von konsonanzen und dissonanzen
Friday, 25. August 2006, 20:37:17
grob gesagt ist eine konsonanz ein intervall, das im zusammenklang gut klingt, eine dissonanz hingegen eins, das schlecht klingt. das hat mit den schwingungsverhältnissen zu tun, die an sich für die praxis ziemlich irrelevant sind, über die ich aber für diverse physiker und mathematiker unter euch gern mal einen kurzen exkurs schreiben werde. bis dahin glaubt es mir einfach.
weniger grob gesagt sind konsonanzen intervalle, die im musikalischen satz stehenbleiben können, dissonanzen müssen bzw. wollen hingegen aufgelöst werden.
konsonant sind: prim, oktav (beide rein), die reine quint und die reine quart sowie die großen und kleinen terzen und sexten. dissonant ist alles andere, sprich: sekunden, septime und alle verminderten und übermäßigen intervalle. wir sehen: ist ein intervall konsonant, dann gilt das auch für das komplementärintervall, und natürlich ist es das selbe bei dissonanzen.
jetzt wird der eine oder andere sagen: ha, wie gibts denn das... eine kleine sext ist konsonant, weil sie gut klingt, aber eine übermäßige quint klingt doch genauso, wieso ist sie dann dissonant? nun ja, siehe zweite definition: die sext kann stehenbleiben, die quint ist aber nicht umsonst übermäßig gemacht worden, die will irgendwo hin. das hört man vielleicht nicht, wenn man nur das intervall hört, aber im kontext (den man dadurch, daß man die quint extra vergrößert, irgendwie verläßt) hört man es sehr wohl, und vor allem sieht man es am papier: da ist eine quint, und die ist übermäßig, also ist da ein leitton drin und so... über leittöne erfahrt ihr bald mehr, aber es ist da einer drin.
außerdem ist es interessant... die sekund ist zwar im zusammenklang dissonant, aber hintereinander das normalste der welt. die meisten melodien enthalten viele tonschritte (also sekunden), und da sagt keiner was. die septime sowie die verminderten und übermäßigen intervalle sind aber auch hintereinander dissonant, weil schwer singbar (und komisch klingend).
so, und dann gibt es noch so eine sache. die reine quart ist ja laut obiger liste eine konsonanz. das stimmt auch, aber nicht immer. man sagt, die quart sei eine auffassungsdissonanz, und zwar deswegen, weil sie unter bestimmten umständen in eine terz aufgelöst werden möchte. auf die bestimmten umstände kommen wir noch zu sprechen, aber jeder, der schon mal einen sus4-akkord gespielt hat, wird bestätigen, daß man den wieder auflöst. aber egal, wir zählen die quart einfach mal zu den konsonanten intervallen, auf die ausnahmen werd ich schon hinweisen.
so, kleine hausübung übers wochenende: versucht eine menge von tönen zu konstruieren, zwischen denen alle konsonanten, aber keine dissonanten intervalle vorkommen. ist einfacher als es klingt.














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