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mafia & power in madrid – ¡Vale! ¡Venga! ¡Vamos!

brandweinhonigbeinlöffel

Marcel

ich schon du

fretzt jetzt fettige scheiße und dann läuft der speck im analkolben den pferdeweg entlang um roman herzog endlich sauber zu kriegen
20:45Christoph

du, um den sauber zu kriegen müssen aber erstma die kartoffelratten in die fliegenaugen schießen
20:46Marcel

haben schußkolben konjunkturraten werden häfen um kreiskanister bohrlochverlustängste ausstehen müssen

und mein bohrloch will ich echt nicht verlieren!!
20:47Christoph

bohrlochverluststurz is wie der kolben im fischhochzeitskleid
20:48Marcel


die fischkerzenhanfbananen wachsen bei beerdigungsbären
20:49Christoph

die beerdigungsbären naschen schlumpfkatzen und machetenansatzverteiler
20:50Marcel

bei verteilungsgeburten wursten sich kanalumsturzhopfen in die brutstellenhaltung

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run with the sun - mafia in maLLorca

+++EILMELDUNG+++

Um meinem Nudelsieb von Gehirn nicht allzu viel Zeit zu lassen, die Ereignisse des vergangenen Wochenendes wieder komplett zu vergessen, kommt nun ein kurzer (Anm.d.Red.) Einschub meiner Erlebnisse auf Mallorca.

VORWEG: Wer schon jetzt die Schnauze voll hat von meinen ewigen Lauf- und Marathonstories bzw. mich für einen stetig nerviger werdenden Egomanen hält, sollte genau JETZT aufhören zu lesen. Da ich wie gesagt allerdings hier auch öffentlich Tagebuch schreib, ist mir das herzlich egal...

Wie bereits erwähnt verlief die Vorbereitung auf den geplanten Saisonhöhepunkt und -abschluss alles andere als rosig um nicht zu sagen dass es eigentlich kaum eine Vorbereitung gab. Nicht zuletzt deshalb kam ich – wie immer viel zu spät – mit doch eher flauem Gefühl am Flughafen an.

Nachdem ich mich tatsächlich gegen 730 Samstag früh für das letzte kurze „Warmlaufen“ am Vortag des Marathons aus dem Bett quälen konnte und besagten Run auch erfolgreich absolvierte, überkam mich in den Folgestunden massive Übelkeit, natürlich ohne ersichtlichen Grund – aufgeregt war ich eigentlich kaum, eher gespannt. Auch die natürlich mit Bedacht ausgewählten Nahrungsmittel können weniger Grund dafür gewesen sein. Vielleicht sollte man dennoch Salat nicht aus der Putzschüssel essen, wer weiß  Auch wenn man sagt, dass Laufen der einfachste Sport der Welt sei, war die Länge meiner Todo-Liste schon beeindruckend und beschäftige mich bis zum Anpfiff der Bundesligaspiele für Stunden – von Pflaster, Gels, Bandagen, Socken, Hosen, Shirts über genügend Verpflegung, Trinken und Tabletten bis zum Problem, das auch noch alles ins Handgepäck zu bekommen. Jedenfalls machte ich mich dann letztmalig nach einer viel zu großen Portion Nudeln(meine ganz persönliche Pastaparty), der Befriedigung durch den Werder-Sieg und einer Menge Vorfreude auf den Weg.

Um das etwas besser einordnen zu können muss man dafür wohl meine ganz persönlichen Begleitumstände kennen: Erstens bin ich Perfektionist und planungsgeil bis zum letzten Punkt. Weiterhin bin ich Profi im Zeiten überschlagen, inklusive grundsätzlicher fünfminutiger Verspätung, was beim Fliegen uncool ist. Gewürzt mit einer gehörigen Portion Orientierungslosigkeit in Einrichtungen wie Flughäfen, Bahnhöfen etc. ist bei mir ein Chaos immer vorprogrammiert. Wenn man bei scheiß Ryanair nicht Geld drauf wetten könnte, dass es Probleme und Verzögerungen gibt, wäre das seeeehr eng geworden, so hat es jedenfalls noch grad so geklappt.

In Mallorca angekommen fand ich tatsächlich sofort die richtige Buslinie zu meinem Ziel. Aufgrund des nachzuvollziehenden Faktes, dass 2 Stationen gleich heißen, nur mit dem Unterschied einer Nummer am Ende stieg ich NATÜRLICH viel zu früh aus und durfte ca. 4km bis zum Hostel latschen, gutes Training halt.

Im Hostel selbst fand ich den für mich vorgesehenen Schlüssel für meine Verhältnisse auch recht fix nach 10min, um dann festzustellen, dass das eigentlich dazugehörige Schloss offenbar ein ziemliches Problem mit dem Schlüssel hatte. So hab ich tatsächlich etwa 20min damit zugebracht, von oben bis unten nassgeschwitzt an dem Schloss umher zu jacken bis es dann doch noch aufging.

Ich war drin und bereit für die Dusche. Meine Zimmerkollegen waren betrunkene Engländer in unserem Alter, die an dem Abend richtig tanken gehen wollten, beste Voraussetzungen für eine lange, ruhige und erholsame Nacht im Hostel. Nach der planmäßigen Einnahme der Nachtmahlzeit und einem köstlichen Heineken beschloss ich gegen halb zwölf einfach mal zu versuchen zu schlafen, ein irrsinniges Unterfangen wie sich schnell herausstellte, hatte sich mein Biorhythmus doch noch lange nicht auf den eines normalen Menschen umgestellt.

Nach gefühltem 50maligem Hinundherwälzen, der relativ leisen aber stark geruchsintensiven Rückkehr der Zimmergenossen und mit der Angst im Nacken, zu verpennen, hab ich für vielleicht 4h insgesamt geschlafen, perfekte Bedingungen also. Dazu kam, dass ich dann um sechs keine Ahnung hatte, wie man im Bad das Licht anmacht, deshalb meine linke Kontaktlinse im Blitzlicht meiner Handykamera 1a auf die Klobrille geschossen hab und mir bei der Vorstellung, mir nun fremden Urin ins Auge stecken zu müssen ziemlich schlecht wurde.

On time, das Frühstück auf dem Weg verzehrend machte ich mich dann die ca. 5km auf den Weg zum Start-Ziel-Bereich, direkt an diesem Riesenklopper von Kirche inmitten der Stadt, daher auch für Spezis wie mich nicht zu übersehen. War auch ziemlich witzig zwischen den ganzen heimkehrenden Schnapsleichen zu wandern, fast als verwischten in diesem Moment die Grenzen zwischen meinen beiden Identitäten, HAHA.

Nachdem ich den ganzen organisatorischen Blödsinn erledigt hatte, ging es auf den für viele Marathonis fast ritualähnlichen finalen Gang aufs Klo, anschließend etwas Stretching, Alibi-Aufwärmen und ab in den Startbereich. Dort fiel mir dann auch auf, dass ich mir noch so gar keine Platte über mögliche Zielzeiten, geplantes Durchschnittstempo oder Zielpuls gemacht hatte, eine Unart, dämlich und gefährlich. Wie auch!? Ich hatte überhaupt keine Ahnung, WIE gut ich drauf bin, ob ich ÜBERHAUPT in der Lage bin, das Ding unter 4h zu beenden usw.

Meine in diesem Blog nun schon mehrfach angeklungene Genialität ermöglichte mir dennoch mich innerhalb von ein paar Minuten mit mir selbst auf eine 10km-Zeit um die 54min zu einigen, was mit einer resultierenden Zielzeit von 3:50h vollkommen OK gewesen wäre, wollte aber vor Allem auf den Puls hören, der mittlerweile sehr zuverlässig Aufschluss darüber gibt, wie ich drauf bin und was noch geht.

Als DJ Detlef (o.Ä.) dann pünktlich zum Start seine Kracher von Haddaway, Loona und Jürgen Drews auflegte, spürte ich dann doch auch langsam etwas mehr Aufregung. Das i-Tüpfelchen natürlich „infinity“ von schießmichtot mit Mallorca Vaddis die die inhaltlich hochwertigen Textpassagen tatsächlich mitsprechen „konnten“ (Here’s my key – philosophie…), ein Vorgeschmack für das bis dato in Sachen Palma/Ballermann absolut ungeübte Marcelchen ausn Dörpen.

Ich werd mir natürlich klemmen, hier jetzt kilometerweise Gefühl, Puls, Fußschmerz, Hunger und Harndrang dar zu legen (aber ich könnte! ;-)). Der Start war jedenfalls super, sehr bewölkt, leichter Nieselregen, wenig Wind und genügend Platz zum Überholen, aufgrund meiner relativ weit entfernten Startposition ebenfalls notwendig. Da es allerdings das wichtigste überhaupt ist, auf den ersten Kilometern die Ruhe zu bewahren und nicht zu überreißen, war es sogar ganz gut, erst einmal mit zu trotten. Schon während der ersten Kilometer zeichnete sich die Überraschung des Tages auf meiner Pulsuhr ab, die zu dem für mich persönlich fast triumphalen Ende führte.

(zur Info: mein Ruhepuls liegt bei 55, Maximal bei 185 und optimaler Wettkampfpuls so bei 162)

Als nach 5km mein Puls bei schon moderatem Lauftempo immer noch bei 145 herum dümpelte und ein Versagen der Technik bereitwillig ausgeschlossen wurde, dämmerte mir dann, dass die einzige positive Erwartung bei der grottenschlechten Vorbereitung, geprägt von Krankheit, Verletzung, Faulheit und vieeeeel Alkohol, tatsächlich eingetreten sein könnte: Das relativ harte Training in Madrid etwa 700m über dem Meeresspiegel bei etwa 78m Höhenmetern Differenz pro Laufrunde muss tatsächlich gefruchtet haben, wenn es auch viel zu wenig war. Ein ganz kurzer Exkurs in die Biologie jedoch bestätigt das, da schon beim Training ab 500m deutlich mehr rote Blutkörperchen im Blut zu finden sind, die den Sauerstoff zu den Muskeln transportieren. Ich hab also Höhentraining gemacht, ohne es zu wissen. Einzig die zu hohen Herzfrequenzen beim Training hier hätten das erahnen lassen können. Wie dem auch sei. Jedenfalls schaffte ich die ersten 10km locker in den angepeilten 54min, immernoch bei nem Schnitt von 150 und freute mich wie ein Keks.

Während andere Menschen beim Sport verdursten platzt mir wahrscheinlich irgendwann einmal die Blase – Wie ich heute gelernt hab ereilt das Problem des Übertrinkens bis zu 20% der Marathonläufer, kann zu einer Hyponatriämie führen und ist genauso gefährlich wie zu wenig zu trinken. Ein weiterer Beweis der 2. Beckschen Bauernregel: viel hilft viel. Auf jeden Fall musste ich so derbe pinkeln, dass ich bei etwa 15km an nichts anderes mehr denken konnte und vor den ERSTEN BEIDEN dixies bis dahin ohne Rücksicht auf Verluste bestimmt 2min verlor, da es anderen offensichtlich ähnlich ging. Wenigstens konnte ich die Zeit zum Umkleben diverser Pflaster nutzen, da ich mir schon erfolgreich 3 Blasen gelaufen hatte, etwas trinken und meinen schon etwas stärker schmerzenden linken Fuß massieren.

Nach vollbrachter Wohltat ging es dann auf zur für mich während eines Marathons entscheidenden Marke der Halbdistanz, da man hier sehr genau weiß, was noch geht, ob man zulegen kann, usw. Als mir bei einem mittlerweile um 155 tanzenden Puls dann auffiel, dass ich mit 1:53h (x2=3:46) nur 3min langsamer wär als beim letzten im Mai, packte mich natürlich der Ehrgeiz und die Übermut. Schließlich bin ich in Amsterdam mit 167 losgelaufen und mit 183 ins Ziel gekommen, also geht noch was 

Die folgenden Kilometer waren sowohl beim letzten als auch dieses Mal für die Motivation die härtesten. Nicht nur, dass ich natürlich nach 22km wieder pinkeln musste, vor allem die Gewissheit, seit knapp 2h unterwegs zu sein und immernoch etwas weniger als die Hälfte vor sich zu haben, nagt intensiv am Glauben an sich selbst. Ein unglaublicher Moment jedoch riss mich sehr schnell aus derartigen Depressionen. Wer schon mal auf Malle gewesen ist, kennt den quasi direkt an der Küste gelegenen Flughafen. Maximal 20m unter einem landenden Jumbojet durchzulaufen, auf einer kleinen Landstraße an der Küste einer Insel ist – keine Ahnung warum – ein Gänsehauterlebnis und Teil der wohl immer wieder einzigartigen Erfahrungen während eines solchen Events. Es war jedenfalls unglaublich in diesem Moment.

Ab Kilometer 27 etwa setzte dann wie auch beim letzten Mal die „nur noch 2mal um die Alster“-Stimmung ein, ein quasi scheißegal-Zustand. Hier fing ich dann auch an die Kilometermarken zu zählen. Als es bei ca. 31km dann direkt am Ballermann die Wende zurück in die Stadt gab, fand ich eine große Verpflegungsstation vor(derer ich mich immer bediente und mir gehend mehrere Äpfel und Bananen gleichzeitig in den Mund steckte), eine Menge applaudierende Leute und die endlich hervorkommende Sonne, perfekte Bedingungen also für die letzten 12km. Fast perfekt. Ich musste nämlich immer noch pinkeln. WIE DIE SAU.

Dementsprechend vergingen die folgenden Abschnitte nicht so schnell und aus der freudigen Erwartung der Kilometermarken wurde eher ein Ersehnen dieser hinter der nächsten Kurve, damit endlich mal Klos kommen. Als ich bei 32km jedoch bei einem Blick auf die Uhr feststellte, dass sich mein Puls bei 162 immer noch absolut im grünen Bereich befand und ich für einen neuen persönlichen Rekord die letzten 10km dafür nur unter 57 laufen müsste, beschloss ich, dass Pinkeln was für Loser ist. Schmerzlich passierte ich die mich herzhaft anlachende Armada Dixiklos bei 35 und biss auf die Zähne, wortwörtlich. Die Verpflegungsstationen nahm ich trotzdem mit, wollte ja nich verdursten, haha. Trotz atemberaubend schöner Strecke und Landschaft verfiel ich dann ab 36/37km in eine Art Tunnelblick, gab Gas wie verrückt und freut mich wie ein kleines Kind darüber,

dass ich wohl in keinerlei Stoffwechselmauer mehr laufen würde – ich fühlte mich fit, der Puls war super;

dass ich mit ziemlicher Sicherheit neue persönliche Bestzeit laufen würde;

und dass ich auf den letzten 4km einen nach dem anderen Konkurrenten förmlich stehen ließ.

Die Kathedrale im Visier, steten Schrittes näher kommend, die Uhr im Blick und den Harndrang ignorierend genoss ich die letzten beiden Kilometer auf dem Weg ins Ziel, setzte dort nochmal zum letzten Überholmanöver an und stand mit 3h38m40s im Ziel, mehr als 5min schneller als in Hannover.

Die Minuten danach waren geprägt von absoluter Befriedigung, Realisierung und Herunterkommen. Das Frieren ignorierend, den Pissdrang komplett vergessend hab ich mir dann auch erstmal 2 Erdinger alkoholfrei reingekippt, vielleicht wollte mein Körper auch einfach nur etwas Flüssigkeit!??

Mein Rückblick auf das Event fällt dennoch etwas nüchterner aus– Erstmal find ich es absolut erschreckend, WIE VIELE deutsche es in Palma tatsächlich gibt. Dass selbst der Marathon zuerst auf Deutsch, dann Englisch und dann Spanisch moderiert wird, finde ich pervers. Mir kam das alles vor wie ein fremdbelagertes Land (natürlich weiß ich, dass die Insel davon lebt und auf das Geld angewiesen ist!). Weiterhin war die laufende Klientel nicht so meine Welt. Dass ich grundsätzlich bei derartigen Events zu den jüngsten gehöre, den Applaus nicht bekomme, den ein 65jähriger auf den letzten Metern erhält, ist doch klar, dennoch war die Stimmung an der Strecke vergleichsweise langweilig und mau. Dabei sind es genau diese Momente im Ziel, in denen man sich mal richtig groß fühlt, sehr schade wenn das in einem nicht zu begeisternden Publikum untergeht.

Aber: is halt so, nech. Als ich mit der ganzen Nachbereitung fertig war, ging es noch fix unter die Dusche. Dusche hieß jedoch in diesem Fall Armeezelt mit eiskaltem Wasser aus Löchern aus Rohren. Das war wie im Krieg, glaub ich. Und um es mal mathematisch zu halten überstieg die Anzahl nackter Männerärsche pro Quadratmeter eindeutig meinen Toleranzbereich. Deshalb war ich da nach 3min auch wieder raus.

Da bis zum Rückflug noch 6h Zeit war, chillte ich erst noch ne Runde im Hostel, war auf dem Weg dorthin (5k, 20m) 4 mal irgendwo pinkeln, und zwar so, wie wenn man WIRKLICH nicht mehr kann!!! Anschließend machte ich eine Stadttour, entlang definierter Wegmarken mit Toiletten.

Natürlich mach ich meine vorige Intention nun komplett kaputt, aber: Ich hab das Wienerschnitzel mit Pommes und Salat, dazu 2 Franziskaner Hefeweizen am Ballermann seeeehr genossen. UND ich hab mit dem Kellner ausschließlich spanisch gesprochen, aus Prinzip!

Insgesamt ist Mallorca wirklich eine traumhafte Insel, was ich im August auf Florians und Stefanies Hochzeit ja schon erleben durfte. Auch Palma selbst ist eine wunderschöne Stadt. Aber mit Günni ausm Ruhrpott, Heinz-Dieter aus Meck-Pomm und Sascha aus Halle muss ich in Spanien echt nich nochmal im Restaurant sitzen, erst recht nicht in der Bielefelder Bierstube…

Dass sich der Rückflug nochmals immens verspätete, rettete die FAZaS. Diese widerum rettete das in diesen Tagen doch angekratztes Bild meines geliebten Heimatlandes und nach 2 Drinks mit Christoph, Eugenia und den anderen Chaoten in Madrid fiel ich gegen 3 hundemüde, stolz wie Oscar und froh über das erlebte ins Bett.



Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, war anstrengend, ich weiß

PS: Mein Fuß tut weh!!! ;-)

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livin' la vida loca...

Ich würd ja gern bloggen, aber ich weiß nix mehr… ich glaub wir sind in Madrid, und mir is schlecht, seit Tagen, ach was, Wochen. Sonnenlicht halt ich nunmehr auch eher für Gerücht als Realität, zu Gesicht bekam ich es zuletzt am Freitag, glaub ich. Mich beschleicht das Gefühl, dass die Tage der friedlichen Koexistenz zweier konträrer Persönlichkeiten in meinem Leben gezählt sind, da sich der ambitionierte Sportler mit Wettkampforientierung, geregeltem Trainingsplan, Studium und Arbeit einfach nicht mehr vertragen will mit dem asozialen Teilzeitjunkie, der von einer fetten Mahlzeit am Tag lebt, das Wort „Tag“ nicht mehr kennt und facebooksüchtig in seinem Bett erfolgreich Dekubitūs züchtet.

Seit mittlerweile 30 Stunden vegetier ich fast unterbrechungsfrei auf meinem Bett, einzig der müßige Gang aufs Klo und die Schwerstarbeit, mich aus dem Haus zu wagen, um Sprite, Pizza und Twix zu kaufen taten der Verwesung Abbruch. Um diesem erbarmungslosen Gefühl der Nichtsnutzigkeit und Sinnlosigkeit entgegen zu wirken, möchte ich nun trotz des schon bemerklich sinkenden Artikulationsvermögen versuchen, die letzten Wochen hier etwas auf zu arbeiten.

Eigentlich wär Urlaub vom Urlaub viel besser für unsere Gesundheit gewesen als der Beginn von Pflichten Anfang September – Den Sprachkurs eigentlich viel eher als beiläufiges Amusement im Auge wollten wir die ersten Wochen doch nur ankommen. Dass dieser dann zu dermaßen viel Arbeit ausarten musste, war doch eine große Überraschung, aufgrund des Preises von mehr als 200€ wohl dennoch nicht zu ändern. Es begann mit dem Tag der Willkommensgrüße und dem Einstufungstest mit verschiedenen Lehrern, wovon ich ne coole, CC nen Asi abbekommen hat. Die Ergebnisse des Tests sollte es am Folgetag online geben.

Wer Christoph kennt, kann sich die „Ich mach auf keinen Fall A1, die können sich ficken!!!“ – Reaktionen bestens vorstellen, auch wenn er eigentlich nicht dazu neigt, sich unnötig oder vorschnell wegen irgendetwas fertig zu machen. Am Abend trafen wir uns erstmals mit den frischen neuen bff’s (best friends for life) und erstickten vorhergemachte Pläne wie „Ich will nich mit Deutschen abhängen und nur Spanisch sprechen“ von Beginn an im Keim. Ich mein trotzdem, dass das mehr als normal ist.

Zur kurzen Vorstellung der in Zukunft vllt noch häufiger genannten Protagonisten:

Da gibt es den Jens, die Ruhe in Person, Schwabe, außer man gibt ihm Alkohol; Simon, ein Nürnberger mit recht hölzernen Absichten für sein Jahr in Madrid ;-), Tim aus München, der mindestens genauso viel leiden kann wie CC und ich, die ersten Wochen ohne Decke schlief und 48° Fieber hatte. Weiter wären da Markus, der egtl Florian heißt, aus mehreren Gründen aber jetzt halt Markus ist, nicht zu letzt weil UNSEREM Markus sehr ähnlich; Remy, ein geisteskranker Franzose mit scheinbar unendlichen Dineros und Leberpotential und natürlich noch unsere GOTT SEI DANK spanischen Freunde José, Serena und Co. die leider beide gutes Deutsch sprechen, sich dennoch bemühen, uns wenigstens bissl zu pushen.

Die erste Nacht ging es auch gleich im Kreise dieser Personen auf Alkoholjagd – Nach Druckbetankung im Park und vielleicht noch dem ein oder anderen Gratisbier im Orange Cafe, überkamen mich dann die Eindrücke des Tages so intensiv, dass ich mich reichlich übergeben musste, wenigstens außerhalb des Clubs. zu meinem Glück war Melly dabei, die sich um mich kümmern konnte und für einen sicheren Heimweg sorgte. So begann mein erster Tag im Sprachkurs mit einem der schlimmsten Kater meines Lebens.

Wir werden wirklich alt, wenn ich mit 17 abends kotzen musste, bin ich am nächsten Tag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht und hab Fußball gespielt. Davon war ich an diesem „Morgen“ meilenweit entfernt. Als CC mir dann noch mitteilte, dass ich in den B1 Kurs gekommen bin, sank die Lust da hinzugehen nochmal exponentiell. Was ich da zu suchen hätte fragte ich mich natürlich mehr als einmal.

Natürlich ist Christoph nicht in den A1 Kurs sondern in den Folgekurs gestuft worden und war damit auch zufrieden. Und natürlich kamen wir zu spät: Wenn man 15:30 Uhr in der Uni zu sein hat, gibt es etliche Dinge, die einen dann aufhalten, beim einen ist es Schuhkreme oder Pfeifentabak in der Nacht, beim anderen Rückwärtsessen.

Ohne vorherige Nahrungsaufnahme litten wir dann schließlich mit viertelstündiger Verspätung in die richtigen Veranstaltungen. Ich muss nach Alk gestunken haben wie ein Schwein. Wer schon mal einen Sprachkurs besucht hat, weiß aber, dass man dort vor allem in der ersten Stunde kaum redet oder sich vorstellt, usw… Irgendwie haben wir es beide dennoch überstanden und ich beschloss, das in diesem Kurs zu versuchen.

Die folgenden Tage und gar Wochen glichen sich dann sehr: täglich endlos viele Hausaufgaben, Essays, Filmreviews, Museumsbesuche und Ausflüge waren eigentlich mehr nervig als cool. Bei mir kam dazu, dass ich mich deshalb natürlich nur bedingt um Melly kümmern konnte und teilweise den ganzen Tag mit dem Sprachkurs beschäftigt war, selbst abends noch 2-3h Hausaufgaben zu erledigen waren. Da Melly sich jedoch sehr gut allein beschäftigen konnte, sauber gemacht hat und mich sogar bekochte, waren wir dann trotzdem beide mit diesem Arrangement zufrieden ;-) Christoph hatte in dieser Zeit das Bedürfnis soviel zu sozialisieren wie möglich und war eigentlich jeden Abend irgendwo unterwegs, zumeist mit Simon, „6 Monate vergehen schließlich wie im Flug, ich muss unbedingt Spanier kennen lernen!!!!“.

Ich muss auch zugeben, dass alle an den Beginn des Sprachkurs anschließenden Ereignisse in meiner Erinnerung sehr verwischen. Irgendwann in dieser Zeit hab ich es dann doch geschafft, wieder in meinen Trainingsplan einzusteigen, bis mir wie zu erwarten 1-3 mittelschwere Erkältungen und eine nach wie vor Sorgen bereitende Fußverletzung mal wieder einen dicken roten Strich durch die Rechnung machten. Nun ist heut in einer Woche Marathon – Wär ich nicht vor den letzten beiden genauso schlecht vorbereitet bzw. krank gewesen, würde ich wirklich Angst haben. Wenn mein Fuß dann nicht zu sehr schmerzt, wird das aber wohl etwas werden.

Grundsätzlich schweben wir ansonsten in einer Art Irrealität, mental, physisch und überhaupt. Auch wenn ich so langsam ein Gefühl von „In Madrid leben“ bekomm, fühlt es sich vor allem aufgrund des nicht mehr nur noch verschobenen sondern schlichtweg nicht mehr vorhandenen Rhythmus alles mehr wie ein komischer Traum an. Dazu kommt, dass wir beide ständig irgendwie kränkeln, CC sogar mit Sicherheit ne richtige Grippe hatte, nicht zuletzt durch den mehr als fahrlässigen Umgang mit der eigenen Gesundheit. Wir sind uns des betriebenen Schindluders also sehr bewusst, für alle die sich aufgrund dieser Schilderungen Sorgen machen sollten.

Ein recht eindrucksvoller Dialog am Aftermath Happening einer weiteren Partynacht lautete

CC: Ich will nich saufen
MB: Ich auch nicht
-Pause-
MB: Mein Fuß tut weh
CC: Ich will saufen
MB: Ich auch

[dabei muss man sich unsere beiden höchst leidenden Stimmen vor Augen führen]

Wo das alles hinführen soll, warum wir das machen und so weiter sind Fragen, die also eher philosophischer Natur sind… oder zumindest rhetorisch.

Bei mir war es natürlich die Anwesenheit meiner Freundin als auch die nachwievor abzuleistende Pflicht meinem Arbeitgeber gegenüber, die mich etwas in die Realität drängte, dennoch war die Zeit während des Sprachkurses echt hart und wir ziemlich froh, als es dann vor 2 Wochen vorbei war und wir die dermaßen einfachen Abschlussprüfungen auch erfolgreich beenden konnten. Die Kurse unterschieden sich generell darin, dass in meinem etwas mehr Stoff behandelt wurde, wir außerdem neben den ohnehin viel zu vielen Hausaufgaben noch etliche Texte schreiben mussten, vor allem aber darin, dass bei mir in der Klasse sehr gut mitgearbeitet wurde, in CCs Kurs dagegen immer alle mit Kater, zumeist ohne Hausaufgaben und mit viel Humor in die Uni kamen.
Ich saß also in der 12. Klasse Latein im Gymnasium Christoph in der Hauptschule Klasse 8 (natürlich ohne das despektierlich zu meinen!). Christoph hatte nämlich mit absoluter Sicherheit mehr Spaß in seinem Kurs, da dort allen alles scheißegal war. In meinem Kurs machte sich die von Tag zu Tag weiter aufklappende Schere zwischen gut und schlecht irgendwann etwas zu sehr bemerkbar. Wenn ich mich auch in der Klasse ob der coolen Leute wirklich wohl fühlte, war es teilweise wirklich richtig peinlich und ich verkam zum typisch unfähigen aber sympathischen Suppenkasper, zumindest eine Rolle, die ich einzunehmen vermag…

Wie dem auch sei hat es am Ende für uns beide gereicht, Christoph kann nach wie vor mehr und besser Spanisch als ich, dennoch haben wir beide zumindest etwas das Gefühl, voranzukommen. Und ohne das als stupide Rechtfertigung vergewaltigen zu wollen, geht das Sprechen und dabei Lernen wirklich am besten, wenn man feiert! Die Hemmnisse fallen mit jedem Schluck (Ich erinner mich an Hammels berühmtes „Translation Beer“), vor allem mit anderen Ausländern, vornehmlich Franzosen und Italienern spricht es sich dann teilweise schon sehr gut, jedenfalls gefühlt.

Ich muss auch wirklich und ehrlich zugeben, dass Italiener absolut cool sind - wirklich ALLE, die ich bisher hier getroffen haben, waren derbe freundlich, witzig und gesprächig. Außerdem ist es zum Totlachen, wie die mit den Händen reden. Sollte ich das Trauma des 4.7.06 tatsächlich verarbeitet haben!? Markus, Bert, Friedo; kündigt ihr mir jetzt die Freundschaft!?

Vielleicht ist noch zu sagen, dass es im Verhalten des OttoPower und des PeterMafia vor allem in Kombination, KEINERLEI Veränderung gegeben hat. Sowohl das im Suff asozialste Verhalten als auch die äußerst kreative Neufindung linguistischer Meisterwerke ist auf konstant hohem Niveau. Selbst Christophs sehr freundliche Nachbarin, mit einer engelsgleichen Stimme beschenkt, bekundete eines Abends größten Respekt gegenüber unserer Rülpskunst. Leider spricht sie schlechtes Spanisch und wir verstanden nur BLABLABALBABLAB!!!! VALE!

VALE heißt in Ordnung, deshalb strengen wir uns jetzt an, dass aus VALE noch ein MUY BIEN wird!
Dass es dennoch auch hier wieder einige Leute gibt, die sich tatsächlich freiwillig mit uns abgeben, ist mir ein Rätsel. Umso verwunderlicher ist dann, wenn man „morgens“ aufwacht und nach und nach realisiert, wie scheiße man wieder gewesen ist, dann SOFORT das Notebook anmacht und neue Freundschaftsleinladungen bei Facebook bekommen hat… unfassbar. Trotzdem gut, dass uns die neue Umgebung nicht noch schlimmer gemacht hat, vielleicht, halt.

Natürlich stellt sich dem interessierten Leser die Frage, wie die beiden armen Kerle sich eigentlich bei den horrenden Mietpreisen noch leisten können, den ganzen Tag online zu sein, NICHT WAHR!?
Der Gastfreundschaft der Spanier, meinem Genius, einem USB-WLAN Stick und einer gewissen Linux-Distribution ist es zu verdanken, dass auf sehr mysteriöse Art und Weise plötzlich eine Hand voll WEP-Keys unserer Nachbarn in einem Textdokument auf meiner Festplatte lag.

Ich würde zu gern erzählen, wie das alles gelaufen ist, vor allem aufgrund weiterer Highlights der „Leiden des jungen C“ (der war gut oder!?), welcher mit meisterhaftem Optimismus immer an den Erfolg geglaubt hat ;-), werde aufgrund der, sagen wir, rechtlichen Grauzone dennoch darauf verzichten und das vielleicht mal bei einem Bier erzählen, dann können wir auch englisch reden.
(Komm, der war echt gut!)

Jedenfalls ist eine derart konfuse Aufarbeitung des Zeitraums von 6 Wochen der Garant für das weglassen mit Sicherheit erzählenswerter Geschichten. Fast 2000 Wörter reichen jedoch für den Moment und ich werde ab sofort wirklich maximal 2 Wochen mit Updates warten, wenn ich dann noch leben sollte. :-)

Danke für die Aufmerksamkeit, macht euch keine Sorgen und schreibt Anregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge!!!!! Und drückt mir die Daumen am Sonntag!

PS: UNI is scheiße, keine Organisation, komische Professoren und ein riesen Chaos! Haben jetzt mit Ach und Krach 2-3 vernünftige Vorlesungen gefunden. Da der Eindruck jedoch sehr frisch ist, werde ich darüber nächstes Mal etwas ausführlicher berichten.

los vacaciones con coche aleman

Als wahrscheinlich einzig positives Resultat meiner nun offenbar komplett vollzogenen Verwandlung zur Eule hab ich nun endlich Zeit, den vehementen Fortsetzungswünschen des Blogs nach zu kommen. Ich bin heute/gestern (als Eule hat man massive Probleme mit den Tagesdefinitionen der normalen Menschen) nämlich aufgestanden, da ein Gefühlsmix aus Hunger, Durst, Übelkeit und Pissdrang mich aus meinen Träumen gerissen hat. Als ich dann nach dem Blick auf meine Armbanduhr und mehrmaligem Drehen ebendieser bemerkt habe, dass es tatsächlich 18 Uhr ist, staunte ich nicht unbedingt schlecht. Die Highlights allein der letzten Nacht jedoch waren es wert, auch wenn ich keine Ahnung hab, wie ich morgen/heute/nachher um 10 mit dem Bus nach Toledo fahren soll… Doch dazu später mehr!

Aufgrund der mittlerweile schon wieder recht großen zu schildernden Zeitspanne, meiner altersbedingten Demenz und der guten alten Faulheit werde ich mich wie immer kurz halten, haha.

Jedenfalls ging es planmäßig am 16.8 los Richtung Portugal bzw. Galicien – Aus irgend einem Grund beschlossen wir vor der Reise nach Portugal erstmal Richtung Nordwesten aufzubrechen und dann die Küste entlang Richtung Süden zu fahren. Die Tour nach A Coruña war relativ unspektakulär und in ein paar Stunden gemacht. Dort beschäftigten wir uns eigentlich nur damit, zu frieren, Internet und ein Phonehouse zu suchen, um unsere Handyguthaben aufzuladen. Baden wollten wir auch – nur is das an der Atlantikküste um Welten schwerer als man denkt… Im Ort selbst war es viel zu voll und irgendwann dann auch zu spät dazu, weshalb wir uns dann dazu entschlossen, doch noch ne Runde weiter zu fahren, ohne Ziel natürlich. Prinzipiell war unser kompletter Trip von absoluter Plan- und Planungslosigkeit geprägt, was letztlich zu etlichen sinnlos gefahrenen Kilometern, halben Safaritrips durch jahrelang unbefahrene Waldwege und auch teilweise etwas Frustration führte.

Das Ziel Küste, Strand und vielleicht auch paar Wellen schien eigentlich am Atlantik nicht so schwer zu erreichen zu sein, wie es dann schlussendlich war.
Die „interessante“ Nacht hatten wir wahrscheinlich irgendwo in einem kleinen Ort an der Küste. Der anfangs recht harmlos wirkende Schlafplatz entpuppte sich später als Schauplatz eines extremen Massakers und das Schlafen mit angekippter Heckklappe vorher als fataler Fehler – Die örtliche Vegetation schien idealer Brutplatz für diverse Mückenarten zu sein, die innerhalb von 2h unseren Bus belagerten, uns zerstachen und am Ende bitter für ihren Fehler büßen mussten. Mit der in dieser Situation einzig angebrachten Reaktion lachten wir uns ob der wahnwitzigen Situation tot - weil das ganze Bettlaken voller Blutflecken war, in denen die ersten toten Biester lagen, wir von oben bis unten zerstochen wurden und anschließendes Mückentennis mit der in weiser Voraussicht eingepackten E-Fliegenklatsche einen enormen Spaß bereitete. Einzig der ekelhafte Gestank nach verbrannten Haaren bei jeder gebrutzelten und fettgefressen Mücke war absolut unerträglich. In dem ekelhaften Mückengrab schwitzten wir uns dann durch die Nacht, den Geruchscocktail verbrannter Biester und meines ekelhaften Antimückensprays in der Nase und kratzten uns buchstäblich die Haut vom Leib.

Es dauerte bestimmt noch weitere 200km in Portugal, bis wir mit Peniche endlich einen Ort gefunden haben, der den Minimalanforderungen gerecht wurde. Auch dort hatten wir dennoch zumindest anfänglich das Gefühl, dass irgendeine höhere Macht etwas dagegen hat, dass Power und Mafia einen coolen Urlaub haben! Mal war es absolut verrücktes weil im Minutentakt umschlagendes Wetter, mal unglaublich nerviger Wind, der es unmöglich machte, in Ruhe am Strand zu liegen, von den chronisch ausbleibenden Wellen ganz zu schweigen. Da vor allem ich auf eine große und von Erfolg geprägte Surferkarriere zurück blicken kann, konnte ich die Unmöglichkeit des Wellenreitens noch ganz gut verkraften, Christoph hingegen war deshalb schon etwas gefrusteter. In Peniche vertrieben wir uns die Zeit mit Lesen, Sonnen, Baden, Joggen und Essen. Mit den unerhörten Kosten von Madrid im Hinterkopf erschien uns Portugal wie das reinste Paradies – Bier für weniger als einen Euro, gutes und günstiges Essen in Restaurants und gratis Internet sprechen sehr für Portugal. Einzig die Tatsache, dass es in dem wahrscheinlich eher für Familien interessanten Badeort so gut wie keine Möglichkeit gab, mal weg zu gehen, war schade. Prinzipiell hatten wir die ganze Zeit dennoch gutes Wetter, sind schon hier ordentlich braun geworden und hatten vor Allem endlich mal Zeit, richtig runter zu kommen.

Das vielfach beschworene Sicherheitsrisiko auf einer Bustour durch Südeuropa bewahrheitete sich leider auch auf unserer Tour. Bei einer Besichtigung der Burgen und Festungsanlagen in Sintra hörten wir schon von etwas weiter weg, dass die kleine Coche Aleman lauthals von ihrem zwar einsamen aber direkt an der Straße befindlichen Parkplatz aus nach ihren Eltern schrie und wir anfangs entsetzt feststellen durften, dass die Schiebetür offen stand. Wir denken, dass es sowohl dem wüsten Chaos im Bus als auch der lauten Alarmanlage zu verdanken ist, dass einzig meine Waschtasche – vom Dieb wohl fälschlich als Herrentasche mit Cam und Co. identifiziert – geklaut wurde. Dass damit meine Kontaktlinsen, mein Parfum und mein cooler Rasierer weg waren, ist ärgerlich, ob der Tatsache, dass iPod, Handy und Notebook gleichzeitig auch im Bus waren allerdings mehr als zu verkraften. Dennoch schade um das Beifahrerschloss und den ganzen Stress mit der Geschichte, auch wenn es offensichtlich tatsächlich obligatorisch ist…

Die nächste und letzte Station war die Costa de Caparica, angeblich Europas längster Sandstrand mit etwa 30km zusammenhängendem Sandstrand direkt im Süden von Lissabon. Bis auf wesentlich coolere Strandanlagen und endlich brütender Hitze zu 80% der Zeit war es hier das gleiche Bild – schöner Strand, manchmal sehr viel Wind und absolut unbrauchbare Wellen.
Auf einem sehr coolen und günstigen Campingplatz quasi direkt am Strand fühlte sich Coche Aleman pudelwohl, weshalb wir uns entschieden, bis zum Ende hier zu bleiben. Sowohl der Aktionsradius als auch das -spektrum beschränkten sich auf ein Minimum, was wirklich gut tat. Eigentlich lagen wir den ganzen Tag am Strand rum, haben derb viel gelesen und sind zwischendurch zur Abkühlung (dieses Wort beschreibt nicht ansatzweise WIE verschissen kalt das Wasser war) mal für 5 Minuten ins Wasser gegangen, bis die Füße taub wurden… Einen recht interessanten Feldversuch gab es noch, als Christoph den einen Tag meinte, sich einfach mal nicht einzucremen, da er auf jeden Fall schon braun genug sei. Das Ergebnis war ein ausgewachsener Bauchkrebs, wer hätte das gedacht!

Etwa eine Woche vor der Rückkehr nach Madrid kam Melly dann per Flugzeug aus Italien nach Lissabon und wir teilten uns die örtlichen Gefilde. Bis auf den wiederum enttäuschenden Fakt, dass es auch in CdC keinerlei Möglichkeiten gab, mal weg zu gehen, da spätestens gegen 2 Uhr alles tot war, hat es uns dort richtig gut gefallen. Und auch wenn Lissabon selbst nach unserem kurzen Eindruck nicht unbedingt die schönste Stadt der Welt zu sein scheint, war der Ausblick auf die geklaute Golden Gate Bridge von dem Plateau mit der aus Rio geklauten Jesusstatue phänomenal!

Die einzige Action mit dem Auto bescherte uns der binnen nur 500km 2. kaputte Reifen - der dadurch logischerweise nicht durch ein Ersatzrad ersetzt werden konnte – auf der Rückfahrt etwa 80km vor Madrid. Mitten in der Nacht. Durch den Schutzbrief unserer Autoversicherung waren wir zwar relativ save, durch die zu diesem Zeitpunkt noch größere Sprachbarriere jedoch relativ eingeschränkt im Kommunikationsvermögen mit der natürlich auch noch vorbeischauenden Polizei. Diese tauchte zur selben Zeit wie der Abschleppdienst auf und Christophs Spanisch war es dann letztlich zu verdanken, dass die Bullen uns in Ruhe ließen, der Abschlepper uns überhaupt gefunden und in seinen Ort geschleppt hat. Auch auf diese Nacht hätte getrost verzichtet werden können. Das kleine schmucke Örtchen nämlich wirkte wie ein spanisches Spornitz, wir standen 300m weg von der Discothek „Traumland“, direkt an einer hell beleuchteten Straßenecke ohne Möglichkeit zu pinkeln und in der Hoffnung, diese Nacht ohne Einbrüche, Vergewaltigung und dergleichen zu überstehen. Ich weigerte mich zu schlafen und saß noch eine Weile mit Kopflampe vor dem Auto, weil das Unbehagen in dieser Situation doch extreme Ausmaße annahm. Christophs treffendes Zitat: „Ich hasse das hier, ich mach hier kein Auge zu!!!!!“ Irgendwie konnten wir dann doch noch ne Runde schlafen und die Reparatur des kaputten Ventils war dann am nächsten Morgen auch kein großer Akt, sodass wir gegen Mittag in Madrid waren und uns nach etwas Urlaub vom Urlaub um das längerfristige Abstellen der Karre kümmern konnten.

Damit schließ ich die Geschichte um den Urlaub vorerst und gelobe Updates mit den wirklich wichtigen und spannenden Storys aus Madrid im Laufe der Woche, muss jetzt nämlich schlafen! Fotos gibt es nach gemeinsamer Sichtung mit CC dann auch unverzüglich!

the settlement

¡Hola amigos!

Zur kurzen Einleitung:

Die Entscheidung einen Blog zu schreiben sollte wohlüberlegt sein:
-Ist man seiner eigenen Sprache dazu mächtig genug und hat die nötige Zeit?
-Erwartet man ausreichend spannende Dinge zu erleben, die über „heute waren wir wieder am Strand, es war sehr warm“ hinaus gehen?
-Gibt es genügend Leute im Freundes- und Bekanntenkreis, die das alles überhaupt interessiert?

Während man über ersteres streiten könnte, ergibt sich die Antwort auf die zweite Frage aus der Konstellation selbst. Den dritten Punkt, hoffe ich doch sehr, mit einem ausdrücklichen JA beantworten zu können! Die sehr gute Resonanz auf den letzten Blog reicht mir jedenfalls als Ansporn.
Die Regeln bleiben jedenfalls die gleichen – wenn unsere Eltern das hier lesen, sind sie selbst schuld, da Rücksichtnahme den Spaß daran enorm einschränken würde und wir ja auch alt genug sind. ;-)
Ich werde versuchen, wenigstens alle 2-3 Wochen wieder alles Erzählenswerte zu präsentieren, freue mich natürlich auch wieder sehr über jegliche Form der Kritik, Anregungen oder sonstige Reaktion!

Auf jetet.

Nach den absoluten Chaostagen in Hamburg vor der Abreise: Mallorcatrip, Geburtstagsfeier und Kurzurlaub auf Fehmarn, gemeinsamen Besuchen beim Zahnarzt und Friseur waren es dann doch noch fast 2 volle Tage, die wir im und am Bus verbrachten, um Innenverkleidung, Tönung, Elektrik, Musik und co. fertig zu bekommen. Dass sich die geplante Abfahrt dann doch nur um ca. 24h verzögerte, überraschte uns schlussendlich sogar! Gegen 18.30 Uhr verließen wir zum ersten Mal Hamburg. Bis auf etliche Kreditkarten ist uns auch nach einer ganzen Woche noch nichts wirklich Wichtiges eingefallen, dass wir vergessen haben könnten, eine ebenfalls nicht zu erwartende Tatsache bei den Siebköpfen. Um dieser Erwartung dennoch wenigstens etwas gerecht werden zu können, ließen wir wenigstens die Fahrzeugpapiere irgendwo im Flurschrank unangetastet, bemerkten dies allerdings viel zu früh an der Autobahnabfahrt am Maschener Kreuz, verloren also nicht mal eine Stunde dadurch.

Vollbepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen rollte ‚Latika Sabine‘ wie auf Schienen quer durchs Land, ohne besondere Ereignisse. Die Nachtfahrt allerdings war alles andere als ein Zuckerschlecken – Die immer kürzer werdenden Intervalle der Fahrerwechsel aufgrund des unmöglichen Schlafs hinten auf der Couch und der sich daraus ergebenden hartnäckigen Müdigkeit trieben uns an den Rand der Erschöpfung. Und es ist WAHRLICH NICHT SO, dass CC oder ich dazu neigen, rum zu heulen! Nach dem Sonnenaufgang am Eiffelturm in einem herrlich leeren Paris war es zwischen der Hauptstadt und Bordeaux, unserem Etappenziel, mit Sicherheit am schlimmsten.

Ich hab es sogar feritg gebracht, in Frankreich geblitzt zu werden, wo jeder Blitzer mit einem großen Schild angekündigt wird… Wenigstens ehrlich genug, dieses Problem zu erkennen, hielten wir an einem Supermarkt und deckten uns mit taurinhaltigen Getränken ein – Jeweils eine große Dose der Brechmittel ‚Monster‘ und ‚Burn‘ verschlimmerten zwar den Geisteszustand wie auf Drogen, machten jedoch eine wache und aufmerksame Weiterfahrt möglich und ließen uns gegen Nachmittag bei Fabian in Bordeaux aufschlagen. Dort sah es irgendwie aus, wie in einem etwas umgebauten St. Georg, eine Gegebenheit, die sich wiederholen sollte. Viel zu fertig von der Fahrt erlebten wir in Bordeaux nicht viel bis auf einen Barbesuch und nen zwar kleinen aber gefühlt unendlichen Marsch durch die Straßen der schönen Stadt. Fabians großartiger Gastfreundschaft sei Dank mussten wir uns um nichts kümmern und konnten relativ ausgeschlafen, satt und geduscht gegen halb drei zur 2. Etappe Richtung Madrid aufbrechen.

Auch wenn die Planung eines durch so viele Unbekannte geprägten Vorhabens sicher nicht leicht ist, hätten wir uns schon in Bordeaux denken können, dass unser Hostel Check-In vor Mitternacht in M nix wird, von Arnes Surfbrettern, die DIREKT AUF DEM WEG abzugeben waren, mal abgesehen ;-)
Nach der recht lästigen Tour über die Pyrenäen und durch die spanische Einöde erreichten wir ziemlich genau gegen Mitternacht die Tore der Stadt. Vorher jedoch passierte folgendes:

Wie aus dem Nichts tauchte links neben uns ein Polizeiauto auf (so sah es jedenfalls aus), blinkte wie wild und der Mann auf dem Beifahrersitz machte eine Menge Anstalten, die uns zu verstehen gaben, dass wir sofort anhalten sollen, was wir dann auch MITTEN auf der Autobahn taten. Der sehr hastig aus dem Auto springende Polizeibeamte (so sah er jedenfalls aus), salutierte dann bei uns am Beifahrerfenster, stellte sich kurz vor und fragte uns, ob wir Falschgeld oder Drogen bei uns hätten, was wir natürlich aus vollster Überzeugung heraus verneinten. Scheinbar reichte ihm das nicht wirklich. Nachdem ich ihm mein Portemonnaie aushändigte, durchwühlte er dessen Kleingeldfach und fing an daran zu riechen. Gleiches tat er anschließend mit meinem Handy, meinem iPod und schlussendlich meiner und Christophs Armbanduhr. Dann verschwand er ohne ein Wort und die beiden ‚Schnüffler‘ waren fort. CC und ich waren in dem Moment so dermaßen verwirrt, dass es bestimmt 2min dauerte, bis wir in der Lage waren, weiter zu fahren. „WAS WAR DAS!???“ war so ziemlich das einzige, das wir fortwährend sagten. Nach wie vor nicht ganz sicher, OB das überhaupt Polizisten waren, schluckten wir den ersten Kontakt in unserer neuen Heimat erst einmal runter und fuhren weiter.

Gegen 0.30 etwa erreichten wir unser eigentliches Ziel – ein Hostel im Herzen der Stadt, wie angedeutet St. Georg Nr. 3 – Prostitution, Drogen, Gays, home sweet home…
Komischerweise war es um diese Zeit nicht mehr möglich einzuchecken, für ortskundige Jungs für uns aber natürlich gar kein Problem. Außerdem haben wir doch n Navi, also alles save, NOT. Leider besteht Madrid – etlicher Konjunkturprogramme sei Dank – dieser Tage zu 60% aus Baustellen, vorzugsweise an Hauptverkehrsadern und Autobahnen. Deshalb wurde die Tour durch die Stadt, auf der Suche nach irgendeinem Platz zum Pennen zu einer regelrechten Tortour, haha. Die Modifikationen an der Madrilenischen Infrastruktur waren teilweise so akut und müssen so neu gewesen sein, dass unser sehr aktuelles TomTom-Navi nach einer Weile total überfordert war, Kreisverkehre zeigte, wo keine waren, Autobahnen nicht kannte, usw… Irgendwie hatten wir dennoch die Idee, mal mit dem Gerät nach einem sich in der Nähe befindenden Point of Interest in Form eines Campingplatzes zu suchen um sogar nicht allzu weit weg fündig zu werden. Für die vom Navi ausgewiesenen 10km brauchten wir schlappe 1,5h, passierten die dubiosesten Straßenecken, Drogenumschlagplätze, etc. An dem Campingplatz angekommen war es dort tatsächlich noch möglich, zu solch später Stunde ein zu checken und wir hatten eine verhältnismäßig gute erste Nacht im eigenen Bus, auch wenn die Alarmanlage nervt wie die Sau!

Nach dem Check-in im eigentlichen Ziel, dem Hostel bei Mama, wie wir unsere NUR spanisch sprechende Hostelmuddi schnell tauften, gingen wir erstmals auf Erkundungstour in der neuen großen Stadt, genossen zum ersten und nicht letzten Mal spanische Kochkünste bei McDo und versuchten etwas überfordert uns ein wenig zu orientieren. Da dies mit Bier immer besser geht, nutzten wir die Siestazeit im Park, ließen uns von Zigeunermädels im Residenzpark des Königshauses abziehen, die für UNICEF Geld sammelten, oder für sich selbst, man weiß es nicht. Die Tatsache jedoch, dass sie am Ende von der Polizei festgenommen wurden, lässt auf letzteres schließen… Auch das Gefühl, hier abgezogen zu werden, sollte nicht das letzte Mal aufkommen.

Mit spanischen Telefonnummern, einer vorrübergehenden Bleibe und einem Internetcafe fühlten wir uns dann schon SO RICHTIG madrilenisch. Dass wir wohl doch noch nicht so viel Ahnung hatten wie angenommen, zeigte sich dann gegen Abend, als uns Mama darauf hinwies, dass wir mit unserem Auto womöglich schon den ganzen Tag im Halteverbot stehen. Relativ easy verließen wir daraufhin das Hostel und sahen den Mann in Uniform, den Abschleppwagen zu sich ran winkend. Ich weiß nicht genau, ob es 2 treudoofe Hundeblicke, die Bierfahne oder unser überwältigendes Aussehen war – irgendetwas jedoch bewegte den Mann von der wohl eigentlich absolut knallharten spanischen Polizei dazu, sowohl den 109€ teuren Strafzettel durch zu streichen als auch den Abschleppwagen zu dem neben uns stehenden spanischen X5 zu navigieren. SCHWEIN gehabt.

Der zu erwartende Riesensprung unserer Spanischskills ist komischerweise noch ausgeblieben, eigentlich nicken wir alles mit SI ab, da wir meist sowieso nix verstehen. Die unvermeidlichen Gespräche darf Christoph führen, da ich zu nicht mehr als Bier bestellen in der Lage bin. So war es auch Christoph, der seine Anrufe bei den Wohnungsmaklern von in unseren Augen gut gelegenen und preislich vernünftigen Wohnungsangeboten aus Internet und Zeitung tätigte. Ich übernahm die englischsprachigen.
Oft ist es ja so, dass Panikmache im Vorhinein unberechtigt ist. Manchmal aber auch nicht – Auch der Tatsache bewusst, dass Deutschland in Sachen Miete im Vergleich der Industrienationen recht paradiesisch ist, vor allem in den großen Städten, geht das hier mal überhaupt gar nicht!
Gleich bei der ersten Besichtigung, bei der wir leider ca. 30min zu spät kamen, trafen wir eine freundliche aber unglaublich anstrengende dem Spanischen und Englischen mächtigen Dame gehobenen Alters, die immer wieder das gleiche erzählte, dass es kaum auszuhalten war.

Dennoch kannte sie sich bestens in der von uns nun präferierten Gegend aus und zeigte uns einige sehr interessante Objekte, vor allem einen Appartement-Block, die auch für 6 Monate vermieten – Sowohl der kurze Zeitraum als auch die Tatsache, dass man in Madrid eigentlich nicht mietet sondern besitzt, erschwerten die Suche zusehends. Schlussendlich entschlossen wir uns für die Miete in diesem Gebäude, aufgrund der unglaublich guten Lage, Bahnanbindung und Sicherheit von Kaution, Verträgen etc. Vor allem jedoch lege ich großen Wert darauf, Gucci, Armani und Hugo Boss in meiner unmittelbaren Nachbarschaft zu haben.

Wie sich im Nachhinein herausstellte, wohnen wir nun in DEM Viertel der Stadt, einer Mischung aus Blankenese, Eppendorf und Schanze. Und können uns keine Nahrung mehr leisten. Da wir uns natürlich vorgenommen haben, die Konjunktur auch in Spanien etwas anzukurbeln, war es ebenfalls wichtig und notwendig, jeweils eine eigene Wohnung in dem Komplex zu beziehen, dann kann man nämlich zwei Mal Kaution bezahlen und doppelt Strom für Klimaanlage und Heizung blechen. Alles in allem haben wir jetzt beide ein luxuriös ausgestattetes „Estudio“ – so heißen hier Appartements, die in Deutschland allenfalls als Studentenwohnheim-Zimmer durchgehen, zu dem fast geschenkten Preis von 600€ im Monat, JEWEILS natürlich. Dazu kommen auch nur noch Kosten für Wasser, Strom und Internet. Dass ich in Hamburg in einem ähnlich großen Zimmer, vergleichbar zentral und mit einem im Vergleich um Welten besseren Ausblick aus dem Fenster nur knapp ein Drittel bezahl, kratzt uns dabei keinen Meter.

Nichts desto trotz haben wir saubere, sichere und relativ ruhige Wohnungen im Herzen Madrids bekommen, die uns das halbe Jahr mit Sicherheit versüßen werden - sofern wir die nächsten Wochen ohne Nahrung überstehen sollten. Das Aufbringen der Kaution von jeweils 1109€ war nämlich auch mehr als eine Herausforderung, die bei mir erst durch wildes Kreditkarten-Handling (dank Matze und Becker!!!) bei CC durch Telefonate möglich wurden und uns nach wie vor am absoluten Ruin kratzen lassen. Die letzten Tage war ohne zu lügen meist eine große Mahlzeit am Tag drin, sofern einer von uns in der Lage ist, mit einer Karte Geld zu bekommen. Warum man dann wie gestern Abend die paar Euros die man hat, im ‚VIPS‘ verschleudern muss (9,50€ für ein kleines kaltes Stück Lasagne), um den Rest im Anschluss zu versaufen, wird ein Geheimnis bleiben. Heute war es zumindest noch möglich, einmal zu Burger King zu gehen…

Nun will die Geschichte der Ankunft natürlich zu Ende erzählt werden: Als wir am Freitag dann unser in der Tiefgarage stehendes Auto, dass für die Maximalhöhe von 1,90m, die wir schon ohne Gepäckträger um 6cm überstiegen um eben diese kleiner machen mussten und den läppischen Betrag von 86€ für 3 Tage parken wenigstens überhaupt bezahlen konnten, dachte keiner von uns, dass auch die kommenden Stunden wieder absolute Highlights parat haben würden. Schließlich stand einzig an, den Bus zu holen, Sachen aus dem Hostel einzuladen und ab in die neuen Wohnungen!

Wie erwähnt wird hier wirklich überall gebaut und das ohne Sinn und Verstand, bzw. scheinbar ohne Koordination – Wenn wie in unserem Fall DIREKT vor unseren Augen die einzige mögliche Zufahrt zu der Einbahnstraße unseres Hostels dicht gemacht wird, die Stadt vor Menschen und Fahrzeugen aus allen Nähten platzt und man – weil es ja nur ein paar Meter sind – das Navi im Hostel liegen lässt, hat man eine Herausforderung. Dazu kam, dass wir um 11 Uhr aus dem Zimmer raus sein mussten, Mama schon richtig sauer war und wir natürlich noch kein Stück gegessen hatten. Nach etwa einer Stunde fand ich einen Parkplatz, ca. 500m weg vom Hostel, fuhr gegen nen Poller und regte mich auf. CC verabschiedete sich von Mama und holte den Krams. Als wir nach der Schlüsselübergabe endlich „einziehen“ durfte, vielen etwa 1Mio Steine vom Herzen, da ein, vielleicht sogar das schwierigste Etappenziel erreicht wurde.
Gegen 17Uhr etwa aßen wir dann auch mal etwas… Abends machten wir uns auf, unseren Einzug zu feiern, wie man es so macht, wenn der Pleitegeier große Kreise über dem eigenen Kopf zieht – Man setzt sich in den Bus und fährt durch die Gegend, um freie WLANs aufzuspüren. Es ist immer wieder verblüffend, wie viele es davon nach wie vor gibt… Mittlerweile haben wir auch beschlossen, wenigstens die Kohle fürs Internet zu sparen und andere Möglichkeiten zu nutzen. Für die Zwischenzeit nutzen wir das WLAN des VIPS (das mit der Lasagne), vor dem man mit dem Bus hervorragend parken kann :-).

Relativ ungünstig ist es auch, wenn man unbedingt einkaufen muss und will, einen Carrefour findet (sowas wie real), um dann fest zu stellen, dass Feiertag ist, und es vor Montag unmöglich sein wird, in der essenstechnisch so ungeheuer teuren Stadt irgendetwas einkaufen zu können…
Es hat mittlerweile schon fast ironischen Charakter, da wir das Gefühl haben, irgendwer hat ne große Käseglocke über Madrid mit unzähligen Kameras und amüsiert sich köstlich darüber, Blutsascha und Genicktorsten einerseits möglichst viele Steine in den Weg zu legen oder verhungern zu lassen. So durften wir in der Innenstadt für 2 halbe Liter Bier und 4 Calimacho (Wein+Cola) läppische 36 Euro bezahlen, in einer stinknormalen Bar. Bei Burger King und Mäcces werden wir auch gefühlt jedes Mal geprellt und heute war es schier unmöglich, überhaupt etwas zu finden, wo wir zu menschlichen Preisen wenigstens eine Mahlzeit bekommen…

Noch gänzlich unerwähnt blieb bislang das Wetter. Seit unserer Ankunft haben wir vielleicht 2 Wolken am Himmel gesehen – Heute waren es gegen 17 Uhr genau 40°C – In der Sonne ist es schlichtweg nicht auszuhalten und ohne Klimaanlage würden wir kein Auge zumachen, da die Luft bei über 30°C steht. Auch das wussten wir natürlich vorher, trotzdem ist es ein ganz schöner Hammer. Dabei schwitzt man sich nicht unbedingt tot, da die Luftfeuchte in Ordnung ist, dafür hat man allerdings das Gefühl, den ganzen Tag müde zu sein und vor allem pausenlos unbändigen Durst zu haben. Ich war gestern im Park erstmals laufen, eine nebenbei bemerkt wunderbare Laufstrecke ohne Pausen mit ca. 5km Länge, und hatte wirklich das Gefühl, an Dehydratation zu sterben, obwohl ich etwas zu trinken mit hatte!

Die Leute hier haben ein Sprichwort: „Madrid – 9 Monate Winter, 3 Monate Hölle“, und aus dieser fliehen wir morgen, sprich Montag, oder heute, egal ;-) Sofern einer von uns beiden zahlungsfähig sein sollte, geht es endlich in den Urlaub an die Atlantikküste nach Portugal, um vielleicht auch mal mental etwas runter zu kommen und die überwältigenden Geschehnisse der vergangenen Woche, die mir jetzt beim Schreiben wie ein ganzer Monat vorkommen, zu verdauen.

Madrid ist jedenfalls eine sehr schöne und saubere Stadt, von dem Baustellenchaos abgesehen, hat ein sehr einladendes Stadt- und Nachtleben, eine freundliche und aufgeschlossene Mentalität und ist schweineteuer, in allen Belangen. Wir freuen uns dennoch sehr darüber, jetzt auch richtig angekommen zu sein und darauf, das alles hier mal für einen längeren Zeitraum wirken zu lassen.

Zum Abschluss dieser zugegebenermaßen SEHR ausführlichen Schilderung noch ein Hinweis für die potentiellen Besucher: Wir haben beide in unseren Zimmern genügend Platz um jeweils 2, maximal 3 Leute gleichzeitig aufnehmen zu können, zumindest für ein paar Tage. Zu Silvester solltet ihr dennoch versuchen, ein Hostel hier in der Nähe zu buchen, da sich ja doch einige angekündigt haben. Ansonsten sind alle herzlich willkommen, es lohnt sich definitiv!!

Adios und bis bald!

closing the chapter

ungewohnt früh im vergleich zu vergangenen blogpausen steht mir aktuell im flieger zurück sitzend der sinn danach, den rahmen zu schliessen und die erlebnisse meiner letzten wochen darzulegen.

am tag des abflugs von h&m bekam ich am airport selbst schon ein absolut mulmiges gefühl, da ich wusste, dass ich beim nächsten mal derjenige sein würde, der hier für eine ganze weile auf wiedersehen sagt, dennoch mit der positiven gewissheit im nacken, die nächsten 4 wochen in vollen zügen geniessen zu werden.
direkt an dem wochenende danach machte ich mich auf nach highland park, um das letzte mal mit leah, franzi, scott, eric und consorten einen drauf zu hauen. da ich stocknüchtern ankam, musste mir captain morgen (0.5l) und n bissl coke fürn geschmack die preparty versüssen. jene fand in meinem auto statt, indem leah und ich uns bis zum eintreffen der restlichen bagasch köstlich amüsierten.
dass mir ein paar mehr shots und das ein oder andere bier jedoch jegliche erinnerung an vorigen abend rauben sollte, war nicht geplant. morgens bin ich dann auf einer couch aufgewacht, in einem haus, indem ich vorher definitiv noch niemals nicht gewesen bin, und als dann noch caleb, einen typen, den ich vorher auch noch nicht kannte, die treppe runter kam, meinen namen sagte und meinte, dass wir mordsmässig spass hatten, fing ich schon sehr an zu grübeln. es wurde vor allem immer besser: eric, den ich wenigstens kannte, gesellte sich zu mir ins wohnzimmer und fragte mich, was das für frauen gewesen seien,

ich : welche frauen!?
e: you got some fon numbers!
i: jaja, leck mich
: look in your phone and your pants!!!
i: … i cant believe it

ich hatte tatsächlich einen zettel in der hosentasche mit “hey bonito, you have the most beautiful eyes in the world… call me whenever you want 12345…” ich dacht echt, ich spin… dazu kamen noch zwei weitere neue namen in meinem handy, die ich definitive vorher nicht kannte. diese ganze story hat eine urkomische, mich dennoch sehr nachdenklich stimmende attitude – gut, dass es noch leute gibt, die auf mich aufpassen!
berni und ich machten die bar „flagstone“ in st. charles an diesem samstag dann zu unserer bar bis ich abhau bzw. wir auch aus dieser verbannt werden, was gott sei dank nicht der fall war. aufgrund der bis dato allerdings so häufigen besuche dieser lokalität kann ich die einzelnen ereignisse in dem schuppen schwer bis gar nicht mehr auseinander halten. jedenfalls hab ich berni, chris und brendon von dem wert deutscher bierkultur überzeugt, da alle 3 von nun an franziskaner verfallen sind, auch wenn amis hewwweweisn sagen. die dui-storys der heimfahrten lass ich auch aus fairness meinem eigenen gewissen über weg, da das teilweise so unvernünftig war, dass man es kaum in worte fassen kann. natürlich endeten auch 90% der ausflüge mit einem besuch bei steak n shake, wild castle oder wendys, was ich an fast food hatte seitdem h&m hier waren, ist unnormal und kotzt mich an, zumal trotz täglicher workouts mein achso perfekter körper mal wieder eine möglichkeit gefunden hat, mich aktiv vom laufen abzuhalten, diesmal sind es die knie, die scheinbar aus dem nichts riesige probleme mit meinen outdooraktivitäten haben, mal abwarten, was daraus noch wird, hat mich jedenfalls mächtigst angekotzt.

am folgenden we war ursprünglich der letzte, in fact dann aber doch erst vorletzte city-bar-trinkbesuch chicagos geplant. ich traf mich mit adam, brendons stiefbruder, leah und eric in lincoln park downtown chicago zu einem auftritt von adams band und das hat sich absolut gelohnt: 2h abrocken, mit einer halben deutschlernenden und buntgemischten truppe drunk small talk zelebrieren und anschliessend mit l & e so richtig die sau raus lassen. mit dem nach der ganzen zeit nicht mehr wirklich überraschenden ende, dass ich am nächsten morgen mit einem absolut schmerzenden linken arm (ursache wird gleich geklärt) auf der rückbank meines autos aufwachte, weil ich draussen fussgänger gehört ab. es war halb neun, north clark street, eine sehr belebte strasse, und alle meine freunde haben gesagt, dass ich mehr als glücklich sein kann, weder arrested geworden zu sein, abgeschleppt oder schlimmer, da dies in solchen fällen gang und gebe ist und die cops da wohl kein erbamen kennen, lucky me… jedenfalls fuhr ich sofort los, da ich unglaublich stark aufs klo musste, überfuhr eine kirschrote ampel, was auch nur von hupkonzerten und immer noch keiner wilden verfolgungsjagd begleitet wurde und war gegen 10 dann zu hause, um mich 2h für die am nachmittag anstehende buddhistenversammlung in dekalb fit zu schlafen, was auch wenigstens halbwegs gut gelang. besagtes meeting war auch sehr beeindruckend, da ich (wie am vorherigen sonntag im sgi - community center chicagos) total auf in grossen gruppen chanten stehe. da es für pat ein wirklich wichtiger da im vorhinein sehr arbeitsintensiver anlass war, kamen sogar ihre schwester und brendon!!! letzteren hätte ich da niemals erwartet und war sehr positiv überrascht. auch anschliessendes essen mit katie, einer communityfreundin pats war sehr nice, vor allem weil wie schon am gesamten wochenende zuvor endlich ein eindruck von frühling, teilweise sogar sommer entstand, den nicht nur ich bitter nötig hatte.
allgemein ist es absolut beeindruckend, wie scheinbar die komplette amerikanische bevölkerung mit den ersten sonnenstrahlen im frühling förmlich aus einem winterschlaf erwacht, autos wäscht, laufen geht, baseball spielt, ja selbst fussball!

am vortag entschieden berni und ich uns den schon so lang geplanten schritt zu wagen und uns tätowieren zu lassen. bernardo wollte egtl zwei ak47 auf seine mächtigen mexikanerarme haben, hat nach telefonat mit seiner quasifreundin dann aber (wohl korrekt) den schwanz eingezogen. das von mir gewählte motiv, von dem mir alle im vorhinein bis auf 3 leute abgeraten haben, hab ich in gedanken schon seit 2 jahren auf meinem linken oberarm und konnte nun endlich taten folgen lassen. ich liebe es, perfekte grösse, sehr gute qualität, keine narben und ein blick in den spiegel wannimmer möglich (also noch öfter als sonst ). damit jedoch nicht genug, (und da ihr es im moment der veröffentlich sowieso schon alle wisst, kann ich es hier schreiben), am donnerstag danach surfte ich etwasl ziellos durch verschiedene tattoo-portale und stiess auf ein motiv, dass mich dann nicht mehr los lies. nach kurzer abstimmung mit clo, die mich dann schlussendlich davon überzeugt hat, stand dann auch schon diese entscheidung fest, und geplantes informationen einholen zwecks preislicher gestaltung meines 2. tats wurde dann sofort zum hand anlegen, da er grad zeit hatte und ich lust . egtl wollte ich es auf der linken brust haben, das sah aber einfach nicht aus, weshalb ich mich dann doch für den schon ursprünglich geplanten linken inneren oberarm entschied, goldrichtig natürlich. dieses kunstwerk sagt life bzw death, je nachdem, ob man es von unten oder oben sieht, und natürlich liebe ich es ebenfalls! es ist wirklich eine absolute sucht, selbst beim verlassen des studios vergangenen freitag ertappte ich mich selbst beim planen des nächsten motivs, unglaublich.

auf arbeit passierte diese wochen nicht mehr allzu viel erzählenswertes, da mir die programmierarbeit mehr probleme als spass bereitet hat und das abschliessen der geschäftstätigkeit auch mehr schlecht als recht lief. dennoch hat zum ende hin alles gut geklappt, auch dank der bemerkenswerten mithilfe von heiko und ann (aus meinem büro), die beide absolut cool waren!!!

„marcel has to go with a bang“ war die devise des letzten samstags in den usa. so traf ich mich mit chris gegen 3 in der bahn nach chi, nach einem widerum sehr feuchtfröhlichen abend in flagstone mit b &b und einem dementsprechenden schädel. unser ziel an diesem abend war das spiel der chicago white sox gegen die baltimore oreoles, was man nur unter alkoholeinfluss geniessen darf. bei atemberaubenden wetterbedingungen zogen wir uns in rekordtempo einen rein und genossen schön tipsy die ersten paar innings. während der pausen gab es natürlich immer bier (7dollar für nen halben liter becks, herzlichen glückwunsch), bis wir am ende so voll waren, dass spielende verpasst wurde und chris sich an das anschliessende 10minütige feuerwerk nicht mehr erinnern kann. selbst an die u-bahn fahrt zurück kann ich mich nur noch schwach entsinnen. jedenfalls kamen wir in chicago an der ogilvie trainstation an und stellten fest, dass unser zug erst in 80min kommen würde und man in dieser zeit ja noch unglaublich viel erleben könnte, trinken zum beispiel. dafür fuhren wir mit nem taxi zur coyote ugly bar, aus der wir schon am st. patricks day rausgefolgen sind, dennoch wurde uns der eintritt gewährt, so weit so gut. nach ein paar shots und dämlichen konversationen wechselten wir die position und gingen direkt an die bar, als sich folgendes schauspiel ereilt:
wie aus dem nichts spürte ich auf einmal einen viel zu engen gürtel um meinen hals, der mich unweigerlich zur bar zerrte, bzw. die coyotefrau, die daran zog, dort dann begann, mit ihrer anderen kollegin einen ziemlich netten tanz auf der bar hinzulegen und dann sogar so freundlich zu sein, mir mein t-shirt auszuziehen…halbnackt bekam ich dann bodyshots aus nem bauchnabel, aus nem mund und wurde mit whiskey druckbetankt, wenigstens musste ich nix dafür bezahlen. da es allerdings scheinbar noch nicht genug war, wurde mir vor gefühlten 200 leuten in der bar dann auch noch die jeans runter gelassen, sodass ich dann nur noch in boxershorts mit nem gürtel um den hals und 3/8 im turm da stand. dann wird es mal wieder recht schwach um meine erinnerung, einzig an die „scharen“ (es waren mind. 5) von frauen, die mir im anschluss dollarnoten in die boxer steckten, kann ich mich noch erinnern, weil ich mich dann final wie ein stück fleisch mit tattoos gefühlt hab.

auch eine erinnerung, wie ich die barkeeperin darum bitte, meine tap zu unterschreiben, da ich zu voll bin und nicht mehr lesen kann, ist noch hängen geblieben, genau wie die tatsache, dass sie im anschluss sehr freundlich half, meine im getümmel verloren gegangene jacke wiederzufinden.
bilanz des abend: kette und sonnebrille aus new york weg (2 wochen alt, 70 dollar, verdammt!!!), dennoch eine menge spass und es hätte deutlich schlimmer kommen können: irgendwie müssen chris und ich uns auf den weg gemacht haben, mit dem taxi oder nicht wissen wir beide nicht, und schliefen, festhalten, in den viertelabteilen einer vll 1.50m grossen drehtour, ich hab das bild von chris in embryostellung in seinem halboffenen viertel noch vor augen, unglaublich. 2min nachdem ich mich daneben gesellte, wurden die 2 weekendbums dann vertrieben und mussten sich einen neuen unterschlupf suchen, dafür war der geldautomatenraum um die ecke perfekt, dort müssen wir um die 2h geschlafen haben, bis uns auch hier eine nette frau mit tritten gegen die schultern freundlich aufforderte, zu verschwinden. wenigstens hatte die trainstation schon auf, sodass wir im warteraum des mcdonalds, aus dem wir widerum vertrieben wurde, dann endlich im dafür vorgesehenen schlafraum der station zur ruhe kamen, für eine stunde oder so. chris verschlief im zug nach batavia zurück seine haltestelle, sodass ich ihn da auch noch hinfahren konnte und schlussendlich gg halb elf im bett lag, um mich etwas für das am abend geplante abschiedsdinner unter freunden zu regenerieren. diese nacht war absolut geisteskrank und eine der heftigsten meines ganzen lebens, kann immer noch nicht glauben, dass ich auf ner strasse schlaf in der 3. grössten stadt der usa, behindert, aber lustig ;-)

da mein akku schlapp macht, wird die geschichte umgehend fortgesetzt, is ja auch nicht mehr viel ;-)
jetlag machts möglich, story goes on:

in batavia morgens um 10 ankommend, musste ich chris noch nach hause fahren, da dieser seinen ausstieg verschlafen hatte und verbrachte den rest des tages mit regeneration und in freudiger erwartung auf das für den abend geplante abschiedsdinner. gegen 7 fanden sich der grossteil der mir wichtigsten freunde bei uns ein und genossen bei wein und bier pats köstlichkeiten. ein sehr schöner und gelungener abend in einer doch recht lustig kombinierten runde: mit berni, chris, brendon, lauren, katie, henri, myrna, und pat verbrachte ich meinen letzten sonntag abend.

montag fing ich nach der arbeit an zu packen, bemerkte ziemlich früh, dass es ein abenteuer für sich wird, den ganzen kram in die taschen zu bekommen und flüchtete abends ins kino, harold und kumar auf dem weg nach guantanamo bay, witzig, aber so brockenhohl, genau mein ding :-)

dienstag abend hatten wir noch ein sehr geiles und aufschlussreiches buddhistenmeeting mit katie, shannon, chrissie, ron, david und terrance und beim verabschieden aller wurde mir erstmals wirklich bewusst, dass man einige der leute, an die man sich schon so stark gewöhnt hat, vermutlich nie wieder sieht. auch der abschied vom arbeitsplatz, von heiko und ann, und den anderen coolen leuten dort, fiel nicht ganz so leicht. vor allem am mittwoch realisierte ich beim cruisen in den sonnenuntergang, dass es bald vorbei ist, genoss die letzten touren mit meinem auto bei voll aufgedrehter mucke dann natürlich auch in vollen zügen und ja, ich gebe es zu, vergoss die ein oder andere träne. mittwoch abend gegen neun übergab ich mein auto an robert, bernis bruder, der es mir für 1000 dollar abgekauft hat. dieses geld wurde im premium outlet natürlich sofort zurück in die wirtschaft gesteckt . nach dem von mir gewünschten abschiedsessen bei portillos und dem wohl wirklich besten cheeseburger der ganzen welt, beendeten wir meinen trip, wie er einst angefangen an – mit einem illustren besäufnis bei brendon und lauren, mit chris, berni, mayra und einer freundin von ihr. hat nochmal sehr viel spass gemacht, vor allem die afterparty bei berni bis morgens um halb drei mit ihm und seinem bruder. das verabschieden von allen fiel mir diesen abend sehr schwer, ohne jeden zweifel.

am nächsten morgen mit leichtem schädel und der gewissheit, krank zu werden, aufwachend, musste ich der tatsache ins auge blicken, noch etliches zu tun zu haben, vor allem das packen… da die eine tasche schon so gut wie und die andere zu 90% voll waren, als in meinem zimmer immernoch geschätzte 1mio sachen rumlagen, machte ich mir ziemliche sorgen, probierte es dennoch und triumphierte schlussendlich. bis auf ein paar kleinigkeiten und einen bademantel hab ich alles mitbekommen und bin mit beiden taschen knapp unter maximalgewicht gelandet, nice!

es war mittlerweile schon ein uhr, ich so langsam auch mit allem fertig, als ich pat noch eins, zwei sachen am computer gefixt hab, das letzte gongyo mit ihr chantete, um mich dann mental vom haus, lila und meinem zimmer zu verabschieden. einzig der stress an diesem tag liess die trauer noch nicht so wirklich aufkommen. dieser erhöhte sich dann exponentiell, als mir im auto klar wurde, dass der späteste checkin-zeitpunkt in genau einer stunde ist und wir noch einen langen weg vor uns haben. natürlich kam es vor dem airport zu einem stau und in mir so langsam ein paar ‚was wäre, wenn…‘ gedanken hoch, die alles andere als beruhigend waren.

was folgte war eine geschichte, die so unglaublich typisch für mich ist: ich erreichte das terminal trotz aller probleme noch rechtzeitig und verabschiedete mich absolut schweren herzens und widerum unter tränen von pat und betrat terminal 5. in diesem – eigentlich alle internationalen flüge abwickelnden terminal – fand ich mysteriöserweise keinen lufthansaschalter, erkundigte mich an der information und erfuhr, dass ich im falschen terminal bin. zu diesem zeitpunkt waren es noch 68min bis zum geplanten abflug. mir ging der arsch jetzt schon absolut auf grundeis. wenigstens verkehrt zwischen den terminals eine bahn, mit der ich gegen 320 (abflug 415) das terminal unter in strömen fliessendem schweiss erreichte, mit 60kg gepäck zum lh-schalter stürmte und mich von 2 netten und sich über mich lustig machenden damen verarschen lassen durfte, was mir ob des noch für 2minuten offenen checkin fenster absolut egal war. als ich dann noch erfuhr, dass mein schwerer koffer nicht wie befürchtet zu schwer ist, war ich wunschlos glücklich, naja, nicht wunschlos, ne dusche wär jetzt geil gewesen… am sicherheitscheck und dem ablegen meiner 1000 handgepäcksachen, inklusive dem ausziehen der schuhe, bemerkte ich, dass ich eigentlich wirklich einen kompletten klamottenwechsel bräuchte. nevermind, bei mcdo noch schnell die letzten dollar in einen salat investiert, klappte der rest reibungslos. im flugzeug selbst hatte ich erst eine komplette dreierreihe für mich, entschied mich dann aber für eine 2erbank am fenster. durch verzögerungen auf der startbahn standen wir ca. 30min auf dem rollfeld. in dieser zeit kam ich dann an diesem tag zum ersten mal runter und fing an, zu realisieren, was grad passiert. da die leute um mich rum meinen perfekten blick aus dem fenster teilen wollten, hat jeder mitbekommen, dass mir die tränen in strömen liefen, und es war mir so scheissegal… ein glas wodka, ein bier, schlechtes essen und 2 schlaftabletten, dazu ein paar folgen family guy und der film juno machten die rückreise recht kurzweilig, ich war sogar in der lage, ein paar minuten zu schlafen.

düsseldorf erreichten wir fast on time und nach weiteren kleinen verzögerungen dort, ging es binnen 40min nach hh-city, wo ich von fette sau, op, marky, benni und raack herzlichst begrüsst wurde.
da ich durch den langen trip doch etwas fertig war, brauchte ich nach der ankunft etwas zeit für mich und wurde dann gegen halb acht abends von einem friedo und erik geweckt, die aufgrund der von meinen mitbewohnern organisierten und im verlauf des tages schon durchgesickerten überraschungsparty extra aus rostock gekommen sind. jene feierlichkeit war ein sehr schöne sache, die mir das „wieder herein finden“ absolut erleichtert hat und aufgrund der ähnlichkeit zur abschiedsparty einen perfekten rahmen der ganzen geschichte bildet. 40 leute, die gekommen sind, um welcome beck zu sagen, hab mich sehr darüber gefreut, danke jungs und mädels!!!

da dies der letzte blogeintrag ist, möchte ich mich bei allen lesern bedanken, insgesamt knapp 6000 pagehits find ich sehr cool und zeigen, dass doch kein unwesentliches interesse an der ganzen geschichte bestand. ich hoffe, euch gut unterhalten zu haben.

zum abschluss noch ein kleines, wennauch vll etwas zu frühes resümee:

ich hatte 6 der schönsten monate meines lebens, begleitet von ganz normalen hoch- und tiefpunkten, emotional, mental, physisch und finanziell, hab die zeit so unglaublich intensiv gelebt, in jeglicher beziehung, wenn auch teilweise etwas über die strenge geschlagen, was scheinbar alles teil meiner persönlichkeit ist. ich hab mich selbst ein stück näher kennen gelernt, hab erkannt, wie noch viel wichtiger als es mir bereits bewusst war, familie und freunde für die eigene mentale stabilität sind und an einem anderen ende der welt neue freunde gefunden.

auch wenn das gefühl selbst schwer zu beschreiben ist, versuch ich es: meine „mission“ in diesem land ist noch nicht zu ende, weshalb ich definitiv nach beendigung meines studiums versuchen werde, zurück zu kehren – mentalität, autos, strassen, cities, sprache, musik, film & fernsehen überkompensieren die paar dinge, die mir nicht so gefallen und sind es daher wert, für wenigstens ein paar jahre in den staaten zu leben, in chicago oder new york, das zumindest im moment ein grosses ziel, das ich anstreben möchte.

vielen dank,

marcel beck



„like a child i have infinite patience when i write
the victims dental records show they love to bite”

show must go on

bevor marcel zum wahrscheinlich vorletzten mal seine stories zum besten gibt, möchte ich mich neben meiner familie bei christoph, fette sau, beate und constanze für den beistand bedanken, ohne den die emotional wohl schwersten 2 wochen meines aufenthalts hier noch beschissener gewesen wären, nice 2 have u guys...

da ich über dieses kapitel auch nicht viel verlieren möchte, setze ich in der woche der ankunft von besuch nr. 2 an.

ich hab viel darüber nachgedacht, ob ich es hier zum besten gebe und mich natürlich für ja entschieden, festhalten: marcel ist buddhist! in langen gesprächen mit pat während der letzten monate ist das interesse an ihrem praktizieren eigentlich ständig gewachsen, schlussendlich hat mich dann vor allem ausstrahlung, lebenseinstellung und freundlichkeit ALLER überzeugt, die sich wöchentlich bei uns einfinden um gemeinsam zu chanten. das mag jetzt alles total weird klingen, ist es aber nicht, ich trag keinen roten umhang, glaub nach wie vor nicht wirklich an spiritualismus, metaphysik oder wiedergeburt, sondern praktiziere jetzt den buddhismus nichirens als womöglicher schlüssel zu einem besseren leben, we will see! das begann am dienstag vor 3 wochen, offizielles mitglied der sgi (soka gakka international) bin ich seit 1.4., wer mal mehr darüber erfahren möchte: sgi-d.org

an dem folgenden donnerstag erreichten holler und maddin (im folgenden h&m) planmäßig gegen frühen nachmittag den flughafen, mussten sogar auf mich warten!

beide wirkten sehr fidel und gewillt, gleich loszulegen. da ich mittlerweile schon sehr geübt bin in 'marcel beck presents america' startete ich das standardprgramm mit portillos, woodmans (grocery store) und fuhr mit den kindern abends nach naperville in eine bar. da auch bei den beiden der jetlag ein paar tage dauerte wurde geschlafen, nicht so viel wie die wessis, dennoch genug. auch praktizierter alkoholkonsum entsprach eher meinem gusto als mit den luschen vom letzten mal ;-) muss die gute alte ostschule sein.

der freitag startete dann mit einem absoluten highlight, dass ich einfach beschreiben muss: da wir 3 sportskanonen vor dem geplanten trip nach chi noch laufen gehen wollten, standen wir relativ früh auf und hatten ein ganz besonderes frühstück, mit ganz besonderen keksen, dessen inhalt, wie sich im nachhinein herausstellte, einzig mir bewusst war, da goff es nicht gehört hat und holger dachte, dass er sich verhört hat. da ich allerdings, großmaul wie immer, die wirkung auch mal massivst unterschätzt hab, waren wir im prinzip alle total unvorbereitet. ich hatte vorher schon gefrühstückt, die anderen kinder danach. jedenfalls machten wir uns auf zum joggen und martin bemerkte dabei schon, dass es ihm "komisch" geht. beide waren beim laufen recht ruhig, was ich in dem moment noch nicht für allzu bemerkenswert hielt. als ich dann nach den 6 km sprint intervall joggen fertig war, ging es auch bei mir los. schon als wir zurück am haus waren, lag ich mich totlachend auf meiner motorhaube und wir versteckten uns vor pat und ihrer cousine weil wir so high waren.

das problem an der ganzen sache war, dass wir erstens absolut unvorbereitet waren und uns zweitens tierisch ran halten mussten, weil wir mit dem zug in die stadt fahren wollten, davor noch ein paar klamotten kaufen wollten und natürlich die sachen fürs we zu packen hatten. im nachhinein halte ich es immernoch für eine meisterleistung von uns dreien, trotz 3h extreme highness allen wichtigen kram für unseren aufenthalt dowwntown chicago einzupacken, an die bulls tickets zu denken, zu duschen, die schuhe zu kaufen und on time im zug zu sitzen. am ende war es auch echt nicht mehr schön, wir haben uns nur angeguckt und schrottgelacht, zum beispiel zu JEEEEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRREEEEEEEEEEEMEIER MEIER MEIER, HOL DIE EIER EIER EIER, AUSM KELLER KELLER KELLER, DAS GEHT SCHNELLER SCHNELLER SCHNELLER!!! ich könnt mich immernoch bepissen, denkt an meine oma im musikantenstadl h&m!

im hotel schlugen wir gegen fünf auf, walkten nen horrormarsch zur mall, trafen uns dort mit leah und 2 freundinnen von ihr und shoppten mall wieder. da sich chi-town loop area, also der sehenswerte stadtkern, definitiv am besten zu fuß erkunden lässt, marschierten wir zurück zum hotel und knipsten die ersten bier lampen an. eigentlich war für diesen abend eine kneipentour am wrigley field angesagt, dass uns durch eine nicht intakte ubahn verwehrt wurde. so ging es ins english, eine sehr coole tanz bar mit ganz vielen leuten, bier gabs da auch. leider allerdings nur bis um 2. deshalb entschieden wir uns, da h&m UNBEDINGT noch was machen wollten, mit nem taxi zum wrigley field zu fahren, was so schon nicht recht billig ist. endlich an einer noch vollen und bis 5 offenen bar angekommen, drehte ich mich dann um, sah 2 tief schlafende besoffene typen, die ich nicht mehr wach bekommen hab. im endeffekt also eine stadtrundfahrt chicago bei nacht, die ich allein geniessen durfte und uns im endeffekt 30 doller gekostet hat, für einen weg, den wir zu fuß hätten gehen können. war dennoch sehr witzig.

highlight dieser nacht: gegen 5 bemerkte ich, dass h auf meine luftmatratze getreten ist, stand ebenfalls auf, weil ich pinkeln musste. sehr verwundert darüber, dass holger nicht auf klo war, tat ich was zu tun war und legte mich wieder hin, bevor es 5min später an der tür klopfte und holger wieder rein wollte. als ich ihm das am nächsten tag erzählt hab, konnte er sich nicht mehr daran erinnern und war etwas verwirrt und ungläubig. bei dem verlassen des hotels am sa morgen jedoch, fanden wir eine gelbe flüssigkeit im aschenbecher auf dem mülleimer direkt neben den aufzügen. diese flüssigkeit war nach eindeutiger geruchsidentifikation definitiv urin. seeeeehr witzig.

der samstag begann mit einer fotosession, begründet in der tatsache, dass wir 3 derartige tiere sind, die einfach auf fotos festgehalten werden müssen, naja, ein bisschen auch durch den porno ausblick aus unserem hotelzimmer auf den chicago river und den searstower. die anschließende standard stadttour gekrönt von dem sehr beeindruckenden ausblick vom john hancock building bei monster wetter endetet gegen 6, da wir uns ob des bevorstehenden bulls-spiels etwas ran halten mussten. zu diesem anlass beehrte uns leah noch mit ihrem besuch. gemeinsam ging es mit dem taxi zum spiel, das relativ souverän, wenn am ende auch recht knapp gewonnen wurde. es war mein drittes spiel, der dritte sieg, ich sollte da öfter hin, dann würden WIR vielleicht auch in die playoffs kommen :-(

nach dem spiel wurde sich back im hotel fix frisch gemacht, leah hat sich n gesicht gemalt und aufgrund bevorstehender starvation haben wir uns noch ein paar burger bei mcdo ins gesicht gedrückt, bevor es mal wieder in die soundbar ging. als professionelle geldvernichtungsmaschine hab ich an diesem abend mal locker 126 dollar verbrannt, war es aber definitiv wert, hatte sehr viel spaß, was die anderen kinder sicher auch bestätigen können. auf dem house floor lief übrigens kurzzeitig tatsächlich scooter mit "maria, believe me, i like it loud"! das war toll...

ich glaub, dass wir gegen fünf zurück waren, ich teilte das bett mit leah und chris, der auch noch dazu gekommen war, h&m kuschelten auf der luftmatratze. am sonntag morgen war ich in üblicher "marcel hat n kater, restalkohol und gute laune - lets talk shit!" - mood und lief mal wieder zu höchstform auf.
bEck in batavia zollten wir dem fullspeed wochenende etwas tribut und machten nichts mehr, bis auf ein paar bier, ein kleines workout (6h bankdrücken und liegestütze) und einen kinofilm (ventage point, guter anfang, nice umgesetzt, oberschrott ende mit der behindertsten verfolgungsjagd wo gibt).

die nächsten beiden tage standen dann hauptsächlich im zeichen des anstehenden roadtrips und der feierlichen übergabe des gohonzons, das mich am 1.4 dann final zum buddhisten machte. eine sehr spannende und angenehme kombination aus members der umgebung machte dies zu einem für mich wirklich schönen abend, vor allem auch weil h&m sich aktiv und interessiert beteiligten.

hotel gebucht, routen geplant, hostel vorbestellt und fresspakete präpariert machten wir uns donnerstag früh um 2:30 auf den weg ins abenteuer. mountain dew und musi sollten mich die nacht über fit halten. da sich tollway fahren spannender anfühlt als es sich anhört, skip ich mal die ersten stunden auf dem weg nach detroit, der wohl hässlichsten stadt, in der ich je gewesen bin, die uns dennoch den sonnenaufgang beschert hat und mir endlich eine möglichkeit bot, kurz vor der kanadischen grenze pinkeln zu gehen. da es mit unseren ausweisen nur ca. 2min dauerte, ins land zu kommen (you got any weapons with you? - no - ok, have a nice trip), waren wir auf einmal in kanada, was wesentlich spektakulärer klingt, als es im endeffekt war. große freude über metrische geschwindigkeitsbegrenzungen verpuffte ob der mecklenburg vorpommern sehr ähnelnden landschaft entlang des highways recht schnell. im endeffekt beschränkte sich unsere tätigkeit in kanada selbst auch nur auf den besuch einer raststätte mit dem konsum us-amerikanischen fastfoods... egtl musste ich auch nur ins land, um meine 90 tägige gültigkeit der fahrerlaubnis zu erneuern, und natürlich um in kanada gewesen zu sein!

auf der anderen seite der grenze, ganz in der nähe der niagara fälle, dauerte es dann eine knappe stunde, meine bei der einreise in die usa im november zu kurz ausgestellte aufenthaltsgenehmigung um 2 tage zu verlängern, so ein spasti, fragte mich etliche male das selbe, nur um mir irgendwie angst einjagen zu wollen, was ihn noch spitzer machte, als es mich nicht wirklich verunsicherte. jedenfalls klappte es dann schlussendlich dennoch.

in unserem vorübergehenden bestimmungsort buffalo wurde es uns dann etwas unwohl anfänglich, da die downtown area aussah wie ausgestorben, die wenigen menschen auf der straße einen weniger vertrauenswürdigen eindruck machten und der coin collector der parkuhren mir davon abriet, das auto direkt an der straße zu parken. natürlich hatte unser ausgewähltes hostel um 2 uhr nachmittags zu, weshalb wir uns entschlossen, die ca. 20 meilen entfernen niagarafälle gleich zu besuchen, dafür dann früh ins bett zu gehen.

auch wenn die fälle von der kanadischen seite angeblich schöner anzusehen sein sollen, genossen wir bei perfektem wetter dann eben nur die amerikanischen, immernoch sehr beeindruckenden impressionen. (siehe fotos!)
anschließend ging es dann recht zeitig zurück zum hostel, auf dem weg in nem restaurant voller hässlicher und fetter menschen noch schnell paar spaghettis gezogen, in unserem raum 6h workout geschoben und unseren zwar freundlichen aber definitiv zu schlecht englisch sprechenden chinesischen professor zimmergenossen ertragen, was WIRKLICH anstrengend war! zu allem überfluss hat der auch die halbe nacht geschnarcht, was mich definitiv wahnsinnig gemacht hat und soweit brachte, ihn anzubrüllen... dann stopfte ich mir pseudo oropax in die höhrer und konnte wenigstens halbwegs gut pennen.

dennoch recht gut erfrischt machten wir uns sehr zeitig auf und waren schon halb acht wieder auf dem highway, begleitet von mäßigem verkehr und beschissenem wetter in new york state, in pennsylvania dafür umso geilere landschaften und einöden, die zumindest ICH für fotowert hielt, wofür ich mir den ein oder anderen bösen kommentar anhören durfte. sucker.

in mir stieg aufregung und vorfreude mit dem ersten straßenschild, auf dem new york city stand und als wir schließlich in jersey waren, noch ein paar meilen von newark (da bricks!) entfernt, mussten die anderen kinder GAAAAAANZ laut redman über sich ergehen lassen, DA BRICKS, HELL YEAH, war das geil... selbst in newark ging alles erstaunlich reibungslos und binnen 10min fanden wir einen 24h parkplatz, auf dem mein auto die nächsten 48h sicher überstehen sollte, auch wenn die abgabe meines schlüssels nicht ganz so geheuer war.

die pennsylvania trainstation erwies sich als so übersichtlich, dass wir ziemlich schnell mit den richtigen tickets in der hand auf dem richtigen bahnsteig standen und ich den ersten längeren dialog mit nem 36jährigen g-koch hatte, der nur nach manhattan wollte, um seiner frau und seinen kids das beste hähnchen der stadt zu kaufen, war sehr nice! vor aufregung fast platzend dauerte es ca. 15min zur penn-station in manhattan. bei der anschließenden koordination und ubahn-ticket-käufen stellten wir uns dann an wie die ersten menschen, unter freundlicher mithilfe der new yorker bevölkerung gelang es dann dennoch (auch wenn martin so seine probleme hatte ;-)).

raus kamen wir ein paar blocks nördlich vom times square, total überwältigt von den ersten eindrücken und absolut planlos, da in dem ansonsten lückenlos perfekten schedule die information der location des hotels fehlte, ich nur ungefähr wusste, wo es ist. nach einer fehlleitung eines typen auf der straße in die 42. straße, fanden wir in einem burger king in der 40. für den witzbetrag von 5dollar heraus, dass unser hotel in der 48. straße ist :-) wenigstens hatten wir ALLE sachen dabei... holger ist ein assiger kofferschnorrer!

nach dem hotel check in gegen 4 rissen wir innerhalb von ca. 4h wir ein höllen sightseeing programm ab. mit der bahn zu ground zero (unbeschreiblich großes loch / baustelle inmitten des herzens von manhattan, nur heftig), von dort aus zu fuß zum harlem river, dort das erste mal die freiheitsstatue sehen, etwas den fluss lang gehen, wieder rein zur wall street, vorbei am trump tower rüber auf die andere seite manhattans zur brooklyn bridge, an der wir uns die erste kurze pause bei frisch gezapftem paulaner gönnten, natürlich mit blick auf die brooklyn bridge. auf eben diese mussten wir natürlich auch noch rauf, dafür ewigkeiten zurück laufen, um dann dennoch mit einem atemberaubenden blick auf manhatten im westen und brooklyn/queens im osten, sowie up and down riverside hudson river belohnt zu werden, ein paar die geschichte der fotografie revolutionierende kunstobjekte entstanden während dieser paar stunden, in der photosection natürlich zu bewundern!
back im hotel gab es eine kurze verschnaufpause, ordentliches vorglühen und fertig machen für den china club, der zur großen überraschung genau einen block weiter war, yeah! dort vor der falschen tür stehend und peinlich klopfend rafften wir nach bestimmt 15min schon, dass ein nebenstehender türsteher uns die ganze zeit mit seiner taschenlampe und lautem rufen versuchte, mitzuteilen, dass wir am falschen eingang stehen... an die geschehnisse in dem laden kann ich mich nur noch teilweise erinnern, ganz sicher jedoch an 3bier und 3 shots wodka für 51 dollar, juhu. außerdem setzten sich ein typ und ein mädel mit uns an einen tisch, fragten uns, wo wir her kommen, um dann heraus zu finden, dass sie aus rostock und er aus neustrelitz oder so kommt... midtown manhattan, nyc, unglaublich... jedenfalls war er n ganz schöner bauer/dorftorsten/scheiße erzähler und mit ihr hab ich denk ich nichtmal ein wort gewechselt. ich seh noch martin und mich auf 2 gegenüberliegen couchen sitzen und relativ unhappy von relativ unschönen frauen mehr oder weniger belästigt zu werden, mein selbst in derartigen situation überwältigender charme half zumindest mir aus dieser zwickmühle recht schnell heraus ("you got quite ugly teeth" :-) ). anschließend gingen wir irgendwie erst zurück zum hotel bevor es uns nochmals zu mcdonalds trieb, mit der besonderheit, dass ich, wahrscheinlich nur um die anderen anzupissen, ohne shirt unter der jacke den laden betrat und pausenlos meinen drunter liegenden astral präsentieren wollte. ich hatte einen bigmac, 2 cheesburger und einen mcchicken, hallelujah! ich denke, dass wir gegen 4 im bett waren, hell of a day!

und so ging es prinzipiell auch weiter...

samstag früh gingen goff und ich egtl auf der suche nach einer sonnenbrille für ihn am time square shoppen, fanden ketten, flip flops und t-shirts. da ich auf vacation von meinem schweren arbeitsleben war, zog ich mir im hotel noch ein bier hinter und 2 whiskey, die mir ohne frühstück dann auch nicht unwesentlich zusetzten (haben wir an dem morgen überhaupt irgendwas gegessen???), beim standard abwimmeln der comedy-tickets-verkäufer aber halfen und gespräche mit den netten damen im quicksilver store zur folge hatten ('can i touch your arms?'), wo ich der meinung war, mir für 60 döner noch ne sonnenbrille zu ziehen. da jeder sofort gemerkt hat, dass ich stink wie ein alkoholiker, hatte ich witzige konversationen am laufenden band, und binnen 12h new york den betrag an bargeld in meinem wallet von 320 auf 21 dollar reduziert. zu fuß marschierten wir zum nicht allzuweit vom hotel entfernten empire state building, auf dem weg dorthin im riesen macy's zwischengestoppt, martin ganz fast eine cd gekauft (;-)) und auf dem weg hoch eine coole frau getroffen, die hinter uns in der schlange stand und 14 jahre in deutschland gelebt hat, prädikat: "so soll meine frau mit 40 auch sein!", akzeptierte meine fahne und arschte die ganzen gefühlten 5h schlange stehen mit uns rum. das warten hat sich dennoch absolut gelohnt, für den atemberaubendsten freiluftausblick meines lebens hätte ich auch noch weitere 2h gewartet. selbst die fotos können nicht beschreiben, wie imposant der 360° view auf eine der schönsten städte der welt ist, dazu noch bei wetter, das besser nicht hätte sein können.
der anschließende triple whopper (noch nicht mal 24h in ny und schon zum dritten mal fast food...) sollte nötige energie liefern, uns auch noch heil zur freiheitsstatue zu bringen. an der south ferry station verpassten wir allerdings die letzten touren des tages und verbrachten so etwas zeit zwischen nervenden skatern und dem immernoch schönen blick auf die grüne lady. auf dem weg zurück erreichte ich meinen tiefpunkt, schlief in der bahn fast ein und machte mich allein auf ins hotel, während h&m fleißig weiter shoppten, wie die muttis. gegen neun trafen wir uns wieder im hotel, ich absolut erholt, die anderen kinder glücklich und wiederholten das prozedere des vortags. gegen 12 verließen wir das hotel, walkten zur grand central station (sehr beeindruckend!) und wollten uns im kneipenviertel grennwich village downtown manhattan betrinken. vorher jedoch hatte ich die wohl beste malzeit meines lebens, in einem kleinen dine in wartete ich zwar doppelt so lange wie h&m auf mein essen, genoss es dennoch umso mehr, hähnchen mit zwiebeln und gaaanz viel käse überbacken, oh gott war das geiles essen... die anschließende bar bot uns ein eindrucksvolles bild paarungsreifer großstädter mit 3/8 im turm und offensiver attitude, die frauen in dem laden müssen sich gefühlt haben wie fleischverkäuferinnen. wieder raus aus dem laden standen wir irgendwie ewigkeiten in der gegend rum, trafen einen besoffenen deutschen, der uns wenigstens sagen konnte, wie wir zur nächsten bahnhaltestelle kommen, die wir nach dem besuchen einer weiteren bar dann auch erreichten. warum auch immer haben wir im hotel noch ewigkeiten weiter gemacht mit trinken, singen und scheiße erzählen.

sonntag früh wurden wir von martins ohren- und herzzerreißendem handyton geweckt, was wir alle nicht wirklich wahr haben wollten. total verkatert, hundemüde und dennoch unglaublich gutaussehend machten wir uns auf den morgentlichen halbmarathon im centralpark, waren dazu physisch nur einfach noch nicht in der lage. dennoch sehr eindrucksvolles erlebnis, da man dessen größe wirklich nicht beschreiben kann, ein riesenwald mit straßen inmitten manhattans. auf dem rückweg noch fotos vor lettermans late night spot und von mir mit wu-tang shirt vor dem wu-tang poster gezogen, musste es bEck im hotel dann schnell gehen - rekordduschen und paralleles ordnung im chaos von 48h schaffen waren angesagt und wie immer professionell umgesetzt. unsere taschen am empfang noch ausgelagert, machten wir uns punkt 12 auf zum harlem river, zu fuß natürlich! die dort um 2 anstehende bootstour vor augen, dauerte es knapp eine stunde, westside manhattan was zu essen aufzutreiben! subways rettete uns dann das leben und war perfekte nahrung für overcoming des katers und als basis der tour. mit nem tourguide, der den halben morgen mit peter lustig (aka peter funny) in der badewanne verbracht haben musste, stürmischen winden auf dem wasser und

der hoffnung, dass es nicht anfängt zu regnen, ging es pünktlich los. die bootstour begann an der 38. straße am harlem river, entlang des flusses südlich bis zur spitze manh., den hudson river nördlich hoch bis zum un-headquarter und direkt an der freiheitsstatue zurück. wir haben wirklich ALLES vom wasser aus gesehen und gefühlte 1 million fotos gemacht. vor der green lady umherzuschiffen, war mehr als beeindruckend, mit worten kaum zu beschreiben, genau wie das gefühl auf der rücktour, den fotoapparat endlich weg gepackt, mit ipod im ohr songs wie "live from new york", "welcome to nyc" usw. zu hören und dabei auf die mutter aller skylines zu schauen, in der wirklich etwas fehlt... highlight dieser veranstaltung jedoch beim aussteigen:

marcel: holger, wo isn dein rücksack!?
holger: oh scheiße!!!!

hatter ihn doch tatsächlich zu beginn irgendwo auf dem boot abgestellt und dort die gesamte tour über stehen lassen... wär nicht so aufregend, wenn nicht sein relativ neues notebook drin gewesen wäre... torsten.

im anschluss verabschiedeten wir uns von der city mit ner taxifahrt und shoppen total behinderter touri-artikel (das t-shirt is so haesslich...), warteten etwas in der penn-station, fuhren bEck nach newark, gespannt, ob mein auto noch da sein würde, und bekamen dies dann gegen 61 döner ausgehändigt. nach etwas konfusem herumgurken in der chocolate city und grocery shopping waren wir gegen 6pm on the road again. die rücktour war anstrengend, vor allem weil ich sehr müde war. die fahrt durch die nacht in new york, pennsylvania und ohio dennoch sehr entspannt. völlig erschöpft erreichten wir batavia montag früh um 7, weckten pat, die die tür abgeschlossen hatte und legte uns verdient, glücklich und exhausted schlafen.

an die tage danach kann ich mich so richtig nicht mehr erinnern, insgesamt steckte diese tour dennoch in den knochen, was sich bei den 6stündigen workouts bemerkbar machte. martin und hölgchen verprassten noch ihre letzten kohlen und machten sich am donnerstag bei monsterwetter auf den rückflug. ich danke euch für den besuch, war oberhammer und super geil!!! vor allem der roadtrip wird so schnell wohl nicht in vergessenheit geraten...

da dieser blogeintrag sowieso schon zu lang ist, mach ich erstmal nen cut und berichte dann kurz vor meinem abflug über meine doch sehr ereignisreichen und wundervollen letzten tage/erlebnisse hier.

es macht sich in mir wehmut und vorfreude breit, ein sehr konfuses emotionales gemisch, werd das hier wirklich vermissen...

guckt euch die fotos an!

asche auf mein haupt

die 5-wöchige abstinenz nur auf den besuch zu schieben ist sicherlich falsch. ich war einfach viel zu faul.dafür gibt es jetzt umso mehr, also in die finger gespuckt und ab dafür!

die woche vor der ankunft des besuchs konzentrierte ich mich egtl auf die vorbereitung der anstehenden strapazen. dennoch vebrachte ich donnerstag bis samstag im (14.-16.2) im delirium, in dem vor allem der samstag abend gar nicht ging. nachdem ich mit franzi tagsüber bei der chicago autoshow war (der oberhammer, richtig geil!), kamen bernardo und chris später dazu, allerdings zu spät, um die autos auch noch zu sehen. dann blieb uns natürlich nichts anderes üblich, als die chance zu nutzen, auch in chitown mal zusammen richtig zu feiern. auf dem weg zum club verloren wir dann schon bernardo, der beim austreten einfach abgehauen war. ohne handy natürlich. es brauchte ca. 40min bei -10°C in shirt bis wir herausfanden, dass der gute seit 30min im club ist und ne runde allein feiert. ich war ganz schön sauer, also so richtig!
wie dem auch sei hatten wir eine hammernacht in dem laden, auch wenn es schweineteuer war. auf dem rückweg sind wir dann alle komplett durchgedreht, hab ich gehört, bernardo sass die ganze rückfahrt oberkörperfrei mit offenem fenster im auto und der rest ist nicht thema eines öffentlichen webblogs ;-)

von diesem erlebnis sichtlich gezeichnet freute ich mich dennoch am sonntag den 17.2. tierisch auf die kinder aus dem osten (also welt-osten). nach gefühlten 4h warten am terminal erblickte ich dann die crowd mit einer ganzen menge koffern, deren unterbringung in meinem zwar großen aber offensichtlich immer noch zu kleinen auto sich als etwas problematisch rausstellte und benni fast seine beine verlor.
emotional waren die ersten beiden tage für mich definitiv zu überwältigend. irgendwie war ich nicht so richtig in der lage, die situation zu fassen und deshalb manchmal auch etwas zu pissig zu die kinners.
nach der aklimatisierung jedoch ging der spass los. ich werde jetzt nicht tag für tag durchgehen sondern mich einfach auf die highlights konzentrieren:

man kann schon sagen, dass der großteil der zeit der jungs damit verbracht wurde, vor allem zu shoppen (PREMIUM OUTLET STORE!!!), zu dingern (so ein schwachsinniges kartenspiel, an dem dann verschiedene entscheidungen hingen, je nachdem, wer das ding am ende war) und zu schlafen. vor allem die ersten tage wurde egtl nur gepennt und die "wir saufen jeden tag"-attitude stellte sich als großmaul-trugschluss raus. außer für mich ;-). als ich die boys am 2.tag beim outlet abgesetzt hab, hatte hammel schon nach 20min ca. USD 400 allein im calvin klein store gelassen. insgesamt 5h (!!!) verbrachten die jungs mit dem verbrennen ihres geldes, das in der folge einfach nicht mehr verhanden war, dennoch ausgiebig benutzt wurde, gott lob die kreditkarte! unter anderem wurde mir ein wunderschönes shirt aus dem hause GAP mitgebracht, für 2 dollar (döner lt. opel), das haesslichste kleidungsstück, dass ich je an meinen körper gelassen hab, und das hat bei mir wirklich was zu bedeuten!

ich glaub, es war mittwoch, als pat natürlich wie die faust aufs auge passend, die lokalität verliess, um nach milwaukee zu fahren und uns das haus überließ. dies wurd natürlich sofort zum ersten kollektivbesäufnis genutzt. und das nicht zu knapp. angefangen mit wodkamischen, hammergeilen fotos durch gläser und dem nach und nach erscheinen der amerikanischen gesellschaft hatten wir einen hammerabend mit happy end (insider.). donnerstag fuhren wir erstmals gemeinsam in die city und ich denke, dass ich nicht übertreib, wenn ich sag, dass die boys mindestens genauso beeindruckt waren, wie ich zu beginn. vor allem der trip hoch auf den sears-tower war atemberaubend, ist immernoch das 3.höchste gebäude der welt und der ausblick ist unwirklich und beeindruckend zugleich, unbeschreiblich. (siehe fotos!)
nach einem langen walk durch die city aßen wir ausgiebig bei bennigans und shoppten uns entlang der magnificant mile - natürlich.
abends wiederholten wir eigentlich haargenau die geschehnisse des vorabends, nur mit dem unterschied, dass wir noch besoffener waren und benni diesmal kein happy end hatte.

es wäre einfach unfair, bei der großen bedeutung dieser tatsache während ihres aufenthaltes die information vorzuenthalten, dass MENSCHEN EINFACH NICHT SOVIEL FURZEN KÖNNEN. gut, wir sind männer, aber was da aus opel und op teilweise raus kam, waren massenvernichtungswaffen. zitat: "wer hat den gashahn aufgedreht?" fenster runter und daumen drücken, dass es bald nicht mehr weh tut. das musste hier einfach mit rein.
grund dafür waren sicher auch (ich versuch es noch zusammen zu bekommen):chili, mcdonalds (4x), taco bell (2x), portillos, panda express, white castle, kfc, subways, buffalo wild wings, giordanos (chitowns deep dish pizza, richtig geil) und bestimmt noch etliches, was ich vergessen hab. mir hat das ganze 2.5 kilo gebracht in 2 wochen, supi. was die hier an fast food weg geballert haben, goes on no cowskin!

freitag abend stand dann sicher eins der highlights an - der besuch beim bullsgame. nachdem berni sich zuviel zeit gelassen hatte, wir allerdings sein auto brauchten, um gemeinsam hinzukommen, erreichten wir aufgrund des staus das united center mit 15-minütiger verzögerung, sodass die boys die so tolle anfangsshow leider nicht sehen konnten, ätsch! aufgrund der tatsache, dass sie mir an diesem abend so sehr auf den sack gingen (beck beck beck beck beck...), dass ich wirklich schon bissl angepisst war (außerdem am abend zuvor von meinem handy eine sehr unangebrachte nachricht verschickt wurde, was mich WIRKLICH angepisst hat), war das nur gerecht. dennoch sahen wir ein fast schon geschichtsträchtiges game - mit 139 zu 120 irgendwas wurden die für dieses spiel doch recht klar favorisierten denver nuggets (mit allen iverson, der wirklich absolut geil ist, und kleiner als ich!) nach hause geschickt. ich glaub, dass die bulls seit mj nicht mehr soviele punkte gemacht haben. die stimmung war super und die schlussviertelstunde oberhammer, da die nuggets gegen ende nochmal richtig knapp rangekommen sind. einmalig und noch besser als beim letzten mal. zitat hammel: "this is my first footballgame". war n brüller. anschließend MUSSTEN wir in die smartbar, da ich sowas wie ne verabredung dort hatte. und weil wodkamischen dort doch recht günstig waren, hatten wir alle ziemlich viel spaß, trotz von uns ja nicht wirklich favorisierter elektronischer musik. opel hatte sein ganz besonderes erlebnis mit einer fußballer(in), hammel meinte, die akkuleistung seiner digicam zu testen, indem er 44 fotos einer einzigen person machte und bernardo lebte in seiner ganz eigenen welt. ihn fanden wir nach der bar schlafend in einem hotdog-laden. gegen fünf fielen wir dann alle totmüde ins bett.

das wochenende beschlossen wir, franzi, leah und ein paar ihrer au-pair mädels nach milwaukee zu begleiten, holten uns 2 günstige hotelzimmer downtown milwaukee und auf gings. nach einer recht unterhaltsamen fahrt (in der meiner erinnerung nach hammels random kommentare seinen höhepunkt fanden) erreichten wir gegen späten nachmittag die egtl doch sehr langweilige stadt am lake in wisconsin. nach einer stadttour mit 11 leuten in einem gmc suburban (op und ich saßen im kofferraum) und einer meiner wahrscheinlich schlimmsten stunden in sache scheiße labern, bemerkten wir recht schnell, dass dieser abend ein witziger wird, allein weil hammel und ich einem teil der runde von anfang an doch seeehr unsympathisch war, also ne einladung ;-) nach vorglühen im hotelzimmer (inkl. party like a rockstar, yes we did!!!) wurde in der hotellobby des hiltons, indem die mädels unterkamen dann unsere band gegründet, meine abgrundtiefe faulheit zwingt mich dazu, die beschreibung aus der gleichnamigen studivz-gruppe zu benutzen:

DAS DING: in illinois spricht man schon von einem phenomenon - auf den straßen batavias gibt es gerüchte, der originalname sei so gefährlich, dass man erschossen wird, wenn man ihn sagt, schreibt oder denkt.

nach der gründung in der hotel lobby des hiltons in milwaukee vergangenen samstag gehoert man schon zu den angesagtesten acts im mittleren westen.

spasten "hammel" hansel - blockflöte, manager und dolmetscher der band ("I MUST KACKING")
op "sebastian abt" el, der ruhepol der gruppe, unschlagbar am xylophon
otto "CC" power, der blutpopeldealer an der hafe,
al "ben jawwww" bino, schlägt sich und die triangel wie kein anderer
peter "std" mafia, leadsänger und frauenheld, eine stimme wie ein engel nach 10 bier

vor hunger sterbend trafen wir eine der fatalsten entscheidungen, was kulinarische verpflegung betrifft. nach ca 1h warten wurde essen aufgetischt, dass man nichtmal so nennen kann. otto powers "burger" war dabei neben opels kalten pommes, meiner kalten, ungewürzten bratwurst und bennis habichvergessen sicher die krönung: ein halbgares etwas fleisch benachbart von im fett triefenden kalten brötchenhälften, die aussahen wie gehirn. absolute frechheit. dies ließen wir die kellnerin auch spüren, vor allem franzi!
danach fuhren wir in den einzigen guten club in milw, der egtl gar nich so gut war. lieder wurden 10s angespielt und ab zum nächsten, alkohol war teuer und alle hatten magenkrämpfe, opel so sehr, dass er kotzen musste. dennoch war es ein ganz witziger abend, vor allem durch die anschließenden geschehnisse im hotelzimmer der mädels. hammel und ich, nun auf betriebstemperatur, und benni, der stundenlang mit der blonden ische "geredet" hat, müssen die hölle gewesen sein. soviel stumpfsinnigen müll hab ich seit ewigkeiten nicht mehr erzählt. das ganze mündete dann in einer leah, die wirklich richtig angefressen war, weil wir sie am ende schlafend aus dem bett gezerrt und einen sessel auf sie "gelegt" haben. leah, du hast es oft nicht leicht, wie weit die kraft noch reicht, wenn du am boden liegst... war n traum. die nacht teilte ich mir dann mit hammel im klassiker 69 ein hotelbett.
nachdem wir am nächsten morgen ganz rockstar-untypisch die hotelzimmer cleanten, verbrachten wir noch eine stunde in milw, eine weitere mit dem umherfahren, um irgendwie aus dem moloch raus zu kommen! selbst mein tomtom war überfordert!

auf dem heimweg fuhren wir noch in highland park ran, besuchten bei strahlendem sonnenstein den strand dort (erneuter hinweis auf die fotos) und als tageshighlight das riesengrundstück von michael jordan! auch wenn wir nur das tor sahen, war das sicher doch auch ein besonderer moment. es war ein ganz besonderer moment, als mj von uns allen ein foto machte. opel war bissl enttäuscht, wollte er his airness doch so gerne blocken.

das war woche 1, und es wurde noch besser!

nach einem tag auszeit fuhren wir am di in einen stripclub bei mir um die ecke, in dem wirklich hübsche frauen tanzten, das publikum - welch wunder - allerdings aussah wie ne loser convention der umgebung. das überaus entgegenkommende angebot, dass man in diesen laden seinen eigenen alkohol mitbringen durfte, nutzten wir natürlich aus und betranken uns in maßen. wie soll es auch anders passieren, dauerte es vll 90min bis einer der bouncer zu unserem tisch kam, fragte wer fährt, 5min später wieder kam, am getränk des fahrers (cola) roch, wieder verschwand, um uns widerum 5min später aus dem laden rauszuschmeißen, ohne uns einen grund nennen zu können! auch wenn mir teile der leserschaft das vll nicht abnehmen, waren wir ruhig, haben getränke gekauft und die tänzerin bezahlt, alles easy, dachten wir. jedenfalls entschuldigte sich der türsteher beim ausgang etliche male dafür, schob die schuld auf den manager, der uns als gefahr einstufte (gut, dann dürfte ich die haustür nicht verlassen) und machte einen komischen eindruck. ich war jedenfalls richtig sauer, wollte ich mir doch grad endlich mal nen private dance gönnen...
(ich merk grad, dass ich doch tag für tag durch geh, whatever)
mittwoch abend entschloss ich mich, mal für die jungs zu fahren, um ein amerikanisches barbesaeufnis komplett genießen zu können. im st. charlies vernichteten die kinder 11 pitcher bier, also eine riesenmenge. sie brüllten, fielen von barhockern, flirteten (versuchten jedenfalls) mit der barkeeperin, machten behinderte fotos und nervten mich. dennoch war es wirklich witzig. an diesem abend präsentierte ich dann auch den mehrwert eines nachtmals bei white castle, dass allen beteiligten einen schönen nächsten morgen bescherte.
die woche war außerdem geprägt von der nun anstehenden hauptaufgabe für ALLE: da sich an christophs neuer dkny hose 2 buttons gelöst hatten, musste ersatz her, aber nicht irgendein ersatz sondern exakt diese hose, wer op kennt, kennt seine ambitionen in solchen dingen. außerdem wurde das privileg, neben mir im auto auf dem beifahersitz platz nehmen zu dürfen zur elementaren angelegenheit und maß dem wort shotgun eine große bedeutung zu, in abwandlungen dann dinge wie "shotgun hinten links", da das kuscheln zu dritt auf meiner rückbank wohl nicht allzu cool war. (btw: ich hab nicht einmal hinten gesessen, nice!)
donnerstag spielten wir bei brendon im appartment das von mir mittlerweile verhasste spiel risiko, in dem benni/opel, hammel/op, brendon/lauren und ich allein jeweils teams bildeten. aufgrund meines kleinen problems der unfähigkeit zu verlieren, vor allem in kombination mit sich darüber lustig machen und mit dem finger auf mich zeigen, wurde das ganze spiel für mich eher zur strapaze und für alle anderen zur belustigung. jedenfalls endetete das ganze, wie immer, in einem steamroller szenario, dass ich imho gewonnen hab. jedenfalls hatte ich wenigstens ganz afrika. wie auch immer, anschließend ging es auf sehr verschneiter straße richtung stripclub nr.2, da es immernoch eine aufgabe zu erfüllen gab. in einem deutlich herunter gekommeneren schuppen als 2 tage zuvor erfüllte ich dann die mission, gönnte mir für 40 dollar einen private dance und bin endlich um die erfahrung reicher, wie sich ergebnisse amerikanischer schönheitschirurgie in echt anfühlen. ob es das wert war oder nicht, sei dahin gestellt, jedenfalls verbrachten wir auch nur ne knappe stunde in dem laden, da um 1 schluss war.

das letzte gemeinsame wochenende sollte dann nochmal einen krönenden abschluss bieten und ich denke, dass hat es auch! mitten in der stadt bezogen wir von fr bis so ein hotelzimmer im allerton, direkt neben dem john hancock tower an der magnificant mile. nach der ankunft verlor ich meine 2. kreditkarte binnen 3 wochen. jedenfalls tranken wir auch am freitag wieder schön vor, op war immernoch auf der suche nach seiner hose und so kam es gegen sechs zu folgender situation: opel und ich liegen nebeneinander auf dem bett, es ist dunkel, opel zieht sich die hose aus, macht das licht aus und sagt: "ist ganz schön warm hier drin...", um sich dann auch noch seines pullovers zu entkleiden. das wahrscheinlich schwulste, das er je zu mir gesagt hat. war witzig. ich hab abends vorm weg gehen erstmal ein bad genommen und mich dabei betrunken. ich denke, dass wir alle schon ziemlich gut dabei waren. von der bar "duffys", in der wir uns den abend über aufhielten, weiß ich leider nicht mehr so viel, bzw. gar nichts, außer, dass op und ich ziemlich scheiße zu franzi waren und sich danach dieses abspielte: die jungs beschlossen, vor dem hotel noch bei mcdonalds ran zu fahren, ließen uns also mit dem taxi dort hinbringen. beim aussteigen, so wurde berichtet, bin ich dann irgendwie zwischen bordstein und taxi gefallen, so dumm, dass mir mein ellbogen nach wie vor tierisch weh tut, meine lederjacke an besagter stelle kaputt ist und ich diverse blaue flecken am körper hatte. im mcdo selbst lag ich dann wohl mit dem kopf auf dem tisch und hab alle 5min mal vom burger abgebissen. auf dem heimweg, ca. 1km würd ich schätzen, muss ich so anstrengend gewesen sein, da ich mich gegen sämtliches tragen und stützen massivst gewehrt hab. sorry4that boys, rache für den mittwoch ;-)
von diesem schmerz wachte ich dann morgens auch auf. nach etwas refreshing action (inkl. baden) trafen wir uns mit leah und fran, mit denen es dann zum museum of industry and science ging. ehrlich gesagt war das da ziemlich scheiße. alles infos für kinder, christoph passend: "bio, 8. klasse realschule, juhu", einzig das minichicago war ganz cool, der rest war wirklich langweilig. ansonsten passierte den tag über (bis auf natürlich nach der hose gucken) nicht mehr soviel, soweit ich mich erinnern kann. abends hatte ich den partymäßig wohl coolsten abend meines gesamten aufenthalts - in der soundbar, dem vll besten club der stadt wurde coole musik gespielt, gab es eine menge schöne frauen und wir konnten alle trinken, opel wollte mich zum beispiel unbedingt dazu bringen, dass wir uns an zwei sowas von alte frauen ran machen! gott sei dank taten wir das nicht. dennoch ging die party all night long, ich vergass komplett, dass ich keine möglichkeit mehr hab, an bargeld zu kommen und durfte den ganzen weg zurück zum hotel laufen, genau wie benni und opel, die auf dem weg aber noch in einem club halt machten, deren bouncer die tatsache, dass sie deutsch sind, es für wert hielt, sie 4free rein zu lassen. ich brauchte ca. 40min. war es aber wert.

sonntag dann letztes sitin bei brendon, basketball gucken, kobe gegen dirk, bryant mit 51 punkten... leider hatten sich brendon, greg, bernardo und paar andere leute am vorabend ein fass bier gegönnt, das am so natürlich vernichtet werden musste. deshalb weiß ich auch nicht mehr so viel vom sonntag, wie ich beispielsweise benni und hammel vollgelabert hab.
montag, der tag der abreise, wurde dann nochmal genutzt, um die so wundervoll angepriesenen fastfoodangebote von kentucky fried chicken auszukosten. der besuch beim örtlichen teilchenbeschleuniger fermilab erwies sich dann auch als kompletter reinfall. ich brachte die jungs gegen 6 auf einer noch abenteuerlicheren tour ob des mehr gewordenen gepäcks zum flughafen und muss zugeben, dass mir der abschied nicht ganz so leicht fiel, vor allem danach wieder allein in ruhe zu hause in meinem zimmer zu sitzen war irgendwie scheiße.

war ne sehr geile zeit, yo, love u guys!!! das ding 4 life bitch... schwuler jachthund

lethargisch und regeneriernd war letzte woche gar nix los. am we zeigte der emo-chart dann wieder nach oben, nach einem coolen date am freitag abend passierte mir dann wahrscheinlich die dümmste aktion überhaupt: die letzte bahn aus der city raus fährt um 0:40. in dieser dachte ich dann auch zu sitzen. tat ich aber nicht, stattdessen fuhr ich straight richtung kenosha, also gen norden, kam auf dem weg auch überhaupt nicht auf die idee mal auszusteigen sondern fuhr immer weiter bis highland park, weil ich da wenigstens jemanden kannte. da franzi und leah aber beide offensichtlich taub sind oder mich nicht leiden können und mein neuer kumpel jordan, ich darf ihn michael nennen, nicht in der stadt war, verbrachte ich 3.5h in dem, zumindest warmen, wartehäuschen der metra, bis 5:22 der erste zug richtung city kam. schon ziemlich im arsch hoffte ich, nicht länger als vielleicht eine stunde auf den dann richtigen zug warten zu müssen, es stellte sich heraus, dass es 2stunden und 40 minuten waren. in einer großen bahnstation, in der man nirgendwo pennen kann, alles zu ist und außerdem noch kalt war. ich bin dann 40min draußen umher spaziert, was aufgrund des viel zu kalten windes auch keine so großartige idee war und starrte den rest der zeit nachher irgendwie nur noch apathisch ins nichts.
dann endlich im richtigen zug sitzend, warm in meine jacke eingekuschelt, dachte ich, dass ich ne runde pennen könnte - pustekuchen! direkt gegenüber platzierten sich 4 frischgebackene college-tussis, die pausenlos über den großen mist labern mussten und mich damit förmlich zum wahnsinn trieben.

totally exhausted erreichte ich nach 9h abenteuer batavia gegen 9:50, durfte mich noch über 2 stuttgarter tore in der schlussviertelstunde des werderspiels freuen, achja, und über eine rote karte. darüber doch etwas sehr verärgert fiel ich halbtot ins bett und schlief bis 5. geweckt wurde ich durch einen anruf von scott, der mich back in die city einlud, und da mit zug fahren im moment einfach tierisch viel spaß macht, tat ich dies dann auch. in kleiner runde genossen wir "air guitar nation", geheimtipp!, betranken uns und hatten ne menge fun. den nächsten tag bin ich mit joe bei pornowetter noch bissl planlos durch die city gecruised, hab mir seine neuen mixes und productions rein gezogen, der junge ist nämlich dj und imho ein wirklich guter!

so, ich denk, ich habe fertig. noch ein paar anmerkungen: ich weiß, dass es manchmal relativ belanglose infos sind, nur hat dieser blog für mich persönlich auch dokumentarischen character und ist damit sowas wie ein offenes tagebuch, daher die manchmal bescheuert ausschweifungen oder typischen stories die nur witzig sind, wenn man dabei war, whatever allet jud.

und an meine ma und alle anderen, die sich mal wieder (teilweise gerechtfertigte) sorgen machen aufgrund der sachen, die ich hier so von mir geb: es wäre erstens nicht besser, dadurch, dass ich nicht ehrlich wär und zweitens bin ich wirklich auf dem weg, nicht mehr so oft und so viel zu trinken. hab grad mit marathon vorbereitungs-training angefangen und bin gestern ohne probleme 1:40h gelaufen, also alles halb so wild! und wenigstens eine langzeitverletzung sollte ich mit zurück bringen, ich sammel sowas halt als souvenirs ;-)

peace out und love (das liest hier doch e kein schwein mehr, is viel zu viel, i know...)

jeder mann sollte einen iglu haben

wie jedes kind weiß, ist marcel nicht gemacht für das normale und erlaubte, nein ein mann seines formats lebt ein leben auf der überholspur und steht auf kriegsfuß mit dem gesetz.

deshalb - und, weil er keine sozialversicherungskarte bekommen hat - fährt er jetzt auch mit einem nach 90 tagen abgelaufenen führerschein durch die gegend. vielleicht bekomm ich noch ne temporary license, auch dafür erfüll ich allerdings nicht alle voraussetzungen. wird ne spannende geschichte beim ersten unfall!

am donnerstag wurde zu diesem halbzeit-anlass nach erneutem rekordschneefall eine kleine kneipentour gemacht.
mittlerweile gibts jede woche ne andere warnung, erst tornardo, dann blizzard, heute mist, god praise america.

das vergangene wochenende war von dem ein oder anderen aufregenden erlebnis geprägt:
freitag abend hat brendon stievbruder adam nen auftritt in chi gehabt, richtig geil. zwar zu kurz und aufgrund zweier gebrochener hände in der band beeinträchtigt, trotzdem hammer! auf dem rückweg dann folgendes:
auf dem highway ballerte ein roter monte carlo jüngeren alters als meine kiste mit bestimmt 100mph an mir vorbei. relativ erschrocken sah ich dann einige sekunden später 200m vor mir eben dieses auto ins schleudern geraten und schließlich nach ner art ungewolltem u-turn zum stillstand kommen. dahinter ging auf einmal die sirene eines undercover cops an, der das auto verfolgt hat und eine andere weiße karre, die durch das geschehnis zum stillstand kam, öffnete dann die tür und jemand warf eine kleine weiße plastiktüte in den schnee... ein teufel, wer dabei schlimmes denkt. nachts halb drei, voll krank!

von brendons geschichten über seine iglus in den letzten jahren angespornt, fingen wir samstag gegen mittag an, den größten iglu der geschichte batavias zu bauen. real men doin real things... nach 2h aufgeschippe und anschließendem wirklich anstrengenden graben war der erste schritt getan, zumindest groß genug für uns beide waren wir vorerst zufrieden mit unserem neuen heim.

nach einem fürdenabend-trip zu scott und franzi ging es den sonntag in diesem land um ein einziges ereignis - den 42. super bowl zwischen patriots und giants. wirklich angepisst von dem kackspiel werders hatte ich allerdings eher scheißlaune als b und ich die arbeit am 3-stöckigen iglu fortsetzten und durch die zermürbende arbeit fast den kick-off verpassten.

war dennoch ein cooles game mit einem absoluten überraschungssieger ny giants, auch wenns keinen sonst interessiert. brendon konnte das ende nicht abwarten, da wir uns vorgenommen hatten, aufgrund des für diese woche angekündigten regens und steigender temperaturen die chance noch zu nutzen, in den iglu einzuziehen.

insgesamt verbrachten wir 2h (!!!) in dem teil, mit kerzen, decken und booze, war der absolute hammer, von sowas hat lil marcel geträumt seitdem er das erste mal im schnee gespielt hat!
leider war es heute schon zu regnerisch und warm, sodass ich vorhin feststellen durfte, dass das dach eingestürzt ist. bin wieder ausgezogen.

checkt die pics!

here we go again

nach der bislang längsten blogpause der ganzen weltgeschichte straf ich die lügen, die sich zu früh gefreut haben! ja, er lebt noch.

verschiedene dinge waren anlass dieser pause, sicherlich auch die nicht zu unterschätzende faulheit. manchmal war es allerdings auch einfach zu kalt! das vorletzte wochenende war definitiv das kälteste meines lebens, wurde nur noch getoppt von dem folgenden dienstag, mit temperaturen zwischen -25 und -15°C (gefühlt halt noch 10° kälter). das ging so weit, dass atmen fast unmöglich war, absoluter wahnsinn!

an besagtem wochenende fuhr ich mal wieder nach highland park zu franzi, scott und co., wollten sa abend eigentlich downtown feiern gehen, hielten es aber dann für keine gute idee, bei dem wetter leicht bekleidet draußen herum zu rennen und entschieden uns für eine kleine bar in weißichwo. war trotzdem cool. am sonntag verließ ich dann erstmals das großartige illinois, um scotts bruder in the middle of nowhere in wisconsin zu besuchen, um mit ihm, ein riesiger packers fan (ihr erinnert euch an schalke? im uefacup? friedo: ich bin nich bescheuert) und seinen redneck-kumpels mit wisconsinpulli, basecap und schokoriegel/pornobalken/oberlippenbesen...
war sehr lustig, da es für mich erstmals etwas nachvollziehbar war, wie sich nicht fußballverrückte freunde nicht vorstellen können, warum ich bei ner werder-niederlage so durchdreh. es war zwar ein spannendes spiel und ich fands auch ziemlich interessant, am ende war es mir trotzdem scheißegal, dass green bay verloren hat.
schade trotzdem, dass ich ein spiel vorm super bowl anfang, dass spiel richtig zu verstehen und zu mögen, saisonpause geht ja nur 7 monate!

letzte woche passierte aufgrund des wetters nichts. doch! ich hab 3 frostbeulen am fuß, vom auto fahren, sieht lustig aus.

donnerstag wird das 1-dollar-beer langsam zur tradition, so auch letzte woche: berni, chris und ich machten uns auf, corner pockets in st.charles (nachbarort) mit unserer anwesenheit zu beglücken. in der vorwoche hatte berni die bartenderfrau lauren bereits gefragt, ob sie nicht sein valentine sein möchte. komischerweise wollte sie nicht. wie zu erwarten war, blieben wir bis zum last call, natürlich. leider ist das hier unter woche immer zwischen 12 und 1:30, hat aber gereicht.

in der vorwoche haben wir nach einer ziemlich gleich verlaufenden nacht, alle ziemlich hungrig, beschlossen, zu white castle zu fahren, um mir ein 'crave case' zu zeigen:



bestellung folgendermaßen:
bernardo: 1 crave case of burgers please
frau: what kind of soft drink
b: yes, thats fine
f: what kind of soft drink
b: yeah, sounds awesome
f: what do you want?
b: a crave case
f: and what kind of soft drink?

an dieser stelle haben chris und ich uns schon bepisst vor lachen, bekommen haben wir es dennoch.
in diesem case befinden sich 30 kleiner burger, die darauf warten, vernichtet zu werden. wie die tiere fielen wir darüber her, ich hatte 12, und die nächsten beiden tage das gefühl, dass selbst mein schweiß nach diesem ekelhaften zeug stinkt... ich hatte den ersten burger hang over meines lebens. never again.

das vergangene wochenende verlief dann etwas ereignisreicher.
brendons geburtstag, der 21. dazu, also für einen heranwachsenden hier DAS darf-alter, wurde ausgiebig genutzt, um das zu tun, was wir am besten können, trinken.
freitag abend fuhren wir ewigkeiten, da wir cloverfield im kino gucken wollten, kamen allerdings 20min zu spät, gingen deshalb essen und tranken anschließend.
gegen 2 war ich zuhause. die gute nachricht ist, dass ich meinen alkoholkonsum wirklich unter kontrolle hab und auch die blackouts im neuen jahr so gut wie ausblieben.

samstag war ich mit fran im field museum, einem rieeeesengroßen museum mit allem möglichen zu sehen, vor allem aber das größte vollständige t-rex skelett der welt. ich hätte auch gern einen t-rex, der könnte mich zur arbeit reiten und alle auffressen, die ich nicht mag. jedenfalls war ich teilweise wieder ein kleines kind und begeistert von triceratops, einem echten archaeopteryx-skelett, usw. meine mom wird so neidisch sein! ein paar der unzähligen fotos gibt es unter eben diesen zu sehen.
abends besuchten wir downtown ein paar bars und da ich zu müde zum fahren war, verbrachte ich die nacht in einer eigentumswohnung im 18. stock in der michigan avenue mit mörderblick über die city!
schlafen musste ich dennoch auf hartem holzfußboden, jacke als hüftschutz, restklamotten, die ich noch im auto hatte, als kopfkissen... die heimfahrt am nächsten morgen entschädigte mich dennoch:
ein picture perfect drive durch chicagos industriegebiete, leere straßen, blauer himmel, sonne im gesicht, radio voll aufgedreht und dann kommt einem diese hammerskyline entgegen, gänsehaut!

den tag über verbrachten wir mit dem "immernoch brendons geburstag feiern" - eigentlich lagen wir nur vorm tv, haben nen nicholas cage marathon genossen und viel zu viel gegessen. dank meiner traumnacht auf dem boden fiel ich um 10 totmüde ins bett und hatte die beste nacht des jahres, finally good sleep!

ansonsten hab ich noch erfreuliche mitteilung zu machen, dass ich mich erfolgreich für den amsterdam marathon am 19.10.08 angemeldet habe, lets see what happens!

wenigstens ist es wieder wärmer geworden und 5°C fühlen sich an wie 20, ich zieh mir gleich noch paar folgen arrested development rein, die wohl lustigste nicht-comic tv-serie der ganzen weiten welt!

btw: die besucher erhalten von mir in den nächsten tagen eine studivz-nachricht mit ein paar sachen, an die gedacht werden sollte, pat weiß mittlerweile auch schon bescheid und freut sich!

cya!