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das blog von lucina | le blog de lucina

Posts tagged with "DNS"

>> verwirrung stiften

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Dass sich Bundesregierung und einige Provider darauf geeinigt haben, Sperren auf DNS-Basis gegen die Verbreitung von Kinderpornografie einzusetzen haben ja inzwischen die meisten mitbekommen. Dass es nichts nützt sollte eigentlich auch bekannt sein.

Dass es schadet, hmm, nunja, dazu gibt es verschiedene Standpunkte - genauso wie dazu, das alles durch Nutzung eines alternativen DNS-Servers hinter sich zu lassen. Ich persönlich finde das ja legitim, Frau von der Leyen sicher nicht (aber sie gibt ja auch immer die heilige Ursula), und die Frau Zypries, die ist sich da wohl irgendwie nicht sicher. Brigitte denkt nach, so scheint es,

Vor ein paar Tagen, da sagte sie auf der Pressekonferenz anlässlich der flächendeckenden Einführung der Sperren, dass es den

Strafverfolgern möglich sei, "in Echtzeit" direkt beim Provider auf die IP-Adressen der "Nutzer" des virtuellen Warnschilds zuzugreifen. Eine Strafbarkeit liege (…) vor, wenn nicht nachgewiesen werden könne, dass es sich um ein Versehen oder eine automatische Weiterleitung gehandelt habe. Generell mache sich strafbar (…) sich kinderpornografische Bilder und Schriften zu beschaffen. Die Strafandrohung liege dabei bei zwei Jahren.



Bedeutet soviel wie: Wer sich auf eine Seite klicken möchte, die auf dem Index steht und dabei mit der "Stopp"-Seite des BKA verbunden wird (übrigens eine typografische Zumutung, aber das nur am Rande), der kann sich schonmal ein wenig Zeit für den Hausbesuch der Beamten und Beamtinnen einplanen. "Der Versuch ist strafbar" - ich persönlich finde das erstmal gut, aber in diesem Zusammenhang führt das zu manch Nebeneffekt.

Wer kontrolliert eigentlich diese Listen? Die Frage steht ja schon seit geraumer Zeit im Raum. Und wer kontrolliert die Kontrolleure? Wird das irgendwie gerichtlich festgesetzt, was auf der Liste zu stehen hat? Wie kann geprüft werden, ob es dabei mit rechten Dingen zugeht? Eigentlich ist das ja praktisch - ein subalterner BKA-Beamter (oder eben auch eine Beamtin) pustet eine geheime Liste zu den Providern, die daraufhin die Sperrliste aktualisieren, woraufhin Jede und Jeder automatisch bei der Polizei verpetzt wird.

Heute legte Frau Zypries übrigens noch eins drauf:

Ich gehe davon aus, dass dadurch Begehrlichkeiten geweckt werden, auch Inhalte ausländischer Anbieter zu reglementieren, die keinen Bezug zu Kinderpornografie aufweisen.



Hmmm. Regelementieren. Schönes Wort - klingt genauso wie damals, als es nicht mehr 'Müllkippe' sondern 'Entsorgungspark' hieß. 'Reglementieren' ist Neusprech für 'zensieren'.

Ja, und jetzt kann sich die moderne Internautin gut vorstellen, wie der besorgte Herr Schäuble zu seiner netten Kollegin, der heiligen Ursula, hinrollt und sich bedankt für das tapfere Engagement beim Thema Kinderpornografie. Und dann rollt er ein Zimmerchen weiter und schreibt an einer eigenen Presseerklärung, in der er gleiches auch für den Kampf gegen den Terror fordert. Oder haben wir schon vergessen, dass die sauberen Jungs aus dem Sauerland nur dank der Online-Durchsuchung jetzt ihren Prozess erleben?

Ja, da kann er sich zurücklehnen, der Herr Schäuble, und ein wenig ausruhen von all dem Tun. Bevor dann nämlich Besuch vor seiner Tür steht, den die Musik- und Filmindustrie geschickt hat, gleich nach dem Besuch der netten Verfassungsschützer, die gerne der NPD den parteilichen Garaus machen würden.

Und dann ist man so richtig gespannt, was denen als nächstes einfällt.

>> das leben ist schön

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Sie haben unterschrieben: Gestern schlossen das Bundesfamilienministerium und eine Gruppe von fünf Internetprovidern einen Vertrag, in dem die Sperrung kinderpornografischer Angebote über so genannte 'Schwarze Listen' geregelt ist.

Für die moderne Internautin sieht das ganze wie blanker, werbewirksamer Aktionismus aus - der Einstieg in Zensurmaßnahmen ist es ohnehin, und vollkommen wirkungslos obendrein. Erschütternd ist dabei, dass wirkliche Maßnahmen gegen die Anbieter unterbleiben. Anstatt in konzertierten, multinationalen Aktionen gegen Provider vorzugehen, die auf ihren Servern Platz für Bilder und Videos bieten, in denen (nicht nur) Kinder sexuell ausgebeutet werden, lullt die Bundesregierung die breite Masse der Bevölkerung mit einer Maßnahme ein, die über ein plakatives 'Wir tun was' nicht hinausgeht.

Internetsperren sind Zensur - nichts anderes. Die genauen Hintergründe sind auf der Seite des ChaosComputerClubs nachzulesen. Dort findet sich auch ein Hinweis, wie einfach solche Sperren zu umgehen sind.

Die Sperren werden nämlich durch spezielle Einträge auf den DNS-Servern der Provider realisiert. Man kann sich das wie eine Art Telefonbuch vorstellen, in dem für die Domain www.beispiel.com die Serveradresse 123.456.789.012 hinterlegt ist: Tippe ich in die Adressleiste des Browsers eine www-Adresse ein, wird diese vom DNS-Server in die reale IP-Adresse des Servers übersetzt und die Verbindung hergestellt.

Ein anderes Telefonbuch schafft Abhilfe: DNS-Server gibt es viele, und die meisten von denen sind unzensiert. Eingetragen in die Netzwerkkonfiguration des eigenen Computers nutzt dieser von Stund an nicht mehr die gefilterten DNS-Einträge der Zugangsprovider sondern die freien 'Telefonbücher'.

Der CCC hat Kurzanleitungen dafür für verschiedene Betriebssysteme zur Verfügung gestellt.
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