Nachdem wir mittlerweile schon über 4 Wochen zu Hause sind kommen nun unsere letzten beiden Post´s.
Also wo haben wir aufgehört???
Irgendwo Ende September in Perth. Rolle zurückspulen, Gedanken noch mal gebündelt und los geht’s:
Perth SkylineNachdem wir die ersten Tage uns Perth und Fremantle angeschaut hatten, gings am Mittwoch zu viert nach Rottnest Island, einer kleinen paradiesischen Insel die ca. 30km vor Perth liegt. Sie ist bekannt für ihre eigene komische Tierart, die Quakkas, welche aussieht wie eine Kreuzung aus Känguru und Ratte. Auf Rottnest hieß es wieder mal umsatteln aufs Fahrrad. Da immer noch die Ausläufer des Winters zu spüren waren konnten wir leider nicht die herrlichen Strände austesten. Aber zum ersten Mal zeigte uns Australien seine grüne Seite, und nicht wie sonst nur roten Sand und Steppe. Bis auf das uns die Fähre ein zweites Mal die Rückfahrt berechnet hat (man sieht also unser Glück blieb bestehen

) war es ein toller Tag!
Rottnest Island Am Donnerstag ging wieder mal das Abendteuer Autofahren los! Diesmal aber nicht mit einem selbstgekauften sondern einem ausgeliehen Toyota. Was sich auch bemerkbar gemacht hat, denn dieser schaffte in den kommenden 2 Tagen 1400km ohne kaputt zu gehen. Auch wenn Burkard (unser Familienvater aus Perth) uns sagte, dass wir uns zwischen dem Wave Rock und Margret River entscheiden müßten, waren wir 2 Jungs uneinsichtig und sind los gefahren. Am ersten Tag war halt Vielfahrerei und der Wave Rock angesagt. Nachdem wir die „perfekte Welle“ gesehen und fotografiert hatten gings auch schon zu unserem Nachquartier nach Margret River.
Wave RockAm nächsten Tag sind wir zum Cape Leeuwin und dem Light House gefahren, an wessen Zipfel sich der Indian und Southern Ocean treffen. Die genaue Linie war aufgrund der rauen See nicht auszumachen, aber wir waren wenigstens da. Weiter gings Richtung Cape Naturaliste endlang der Cave Road, wo wir auch prompt einen Zwischenstopp machten um uns die „Lake Cave“ (eine Tropfsteinhöhle) anzuschauen. Danach fuhren wir noch durch die Winzergebiete zurück nach Perth. Ok zugegeben diese beiden Tage waren Fahrerei pur, aber wir hatten ja schon vorher gesagt das wir das schaffen

!
Lake CaveAm folgenden Tag hieß es dann auch schon Abschied nehmen von unserer Gastfamilie und Koda, dem wohl witzigsten Hund der Welt. Für uns war mal wieder Fliegen angesagt, diesmal in 3,5 Stunden nach Adelaide. Trotz der Behauptung vieler Backpacker, Adelaide wäre nicht schön und langweilig haben wir uns verdammt wohl gefühlt. Lag vielleicht auch am netten Hostelpersonal

.
Adelaide Skyline vom Elder Park und Torrenf RiverSonntag (23.09) gings zur Stadtbesichtigung. Erstmal durch die Innenstadt und dann durch nen Park wo wir auf einmal Stadionstimmung vernahmen - also nix wie hin. Dort angekommen schnell für läppische 3$ ne Karte gekauft und rein ins Vergnügen. Angeschaut haben wir uns die Finalspiele der SANFL (South Australian National Football League) – also das erste Mal Aussie Rules. Naja bissl Rugby PingPong aber die Stimmung war ganz gut. Auf dem Rückweg kamen wir noch an ein paar historischen Bauten vorbei, bevor wir uns wieder im Rosemont Stadium (einer riesigen Sportbar) eingefunden haben. An diesem Tag war Halbfinale angesagt, nachdem es schon unsere Bronco’s erwischt hat, waren heut Dozz seine Eels dran gegen Melbourne Storm zu verlieren.
Footy im Adelaide OvalAm Montag haben wir dann auch schon Adelaide in Richtung Melbourne verlassen, diesmal haben wir uns einen Hyundai ausgeliehen. Über die Adelaide Hills, einer wunderschönen Berglandschaft (vergleichbar mit Margret River), gings durch die deutschen Dörfer im Barossa Valley, nach Hahndorf und weiter nach Granite Island, wo wir uns Pinguine anschauen wollten, welche sich jedoch nur abends hier her verirren. Da wir das Auto aber nur 3 Tage hatten und in dieser Zeit eine Strecke von 1700km bis Melbourne zurücklegen mussten blieb keine Zeit um auf die kleinen Herren im Frack zu warten. Also gings weiter zum Coorong Nationalpark und den Wetlands. Nunja mittlerweile war es dunkel, so dass wir von dem Nationalpark und seinen vielen Wasservöglen nicht viel gesehen haben. Also haben wir uns nur noch ein kleines Städtchen gesucht wo wir schlafen konnten. Um Geld zu sparen war Autocampen angesagt

. Am nächsten Tag gings früh nach Narracoorte, einem von der Unesco als Welterbe deklariertem Gebiet, um Adventure Diving zu machen. Diesen Spaß konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit einer Urkunde im Gepäck war unser nächstes Ziel die Grampians im Bundesstadt Victoria.
Wir beim Adventure Caving
Grampians - BalconiesBevor es dunkel wurde haben wir hier noch alle schönen Aussichten mitgenommen. Leider wurde es dann doch relativ schnell dunkel obwohl wir noch ein paar Kilometer auf dem Tageskonto stehen hatten. Was nun? Naja Kängurus sollen ja nur dämmerungsaktiv sein also dachten wir uns schnell noch Abendbrot essen und los. Na toll, neben unserem Abendbrottisch dann eine Horde dieser Springtiere auf der Wiese. Und das im Stockdunkel

. Auf der Fahrt sind wir dann noch 4-5 von ihnen glücklicherweise ausgewichen und haben nach 200km und ohne Beule wieder eine kleine Stadt erreicht wo wir im Auto campiert haben. Mittwoch war der versteinerte Wald Cape Bridgewater unser erstes Ziel. Leider hat es den ganzen Tag geregnet

.
und erkennt ihr im Hintergrund den versteinerten Wald?Ein Glück Martins Schuhe haben sich nicht mit Wasser vollgezogen

. Naja schnell ein paar Fotos gemacht und weiter zu der wohl bekanntesten Straße Australiens, der Great Ocean Road mit ihren 12 Aposteln. Ok am Anfang ist es etwas langweilig. Sieht aus wie jede normale Straße, und das bei Regen ist ja nun nichts dolles. Aber als wir dann immer näher an die Küste kamen und die Felsformationen uns ansahen (bei Regen natürlich und nassen Füßen

) wurde es umso spektakulärer. Sicherlich wieder ein paar hundert Bilder gemacht und weiter gings zum Tower Hill, einem ehemaligen riesigen Vulkankrater der mittlerweile durch die Bewaldung als solcher nicht mehr erkennbar ist. Die Nacht wieder im Auto verbracht und am nächsten Tag sind wir glorreich in Melborune eingezogen.
Twelve ApostlesIn Melbourne haben wir dann auch Anais wieder getroffen, mit der wir schon die ganze Westküstentour und die Autoausleihe rund um Perth gemacht hatten. Melbourne an sich ist schon eine schöne Stadt aber wie die meisten Backpacker sagen das es so absolut super ist? Irgendwie erinnert das alles an den Amerikaner an unseren ersten Tagen in Sydney: „kennst du eine Großstadt, kennst du alle“! Oder es lag einfach daran das es so bewölkt war und wir das eigentlich von Australien nicht gewohnt waren

. Aber was solls das war halt schon mal einstimmen auf Deutschland. Witzig war, dass dieses Wochenende die Grand Finals stattfanden, d.h. dass die Finalspiele im Footy (Aussie Rules) und im Rugby anstanden. Nachdem wir am Freitag (28.09) die Footy Parade sahen (Melbourne im Ausnahmezustand, all die Leute auf der Straße) wollten wir eigentlich noch Karten fürs Spiel am nächsten Tag. Leider ist es nicht möglich eine Karte als Nicht-Supporter (Fan) abzuhaschen auch wenn das Stadion in Melbourne eine Kapazität von 100.000 Mann hat. Somit sind wir alle zum Federation Square wo großes Public Viewing (Fanmeile) angesagt war. Nun gut, Glück mit Mannschaften aussuchen hatten wir natürlich nicht. Erinnerung an Brisbane und das Broncosspiel wurden wach. Wir waren für Adelaide und die gingen natürlich mit einer historischen Niederlage und über 100 Punkten Rückstand in die Geschichtsbücher ein (ich glaube schlimmer kanns nicht kommen wenn man verliert

). Trotzdem wars ein super Erlebnis und die Stimmung war eh spitze wenn in Melbourne ein Melbourneteam noch gewinnt

. An unserem letzen Melborune Tag (30.09) sind wir dann noch in das Casino, dem größten in ganz Australien. Ist schon fetzig die Reihen einarmiger Banditen und Leute die in Sekunden massig Geld gewinnen oder verlieren zu sehen und das alles in einem so pompösen Gebäude. Aber keine Angst wir haben uns nicht anstecken lassen und haben all unser Geld wieder mit nach Hause genommen.
Flinders Trainstation - MelbourneAm Sonntag gings dann zum letzen Mal ein Auto ausleihen. Diesmal ein Mitsubishi Lancer der uns zurück nach Sydney bringen musste. Wieder um die 1700km in 3 Tagen, aber das waren wir ja nun gewöhnt. Erstes Ziel war Wilsons Promontory südlich von Melbourne. Angeblich eins der schönsten Gebiete Australiens, aber mittlerweile hatte uns der Wettergott auch nicht mehr all zu lieb. In Regen sind wir draußen etwas rum gelaufen und konnten nur erahnen wie cool es bei strahlendem Badewetter gewesen wäre. Nun gut wenigstens hatten wir noch die Freude ein paar Wombats aus nächster Nähe zu sehen. Abends gings in die Stadt Foster Steak Essen und das Finale der Rugbyleague zu schauen. Wie schon gesagt sind unsere Broncos und Dozzis Eels raus und nur noch Melbourne und Manly drin. Da niemand sich in Melbourne für Rugby groß interessiert waren wir für Manly. Aber wie sollte es auch anders sein? Manly verlor. Ok mein Steak war wenigstens spitze, Peters allerdings, lassen wir das…

. Am Montagmorgen sind wir dann zu den Snowy Mountains aufgebrochen. Als wir ankamen und die nur für die Passstraße ein heiden Geld verlangten konnten wir die etwas mit Schnee bedeckten Bergkuppen nur aus der Entfernung sehen. Zumindest haben wir Schnee gesehen in Australien

und vor allem die lustigen Straßenschilder „Vorsicht rutschig bei Eis“, ach nee

.
Snowy Mountains - Wir haben Schnee gesehen :-P Weiter gings nach Canberra, der Hauptstadt Australiens. Wenn man in Canberra einrollt versteht man das etwas sarkastische Wort „Roadsteack“ (Straßensteak). Wir müssten Lügen wenn wir sagen würden aller 100 Meter lag ein totes Känguru, es waren eher aller 50m

. Trotzdem ist Canberra als Hauptstadt interessant. Angelegt weil sich Sydney und Melbourne nicht einigen konnten. Vor allem der Regierungsteil ist wie auf dem Blatt Papier symmetrisch angeordnet und das Parlamentshaus mit seiner riesigen Australienfahne steht im Fluchtpunkt.
Canberra - Parliament HouseAbends wurde wieder im Hotel „Auto“ campiert. Ihr fragt euch sicher wie wir das mit dem Duschen und so hinbekommen haben? Das ist kein großes Ding, früh bevors los ging wird im Navi erstmal das nächste Hostel aus dem „Lonley Planet“ (Backpackerbibel) eingegeben und ab hin, Auto abgestellt, mit Badezeug rein, duschen und wieder raus und weg

.
Das nächste Ziel war Bargo. Ja unser Bargo wo wir damals gestartet sind. Der Empfang war toll, man erinnerte sich noch an uns. Nachdem wir schnell Dalwin (die Frau die uns nach unserer Autopanne aufgenommen hatte) noch an der Kreuzung erhaschten und ihr sagen konnten das wir doch noch unsere Reise geschafft haben gings zu unserem Mechaniker :-). Der war erstmal total überrascht, hat die Arbeit ruhen lassen und sich erstmal nen Kaffe gemacht. Das ein halbes Jahr mittlerweile vergangen ist wollte er nicht ganz glauben aber er war froh das wir es geschafft haben und noch mal vorbeigekommen sind. Nach ner Stunde plaudern mussten wir dann aber weiter.
Nächstes Ziel waren die Blue Mountains, die wir auf Grund des Autokaufs am Anfang ausgelassen haben. Ein Glück wir hatten uns entschlossen das Auto auszuleihen so konnten wir alle Punkte noch mal schnell abdüsen und wer die Blue Mountains mit seinen Three Sisters gesehen hat weis das es sich lohnt

.
Blue Mountains - Three SistersDie Nacht haben wir an Botany Bay verbracht, dem Punkt wo Australiens „weiße Geschichte“ begann. Früh sind wir noch schnell zum Landungspunkt von Captain Cook, bevors zurück nach Sydney ging das Auto abgeben.
In Sydney haben wir dann wieder im selben Hotel geschlafen wo alles begann, auch wenn es mittlerweile seinen Namen geändert hat. Unsere letzten Tage in Australien waren also wieder in Sydney. Es ist schon komisch das man durch die Straßen gehen konnte und wusste genau wo man ist. Mittlerweile hatte sich auch Abschiedsstimmung breit gemacht, immerhin mussten wir unsere Bankkonten aufgeben. Nichts desto trotz sind wir noch mal schnell zum weltbekannten Bondi Beach gegangen. Auch wenn wir nicht baden waren, waren wir dort! Es ist zwar ein großer Strand etwas abseits von Sydney aber mit Whitehaven Beach (unsere Segeltour) kann er es nicht aufnehmen

.
Sydney - Bondi BeachBevor wir Australien dann entgültig verlassen hatten gings noch mal zur Oper und abends gabs Steak. Da eins aber zu klein war hatte jeder 2 bestellt - denn wer weiß wann man mal wieder so etwas Leckeres bekommt

. Danach sind wir noch ein bisschen durch die Kneipen geschlendert bevor am nächsten Tag Abflug angesagt war. Die Sachen gepackt, unsere McDonalds Freunde noch mal angerufen und vorbei war unser halbes Jahr Australien. Wenn man nun zurück blickt war es ein spitzen halbes Jahr was alles beinhaltete. Höhen und Tiefen, Eindrücke die unvergesslich bleiben und Erfahrungen die uns niemand mehr nehmen kann. Ja man kann schon sagen Australien fehlt uns ein wenig auch wenn wir es beim Tag der Abreise nicht ganz so verspürt haben denn es stand ja noch eine Woche HongKong auf dem Plan!
Ein letztes mal die Sydney-Oper und das wars mit Australien