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Posts tagged with "Verluste"

Knowing

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There is something terribly wrong with me.
Do you know this nightmare, where you run and run and run but never move? I personally can't remember that I've ever had it, but my life is somehow similar.
Instead of sleeping I'm lying in bed watching my mind from a save distance. I see clouds everywhere. I know where they come from and why. I know what I'm doing and why. I know how stupid I am. Everything I do is irrational or overdramatic. I feel like a bad actress in a really bad movie.
I should change my behaviour and be my logical self again. But therefore I have to dive into my clouded mind again, and when I do, I forget what I know. It is the nightmare, when the running doesn't help you, but you run anyway. It doesn't help knowing that I'm doing wrong, I do it anyway. But unlike the nightmare, I can run away. I will run away, back to my wall, changing the roles of hunter and builder, turning into what I never wanted to be.
And all the way I'll know what I'm doing, that's my curse.

Doing the Right Thing

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Many people try to do the “Right Thing”. Why? Well, maybe because it sounds right. I don’t know why you should try to do the Right Thing, so anybody knowing that is invited to tell me.
The thing about the “Right Thing” is that it is sometimes hard to spot. At least that’s what it looks like, because many people say they hope they are doing right, so there seems to be some difficulty in being sure that it’s right at all.
It is said that the easiest way is not very likely to be the right one, so people who like to do the right thing will often choose the rockiest path, won’t they? To me it looks like they are all masochist, making their own lives miseries.
Well, I’m one of the people trying to do the Right Thing. I’ve always believed that that was the only thing to do, so I tried. And I’m somehow still convinced that it’s true. I just really don’t know why. Why should I do the Right Thing when it makes me feel like I need to jump off the next bridge or run into the next train coming along, to come back to life again?
Ok, I still seem to be alive. I’m breathing and writing, and there is so much pain in every part of my body that I can’t be dead. But even with all this, I still know that I’ve lost my life. I gave it away just because I thought it would be the right thing to do. And what’s worst, I don’t even know why I had to do this. I guess I’ll never know the reason, and I suppose that’s why it hurts that much.
And still, I won’t run into the next train or do something stupid as that. Why? Well, because I’m quite sure I did the Right Thing, I couldn’t find any alternative. That’s funny, isn’t it? I don’t like doing the Right Thing, I really hate it right now, and still I won’t do the wrong thing (the thing with the train), because it would be wrong.
I’m doing the Right Thing even if don’t like it, and I don’t even know why. So, would somebody be so kind and tell me why we do the right thing even if it hurts? Does anybody know? Is anybody out there?

Verluste

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Manchmal stelle ich mir seltsame Fragen. Wenn mir Dinge geschehen, die einfach nicht zu erklären sind oder die mir einfach unlogisch erscheinen.
So frage ich mich zu Beispiel, wie jemand, der mich kaum verstanden hat, eine so große Lücke in meinem Leben hinterlassen kann. Wie kann es denn sein, dass mir vieles, was ich tue, plötzlich sinnlos vorkommt, weil mich jemand verlassen hat, der das, was ich tue, nie wirklich verstehen wollte? Wieso fehlt mir jemand, der nicht in mein Leben passt, so sehr? Und warum fühle ich mich so verlassen und leer, obwohl alle meine Freunde noch da sind, wie immer?
Und dann komme ich mir plötzlich furchtbar gemein vor. Weil mir meine Freunde, die mir alles geben, was ich brauche, scheinbar nicht mehr reichen. Ich hasse mich dafür, ihnen das anzutun, denn sie haben es nicht verdient. Ich verlange von ihnen, eine Lücke auszufüllen, die sie nicht ausfüllen können, weil sie gar nicht existieren sollte.
Also frage ich mich, warum sie existiert. Und darauf fällt mir nur eine Antwort ein: Weil ich dumm bin. So furchtbar dumm, dass ich alles Wichtige vergesse und versinke in einem dummen Schmerz, der nicht da sein sollte. Im Schmerz über den Verlust eines Menschen, der noch lebt, denn ein solcher Verlust ist noch viel schmerzhafter als der eines plötzlichen Todes.

Die Beerdigung - Nachträge


Was ich heute eigentlich schreiben wollte:

Dass Onkel Willy gerade dem Spielmannszug viel bedeutete und umgekehrt, war allen klar. So war für Familie und Angehörige auch der Einmarsch des Zuges in die Kapelle, zu seinem Sarg, einer der bewegendsten Momente der Beerdigung. Viele uniformierte Menschen, die nicht einmal alle in die Kapelle passen, kommen, um ihren Gründer zu verabschieden. Sie bringen ihm einen Kranz aus roten Nelken, wie es sie zum Schützenfest gibt, weißen Rosen und Grünzeug, in dessen Mitte der alte Stab Onkel Willys steckt. Den durfte er leider nicht mit in den Sarg nehmen.
Später, wenn sein Sarg hinunter ins Grab gelassen wird, spielen sie zu seinen Ehren, sie sind viele und klingen gut. Erst hinterher erfahren sie, dass der Mann im Sarg nicht einfach so beerdigt wurde. Nein, er trug die gleiche Jacke wie sie an seinem Grab – seine alte Spielmannszugsuniform, in alle Ewigkeit daran erinnernd, wohin er gehört.
Und für alle Jüngeren, die ihn nicht kennen lernen konnten: Im Übungsraum hängt ein Bild von Gerd (den zumindest die Mädchen alle kennen sollten) und ihm. Von dort beobachtet er seine Kinder und wacht über sie...

Die Beerdigung


Ja, ich war doch auf der Beerdigung. Ich habe einfach mal in Kauf genommen, dass alle anderen jetzt mehr über meinen Studiengang wissen als ich, um jemanden zu verabschieden, der es einfach verdient hat. Hier die Geschichte:

Es ist warm, zumindest für Dezember, und zwischen den Wolken hindurch bescheinen Sonnenstrahlen den Friedhof. Kahle und fast kahle Laubbäume, blassgrüne Nadelbäume und Büsche leuchten in der Sonne. An einem Baum hängt ein kaputter blauer Plastikdrachen, der im Wind traurig und manchmal auch aggressiv weht.
In der kleinen Kapelle steht ein mit Blumen bedeckter Sarg, umgeben von Kränzen in vielen Formen und Farben. Der auffälligste ist wohl der, aus dem der Stab des Spielmannszuges hervorragt. Menschen gehen ein und aus, nehmen leise Abschied von dem Toten, während die Familie in der Kapelle sitzt und auf den Beginn der Trauerfeier wartet. Draußen vor der Kapelle versammeln sich alle anderen Trauernden: Schützen, Feuerwehrmänner, Jäger, Kneipenstammgäste und viele (Ex-)Mitglieder „seines“ Spielmannszuges. Sie alle wollen Abschied nehmen von einem wundervollen Menschen, der ein Teil ihres Lebens und ihres Heimatortes war. Er war Land- und Gastwirt, hat viele Menschen in seiner Gaststätte versammelt, war Mitglied verschiedener Vereinigungen und der Gründer des Spielmannszuges.
Der Gottesdienst dringt durch zwei kleine Lautsprecher und die geöffnete Tür zu den Menschen nach draußen, die dem eisigen Wind trotzen. Wenige haben die kalten Hände in die Taschen gesteckt, die meisten verschränken sie vor dem Körper, ignorieren den Wind und den Winter. Immer wieder schnieft jemand, viele vor Kälte, mancher kann aber auch die Tränen nicht zurückhalten, als ein kurzer Lebenslauf (Onkel) Willys nach draußen dringt. Sie erinnern sich an sein Leben, an das, was sie gemeinsam mit ihm erlebt haben, und trauern. Sie singen gemeinsam und schließlich wird der Sarg zu seinem Grab gebracht.
Der Spielmannszug verlässt schon vorher den Platz vor der Kapelle, schleicht um sie herum, um sich aufzustellen und seine Noten zu sortieren. Alle anderen Trauergäste folgen dem Sarg, der langsam über den Weg zum Grab gezogen wird. Während sechs Männer ihn vorsichtig hinunter lassen, verabschiedet der Zug sich auf seine Weise: mit „Ich hatt’ einen Kameraden“, einem Trauerstück. Sie reißen sich zusammen, um vernünftig spielen zu können. Danach beten alle gemeinsam, bevor sie, gesegnet von der Pastorin, einer nach dem anderen, die Familie zuerst, noch einmal am Grab Abschied nehmen, Erde oder Blumen hinunterwerfen und anderen unter Tränen ihr Beileid aussprechen.
Nach und nach löst sich die Menge auf, manche gehen noch Kaffeetrinken, andere wollen nur noch nach Hause oder sich mit Einkaufen ablenken. Denn ein wichtiger, ein besonderer Mensch ist heute begraben worden.
Schließlich ist der Friedhof wieder leer und friedlich. Die Toten haben ihre Ruhe zurück und können ihren Neuzugang begrüßen. Bevor morgen schon der Nächste kommt...
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