Endlich daheim?
Wednesday, 19. December 2007, 17:50:38
Seit nunmehr einem Jahr und fast sechs Monaten lebe ich nun in China, habe mich nach dem zweiten Aufenthalt dafür entschieden und bereue es nicht.
Die ersten beiden Male waren noch recht abenteuerlich, blauäugig, voller Illusionen und dadurch auch voller Enttäuschungen. Ein Sinologiestudium bereitet einen auch nicht im mindesten auf das vor, was einen hier erwartet. Weder im Guten noch im Schlechten.
Summa summarum überwog das Gute, wodurch in mich nach dem zweiten Aufenthalt veranlaßt sah, alle Brücken in den deutschen Landen hinter mir abzureißen und hier ein völlig neues Leben anzufangen. Nach etlichen Reisen durch beinahe ganz China (das Land ist groß, da ist noch so einiges offen) habe ich mich für die alte Stadt Xi'an (西安)im Herzen des Landes entschieden, der Wiege der chinesischen Kultur. Mittlerweile habe ich mich in den hiesigen Dialekt hineingehört und kann auch ein paar Gemeinplätze von mir geben. So nach und nach habe ich gute Freunde gewonnen. Die Xi'aner (eigentlich alle Bewohner der Provinz Shaanxi) sind offen, geradezu, der Dialekt härter als der Pekinger oder gar als der weiche Singsang des Südens. Das Essen ist scharf, deftig, herzhaft, und immer in großen Mengen vorhanden. Überall umgibt einen die alte Kultur, die Shaanxier werden auch nie müde, einen darauf hinzuweisen.
Bei den Chinesen heißt diese Region der »Nordwesten«, schaut man sich aber die Karte Chinas an, die in den Umrissen einem Hahn gleicht, liegt Xi'an ganau dort, wo sich das Herz des Vogels befinden würde. Es wimmelt hier von Studenten, Schulen und Universitäten gibt es mehr als in Peking oder Shanghai, wer sich mir Kalligraphie oder chinesischer Malerei beschäftigen will, findet hier die besten Möglichkeiten zu lernen.
Seit ich Herrn Tang kennengelernt habe, der mich in die chinesische Schrift so nachdrücklich eingeführt hat, sind auch meine Wege für die Zukunft vorgezeichet: Warum sollen nicht andere »Lao Wai« in den Genuß kommen, diese Schriftsprache in ihrer Tiefe wirklich zu erlernen? Seine Methode, an der Pekinger Uni mit Erfolg an Ausländern und Einheimischen gestestet, scheint mir wirklich die brauchbarste: Man erkläre die Zeichen ihrer Entstehungsgeschichte gemäß, alles wird plötzlich klar und einfach. Wie so viele »Lao Wai« habe ich auch die Zeichen mühsam auswendig pauken müssen, in der ersten Woche 200 am Stück. Sinnloses Unterfangen, es gibt zu viele, die meisten Lehrbücher sind nicht am Leben orientiert und die gelernten Schriftzeichen werden so schnell wieder vergessen.
3 Monate in ein Gebirgsdorf, mit den Leutchen zusammenleben und arbeiten, essen und schlafen, danach beherrscht man die notwendigen Wörten und Sätze. Danach noch mal ein halbes Jahr die Schriftzeichen richtig lernen, und nach 9 Monaten kommt man besser zurecht als nach 5 Jahren Studium.
Kam noch eine Frau dazu, so daß ich ernsthaft an eine Familiengründung denke, somit ist die Anfangssituation geschaffen, wirklich hierbleiben zu wollen, mittlerweile unterrichte ich Chinesisch und Deutsch, so daß auch das grundlegenden Leben finanziert werden kann. Nach und nach stellt sich ein Gefühl der Heimat ein, wie ich es in Deutschland nie spürte; eine innere Ruhe, die mir sagt: Hier kann ich ruhig alt werden, oder, um mit Goethe zu reden: »Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.«
Die ersten beiden Male waren noch recht abenteuerlich, blauäugig, voller Illusionen und dadurch auch voller Enttäuschungen. Ein Sinologiestudium bereitet einen auch nicht im mindesten auf das vor, was einen hier erwartet. Weder im Guten noch im Schlechten.
Summa summarum überwog das Gute, wodurch in mich nach dem zweiten Aufenthalt veranlaßt sah, alle Brücken in den deutschen Landen hinter mir abzureißen und hier ein völlig neues Leben anzufangen. Nach etlichen Reisen durch beinahe ganz China (das Land ist groß, da ist noch so einiges offen) habe ich mich für die alte Stadt Xi'an (西安)im Herzen des Landes entschieden, der Wiege der chinesischen Kultur. Mittlerweile habe ich mich in den hiesigen Dialekt hineingehört und kann auch ein paar Gemeinplätze von mir geben. So nach und nach habe ich gute Freunde gewonnen. Die Xi'aner (eigentlich alle Bewohner der Provinz Shaanxi) sind offen, geradezu, der Dialekt härter als der Pekinger oder gar als der weiche Singsang des Südens. Das Essen ist scharf, deftig, herzhaft, und immer in großen Mengen vorhanden. Überall umgibt einen die alte Kultur, die Shaanxier werden auch nie müde, einen darauf hinzuweisen.
Bei den Chinesen heißt diese Region der »Nordwesten«, schaut man sich aber die Karte Chinas an, die in den Umrissen einem Hahn gleicht, liegt Xi'an ganau dort, wo sich das Herz des Vogels befinden würde. Es wimmelt hier von Studenten, Schulen und Universitäten gibt es mehr als in Peking oder Shanghai, wer sich mir Kalligraphie oder chinesischer Malerei beschäftigen will, findet hier die besten Möglichkeiten zu lernen.
Seit ich Herrn Tang kennengelernt habe, der mich in die chinesische Schrift so nachdrücklich eingeführt hat, sind auch meine Wege für die Zukunft vorgezeichet: Warum sollen nicht andere »Lao Wai« in den Genuß kommen, diese Schriftsprache in ihrer Tiefe wirklich zu erlernen? Seine Methode, an der Pekinger Uni mit Erfolg an Ausländern und Einheimischen gestestet, scheint mir wirklich die brauchbarste: Man erkläre die Zeichen ihrer Entstehungsgeschichte gemäß, alles wird plötzlich klar und einfach. Wie so viele »Lao Wai« habe ich auch die Zeichen mühsam auswendig pauken müssen, in der ersten Woche 200 am Stück. Sinnloses Unterfangen, es gibt zu viele, die meisten Lehrbücher sind nicht am Leben orientiert und die gelernten Schriftzeichen werden so schnell wieder vergessen.
3 Monate in ein Gebirgsdorf, mit den Leutchen zusammenleben und arbeiten, essen und schlafen, danach beherrscht man die notwendigen Wörten und Sätze. Danach noch mal ein halbes Jahr die Schriftzeichen richtig lernen, und nach 9 Monaten kommt man besser zurecht als nach 5 Jahren Studium.
Kam noch eine Frau dazu, so daß ich ernsthaft an eine Familiengründung denke, somit ist die Anfangssituation geschaffen, wirklich hierbleiben zu wollen, mittlerweile unterrichte ich Chinesisch und Deutsch, so daß auch das grundlegenden Leben finanziert werden kann. Nach und nach stellt sich ein Gefühl der Heimat ein, wie ich es in Deutschland nie spürte; eine innere Ruhe, die mir sagt: Hier kann ich ruhig alt werden, oder, um mit Goethe zu reden: »Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.«

