Skip navigation.

Haufen-Theorie

Heute beim Gassigehen ist mir was aufgefallen. Die meisten Leute mit Hund laufen ziemlich diesselben Feldwege wie ich auch. Und man geht ja Gassi für die Bewegung und für die Haufen.

Haufen. Der Hund macht jeden Tag mindestens einen. Geht man mal von einem pro Tag aus, dann sind das 365 Haufen in einem Jahr.

Ich kenne alleine 10 Hunde in der näheren Umgebung, sprich unsere Straße und 2 Straßen außenrum. Das sind dann 3650 Haufen, mit denen von meinem Hund 4015 Haufen.

Wenn der durchschnittliche Haufen 10cm² misst und man davon ausgeht, dass die dicht an dicht liegen, dann liegen auf einem km Feldweg 10000 Haufen.

Klingt nach einer großen Zahl. Aber wenn man jetzt bedenkt, dass die meisten weiter als 1 km laufen, dann weiß man auch, dass auch in ferner Zukunft noch genug Raum für Haufen besteht.

Ich brauch dringend Arbeit. Mir ist offensichtlich zu langweilig.

Vier sind einer zuviel

Ich geh zum Chris, komm halt mit - sprachs und das Schicksal nahm seinen Lauf. Als einziges Mädchen betrat ich als Letzte den Kreis. Der Kreis, bestehend aus Chris, Yven, Marcel, meiner Wenigkeit und diversen Flaschen Wodka, Whiskey, Säften und Cola.

Jungs, die betrunken sind...
diskutieren gerne. Auch gerne mal einen ganzen Abend.

Jungs, die betrunken sind...
vergessen manchmal, mit wem sie verheiratet sind und machen die falschen Frauen an.

Jungs, die betrunken sind...
merken auch nicht mehr, wenn ich sehr abgeneigt reagiere und kein Interesse zeige.

Jungs, die betrunken sind...
schlafen auch direkt neben mir ein, um dann geschätzte 8,3 Minuten später auf mich draufzukippen, so dass ich ohne fremde Hilfe nicht mehr aufstehen kann.

Jungs, die betrunken sind...
werden zur Strafe angemalt.

Jungs, die betrunken sind...
verfallen in die Todesstarre, natürlich auf dem Sofa, meinem eigentlichen Nachtquartier.

Jungs, die betrunken sind...
werden so aufdringlich, dass ich mich weigere, in ihrer Nähe zu sein und es vorziehe, mit zwei anderen im Ehebett zu nächtigen, obwohl ich meine Isomatte direkt neben das Sofa legen könnte.

Jungs, die betrunken sind...
poltern mitten in der Nacht vom Sofa, räumen alles im Umkreis von 2 Metern mit ab.

Jungs, die betrunken sind...
und neben mir im Ehebett liegen, bekommen von sowas nichts mit.

Jungs, die betrunken sind...
schnarchen. Laut.

Jungs, die betrunken sind...
reißen mich wiederholt aus dem Schlaf, weil sie das Husten und spucken anfangen und einfach den Wohnzimmerfußboden ankotzen.

Jungs, die betrunken sind...
entledigen sich laut singend ihrer Kleidung und kommen dann ins Schlafzimmer. Nackt!

Jungs, die betrunken sind...
stören sich nicht, wenn das Bett schon überfüllt ist und legen sich einfach auf mich drauf.

Jungs, die betrunken sind...
haben auch beim 7. Versuch keine Chance, weil ich aufstehe und meine Sachen packe.

Ich hab wirklich meine Sachen gepackt. Im Wohnzimmer konnte ich nicht schlafen, weil ich mich vor Kotzhaufen fürchte. Ich bin also ins Auto geflüchtet. Als dann in der Wohnung das Licht anging und mein Verfolger nach mir suchte, bin ich zwei Straßen weiter und hab mich dort schlafen gelegt.

Ergebnis: Die zwei Jungs im Bett waren sehr erstaunt, als nicht mehr ich, sondern er neben ihnen lag. Ich friere immernoch, weils im Auto doch recht kalt war. Meine Stimme wird weniger und ich denke, ich hab mir schön was eingefangen heute Nacht.

Eure Sympathie riecht nach Lust an Sensation

Ich habe zuviel Zeit. Grad lag ich auf meinem Bett und urplötzlich kommt mir in den Sinn, wie es ist, wenn man tot ist. Für alle, die gerade die Augen aufgerissen haben... Könnt die Glotzer wieder zuklappen, ich will nicht sterben. Ich habe mich lediglich gefragt, wie das ist.

Wie werde ich sterben? Überfahren? Irgendwo abgestürzt? Oder eher typisch für mich - durch Zufall? Wer überbringt die Todesnachricht? Oder wer findet mich? Eigentlich will ich an sowas nicht denken. Denn unweigerlich kommen mir meine Familie und vielleicht ein bis fünf Ausgewählte in den Sinn, die eine solche Nachricht wirklich treffen würde.

Viel interessanter ist der Gedanke an die Beerdigung. Wird das mein Pfarrer machen? Der Mensch, der erst letzten Samstag eine Hochzeit vergessen hat? :smile: Die Vorstellung belustigt mich, wie die ganzen Speichellecker ums Grab stehen, die Leute, die mich Zeit meines Lebens nichtmal mitm Arsch angeschaut haben und jetzt dem Nervenzusammenbruch nahe sind. Alle sind da, nur der Pfarrer hats vergessen.

Eure Sympathie riecht nach Lust an Sensation. So etwas in der Art soll sowieso auf meinem Grabstein stehen. Oder kann man auch: "Hau ab du heuchlerisches Miststück" draufschreiben? Ich weiß es nicht. Aber ein Stern muss drauf. Oder mehrere. Und Musik soll gespielt werden. Ich denke an Sachen von Rise Against. Oder auch in der Kirche kann ich mir das vorstellen. Das mag ich. Muss die Oma halt noch Englisch lernern, um zu verstehen, was der da singt.

Eigentlich komisch, sich Gedanken zu machen, über etwas, was man eh nicht mehr mitbekommt. Ich gehe gerade in Gedanken die Leute durch, die kommen würden. Komisches Gefühl. Und während ich in ihre Gesichter schaue, sehe ich niemanden weinen. So soll es auch sein. Das wäre das Letzte, was ich will: das jemand an seinem Kummer erstickt.

Auf meiner Beerdigung muss auch niemand in schwarz kommen. Und es soll nicht diesen typischen Leichenschmaus geben. Das hass ich sowieso. Lieber Pizzabrötchen. Und das mein ich ernst! :wink: Und die Menschen, die mir wichtig waren, die sollen noch einen Brief von mir bekommen. Die muss ich zwar erst noch schreiben, aber ein, zwei Menschen sollen etwas Besonderes (natürlich neben der Erinnerung) behalten.

Mit Sicherheit sitzen jetzt Leute vorm Bildschirm, sind sehr wütend sind und mir sagen wollen: wie kann man nur so reden. Sei mal froh, dass du lebst. Oder Leute, die den Tod verdrängen und meine unbedarfte Auseinandersetzung mit diesem Thema abscheulich finden. Ich weiß verdammt genau, wovon ich rede. Vor fast 10 Jahren passierte ein Todesfall, der mich bis heute nicht in Ruhe lässt.

Wenn ich so nachdenke, verarbeite ich. Und mir wird bewusst, dass das Leben nicht planbar ist. Und selbst wenn ich wirklich keine 30 Jahre alt werden sollte, dann wüssten wenigstens ein paar, wie meine Beerdigung werden soll. So egoistisch darf man wenigstens mal zu seinem Tod sein.

Und nochmal: ich will nicht sterben. Mein Leben hat doch gerade erst angefangen. Und bis ich mal sterbe gibts da wo ich hinkomme auch bestimmt Internet und Telefon.

Wie ein Chamäleon auf LSD

Ich sitze hier jetzt den zweiten Tag. Ich überlege, was ich schreiben soll. Ich schreibe. Und es guckt mich an und fragt: willste das jetzt wirklich so stehenlassen? Gut, nein, eigentlich nicht.

Ich überlege seit einer Woche. Wir hatten eine Vereinbarung! Nicht anfassen! Und du hast es doch getan. Und ich habe es zugelassen, nachdem ich bei deinem achten Versuch schwach wurde. BAM! Und dann ist es passiert.

Wir standen uns schon immer ziemlich nah. Seelisch zumindest. Jetzt sind wir uns näher als je zuvor. Körperlich. Und das bringt das Seelenleben ganz schön durcheinander. Nur warum? Es ist nichts Verbotenes, was wir tun. Und eigentlich ist auch nichts passiert. Wo bleibt denn da der Reiz?

Ich verliere mich in meinen Gedanken. Und ich grinse. Weil der verdammte Reiz da ist. Und weil ich so glücklich bin. Nein. Nicht verliebt. Nur glücklich. Obwohl. Nein. Sicher nicht verliebt im herkömmlichen Sinne. Wir haben diese Vereinbarung nicht aus Spaß getroffen.

Ich bin sehr stolz auf uns beide, weil wir vor zwei Tagen reden konnten. So wegen gebrochener Vereinbarung und so. Dir geht es wie mir. Und wir wollen beide nichts an der Situation ändern. Weiter auf dieser Welle der Glückseligkeit schwimmen. Aber ein Paar wollen wir auch nicht werden.

Und während ich so in der Wir-Form schreibe, überlege ich, ob ich indirekt schon etwas an der Situation geändert habe. Und wenn schon. Mir doch egal. Du und ich, wir werden das schon meistern. Und du hast es so schön gesagt: Warum etwas ändern und sich vor etwas fürchten wenn doch alles gut ist wie es ist?

Wenn jemand etwas Liebe und Zuneigung und Zufriedenheit braucht - ich hab zur Zeit genug davon!

Zum Thema Trinken

Es gibt da dieses eine Mädchen...

du kennst sie vom Sehen. Getroffen habt ihr euch auch schonmal. Mehr zufällig. Allerdings war sie gleich so toll, dass du den Rest deiner langweiligen Freunde stehenlassen hast. Als deine Freunde sich beschwert haben, hast du sie stehen gelassen, weil du gedacht hast, es wird schon nicht so schlimm werden. Die Freunde haben auf dich gewartet, während du deine sexuellen Bedürfnisse befriedigt hast.

Natürlich streitest du ab, dass du sie auch nur angepackt hast. Kannst du auch garnicht zugeben, denn deine noch cooleren Saufkumpel würden dich sonst verarschen, weil sie das Mädchen gelinde gesagt unattraktiv finden.

Und so begann es. Die Lügen gehen Hand in Hand mit Gleichgültigkeit und anderen Prioritäten. Das Mädchen hat vorher schon ausgesprochen, was in jener Nacht passiert ist. Für sie ist es ein Triumph, dass du mit ihr statt mit deinen Freunden um die Häuser gezogen bist. Das lässt sie spüren, besonders einer deiner Freundinnen.

Gerüchte, Intrigen, Lügen. Und du bist mittendrin. Die Freundin beschwert sich, du siehst es in ihren Augen, wie verletzt sie ist. Du bleibst deiner alten Strategie treu: wird schon nicht so schlimm sein. Als dich Dritte auf das Leiden deiner Freundin aufmerksam machen, fällt dir eine neue Lösung ein: du lästerst über das Mädchen, versetzt sie und findet sie einfach nur nervig.

Dein Verhalten dem Mädchen gegenüber zeigt nicht viel Wirkung. Deine Freundin ist komisch, irgendwie immer gleich so gereizt. Und bevor du in ihre traurigen Augen schaust, wendest du dich lieber ab und wieder dem Mädchen zu. Weil eigentlich fandest du die schon die ganze Zeit ganz toll. Du hast nur so gegenteilig getan, damit deine Freundin mal wieder normal wird.

Deine Freundin aber wird immer seltsamer. Das merkst du auch, aber du kommst nicht darauf, woran das liegen könnte. An der Beziehung mit dem Mädchen kann es ja nicht liegen, da hast du mittlerweile ein großes Lügenkonstrukt aufgebaut, das würde deine Freundin niemals rausfinden. Sie weiß ja noch nicht einmal was von der gemeinsamen Nacht. Klar, sie fragt manchmal ein bisschen komisch, aber du und das Mädchen, ihr habt euch doch geschworen, nichts zu sagen.

Also kann sie nichts wissen. Deswegen verstehst du es auch nicht, warum die jetzt auf einmal so komisch ist. Seit dem Abend. Frauen echt. Total schwierig. Die kleinen Notlügen erlauben es ihr noch nicht, sich so zu verhalten. Du merkst zwar, dass es bergab geht, aber wird schon werden. An dir kann es ja nicht liegen, hast dir ja alles so zurechtgedreht, bis es gepasst hat.

Du und deine Freundin, ihr streitet euch. Sie will immer nur reden, aber du siehst garkein Problem. Worüber also reden? Totaler Schwachsinn. Die soll mal wieder klarkommen. Sich nicht so aufregen, wenn du lieber Party machst, als dich um sie zu kümmern, wenn es ihr schlecht geht. Die Rechnung ist ganz einfach: ihr geht es morgen auch noch schlecht, die Party ist da aber schon vorbei.

Man muss Prioritäten setzen im Leben. Auch die coolen Sauffreunde haben dich darin bestätigt. Sie haben erfahren, was du für ein Verhältnis zu dieser Freundin hast. Vollstes Vertrauen, aber ganz ohne Sex und so. Ihgitt! So klassisch. So langweilig. Komm lieber mit uns Freund, wir haben auch Jacky und willige Frauen.

Die Freundin lässt du zu Hause. Auch, weil die Sauffreunde sie nicht besonders cool finden. Mit der kann man nicht richtig Partymachen. Weil Party heißt: Wer nicht kotzt säuft nicht am Limit. Und das hat sie nicht verstanden irgendwie. Außerdem steht sie nicht so auf die Swingerclub-Atmosphäre. Hat sie mal gesagt. Am Anfang fandest du das noch cool, aber die Sauffreunde haben dich aufgeklärt. Man braucht Frauen, viele durcheinander und am besten zur gleichen Zeit.

Brauchst du Hilfe, hilft sie dir. Brauchst du Urlaub, kannst du ihn bei ihr machen. Brauchst du Zuspruch und Bestätigung, holst du sie bei ihr ab. Du weißt, dass du alles von ihr haben könntest, egal wann und wo. Du weißt auch, dass du ihr nichts zurückgibst. Die Rechnung kann nicht aufgehen.

Und bevor sie reagieren kann, sagst du ihr, dass sie dich nervt. Mit ihren ständigen Vorwürfen. Das eigene schlechte Gewissen und Vorwürfe von der Freundin sind ja auch irgendwie fast gleich. Deine Freundin sitzt wie ein Haufen Elend vor dir. Warum denn jetzt schonwieder? Du hörst, wie sie sagt, dass sie sich nie beschwert hat. Denkst nach. Fragst dich, warum dann immer in deinem Kopf herumspukt, dass du nie für sie da bist.

Der Fehler muss bei ihr liegen. Hat doch alles gepasst in der Vergangenheit? Bloß wegen ein paar mal sitzenlassen, ein paar Notlügen (von denen sie bestimmt nichts weiß, weil sie ja denkt, es wäre die Wahrheit), ein paar leeren Versprechungen so auszuflippen? Total unnötig.

Wird schon werden. Und wenn nicht, dann war es wenigstens nicht dein Fehler. Hast es ja probiert. Aber wenn die so ausflippt. Sich so aufzuregen, wegen nichts und wieder nichts. Die Saufkumpel rufen. Erstmal richtig Party machen. Hirn frei saufen. Weg von der Freundin zu den Saufkumpeln. Die haben Jacky. Und Frauen. Die wichtigen Sachen im Leben eben.

Werbung/ Advertisment



Ich habe heute in das Album reingehört... Hammer! flirt Ich fand die schon immer gut, aber das Album ist mal wieder der absolute Knüller! Unbedingt kaufen!

Stalking Cat



Erinnert mich grad an heute Nacht. Ist zwar völlig zusammehanglos, aber trotzdem. Heute Nacht ist etwas auf dem Dach umhergestiegen. Ich schlafe direkt drunter. Die Dachfensterrollos waren wohl zu glatt - und holtertipolter ist dieses Irgendwas mein Rollo entlanggerutscht. Ich bin so erschrocken, der Yven hat sogar mitm Schnarchen aufgehört. :D

Dann hatte ich Herzklopfen und Angst. Das Fenster war ja 2 cm offen. Bestimmt hätte das Vieh da durchgepasst. Es ist aber abegerutscht. Hat man gehört, weil die Krallen auf den Ziegeln gekratzt haben. Wie wenn man als Lehrerin mit den Fingernägel auf ner Tafel kratzt. Dieses fiese Geräusch was bei Schülern Wunder wirkt hat mein Herz noch schneller schlagen lassen. Ich habs gehört, wie das Ding gelaufen ist aufm Dach. Den Yven hab ich geweckt. Er war sehr. Ahm. :right: Männlich. :zzz:

Ich hab mich erst aufstehen getraut, als es wieder hell draußen war. Fenster zu, sämtliche Rollos komplett zu und mal für kleine Mädchen. Das Männchen lag derweil diagonal im Bett, zuckersüß schnarchend. :furious:

Pinguine sind das alles schlagende Argument

Meine Schülerinnen sind durchschnittlich 14 Jahre alt.

Meine Freunde und Kumpels sind durchschnittlich 27 Jahre alt.

Eine der Schülerinnen hatte ein Verhältnis mit einem der Freunde.

bug

Kräht der Bauer auf dem Mist...

... sein Gockel wohl im Urlaub ist. Gockel auf dem Mist erinnert mich an eine Firma, bei der ich bis gestern noch gearbeitet habe. Letzte Woche Montag hat sich das so spontan ergeben. Hier mal eines der lächerlichsten Erlebnisse, die ich je hatte.

Vorgeschichte: Meine Mama hat beim Yoga (!!!) ein Gespräch mitgehört, in dem sich eine aus der Personalabteilung beschwerte, sie würde keine ordentliche Arbeitskraft finden. Näherinnen sind so schwer zu finden und sie braucht dringend sofort und jetzt eine. Da kam ich ins Spiel.

Montag
Vorstelleungsgespräch. Hm. Alles ganz nett. Firmenrundgang. Ach - ihr habt kein Licht hier? Hm. Ja gut, im Dunkeln ist gut munkeln. Homer: Doh! Jetzt versteh ich das auch mit den Fenster! Die Scheiben wurden extra ausgeschlagen und mit Plane verhängt um diesen Gruseleffekt weiter zu verstärken! :happy:

Festanstellung? Für mindestens ein Jahr? Als Näherin? Klar, warum nicht. Die Kindermöbel, die ihr entwickelt und näht bzw. produziert sehen auch echt cool aus, genau meine Kragenweite. Probearbeiten? Mach ich gerne. Eine Woche lang unentgeltlich? Hm. Das ist eine sehr lange Zeit zum Probearbeiten. Aber die Aussicht darauf, Mitglied eines Entwicklungsteams zu sein, entschädigt.

Dienstag
5.30 Uhr. Marcel dreht sich nochmal um. Ich gehe duschen und auf Arbeit. Unchristliche Zeit! Fröhlich gelaunt treff ich meine Kollegen. Es heißt "zuschneiden" für mich. Kunstleder. In weiß. Für eine Bodenmatte. Mach ich - kann ich. Um 11 Uhr bin ich wieder heim. Man muss es ja nicht übertreiben mit dem kostenlosen Probearbeiten.

Mittwoch

5.30 Uhr. Aufstehen, Arbeit. Wie gehabt. Wieder nur zuschneiden. Nix nähen. Wozu bin ich hier? Zuschneiden kann ich. Verdammt. Langsam werde ich ungeduldig. Und es ist keineswegs cool, wenn man als Näherin/ Entwicklerin nicht mal nen vernünftigen Bleistift hat, von Licht und Ablagemöglichkeiten mal ganz zu schweigen. Und wo ist verdammtnochmal der Chef?

Ich rede mit einer anderen aus dem Entwicklungsteam. Näherinnen bekommen durchschnittlich 10 Euro die Stunde. Sie nicht. Sie bekommt 8. Chef? Wir müssen was klären. Sie klärt mich auch auf, dass ich erstmal nur Teilzeit machen kann. Allerhöchstens 6 Wochen. Denn dann wäre sie wieder aus dem Krankenhaus da und würde wieder voll arbeiten.

Teilzeit? 8 Euro? 6 Wochen? Klingt anders als das, was mir versprochen wurde. Ich beende den Tag wieder um 11 Uhr. Verarschen kann ich mich auch alleine. Und unentgeltliche Zuschneiden ist jetzt auch nicht so mein Ding.

Donnerstag

Ich kam garnicht. Weil Abschlussfeier in Ansbach war. War wesentlich besser als diese Arbeit. :wink:

Freitag

Letzter Tag. Gespräch mit der Personalabteilung. Chef ist nämlich immernoch nicht da. Wie wäre es, wenn ich Praktikantin werden würde? Natürlich gegen Bezahlung. :left: Praktikantin? Normalerweise steigt man doch auf in einer Firma. Ich bin von Vollzeit auf Teilzeit, von 1 Jahr auf 6 Wochen, von Entwicklungsteam zur Praktikantin. Ähm. Nicht.

Mein Zuschnitt vom Mittwoch! Der ist krumm! Um 2 cm! Gottes Willen. Fehler kann ja jeder mal machen. Die Innenarchitektin, die nichts kann, hat mich belehrt. Fehler gibts nicht! Sie ist es auch, die mir beim Nähen auf die Finger schaut. Ab jetzt wird alles kontrolliert. Woher weißt du denn so genau, wie ich Nähen muss? Bist doch (nur) Architektin oder? Ach Conny, ich kann das doch garnicht, Nähen hab ich noch nie gemacht. :furious: Aber mir sagen wollen, wie was funktioniert.

Montag
Chef ist da. Herrscht einen Mitarbeiter an, er solle gefälligst mehr arbeiten. Ich frage nach. Der Mitarbeiter ist sein Sohn. Genau wie der andere da hinten. Und das da vorne ist seine Noch-Frau. :wizard: Und die "richtige" Frau lebt zu Hause mit dem gemeinsamen 2-jährigen Sohn.

Ich bin mit der Architektin alleine. Zuschneiden soll ich. Mach ich. Fertig. Sie misst nach. Wird ja neuerdings alles kontrolliert was ich mache. Krumm. Um 5 mm. Geht nicht. Doch, schau her. Wirklich krumm. Kann nicht sein, ich lege einen dicken Papp-Schnitt auf, zeichne außenrum und schneide aus. Das ist krumm. Ja, ich habs verstanden. Es kann aber nicht sein. Ich messe nach. Sind nur 3 mm Unterschied. Aber vielleicht ist euer verdammter Schnitt krumm? :idea: Neeeeeeeeein. Damit arbeiten sie schon seit 1 Jahr. Das kann nicht sein, den hat sie gemacht. bug Der Drecks-Schnitt war krumm! Fickelranzenkrumm! :king: Ich wusste es. Bin ja nicht ganz blöd.

Als Entschädigung gab sie mir meine nächsten Bestellungen, die ich abarbeiten solle. 20 Würfel produzieren. So als Hocker und so. Und dann nen Elefanten als Wandbehang und Ablagesystem entwerfen. Mach ich. Das klingt doch mal nach Arbeit. Aber erstmal muss ich klären, wie das weitergeht mit mir.

Jedenfalls hab ich mir dann den Chef geschnappt um mal auszukarten, wie das mit mir weitergeht. Die Personalabteilung war nämlich freundlicherweise im Urlaub. Und keiner fühlte sich für mich zuständig. Er wusste auch von nix. Karten aufn Tisch geknallt. Ich hab mich informiert, 10 Euro. Er schüttelt den Kopf. Sag ich, ich weiß, die andere bekommt 8 Euro. Da ich nicht so schnell bin wie sie arbeite ich für min. 7 Euro die Stunde. Er willigt ein, aber nur, wenn das Arbeitsamt mein Praktikum unterstützt. Praktikum? Arbeitsamt :left: Ja, weil Näherinnen gibts wie Sand am Meer, die sind froh, wenns wenigstens ein Praktikum machen. Moment, wenn es die wie Sand am Meer gibt, wieso arbeitet dann keine für euch? Wieso heult die Frau da im Yoga rum, dass sie keinen findet? In meinem Kopf arbeitet es. In so einem Kuddel-Muddel-Familienbetrieb will ich nicht arbeiten.

Ok, mir doch egal, ich will nur endlich mal Kohle sehen. Also bin ich aufs Arbeitsamt geschlappt. 2 verdammte Stunden und 37 Bögen später wusste ich, dass ich da nicht mehr arbeiten würde. Chef angerufen. Keine Unterstüzung von Praktikum. Ich werde definitiv nicht für weniger als 7 Euro arbeiten. Er schluckt. Meldet sich morgen früh, muss das erst mit seiner Innenarchitektin abstimmen. :lol: Die ist auf so vielen Gebieten ja so begabt.

Heute ist Dienstag. Anruf. Nicht mal er selbst ist am Telefon. Die Dame aus dem Büro möchte ausrichten, dass ich bis auf Weiteres nicht mehr kommen brauche. Aber ich könnte doch bitte die Kleinigkeit abholen, die er für das Probearbeiten zurecht gemacht hat. Bin gespannt wie Flitzebogen. Vielleicht schenkt er mir eines seiner Kinder. Oder eine seiner Frau. Dann hätte ich einen Sklaven gewonnen. :rolleyes: