ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

kurzstreckengrenze

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ein schöner titel, finde ich. und anhand der gleichnamigen verkehrstechnischen banalität, deren existenz mir heute seit ewigkeiten überhaupt erst wieder aufgefallen ist, werde ich mal wieder einen gewohnten philosophischen rundumschlag starten. oder so. aber vermutlich ist es eh einfach so, daß einem genau das auffällt, was mit seinem momentanen thema irgendwie zusammenhängt. oder zumindest fällt einem der jeweils konstruierte zusammenhang dann auf. wie auch immer.

wie gesagt, heute ist mir in der straßenbahn aufgefallen, daß es diese kurzstrecken tatsächlich noch immer gibt. mal ehrlich, hat irgendjemand schon mal eine dieser kurzstrecken bewußt und sachgemäß in anspruch genommen? oder kennt irgendjemand irgendjemanden, der schon mal eine dieser kurzstrecken bewußt und sachgemäß in anspruch genommen hat? glaube nicht. wie auch immer.

an sich sind diese kurzstrecken schon eine gute erfindung. man nimmt etwas nur zu einem geringen teil in anspruch und zahlt dafür auch nur entsprechend wenig. wobei das wort "wenig" in verbindung mit den wiener verkehrsbetrieben ja einigermaßen ungeschickt gewählt ist, selbst wenn man nur einen geringen teil in anspruch nimmt und dafür entsprechend wenig zahlt. wie auch immer.

jedenfalls wäre das prinzip durchaus auch auf andere bereiche des lebens erweiterbar. zum beispiel auf die politik. man wählt nur für ein jahr und zahlt dafür weniger steuern. ist klarerweise mit mehr arbeit verbunden (öfter wählen), dafür ist man vielleicht mit dem ergebnis zufriedener. soweit man halt mit dem ergebnis solcher wahlen überhaupt zufrieden sein kann. das ist aber eine andere geschichte. wie auch immer.

irgendwie finde ich im moment, daß ich auch an einer art kurzstreckengrenze angekommen bin. es ist keine echte grenze, nur so ein gedankliches konstrukt, aber vom gefühl her durchaus nicht unwichtig. irgendwie glaube ich nämlich, daß mein letztes semester im katholischen privatgymnasium meines vertrauens begonnen hat.

soll nicht heißen, daß ich mich nicht wahnsinnig freuen würde, länger zu bleiben, im gegenteil. ich würde mich wahnsinnig freuen. und zumindest meine wahlpflichtfachkinder würden sich auch ein bißchen freuen. oder so. na jedenfalls habe ich irgendwie im gefühl, daß das trotzdem nix wird. wie das leben so spielt. wenn es doch was wird, freu ich mich umso mehr, wenn nicht, bin ich wenigstens nicht enttäuscht.

sei es wie es ist, ich mach mir jedenfalls noch immer jeden tag (ok, immer wieder. aber das ziemlich regelmäßig) gedanken, was ich anders, idealerweise besser machen könnte. auch wenn ich das den schülerInnen nicht unbedingt so kommuniziere, gehe ich davon aus, daß alles (strenggenommen nur fast alles, liebe 5A), was unterrichtstechnisch schiefgeht, sprich nicht zu einem exzellenten ergebnis führt (mit zufriedenstellend geb ich mich nicht zufrieden), irgendwie auch meine schuld ist. irgendwie.

einfaches beispiel. natürlich ist es pädagogisch total wertvoll und so, daß man schülern, die zb. kein heft mithaben, eine am deckel gibt (pädagogisch natürlich, nicht tatsächlich). manche vergeben dafür minusse (minüsse? mini? minūs?), ich lasse schüler viel lieber die konsequenz spüren, indem alle, die ihre sachen beisammen haben, diese in der regel auch zum nachschauen verwenden dürfen und damit in der regel besser fahren als die schlampigen bzw. vergeßlichen. aber. das ändert nix daran, daß das für manche schüler einfach ein spiel ist und sie sich selbst mit schlechten noten nicht als verlierer empfinden, sondern eher als gewinner, wenn sie den unterricht aufhalten können. und irgendwie haben sie von ihrer warte aus ja auch recht. ich war ja auch zum teil genausoeiner.

aber. mir ist heute eine recht einfache und elegante lösung eingefallen. statt heft machen wir einfach mappe, und die blätter muß keiner mitnehmen, weil die im jeweiligen raum einfach in ausreichender menge verfügbar sind. zahlt klarerweise die klassenkassa, kommt immer noch billiger als wenn jeder ein heft kaufen muß, und es vergehen nicht 10% der unterrichtszeit damit, daß die vergesser sich lauthals zetteln organisieren müssen. und für die paar, die sich am anfang des jahres vollständige hefte kaufen und nach zwei wochen mit drei zerrupften blättern da sitzen, stellt das auch eine gewisse verbesserung dar. somit ist es weiterhin möglich, das mitnehmen bzw. nichtmitnehmen der unterlagen auf diese oder jene weise zu sanktionieren, aber das wird vom eigentlichen arbeitsprozeß getrennt, indem für neuen stoff oder gar für lernzielkontrollen immer ausreichend leicht zugängliches material vorhanden ist. irgendwie genial, oder? werde ich in meiner nächsten schule sicher so machen. man lernt ja dazu.

ich hatte auch noch eine andere idee. ich lasse ja das gelernte in der drauffolgenden stunde immer wiederholen, um zu schauen, ob es überhaupt verstanden worden ist. das funktioniert in den meisten fällen nun sagen wir bescheiden. dabei bin ich ein lehrer, dem das verstehen wichtiger ist als das auswendiglernen, und ich finde, in einem fach wie musik ist das auch durchaus akzeptabel und argumentierbar. blöderweise testen meine wiederholungen aber eher die merkleistung, wenn auch nur dessen, wo sie das besprochene aufgeschrieben haben. ist ja durchaus eine herausforderung für einige.

stattdessen könnte ich mir gut vorstellen, die stunde gleich mit frischem stoff zu beginnen und gegen ende (vor oder nach dem potentiellen singen) jeder stunde eine kleine verständnischeckung durchzuführen. da tauchen dann hoffentlich noch die letzten unklarheiten auf, die man gleich beseitigen kann, und gelegenheit zur mitarbeit ist auch für all jene gegeben, die fest vorhaben, ihre sachen beim nächsten mal nicht mitzuhaben oder sich in der zwischenzeit gedanklich nicht die bohne mit meinem stoff zu beschäftigen. grundsätzlich haben also alle was davon. und das werde ich in nächster zeit mal erproben. ich glaube nämlich, daß so rum sogar die merkleistung automatisch erhöht wird.

eine kurzstrecke endet, die nächste beginnt, aber das ist ja meistens nur an der durchsage zu merken. wer steigt schon an kurzstreckengrenzenstationen aus...? na gut, strenggenommen die meisten, weil das häufig die größeren kreuzungen und umsteigemöglichkeiten sind, aber ihr wißt schon, was ich meine. wie auch immer.

die vergangenheit ausmistendas wunder der schwerkraft

Comments

Silviasuzie<3 Wednesday, March 12, 2008 7:57:36 PM

wtf is eine straßenband?

gyurigyuri77 Wednesday, March 12, 2008 8:25:24 PM

danke silvi, soll natürlich straßenbahn heißen. wird ausgebessert.

Silviasuzie<3 Wednesday, March 12, 2008 8:36:52 PM

immer doch.

gergo Thursday, March 13, 2008 4:40:07 PM

Aber für die Ausdrucksweise kannst du ihr schon noch eine Vorladung androhen...

JulianJuli_4000 Thursday, March 20, 2008 11:38:29 PM

"man wählt nur für ein jahr und zahlt dafür weniger steuern." versteh ich jetzt nicht.

nun, ob Sie wirklich nicht mehr an unser aller lieblingsschule bleiben, weiß ich nicht. dennoch ist es eine tatsache, dass sie der beliebteste (musik) lehrer sind (ich möchte auf genau DIE andere nicht zu sprechen kommen). es ist aber cool, dass sie sich so viele gedanken um Ihre schüler machen. dass das nicht alle tun ist, denke ich, auch ein grund wieso lehrer gerade so in kritik geraten.
wie ja jeder weiß bin ich mit dem schulsystem komplett nicht einverstanden (kann ja nicht das ziel sein dass jetzt alle seit 2 monaten chilln und nix tun, oder? obwohls ziemlich angenehm ist^^), aber für mich wird sich ohnehin nichts mehr ändern (danke gusi!).

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