von den akkorden, fürs erste dreistimmig
Friday, September 8, 2006 10:39:26 AM
als akkord bezeichnet man den zusammenklang von drei oder mehr unterschiedlichen tönen (wie hat der zusammenklang zweier töne geheißen?). traditionell gesehen ist ein akkord aus terzen aufgebaut, und obwohl es in der neuen musik auch andere akkordkonstruktionen gibt, werden wir uns hier mit diesen terzengeschichteten akkorden befassen.
wenn man einen grundton hat und darüber zwei terzen schichtet, hat man einen dreistimmigen akkord, den wir auch dreiklang nennen. wir wissen ja, daß es verschiedene terzen gibt, und dementsprechend gibt es natürlich auch verschiedene akkordtypen.
zwei terzen ergeben bekanntlich eine quint, und die reine quint klingt gut und sauber, und daher sind die vorrangig verwendeten akkordtypen jene, bei denen die quint rein ist. die reine quint hat ja insgesamt drei ganztonschritte und einen halbtonschritt, was wiederum bedeutet, daß wir eine große und eine kleine terz addieren müssen, um sie zu erhalten.
nimmt man die große terz über dem grundton und die kleine darüber, hat man einen akkord, der der I., III. und V. stufe einer durtonleiter entspricht (zb. c-e-g). in diesem sinne spricht man auch von einem durdreiklang. dementsprechend heißt die andere möglichkeit, zuerst kleine und dann große terz, wie es auch auf der I. stufe der molltonleiter vorkommt (a-c-e), moll. an sich eine relativ einfache geschichte.
wenn man zwei kleine terzen übereinanderschichtet, ist die daraus resultierende quint vermindert, und so heißt auch der dreiklang. analog dazu heißt der akkord aus zwei großen terzen übermäßig. diese beiden werden euch sehr selten begegnen, der verminderte etwas häufiger als der übermäßige. alles zu seiner zeit.
jetzt nehmen wir mal unsere geliebte c-durtonleiter zur hand und sehen nach, welche akkorde wo vorkommen:
. . . . . . . . . . . . .
VIII.=I. c
VII. h
VI. a
V. g
IV. f
III. e
II. d
I. c
' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' 'auf der I. stufe haben wir (das wurde ja schon erwähnt) den durdreiklang c-e-g. jetzt wäre es natürlich am supersten, wenn ihr selbst schauen könntet, was sich da sonst ergibt auf den verschiedenen stufen... nehmt euch zeit und schaut euch genau die terzen an.[...]
[dumdidum]
[schon fertig?]
[sicher?]
[schau nochmal genau... ja, bei der VII. stufe...]
[na also!]
also, wie ihr es zweifellos herausgefunden habt, hat eine durtonleiter auf der I., der IV. und der V. stufe jeweils einen durdreiklang, auf der II., III. und VI. einen molldreiklang und auf der VII. stufe einen verminderten. wer etwas anderes hat, möge nochmal nachsehen.
jetzt kommt ein punkt, wo so ein logisches puzzlestück plötzlich auf seinen platzt rutscht und für immer einbetoniert wird. wir erinnern uns: auf der VI. stufe der durtonleiter beginnt die molltonleiter, die (in ihrer natürlichen form) mit dem selben tonmaterial auskommt. man spricht auch von der parallelen molltonart, und man findet sie vom grundton der durtonart aus gesehen eine große sext höher oder, was einfacher zu rechnen ist, eine kleine terz tiefer (und das dur findet man vom moll aus entsprechend, indem man die selben intervalle in die andere richtung nimmt). zu C-dur gehört also a-moll und umgekehrt.
jetzt kommt die überraschung, die wahrscheinlich keine mehr ist: es gibt nicht nur gleich viele dur- wie molldreiklänge auf den stufen unserer durtonleiter, sondern sie lassen sich auch leicht als parallele paare ordnen:
I. stufe dur - VI. stufe moll
IV. stufe dur - II. stufe moll
V. stufe dur - III. stufe moll
praktisch, nicht? gut, der verminderte auf der VII. stufe ist ganz einsam, aber den mag eh keiner, und das hat auch seine gründe.
das coole an den dreiklängen ist, daß es eigentlich1 egal ist, in welcher reihenfolge die töne vorkommen. wenn wir irgendwo (von unten nach oben) sagen wir g-e-c nehmen, ist das trotzdem C-dur, weil die ursprüngliche form c-e-g die einzige ist, in der nur terzen vorkommen. man spricht in diesem zusammenhang von grundstellung und umkehrungen. in der strengen abstrakten musiktheorie betrachtet man die dreiklänge in der engen lange, sodaß die drei töne immer aufeinanderfolgen, und dann gibt es neben der grundstellung (grundton-terz-quint) die erste (terz-quint-gt) und die zweite umkehrung (q-t-gt), denn die nächste wäre wieder die grundstellung. da aber bloße dreiklänge in freier wildbahn selten sind und dann auch nicht unbedingt eng vorkommen, soll uns das egal sein. es schadet nicht, es zu wissen, aber ich werde es nicht abprüfen. wissen muß man nur: akkorde kann man beliebig umkehren, und den grundton findet man, indem man die grundstellung, in der nur terzen vorkommen, rekonstruiert. dann kann man auch errechnen, um welchen akkord es sich handelt. gilt übrigens auch für akkorde aus mehr als drei tönen, mit denen wir uns bald beschäftigen werden.
übrigens sind dur- und molldreiklang die antworten auf die hausübung, die niemand machen wollte. es kommen darin alle konsonanten intervalle vor, wenn man die töne nicht als einzeltöne betrachtet, sondern sie öfter vorkommen läßt. oktav und prim sind klar, die terzen haben wir beim aufeinanderschichten, die quint ergibt sich aus zwei terzen und die quart ist der rest auf die oktav. coole konstruktion, wer auch immer sie sich ausgedacht hat, hatte wohl einen wirklich guten tag. respekt!
die obligatorische zusammenfassung: durch terzenschichtung erzeugt man akkorde. eine große und eine kleine terz ergeben einen durdreiklang, kleine plus große moll (und zwei kleine vermindert und zwei große übermäßig). auf den stufen einer durtonleiter kommen drei durdreiklänge (I., IV. und V. stufe) und ebenfalls drei molldreiklänge vor, die sich jeweil im abstand der mollparallele befinden, außerdem gibt es noch einen verminderten dreiklang auf der VII. stufe. und damit hätten wir uns den wichtigsten grundstein für die harmonielehre schon gelegt.
hausübung! wer bisher gut aufgepaßt hat, kann sie wirklich in zwei minuten machen.
bestimme die akkorde, die aus folgenden tönen augebaut sind:
f#-d-a
c-f-ab
1 das wort "eigentlich" ist hier bewußt gewählt. es gibt natürlich gewisse unterschiede, auf die wir später zu sprechen kommen. wenn wir das ganze vereinfachen und nur den akkordnamen betrachten, ist es unerheblich, wie die töne verteilt sind.














gyurigyuri77 # Friday, September 8, 2006 12:20:35 PM
weiters wurde ich von meinem brüderchen dazu angeregt, den erklärungen auch hörbeispiele hinzuzufügen. das werde ich in nächster zeit nachholen, ist eine sehr gute idee, find ich. wer ein brauchbares flash-dingsbums kennt, das ich hier embedden und mit MIDIs füttern kann, möge sich melden. danke!
chrischris91 # Wednesday, January 30, 2008 6:43:01 PM
F-moll
gyurigyuri77 # Sunday, February 10, 2008 7:42:11 PM
chrischris91 # Sunday, February 17, 2008 1:10:18 PM
gyurigyuri77 # Monday, February 18, 2008 3:38:58 PM
chrischris91 # Tuesday, February 19, 2008 8:36:52 PM
gyurigyuri77 # Tuesday, February 19, 2008 10:25:55 PM