird es so auch, aber wenigstens steht es dann hier für alle zeiten), und das ich hier daher reproduziere, auch wenn die meisten meiner leser wenig damit anfangen können werden.
[titel war, etwas ungelenk: Gyuri házija]
Két háziasszony vásárolni ment. Az
Egyik magával vitte kisbabáját,
Ki némán szundított hintója mélyén,
Vagy mélán tátogatta ujjnyi száját.
Az üzletben találkozott a két nõ,
És ismervén egymást, jól eldumáltak,
Aztán csevegtek és tereferéltek,
És ontották a szót [,] és meg nem álltak.
Csak órák múlva jöttek rá, hogy mint az
Asszonyhoz illik, túl sokat beszéltek,
S ahogy sietve útnak indulának,
Nem vették észre, hogy kocsit cseréltek.
És kétdimenziós személyek lévén
A ballépést otthon se vették észre:
Egy vekni évekig járt iskolába,
S a csecsemõbõl pörkölt lett - ebédre.
[Nagyon jó kis vers!
(Csak kicsit morbid)
SM]
soweit so gut, jetzt muß ich dann weiter aufräumen gehen. es wartet noch eine lade mit pfeifen, alten brillen und sonstigem zeug auf mich. ich hoffe, feng shui wird sich irgendwann entsprechend revanchieren.
Friday, 15. February 2008, 16:16:34
katzeklo, experience, schulalltag, dilemma
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das wird jetzt ein doppelposting, auch wenn man üblicherweise etwas anderes darunter versteht. also zwei themen, wie die zwei nicht wirklich zusammenhängenden titel schon anklingen lassen. natürlich könnte ich zwei einträge machen, aber vielleicht ergibt sich ja beim schreiben einer dieser flutschigen übergänge. und wenn nicht, dann halt nicht. wir wollen ja die erwartungen nicht zu hoch schrauben.
das erste thema ist das therapeutische schreiben. nachdem ich ja immer wieder vor dem problem stehe, daß ich gern ein lied für die experience schreiben möchte, mir aber nichts einfällt, hab ich irgendwann begonnen, mir dinge von der seele zu schreiben, wenn auch einigermaßen verschlüsselt. so ahnt zum beispiel kaum jemand, daß
fade out nicht nur ein lied über verlorene liebe ist (ein thema, zu dem ich zum glück kaum eigene erfahrung besitze und daher auf mutmaßungen angewiesen bin), sondern auch über den tinnitus (wobei vieles im lied in anbetracht dieses neu erworbenen wissens plötzlich einen sinn ergeben dürfte - ich höre euch schon "aaah!" rufen).
man muß dazu sagen, daß ich als musiker und damit doch einigermaßen hörzentrierter mensch kaum etwas im leben mehr befürchte als einen potentiellen bleibenden tinnitus. in unseren kreisen ist es ja durchaus nicht unüblich, einen zu bekommen, und es gibt ja auch einige legendäre fälle lebenslanger ohrengeräusche. beethoven hatte einen (da könnte man jetzt einwenden: na wenigstens hat er irgendwas gehört), und smetana hat es auch ziemlich arg getroffen: laut englischer wikipedia war es bei ihm die erste umkehrung von As-Dur in einer sehr hohen lage (wie heißen die töne, chris?).
da einerseits meine körperhaltung und andererseits der besuch lauter proben und veranstaltungen einen tinnitus durchaus begünstigt, war meine befürchtung auch nicht ganz unbegründet. und es gab tatsächlich eine zeit, wo ich nach jeder probe und nach jedem konzert ein lautes pfeifen in den ohren hatte, und das gut 24 stunden lang, manchmal auch länger. bis ich eben die idee zu
fade out hatte.
der menschliche körper verfügt über ungeahnte selbstheilungskräfte, man muß sie nur zu aktivieren wissen. auch die schulmedizin tut in vielen fällen nix anderes, als durch die einnahme von placebos den geist in richtung selbstheilung zu unterstützen. grundsätzlich funktioniert das ja auch so, daß man sich sagt, dieses und jenes soll vom körper wieder repariert werden (gut, mit einem abgetrennten arm wird es nicht so schnell gehen). und häufig, wie das mit zielvorgaben nun mal so ist, muß man das vorhaben auch für sich selbst irgendwie verbindlich machen, indem man es sich zum beispiel aufschreibt. und das habe ich ja auch, wenngleich künstlerisch verpackt, gemacht.
seither hatte ich kaum einen nennenswerten tinnitus mehr. gut, nach einer lauten probe pfeift mein ohr noch immer, aber bei weitem nicht mehr so lang, meistens ist es schon vor oder spätestens nach der nachtruhe wieder vorbei. gestern zum beispiel waren wir (experience und pflichttermin gemeinsam) wirklich laut, und wenige stunden später war kein tinnitus mehr zu hören. ich gebe zu, daß ich mit der zeit auch einige andere methoden zum abschwächen des tinnitus entdeckt oder erfunden habe (mir hilft zum beispiel, wenn ich mich nach vorne runterhängen und dadurch das blut richtung kopf und ohren fließen lasse), aber ich sehe diese nur als ergänzung zur wirkung von
fade out.
als das thema mit den
augen immer prominenter wurde, lag es also auf der hand, auch darüber ein lied zu schreiben. nachdem ich letzten sommer in kirgisistan versucht habe, die meiste zeit ohne brille auszukommen, und dann von einer bösen augenentzündung zurückgeworfen wurde (danke refobacin! bzw. danke hannes fürs refobacin mitnehmen!), schrieb ich im bus zwischen karakol und diesem badeort sitzend
bob in wenigen stunden im kopf. auch hier weiß niemand, daß es eigentlich um meine augen geht (obwohl der text dahingehend schon einigermaßen eindeutig ist). natürlich muß man meine jüngere biographie schon ausgiebig studieren, um alle anspielungen (inklusive titel) zu verstehen, die es zu verstehen gibt (manches schreibe ich nur der reime willen).
jetzt kann man einwenden,
bob wäre insofern kontraproduktiv, weil es den ist-zustand festschreibt und damit ein für alle mal einer lösung entgegenwirkt. nun ja, das stimmt auch, allerdings hat
bob bisher nur eine strophe, die ich einfach zweimal singe. inzwischen wäre es an der zeit (auch, aber nicht nur angesichts des morgigen doppelkonzerts), auch eine zweite zu schreiben, die auf eine lösung hinarbeitet. und nachdem ich mir fest vorgenommen habe, das thema augen in absehbarer zeit tatsächlich zu einem befriedigenden abschluß zu bringen, wird ebendiese zweite strophe der schriftliche vertrag mit mir selbst sein, der mich dabei unterstützt.
aber man kann sich nicht nur körperliche leiden (als nächstes kommen lieder über haarausfall und innere hämorrhoiden 2. grades) von der seele schreiben. ich als systemisch und konstruktivistisch geschulter mensch glaube fest daran, daß man, um eine situation zu ändern, gar nicht die situation selbst angreifen , sondern nur etwas symbolisches tun muß, eben etwa ein lied schreiben. sollte also jemand von der 6B das gefühl haben, sich in
don't cha (step on my blue suede shoes) (ja, ich stehe auf geklaute titel und solche mit klammer, siehe auch
she's so heavy (i want you)) irgendwie wiederzuerkennen, dann ist das eine gute sache. und wenn nicht, ist das systemisch gesehen auch egal.
tja, leider hat sich kein fluschiger übergang ergeben, daher einfach so zum zweiten thema. unsere kätzchen waren in den letzten tagen rollig, seit heute ist es wieder ganz vorbei. wir waren uns ja vorher nicht so richtig sicher, woran man das merkt, aber es war dann doch einigermaßen eindeutig. sie haben nicht nur laut gemaunzt, was sie üblicherweise nicht, aber manchmal eben doch tun, sondern man hat es in erster linie an ihren sonstigen aktivitäten gesehen.
rollige katzen wälzen sich laut internetz am boden rum. gut, das ist insofern keine große hilfe, als daß sich szüri so auch recht gern herumwälzt. wenn sie allerdings die ganze zeit halb in der hocke herumgehen und sich beim geringsten zeichen möglicher interaktion ganz flach auf den boden drücken, die einschlägigen körperteile in die höhe strecken und lauthals nach penetration betteln, dann ist das schon etwas anderes als bloßes herumwälzen.
wir waren uns leider nicht ganz sicher, wie das für sie ist, wenn man sie während dieser zeit ausgiebig streichelt und ihnen die hochgestreckten einschlägigen körperteile massiert. es hat jetzt nicht so gewirkt, als wäre es wahnsinnig unangenehm gewesen, aber die große erlösung kann es auch nicht bewirkt haben. vielleicht kann uns ja hier eine der unzähligen tierärztinnen aus unserem freundeskreis spekulationen oder auch wissenschaftliche fakten liefern. sofern das für die zukunft überhaupt noch relevant ist.
es ist ja so, daß man katzen üblicherweise kastrieren soll, was sich nicht nur positiv auf die rolligkeit (die verschwindet dann nämlich) auswirkt, sondern auch sonst diversen krankheiten vorbeugen kann. daher werden wir das in nächster zeit mal in angriff nehmen müssen, wenn wir fertig ausdiskutiert haben, daß wir keinen (katzen)nachwuchs wollen. über eine der oben genannten unzähligen werden wir voraussichtlich eine spezialistin kontaktieren, die solche operationen direkt im haus durchführt. ich sehe schon die blutigen innereien am küchentisch liegen... vielleicht sollte ich doch einfach nur ein lied drüber schreiben?
Monday, 21. January 2008, 13:52:44
experience, intervalle, schulalltag, konsonanz
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boomwhackers® sind eine sehr schöne erfindung, von der ich schon lange weiß, die mich aber erst in den letzten monaten zu interessieren begann. es handelt sich um (mehr oder weniger exakt) auf die töne der chromatischen tonleiter gestimmte plastikröhren, die es in verschiedenen sets und mit diversem, teils essentiellem (oktavkappen!), teils unnötigem (alles andere!) zubehör zu kaufen gibt und die man praktisch überall, vorzugsweise an den härteren stellen des eigenen körpers, anhauen kann, um ihnen töne zu entlocken.
boomwhackers® haftet ein bißchen die aura der pseudocoolen und verkrampft alternativen musikerziehung an, und das nicht zu unrecht. wenn man sich die
website anschaut, bekommt man leicht das gefühl, es handle sich um technisch nicht sonderlich aufregende (hey, es sind farbige plastikröhrln!), geldbeschaffungstechnisch aber höchst flexible und erfolgreiche produkte. der markt ist tatsächlich voll mit (qualitativ) billigen und einem gewissen musikalischen anspruch unzumutbaren, aber (finanziell) teuren arrangements, songbooks und sonstigen zusatzmaterialien.
was mich dennoch bewogen hat, mir eine grundlegende ausstattung an boomwhackers® (zwei diatonische sets, die chromatische erweiterung, die erweiterung in die höhe und je ein diatonisches und chromatisches bassset sowie eine packung oktavkappen) zuzulegen, ist ihre versteckte, aber tatsächlich vorhandene coolness und ihre vielseitigkeit.
boomwhackers® kann man einerseits jedem in die hand geben, und jeder bringt irgendwas brauchbares raus, ohne angst zu haben, daß sie bei normalem gebrauch kaputtgehen. andererseits sind boomwhackers® aber auch halbwegs ernstzunehmende musikinstrumente, die man einigermaßen beherrschen muß, um wirklich schöne töne rauszukriegen. sie reagieren sehr sensibel auf die richtige haltung, schlagposition und - kraft, und sind daher nicht nur geeignet, die drei wichtigsten aspekte der musik (rhyhtmus, melodie und harmonie) zu vermitteln, sondern animieren auch zum exakten und kontrollierten spielen.
wenn man sich das durchliest, müßte man annehmen, daß boomwhackers® in jeder schule zu finden sind (sie kosten sicher weniger als andere orff-instrumente und sind wesentlich spannender und vielseitiger einsätzbar), tatsächlich ist dem aber nicht mal ansatzweise so. vorletzte woche, als ich einige meiner ehemaligen studienkollegInnen und weitere sehr nette musiklehrerInnen bei einer lustigen veranstaltung im stadtschulrat treffen durfte, konnte ich mich davon überzeugen, daß jeder schon mal von boomwhackers® gehört hat und sie aus offizieller sicht auch zum empfehlenswerten unterrichtsmaterial gehören, daß aber praktisch keine schule sie besitzt.
ich habe meine jedenfalls ein bißchen für meine zwecke selektiert und den relevanten teil (vier pentatonische 6ergruppen) in die schule mitgenommen. sie sind ganz gut angekommen, selbst die ewigen nörgler finden etwas cooles daran, und ihre laserschwertartigkeit hat mir den beinamen 'darth vader' eingebracht (so ein zufall, könnten jetzt meine coachinglehrgangskollegInnen sagen). obwohl der allgemeine kanon eher dahin geht, die boomwhackers® zum gemeinsamen musizieren aus mehr oder weniger uninteressant und kostenungünstig aufbereitetem notenmaterial zu verwenden, setze ich sie bisher fast ausschließlich für gruppenimprovisationen, intervallspiele und erste schritte richtung komposition ein.
das erschöpft ihren gebrauchsspektrum aber bei weitem nicht. nebst bisher nicht sonderlich konkreten gedanken, wie ich sie zb. in kommunikations- und gruppendynamiktrainings verwenden könnte (dazu gibt es vermutlich auch einiges an teurer und unbrauchbarer literatur), sind sie natürlich auch zum tatsächlich ernstzunehmenden musizieren einsetzbar. zwar ist die mikrophonierung nicht ganz einfach, und man kann mit müh und not höchstens vier boomwhackers® gleichzeitig in den händen halten, aber für bestimmte zwecke sind sie durchaus angebracht. beispielsweise gab es beim letzten
pflichttermin, bei dem ich musikalisch so schon recht vielseitig tätig war, die gelegenheit, bei der letzten zugabe zwei nette menschen aus dem publikum (die ironischerweise schon vorher, zum teil vermutlich ohne ihr wissen, eine große rolle fürs konzert gespielt haben) aktiv einzubinden, indem sie den grundrhythmus des songs boomwhacker®n durften. und bei diversen zukünftigen unplugged-auftritten werde ich sicher wege finden, die boomwhackers® zum einsatz zu bringen.
ein sehr schöner kommunikativer aspekt kommt natürlich noch hinzu. die boomwhackers® sind knallbunt und (bis auf die ganz hohen) deutlich sichtbar, sofern man sie nicht extra irgendwo einwickelt. als ich sie das erste mal öffentlich transportieren mußte, habe ich selbiges zwar kurz erwogen, mich aber dann ihrer und damit auch meiner auffälligkeit gestellt, und das war auch gut so, denn die resonanz bleibt nicht aus. lehrerkollegInnen fragen mich im lehrerzimmer, was das eigentlich sei und was man damit anstellen könne, schülerinnen der 4C schreien durch die S-bahn-station rennweg: "der herr professof bárány! heute dürfen wir uns wieder schlagen!", und fremde sprechen mich in diversen öffentlichen verkehrsmitteln schüchtern an, ob boomwhackers® denn so eine art didgeridoo sind.
ohne werbung machen zu wollen: falls jemand zufällig musik unterrichtet, aktiv und gerne auch ein bißchen spontan musiziert, kommunikations- und gruppendynamiktrainings abhält oder einfach nur frauen in der straßenbahn kennenlernen möchte, kann ruhig ein bißchen geld in boomwhackers® investieren. sollte sich jemand mal ein bißchen mit ihnen auseinander- oder mit mir diesbezüglich zusammensetzen wollen, bitte einfach melden.
Tuesday, 24. July 2007, 15:30:08
intervalle, mando diao, versetzungszeichen, beatles
...
so, nach fast einem jahr nun irgendwie zurück zum anfang. immerhin war dieser blog ursprünglich dazu gedacht, die musiktheorie ein bißchen durchsichtiger zu machen. ob das geklappt hat, müßten schon meine leser sagen, ich habe jedenfalls nicht das gefühl, daß sich hier wahnsinnig viele einen tieferen einblick in die geheimnisse der musiktheorie verschafft haben.
da ich aber beruflich (und berufunglich) unter anderem mit der vermittlung von musiktheorie zu tun habe, höre ich nicht auf, mir neue mittel und wege dazu auszudenken. und vor kurzem habe ich mir gedacht, daß ich mit einfachen, kurzen und knappen lehrvideos auf youtube auch ein paar leute erreichen könnte. also habe ich mal die ersten zwei folgen zusammengeschustert und stelle sie hier zur diskussion frei.
man beachte die hohe graphische und animationsqualität nebst hervorragendem ton natürlich. leider hat sich das kuhlophon im produktionsprozeß als ungeeignet erwiesen, aber stattdessen konnte ich das von meinen nachbarn zu meinem geburtstag erhaltene
glockenspiel als instrument verpflichten.
nachdem ich schon erste beschwerden erhalten habe, daß ich mich (zumindest in der ersten lektion) total schlaftablettig artikuliere, möchte ich in absehbarer zeit nach der rückkehr aus zentralasien eine neue, verbesserte und eventuell von meiner wesentlich besseren hälfte gesprochene version dieser ersten beiden lektionen online stellen. dafür brauche ich aber alle verbesserungsvorschläge, die ihr mir bis dahin machen könnt. also bitte einfach und schonungslos drauf loskritisieren und -fragen. ok?
für besonders enthusiastische musikliebhaber gibt es wieder ein rätsel (ich tippe auf die germanistin als gewinnerin, aber mal sehen). welche musikstücke hört ihr während des intros von lektion 1? es sind leider auch sehr viele im mischmasch, die man nicht raushört, aber einige sind zeitweise sehr prominent erkennbar.
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