Abschlussbericht für Rotary
Tuesday, November 30, 2010 8:27:40 PM
naja jetzt kopiere ich einfach nur den Text. Wer den richtigen Abschlussbericht lesen möchte - einfach fragen. Er sieht so einfach leider so lang und langweilig aus
naja kann man nix machen."Ecuador? -Was willst du da denn? "
Das war die Frage, die mir vor nun ungefaehr 2 Jahren immer wieder von allen Freunden,Bekannten und Schulkameraden gestellt worden ist. Am Anfang, muss ich gestehen,war ich mir auch noch nicht so sicher,was ich eigentlich genau wollte in Ecuador und mich auch gefragt habe,wo Ecuador eigentlich zu finden ist!? Ich hatte es manchmal vielleicht im Zusammenhang mit Fußball oder als eines der Dritten-Welt-Länder gehört, aber Vieles war unbekannt... Doch mit der Zeit hört man über solche Reaktionen hinweg und ich wurde immer entschlossener,dass meine Entscheidung in ein exotisches und ausgefallendes Land zu gehen,richtig ist und hatte schliesslich auch immer eine Antwort auf die Frage parat: Was ich in Ecuador will? – ein spannendes,erlebnisreiches und abenteuerliches Jahr erleben!
Und ich kann euch garantieren, DAS habe ich auch bekommen! Wenn ich heute, ca. 3 Monate nach meiner Rueckkehr, an meine Zeit in Ecuador denke, ueberkommt mich eine Welle von Eindruecken, Erlebnissen und Gefuehlen, die mit Bildern einen langen Film vor meinen Augen abspielen und der uebliche Reaggeton die Hintergrundmusik darstellt.
Als ich am 22.August 2009 unter Traenen der Abschiedsschmerzen in das Flugzeug in Duesseldorf stieg,wurde mir zum ersten Mal bewusst,dass ich nun ganz alleine bin. Ein Jahr in einem Entwicklungsland leben werde,von dem ich vorher kaum gehoerht hatte,und dann auch noch ohne Mama,Papa oder irgendjemanden sonst. Aber ich kann euch beruhigen,denn schon am Flughafen in Madrid prasselten so viele neue Eindruecke auf mich ein,dass ich die Einsamkeit ganz schnell vergass.
Mein genaues Ziel der Reise war die kleine Provinz “el Oro” an der Grenze zu Peru in Ecuador. Gelebt habe ich in der Provinzhauptstadt Machala,die laut Wikipedia so gross sein soll wie Bielefeld,mir jedoch nicht viel grosser vorkam als mein 40,000 grosses Heimatstaedtchen! Zunaechst bin ich jedoch in der groessten Stadt des Landes angekommen, Guayaquil (3 Millionen Einwohner), und wurde sehr herzlich von meiner ersten Gastfamilie empfangen. Schon bei der Fahrt vom Flughafen zum Appartment in Guayaquil wurde mir im Halbschlaf bewusst,dass meine Erwartungen und Informationen ueber dieses Land,welche ich durch das Internet oder Buecher erfahren hatte, nicht mit der Realitaet uebereinstimmten! Dies wurde am naechsten Tag durch die 3 stuendige Autofahrt an der Kueste Ecuadors,bis hin zur Zielstadt Machala,nur noch bekraeftigt. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus,denn soetwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich war wirklich schon in vielen Laendern gewesen,doch hatte ich noch nie etwas vergleichbares gesehen,wie das,was sich zu diesem Zeitpunkt in meinen Augen spiegelte. Meine Gedanken und Bilder sahen ungefaehr so aus:
sehr heiss,ohne das ueberhaupt die Sonne scheint ; ueberall Bananen ; ueberall Muell ; brennende Felder ; abgemagerte Esel und Pferde am Strassenrand ; 0,5 m grosse Loecher in den Strassen,ohne jegliche Warnung ; Armut ; tropische Vegetation ; Betonbauten ; Klimaanlagen ; unertraeglicher Laerm ; Abgase,Abgase,Abgase ; keine Anschnaller ; Polizei ; grosse Waffen ; chaotisch - kurz gefasst – ein Kulturschock auf hoechster Ebene!
Diese Gedanken liessen mich das gesamte Jahr ueber auch nicht los, denn es war die pure Realitaet,die man in Buechern und Filmen nicht zu sehen bekommt. Allerdings wurden diese negativen Gedanken mit unzaehligen positiven Gedanken ergaenzt! Ich bin nicht als Tourist nach Ecuador gegangen,sondern als Person,die dort leben wird, und folgendes habe ich vom 22.08.09 bis zum 03.07.10 erlebt:
Meine erste Schule war die katholische Privatschule der Stadt,wo auch meine Gastschwester drauf ging. Es war die teuerste Schule der Provinz und laut meiner Familie,die Beste. Leider bin ich in dieser Schule gar nicht gut klar gekommen,denn mein Schulweg durchquerte die Armenviertel der Stadt und in meiner Schule sah alles nach heiler amerikanische Welt aus. Meine hochnaesigen Klassenkameradinnen liefen mit Prada-Taschen und Gucci-Schuhen herum,waren davon ueberzeugt,dass alles so in Ordnung waere und draussen herschte das alltags Chaos eines Entwicklungslandes,um das sie sich in ihren verschanzen Haeusern und Autos gar kein richtiges Bild machten. Ich habe echt versucht mich daran zu gewoehnen, bin aber nach ca. 3 Monaten echt zusammengebrochen,weil ich diese eigebildeten,schoenheitswahnsinnigen und ignoranten Menschen nicht meher ertragen konnte. Ich habe mit meiner Familie gesprochen,die davon nicht begeistert waren und den Fehler auch bei mir sahen,mir dennoch geholfen haben beim Schulwechsel. Ich habe freiwillig auf die Militaer-Schule gewechselt,da dort auch andere ATS drauf gingen und sie mir diese empfehlen konnten,da diese nicht nur die ganz reichen Kinder besuchten. Und ich kann heute sagen,dass es die beste Entscheidung meines Jahres war. Auf meiner neuen Schule bin ich gut angenommen worden und habe echte Freunde gefunden,mit denen ich heute auch noch Kontakt habe. Es waren insgesamt mehr Jungs als Maedchen auf der Schule und generell war alles etwas strenger als auf meiner ersten Schule,aber insgesamt fuehlte ich mich viel wohler dort.
Mein Schulalltag begann um viertel vor 7,jeden Morgen. Montags mit Fahnenapell und Hymne,die restlichen Tage nur mit Fahnenapell und kurzen Ansprachen des Direktors. Ich wurde ich die Mathe-Physik-Klasse gesteckt mit 2 weiteren ATS. Wir hatten folglich je 8 Stunden Mathe und Physik die Woche und sonst noch Literatur,Informatik,Marinelehren, Sport,Biologie und Englisch. Hoehrt sich hart an,ist es aber nicht,denn Schule dort ist etwas komplett anderes! Lehrer haben nichts erwartet von mir und der Unterricht besteht nur aus Frontalunterricht. Eigentlich passt nie jemand auf. Der Laermpegel ist enorm, nichts gegen deutsche Schulen. Ich habe die ersten Stunde immer geschlafen und danach habe ich im Laufe des gesamten Jahres die 7 Harry Potter Buecher auf Spanisch im Unterricht gelesen,wodurch mein Spanisch sich um 100 % gewendet hat! Also fuer euch naechsten ATS kann ich euch nur empfehlen zu lesen,so erspart ihr euch alles andere lernen. Ich bin echt gerne zur Schule gegangen,weil da immer etwas los war und ich meine Freunde gesehen habe. Ich wuerde mal schaetzen,dass sowieso die Haelfte des Unterrichtes ausfaellt,da die Lehrer einfach nicht kommen,die Klimaanlagen nicht gehen und es deswegen unertraeglich heiss wird,Filmtag ist oder Volleyballturnier
oder die Miss-Sport der Schule gewaehlt wird,ohne das sie mit ihren Stoeckelschuhen jeglichen Sport dafuer getrieben hat. Noch erwaehnenswerte Tatsachen waeren,dass in allen Schulen in Ecuador ausschliesslich Burger,Hot-Dogs,Sanduches oder aehnliche Dinge verkauft werden,die alle Schueler zum Fruestueck essen,das wirklich jedes Kind von seinen Eltern zur Schule hingebracht wird oder mit dem Taxi kommt und das es an jeder Schule Schuluniformen gibt (meine war leider besondern ungemuetlich!).
Meine Freitzeit habe ich immer und ueberall mit Freunden verbracht,wobei sich das „ueberall“ auf die Haeuser meiner Freunde,das kleine sichere Zentrum der Stadt oder die Einkaufsmal bezieht,denn viel etwas anders gab es nicht. Ich war immer zum Mittagessen zu Hause,habe dann im Regelfall eine kleine Siesta gemacht und dann habe ich etwas mit Freunden unternommen. Ich war noch nie in meinem ganzen Leben so oft im Kino, wie in diesem einzigen Jahr,was aber auch darauf zurueckzufuehren ist,dass es einfach so billig war. Wir waren oft in der Stadt etwas essen oder sonst haben wir uns fuer 1 Dollar eine legal in den Geschaeften erkaeufliche raubkopierte DVD gekauft und diese geguckt. Oder wir sind in einen Pool gegangen und haben uns in der Sonne „gebraten“,vorraus gesetzt die Sonne hat nicht geschienen und wir hatten Sonnencreme mit Faktor 80,denn sonst sind wir weissen Leute einfach dahin „verbrannt“. Meine Gastmutter war in den ersten Tagen meiner neuen Schule immer ganz mitleidig mit mir,da ich von der 5 minuetigen Morgenformationen um viertel vor 7 immer den ganzen Tag Sonnenbrand im Gesicht hatte! Am Wochenende bin ich natuerlich immer,wie ueblich in Lateinamerika, feiern gewesen,vor allem Freitasg,weil ich als Maedchen freien Eintritt hatten und freie Getraenkewahl. Leider wurden meine anfaenglichen Traeume von einer Salsabar nach der andern schnell zerschlagen,denn in meiner Stadt gab es keine einzige,es wurde nur manchmal in den Diskos ein bisschen Salsa gespielt,aber die Zeiten haben sich geaendert,denn zumindest in Ecuador herrscht eher Reaggeton als Salsa. Doch man gewoehnt sich an alles!
Rotary in Ecuador ist doch schon anders als in Deutschland,denn alles laeuft nach dem Motto: no mañana (nein morgen)! Es ist alles sehr gemuetlich und eigentlich laeuft nichts nach Plan. Ich bin fast zu jedem Meeting gegangen,was immer erst so um 9 Uhr abends angefangen hat und dann bis 12 oder 1 Uhr nachts ging. Es gab immer lecker essen und ich habe mit den 3 anderen ATS meines Clubs immer Karten gespielt oder DVD’s geguckt.
Rotary hat uns insgesamt 5 Reisen waehrend des Jahres angeboten und ich habe sie alle mitgemacht und somit das ganze Land,mit all seinen Unterschieden,gesehen. Das Reise und die Erkundung des gesamten Landes waren die Dinge,auf die ich mich immer am meisten gefreut habe. Ecuador ist ein so kleines Land (ca. ¾ von D.),doch hat sooo viel zu bieten! Es ist in 4 Regionen unterteilt: Kueste, Anden, Regenwald und die Galapagos Inseln (in den 4 Einstiegsbilder bin ich in jeder Region einmal abgebildet), die alle total unterschiedlich sind!
Unsere erster Reise war das einwoechige Sprachcamp in der Naehe von Guayaquil,wo wir jeden Tag mehrere Stunden versucht haben uns die spanische Grammatik einzupraegen. Nebenbei haben wir viel Eis gegessen und sind viel schwimmen gegangen und hatten viel Spass,da wir alle froh waren mal so viele Menschen zu sehen,die genau in der gleichen Situation sind wie wir selber. Da wir aus vielen verschiedenen Laendern kamen haben wir so viel ueber andere Laender erzaehlt bekommen und gelernt,Vorurteile wurden beseitigt und neue Interessen wurden gewecckt. Meine zweite Reise ging in die Kuestenprovinz Manabi, wo sich alle 120 ATS aus ganz Ecuador trafen, um eine Woche zusammen am Strand zu verbringen.
Ich habe mir dort den Sonnenbrand meines Lebens geholt,denn selbst das weisse meiner Augen war blut-rot! Abgesehen von den dauer Sonnenbraenden und Hitzeschlaegen,war es super! Unser Hotel war gegenueber vom Meer,somit haben wir uns einmal um 5 Uhr morgens das Ankommen der vielen kleinen Fischerbote angeguckt. Wir sind ausserdem in das Panama-Hut Museum gefahren,denn die wetlweit bekannten Huete mit dem Namen „Panama Huete“ kommen nicht aus Panama, sonder aus Ecuador!
Meine dritte Reise ging ins Amazonasgebiet,also mitten in den Dschungel! Fuer mich persoenlich war es die beste Reise.Wir haben abseits der Zivilisation in einem selbstversorger Hotel gewohnt,direkt an einem grossen Fluss. Gegenueber meines Bungalos, war ein Teich angelegt,wo wir den ganzen Tag ueber kleine Kaimane beobachten konnten. Am ersten Morgen hat meine Zimmernachbarin laut aufgeschrien als sie heraus gegangen ist,denn da draussen vor dem Bungalo lag ein ca. 1 m grosser Regenwurm. Es war einfach faszinierend,dass es diese winzigen Regenwuemer aus Deutschland auch in XXL im ecuatorianischen Regenwald gab. Wir haben mehrere Buschtouren gemacht und dabei kleine Affen gesehen und auch eine kleine Baby-Boa gefunden. Die Suche nach der Mutter der Baby-Schlange war jedoch leider erfolglos. Ausserdem haben wir fuer unser Hotel ein neues Fischbecken ausgehoben und unzaehlige kleine Vogelspinnen gefunden. Die zwei Papageien des Hotels haben uns den lieben langen Tag lang begleiten. Der Hoehepunkt des Essens war,als wir selbst kleine ganz dicke Maden gegrillt haben und diese danach mit Palmenholz und den bissigen Piranhas gegessen haben. Hoehrt sich absolut ekelhaft an,aber echt lecker. Tipp: Maden schmecken gegrillt nach Schweinefleisch! Da ich absolut wasserscheu bin, hatte ich noch das Glueck,dass unser Dschungelbegeiter an einem Nachmittag auf die Idee gekommen ist, uns eine Stunde lang den Fluss abwaerts treiben zu lassen. Die kleinen Hacken des Abenteuers waren,dass die am Abends zuvor verspeisten Piranhas,genau aus diesem Fluss
kamen,es viele Stromstellen und Wirbel im Fluss gibt und das sonst noch allerlei Getier darin rumschwimmt. Aber das sah er als gar kein Problem an,denn wenn Stromstellen kommen wuerden,einfach auf den Ruecken legen,damit wir uns niergendswo aufschrammen und somit die Piranhas kommen und uns fressen wollen, und zu den Tieren, tja die haetten genug andere Sachen zu fressen hier. Es war eine meiner zwei groessten Ueberwindungen im gesamten Jahr und es hat sich gelohnt,denn ich bin heile wieder im Hotel geladen und es hat echt Spass gemacht!
Die vierte Reise ging in das Paradis,was man auch unter dem Namen „die Galapagos Inseln“ kennt. Wir haben wieder direkt am Meer gewohnt,in einem kleinen Staedtchen auf der Insel Santa Cruz. Uns standen 3 Yachten zur verfuegung,mit denen wir jeden Tag entweder um die Insel drum rum gefahren sind oder eine andere Insel besucht haben. Wie schon erwaehnt bin ich wasserscheu und meine zweite groesste Herrausforderung kam dann auf mich zu,als ich mich in das Wasser unter mir stuerzen sollte,wo ich genau wusste, dass da unter mir unzaehlige Haie und sonst alles herum schwimmt. Aber ich habe es gewagt und es hat sich ausgezalt! Es sind Rochen an mir vorbei geschwommen, Wasserschildkroeten und Robben ( den Hai habe ich nur kurz unter mir als schwarzes Etwas wargenommen und dann war es auch schon wieder weg – puh!). Auf der Insel haben wir natuerlich auch die grossen 100-jaehrigen Schildkroeten bestaunt und des weiteren noch die vielen Leguane,die einfach ueberall zu finden sind.Es war ein wirkliches Traum die Chance gehabt zu haben,einmal diese Inseln und ihre Schaetze betrachten zu duerfen!
Meine letzte Reise mit Rotary ging in Guayaquil los, weiter nach Machala und danach hoch in die wunderschoenen Anden,bis hinter Quito. Wir haben uns in jeder einzelnen Stadt ihre Besonderheiten angeschaut. Ganz besonders toll fande ich,dass wir das Glueck hatten,dass der Vulkan Tungurahua zu dieser Zeit wieder reichlich aktiv war und unter uns die Erde geschwankt hat und ein sehr lautes Graunen immer
wieder zu hoehren war! Es war einfach so faszinierend! Da diese Reise mit allen 120 ATS stattgefunden hat,brauchten wir 3 grosse Reisebusse und haben sehr viel Zeit in diesen verbracht,da die Strassen in Ecuador nicht mit den deutschen zu vergleichen sind und man auch schon mal fuer nur 400 km satte 10 Stunden braucht! Es war aber im Endefekt die lustigste Reise aller,da wir unser Busse zu Partyzentren verunstaltet haben und einfach den ganzen Tag durchgefeiert haben.Nebenbei natuerlich immer das rotarische Kulutrprogramm,versteht sich!
Zu den ganzen Rotary Reisen kamen bei mir noch saemtliche Wochenendereisen mit meinen Gastfamilien oder den Familien von anders ATS hinzu und auch eine fast 3 woechige Reise mit meiner Familie aus Deutschland,die mich in meinen 3 monatigen Sommerferien,um nicht zu sagen „Hitzeferien“,besucht hat. Ich weiss,dass Rotary in Deutschland das nicht so gut findet,aber Rotary in Ecuador hatte damit kein Problem und ich habe mir es einfach gewuenscht meinen Eltern und meiner Schwester einmal zeigen zu koennen,wo ich das ganze Jahr gelebt habe,wo ich zur Schule gegangen bin etc. Ausserdem hatte ich somit auch die Chance noch mehr von Ecuador zu sehen,da man von seinen Gastfamilie nicht verlangen kann,dass sie einem das gesamte Land zeigen. Ich bin also mit meiner deutschen Familie nach langen Planungen mit meiner ecuadorianischen Familie, quer durch Ecuador gereist,allerdings mit einem Cheufeur,denn sonst waere das schon sehr gefaerhlich gewesen. Auch wenn Rotary dagegen ist,kann ich es nur jedem empfelen der den Wunsch hat seine Eltern sein zweites zu Hause zu zeigen,dies auch zu machen,es ist ein wunderbar stolzes Gefuehl!
A pro pro Familie, ich hatte in Ecuador zwei Gastfamilien. Mit meiner ersten Familie habe ich mich super gut verstanden und bin auch echt ein richter Teil ihrer Familie geworden. Ich hatte zwei Gastschwester, mit denen ich oft etwas unternommen habe und sehr liebendswerte,offene und fuersorgliche Eltern. Auch meine Tanten und Onkels haben sich stets um mich gekuemmert und vor allem meine Oma und Opa. Hier in Deutschland hatte ich nie Grosseltern,die ich jeden Tag besuchen konnte und die sich um mich gekuemmert haben,es war etwas ganz Neues fuer mich,etwas sehr schoenes!
Mit meiner zweiten Familie gab es etwas Probleme,da meine beiden Gastschwester und meine Gastmutter von meinem Gastvater sehr streng behandelt worden sind,und ich damit nicht so gut zurecht kam. Doch auch daran hatte ich mich zu gewoehnen und habe meinen Weg gefunden mit ihnen umzugehen. Doch unser Verhaeltnis wurde nie so gut,wie zu meiner ersten und richtigen Familie. Da die zweite Familie auch in aermeren Verhaeltnissen lebte,gab es nicht immer viel zu essen zu Hause.Ich bin nach der Schule eigentlich immer zu Freunden gegangen und war nicht viel zu Hause. Trotzdem habe ich in beiden Familien eine groß familiäre Gemeinschaft erlebt, und ich konnte in zwei unterschiedlichen Klassen neue Menschenkennen lernen.
Die Mentalitaet der Ecuatorianer ist sehr anders als die Mentalitaet,die wir in Deutschland haben. Alle sind dort viel offener und froehlicher,lauter und familiebewusster. Sie legen grossen Wert auf ihr Aeusseres,also geht man nie ohne Schminke und Stoeckelschuhe aus dem Haus. Meiner Meinung nach grenzte das viel schon an Schoenheitswahnsinn. Auch das was man in den Geschaeften kaufen konnte war meist glinzern und in knalligem Pink oder aehnlich! Frauen haben dort meist noch eine niedrigere Rolle als die Maenner und diese lassen sich oft von ihren Ehefrauen bedienen. Die Ehefrauen wiederrum lassen sich von ihren Hasusmaedchen bedienen,die eigentlich jeder Hasuhalt dort hat,denn wie bitte schoen soll eine Familie denn leben ohne Hasushaelterin. Wer soll Waschen,Kochen,Arbeiten ect. denn sonst machen? – „Was im hochentwickleten Europa gibt es keine Hausmaedchen? Lebt ihr hinterm Mond?“ – „Nein wir haben nur Mindestloehne und deswegen kann sich eigentlich niemand ein Hasumaedchen leisten“ Mein Hausmaedchen hatte umgerechnet ca. 45 Euro pro Woche bekommen und hatte 3 kleine Kinder zu ernaehren! Das war schon ein harter Schlag fuer mich. Das naechste No-Go fuer mich war, dass in jeden Haus mindetsens 4 Klimaanlagen brummten,damit es halbwegs ertraeglich wurde,doch neben den Klimaanlagen Spalten von ca. 4 cm waren,wo man durch die duenne Mauer raus auf die Strassen gucken konnten. Kein einziges vernuenftig abgedichtetes Fenster habe ich in diesem ganzen Jahr gesehen. Die Ecuadorianer schmeissen also woertlich genommen ihren Strom zum Fenster herraus! Und dann wundern sie sich noch das vor der Regenzeit (Jan-Maerz) der Strom jeden Tag fuer mehrere Stunden ausfaellt,da es nicht genug Elektrizitaet gibt fuer das ganze Jahr. Die Politik ist sehr korrupt und nicht fair! Ueberall auf den Strassen sieht man das Sicherheistpersonal und das Militaer mit grossen Waffen herumstehen und die Polizei haelt dich des oefteren mal an und moechte Geld von dir,damit sie dich weitergehen lassen. Ich hatte immer den Eindruck das alle Menschen dort eher oberflaechig sind,das hat man vor allem an den Freundschaften gemerkt. In meinen Collegeblock wurde mir oft „te quiero muchisimo“ (ich liebe dich sehr) oder „ te adoro“ geschrieben,doch fast niemand hat mal gefragt, ob ich mit ihnen ins Kino moechte oder etwas anderes unternehmen moechte. Auch gibt es immer Kuesschen links und rechts zur Begruessung,auch wenn man diese Person uenberhaupt nicht kennt,noch nicht einmal den Namen weisst. Das habe ich erst als die Herzlichkeit der Lateinamerikaner angesehen,spaeter faend ich eher das diese ganze Geschichte paradox ist. Auch die so andere Argumentationsstruktur der Ecuadorianer hat mir auch manchmal Schwierigkeiten bereitet und mich vor Herausforderungen gestellt.Aber ich konnte immer drueber lachen und es akzeptieren,denn es ist einfach eine andere Kultur. Nicht eine schlechter,nicht eine bessere,einfach einfach eine andere! Durch meinen Austausch habe ich meine eigene Kultur und Mentalitaet erst richtig kennen gelernt und vor allem zu schaetzen gelernt! Ich wollte damals aus Deutschland weg,weil ich Abwechslung,eine Abenteuer wollte,und als ich in Ecuador stand habe ich mir oft Familienurlaub an der Nordsee gewuenscht! Ich bin froh in Deutschland aufgewachsen zu sein,denn ich habe gesehen,was wirklich Armut heisst! Deutschland ist eines der entwickelsten Laender der Welt. Leute,die nur Berichte und Bilder meines Jahres sehen,koennen dies wahrscheinlich nicht so recht nachvollziehen,denn ich hatte so viel Glueck,und ich habe so viel tolle Erlebnisse gehabt und so viel gelernt! Doch man kann ein Auslandsjahr einfach nicht richtig in Worte fassen! Nicht alle bekommen die Chancen so ein einzigartiges Erlebnis mitzumachen,aber wenn ihr diese Chancen bekommt – nehmt sie! Auch wenn ich jetzt in der G8-Sufe waere,ein Auslandsjahr entschaedigt alle Male den Abschluss ohne die besten Freunde! Ich denke meine Erfahrungen,Eindruecke und Sprachkenntnisse haben mich sehr gepraegt und werden mir in meinem weiteren Leben sehr viel helfen und nuetzen. Ich bin viel erwachsener und selbststaendiger geworden und spreche eine komplett neue Sprache! Wenn ich heute auf mein Jahr zurueck schaue empfinde ich Stolz,dass ich es mit Bravour gemeistert habe, und Schmerz,da ich alles sehr vermisse. Ecuador ist mein zweites zu Hause geworden und ich weiss,dass ich dort eine zweite Familie gefunden habe. Ich kenne Ecuador fast besser als Deutschland durch meine zahlreichen schoenen Reisen! Ecuador kann ich als Austauschland also nur waermstens empfehlen,auch wenn es seine Macken und Tuecken hat,aber das hat Deutschland auch! Es ist ein wunderschoens Land,so vielfaeltig und es gibt so liebendswerte Menschen dort. Jeder der ein unvergessliches Abenteuer sucht:
„¡Bienvenidos a Ecuador!“
Austausch hat mir beigebracht wie unterschiedlich Leben sein kann und das genau diese Vielfalt die Schönheit des Lebens ist!
Austausch ist eine andere Kultur kennen zulernen und sie zu akzeptieren,mit allem drum und dran!
Austausch ist sich selbst neu zu endecken und seine Grenzen zu erweitern!
Austausch ist dein eigenes einzigartiges Abenteuer!

