von den umkehrungen
Friday, 22. September 2006, 10:41:44
am einfachsten kann man es an drestimmigen akkorden in enger lage (also so, daß man keinen akkordton dazwischen ausläßt) sehen, die in der praxis äußerst selten in dieser reinform vorkommen, aber zu illustrationszwecken sind sie wie gesagt ideal.
ein einfacher dreiklang ist, wie wir bereits wissen, aus zwei terzen über dem grundton aufgebaut. für die folgenden betrachtungen ist es unerheblich, ob es sich dabei um dur, moll, vermindert üder übermäßig handelt, wichtig sind einfach die zwei terzen. wenn man nun den grundton um eine oktav nach oben versetzt, besteht der akkord plötzlich aus einer terz und einer quart. und wenn man die terz auch nach oben legt, aus einer quart und einer terz. noch eine umkehrung, und wir sind wieder in der ausgangsposition, nur eine oktav höher.
stufe I II III IV V VI VII I II III IV V
grundstellung GT -3- T -3- Q
1. umkehrung T -3- Q -4- GT
2. umkehrung Q -4- GT -3- T
grundstellung GT -3- T -3- Qdie bezeichnungen 1. und 2. umkehrung werden nur bei diesen dreistimmigen akkorden verwendet, sozusagen nur für die abstraktion. für die musikalisch praxis gibt es andere bezeichnungen, die sich aus der akkordstruktur ergeben.ein akkord in der grundstellung umfaßt eine quint. die erste umkehrung umfaßt eine sext (terz+quart) und heißt daher sextakkord. die zweite umkehrung umfaßt auch eine sext, beginnt aber mit einer quart, und heißt deswegen quartsextakkord. diese beiden namen gelten unabhängig vom satz oder der anzahl der stimmen: ein akkord mit der terz als tiefstem ton heißt sextakkord, einer mit der quint als fundament quartsextakkord.
ihr erinnert euch sicher noch, was wir über die quart gesagt haben: sie ist unter bestimmten umständen eine dissonanz. und zwar genau dann, wenn sie vom tiefsten ton aus gesehen im akkord vorkommt. und das trifft, sehr richtig, auf den quartsextakkord zu. der klingt einfach nicht wirklich stabil und wird wie ein dissonanter akkord verwendet, kurz gesagt aufgelöst oder entsprechend weiterverarbeitet. der sextakkord hingegen ist konsonant, wenn auch nicht so stabil wie die grundstellung.
das selbe spiel kann man jetzt auch bei anderen akkordtypen durchspielen. nehmen wir zum beispiel mal die septakkorde her. wie ihr euch denken könnt, gibt es davon nicht nur drei, sondern vier formen, weil sie ja aus vier tönen bestehen, von denen jeder der tiefste sein kann.
stufe I II III IV V VI VII I II III IV V VI VII
grundstellung GT -3- T -3- Q -3- S
1. umkehrung T -3- Q -3- S-2-GT
2. umkehrung Q -3- S-2-GT -3- T
3. umkehrung S-2-GT -3- T -3- Q
grundstellung GT -3- T -3- Q -3- Sdie septakkordumkehrungen benennt man danach, wo sich die sekund befindet, und zwar vom jeweils tiefsten ton aus gerechnet. in der ersten umkehrung ist der tiefste ton die terz, und von da aus gesehen ist die septim die quint und der grunton die sext, daher heißt dieser akkord quintsextakkord. die zweite umkehrung aus ähnlichen motiven terzquartakkord, und die dritte einfach sekundakkord. die benennungen sind nicht unbedingt wichtig, es geht einfach darum zu zeigen, daß man aus den komischsten tonhaufen einen akkord rauslesen kann, wenn die musik tonal gebunden ist.im vorigen kapitel haben wir den dreiklang mit sixte ajoutée kennengelernt. vom aufbau her ist das auch ein quintsextakkord, und tatsächlich ist das dann eine interpretationssache... man kann ihn als dreiklang mit sext sehen oder aber als umkehrung des septakkords. da gibt es einige anhaltpunkte, zb. tonverdoppelungen und der kontext, aber im prinzip kann man das so und so sehen, und es macht auch nicht wirklich einen unterschied, weil sich so ein sixte ajoutée und ein quintsextakkord eben gleich verhalten.
weil wir schon lange keine hausübung mehr hatten... bestimmt doch bitte folgende akkorde (bitte vollständige bezeichnung, also zb. terzquartakkord zu c-moll major oder f halbvermindert in der grundstellung:
- g-a-c-e
- g-b-c#-e
- f#-d-a
- b-d-f-g














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