Konzertjunkie

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Umgezogen...

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Ich bin übrigens schon vor einer ganzen Weile umgezogen. Irgendwie gefällt es mir da besser, es ist weniger Aufwand, einen Eintrag zu schreiben, es gibt RSS-Feeds, ohne dass ich dafür was tun müßte, und das mit den Fotos ist auch viel einfacher.

Mal gucken, wie's hier auf der Seite weitergeht... vielleicht lass ich nur noch die Konzertliste hier und ziehe sonst komplett um, mal gucken. Vorerst betrifft der Umzug aber nur das Blog und die Nicht-Konzert-Foto-Alben. =;-)

Guckt mal vorbei, und kommentieren ist da auch erlaubt!

Norwegen und Ungarn - so war's

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Hmm... lang lang ist's her. Im Sommer war ich endlich mal wieder richtig im Urlaub - kam aber danach nicht dazu, meinen Bericht zu schreiben. Und da ich vor ein paar Tagen wieder unterwegs war und dazu einen Bericht online stellen will, muss ich wohl oder übel erst den alten abarbeiten. =;-) Also los:

Los ging es von Frankfurt aus über Oslo nach Molde. Da ich wusste (bzw. dachte *g*), dass es in Molde eng werden könnte mit dem Bus, hatte ich beschlossen, mich schon in Oslo mit Bargeld einzudecken. Schließlich sollte das an so 'nem großen Flughafen ja kein Problem sein! Ein Geldautomat war auch schnell gefunden, allerdings war der außer Betrieb. Aber nach kurzem Suchen fand ich eine ganze Ecke voll mit Automaten... aber alle außer Betrieb... Auf Nachfrage ("Gibt es hier auch irgendwo einen Automaten, der nicht außer Betrieb ist???" - "Nein, in ganz Norwegen nicht.") erfuhr ich dann, dass das ein Computerfehler war und nee, sie wissen nicht, wann das wieder geht.

Also ohne Geld (bzw. mit den 300 Kronen, die ich noch vom letzten Norwegenaufenthalt übrig hatte) weiter nach Molde. Das Flugzeug musste erst nochmal gecheckt werden und wir starteten mit 'ner Stunde Verspätung, und ich sah mich schon stundenlang in Molde rumsitzen, weil ich den Bus verpasst haben würde. Aber nein - angekommen und direkt in den Bus, den ich zum Glück noch bezahlen konnte, auch ohne Bargeld-Nachschub. =;-) In Molde selbst gab es dann aber zum Glück wieder funktionierende Automaten, so dass ich dann auch wieder flüssig war, bevor ich in den Bus nach Åndalsnes stieg.

Dort angekommen nahm mich der Busfahrer netterweise noch den halben Weg mit bis zur Jugendherberge, so dass ich mein Gepäck nicht durch den ganzen Ort schleppen musste. Angekommen, ein bisschen ausgepackt und mich eingerichtet, und dann ging es erstmal auf Entdeckungstour.


So sah es direkt vor der JH aus - direkt am Fjord gelegen, im Grünen (und ca. 20 Minuten Fußmarsch bis zum Bahnhof, also absolut ok).


Und so überall drumherum - überall Berge und Hügel, eine wunderschöne Landschaft.

Am nächsten Morgen ging's dann ganz früh los: Mit dem Bus zum Trollstigen und weiter nach Geiranger, dann mit der Autofähre nach Hellesylt und mit dem Bus nach Ålesund, und von dort dann wieder mit dem Bus zurück. Eigentlich zwei Ausflüge in einem - aber warum soll ich zwei Strecken doppelt fahren, wenn das auch alles an einem Tag machbar ist? *gg*

Der erste Bus war eine sehr interessante Mischung aus Touri- und Linienbus. Der Fahrer erklärte unterwegs alles, was es zu sehen gab, und immer wieder gab es Fotostops. Perfekt!



Erste Station war der Trollsteig. Eine Straße, die sich in Haarnadelkurven den Berg hochschlängelt, durch wunderschöne Landschaft.



Das Bild von oben ist leider aus dem fahrenden Bus geknipst und daher unscharf - aber ein toller Anblick.



Mittendrin wurde dann auch mal am Gudbrandsjuvet angehalten. Ein Wasserfall - weder der erste noch der letzte an diesem Tag! =;-) Aber doch immer wieder toll.

über die Adlerstraße ging es dann Richtung Geiranger. Und oben gab es natürlich auch wieder einen ausgiebigen Fotostop, der sich mehr als gelohnt hat. Zumal zu diesem Zeitpunkt das Wetter auch noch recht schön war - zwar kühl und bedeckt, aber die Sonne kam immer wieder durch, und es wirkte einfach "freundlich". In Geiranger kam die Sonne dann sogar wirklich raus, aber zehn Minuten später fing es an zu nieseln. Aber es hielt doch noch erstaunlich gut!


Der Geirangerfjord - und die Stadt da unten ist logischerweise Geiranger.


Die Sju Søstre (Sieben Schwestern) von oben.

Geiranger war dann... nein, "eine Enttäuschung" wäre falsch, denn es entsprach genau dem, was ich erwartet hatte. Ein winziges Dörfchen und haufenweise Touristen. Und lecker Eis und wundervolle Natur! =:-)


Bild von Geiranger Richtung Fjord, hinten ist auch die Adlerstraße zu sehen, wo wir langgefahren sind.


Wasserfälle, wohin das Auge blickt.

Weiter ging es dann mit der Autofähre. Eigentlich war es viel zu kalt und windig, um draußen an Deck zu stehen - aber die Aussicht war so toll, dass es einfach sein MUSSTE. Und interessanterweise fror ich in meiner Skambankt-Jacke überhaupt nicht, während die anderen Touris in dicken Windjacken zitterten. *gg*


Blick zurück auf Geiranger.


Die Adlerstraße.


Möwen verfolgten die Fähre den ganzen Weg.

Zwar gab es auf der Fähre auch Touristenansagen, sogar dreisprachig, nur leider waren die viel zu leise und beim Wind an Deck leider sehr schlecht zu verstehen.

Aber dass das hier die sieben Schwestern und ihr Freier sind, hab ich dann doch verstanden. =;-)

In Hellesylt angekommen hieß es dann erstmal eine Stunde auf den Bus warten - klang nach einer schwierigen Aufgabe, da Hellesylt nicht größer als Geiranger war, aber OHNE Touristen...


Aber bei der Aussicht wartet man doch gern, oder?

Dann ging es also weiter nach Ålesund, und unterwegs fing es dann langsam aber sicher an zu schütten. Und aufgehört hat es auch nicht mehr. =:-( Dementsprechen hat Ålesund mich so überhaupt gar nicht beeindruckt - ein graues Städtchen. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es im Sonnenschein sehr hübsch ist (und meine Fotos sehen eigentlich auch ganz nett aus *g*), aber im Regen war es einfach doof. Schade!



Zurück nach Åndalsnes und nur noch ins Bett - ein sehr anstrengender Tag, aber wunderschön. Die Landschaft ist absolut beeindruckend, schneebedeckte Berge direkt nebem dem Fjord, Hochplateaus, Flüsse, die so klar sind, dass man die Maserung des Flussbetts erkennen kann... wahnsinn.

Am nächsten Morgen war dann erstmal ausschlafen angesagt, bevor ich mich auf den "Hausberg" wagte. Das _sollten_ ungefähr 750 Höhenmeter sein. "Steady climb" - okay, kein Problem. Allerdings stellte sich heraus, dass dieser "Weg" simpel und einfach nur geradeaus den Berg hochführte. über Stock und Stein, quasi. Und sowas hasse ich ja... aber nachdem ständig um mich rum irgendwelche Norweger den Berg rauf- und runterrannten (und ja, ich MEINE rannten - einer sogar in Joggingklamotten!), bin ich dann doch mal weitergekraxelt. Und irgendwann kam ich dann bei diesem Schild raus:


Sprich, entweder die Höhenangabe stimmte nicht, oder ich bin am Aussichtspunkt vorbeigelaufen. *gg*

Aber die Aussicht war auch so wunderbar:




Der rote Punkt am anderen Flussufer ist übrigens die Jugendherberge.



Danach hab ich dann beschlossen, dass ich ja auch wieder runtermuss und runterkraxeln noch schlimmer ist als hoch - ich weiß also nicht, ob da noch irgendwo ein Aussichtspunkt gekommen wäre.

Unten angekommen ging es dann kurz zurück in die Jugendherberge und dann los zum Festival. Über Raumarock habe ich ja hier schon berichtet, das muss dann auch reichen.


Nur noch dieses Foto von einem Regenbogen, der mittendrin plötzlich für alle spektakulärer war als das Geschehen auf der Bühne.

Am Sonntagmorgen, nach den zwei Festivaltagen, ging es dann weiter nach Trondheim. Keine Konzerte diesmal, nur Urlaub.


Aus dem Zug raus habe ich versucht, die "Trollwand" zu fotografieren - ob sie das da ist, weiß ich allerdings nicht so genau. =;-) Wahrscheinlich eher nicht.

In Trondheim angekommen verschaffte ich mir dann erstmal einen ersten überblick über die Stadt (die mir sehr gut gefallen hat!) und lief eher ziellos durch die Gegend.


Die Bryggen (alten Speicherhäuser) entlang des Flusses


Die alte Brücke


Der Nidaros-Dom. Die Kränze werden am Nationalfeiertag aufgehängt und bleiben dann einfach hängen


Eigentlich nichts zu sehen auf dem Bild, aber mir gefiel die Spiegelung =;-)



Am nächsten Tag ging es dann mit der Fähre raus zu Munkholmen, einer kleinen Insel mit Festung, die mal Kloster, mal Gefängnis war. Und mittlerweile ist sie offenbar das Ausflugsziel der Trondheimer, da waren jedenfalls jede Menge "Eingeborener" auf der Fähre... =;-)


Die legten sich dann dort an den Strand - bei Temperaturen um die 25 Grad gar nicht mal so verrückt, wie es aussieht. Und ich hab mir doch tatsächlich einen Sonnenbrand geholt, als ich auf die Fähre zurück gewartet hab!


Und dabei hab ich natürlich mal wieder Kunstbilder geschossen - so sieht also trockener Tang aus. =;-)


Aber bevor ich zurückgefahren bin, hab ich mir die Festung natürlich noch angeschaut und war frustriert, weil ich von den norwegischen Erklärungen so gerade mal gar nix verstanden hab. =:-( Keine Ahnung, was für einen Dialekt der Typ gesprochen hat...


Blick von Munkholmen auf Trondheim


Und so sah der Hafen aus


Der letzte seiner Art... =;-)


über die alte Brücke...


... und vorbei am Fahrradlift (Ja! Und das Ding war offenbar echt schwierig zu benutzen) ging es dann hoch zur Festung Kristiansten. Eventuell hab ich mir meinen Sonnenbrand auch dort geholt, man weiß es nicht, man weiß es nicht...


Die Aussicht auf die Stadt und auf Munkholmen war von da oben jedenfalls absolut klasse.

Abends (so gegen halb zehn) saß ich dann noch in der Stadt und habe gelesen... und aus reinen Dokuzwecken natürlich auch noch ein paar Fotos geschossen, denen man nicht ansieht, dass es schon so spät war.



Am nächsten Tag musste ich dann wieder früh los - schade, denn im Hotel gab's Waffeln zum Selberbacken zum Frühstück, und ich konnte nur eine halbfertige mitnehmen, statt sie in Ruhe zu genießen. =;-) Aber dann ging's in den Zug und auf nach Oslo! Denn da fand an dem Abend die Club-Nacht vom Øya-Festival statt, und da spielten u.a. Disco Ensemble. Das war genialst, darauf brauch ich hier aber auch nicht weiter einzugehen, denn das steht ja alles hier schon.

Spät ins Bett, früh wieder auf, und tschüß Norwegen!



Denn jetzt ging es zum Flughafen und direkt weiter nach Ungarn zum Sziget Festival! Und da ich wusste, dass es eigentlich keine andere brauchbare Verbindung zwischen Oslo und Budapest gab als genau diesen Flug, war ich nicht sehr überrascht, als Kaizers am Flughafen auftauchten... Aber wer mich und meine "aber sie denken doch, ich wäre nur wegen ihnen hier!!!!1"-Phobie kennt, weiß, dass das nicht so unbedingt das allerangenehmste für mich war. Nun ja, ich hab's überlebt. =;-) Und keine Paparazzi-Fotos gemacht. *g* Recht lustig (also, im Nachhinein *g*) fand ich es dann, als es ans Aussteigen ging und ich mich freute, dass auch hinten die Tür aufgemacht wurde, das hieß nämlich (da ich ziemlich in der Mitte saß), dass ich weder an ihnen vorbei- noch vor ihnen herlaufen musste. Puuh, Erleichterung. Also, bis ich dann aus dem Flugzeug raus war und verstand, dass ich jetzt natürlich im Bus genau neben ihnen stehen würde. ähem. Aber ich hab auch das überlebt. Und ja, ich weiß, das ist alles überhaupt nicht schlimm und sowieso, aber siehe oben, Rockstar-Phobie. So ist das halt. =;-)

Auf jeden Fall hab ich's dann heroisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum geschafft, dort Ruth getroffen, und weiter ging's zum Hotel. Da wussten wir leider nur so grob, wo es ist, aber zuguterletzt kamen wir an. War auch ganz brauchbar, wenn auch nicht vergleichbar mit Trondheim. =;-) Danach sind wir dann gleich weiter zum Festival, und auch darauf werde ich hier nicht weiter eingehen, denn den Bericht gibt es ja schon. Hier also nur Fotos und Kommentare zum Sightseeing - wofür noch genug Zeit übrig blieb.


Wir warten auf Kaizers.


Oder doch auf die Bahn?


Oder auf Nine Inch Nails!

Hier jetzt erstmal gesammelte Fotos unserer Besichtigungstouren - die Fotos der Sehenswürdigkeiten sind alle recht ähnlich, aber halt alle toll. Dazu hab ich jetzt nicht wirklich viel zu schreiben, wer mehr wissen will, befrage einen Budapest-Stadtführer. =;-)


Der Schlossberg


Die Fischerbastei


Die BaustelleKirche an der Fischerbastei


Das Parlament von oben


Das Parlament von unten


Das Parlament von hinten


'Ne Kirche von oben


Zwei Reiterstandbilder - und nein, beide nicht Bela! =;-)


Selber Foto!


Blick über die Stadt


Ruth über der Stadt


Ein Brunnen mit viel Rost.


Nein, kein Rost, Grünspan!


Fluss und Brücke


Die Kettenbrücke


Schuhe am Flussufer...


Die Zitadelle


Der Heldenplatz


BELA!!!!1


Der Dom


Im Dom


Die Markthalle


Das Wetter hat leider nicht so ganz mitgespielt, wie man auf den Fotos sieht. Solange Kaizers in der Stadt waren, war es nämlich ständig bedeckt und regnerisch - und "Regen" bedeutete im Allgemeinen "Wasserfall". Ungefähr so:




Ruth kugelt sich. Oder so. =;-)

Aber natürlich kann man sich nicht immer nur die größten Sehenswürdigkeiten angucken, sondern man braucht auch mal Natur. Und Tiere. Und so. Alles zu finden auf der Margitinsel.


Man beachte die Angorahühner!

Wie man an den Bildern unschwer erkennen kann, waren Kaizers zu dem Zeitpunkt bereits abgereist, denn die Sonne schien...


Hier noch eine der belebten Straßen in der Innenstadt - unsere ständige Anlaufstelle für Eis. Und Kuchen. Und Kakao. =;-)

Am letzten Tag mussten wir dann noch ein paar Stunden totschlagen, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten. Und was sollte man da anderes tun, als an der Donau zu sitzen und Fotos voneinander zu machen, auf denen man irgendwie doof aussieht? Genau. *g*



Tja, und das war's dann auch - ein wirklich toller Urlaub. Ungarn ist jetzt in der Berichterstattung etwas knapp ausgefallen, aber das heißt nicht, dass es weniger schön gewesen wäre als in Norwegen. Absolut nicht! Beides war klasse. Nur Ungarn war ein bisschen mehr "echter" Urlaub, weil viel relaxter und mit weniger Druck von wegen "ich will aber jetzt auch alles sehen". Nur die Sonnenverteilung war irgendwie seltsam... Regen in Ungarn und Sonnenbrand in Norwegen. Aber egal. Schööööön war's!

Freiwild

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Es war einmal vor langer Zeit...

... da war ich mal wieder in Norwegen. Ist mittlerweile schon zweieinhalb Monate her, aber egal. Da man sich ja irgendwie beschäftigen muß und ich außerdem mal wieder Norwegisch üben wollte, zog es mich abends ins Kino, natürlich in einen norwegischen Film.

Die Auswahl war groß, ausnahmsweise mußte man die norwegischen Filme mal nicht mit der Lupe suchen. Nicht nur das - in jedem Kino hingen riesengroße Plakate, die einen Film namens "Fritt Vilt" (=Freiwild) ankündigten. Und man brauchte noch nicht mal die Beschreibung zu lesen, um zu erkennen, daß es sich hierbei um einen norwegischen Scream/Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast/Candyman (kennt den jemand? Ich konnte ihn leider nicht zu Ende gucken. Und ich würde mich NIE vor einen Spiegel stellen und "Candyman" sagen! *grusel*) - äh ja... also, -Verschnitt handelte. Und da ich meine Norwegischlektionen schon mittags auf der Straße zu Genüge erledigt hatte (irgendwie hatten alle Norweger gleichzeitig beschlossen, mich nach dem Weg zu fragen. MICH! Und ich hab sie verstanden! Nur weiterhelfen konnte ich ihnen nicht... und wenn, dann haben sie mir nicht geglaubt. *grmbl*), beschloß ich also, abends doch eher die Action zu wählen als hochtrabende Diskussionen.

Und ich bekam genau das, was ich erwartet hatte: Fünf junge Leute gehen in die Wildnis Skifahren (wir befinden uns schließlich in Norwegen!). Interessanterweise sprechen sie alle die verschiedensten Dialekte, wie ich nachher gelesen habe - hatte zur Folge, daß ich sie alle nicht verstanden hab. Aber egal, bei so 'nem Film sind die Gespräche ja eh nur Beiwerk. Einer bricht sich ein Bein, sie retten sich in ein verlassenes Haus, und dort werden sie dann einer nach dem anderen abgeschlachtet. Und zwar von einem Yeti, oder so. Wobei sich natürlich nachher rausstellt, daß der Gute einfach nur eine schwere Kindheit hatte und deshalb jetzt alle Menschen niedermetzelt, die ihm zu nahe kommen.

So weit, so gut, und sicher keinen Blogeintrag wert. Lustig fand ich es, daß am Ende dann plötzlich ALLE tot waren. OK, ich kenn mich ja in dem Genre nicht so ganz aus, aber bei allen Filmen, die ich bisher so gesehen habe (und zwar bis zum Ende), überlebte doch zumindest einer... nämlich wahlweise die blonde Frau oder derjenige, der von Anfang an der Held war.

OK, zwei Minuten später erstand dann diejenige, die von Anfang an die Heldin war, wieder von den Toten auf. Alles klar, Weltbild gerettet, und der Film ist nicht besser oder schlechter als alle solche "Muß Menschheit vernichten!"-Filme.

Tja, und dann kam die Schlußsequenz. Die Heldin tötet das böse Monster und sitzt oben an der Gletscherspalte (wie gesagt, wir befinden uns in der norwegischen Wildnis), in die der Yeti vorher die Leichen aller ihrer Freunde reingeschmissen hat. Noch ein kurzer Schockeffekt, als sie sich an das Monster erinnert - und dann in voller Lautstärke Turbonegro mit "All my friends are dead".

In dem Moment rutschte ich vor Lachen aus dem Kinosessel.

Årsoppsummering

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So, die Zeit der Jahresrückblicke. Meiner braucht einen norwegischen Titel, denn "Jahreszusammenfassung" klingt einfach doof, und "zusammenfassen" ist auch nicht dasselbe wie "summing up".

Äh ja, soviel dazu. Ich finde diese "Best of"-Listen eines Jahres uninteressant, und außerdem könnte ich mich auch nie entscheiden, wer jetzt wo nach oben muß - und nachher hätte ich doch die Hälfte vergessen. Also mache ich das anders: Ich gehe meine Konzerte durch und überlege, was da erinnerungswert war.

Los ging es im Januar wie immer mit der Busters-Tour. Die war klasse, ich fand die Konzerte alle toll - auch wenn der neue Sänger nicht so wirklich paßt, wie ich finde. Als "Neuling" hat man ein bißchen Respekt zu zeigen, und der fehlt komplett. Singen kann er, Stimmung machen auch, aber insgesamt wirkte er einfach so ein bißchen wie der Elefant im Porzellanladen. Was aber die Konzerte absolut nicht gestört hat.

Dann völlig überraschend ein Abwärts-Konzert in Stuttgart, von dem ich erst zwei Tage vorher erfahren habe, was aber recht nett war. Noch besser wäre es ohne Rod gewesen, und T fand ich da auch mehr als deplaziert.

Art Brut - wow! Ich kannte sie vorher kaum, hatte ein Lied auf der Visions-CD gehört und sie mir daraufhin beim Haldern aus der Ferne angehört. Aber da hatte ich nichts vom Konzert mitgekriegt, da es am Schütten und ich in Gedanken ganz woanders war, und außerdem total frustriert über den Regen. Diesmal das komplette Gegenteil. Ich stand vorne an der Bühne und starrte mit offenem Mund, denn die waren einfach nur genial. Danach dann gleich die CD gekauft, und dann ca. anderthalb Stunden an der Garderobe angestanden...

Cloroform in Frankfurt. Viel zu weit weg, aber das einzige erreichbare Konzert. Nette Leute kennengelernt, und ein Spitzenkonzert! Ich will die wieder live sehen, aber bitte mal weiter im Süden. Danach noch ein kurzes "Bis März dann!" an Johann, hihi.

Anfang März durfte ich dann zehn Stunden auf der Autobahn verbringen, um 250 Kilometer zurückzulegen. Und um am nächsten Morgen zu zittern, ob wohl mein Flugzeug starten könnte. Konnte es, und ich sah mein viertes Skambankt-Konzert in Oslo im John Dee. Absolut klasse, und nachher noch ein netter Abschluß im Internasjonalen (auch wenn wir doch etwas überrascht über die 24-Jahre-Altersgrenze waren - aber da die Jüngste das zum Glück überhört hatte, kamen wir trotzdem rein *g*).

Ich kam abends aus Oslo zurück, setzte mich ins Auto und fuhr direkt nach Stuttgart zum Bolzplatz Heroes-Konzert. Da konnte ich zwar kaum die Augen aufhalten, fand es aber trotzdem toll. Weniger toll fand ich das Knöllchen am Auto danach, aber da konnte ich nix für - und bisher ist auch noch nix gekommen, yeah. =;-)

Und dann kam die Kaizerstour. Los ging's mit eher mittelmäßigen Konzerten in Holland. Durch Deutschland wurde es dann immer besser, Köln war wohl der Höhepunkt mit einer ellenlangen Improvisation von "On the road again". Mannheim mit Shirins 50. Konzert war auch klasse, zumal wir danach mal nicht sofort rausgeschmissen wurden. Und Helge tanzte auf dem Tisch, ich habe viele Leute wiedergetroffen, und nach München konnte ich sogar mal einen Kollegen mitschleppen, der es offenbar auch gar nicht mal so schlecht fand. =;-)

Direkt nach der Tour ging's mit Tomte weiter, man muß sich ja ablenken. Und "Geigen bei Wonderful World" war sowieso schon seit das Album rauskam "mein" Lied. Das erste Konzert in Stuttgart war schön, aber irgendwie hat es mich nicht umgehauen. Für "Nicht-Tomte-Fans" war es zu lang, und irgendwie war die Stimmung nicht so toll, wie ich es erwartet hatte. Zwei Tage später im Substage war dann alles perfekt. Absolut perfekt.

Boppin' B in Tübingen ist mir jetzt nicht weiter in Erinnerung. Ich glaube, sie hatten eine seltsame Vorband. Dann ging es für ein Wochenende in die Schweiz, zu Cosmic Casino nach Basel (uninteressant wie immer *g*) und Datarock nach Schaffhausen (ääääh, seltsam *gg*). Die Buzzcocks in Stuttgart ließen Erinnerungen an alte Punkzeiten aufkommen, hat sich gelohnt! Silbermond waren spitze, aber die ganze Situation war ein bißchen seltsam, und zu Yakuzi in Weil der Stadt kam ich zu spät - aber die Lieder des neuen Albums sind hängengeblieben, und sie sind einfach toll.

TempEau in Karlsruhe - wieder so ein Konzert, wo ich eigentlich nur der Ansicht war, daß ich diese Band wohl mögen müßte und einfach mal auf Gut Glück hingefahren bin. Und bingo! Volltreffer. Mittlerweile kann ich beide Alben auswendig und will, daß die gefälligst nochmal in den Süden kommen. Auch wenn die Chancen wohl eher gering sind, bei den zehn Leutchen, die an dem Abend das Substage gefunden hatten...

Dann Bon Jovi in Stuttgart. Die Helden meiner Jugend. Das Ticket hatte ich mir lang vorher gekauft - sonst wäre ich an dem Tag entweder in Oslo bei Kaizers oder in Lissabon bei Xutos gewesen. So halt in Stuttgart bei Bon Jovi. Durch eine liebe Kaizers-Fanin (DANKE, Annie!!!) kamen wir an "On Stage"-Bändchen ran, mit denen wir für drei Lieder auf die Bühne durften. Das war beeindruckend, aber weniger wegen der Band (meine Star-Faszination ist mittlerweile doch eher zurückgegangen...), sondern wegen der Aussicht auf das Publikum. Weiterer Vorteil war, daß wir mit den Bändchen vorne in den vordersten Bereich reindurften. Und das Konzert war schon super beeindruckend, gar keine Frage. Und sie haben "Never say goodbye" gespielt - das Lied war über Jahre hinweg mein absolutes Lieblingslied!

An Cosmic Casino danach erinnere ich mich nicht weiter - ich glaube, ich habe noch nie eine Band so oft gesehen, die ich für völlig uninteressant halte. Aber was tut man nicht alles... *gg*

An Pfingsten dann ein Kaizerswochenende. Zuerst Rock im Park, wo nach Kaizers (die einen eher unspektakulären Auftritt hinlegten) noch Virginia Jetzt!, Art Brut und Bela B. spielten und mich allesamt sowas von überzeugten... ein tolles Festival, trotz Nieselregen und einstelligen Temperaturen. Weiter ging's nach Passau, zum Pfingstopenair und meinem 50. Kaizerskonzert. Die anderen Bands waren stinklangweilig, Kaizers verkrochen sich backstage - aber als sie dann auf der Bühne waren, kochte das Gelände. Und das, obwohl sie offenbar kaum jemand kannte. Wahnsinn! Nur der Abschluß war ein bißchen unbefriedigend.

Dann die Fußball-WM mit u.a. den Prinzen auf dem Schloßplatz, aber die hab ich schon besser erlebt. Ein Umsonst & Draußen in Würzburg, ein sehr schöner, ruhiger Tag mit wundervollen Konzerten von Boppin' B und Madsen. Und dann wieder Kaizers, diesmal in Ulm, mit einem netten Wandertag rund um den Blautopf vorher. Insgesamt sehr nett, auch wenn das Konzert kein absoluter Überflieger war, aber das Fantreffen außenrum machte das locker wieder wett. Auch wenn wir abends dann noch nebenbei erfuhren, daß 2007 sehr kaizerarm werden wird...

Wieder ein Ausflug in die Schweiz zum Gurtenfestival, der wild durchmischt toll und furchtbar war. Liebe Leute, aber beinahe wären wir gar nicht reingekommen. Fettes Brot waren toll, die anderen Konzerte eher mittelmäßig. Und zwei Tage vorher hatten Kaizers ein legendäres Konzert hingelegt, und ich war nicht dabei... *jammer*

"Das Fest" in Karlsruhe ist bisher immer an mir vorbeigegangen, diesmal mußte ich einen Tag hin, weil da Yakuzi und La Vela Puerca gespielt haben - es war wunderschön, aber die Sicherheitsbedingungen waren unter aller Sau. An die Hauptbühne zum Hauptact würde ich mich nicht trauen.

Und dann kam mein Urlaub - erst das Open Flair in Eschwege mit ganz vielen ganz tollen Konzerten (genaueres bitte beim Bericht nachlesen), dann La Vela Puerca in München (auch spitze) und dann das Frequency in Österreich, was absolut durchwachsen war. Zwar ein paar überragende Konzerte, aber insgesamt viel zu groß und unpersönlich und doof. Aber Salzburg ist eine wunderschöne Stadt!

Da mich La Vela Puerca so begeistert haben, ging's dann auch noch einen Tag zum Mini Rock Festival, was auch insgesamt sehr nett war. Punks sind schon lieb. *gg* Und La Vela Puerca ist wohl die Band, die ich am häufigsten gesehen habe, ohne auch nur einmal mit einem Bandmitglied zu sprechen. Aber mein Spanisch ist halt leider so... inexistent.

Dann wieder ganz kurzentschlossen Kante im Schocken, wo ich beinahe nicht mehr reinkam. Hat aber geklappt und sich gelohnt, nur daß das Konzert wieder zu lange dauerte und ich vor Ende los mußte, um die letzte Bahn zu kriegen. Wie immer im Schocken... *grr*

Es folgte die Bela-Tour - mit leider nur drei Konzerten für mich, viel zu wenig. Aber die drei waren echt klasse! In Stuttgart stand ich vorne, das war spitze, München war ein bißchen heftig vom Publikum her, und Karlsruhe war der krönende Abschluß. Auf der nächsten Tour bin ich öfter dabei!

Mittendrin noch Madsen in München, die mich aber enttäuschten. Das Konzert war zu kurz, die Band war zu schweigsam, die Spielfreude fehlte. Aber jeder hat mal einen schlechten Tag! Und vor ein paar Wochen in Stuttgart machten sie das alles wieder wett mit einem perfekten Konzert.

Dann ging es mal wieder nach Norwegen zu Skambankt. Diesmal nach Stavanger. Ja ja, Stavanger ist die "oil capital of the world", da kommt man doch problemlos hin... schon klar. Aber es lohnte sich. Einerseits, weil ich unterwegs das Kaizerbuch kaufen konnte, andererseits, weil ich viele liebe Leute kennengelernt und weidergetroffen habe und mich zum ersten Mal wirklich auf Norwegisch unterhalten konnte. Ach ja, und das Konzert war auch toll. *g* JR Ewing in Oslo am Tag danach hätte ich mir aber sparen können, das war einfach nur uninteressant.

Genau wie Farin Urlaub solo. Das Konzert hat zwar irgendwo ein bißchen Spaß gemacht, aber mir hätte nichts gefehlt, wenn ich nicht dagewesen wäre.

Danach kam dann wieder eine Kaizers-Tour, und die hatte es in sich! Aber dazu brauche ich nichts weiter schreiben, denn langsam aber sicher kommen wir in die Gegenwart, und mein letzter Blogeintrag handelte ja von genau dieser Tour. =;-)

Bis Ende des Jahres stehen jetzt noch die Schröders und die Ärzte an. Das erste Konzert wird sicher toll, das zweite eher durchwachsen. Aber abwarten, ich will ja nicht vorverurteilen.

Insgesamt also 63 Konzerte dieses Jahr - davon sicherlich über 20 absolute "Überflieger", mit grob geschätzt vielleicht fünf "Totalausfällen". Gute Quote. Tolles Jahr. =:-)

Bands des Jahres - nu ja, allen voran natürlich Kaizers, dann Skambankt, Madsen, Tomte, Bela. Neuentdeckungen Art Brut, La Vela Puerca und zuletzt Disco Ensemble. Die größten Erwartungen nächstes Jahr gehen an Skambankt und Virginia Jetzt!.

Lieder des Jahres - "Geigen bei Wonderful World" von Tomte, "Du schreibst Geschichte" von Madsen und "Mehr als das" von Virginia Jetzt!. Und bestimmt noch ganz viele andere, an die ich nur jetzt gerade nicht denke.

Tourloch vermißt, sachdienliche Hinweise bitte unter...

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Die Tour ist vorbei, jetzt steht also das Tourloch an.
Aber - moment? Tourloch? Ich? Jetzt? Häh?

Keine Ahnung, wie das passieren konnte, aber im Tourloch stecke ich momentan definitiv nicht. Ich esse noch nicht mal mehr Süßigkeiten als normalerweise (und das in der Vorweihnachtszeit!). Na ja, okay, ein paar mehr vielleicht schon, aber das liegt eigentlich nur daran, daß ich noch nicht richtig zum Einkaufen kam und meine Vorräte nunmal größtenteils aus Süßigkeiten bestehen. Andererseits erklärt das auch die Tatsache, daß die Vorweihnachtszeit keinen Einfluß auf meinen Süßigkeitenkonsum hat, denn ich hab ja nichts eingekauft.

Warum also kein Tourloch? Wahrscheinlicher deshalb, weil einerseits die Tour einen würdigen Abschluß hatte und ich andererseits direkt danach bestens abgelenkt war. Die drei Konzerte in Kopenhagen waren perfekt, auch wenn das erste das beste war und nicht das letzte - aber zusammengenommen war es absolut klasse so. Und am selben Tag, an dem ich aus Kopenhagen zurückkam, hab ich ein wunderbares Madsenkonzert besucht.

(Äh ja, und außerdem kann man sich auch perfekt vom Tourloch ablenken, indem man über irgendwelche Dinge nachgrübelt. Z.B. darüber, ob es Stalking ist, wenn man sich am Flughafen versehentlich direkt hinter jemandem anstellt, weil man ihn erst viel zu spät erkennt... ähem. Und klar, natürlich ist das KEIN Stalking, aber man kann seeeehr lange und ausgiebig darüber nachdenken, ob derjenige das wohl als Stalking ansieht. Wenn er einen denn überhaupt gesehen hat. Und außerdem gibt's da noch ganz viele andere Dinge zum philosophieren, die ich hier ja soooo gerne breittreten würde, aber... gnaaah. *aufdieZungebeiß*)

Aber hier sollte es ja eigentlich um die Tour und das Tourloch gehen. Die Tour war wundervoll, wie zu erwarten. Insgesamt ein bißchen anders als bisherige Touren, aber ich kann nicht so genau sagen, WIE anders oder warum. Ich glaube, insgesamt ist die Band ein bißchen in den Hintergrund gerückt (auch wenn die Konzerte nach wie vor natürlich der Höhepunkt jedes Tages waren), und das Miteinander, das Leute-Wiedersehen, das Neue-Leute-Kennenlernen hatte deutlich mehr Raum.

Und so sieht es auch dieses Mal bei meinem "Tourfazit" aus. Natürlich waren die Konzerte klasse - aber ich habe nichts anderes erwartet. Aber daß man quer durch Deutschland oder sogar halb Europa reist und dort liebe Freunde und Bekannte wiedertrifft, daß man auf jedem Konzert irgendwelche Leute aus dem Internet "in echt" kennenlernt, das ist einfach eine tolle Erfahrung. Und genau das ist es, was für mich eine Tour ausmacht. Vielen Dank an Euch alle, Ihr seid toll! Sowohl meine alten Bekannten aus Ärzte-Fan-Zeiten, die teilweise noch nicht mal zum Konzert mitgekommen sind =;-), als auch natürlich die Kaizerfans. Und da finde ich es klasse, daß da immer mehr eine Gemeinschaft entsteht.

Auch wenn es natürlich immer wieder Sachen gibt, die ich nicht nachvollziehen kann. Z.B., daß man Stunden vor Einlaß an der Halle sein muß. Klar, das Argument, daß man mit ein paar Zentimetern weniger einfach nichts sieht, wenn man nicht in der ersten Reihe steht, kann ich ja nachvollziehen. Aber muß man deshalb bei JEDEM Konzert da stehen? Es ist doch viel spannender, Konzerte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben und nicht immer an genau der gleichen Stelle zu stehen. Und na ja... Stunden vorher anstehen muß man meiner Meinung nach nur bei großen Bands. Bei Bands wie Kaizers muß man das nur, wenn ALLE es tun. Also - logische Folgerung - KEINER sollte es tun, denn es ist nur nervig.
Aber grundsätzlich ist das mir ja egal, ich hab mir immer einen schönen Platz gesucht, und ob die Band sich langweilt, weil sie jeden Tag dieselben Gesichter vorne sieht, kann mir ja egal sein. =;-)
(Nur ein kleiner Tip noch: Untersucht die Absperrgitter nach Markierungen. DÄ haben früher immer Schildchen geklebt, wer jeden Abend wo steht. *g*)

Insgesamt waren natürlich die Konzerte der Höhepunkt jedes Tages. Auch wenn ich theoretisch eigentlich schon alles gesehen haben müßte - Kaizers schaffen es immer wieder, mich zu überraschen. Und auch wenn der Großteil der Konzerte "nur" toll ist, und es auch immer wieder mal ein Konzert gibt, das eigentlich überhaupt gar nichts Neues mehr bietet - dann kommt plötzlich wieder ein Konzert, nach dem ich die ganze Welt umarmen möchte und auf die Knie fallen und Kaizers anbeten. So wie München oder das erste Kopenhagen-Konzert. Ich bin mit einem solch breiten Grinsen im Gesicht nach Hause gegangen und dachte nur "das Leben ist schön".

Und neben dem tollen Programm auf der Bühne gibt es ja auch vor der Bühne so viel zu sehen und zu beobachten, und auch das ist meistens wunderschön. Hier meine ich natürlich nicht die Chaoten, die grundsätzlich allen und jedem ihre Arme an den Kopf hauen (gesehen größtenteils in Skandinavien - alternativ waren es Skandinavier auf Saufurlaub...). Und auch nicht die Kinder, die immer noch nicht kapiert haben, daß man, wenn eine ganze Gruppe plötzlich in eine Richtung fällt, NICHT seinen Nebenmann so fest und brutal wie möglich wieder zurückschubst. Aber diese Leute waren auch absolut in der Minderheit, da mußte ich mich jetzt nur mal ganz allgemein auskotzen, aber auf Kaizerkonzerten geht es ja doch meist etwas zivilisierter zu. Und, das ist der Punkt, auf den ich rauswollte - alle lachen, strahlen, freuen sich. Und das ist wunderschön zu sehen, wie alle Menschen um einen rum am tanzen sind, begeistert mitsingen. "Dieses Glitzern in den Augen, dieses Strahlen im Gesicht" - wenn ich mal kurz Virginia Jetzt! zitieren dürfte.

Und das ist dann auch mein Gesamtfazit: Ich habe sehr liebe Freunde wiedergesehen, mit ihnen eine sehr schöne Zeit verbracht. Ich habe neue Leute kennengelernt und mich auf Anhieb super mit ihnen verstanden. Ich war umgeben von Menschen, denen dieselben Dinge etwas bedeuten wie mir. Und schuld daran ist diese komische Band aus dem Norden, die es schafft, alle zu begeistern. Danke. An meine Freunde, an die Leute, die ich kennengelernt habe, und an die Band.

Und jetzt muß ich noch rauskriegen, wohin ich auswandern muß, um eine Band kollektiv heiraten zu können. =:-)

Flaschenphilosophie

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Ich habe eben eine Pfandflasche in den Müll geworfen.

Alles fing damit an, daß mir aufgefallen ist, daß die Flasche auf einer Seite auf norwegisch und auf der anderen Seite auf schwedisch beschriftet war. (Vielleicht sollte ich noch dazusagen, daß ich die Flasche - Orangina Orange übrigens - auf dem Flughafen in Oslo - genauer gesagt in Sandefjord - gekauft habe, aber nicht getrunken. Damals, also vor zweieinhalb Wochen, durfte man ja noch Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen.) Mittlerweile habe ich die Flasche ausgetrunken und mich, wie eben angesprochen, darüber amüsiert, daß man "Fruchtfleisch" in einer Sprache mit ø und in der anderen mit ö schreibt. Was nicht weiter verwunderlich ist, aber... ich schweife ab.

Nebenbei fiel mein Blick auf die Pfandkennzeichnung. Da stand (an die Sprache kann ich mich leider nicht mehr erinnern) einmal: Nur in Norwegen - Pfand 1 KR. Und einmal: Nur in Schweden - Pfand 1 KR.

Und das brachte mich natürlich zum Nachdenken. Nicht, weil die Aussage irgendwie sinnlos wäre - denn auch wenn die Norweger und Schweden (Moooooooment. Linguistenalarm. Warum nicht "Schweder"? Oder von mir aus auch "Norwegen"? OK, letzters wäre verwirrend.) beide Kronen haben, sind es natürlich verschiedene Kronen. Und: Die norwegische Krone ist mehr wert als die schwedische!

Das bedeutet natürlich, daß man Gewinn macht, wenn man eine Flasche in Schweden kauft und in Norwegen zurückgibt.

Die Geschäftsidee liegt also auf der Hand: Man besorge sich in Schweden haufenweise Pfandflaschen und importiere sie nach Norwegen!

Allerdings galt mein nächster Gedanke den Getränkepreisen. Ich gestehe, ich war bisher noch nie in Schweden (das wird sich aber nächste Woche ändern!), aber mein Eindruck, größtenteils basierend auf Schilderungen und Zeichnungen meiner Namensgenossin, besagt, daß Getränke (also, genauer gesagt: alles) in Schweden viiiieeeel billiger ist.

Also wäre es doch schade, nur leere Pfandflaschen zu importieren. Man sollte sie vor dem Importieren befüllen. Und solange man da keinen Alkohol reintut, dürfte man auch an der Grenze keine Probleme kriegen - ICH kann mir nicht vorstellen, daß es eine Obergrenze gibt für die Anzahl der Pfandflaschen, die man einführt.

Leider bin ich zu spät auf die Idee gekommen. Ich fahre eher selten mit dem Auto von Schweden nach Norwegen, und im Flugzeug reise ich ja grundsätzlich nur mit Handgepäck, und daher darf ich ja gar keine vollen Pfandflaschen mehr mitnehmen.

Also hab ich das Ding weggeschmissen.

Außerdem hatte ich sie ja eh in Norwegen gekauft - und wenn schon Geld rausschmeißen, dann richtig!

Someone call 911!

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Durch einige Blogs geistert gerade die Frage, was man vor fünf Jahren, am 11.9.2001, getan hat.
An einzelne Momente und an das, was ich gedacht habe, kann ich mich noch recht gut erinnern. Die Details sind jedoch längst vergessen.

Ich war zuhause in meiner Studentenwohnung. Warum ich allerdings dienstags nachmittags zuhause war? Ach ja, da waren ja Semesterferien. Warum war ich dann in Saarbrücken? Gute Frage, wahrscheinlich mußte eine Studienarbeit fertig werden oder so. Oder nein - das war kurz nach dem Westerlandkonzert, und da bin ich ja mit den Saarländern hochgefahren.

Wie genau ich zuerst davon gehört habe, weiß ich nicht mehr - es war also eher unspektakulär. Also entweder beim Rumzappen oder über das Internet. Der Fernseher lief jedenfalls sowieso, da Farin Urlaub bei Viva zu Gast sein sollte. Und dementsprechend chaotisch und wirr war dann auch mein ganzer Nachmittag: Ich habe ständig hin- und hergeschaltet zwischen den Nachrichten (welches Programm war da ja ziemlich egal) und Viva, wo Farin mehr oder weniger "normal" interviewt wurde. Es war eine sehr bizarre Situation, für ihn wahrscheinlich am schlimmsten, und ich wollte einerseits das Interview sehen, andererseits die Augen vor den schlechten Nachrichten zumachen, aber natürlich auch wissen, was denn nun wirklich passiert ist. Als "einzelnen Moment" hab ich noch in Erinnerung, wie Farin gequält lächelnd auf dem Sofa sitzt und ich rübergezappt habe, um zum zehnten Mal das Bild vom einschlagenden Flugzeug präsentiert zu bekommen.

Zum Glück war die Viva-Sendung dann auch bald zuende, im Chat war das Gesprächsthema schon lange nur World-Trade-Center und nicht Herr Urlaub, und in den Nachrichten kam sowieso immer nur überall dasselbe.

Meine Gedanken... nun ja, für mich ist es grundsätzlich schwierig, einen Unterschied zu sehen zwischen 50 Toten und 5000 Toten. Natürlich, die Zahl ist höher, für die Betroffenen und Angehörigen aber macht es keinen Unterschied. Die Sache war und ist schrecklich - wären "nur" 50 Leute umgekommen, würde ich es aber als genauso schlimm ansehen. Das Bedrohliche war für mich weniger die Anzahl der Betroffenen (viele sagen ja, daß sie "ein solches Ausmaß" nie für möglich gehalten hätten - vielleicht bin ich einfach zu abgestumpft), als daß es der erste wirklich offene Angriff auf den "Westen" war, im Staatsgebiet der "Guten", dort, wo man sich eigentlich sicher fühlen würde.

Natürlich hat mich die ganze Sache geschockt. Aber stärker habe ich in dem Moment die Konsequenzen gesehen. Bush, der jetzt endlich einen Grund zum Angriff auf den "Osten" - ganz allgemein - hat. Ich habe auch von Anfang an spekuliert, daß die Regierung da irgendwo die Finger drin haben könnte. Zumindest das Flugzeug aufs Pentagon fand ich sehr suspekt.
Mittlerweile glaube ich das nicht mehr. Aber zutrauen würde ich Bush das schon. Und genau da beginnt mein Zwiespalt - ich traue einem Bush dieselben Grausamkeiten zu wie einem Bin Laden. Die Welt ist schlecht, sie wird sich nicht ändern, und das Böse existiert auf allen Seiten.

Daher bin ich immer hin- und hergerissen, wenn es um "die bösen Terroristen" geht. Alle Anschläge sind schrecklich, und solche Grausamkeiten würde kein vernünftiger Mensch begehen. Bisher sind die Idioten alle durch religiösen Hass getrieben worden - oder aber schlau genug, ihre Mitwisserschaft perfekt zu vertuschen.

Die einzige Art, auf solche Terroranschläge zu reagieren, ist meiner Meinung nach, sie zu ignorieren (soweit möglich natürlich, <Sarkasmus>Betroffene ausgenommen</Sarkasmus>). Man kann sie nicht verhindern und man kann selbst nicht beeinflussen, ob man irgendwann betroffen sein wird. Jedem Menschen das Leben zu erschweren, Unschuldige zu erschießen, weil sie ihren Zug noch erwischen wollen, oder bayrische Kleinstadtbahnhöfe abzusperren, weil jemand seinen Koffer vergessen hat, ist in meinen Augen das falsche Mittel.
Nein, die einzige Möglichkeit ist es, den Tätern die Zunge rauszustrecken, ihnen den Stinkefinger zu zeigen und zu sagen: "We're not afraid!" Denn wer Angst hat, gibt dem Terror nach.

Alles und nichts

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Irgendwie hab ich gerade ein paar Sachen, die ich schreiben will, die aber alle nicht für einen eigenen Blogeintrag reichen. Also stückeln wir halt mal.

Bin ich blöd?
Nachdem ich vor einer Weile zum zweiten Mal zu Geschäftsöffnungszeiten auf der Suche nach einem Mediamarkt (oder Saturn, oder was auch immer) auf der Autobahn unterwegs war, ist es bewiesen: Mediamärkte direkt an der Autobahn gibt es nur abends oder am Wochenende. Da fallen sie einem ständig ins Auge, und man könnte jederzeit rausfahren, um sich eine CD zu kaufen - außer, daß die Dinger dann natürlich geschlossen sind. Wenn man dringend was kaufen will und die Geschäfte offen haben, gibt es definitiv keine Mediamärkte irgendwo, völlig egal, wo man langfährt.

Unverschwindbar
Im Gegensatz zu den extrem verschwindbaren Mediamärkten ist meine Ohrstöpselbox absolut unverschwindbar. Ich schätze, daß sie selbst dann, wenn sie ausgedient hat und im Müll landet, in kürzester Zeit wieder zu mir zurückfinden wird. Wobei ich es dann wahrscheinlich nicht so toll fände wie normalerweise, wenn sie mir z.B. während eines Konzerts aus der Tasche rutscht und nachher genau zwischen meinen Füßen rumliegt, oder, wie vor kurzem passiert, mir irgendwo unterwegs beim Rumlaufen aus der Hosentasche fällt - und zwar genau da, wo ich zehn Minuten später wieder vorbeikomme und denke: Moment, das Ding kennst du doch!

Jetset
Ich hatte mich ja schonmal darüber ausgelassen, wie seltsam es ist, mit dem Flugzeug auf Tour zu gehen. Mittlerweile ist die Tour geplant - und okay, auch wenn ich mittendrin eine ganze Runde mit dem Auto machen werde, 9 Flüge sind gebucht... *hüstel* Irgendwie schon krank, aber nach Schweden z.B. komme ich billiger als nach Köln...

Babylon
Und beim Buchen habe ich festgestellt, daß ich Schweden am Telefon besser verstehe als Norweger. Momentchen mal, welche Sprache hab ich nochmal gelernt???
Na ja, dafür konnte die Norwegerin besser Englisch. =;-)

"Ich kenn euch zwar nicht..."
"... aber ihr schreibt mich doch sicher trotzdem auf die Gästeliste, oder?"
Beim Planen ist mir dann untergekommen, daß an einem Tag, an dem ich eh in Oslo bin, eine Band spielen wird, von der ich bisher nur mal den Namen gehört hab - die aber offenbar ihr allerletztes Konzert spielt und alle Ausländer, die dafür anreisen, auf die Gästeliste setzen will. Ich habe sogar kurz überlegt, denn das wäre echt einfach, und meine ursprüngliche Planung "mal gucken, da gibt's bestimmt noch Tickets an der Abendkasse" war damit ja im Eimer. Aber dann hat doch die Fairness gesiegt und ich hab 'ne Mail geschrieben mit "Ich kenn euch zwar nicht, aber..." Mal gucken, was passiert.

Und sonst:
Lebt man halt so vor sich hin, manche Dinge sind doof, andere sind toll, manche Leute sind lieb, andere haben einen an der Waffel. Über manche Kleinigkeiten und Aussagen freut man sich, andere lassen einen mit offenem Mund dastehen und fassungslos denken, wo man nur seine Menschenkenntnis her hat und warum man nicht gemerkt hat, wie jemand wirklich ist und wo das Problem liegt. Und das bringt einen zum Grübeln. Aber zum Glück kann ich bei solchen Dingen auch recht einfach die Augen zumachen und mich stattdessen wichtigeren Dingen widmen. Wie z.B. online mitzufiebern, wie ein kleines Mädchen unglaubliche Stärke zeigt.

OK, war jetzt sehr konfus und abgehackt, aber damit sind jetzt mal die ganzen Kleinigkeiten "abgearbeitet".

Ich will niemals fragen, wo ich war

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Es ist Donnerstag abend, 20 Uhr. Auf der Bühne stehen die Helden und singen "Vielleicht ist es wirklich nur ein Jahr, aber ich will niemals fragen wo ich war." Und mir laufen die Tränen übers Gesicht.

Warum? Weil ich einfach nur von allem und jedem genervt war. Insbesondere von den Kindern um mich rum, die ein Festival nur als Grund zum Saufen und Mist bauen ansehen. Die während der Konzerte nichts besseres zu tun haben, als lauthals mit dem Nachbarn zu quatschen - vorzugsweise ganz vorne. Die immer und überall durchwollen, egal ob vorwärts oder rückwärts, und wer nicht Platz macht, ist doof. Entschuldigen muß man sich natürlich auch nicht, wenn man jemanden anrempelt. Ach ja, und sich mitten im Konzert mitten in der Masse auf den Boden zu setzen, ist natürlich auch selbstverständlich, aber laut meckern, wenn das dann jemand zu spät sieht und auf denjenigen drauffällt. Hauptsache man selber hat Spaß, die anderen sind egal.

Und ja, natürlich ist das auf Festivals so. Deshalb mag ich sie ja nicht. Aber irgendwo sollte doch auch ein bißchen Respekt vor dem jeweiligen Künstler, der dort auf der Bühne steht, da sein. OK, das war bei den Helden weniger das Problem, das ist mir mehr am nächsten Tag vor Tomte aufgefallen. Eine Band namens Cursive stand auf der Bühne - ok, die haben mich auch nicht interessiert, aber wenn ich schon da vorne rumstehe, dann kann ich doch zumindest auch zuhören und applaudieren, oder? Aber das ist wohl schon zuviel verlangt. Ich stand nämlich mitten in einer Gruppe Kinder, die auf dem Boden rumlungerten. Und wenn ich es gewagt habe, meinen Fuß ein kleines bißchen zu bewegen, wurde ich böse angeguckt, denn ich könnte ihn ja dahin stellen, wo man eigentlich gleich die Hand hätte abstützen wollen. Das Ganze wohlgemerkt im Wellenbrecher direkt vor der Bühne.
Ja, das Problem des Wellenbrechers ist mir bewußt. Ich habe es auch schon erlebt, daß ich mich da durch für mich völlig uninteressante Bands "durchleiden" mußte. Aber ich habe dann zumindest nicht anderen Leuten die Stimmung kaputtgemacht.

Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab - denn dies sind nunmal die grundsätzlichen Probleme auf Festivals, die natürlich meine Grundstimmung erklärten, aber nicht die plötzliche Enttäuschung, die mich bei Wir sind Helden überkam.

In den Wellenbrecher vorne kam ich nicht mehr rein, der war schließlich voll mit Muse-Fans (schätze ich). Also habe ich mir ein schönes Plätzchen nicht allzu weit hinten gesucht, mit guter Sicht zur Bühne. Tja, aber das hielt dann genau bis zum Konzertanfang. In dem Moment wurde nämlich offenbar auch denjenigen, die sich bis dahin noch keinen guten Platz gesucht hatten, bewußt, daß sie dieses Konzert ja sehen wollten. Also setzten Massenwanderungen Richtung Bühne ein, von Leuten, denen es völlig egal war, durch wen sie da gerade wieder durchrennen oder wem sie sich vor die Nase stellen. In meiner Ecke wäre es aber auch ohne die Wanderer kaum auszuhalten gewesen, da die Leute um mich rum offenbar kein Interesse an den Helden hatten und lauthals am Quatschen waren. Oder, auch immer wieder gerne gesehen, sich mit dem Rücken zur Bühne stellten (und ja, ich finde es unangenehm, wildfremden Menschen ins Gesicht gucken zu müssen, wenn ich eigentlich die Bühne sehen will). Wohlgemerkt, das alles schon mitten im Konzert.

Da mich das so angekotzt hat, bin ich daraufhin nach hinten gegangen. Das war natürlich genau das, was mich bei anderen so stört, aber ich habe immerhin niemanden umgerannt, und wenn ich mich durchdrückend mußte, gab es zumindest ein "sorry". Hinten war es dann einigermaßen auszuhalten, allerdings wurde mir dann bewußt, daß ich ca. 200 Meter von der Bühne wegstehe und da grob die Umrisse einer Band erahne, die ich vor gerade mal drei Jahren zum ersten Mal live gesehen habe - damals im Vorprogramm von Readymade. Readymade gibt es mittlerweile nicht mehr, auch in ihrer aktiven Zeit kannte sie kaum jemand, und beim erwähnten Helden-Auftritt im Vorprogramm waren großzügig geschätzt 30 Leute im Publikum. Der Sound war grausam, die Bühne seltsam, und dennoch hat mir der Auftritt besser gefallen als das Readymade-Konzert direkt danach.

Und drei Jahre später steht ebendiese Band vor ungefähr 500mal so vielen Menschen. Auf einer Bühne, die vielleicht so groß ist wie damals der ganze Club.

Sie haben es mehr als verdient. Ich gönne es ihnen von ganzem Herzen. Und dennoch - damals hat es einfach mehr Spaß gemacht. Ein Clubkonzert gibt mir so viel mehr als ein Festivalauftritt. Und unbekannte Bands kann ich viel mehr lieben als Bands, die jeder kennt und gut findet.

Diese Erkenntnis allein war schon ein Schock, in gewisser Weise heißt das, daß die Helden für mich "verloren" sind. Nebenbei sangen sie in genau diesem Moment "wo war ich, als das wahr war?" Ich war dabei. Zum Glück. Und ich muß niemals fragen, wo ich war - aber war es das jetzt? Bei den Helden wohl schon. Die großen Momente für mich (wohlgemerkt _für mich_, für die Band geht es sicher noch weiter nach oben, und ich wünsche es ihnen) sind vorbei. Ich werde sie sicherlich weiterhin live sehen, aber es wird nicht mehr so wie früher.

Was bedeutet das insgesamt? Sind es nur die Helden? Im Endeffekt hat jede Band nur zwei Möglichkeiten - entweder sie schaffen es nach oben und werden irgendwann "zu groß", oder sie geben irgendwann auf und lösen sich auf. Wird es bei allen "meinen" Bands so sein? Es ist eine Sache, _dabei_ zu sein und nicht fragen zu müssen, wo man war. Aber ich möchte eben, daß es auch so weitergeht. Ich möchte nicht "endlich erwachsen" werden und keinen Spaß mehr an Konzerten haben. Und an Festivals habe ich jetzt schon keinen Spaß mehr. Was, wenn es bei Clubkonzerten bald genauso aussieht? Was, wenn die nächste Kaizers-Tour meine letzte sein wird? Danach ist erstmal ein Jahr Pause, dann bin ich 30, und wer weiß, ob ich dann noch meinen Urlaub für Konzertreisen nutzen kann/will/werde? "Vielleicht ist es wirklich nur ein Jahr..." - und dann?

All das ging mir beim Heldenkonzert durch den Kopf. Und das tat alles andere als gut. Ich weiß, ich kann den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Und ich weiß, irgendwann werde ich einfach keine Lust mehr haben, auf Konzerten nur noch von Menschen umgeben zu sein, die zehn Jahre jünger sind als ich. Und irgendwann wird "Konzertjunkie" nicht mehr mein Leben sein. Und ich stehe gerade irgendwo am Ende, und das macht mir Angst.

Ein Trostpflaster waren dann Art Brut am nächsten Tag. Wahrscheinlich spielte auch die Tatsache, daß parallel zu Art Brut auf der anderen Bühne die Arctic Monkeys spielten, eine gewisse Rolle. Daher war das Art Brut-Konzert nämlich ein richtig schön kleines, intimes Konzert - na ja, soweit man bei Festivalkonzerten von intim sprechen kann, natürlich. Aber man kam in der Umbaupause noch recht weit nach vorne, man wurde nicht zerquetscht, und die Stimmung war trotzdem gut. Und genau so muß ein Konzert sein: Rock auf der Bühne, Stimmung vornedran. Das hat Spaß gemacht. So ganz vorbei ist es also doch noch nicht.

Bitte lächeln!

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Schlechte Laune ist normal. Natürlich nicht immer, aber immer wieder.

Wenn ich mit schlechter Laune auf ein Konzert gehe, finde ich das Konzert meistens doof - kein Wunder. Manchmal haut mich ein Konzert zwar trotzdem um und ich bin begeistert, aber das kommt doch eher selten vor. Meistens macht das Konzert dann einfach keinen Spaß.

Analog dazu bei Festivals - wobei bei mir da die Gefahr von schlechter Laune größer ist. Denn Festivals mag ich nicht, und wenn es dann auf der Hinfahrt noch Stau gibt, oder keine Parkplätze, oder ein ewig langer Weg in sengender Hitze (oder gar im Regen) bis zum Festivalgelände, doofe Securities, Ärger am Einlaß, was auch immer - dann ist die Stimmung natürlich im Keller. Und dann spielen da außer den ein, zwei Bands, die ich sehen will, haufenweise andere, es sind viel zu viele Menschen unterwegs, man kommt nirgendwo durch, und wenn man was trinken will, ist man nachher pleite.

Aber eigentlich wollte ich jetzt gar nicht über Festivals wettern, denn ich bin ja selbst schuld, wenn ich da hinwill. Und meistens will ich ja auch wirklich hin.

Eigentlich ging es um schlechte Laune. Wie gesagt, wenn ich auf einem Festival oder Konzert schlechte Laune habe, sind die Konzerte doof. Aber nur für mich. Ich bin nämlich der Meinung, daß es ziemlich unfair allen anderen gegenüber ist, die ganze Zeit mit hängenden Mundwinkeln rumzulaufen. Und zwar unfair sowohl denjenigen gegenüber, die mit einem da sind, als auch grundsätzlich allen anderen Besuchern - ich finde es grausam, bei Konzerten Menschen zuzugucken, die nur gelangweilt und genervt rumstehen. Daher, wenn ich schlechte Laune habe bei Konzerten, dann zeige ich es entweder nicht - oder stelle mich irgendwohin, wo ich niemanden mit meiner Schmollerei störe.

Zumindest ist das die Theorie. Praktisch sieht es natürlich nochmal ganz anders aus. Wobei es da bei mir nochmal unterschiedlich ausfällt, je nachdem, ob ich schon "die ganze Zeit" mies drauf bin, oder ob die Laune erst im Laufe des Konzerts/Festivals runtergegangen ist. Ersteres kann ich gut überspielen, zweiteres eher nicht...

Für schlechte Laune, die beim Konzert entsteht, gibt es verschiedenste Gründe: Am einfachsten ist wohl der, daß das Konzert einfach schlecht ist. Das ist schade, aber nicht zu ändern, und auch kein weiteres Drama. Nummer zwei: Das Konzert ist eigentlich gut, berührt mich aber überhaupt gar nicht. Hmm. Na ja, die Band streiche ich dann von meiner Konzertliste - auch schade, aber es paßt einfach nicht immer. Grund drei: Das Konzert ist eigentlich gut, aber ich will mehr. In welchem Sinne auch immer. Mehr Lieder, andere Lieder. Mehr Gerede, weniger Gerede. Eigentlich doch lieber wieder die Vorband. Daß irgendwer da auf der Bühne mal runterguckt, oder daß irgendwer nicht ständig gucken soll. Oder was auch immer - völlig egal. Der eigentliche Grund für die schlechte Laune ist dann jedenfalls, daß man ein tolles Konzert nicht genießen kann, weil man mit irgendwelchem Mist beschäftigt ist. Und das ist so frustrierend, daß die Laune nur runtergehen KANN.

Trotzdem versuche ich das dann zu überspielen, um meinen Begleitern einen Gefallen zu tun. Es ist aber schwierig, und gelingt sicher nicht immer. Aber wenn ich merke, daß es nicht geht, bin ich offen und ehrlich und biete meinem Gegenüber an, mich zu hauen, wenn ich nerve. Ist bisher noch nicht passiert, sie haben bisher alle Verständnis geheuchelt. =;-)

Tja, und Ziel dieses Blogeintrags war eigentlich, mich über diejenigen auszukotzen, die sowas nicht machen. Die während oder nach einem Konzert mit hängenden Mundwinkeln rumrennen, weil irgendwas nicht so war, wie sie es sich erträumt hatten, und die damit auch für mich das Konzert runterziehen. Das nervt. Aber es ist nunmal auch soooo verständlich...