Rentenanpassung – ein „Tun-als-ob" - pits aktueller Kommentar 18-12
Monday, July 2, 2012 8:10:42 PM
Schaut man auf die Nachrichten, darauf, was aktuell zu Renten berichtet wird – da hält sich weiter hartnäckig die Auffassung, unsere Altersrenten wären wie alljährlich zum 1. Juli an gestiegene Löhne angepasst worden.
Sogar Gewerkschafter bedienen sich zum Teil dieser irreführenden Sprachregelung - obwohl regelrechte Anpasssung doch seit des SPD-Kanzlers Schröder Zeiten der Vergangenheit zuzuordnen ist.
Seither haben wir es noch und noch in West und auch in Ost immer wieder sogar mit Nullrunden und insgesamt mit einem sinkenden Realwert der Renten zu tun – im Endeffekt also mit Minusrunden. Nur kurzzeitig (1998/99, 2993, 2009) erscheint die Anpassung überhaupt mal gegenüber der Preisentwicklung akzeptabel.
Ganz anders, als es die amtliche Berichterstattung der Öffentlichkeit vermittelt.
Renten„anpassungen“ und Inflationsrate 1995-2012 (jeweils in Prozent) – BMAS, DIW
Jahr BRD West Ost Teuerung
1995 1.01. 0,0 2,78
1995 1.07. 0,5 2,48 1,8
1996 1.01. 0,0 4,38
1996 1.07. 0,09 1,21 1,4
1997 1.07. 1,65 5,55 1,0
1998 1.07. 0,44 0,89 1,0
1999 1.07. 1,34 2,79 0,6
2000 1.07. 0,6 0,6 1,4
2001 1.07. 1,91 2,11 1,9
2002 1.07. 2,16 2,89 1,5
2003 1.07. 1,04 1,19 1,0
04/06 - 0,0 0,0
2007 1.07. 0,54 0,54 2,3
2008 1.07. 1,1 1,1 2,8
2009 1.07. 2,41 3,38 0,4
2010 - 0,0 0,0 1,1
2011 1.07. 0,99 0,99 2,3
Um 9 % ist die Kaufkraft der Renten in den letzten acht Jahren gefallen, registrieren die Sozialverbände.
Schon im Oktober vorigen Jahres wurde von der Deutschen Rentenversicherung mit Blick auf 2012 eine „Prognose für Rentenerhöhung …“ bekanntgegeben. Es würde „ein Zuschlag von deutlich über 1,5 % herauskommen“, hieß es da zurückhaltend noch.
Von der ersten Verlautbarung aus dem Schätzerkreis der DRV über das Befassen der Koalitionskabinettsrunde, dann der eigentlichen Kabinettsentscheidung, den „Absegnungen“ durch Bundestag und Bundesrat – der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Auch zwischendurch äußert sich die Sozialministerin immer mal zum Thema. Und jedesmal war eine Mitteilung darüber den Redaktionen der Zeitungen und Sender ein Platz unter den aktuellen Nachrichten wert. Seht her, ihr Alten, wie gut es euch geht! Ihr zweifelt doch nicht, oder?
Das muss aber nicht so bleiben, klingt manchmal mit. Denkt an die demografischen Rahmenbedingungen! Wer soll das immer bezahlen?
Die da solche Ängste bedienen oder schüren, denen fehlt (natürlich?) das Wort Bürgerversicherung in ihrem Vokabular (ganz zu schweigen von einer Wertschöpfungsabgabe für hochproduktive Industrien als letzte Sicherheit).
Am 12.3.2012 hat die Sozialministerin beziffert, was sie einen nun angesagten „kräftigen Rentenanstieg“ nennt:
Plus-West 2,18 %, Plus-Ost 2,26 %
Es gab schon bessere Jahre (s.o.)
Der Abstand des Rentenwertes Ost zum Allgemeinen Rentenwert verringert sich demzufolge von 88,71 % auf erstaunliche (haha!) 88,78 %.
„Bei diesem Tempo dauert der Anpassungsprozess ca. 160 Jahre, und das werden vermutlich weder Sie noch ich … erleben“, ironiserte der Hallenser Seniorenvertreter Klaus Vollhardt die Verheißung in einem Brief an die Bundeskanzlerin. Und verwies auf die Teuerungsrate in West wie Ost, die Lobreden lächerlich erscheinen lässt
Treffend charakterisiert die Rentnervereinigung Bezirk Ruhr in ver.di-Mitteilungen die „Wohltat“, derer wir nun teilhaftig werden. – Link Und erkennt sozialen Sprengstoff in der von „Reformern“ veränderten Rentenberechnung mit Dämpfungsfaktoren.
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=rentenanpassung%202012%20verdi-mitteilungen%20rentnervereinigung%20ruhr&source=web&cd=2&sqi=2&ved=0CDgQFjAB&url=http%3A%2F%2Fessen.verdi.de%2Fsenioren%2Fdata%2FSenioren-Info-3-2011-RV.pdf&ei=JqbwT_udG8rJtAas3ISPDw&usg=AFQjCNEGkJGmQ38I_7YhGhc8uyUynS0Ssw
Der Bereich Sozialpolitik in der ver.di-Bundesverwaltung fordert:
„Die Rentenanpassung muss die Teuerungsrate ausgleichen. Sie muss einfacher und transparenter werden. Die Kürzungsfaktoren müssen aus der Rentenformel gestrichen werden. Rentnerinnen und Rentner müssen am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben!“
Link http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=rentenanpassung%202012%20verdi-&source=web&cd=1&ved=0CE0QFjAA&url=http%3A%2F%2Fsenioren.verdi.de%2Ftipps%2Faltersversorgung_rente%2Fdata%2FRentenanpassung-2012.pdf&ei=OqfwT_GeM4TKtAaYs4WNDw&usg=AFQjCNFHVcnclyoFszjs8cbf39s4KpyrcQ
Es gab übrigens schon Verfassungsbeschwerden gegen die geübte Praxis der Rentenanpassung. – Link http://www.google.de/#sclient=psy-ab&hl=de&q=Rentenanpassung+verfassungsbeschwerden&oq=Rentenanpassung+verfassungsbeschwerden&gs_l=serp.12...8196.31097.1.34722.40.33.1.6.7.0.213.4370.0j31j1.32.0...0.0.DUutonHil7c&psj=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.,cf.osb&fp=49d91f5a51ac3fcb&biw=1081&bih=760 Der Entscheid steht zum Teil seit Jahren aus.
Gäbe es die Dämpfungsfaktoren nicht, betrüge die Rentenerhöhung in diesem Jahr 3,5 %.
Beachtung verdient unbedingt auch: Die ohnehin insgesamt mäßige Entwicklung der Bruttolöhne – zwischen 2000 und 2010 sanken diese preisbereinigt um 5 % (K 31-11) – hat deren Wirkung auf die Rentenberechnung bereits an der Basis „gedämpft“.
Frühere Kommentare zum Thema
14-11 „Mehr Rente!“ heißt es unangemessen großtönend – wieder und wieder
08-10 1. Juli – Tag der jährlichen Rentenanpassung
19-09 Rentner-Danktag“
19-07 DieRenten steigen wieder, und niemand will sich freuen
19-08 Rentenanpassung – woran eigentlich?
07-06 Die Renten folg(t)en den Löhnen – Bedingung unserer „Folgsamkeit“?
14-05 Nullrunden noch und noch und noch? - Nein!
Sogar Gewerkschafter bedienen sich zum Teil dieser irreführenden Sprachregelung - obwohl regelrechte Anpasssung doch seit des SPD-Kanzlers Schröder Zeiten der Vergangenheit zuzuordnen ist.
Seither haben wir es noch und noch in West und auch in Ost immer wieder sogar mit Nullrunden und insgesamt mit einem sinkenden Realwert der Renten zu tun – im Endeffekt also mit Minusrunden. Nur kurzzeitig (1998/99, 2993, 2009) erscheint die Anpassung überhaupt mal gegenüber der Preisentwicklung akzeptabel.
Ganz anders, als es die amtliche Berichterstattung der Öffentlichkeit vermittelt.
Renten„anpassungen“ und Inflationsrate 1995-2012 (jeweils in Prozent) – BMAS, DIW
Jahr BRD West Ost Teuerung
1995 1.01. 0,0 2,78
1995 1.07. 0,5 2,48 1,8
1996 1.01. 0,0 4,38
1996 1.07. 0,09 1,21 1,4
1997 1.07. 1,65 5,55 1,0
1998 1.07. 0,44 0,89 1,0
1999 1.07. 1,34 2,79 0,6
2000 1.07. 0,6 0,6 1,4
2001 1.07. 1,91 2,11 1,9
2002 1.07. 2,16 2,89 1,5
2003 1.07. 1,04 1,19 1,0
04/06 - 0,0 0,0
2007 1.07. 0,54 0,54 2,3
2008 1.07. 1,1 1,1 2,8
2009 1.07. 2,41 3,38 0,4
2010 - 0,0 0,0 1,1
2011 1.07. 0,99 0,99 2,3
Um 9 % ist die Kaufkraft der Renten in den letzten acht Jahren gefallen, registrieren die Sozialverbände.
Schon im Oktober vorigen Jahres wurde von der Deutschen Rentenversicherung mit Blick auf 2012 eine „Prognose für Rentenerhöhung …“ bekanntgegeben. Es würde „ein Zuschlag von deutlich über 1,5 % herauskommen“, hieß es da zurückhaltend noch.
Von der ersten Verlautbarung aus dem Schätzerkreis der DRV über das Befassen der Koalitionskabinettsrunde, dann der eigentlichen Kabinettsentscheidung, den „Absegnungen“ durch Bundestag und Bundesrat – der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Auch zwischendurch äußert sich die Sozialministerin immer mal zum Thema. Und jedesmal war eine Mitteilung darüber den Redaktionen der Zeitungen und Sender ein Platz unter den aktuellen Nachrichten wert. Seht her, ihr Alten, wie gut es euch geht! Ihr zweifelt doch nicht, oder?
Das muss aber nicht so bleiben, klingt manchmal mit. Denkt an die demografischen Rahmenbedingungen! Wer soll das immer bezahlen?
Die da solche Ängste bedienen oder schüren, denen fehlt (natürlich?) das Wort Bürgerversicherung in ihrem Vokabular (ganz zu schweigen von einer Wertschöpfungsabgabe für hochproduktive Industrien als letzte Sicherheit).
Am 12.3.2012 hat die Sozialministerin beziffert, was sie einen nun angesagten „kräftigen Rentenanstieg“ nennt:
Plus-West 2,18 %, Plus-Ost 2,26 %
Es gab schon bessere Jahre (s.o.)
Der Abstand des Rentenwertes Ost zum Allgemeinen Rentenwert verringert sich demzufolge von 88,71 % auf erstaunliche (haha!) 88,78 %.
„Bei diesem Tempo dauert der Anpassungsprozess ca. 160 Jahre, und das werden vermutlich weder Sie noch ich … erleben“, ironiserte der Hallenser Seniorenvertreter Klaus Vollhardt die Verheißung in einem Brief an die Bundeskanzlerin. Und verwies auf die Teuerungsrate in West wie Ost, die Lobreden lächerlich erscheinen lässt
Treffend charakterisiert die Rentnervereinigung Bezirk Ruhr in ver.di-Mitteilungen die „Wohltat“, derer wir nun teilhaftig werden. – Link Und erkennt sozialen Sprengstoff in der von „Reformern“ veränderten Rentenberechnung mit Dämpfungsfaktoren.
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=rentenanpassung%202012%20verdi-mitteilungen%20rentnervereinigung%20ruhr&source=web&cd=2&sqi=2&ved=0CDgQFjAB&url=http%3A%2F%2Fessen.verdi.de%2Fsenioren%2Fdata%2FSenioren-Info-3-2011-RV.pdf&ei=JqbwT_udG8rJtAas3ISPDw&usg=AFQjCNEGkJGmQ38I_7YhGhc8uyUynS0Ssw
Der Bereich Sozialpolitik in der ver.di-Bundesverwaltung fordert:
„Die Rentenanpassung muss die Teuerungsrate ausgleichen. Sie muss einfacher und transparenter werden. Die Kürzungsfaktoren müssen aus der Rentenformel gestrichen werden. Rentnerinnen und Rentner müssen am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben!“
Link http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=rentenanpassung%202012%20verdi-&source=web&cd=1&ved=0CE0QFjAA&url=http%3A%2F%2Fsenioren.verdi.de%2Ftipps%2Faltersversorgung_rente%2Fdata%2FRentenanpassung-2012.pdf&ei=OqfwT_GeM4TKtAaYs4WNDw&usg=AFQjCNFHVcnclyoFszjs8cbf39s4KpyrcQ
Es gab übrigens schon Verfassungsbeschwerden gegen die geübte Praxis der Rentenanpassung. – Link http://www.google.de/#sclient=psy-ab&hl=de&q=Rentenanpassung+verfassungsbeschwerden&oq=Rentenanpassung+verfassungsbeschwerden&gs_l=serp.12...8196.31097.1.34722.40.33.1.6.7.0.213.4370.0j31j1.32.0...0.0.DUutonHil7c&psj=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.,cf.osb&fp=49d91f5a51ac3fcb&biw=1081&bih=760 Der Entscheid steht zum Teil seit Jahren aus.
Gäbe es die Dämpfungsfaktoren nicht, betrüge die Rentenerhöhung in diesem Jahr 3,5 %.
Beachtung verdient unbedingt auch: Die ohnehin insgesamt mäßige Entwicklung der Bruttolöhne – zwischen 2000 und 2010 sanken diese preisbereinigt um 5 % (K 31-11) – hat deren Wirkung auf die Rentenberechnung bereits an der Basis „gedämpft“.
Frühere Kommentare zum Thema
14-11 „Mehr Rente!“ heißt es unangemessen großtönend – wieder und wieder
08-10 1. Juli – Tag der jährlichen Rentenanpassung
19-09 Rentner-Danktag“
19-07 DieRenten steigen wieder, und niemand will sich freuen
19-08 Rentenanpassung – woran eigentlich?
07-06 Die Renten folg(t)en den Löhnen – Bedingung unserer „Folgsamkeit“?
14-05 Nullrunden noch und noch und noch? - Nein!







