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Finnland

ein halbes Jahr in Helsinki

11-01-06: Mittoch, tag 3

Heute Morgen wieder das übliche Prozedere. Ich hab allerdings verschlafen, meine Mitbewohner mussten mich wecken (könnte noch öfter passieren).

Es ist immer wieder spannend Leute aus aller welt zu treffen. Deren geschichten sind bedeutend Interessanter als das was der IT-Mensch da vorne über das Uni-Netz von sich gibt. Es werden fleißig ICQ und Skype Namen ausgetauscht, falls man sich mal wieder treffen will.
Die Studentenwohnhäuser sind über sie ganze Stadt verteilt, einige fahren eine halbe Stunde zu ihrem Institut. Da hab ich echt glück gehabt :smile:.

Heute nachmittag fahren wir zu "Alien's Police", um sicherzustellen das wir länger als drei Monate hier bleiben dürfen. Das dauert länger als erwartet, viel länger. Es sind etwa zawnzig Nummern vor uns und wir warten geschlagene 3 einhalb Stunden! Das sind verhältnisse wie auf deutschen Ämtern, mindestens. :zzz: Aber wir konnten uns mit Kartentricks und "frag mich was" Geschichten über Wasser halten, und haben auch noch gleich alle anderen mit belustigt.
Ach ja, die Finnen haben das Schlange stehen perfektioniert. Wo immer es auch nur manchmal zu einer schlange kommen könnte (wirklich überall) muss man eine Nummer ziehen. Die leutet dann (hoffentlich) irgendwann an irgendeinem Schalter auf. Ohne Nummer geht nix. Auch wenn man alleine da ist.

Definitiv genug Papierkram für Heute; Luft, Essen, raus hier.

10-01-06: Tag 2

Wir haben die Uni ganz alleine gefunden! (Das ist gar nicht so selbstverständlich :wink: ). Die Vorträge heute morgen waren eher langweilig, aber es gibt ja genug Leute mit denn man sich die Zeit vertreiben kann! Die Finnen kennen kein akademisches viertel, es wird erwartet das man fünf Minuten vor Vorlesungsbeginn erscheint, das ist echt gewöhnungsbedürftig, aber anscheinend nicht nur für mich (es gibt immer Leute die noch später sind!)

Nach dem Mittagessen ziehen wir mit unserer Tutorgruppe los um einige Formalitäten zu erledigen (Unicard, Travelcard, ...).
Um fünf starten wir zu einer Sightseeing tour per Bus. Es ist schon dunkel, so bekommen wir Helsinki bei Nacht zu sehen. Das ist zwar eindrucksvoll, aber ganz schlecht zum Fotografieren. Es gibt schon einige Interessante Sachen zu entdecken, aber dazu später mehr.

Stadtbus fahren entpuppt sich als gewöhnungsbedürftig, die Busse halten nur wenn man an der Haltestelle den Arm rausstreckt (ja genau, Daumen raus), sonst fahren sie einfach weiter *grummel*. Im Bus werden auch keine Haltestellenamen angezeigt, und wenn man den Busfahrer fragt wo die Haltestelle soundso ist hilft das auch nicht. Die sprechen zwar (meistens) englisch, aber kennen die Haltestellenamen selbst nicht ...
Da Hilft nur: Augen auf und markante Gebäude suchen (ohje).

Zu Hause angekommen gibt's noch was zu essen. Taylor macht eine Suppe die wir unbedingt probieren sollen.
Ok, war ein Versucht wert, aber das war süßes Wasser mit irgendwelchen durchsichtigen Pilzen drin die man auch für Meeresgetier halten kann. Die chinesische Küche kann schon seltsam sein ...
Ratet mal was es wohl bei Michele gab ... richtig: Pasta (sehr lecker)

09-01-06: Der erste Tag

Heute fängt der Orientierungskurs an, um neun Uhr im Hauptgebäude mitten in Helsinki.

Spät gestern Abend ist mein dritter Mitbewohner angekommen: Michele aus Italien. Zusammen mit ihm und Taylor mache ich mich um acht auf dem Weg. An der Bushaltestelle suchen wir auf dem Stadtplan nach einem Bus der in die Innenstadt fährt, kein prob. Am Bahnhof angekommen versuchen wir die Uni zu finden, das dauert schon etwas länger, aber zum Glück spricht hier fast jeder englisch und hilft gerne weiter. Wir sind 20min. zu früh da und haben noch zweit einige Leute kennenzulernen. Es sind schon einige Studenten aus Frankreich und Ungarn da. Wie sich herausstellt kommen die meisten der etwa 200 Austauschstudenten aus Deutschland und Frankreich. Viele aus Ungarn Östereich und anderen europäischen Ländern. Aber auch aus China, USA, ... der ganzen Welt. Wir werden freundlich an der Uni willkommen geheisen. Es gibt die ersten wichtigen Infos und dann werden wir in kleine Gruppen (ca. 8 Leute) mit je einem finnischen Studenten, dem Tutor, nach Fachbereichen sortiert. Mit unserer Gruppe gehen wir erst mal ins Unicafe Mittagessen. Das Essen ist erstaunlich gut *g* (zumindest im Vergleich zur Mensa in Bonn)
Dann fahren wir zum Kumpuula Kampus, dorthin sind alle Naturwissenschaftler und Informatiker verbannt worden.
Wir werdem dem für uns zuständigen Dozenten vorgestellt (pro Fachbereich gibt es einen). Der Physiker ist etwas seltsam, aber sehr nett. Er hat uns gleich mal zu seinem Sommerhaus am See (Möki) zu Rauchsauna und Eislochschwimmen eingeladen! (ob Eislochschwimmen mein lieblingssport wird weiß ich noch nicht so ganz genau :smile: )
Nach diesem Treffen gehen wir mit Nadan (unserer Tutorin) zu Hoas, der Betreibergesellschaft der Wohnheime, um die Mietverträge zu unterschreiben. Da gibts auch die Zugangsdaten fürs Internet (seehr wichtig :smile: ).

Damit ist das Programm für heute beendet.

Ich gehe noch mit meinen Mitbewohnern einkaufen, zur nächsten "mall" ist es nur zehn Minuten zu Fuß. Der Kampus ist nur fünf gehminuten von meiner Wohnnung entfernt, das ist echt genial!

Schon ist der erste Tag vorbei, das ging echt schnell. Mal schauen was morgen noch so kommt.

08-01-06: Ankunft Helsinki

Nach zwei einhalb stunden Flug steige ich in Helsinki-Vantaa aus dem Flieger. Bei dem anblick der finnischen Schilder und Plakate wird mir klar: Jetzt bin ich tatsächlich weg!
Schon ein seltsames gefühl irgendwie. Aber als ich nach zehn minuten mein "pick-up-girl" gefunden habe beginnt es interesannt zu werden. Sie spricht sehr gut englisch und hat einen ganzen packen info-Material für mich dabei. Und das wichtigste: mein Wohnungsschlüssel!
Beim Verlassen des Flughafens Präsentiert sich mir Finnland von seiner schönsten Seite: keine Wolke am Himmel und ringsum glänzend weißer Schnee! Wow.
Aino bring mich zu meiner Wohnung. Von der Stadt kriege ich nur einige Flüchtige eindrücke mit. Obwohl sie mir schon vom Bus aus viele Sachen zeigt. Es liegt nur wenig schnee (etwa 10cm). Aber die Bäche sind alle komplett zugefroren und einige Langläufer sind mit ihren Skiern darauf unterwegs.

Von der Bushaltestelle sind es noch etw 500m zu meiner Wohnung. Die Gehwege ind alle voller Eis (min. 1-2cm), aber das stört hier keinen. Es wird einfach etwas Split darauf gestreut und damit hat sich die Sache. Auch auf den Straßen ist hin und wieder Eis. Salz wird prinzipiell nicht verwendet. (wirkt ab ca. -10°C eh nicht mehr).

Mein Zimmer (13qm) list in einer 4er Wg. Die Wohnung in einem 3 Stöckigen Haus mit insg. 8 Wohungen und zwei Saunen :smile: Alles sehr sauber, wie man sich das vorstellt.
Ich lerne zwei meiner Mitbewohner kennen:
Taylor (der eigentlich Xan heißt) aus China (Peking) und Thomas aus Berlin. Beide studieren ebenfalls Physik. Thomas ist aber schon ein halbes Jahr, kann uns also einiges zeigen.
Taylor hat gerade Mittagessen gemacht und noch was für mich übrig, gar nicht schlecht.

Jetzt packe ich erstmal aus. Dabei stelle ich fest das ich dringend poster für die weißen Wände brauche. Eigentlich ist alles hier weiß: Wände Möbel, Kücheneinrichtung, Türen. Nur von außen ist das Haus nicht weiß. Insgesammt gibt es hier 10 Häuser(wenn ich mich nicht verzählt habe) die alle ähnlich aufgebaut sind. (Bilder folgen)

Morgen geht es los, bin gespannt wie viele Austauschstudenten dieses Semester hier anfangen.
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