Mal eine Frage an Herrn Herrmann
Friday, September 5, 2008 5:28:35 PM
Sehr geehrter Herr Herrmann,
Im Interview mit ZEIT Online vom 5.9.2008 äußern Sie die Ansicht, dass sogenannte "Killerspiele" komplett verboten werden müssten. Eine Altersbeschränkung reiche nicht aus.
Sie begründen Ihre Haltung mit zwei Argumenten:
(a) "[...] wenn Spiele auch nur zu einem bestimmten Prozentsatz ein höheres Maß an Jugendgewalt auslösen, dann ist das Grund genug, sie zu verbieten. "
(b) "Wenn ein 18-Jähriger ein Spiel in der Hand hat, gibt er es am nächsten Tag an 17-, 16- und 15-Jährige weiter."
Ungefähr 27 Prozent aller Fälle von Gewaltkriminalität in Deutschland wurden 2007 unter Alkoholeinfluß begangen [2]. Ungefähr 24 Prozent aller Fälle von Jugendkriminalität waren Gewaltdelikte [3].
Eine Studie [4] in der Schweiz hat ergeben: "Bei Jungen ist rund ein Drittel der verübten körperlichen Gewalt alkoholbedingt, bei Mädchen sind es sogar zwei Drittel."
Es ist also anzunehmen, dass auch in Deutschland mindestens ein Drittel der Jugendgewalt alkoholbedingt ist.
Meiner Erfahrung nach gibt es auch genügend 18-Jährige, die Alkohol an Minderjährige weitergeben.
Meine Fragen:
1. Stimmen Sie der Aussage zu "Alkoholkonsum bei Jugendlichen löst ein höheres Maß an Jugendgewalt aus"?
2. Sind Sie demnach für ein striktes Alkoholverbot (für alle Bürger) in Bayern?
3. Falls nicht, in welcher Hinsicht hinkt mein Vergleich von Spielen mit legalen Drogen?
Vielen Dank,
Raphael Wimmer
[1] http://www.zeit.de/online/2008/36/killerspiele-verbot-interview-herrmann
[2] http://www.bka.de/pks/pks2007/p_2_2_3.pdf
[3] http://www.bka.de/pks/pks2007/p_2_3_1.pdf
[4] http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/rr_Espad_Alkohol_Gewalt.pdf






