Eure Sympathie riecht nach Lust an Sensation
Wednesday, 2. September 2009, 12:59:47
Ich habe zuviel Zeit. Grad lag ich auf meinem Bett und urplötzlich kommt mir in den Sinn, wie es ist, wenn man tot ist. Für alle, die gerade die Augen aufgerissen haben... Könnt die Glotzer wieder zuklappen, ich will nicht sterben. Ich habe mich lediglich gefragt, wie das ist.
Wie werde ich sterben? Überfahren? Irgendwo abgestürzt? Oder eher typisch für mich - durch Zufall? Wer überbringt die Todesnachricht? Oder wer findet mich? Eigentlich will ich an sowas nicht denken. Denn unweigerlich kommen mir meine Familie und vielleicht ein bis fünf Ausgewählte in den Sinn, die eine solche Nachricht wirklich treffen würde.
Viel interessanter ist der Gedanke an die Beerdigung. Wird das mein Pfarrer machen? Der Mensch, der erst letzten Samstag eine Hochzeit vergessen hat?
Die Vorstellung belustigt mich, wie die ganzen Speichellecker ums Grab stehen, die Leute, die mich Zeit meines Lebens nichtmal mitm Arsch angeschaut haben und jetzt dem Nervenzusammenbruch nahe sind. Alle sind da, nur der Pfarrer hats vergessen.
Eure Sympathie riecht nach Lust an Sensation. So etwas in der Art soll sowieso auf meinem Grabstein stehen. Oder kann man auch: "Hau ab du heuchlerisches Miststück" draufschreiben? Ich weiß es nicht. Aber ein Stern muss drauf. Oder mehrere. Und Musik soll gespielt werden. Ich denke an Sachen von Rise Against. Oder auch in der Kirche kann ich mir das vorstellen. Das mag ich. Muss die Oma halt noch Englisch lernern, um zu verstehen, was der da singt.
Eigentlich komisch, sich Gedanken zu machen, über etwas, was man eh nicht mehr mitbekommt. Ich gehe gerade in Gedanken die Leute durch, die kommen würden. Komisches Gefühl. Und während ich in ihre Gesichter schaue, sehe ich niemanden weinen. So soll es auch sein. Das wäre das Letzte, was ich will: das jemand an seinem Kummer erstickt.
Auf meiner Beerdigung muss auch niemand in schwarz kommen. Und es soll nicht diesen typischen Leichenschmaus geben. Das hass ich sowieso. Lieber Pizzabrötchen. Und das mein ich ernst!
Und die Menschen, die mir wichtig waren, die sollen noch einen Brief von mir bekommen. Die muss ich zwar erst noch schreiben, aber ein, zwei Menschen sollen etwas Besonderes (natürlich neben der Erinnerung) behalten.
Mit Sicherheit sitzen jetzt Leute vorm Bildschirm, sind sehr wütend sind und mir sagen wollen: wie kann man nur so reden. Sei mal froh, dass du lebst. Oder Leute, die den Tod verdrängen und meine unbedarfte Auseinandersetzung mit diesem Thema abscheulich finden. Ich weiß verdammt genau, wovon ich rede. Vor fast 10 Jahren passierte ein Todesfall, der mich bis heute nicht in Ruhe lässt.
Wenn ich so nachdenke, verarbeite ich. Und mir wird bewusst, dass das Leben nicht planbar ist. Und selbst wenn ich wirklich keine 30 Jahre alt werden sollte, dann wüssten wenigstens ein paar, wie meine Beerdigung werden soll. So egoistisch darf man wenigstens mal zu seinem Tod sein.
Und nochmal: ich will nicht sterben. Mein Leben hat doch gerade erst angefangen. Und bis ich mal sterbe gibts da wo ich hinkomme auch bestimmt Internet und Telefon.
Wie werde ich sterben? Überfahren? Irgendwo abgestürzt? Oder eher typisch für mich - durch Zufall? Wer überbringt die Todesnachricht? Oder wer findet mich? Eigentlich will ich an sowas nicht denken. Denn unweigerlich kommen mir meine Familie und vielleicht ein bis fünf Ausgewählte in den Sinn, die eine solche Nachricht wirklich treffen würde.
Viel interessanter ist der Gedanke an die Beerdigung. Wird das mein Pfarrer machen? Der Mensch, der erst letzten Samstag eine Hochzeit vergessen hat?
Eure Sympathie riecht nach Lust an Sensation. So etwas in der Art soll sowieso auf meinem Grabstein stehen. Oder kann man auch: "Hau ab du heuchlerisches Miststück" draufschreiben? Ich weiß es nicht. Aber ein Stern muss drauf. Oder mehrere. Und Musik soll gespielt werden. Ich denke an Sachen von Rise Against. Oder auch in der Kirche kann ich mir das vorstellen. Das mag ich. Muss die Oma halt noch Englisch lernern, um zu verstehen, was der da singt.
Eigentlich komisch, sich Gedanken zu machen, über etwas, was man eh nicht mehr mitbekommt. Ich gehe gerade in Gedanken die Leute durch, die kommen würden. Komisches Gefühl. Und während ich in ihre Gesichter schaue, sehe ich niemanden weinen. So soll es auch sein. Das wäre das Letzte, was ich will: das jemand an seinem Kummer erstickt.
Auf meiner Beerdigung muss auch niemand in schwarz kommen. Und es soll nicht diesen typischen Leichenschmaus geben. Das hass ich sowieso. Lieber Pizzabrötchen. Und das mein ich ernst!
Mit Sicherheit sitzen jetzt Leute vorm Bildschirm, sind sehr wütend sind und mir sagen wollen: wie kann man nur so reden. Sei mal froh, dass du lebst. Oder Leute, die den Tod verdrängen und meine unbedarfte Auseinandersetzung mit diesem Thema abscheulich finden. Ich weiß verdammt genau, wovon ich rede. Vor fast 10 Jahren passierte ein Todesfall, der mich bis heute nicht in Ruhe lässt.
Wenn ich so nachdenke, verarbeite ich. Und mir wird bewusst, dass das Leben nicht planbar ist. Und selbst wenn ich wirklich keine 30 Jahre alt werden sollte, dann wüssten wenigstens ein paar, wie meine Beerdigung werden soll. So egoistisch darf man wenigstens mal zu seinem Tod sein.
Und nochmal: ich will nicht sterben. Mein Leben hat doch gerade erst angefangen. Und bis ich mal sterbe gibts da wo ich hinkomme auch bestimmt Internet und Telefon.








Pineas2 # 2. September 2009, 14:43
"Ich bin Organ-Spender."
In meinem Fall muss sich ein Pfarrer aus der Hauptstadt, der mich noch nie gesehen hat, in jenes entlegene Dörfchen mühen, wo dann ich in die Urnen-Wand einparke.
Conny # 2. September 2009, 16:05
Pineas2 # 3. September 2009, 07:01
Conny # 3. September 2009, 07:47
Pineas2 # 3. September 2009, 07:53
Conny # 3. September 2009, 09:38
Pineas2 # 3. September 2009, 11:09
Conny # 3. September 2009, 11:31
Pineas2 # 3. September 2009, 14:29
Conny # 4. September 2009, 08:40
Pineas2 # 4. September 2009, 09:49
Conny # 4. September 2009, 14:16
Pineas2 # 6. September 2009, 16:13
Conny # 6. September 2009, 18:33