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das blog von lucina | le blog de lucina

Posts tagged with "IE"

<meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="IE=8" />

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Allen, die sich mit Webentwicklung beschäftigen, ist bewusst, dass es grundsätzlich zwei Arten von Browsern gibt: einige halten sich (einigermaßen) an Standards zur Darstellung von Webseiten, einer tut das dagegen nicht.

Was wie ein Relikt aus Zeiten des Browserkrieges (erinnert sich noch jemand daran, als Netscape und Microsofts Internet Explorer haufenweise proprietäre Tags unters Volk zu streuen suchten und es schiere Glückssache war, ob eine Website so funktionierte wie von der Entwicklerin gedacht?) daherkommt und von uns in den vergangenen Jahren mit Hilfe sturen Beharrens auf der Einhaltung von Webstandards zum Einen und einer Unzahl unsauberer Hacks für die Darstellung im Produkt aus Redmond zum Anderen angegangen wurde, könnte nun eine unerwartete Neuauflage erleben.

Zur Vorgeschichte, kurz und knapp: Noch immer hat es das IE-Entwicklerteam nicht geschafft, einen Browser zu schreiben, der sich in elementaren Dingen so verhält, dass eine syntaktisch korrekte und den vom W3C in Form gebrachten Standards entsprechend gecodete Seite so anzeigen lässt, wie es sich gehört. Da gibt es ein eigenartiges Verhalten beim Thema "Box-Model", Floats floaten frei flottierend über den gesamten nutzbaren Bildschirm, es gibt Schwächen in der Anzeige von Bildern, etcetera pp.

Nach einen halben Jahrzehnt Stillstand, in dem zwischen den desolaten Versionen 5 und 5.5.und der nicht weniger fehlerbehafteten 6er-Variante nichts wesentliches ausser der Auflösung des Entwicklerteams geschah, beglückte überraschte uns MIcrosoft dann im vorletzten Winter mit der Neuauflage IE7, der gefühlt zumindest die richtige Richtung repräsentierte. Von Webstandards immer noch Jahre entfernt, den ACID2-Test noch nicht einmal in Sichtweite gab es trotzdem Hoffnung auf Weiterentwicklung. Und einen Großteil der ärgerlichsten Bugs hatte man auch beseitigt. Was dann wirklich einen Schritt nach vorne implizierte war die Verlautbarung des Entwicklerteams, die bis dahin üblichen Hacks zur Unterscheidung von validem (X)HTML und dem vom IE interprierten nicht weiter zu unterstützen - das Ende des "Star-Hacks" verhieß die Aussicht auf standardkonformes Rendering, ganz so, wie es die Konkurrenten von Firefox, Opera und inzwischen auch Safari seit Jahren vormachten.

So weit, so gut. Die Entwicklung des IE8 gehe voran, hieß es derweil in den einschlägigen Foren und Blogs. Bis zum 21. Januar 2008, als im IE-Blog ein ausführlicher Vorschlag für ein neues META-Tag auftauchte, mit sich die Spreu vom Weizen trennen ließe: Eine Extrawurst für den IE, der nur dann korrekt rendern soll, wenn man es ihm via <meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="IE=8" /> explizit sagt.

Was auf den ersten Blick wie eine sinnige Lösung erscheint, ist allerdings bei näherem Hinsehen fatal. Denn für dieses Verhalten bräuchte es kein neues Tag, es würde ausreichen, die bisherige Unterscheidung über die Doctype-Definition beizubehalten (wir erinnern uns: fehlt einem HTML-Dokument diese DTD, dann rendert der bisherige IE im Quirks-Mode mit allen Nachteilen, ist sie vorhanden, dann geht der Browser davon aus, dass der Autor oder die Autorin wusste was sie tat, nimmt eine weitgehend standardkonforme Seite an und gibt sie entsprechend aus. Einfach, effektiv und über Jahre erprobt (und die Zombie-Hacks für IE 6 und älter funktionieren auch).

Das neue Metatag dürfte bei Einführung des IE8 allerdings zu folgendem Effekt führen: Korrekt gecodete Seiten mit vollständiger DTD werden vom neuen InternetExplorer zurück in die Steinzeit geschickt, da das neue META-Tag fehlt. Obendrein war ja gerade das Coden für bestimmte Browserversionen etwas, das wir uns alle abgewöhnen wollten - nun wird es erst recht salonfähig mit einem (so hätten die das gerne) offiziell abgesegnetem Tag. Und das nur, weil M$ immer noch Schwierigkeiten hat, Software zu entwickeln, die sich an lange etablierte, dokumentierte, offene Standards hält.

Die moderne Internautin fragt sich, ob die Entwickler in Redmond überhaupt in der Lage wären, ein solches Produkt abzuliefern. Und ob es nicht ein schöner Gedanke wäre, wenn mit Erscheinen des neuen IE schiere Massen von unbedarften SurferInnen endlich mal merken, wass für einen Schrott man ihnen da angedreht hat.

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An manchen Tagen, da könnte die morderne Internautin schier verzweifeln: Da müht sie sich tagein, tagaus, all die Projekte, die so anstehen, accessible zu gestalten, hantiert mit Editoren für dies und Editoren für das, schiebt Quelltext von Ordner zu Ordner, checkt alles in Validatoren ab ... Kurz: sie verhält sich politisch korrekt und versucht, ihren Nutzerinnen und ihren Kundinnen nicht mehr Steine in den Weg zu legen als unvermeidlich ist.

Wobei die meisten Steine ja sowieso nicht von solchen Menschen wir der modernen Internautin gemacht sind. Nein, das sind dann schon ganz andere Kaliber, mit denen sich eine kleine Webkrauterin nun wirklich nicht vergleichen möchte. Das sind ganz andere Größen, die finanziell und ressourcentechnisch in ganz anderen Ligen spielen.

Irgendwie kommt sie sich so vor, als ob sie in einem Land wohnen würde, in dem alle Straßen im Besitz eines Großmoguls sind. Und in dem, als ob es damit nocht nicht genug wäre, dieser Großmogul dann auch noch die passenden Fahrzeuge für diese Straßen anbietet. Nicht, dass frau sie benutzen müsste - soweit gehen die Vorschriften ja nun doch nicht - aber es hätte schon Vorteile: Die Fahrzeuge des Großmoguls sind nämlich speziell, mit einer ausgetüftelten Federung versehen, die universell auf die Schlaglöcher aller Straßen abgestimmt sind.

Mit anderen Fahrzeugen, die viel komfortabler aussehen, mehr Airbags und bessere Stoßstangen haben, weniger Sprit verbrauchen und überhaupt viel schicker ausschauen sind die Straßen natürlich auch zu befahren - aber die Schlaglöcher sind eben nicht mehr ohne, werden nicht mehr wie von Zauberhand weggebügelt. Nichts ist es mehr von feinstem dahingleiten, der kleinste Ausflug zum Kiosk um die Ecke gerät zur abenteuerlichen Odyssee (na gut, frau könnte auch laufen).

Womit sich die moderne Internautin ja noch abfinden könnte - aber andere leider nicht.

"Marktmacht rules!", wer Augen hat, um zu sehen, wird das erkennen.

"Sachte", denkt die moderne Internautin, "die keine Augen haben, was machen denn die?" Und schon ist sie wieder bei einer diesr ketzerischen Fragen, und sie besinnt sich erstmal darauf, doch in ihrem "Program Files"-Ordner nachzuschauen, was er denn an Alternativen zur Marktmacht aus Redmond zu bieten hat.

"Fein", denkt sie, "das ist ja allerhand." Sie war ja immer schon eine Sammlernatur, und obendrein bietet so eine Festplatte ja weitaus bessere Möglichkeiten zum aufbewahren als eine handelsübliche Zweizimmerwohnung. In den archivierten Datenschätzen finden sich, neben allerlei aktuellem Getier, schließlich auch die Vehikel an, mit denen sie im vergangenen Jahrtausend den Datenschätzen des CERN zu Leibe rückte, diverse Mailboxen fledderte und sich ganz allgemein fortgebildet hat, was die moderne Art zu reisen anging.

Mit so einem Oldtimer, installiert auf einem virtuellen Fenstersystem mit dem vielsagenden Namen dreipunktelf, macht sich die moderne Internautin nun auf den Weg - und bleibt sofort auf der Strecke. Bahnauskunft? Pustekuchen.

Nun gut, das können wir ja auch anders - wie steht es denn mit einem Textbrowser wie LYNX? Oh, ein Flash-Menue kreuzt ihren Weg. Aus die Maus.

Die moderne Internautin wird konziliant. Sie erinnert sich an verschiedene Freundinnen, auf ihren Schreibtischen hellgraue Datenklötze stehen haben, die ihre Anfragen per Modem durch die Leitung tragen, deren Hauptprozessername ganz altmodisch eine Zahl ist. In der entsprechenen Umgebung ist die Enttäuschung groß - aber immerhin hat sie noch nie in ihrem langen Leben so viele Buchstaben gleichzeitig auf ihrem Bildschirm bewundern können.

Es gibt Tage, da könnte die moderne Internautin schier verzweifeln.

Doch dann wird sie fündig: Sie ist gar nicht alleine. Den anderen geht es ganz genauso, nur dass die bessere Workarounds haben. Zum Beispiel diesen: Webmasters, Microsoft feels your pain.

Und das tröstet dann auch wieder.
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