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ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

Posts tagged with "rätsel"

digital natives

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in letzter zeit hört man immer wieder von einem bereits 2001 erfundenen begriff für die generationen, die mit den digitalen medien aufgewachsen sind und sich daher mit bzw. in ihnen zuhause fühlen (sollen). nach der ursprünglichen definition beginnt man die digital natives so ab geburtsjahrgang 1980 zu zählen, und da ich aus einer informatikerfamilie komme und schon relativ früh kontakt mit computern hatte, würde ich mich hier durchaus dazuzählen.

in dem sinne allerdings, in dem der begriff in den österreichischen medien verwendet wird, wären in erster linie eher meine schüler digital natives, weil sie wirklich von klein auf kontakt mit computern, internet, mp3, mobiltelefonie und sowas hatten. und ich muß sagen, das ist wirklich eine andere generation, zu der ich mich sicher nicht zugehörig fühle.

auf dem papier zeichnen sich digital natives unter anderem dadurch aus, daß sie sich wie selbstverständlich auf dem schlüpfrigen parkett der digitalen medien bewegen, vernetzt agieren, den direkten informationszugriff schätzen und exzessiv verwenden, informationen schneller verarbeiten und sowas. und auf dem papier klingt das auch richtig toll.

ich weiß nicht ganz genau, woran es liegt, aber offenbar habe ich es tagtäglich mit einer ganz und gar unrepräsentativen gruppe angeblicher digital natives zu tun. ich werde sie nicht namentlich erwähnen, aber ich vermute, daß einige von ihnen digital naiv genug sind, um sich hier in dem einen oder anderen kommentar zu outen.

erstens gibt es die besonders coolen schüler, die auf ihrem nigelnagelhyperneuen mac mitschreiben, wenn es der lehrer erlaubt (wenn er es nicht erlaubt, schreiben sie demonstativ nicht mit, weil sie nix analoges mithaben). das wäre ja an sich nix schlimmes, solange sie nicht, wenn der laptop dann mal den geist aufgibt (was bei nigelnagelhyperneuen rechnern eigentlich seltener passieren sollte als es passiert), komplett aufgeschmissen wären, sprich mitschriften-, hausübungs- und ahnungslos. oder wenn sie ein stundenprotokoll zwar gemacht, aber nicht ausgedruckt haben, weil der drucker nicht geht. auf die idee, daß sie es dann auch mailen könnten, kommen nur die wenigsten.

daß die digitale umwelt auch tatsächliche vernetzung über MSN hinaus erlaubt, ist auch nicht selbstverständlich. ich wurde letztens gebeten, besagte stundenprotokolle, die in einer öffentlich zugänglichen mappe rumstehen und jederzeit zum kopieren von mir verborgt werden würden, doch gleich pauschal immer für alle herumzukopieren, damit niemand außer dem jeweiligen protokollanten mitschreiben muß. daß ein protokoll nicht immer alles enthält, was für den einen oder anderen, der selbst mitschreibt, festhaltenswert wäre (ich schau zwar immer grob drüber, ob das wichtigste eh drinsteht, aber es gibt ja auch noch in der 8. klasse schülerInnen, die sich zur sicherheit die reihenfolge der töne notieren, wenn wir sie wiederholen), ist dabei ebensowenig eine überlegung wert, wie das übliche schicksal der zetteln, die ich kopiere und nach der stunde wieder vom boden einsammle. aber daß sie sich gegenseitig die stundenprotokolle einfach mailen könnten, ist offenbar komplett außerhalb der weltsicht meiner digitalen nativlinge.

alte menschen wie ich mußten mühsam lernen, dokumente, an denen wir gearbeitet haben, immer wieder zu speichern (und vielleicht auch backups zu machen). ich gehöre wohl zu den wenigen, die das glück hatten, nie eine längere ungespeicherte arbeit verloren zu haben, und auch meine größtenteils ungebackupte festplatte hat sich noch nie verabschiedet (ich hab mir gerade dreimal über die schulter gespuckt und etliche holzgegenstände zerklopft). aber ich kann mit stolz behaupten: wir haben es gelernt! und dabei auch festgestellt, daß die meisten programme zumindest nach einstellung diverser hebel und schrauben durchaus auch bereit und in der lage sind, in regelmäßigen abständen selbst zu speichern.

wenn ich allerdings einen absolut rohen CD-rohling bekomme, auf der sich idealerweise ein selbst bearbeitetes MP3 befinden soll, und zwar mit der erklärung, das programm sei abgestürzt, als die bereits vier stunden lang bearbeitete und bis dahin ungespeicherte datei sich nicht direkt auf der CD speichern ließ, wundere ich mich schon. wenn auf der CD statt MP3 nur ein bloßes audacity-projekt ohne die notwendigen datenordner drauf ist, sage ich ja gar nichts, aber komplett leer? hallo?

sehr schön finde ich auch die ausrede, ein auf papier abgegebenes, nicht ganz meinen wünschen und vorstellungen entsprechendes und daher zurückgegebenes dokument eine woche später unverändert wiederzubekommen, weil die originaldatei bereits gelöscht worden ist, weil "ich geglaubt hab, ich brauchs eh nimma". in diesem speziellen fall wäre zumindest der drucker vermutlich funktionstüchtig gewesen, aber wenn die sonstige statistik stimmt, ist auf dem druckersektor technisch sowieso einiges faul.

heute habe ich eine wunderbare mail bekommen, in der der admin eines klassenforums die (übrigens zu etwa 50% neue und daher auf diesem gebiet unwissende) klasse einlädt, das erneuerte forum bitte zu nutzen. ich bin gespannt, wann die URL nachkommt.

auch die schnelle informationsverarbeitung aus der digital-natives-legende muß ein mißverständnis sein. wenn damit gemeint ist, daß es schnell geht, information vom bildschirm auf ein ausgedrucktes blatt zu verarbeiten, dann bin ich, sofern die druckermafia mitspielt, tatsächlich beeindruckt. allerdings passiert es dabei äußerst selten, daß auf den solchermaßen erstellen handouts, hausübungen usw. nicht noch das impressum der jeweiligen seiten, irgendwelche weiterführenden links und sowas zu finden sind. daß die kinder ihre eignenen texte vorlesen können oder gar verstehen, ist trotz all meiner bemühungen bloßes wunschdenken.

das sind allerdings alles ausnahmesituationen, da könnte ich doch glatt drüber hinwegsehen. es gibt aber eine sache, die ich nie verstehen werde.

es sitzen in einer durchschnittlichen klasse inzwischen gut 3-4 kinder mit iphone und etliche andere mit anderen internettauglichen gerätschaften. sie dürfen sie laut hausordnung normalerweise nicht verwenden, was sie allerdings nicht davon abhält, es zu tun, und ich habe gelernt, das zum vorteil aller zu nutzen. letztens haben wir zum beispiel das seikilos-lied auf youtube gesucht und abgespielt, weil ich mein handy mit dem MP3 im lehrerzimmer vergessen habe, und auch beim lustigen musikgeschichtespiel war es sehr praktisch, als es um die geburtsdaten von michael jackson und madonna ging. so gesehen finde ich es echt toll, daß die kinder heutzutage ihre ausgelagerte intelligenz einfach so mitnehmen können.

dann wiederum stehe ich oft vor fragen, die a) mit dem stoff oder meinem fach überhaupt nichts zu tun haben, b) mit meiner person überhaupt nichts zu tun haben und c) durch einfaches googlen oder wikipedieren innerhalb weniger sekunden zu beantworten wären, was, wie ich gerade ausgeführt habe, technisch ohne weiteres möglich wäre. und ich blicke dann in die verständnislosen augen von zig digitalen eingeborenen, die mich ansehen, als wäre ich von einem anderen planeten, wenn ich vorschlage, in dieser frage doch einfach das internet zu bemühen.

ich sehe, wie die theorie, also durchaus eine tatsächliche kluft zwischen meiner generation und der heutigen AHS-schülerInnenschaft. wer allerdings sich intelligenter in der welt der digitalen medien bewegt, wer informationen schneller verarbeiten kann, wer vernetzt agiert, darin gehe ich wohl nicht mit der theorie konform.

gestern habe ich allerdings etwas gefunden, was für mich erklärt, wieso die kinder der 90er (und damit meine ich jene, die tatsächlich in den 90ern geboren wurden) sich auf facbook so wohl fühlen. ich habe ein paar gegenüberstellungen gemacht mit kinderbüchern aus den spätern 90ern, man beachte die inhaltliche und farblich-typographische übereinstimmung:



neue videos

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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.

man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.

meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...

ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:



außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.

die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.

gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!

hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.

die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.

zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.

die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.

making the band: the sequel

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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.

STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.

der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.

praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.

die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.

um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.

es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.

wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.

außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.

jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.

und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.

ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!

hüdlihü und die uncoolnessblase

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vor einer weile, schätzungsweise in den 70ern, gab es in salzburg einen offizier namens wutschnik (-ig, -igg, whatever). so lautet zumindest die legende, die ich von der ex meines zaubernden schwagers (nix mehr mit in spe) gehört habe. und aus irgendeinem grund, der mir mitsamt des rests der legende entfallen ist, soll man, wenn jemand niest, statt "gesundheit" eben "wutschnik" sagen. so ohne pointe ist das nicht sehr lustig, aber man kann es ja trotzdem tun. was meine nunmehr offiziell besser hälfte (nicht offiziell besser, aber offiziell hälfte) und ich seit jahren praktizieren, leider ohne besondere ansteckungsergebnisse.

so ist es mit memen. sie können sich verbreiten, müssen aber nicht. besonders wenn ich an der sache beteiligt bin, sind meme eher lahm. was wir schon daran sehen können, daß nicht nur niemand außer uns in absehbarer zeit wutschnik sagen wird, sondern auch daß hüdlihü trotz dieses posts keine besondere verbreitung erfahren wird.

gestern auf der heimfahrt von podersdorf durfte ich einer jungen dame im zug zuhören, die ihren freundinnen ziemlich laut erklärt hat, daß hüdlihü ein von ihr erfundenes wort für die runde schachtel von eckerlkäse ist. für mich war eckerlkäse auch ein neues wort, aber es ist eigentlich ein sehr gutes wort für etwas, wofür ich sonst keinen namen kannte ["Gehandelt wird Schmelzkäse häufig in Form kleiner dreieckiger Scheibensegmente (streichfähig) in Alufolie", so wikipedia deutlich weniger effizient]. jedenfalls sagte sie, sie hätte hüdlihü schon allen erasmus-studenten in schweden eingetrichtert, und daß es jetzt die heilige pflicht ihrer freundinnen sei, das mem auch hierzulande zu verbreiten.

meine heilige pflicht ist es nicht, aber mein vergnügen (wird eh nix helfen). jedenfalls gibt es zur zeit zu hüdlihü nur einen google-treffer, bei dem es um alles andere als eckerlkäse geht, und nicht mal eine studivz-gruppe, was man von erasmus-studenten durchaus erwarten könnte. das heißt, ab morgen bin ich der erste google-treffer. yeah!

was leider an der coolness des mems nichts ändern wird. wie schon oben ausgeführt, bin ich ein absoluter coolness-killer. nicht nur was meme angeht, leider. zum beispiel ist studivz uncool geworden, nachdem ich mich angemeldet habe, und facebook steht (leider, denn es ist im gegensatz zu anderen networking-sites eine wirklich elegante, durchdachte, funktionierende und praktische sache) in kürze das gleiche bevor. ich bin sicher, sogar pflichttermin würde sofort einen drummer und einen bassisten finden, wenn ich aufhören würde (wir suchen schon seit einem guten jahr, ganz nebenbei).

coolness killen funktioniert sogar live. neulich in podersdorf (15 € eintritt, damit man 5,50 für ein "hühnerkebab", sprich fladenbrot mit gebratenen hendlstücken, die noch nie einen spieß gesehen haben, und currysauce, die am nächsten tag durchfall erzeugt, zahlen darf) ging so eine schöne uncoolnessblase mit mir durch die menge. wobei sich mir die coolness von so einer veranstaltung auch nicht ganz erschließt, besonders wenn die wuzzeltische absolut unter jeder kritik sind.

das schöne an der uncoolnessblase ist, daß man selbst sowie jeder, der sich darin befindet, die geschehnisse um einen herum total uncool finden darf. so fanden wir zb. thomas d. ein bißchen uncool (oder einfach nur nicht cool genug), und aloha from hell sogar so uncool, daß bodi und ich die ganze zeit das gleiche nirvana-lied zu ihren eher mäßig unterschiedlichen songs singen mußten. wir fanden es auch uncool, daß sabine bauchweh hatte. und im nachhinein finde ich äußerst uncool, daß ich julchen dort nicht gesehen habe und daß bei ihr zur selben zeit eingebrochen wurde.

eigentlich wäre hüdlihü ja ein schönes wort für die uncoolnessblase, wenn es nicht schon eine andere bedeutung hätte. und runde eckerlkäseschachteln haben bis auf die form wenig mit der uncoolnessblase gemein. zumindest bisher... wer weiß, vielleicht wird eckerlkäse ja jetzt uncool...?

kommunikationsproblem

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langsam nervt mich die ganze lehrerdebatte. nicht nur weil fast jeden tag darüber berichtet wird, daß noch immer nix weitergegangen ist, sondern weil es in meinen augen absolut billig wäre, daß was weitergeht. ich halte das ganze für ein großes und ziemlich ungeschicktes kommunikationsproblem von beiden seiten.

die frau ministerin hats vermasselt, als sie damals noch im februar so mir nichts dir nichts verlautbart hat, daß wir lehrer ab nun zwei stunden länger in der klasse stehen sollen. keine frage, in dieser form ist das schwachsinn. seither macht sie lauter zugeständnisankündigungen, die aber am ausgangsproblem scheinbar nicht wirklich was ändern.

gleichzeitig bin ich der meinung, daß das, was sie will, in wirklichkeit eine super sache ist. im wesentlichen geht es ja darum: flächendeckend kleinere klassen, zum teil durch zwei lehrer betreut, das bedeutet weniger vor- und nachbereitungsaufwand (zumindest in der theorie, in der praxis ist es vermutlich wesentlich aufwendiger, erst mal zwei lehrer zu koordinieren und abzustimmen, als allein eine stunde vorzubereiten), weniger korrekturen, weniger disziplinierung und so weiter, also all das, was wir uns wünschen. gleichzeitig haben wir dann zeit, zwei stunden mehr in der klasse zu stehen. so gesehen wird ohne weiteres ein schuh daraus.

wie gesagt, sie hat es einfach wahnsinig schlecht verkauft, daran braucht man gar nicht zu rütteln. doof. hätte sie ihr make-up-budget einem coach oder kommunikationsprofi zukommen lassen, würde sie jetzt auch ohne schminke wesentlich besser aussehen.

die lehrergewerkschaft hingegen nimmt mir die lust an der ganzen debatte, indem sie jede aussage der frau ministerin äußerst polemisch in der luft zerreißt. bei uns im lehrerzimmer hängen immer wieder gewerkschaftsinformationen, die zum teil schon in ihrer aufmachung wenig niveau versprechen. soll nicht bedeuten, daß die gewerkschaft keine gute arbeit macht, im gegenteil, gerade der kleine lehrer von der straße wird ganz gut vertreten, aber diese art der manipulation führt dann genau dazu, daß die fronten total verhärtet sind und wir auf einen streik, einen öffentlichen aufschrei und erst recht auf die ungewollte mehrarbeit (in dieser form wäre sie ja definitiv mehr arbeit) zusteuern. über die rolle der ÖVP, die nach meinung mancher im hintergrund die fäden zieht, will ich hier gar nicht erst spekulieren.

ich verstehe nicht, wieso in politischen diskussionen kein mediator oder verhandlungsfachmann hinzugezogen wird. das allseits bekannte und beliebte harvard-konzept (eine verhandlungsmethode, die auf win-win-situationen abzielt) besagt ja, man solle keine positionen, sondern interessen vertreten. im moment werden positionen diskutiert, von denen keine partei auch nur einen millimeter abrücken will, und dabei bin ich sicher, daß die interessen aller akteure (ministerium, lehrer, eltern, schüler) in wesentlichen punkten absolut deckungsgleich sein könnten. jetzt sitzen also nur leute, die von der materie selbst nur jeweils einseitig, wenn überhaupt eine ahnung haben (wann hat die frau ministerin mal auch nur eine woche in einem lehrerzimmer gearbeitet? und wann haben die damen und herren gewerkschafter ein unternehmen geleitet?), am verhandlungstisch, aber niemand, der sich mit verhandlungen oder entscheidungsprozessen auskennt. eigentlich würde ja wahrscheinlich schon ein drittklassiger workshopmoderator mit einem kleinen koffer voller gelber kärtchen reichen. und klebepunkten, ganz wichtig.

dabei liegt die lösung, wie oben beschrieben, auf der hand. wenn jemand sagen würde, ab september gäbe es aufgrund struktureller veränderungen weniger verwaltungsaufwand, und man könnte die frei gewordene zeit als zweitlehrer nutzen oder neue, kleinere gruppen übernehmen, hätte sich jeder mit handkuß bedankt. es würde nicht mal wirklich was kosten. das einzige problem wäre dann ein räumliches, und dem kann man auch recht einfach begegnen. es wäre ja nicht ganz aus der luft gegriffen, wenn zb. oberstufen nicht ab 8 uhr, sondern erst ab 10 unterricht hätten, dafür aber am nachmittag länger. das raumproblem wäre wesentlich geringer, und die schulen würden nicht den halben tag weitgehend leerstehen. und durch geschickte fächeraufteilung und stundenplanung müßte auch nicht unbedingt jeder lehrer durchgehend in der schule sitzen (was manche so auch schon tun müssen).

die lehrerzimmerproblematik bleibt zugegeben erhalten, wobei es da auch diverse lösungsmöglichkeiten gäbe. wir haben letztes jahr vorgeschlagen, ablage- und arbeitsplatz voneinander zu trennen, was im wesentlichen auch dem modell entspricht, das die frau ministerin ins spiel gebracht hat. im moment kann sowieso niemand auf seinem tisch arbeiten, weil dort lauter sachen liegen (meine liebe kollegin und lehrerzimmernachbarin frau prof. a. legt zb. ihre halben sachen auf meinen tisch, weil ich dort meistens nicht viel rumliegen hab... meistens...). würden die sachen in einem regal liegen, und hätte nicht jeder lehrer einen fixen tisch, könnte jeder, der gerade möchte oder muß, an größeren arbeitsinseln arbeiten, ohne irgendwem in die quere zu kommen. im gegensatz zu büroarbeitsplätzen sitzen wir nämlich nicht den ganzen tag am schreibtisch, das will sicher auch keiner, somit hinken ja alle vergleiche in diese richtung.

man sieht, es bräuchte nicht viel geld, nur ein bißchen kreativität und flexibilität, um strukturell einiges zu bewegen und alle betroffenen zufriedenzustellen. verhärtete positionen führen aber zu konflikten und entweder zu politischem stillstand, was auf dem bildungssektor leider tödlich wäre, oder zu kleinen, erzwungenen kosmetischen reförmchen, was nicht unbedingt besser ist.

so oder so, ich sehe ein wesentlich größeres problem auf uns zukommen, als dies irgendwelche strukturellen fragen je sein könnten. die eltern nämlich. es gibt einige tolle eltern, ich kenne selbst ein paar, nur sind das meist diejenigen, deren kinder auch in ordnung sind. es gibt aber auch die anderen, die aus welchen gründen auch immer ihre kinder auf die welt gebracht haben und sie nun zur erziehung bei uns abgeben. selbst ohne ganztagsschule wird diese einstellung immer stärker, und ich bin mir fast sicher, daß die lustigen 15-jährigen, die bei ihrem ersten sex schwanger werden, es in zehn jahren auch nicht viel anders machen können.

wir haben also plötzlich eine partei in der schule, die forderungen stellt und selbst kaum bereit ist, irgendwas zu leisten. wir haben immer mehr eltern, die ungefragt und unerlaubt in der klasse auftauchen, ihrem kind am gang auflauern oder lehrer weit außerhalb ihrer sprechstunden, zum teil sogar privat, belästigen, gleichzeitig aber nicht schaffen, täglich eine halbe stunde mit dem kind zu verbringen, mal nach der schule zu fragen oder gar hausübungen kurz durchzuschauen. und das sind die selben, die die klappe am weitesten aufreißen, über die schule und die lehrer schimpfen und sie bei höheren instanzen grundlos anschwärzen.

ich habe das glück, daß meine qualifikationen es erlauben, ja sogar nahelegen, der schule irgendwann, wenn es mir reicht, ganz den rücken zu kehren, und für gutes geld den menschen all das beizubringen, was sie eigentlich in einer halbwegs brauchbaren schule bzw. in einem halbwegs brauchbaren elternhaus gratis und ohne aufwand lernen hätten können. der einzige nachteil daran ist, daß ich dabei eine krawatte tragen sollte, um seriös zu wirken. aber nachdem ich in ein paar jahren auch kinder in die schule schicken möchte, liegt es doppelt in meinem interesse, daß da was weitergeht, und zwar in die richtige richtung. und eigentlich sollte das im interesse aller sein.

petras gastkommentar über lehrermehrstunden

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ich habe am wochenende mit dem gedanken gespielt, einen eintrag über die geplanten mehrstunden für lehrer zu schreiben. das thema ist ja in aller munde, und kaum einer hat wirklich eine ahnung davon (leider, wie ich finde). allerdings bin ich am wochenende nicht dazugekommen, und daher hats mich besonders gefreut, daß ich per mail den text einer ehemaligen studienkollegin bekommen habe. ich hätte manches anders geschrieben, aber im großen und ganzen sind wir natürlich auf einer ähnlichen linie. sie hat mir die erlaubnis gegeben, ihren text hier abzudrucken. manches werde ich per fußnote aus meiner sicht hinzufügen. los gehts!

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Liebe alle!

Sicherlich habt ihr alle die derzeit laufende Diskussion über die Pläne unserer lieben Frau Bundesministerin verfolgt, die Unterrichtszeit der Lehrer um 2 Stunden pro Woche zu erhöhen, freilich bei gleichbleibendem Gehalt.
Ich schreibe dieses mail aus dem Grund, weil mich diese öffentliche Diskussion wahnsinnig aufregt, da ich immer mehr den Eindruck bekomme, dass das Bild von uns LehrerInnen in der Gesellschaft ein unglaublich verzerrtes ist. Der Tenor der Bevölkerung ist nämlich nicht, so wie ein denkender informierter Mensch meinen würde, ein unglaublicher Aufschrei ob dieser geplanten Maßnahme und neuerlichen Attacke auf unser Bildungssystem, sondern mehr oder weniger offen geäußerte Zustimmung nach dem Motto "Endlich sollen die mit ihrem Halbtagsjob auch mal was hackeln."
Ich möchte hiermit einige Dinge klarstellen, von denen ich nach wiederholten Erfahrungen in Gesprächen mit Außenstehenden (Eltern, Angehörigen anderer Berufsgruppen) weiß, dass sie der Öffentlichkeit einfach nicht bewusst sind oder sich niemand die Mühe macht, darüber nachzudenken.
Erstens: 2 Stunden mehr unterrichten heißt nicht 2 Stunden mehr arbeiten. Es heißt diese Stunden auch vor- und nachbereiten (=: sich ein pädagogisches Konzept machen, wie man was wann am besten rüberbringt = nachdenken. Dann dazu Material suchen = im Internet, Lehrbüchern, Journalen.... recherchieren. Dann das Ganze aufbereiten = selber ausarbeiten, möglichst noch in ein "Offenes Lernen"-Konzept verpackt = Arbeitsblätter+Lösungsblätter machen,...); das ist aber noch nicht alles, weil das Zeug, das man vorbereitet hat, muss man dann auch noch kopieren / folieren / zusammenschnipseln... Ergo: 2 Stunden mehr unterrichten heißt 4 Stunden mehr arbeiten. Da ist aber noch nicht eingerechnet, dass man mitunter Schularbeiten und Tests macht, Hausübungen verbessert oder gar einen Lehrausgang organisiert. (Von erzieherischer und/oder Betreuungsarbeit wie Streitereien der SchülerInnen schlichten oder Elterngespäche führen, ganz abgesehen.) Natürlich gibt's Schulbücher, die einem einen Großteil der Arbeit abnehmen, aber der gute alte Frontalunterricht (= Buch aufschlagen, vorlesen, Buch zumachen, gehen) ist doch nicht, was wir alle wollen, oder? Weiters: eine Stunde unterrichten ist nicht wie eine Stunde im Büro sitzen. Unterrichten heißt, 50 Minuten ohne Pause ständig konzentriert sein und dabei 20-30 Leute im Auge behalten. Vielleicht ist es so wie als Anwalt verhandeln oder als Arzt operieren (ich sage vielleicht, denn mir ist bewusst, von wessen Arbeit ich eine Ahnung habe und von wessen nicht). Und das mitunter 6 Stunden durchgehend - wenn ich von 8h bis halb zwei ohne Freistunde dazwischen unterrichte, komme ich, man verzeihe die Ausdrucksweise, mitunter nicht mal zum Sch... (und wir wissen alle, wie ungesund das ist). Nach so einem Schultag gehe ich nach Hause und muss erst mal eine Stunde schlafen, um dann die Arbeit von s.o. erledigen zu können.
Zweitens: Es ist ein Humbug, groß zu verkünden, diese Maßnahme gehe nicht auf Kosten der SchülerInnen. Wer, glaubt ihr, zahlt denn drauf, wenn für Vorbereitungen, Projektarbeit oder auch das bloße Korrigieren von Übungszetteln zwei Stunden pro Woche weniger Zeit ist? Die Kinder wird's natürlich vorerst mal freuen, wenn es weniger kontrollierte Hausübungen gibt oder in Fächern, wo es nicht dringend vorgeschrieben ist, keine Tests mehr stattfinden. Dann sind auch die Eltern zufriedener, weil sich die Kinder weniger beklagen, und alle sind glücklich...In Summe bekommen wir aber freilich schlechter ausgebildete Kinder, wird also NATÜRLICH bei der Bildung unserer Kinder gespart und damit bei der Zukunft unseres Landes.
Elternvertreter in den Medien behaupten jedoch, endlich hätten die LehrerInnen mehr Zeit für ihre Kinder, weil sie länger bei ihnen in der Klasse sind. Das erklär mir mal einer: Zwei Stunden unterrichten heißt in meinem Fall, eine Klasse mehr in Musik, also statt 330 360 SchülerInnen. Mehr Zeit für die Kinder???????
Mich ärgert weiters die Aussage, die derzeit oft in diversen Zeitungen zu lesen ist, dass es nämlich den Lehrern nur um ihren eigenen Job ginge und nicht um die Bildung der Kinder, dass also pädagogische Interessen gar nicht diskutiert werden. Also, langsam, zum Mitdenken: Lehrer sind Lehrer geworden, weil sie Kindern etwas beibringen wollen. Verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen der Lehrer, verschlechtern sich also die Rahmenbedingungen, Kindern etwas beizubringen. Es verschlechtert sich also das, warum ich diesen Beruf ergriffen habe. Und das war jetzt nochmal was?.... Ganz klar, um die Kinder kann es hier wohl kaum gehen....
Drittens: Es ist zu hören und zu lesen, dass die Lehrer es mit Effizienzsteigerung, so wie das in der Privatwirtschaft gang und gäbe sei, locker schaffen würden, zwei Stunden weniger Vorbereitungszeit hereinzuarbeiten. Man wirft uns also implizit vor, ineffizient zu arbeiten (oder, wie die Frau Ministerin meinte, ob sie denn eine Gehaltseinbuße von 10% in Kauf nehmen würde - "Ich arbeite mit voller Kraft" - wir das nicht täten.) Erinnert euch an eure eigene Schulzeit und stellt euch einen Lehrer vor, der mit halber Kraft in eine pubertierende 5.Klasse hineingeht...Na? Erraten. Die lieben SchülerInnen tragen ihn auf den Händen wieder hinaus. Außerdem, auch wenn das jetzt hochnäsig klingt: Ich bin klug (IQ = 140). Ich bin konzentriert. Ich bin verdammt effizient bei allem, was ich tue. Schneller geht's nicht - außer man nimmt Qualitätsverluste in Kauf.
Es gibt eine Lehrerarbeitszeitstudie aus dem Jahr 2000, die zu 2/3 vom Ministerium (!) finanziert wurde. Es scheint, dass die Frau Ministerin diese nicht gelesen hat (vielleicht weil sie von der anderen Partei stammt?), in der belegt wird, dass LehrerInnen, legt man ihre wöchentliche Arbeitszeit auch auf die Ferien um, MEHR ALS 40 Stunden in der Woche arbeiten. Dies deshalb, weil es während des Schuljahres Wochen gibt, in denen aufgrund von s.o.(erstens) mehr als 50 Stunden gearbeitet wird.
Woher kommt also die Mär, wir LehrerInnen würden nix hackeln?
Mehrere Gründe fallen mir dazu ein: LehreInnen gehen, sobald sie nicht mehr unterrichten müssen, nach Hause. Was dort passiert, sieht keiner. Warum gehen wir nach Hause? Weil wir dort ARBEITEN KÖNNEN. Zuhause habe ich meinen (wohlgemerkt selbst erworbenen) Computer (in der Schule haben wir 5 Computer für 75 Lehrer1). Ich habe meine (wohlgemerkt selbst erworbenen) Materialien (Bücher, Zeitschriften, Tonträger) und vor allem, ich habe einen Schreibtisch. In der Schule habe ich einen "Arbeitsplatz", gegen den der Käfig einer Legebatteriehenne einem Luxusschloss gleichkommt. Ich kann nicht mal zwei Bücher nebeneinander hinlegen, ohne die des Kollegen nebenan runterzustoßen.
Ein weiterer Grund wäre wohl, dass es natürlich - wie in jedem anderen Job auch - Leute gibt, die einfach unfähig sind, diesen auszuüben. Die Crux der LehrerInnen ist jedoch, dass fast jeder in der Bevölkerung irgendwann mit so einem Mitglied unseres Berufsstandes in Kontakt gekommen ist - weil man im Laufe seiner (höheren) Schullaufbahn doch auf ungefähr 30 -40 Lehrerkontakte kommt. Nehmen wir im Vergleich dazu, sagen wir mal, einen Richter. Auch bei denen wird es wohl unfähige geben, doch merkt der Großteil der Bevölkerung davon halt nix, weil ja nicht jeder mal ein Verbrechen begeht oder anderweitig in einen Rechtsstreit verwickelt ist.
Außerdem: Jeder war mal in der Schule. Was dort passiert, ist nicht immer lustig, ganz einfach deshalb, weil arbeiten nicht immer lustig ist. Kinder werden in der Schule also mitunter zu etwas gezwungen, was in diesem Moment nicht ihr Primärbedürfnis ist. Und das in einem Alter, in dem sie von ihrer psychischen Entwicklung her noch gar nicht in der Lage sind, unangenehme Anweisungen (wie z.B. die Aufforderung, jetzt das Arbeitsblatt auszufüllen anstatt zu spielen) von der Person zu abstrahieren, die diese Anweisung gibt. Was bleibt, ist das Gefühl: der Lehrer ist jetzt zu mir gemein. Später, wenn Menschen über diese psychische Fähigkeit verfügen sollten, geht leider keiner mehr in die Schule, ist also niemand gezwungen, darüber nachzudenken, ob jetzt der Lehrer wirklich gemein war oder nicht. Es wird also dieses unreflektierte Gefühl ganz einfach als Urteil übernommen.
Dann machen Zeitungen Umfragen, ob die Forderung, Lehrer sollten mehr arbeiten (! was ja so nicht stimmt, siehe erstens!), gerechtfertigt sei, und heraus kommt eine Zustimmungsrate von 65%. Würde man eine Umfrage machen, ob, sagen wir, Billa-VerkäuferInnen, Zoodirektoren oder Bundesforstbedienstete 2 Stunden mehr arbeiten sollen, würde die Mehrheit der Menschen doch sagen: Was für eine absurde Frage, ich hab ja keine Ahnung, was die hackeln. Aber bei den Lehrern sind alle Experten, schließlich war doch jeder mal in der Schule und kennt sich daher aus...
Viertens: Die Frau Ministerin verlangt angesichts der schlechten Wirtschaftslage einen Solidaritätsbeitrag von uns LehrerInnen. Ich möchte eines klarstellen: Wenn es unserem Land tatsächlich so schlecht geht, dass eine nationale Kraftanstrengung erforderlich ist, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, bin ich die letzte, die dagegen ist. Aber dann verlange ich dieselbe Kraftanstrengung von allen, die der Staat zahlt, seien das jetzt Ärzte, Richter und Staatsanwälte, Finanzbeamte, Orchestermusiker, Verwaltungsbedienstete, Postler, Bundesforstbedienstete, Politiker oder AUA-Vorstände. Warum gerade wir Lehrer?
Dazu fallen mir wieder zwei Gründe ein: Erstens ist es populär, so etwas zu sagen. Und zweitens muss ja gerade im Bildungsministerium ein Schulversuch finanziert werden (ich rede von der Neuen Mittelschule), bei dem in Fächern wie Deutsch, Mathematik oder Englisch nicht ein, sondern zwei Lehrer in der Klasse sind. Das kostet also...mal zwei rechnen kann wohl jeder selbst. Aber, soweit ich weiß, wird der zweite Lehrer eh nur halb bezahlt. Außerdem - was wohl die meisten nicht wissen: Hauptschullehrer werden von den Ländern bezahlt, Lehrer der Mittelschule jedoch vom Bund. Und es sind fast ausschließlich Hauptschulen, die an diesem Schulversuch teilnehmen...Weiters braucht die Frau Bildungsministerin Geld für die versprochene Ganztagesbetreuung (selbst wenn man, so wie ich, für die Betreuung von 20 Kindern am Nachmittag pro Stunde netto € 6,25 bekommt, ist das ein Haufen Geld. Als ich mir das ausgerechnet hatte, wollte ich mit der Putzfrau tauschen, weil die putzt nämlich immer nur ein Klo gleichzeitig, das noch dazu auch nicht frech ist).
Ich möchte abschließend folgendes klarstellen: Ich mache eine verdammt harte Arbeit2. Und es ist eine verdammt wichtige Arbeit. Und: Ich mache sie gerne3. 90% meiner Kollegen machen sie auch gerne und arbeiten engagiert. Wir haben gerade wieder eine Kollegin mit 55 Jahren aufgrund von Burn-Out in die (natürlich schlecht bezahlte) Frühpension verloren. Ich beklage mich nicht darüber, dass meine Arbeit mitunter mühsam ist. Ich beklage mich nicht, dass ich dafür soviel bezahlt bekomme wie eine bessere Sekretärin (und die 57.000 Dollar Jahresverdienst, die die Kronenzeitung berichtet hat, soll mir diese Zeitung bitte auch bezahlen). Aber ich wünsche mir, dass meine Arbeitsbedingungen nicht verschlechtert werden, und ich wünsche mir, dass ich für meine Arbeit die Anerkennung bekomme, die ihr gebührt.
Und abschließend die Bemerkung einer Zwölfjährigen, als ich gestern mit einer 2.Klasse diese Problematik diskutiert habe und wir überlegt haben, was denn an der Schule nun so teuer ist und als ein Punkt die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung aufgetaucht ist: "Aber wir wollen doch gar nicht in der Schule von irgendwelchen Lehrern betreut werden. Wir wollen, dass unsere Eltern Zeit für uns haben."
Wer immer von euch Kinder hat: Sie brauchen eure Zeit. Sie brauchen gar nicht ständig immer eure volle Aufmerksamkeit. Aber sie brauchen eure Anwesenheit. Das kann niemand ersetzen. Und bitte geht mal zu den Lehrern eurer Kinder, auch wenn ihr denkt, da passt eh alles. Bedankt euch für ihre Arbeit. Es tut nämlich sonst keiner.

Liebe Grüße,
eine sehr verärgerte
Petra

P.S.: Wer bis zum Schluss durchgehalten hat - ihr könnt und sollt dieses mail bitte auch weiterschicken, an alle, die's interessiert, wie es wirklich ist. Und auch an alle, die's nicht interessiert.

P.P.S.: Wer es nicht weiß: Ich unterrichte Musik und Russisch an einem Gymnasium.

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1 wir haben 2. aber vielleicht sind wir ja auch keine 75, sondern nur um die 65 lehrer... muß ich direkt mal nachzählen.
2 ich auch!
3 ich auch!

blues [blu:s], der; -, - (dialektik und didaktik des ~)

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es ist eigentlich zufall, aber irgendwie doch nicht, jedenfalls passiert es immer wieder, daß ein unterrichtsthema in verschiedenen klassen und schulstufen, oft auch von ganz verschiedenen seiten kommend, mehr oder weniger gleichzeitig behandelt wird. ich mache meine jahresplanung sicher nicht extra danach, aber manchmal taucht etwas zeitnah in verschiedenen umgebungen auf und kumuliert dann aufgrund des betriebenen aufwandes und benötigten materials. letztes schuljahr waren es zum beispiel diverse mittelalterliche themen, wobei das in erster linie am mittelalter-schwepunkt lag, dieses jahr unter anderem der generalbass, und der nächste heiße kandidat ist haydn. im moment ist es jedoch der blues, und das paßt mal wieder auch auf anderen ebenen.

mir liegt der blues ziemlich am herzen, weil sich im wesentlichen die gesamte pop- und rockgeschichte auf irgendwelche spielarten dessen zurückführen läßt. die abstammung ist nicht immer ganz offensichtlich, aber gerade das ist ja so spannend daran. und faszinierend ist der blues allemal, weil er seit gut 100 jahren nach den selben einfachen prinzipien funktioniert und sein wesen beibehält, obwohl er sich sehr gut in verschiedene strömungen und moden integrieren kann.

eines dieser prinzipien ist das blues-schema, und das bedeutet, ich kann mal wieder ein wenig musiktheorie hineinstreuen, aber es wird nicht viel, versprochen. beeindruckend am blues-schema ist ihre einfachheit und ihr gleichzeitiges potential zur vielschichtigkeit. außerdem fällt es aus dem rahmen üblicherweise symmetrisch oder periodisch gebauter musikalischer formen, ohne daß das irgendwem unangenehm auffallen würde.

wie man weiß, hat das blues-schema drei zeilen, in deren erster sich fast nix, der zweiten nicht viel und der dritten dafür umso mehr tut. es kommt mit den drei hauptstufen aus und wäre daher eindeutig durbezogen und diatonisch, was allerdings durch andere elemente des blues verwischt wird. mit stufenbezeichnungen sieht es in der einfachsten üblichen form so aus:

I - I - I - I
IV - IV - I - I
V - IV - I - (V)

das ist noch nicht sonderlich spektakulär, und statistiker würden sofort anmerken, daß sieben der zwölf akkorde auf der ersten stufe stehen. die V. kommt überhaupt nur einmal, am anfang der dritten zeile, tatsächlich stilbildend zum tragen, am ende ist sie nämlich nur ein sogenanntes turnaround, also eine kadenz zur I. stufe des anfangs zurück, und kann auch weggelassen werden. aber gerade durch dieses statistische ungleichgewicht ist das funktionale gewicht der IV. und V. stufe umso höher, und irgendwie ist es beim blues nicht die I. stufe, die man herbeisehnt, sondern die anderen beiden.

die dreizeiligkeit wird in vielen (nicht allen) songs, die auf dem blues-schema basieren, textlich auf eine interessante art und weise unterstützt, indem die erste textzeile wiederholt wird (melodisch übrigens meistens auch). klassische bluestexte haben also nur zwei geschriebene textzeilen pro strophe, wobei die wiederholung in verbindung mit dem harmonieschema eine ganz andere wirkung hat.

man könnte fast sagen, der blues sei eine dialektische form. die erste zeile, durchgehend auf der I. stufe, ist sozusagen die these. die zweite bekommt allerdings durch den wechsel auf die IV. stufe eine ganz andere ausstrahlung, und zumindest ich nehme sie trotz der gleichbleibenden melodie und der wörtlichen wiederholung des textes ganz anders, nämlich als eine art antithese wahr. für mich ist der blues dadurch im hinblick auf die verschmelzung von musik und text bzw. auf die ausdeutung des textes durch die musik eine der intensivsten musikformen überhaupt.

die dritte zeile, in der zum ersten und zum letzten mal die V. (an dieser stelle ganz und gar nicht dominante!) stufe betreten wird, wirkt musikalisch wie meist auch textlich als synthese, pointe, schlußfolgerung oder wie man sie auch haben oder hören will. und ich glaube, daß diese klassische dreiteiligkeit dazu führt, daß man den blues als eine kompakte, geschlossene, logisch notwendige form hört - bzw. zumindest nicht als schief, assymetrisch oder sowas. die logiker unter uns könnten natürlich statt meinen dialektischen termini auch ihre eigenen nehmen und von prämissen und konklusion sprechen, das käme wohl auch hin.

soviel zur theorie. in der praxis ist es gar nicht so einfach, den blues rüberzubringen (vielleicht gilt hier: entweder man hat ihn oder auch nicht). es ist für schüler oft sehr witzig und interessant, die erfahrung zu machen, daß ihnen zu einem bloßen, von melodie und text befreitem instrumentalen blues-schema sofort zehn verschiedene lieder einfallen (und wenn nicht, brauche ich nur einige melodiefetzen anbieten), allerdings scheint sich das erwachte interesse sehr schnell wieder zu legen. das ist schade, weil meiner meinung nach das bißchen theoretischer einblick sehr viel zur faszination des blues beiträgt.

die praktische beschäftigung damit hat meiner bisherigen erfahrung nach auch noch nicht viel mehr interesse wecken können. es ist recht simpel, selbst mit einer supplierten zweiten klasse in einer einzigen stunde brauchbare blues-schemata zu erarbeiten, zumindest mit bass und schlagzeug, aber zum beispiel mein wahlpflichtfach weigert sich recht konsequent, ein bißchen weiter in die materie hineinzutauchen. dabei kommen sie nicht drum rum, weil von selber lernen sie nicht spielen, und die einfachste möglichkeit, mehrere lieder ohne mehraufwand zu lernen oder eine gute grundlage zum improvisieren zu haben, bietet nun mal der blues. da werden wir also noch einige wochen investieren.

gleichzeitig führt diese erfahrung nebst anderen bei mit zu einer klassischen blues-stimmung. irgendwie freuts mich im moment nicht so. dabei ist es gar nicht november. ich weiß nicht genau, wieso junge leute, die sich selbst als auf diesem gebiet wißbegierig bezeichnen, von mir erwarten, ihnen alles hinterherzutragen und ins hirn zu stopfen (bildlich gesprochen wohlgemerkt, bevor sich irgendwelche rechtlichen konsequenzen daraus ergeben sollten), ohne dabei ohren und augen aus eigener kraft aufzumachen. ich wüßte sehr gern, was ich anders machen soll, und bin für konstruktive vorschläge offen. aber wenns mir keinen spaß macht, müssen wir ja genau diese dinge gar nicht machen, das musikbuch bietet genügend andere themen, die ich gleichermaßen faszinierend finde.

homo bürokraticus

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sehr schöne sache. ich muß für die bundesrepublik österreich ein von der republik ungarn ausgestelltes schriftstück X produzieren, das beweisen soll, daß ich x bin (was das inhaltlich ist, ist unerheblich, und man kann es sich eh denken). nun, das vorhaben hat mich von anfang an etwas verstört, kann ich doch getrost davon ausgehen, daß die republik ungarn seit gut 20 jahren nicht wirklich was über mich weiß - schon gar nicht, ob ich x bin oder nicht.

im naiven glauben, ein reisepass und eine geburtsurkunde würden ausreichen, ging ich mit meinem reisepass und meiner nigelnagelneuen geburtsurkunde (eigentlich auszug aus dem geburtenbuch, aber das ist in ungarn das selbe) (nigelnagelneu deswegen, weil ich meine alte, sprich originale, schon länger nicht gesehen habe, obwohl ich an all den üblicherweise zu erwartenden stellen nachgeschaut habe) (sind solche doppel- bzw. jetzt sogar dreifachklammern überhaupt erlaubt? ich weiß, ich hätte es auch eleganter lösen können, indem ich die zweite gleich nach nigelnagelneu eingefügt hätte, aber jetzt ist es wohl zu spät.) zur botschaft. nach einer kurzen suche (sie hat sich versteckt! das letzte mal war sie noch woanders!) habe ich die botschaft, die konsularabteilung und eine gerade nicht beschäftigte ansprechpartnerin gefunden.

ich habe ihr mein anliegen vorgetragen, worauf sie mir mit einem müden lächeln die unmöglichkeit meines vorhabens mitteilte: das ganze geht natürlich nur in begleitung, also brauche ich es allein gar nicht erst versuchen. und außerdem reichen meine schriftstücke sicher nicht aus, aber das weiß sie nicht so genau, und ich soll bitte auf die zuständige dame warten.

nach einer ganzen weile kam dann eine andere, offenbar halb zuständige dame, die mir einen zettel, der die ganze zeit in reichweite des schalters und daher auch der ersten dame lag, unter die nase hielt, die eine wunderbar ausführliche liste aller erforderlichen schriftstücke enthielt. unter anderem würden sie all meine meldezettel seit meiner ankunft nach österreich vor 20 jahren brauchen, weiters diverse bestätigungen, die bestätigen, daß ich einen wohnsitz in ungarn habe, daß ich keinen wohnsitz in ungarn habe, daß ich mich erlaubterweise in österreich aufhalte (erlaubt nicht durch die bundesrepublik, denn das dürfte aus aufenthaltsgenehmigung und tonnen von meldezetteln ersichtlich sein, sondern durch die republik ungarn) und sowas.

ja, das habe ich mir auch schon gedacht: es ist mathematisch unmöglich, all diese schriftstücke vorzulegen, weil sie einander teilweise widersprechen. aber, das sagt mir mein gesunder menschenverstand, es würde vermutlich ausreichen, einfach meinen status mit tonnen von papier zu belegen, und es würde schon klappen. vermutlich deswegen, weil man es nie so genau weiß.

ich habe mir also diverse weiterführende unterlagen organisiert. eine besagt, daß ich in ungarn nicht mehr gemeldet bin (zumindest dort nicht, wo ich vorher gemeldet war, aber wo das war, mußte ich nicht nachweisen, also ist da schon eine potentielle lücke gegeben), eine andere ist die bestätigung, daß ich ungarn tatsächlich verlassen habe und nicht mehr dort wohne. redundant, würdet ihr sagen, aber das ist bei solchen dingen nie falsch.

mit wie ich dachte allen erforderlichen dokumenten ging ich wieder zur botschaft, einfach mal um zu fragen, ob ich denn nun wirklich alles habe. die selbe dame wie letztens schaute sich meine papiere mit hilfe der genannten liste an, sagte, daß sie glaube, es würde passen, aber ich soll mal auf die zuständige dame warten. die andere, halb zuständige, war auch in der nähe, fühlte sich aber diesmal offenbar ganz und gar unzuständig. also setzte ich mich hin.

in der knappen halben stunde (ich weiß, das ist für amtswege nicht sonderlich lang, aber dafür, daß ich nur fragen wollte, ob alles paßt, meiner meinung nach schon) habe ich bekanntschaft mit diversen persönlichen schicksalen und ihrem kampf gegen die bürokratie machen dürfen. aus datenschutzgründen und weil sie nacherzähl nicht halb so spektakulär sind wie in echt, werde ich sie nicht nacherzählen.

nach der halben stunde ging ich wieder zum schalter und drängelte mich frech vor. manche leute müssen ja arbeiten, und die schule wartet nicht, und meine unterlagen lagen direkt beim schalter, aber auf der innenseite. ich bat die dame, mir selbige wieder auszuhändigen oder einfach frech zur zuständigen dame vorzudringen und sie um begutachtung meiner dokumente bitten, was sie auch tat, wenngleich widerwillig.

die diagnose der expertin lautete: fast vollständig. ein schriftstück (dasjenige, das beweist, daß ich an meinem ehemaligen wohnsitz nicht mehr gemeldet bin) muß ich mir auch original schicken lassen, das war nur eine kopie (das sehe ich fast noch ein, selbst wenn es ob dieser redundanz nicht unbedingt notwendig wäre. amtspersonen haben eine natürlich abneigung gegen kopien, das verstehe ich.), und mein aktueller meldezettel ist ihnen zu alt. ich meine, hallo, meldezettel! hat jemand in österreich jemals was anderes gebraucht, um seinen meldestatus zu bestätigen? nein. wieso dann gerade für die ungarn? aber gut.

nächste station: bezirksamt brigittenau, meldedingsbums. da gab es dann auch so moderne errungenschaften wie nummern, und ich hatte sogar eine, die bald dran war. bald ist relativ, aber drei nummern lang warten ist durchaus im rahmen des erträglichen. da habe ich dann bei einer freundlichen und überraschend sympatischen dame mein bedürfnis nach einer meldebestätigung vorgebracht und mit einem amtlichen lichtbildausweis unterstrichen. sie fand meine daten im computer und begann sie umständlich per hand auf ein formular zu schreiben. ich saß daneben und sah ihr beim handschreiben zu.

als sie dann fertig war, mußte ich mit einem ausdruck (wo kam der denn plötzlich her?) zur kassa, um meine drei obulonen zu entrichten. drei nur deshalb, weil ich die bestätigung der ungarischen botschaft widmen (sonst 13,20 € zeugnisgebühr) und weil ich die dame den wisch selbst handschriftlich schreiben ließ (sonst 13,20 € antragsgebühr! offenbar ist das selber schreiben weniger aufwendig als das lesen meiner schrift). auf dem weg zur kassa im dritten stock sah ich einige schicksalsgenossen, die in bester asterix- und obelixmanier (asterix erobert rom, 1975) die stufen rauf- und runterhetzen mußten, von schalter zu schalter. ich mußte nur einmal hinauf und dann wieder runter (ich bin bei behördengängen schon sowas wie ein profi, bei mir klappt das meiste beim ersten versuch) und durfte dann sogar ganz ohne nummer wieder ins zimmer und meine meldebestätigung abholen, die in der zwischenzeit (etwa 2 minuten) auf wundersame weise aus dem drucker wuchs. das ganze hat nur ein handbeschriebenes und drei quasi identische, ca. zu je einem fünftel bedruckte A4-blätter verbraucht, natürlich exklusive der eigentlichen bestätigung.

jetzt muß ich nur noch auf mein original aus ungarn warten, und dann kann ich endlich mit meiner begleitperson zur botschaft, wo ich nur noch die zuständige dame zu gesicht bekommen muß. ich bin sicher, irgendwas wird ihr nicht passen, aber diesmal ist mir das egal. denn wie ich mitgekriegt habe, läuft es jetzt eh auf folgendes hinaus:

die republik ungarn kann nicht bestätigen, daß ich x bin. dazu ist sie nicht in der lage, weil ich nicht in ungarn registriert bin. die ganzen dokumente brauche ich nur, um das beweisen zu können. ich muß ihnen also beweisen, daß sie nix über mich wissen. und wenn das geklappt hat, darf ich eine erklärung abgeben, daß ich x bin. nachdem ich alles andere schriftlich belegen mußte, werden sie mir genau das wesentliche einfach so glauben und mir ein zeugnis darüber ausstellen. und die bundesrepublik österreich wird ihnen das abnehmen.

denkt ihr das selbe was ich denke? ja, es ginge auch einfacher - es würde ja reichen, wenn mir die bundesrepublik diese erklärung abnehmen würde. hier bin ich ja lückenlos belegt und registriert, dokumentiert und alles. eigentlich, aber das sage ich nur unter vorgehaltener hand, müßte ich strenggenommen ja gar nichts dergleichen erklären oder belegen, weil die bundesrepublik die erste instanz wäre, die wüßte, wenn ich nicht x wäre... denn wenn sich der zustand ändert (das steht bald bevor, dafür brauch ich ja erst den ganzen papierkram), ist die bundesrepublik live dabei.

na jedenfalls scheint die ganze odyssee auf ein ziel zuzusteuern. wenn ich das original aus ungarn habe und mit meiner begleitperson bei der botschaft nach stundenlangem warten die erklärung abgeben durfte, werde ich noch gerichtlich beglaubigte übersetzungen anfertigen lassen dürfen, und schon kann ich alle unterlagen bei der bundesrepublik einreichen. übersetzungen deswegen, weil a) nicht davon auszugehen ist, daß eine österreischische vertretung der republik ungarn in einer anderen als der ungarischen sprache irgendwelche zeugnisse ausstellen kann und b) die bundesrepublik österreich nicht einmal mit einer in drei sprachen (u, e, f) ausgestellten geburtsurkunde viel anfangen kann.

immerhin habe ich im zuge der suche nach meinen alten meldezetteln meine originale geburtsurkunde gefunden. jetzt habe ich also zwei. man weiß ja nie, wo diese dünnen biester immer verschwinden, ich habe diverse dokumente doppelt, und das ist gut so (jetzt wißt ihr auch, wieso ich so ein profi bin - übung macht den meister). so kann ich mir also ein amtsschimmelkäsebrot gönnen und auf meinem amtsschimmel dem sonnenuntergang entgegenreiten. yippieh!

babyfotos, private meinungen und was man sonst noch im internet (nicht) veröffentlichen sollte

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ich habe gerade heute früh einen ganzen haufen von meinem vater eingescannter baby- und kinderfotos von mir und meinen geschwisterchen bekommen. für den privaten gebrauch wohlgemerkt, also werde ich sie hier nicht alle veröffentlichen. ein kleiner rest privatsphäre darf sein.

aufmerksamen bloglesern und irgendwelchen cyberstalkern aus der 5a wird aber schon mal mein foto auf dem töpfchen aufgefallen sein, das hier eine ganze weile mein profilfoto war und woanders noch immer ist. das war bisher leider auch das einzige, das ich digital hatte, aber das hat sich ja jetzt geändert. mein neues lieblingsfoto ist dieses hier, weil es auch meine spätere berufung vorwegnimmt:
nun wissen wir ja, daß man heutzutage einigermaßen aufpassen sollte, was man in welcher form wo ins internet stellt, denn wenn etwas in die falschen hände gerät, einen zweifelhaften eindruck erweckt oder sonst irgendwie belastend wirkt, wirkt es eben belastend.

ich glaube, mit zwei kinderfotos bin ich halbwegs noch auf der sicheren seite, überhaupt bin ich der meinung, daß es recht wenige bis gar keine richtig kompromittierende fotos von mir geben dürfte, sofern zb. biertrinken an einem gemütlichen abend nach einem anstrengenden hundeschlittenfahrtag nicht kompromittierend ist. peinlich ist wieder eine andere geschichte, wir alle haben ja in unserer jugend modische und frisurtechnische fehltritte begangen, und ich war eben auch auf diesem gebiet ein furchtloser wegbereiter. das war zum glück noch vor der digitalära, und wenn ich glück habe, landen diese bilder nie im netz. und ich habe einen guten anwalt.

bei anderen dingen muß man natürlich besser aufpassen. ich finde, man darf ruhig eine private meinung haben und im gegebenen kontext artikulieren, die sich von der offiziellen meinung, die man im beruf vertreten sollte, unterscheidet. vermutlich finden das die islamlehrer auch, die jetzt als ach so böse und antidemokratisch hingestellt werden. wo und wann der geeignete kontext ist, ist natürlich nicht immer ganz leicht zu entscheiden.

[das hat jetzt mit dem thema nur am rande zu tun, aber der eigentliche skandal ist, daß eine angeblich anonymisierte umfrage mit derart suggestiv gestellten fragen solche reaktionen auslöst, aber selbst nicht hinterfragt wird. mit der statistik kann man vielen leuten ein ei legen, und genau das ist hier wohl auch passiert (ob bewußt oder unbewußt, sei dahingestellt, jedenfalls wars extrem dumm). vor allen dingen müßte man prüfen, ob die umformulierung der fragen oder auch das befragen einer anderen bevölkerungsgruppe andere ergebnisse erbringen würde. und auch das ist aufmerksamen lesern meines blogs nicht entgangen: wenn ich in einer anonymen umfrage meine private meinung über die in österreich praktizierte parlamentarische demokratie preisgeben müßte, wäre sie auch negativ. wobei ich bei anonymen umfragen, wo man zb. seine unterrichtsfächer angeben muß, sowieso alles andere als anonym bin.]

ich habe jedenfalls kein problem damit, meine privat geäußerte politische meinung hier zu argumentieren. kann natürlich schon sein, daß irgendjemand mal drüberstolpert, dem das nicht gefällt, aber es herrscht hierzulande immerhin meinungsfreiheit (ein sehr schöner aspekt einer echten und nahezu uneingeschränkt gültig auch in einer pseudodemokratie). andererseits gibt es wiederum themen, die so privat oder so öffentlich sind, daß es sich nicht wirklich schickt, darüber zu schreiben. so zum beispiel das thema selbstmord(versuche), zu dem ich einen leider wirklich sehr direkten persönlichen bezug und eine sehr konkrete meinung habe und dieser tage auch einen anlaß und eine sagen wir mal etwas unerwartete literaturempfehlung gehabt hätte. aber wie gesagt, zu privat oder zu öffentlich, wie mans haben will. daher bleibts also bei kinderfotos und privaten meinungen über die demokratie.

der kleine bruder und die nasendusche

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aus dem sommerloch ist ein ausgewachsenes herbstloch geworden, teils weil ich keine lust/zeit zum schreiben hatte, teils weil mir manche themen an einem tag sehr, am nächsten aber nur noch mäßig schreibwürdig erschienen sind (und das schreiben immer auf diesen nächsten tag gefallen ist). rechtzeitig zum jahresende melde ich mich aber zurück, und zwar ganz ohne silvesterbezug1.

theoretisch habe ich mir vorgenommen, die ersten paar tage des neuen jahres, in denen ich eine sturmfreie bude gehabt hätte (gefühlsmäßig ist diese konstruktion genau verkehrt, ich würde zuerst die hypothetische zukunft und dann erst die vergangenheit, in der selbige geplant war, ausdrücken wollen, aber das funktioniert nicht), mit fleißigem blogschreiben zu verbringen, aber das ist jetzt ins wasser gefallen, denn erstens bin ich zeitweise selbst nicht da und zweitens die restliche zeit nicht sturmfrei, was ja durchaus auch gewisse vorteile hat (die ohne zweifel überwiegen, nur wenn man sich schon mal auf eine sturmfreie woche gefreut hat und so, aber das ist eine andere geschichte).

weihnachten haben wir jedenfalls in berlin verbracht, und das hat zwar auf den ersten blick nix mit der überschrift zu tun, wird aber nach dem lesen dieses eintrages ganz fest und untrennbar damit verbunden sein, wie auch alles andere, worum es hier gehen wird, bis auf die sturmfreie bude, die SMS-flut und solche randerscheinungen. also berlin. wir haben anna und arnold besucht, die jetzt dort wohnen, haben aber im gegensatz zu unseren bisherigen, deutlich kürzeren und aktiveren berlin-aufenthalten quasi nicht viel gemacht außer scrubs geschaut, diverse bilderbuchcafés und ethnisch geprägte lokale zwecks nahrungsmittelkonsumation besucht, gekocht, gegessen und das nach einigen partien gar nicht so nicht lustige nicht-lustig-spiel gespielt.

berlin ist ja irgendwie tückisch, einerseits kann man so gut wie alles geschriebene verstehen (es sieht aus wie deutsch), andererseits versteht man dann fast nix gesprochenes (es klingt nicht wie deutsch). und so zum essen gehen und so ist es eine echt coole stadt, aber zum leben, na ich weiß nicht. wäre nix für mich. andererseits habe ich vermutlich einfach ein bißchen schiß vor einer richtigen großstadt.

na jedenfalls haben wir dort auch die weihnachtsgeschenke überreicht und ausgepackt, und nebst anderen schönen dingen (ich freue mich schon auf den casual friday! wobei das jetzt nur die insider checken werden) habe ich von meiner besseren hälfte den dritten teil der herr-lehmann-trilogie (eigentlich den zweiten, denn der dritte ist sozusagen der erste. oder so. prequels sind sowieso eine eigenartige sache, weil man nicht mehr unvoreingenommen an einen charakter herangehen kann, den man von später kennt, aber ihre zählung ist noch um einiges verwirrender.) bekommen.

ohne jetzt auf das buch besonders einzugehen (es ist genauso toll wie die anderen teile, und läßt durchaus noch raum für weitere teile zwischen diesem dritten/zweiten und dem ersten/dritten, soweit ich dies von der mitte des buches aus beurteilen kann), muß man festhalten, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß in einer eventuellen verfilmung wieder christian ulmen die hauptrolle spielt. schade, denn er war, soweit ich das ungesehen beurteilen kann, eine gute besetzung für den herrn lehmann in der verfilmung des ersten/dritten teils der trilogie. ich hab ihn schon lang nicht mehr gesehen, aber ich vermute, er sieht nicht mehr aus wie der herr lehmann mit 19, damit ist es also hinfällig. dabei wäre es durchaus interessant, den dritten/zweiten teil verfilmt zu sehen, er ist im wesentlichen ein wahnsinnig witziges und geniales kammerspiel (im gegensatz zur epischen weite des zweiten/ersten).

was wir in berlin noch gemacht haben, hat wiederum mit dem christian ulmen zu tun. da sehen wir schon, alles ist mit allem untrennbar verbunden, man muß diese verbindungen nur sehen. vor jahren, als der ulmen damals beim harald schmidt war (ich nehme an, er war durchaus öfter bei ihm, aber das wird mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit jene gelegenheit gewesen sein, bei der er den herrn lehmann promotet hat. harald schmidt hab ich auch schon lang nicht gesehen, aber das nur am rande, das hat jetzt mit nix wirklich was zu tun.), hat er ihm seine nasendusche vorgeführt.

wir nasenduschen auch seit einer weile, nicht wegen dem ulmen, sondern wegen der nase (und regelmäßig erst angeregt durch die amira, die keinen berlinbezug vorweisen kann, außer daß sie dort noch nie war, was für eine deutsche ja durchaus schon ein bißchen außergewöhnlich ist, aber einen silvesterbezug, weil sie den jahreswechsel gerade bei uns verbracht und bei dieser gelegenheit meinen blogeintrag wohlwollend zur kenntnis genommen und um diese ergänzung hier gebeten hat), ist aber echt gut. wenn das warme, salzige wasser durch ein nasenloch eindringt, die nebenhöhlen flutet, den dreck rausspült und dann durch das andere nasenloch wieder herauskommt, dann ist das ein eigenartiges, aber durchaus positives gefühl (man könnte es ohne weiteres mit anderen eigenartigen, aber durchaus positiven körpergefühlen vergleichen, dann müßte man allerdings das werk einer anderen aus dem deutschen musikfernsehen bekannten persönlichkeit bemühen). wer es nicht glaubt, soll es selbst mal probieren. ich weiß nicht, ob der harald schmidt es damals geglaubt hat, der ulmen schien jedenfalls sehr begeistert zu sein, und das nicht ohne grund.

zum nasenduschen braucht man neben warmem wasser eine nasendusche (einmalinvestition) und salz. früher haben wir bei bedarf, zb. bei schnupfen (eigentlich nur bei schnupfen, aber egal), die salzlösung, die wir vorher zum inhalieren verwendet haben, nachher durch eine definitiv originelle konstruktion meiner besseren hälfte aus einem trichter und einem aquariumputzschlauch durch unsere nasen rinnen lassen (das klingt jetzt so nach gemeinschaftsprojekt, tatsächlich haben wir das abwechselnd gemacht, je nach bedarf eben). dann haben wir eine professionelle nasendusche in der apotheke erstanden und kiloweise nasenspülsalz bei einer nicht näher genannten drogeriemarktkette gekauft.

nasenspülsalz ist laut verpackung je nach marke koch- oder meersalz, ist aber hygienisch verpackt und auf das volumen gängiger nasenduschen abgestimmt (außerdem vermutlich irgendwie speziell gemahlen oder so, damit es sich besser auflöst, was es aber gar nicht so tut), also durchaus nicht ganz trivial selbst herstellbar. es ist, ebenfalls laut verpackung, besonders in der schnupfen- und pollenflugzeit zu empfehlen. leider hat besagte nicht näher genannte drogeriemarktkette selbiges mitten in der schnupfenzeit kommentarlos aus dem sortiment gestrichen. zwar gibt es natürlich auch einige andere möglichkeiten, zum beispiel in der apotheke oder, wie wir in berlin beim schlecker entdeckt haben (ja, schlecker gibt es in wien auch, aber da waren wir noch nie, ihr schon? na eben.), beim schlecker, aber viel teurer und in viel kleineren packungsgrößen.

zum glück hat die nicht näher genannte drogeriemarktkette in deutschland das produkt nicht mitten in der schnupfenzeit aus dem sortiment gestrichen, also konnten wir uns mit einem großeinkauf für die nächsten wochen eindecken. das darf hier durchaus als appell verstanden werden, einen eventuellen deutschlandaufenthalt mit einem einkauf bei der nicht näher genannten drogeriemarktkette zu verbinden und uns was schönes mitzubringen. es sei denn, jemand kennt eine in wien verfügbare und kostengünstige alternative (sollte jemand koch- oder meersalz abwiegen und portionsweise zu je 2,25 gramm in hygienisch vertretbare säckchen abfüllen wollen, sind wir auch nicht abgeneigt).

berlin ist also immer für etwas gut, auch wenn die stadt, wie oben ausgeführt, von meinem persönlichen standpunkt aus irgendwie tückisch ist. und der herr lehmann ist auch für einiges gut. und nasenduschen auch. und wie angekündigt, ist alles mit allem fest und untrennbar verbunden, und das wäre auch schon ein gutes schlußwort, wenn nicht noch die fußnoten kämen, es sei denn, man hat sie schon vorher gelesen.




1 na gut, ganz ohne gehts nicht: die mobilfunkindustrie muß2 sich angesichts der SMS-flut zu weihnachten, silvester usw. nicht vor der wirtschaftskrise3 fürchten. mich nervt das, euch auch? wenigstens hab ich einen richtig coolen sms-ton4.

2 eigentlich stand hier zuerst "braucht", aber dann war ich mir doch unsicher, ob brauchen mit oder ohne "zu" zu gebrauchen ist.

3 kommt in einem blogeintrag in den nächsten tagen zu wort.

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