Friday, 9. October 2009, 23:01:29
So, liebe Leute. Jetzt könnt ihr euch drauf gefasst machen, dass ich wirklich regelmäßig schreibe. Um mich mehr hierauf konzentrieren zu können, habe ich erstmal meine Homepage aufgelöst. Da wird momentan nur auf meine Mitgliedschaften hingewiesen. Ich meine, wer braucht schon eine Homepage, wenn er bei Myspace, Facebook, CoolCamels und Twitter angemeldet ist? Und - nicht zu vergessen - bei MyOpera?
Ich denke, ich mache da bald sowas wie ne Übersicht hin. Also dass ich keine Unterseiten mehr auf meiner Homepage mache sondern einfach nur ein Photo, einen kurzen Steckbrief, alle Mitgliedschaften und Kontaktdaten dahinschreibe.
Beim Design dieser einen Seite gebe ich mir dann natürlich ganz besonders viel Mühe.
Mir schwebt ein Design à la Notizbuch vor, mit Holz-/Schreibtisch-Hintergrund und einem Bleistift, der rechts daneben liegt. Wohoo, coole Idee, oder? Ich fange so in einer Woche damit an.
Hier geht's zur Homepage, wo ihr den Fortschritt dann bewundern könnt.
Es gibt schon peinliche Dinge. Letztens haben wir eine Englischarbeit geschrieben und da ich am Anfang etwa 10 Minuten lang eine Schreibblockade hatte, weil ich mich so unter Druck gesetzt habe, eine gute Note zu schreiben, bin ich am Ende nicht ganz fertig geworden. Ich habe also bei der 2. von 3 Aufgaben in der Mitte abgebrochen und eine Seite freigelassen um wenigstens etwas von der dritten Aufgabe zu haben.
Die erste Aufgabe war eine Zusammenfassung. Also eigentlich war die Frage, in welcher Situation die Protagonistin der beiligenden Kurzgeschichte sich befindet. Wegen der Aufgabenstellung habe ich gar nicht erst einen Einleitungssatz geschrieben sondern direkt mit "Gemma has some problems with her parents..." losgelegt und munter die Geschichte zusammengefasst.
Die zweite Aufgabe war, einen Dialog in dieser Geschichte zu a n a l y s i e r e n. Wenn ich dieses Wort schon höre...
Naja, so weit, so gut, das hab ich dann nach bestem Ermessen versucht. Plötzlich wurde gesagt, wir hätten nur noch eine halbe Stunde. Da ich nicht so ganz genau wusste, wieviel ich noch zu analysieren haben würde, habe ich dann eben die nächste Seite freigelassen und habe mit der dritten Aufgabe angefangen.
Hier konnte man zwischen einem argumentativen Text zum Thema "generation gap" und einem Brief wählen. Da mir argumentative Texte bis jetzt immer recht gut lagen, habe ich dann diese Aufgabe ausgesucht und drauflos geschrieben.
Dann der Schock: Noch 10 Minuten. Ich hab nur so "Äh, scheiße?" gedacht und hab dann, ohne einen "All in all..."-Satz zu schreiben, an der Analyse weitergeschrieben, wobei aber nicht mehr als 50 Wörter rumgekommen sind.
Total gestresst wollte ich dann in den letzten Sekunden noch einen Abschlusssatz für die Argumentation hinschreiben, bin aber nicht weiter als 3 Wörter gekommen, die ich direkt wieder durchgestrichen habe. Total besorgt, und ohne mir die Arbeit auch nur einmal durchgelesen zu haben, hab ich sie dann abgegeben.
Jetzt sollte man wissen: Englisch ist (zusammen mit Kunst) meine Begabung. Ich habe nie geübt, war auch nicht im Ausland und habe keine englischsprachigen Eltern. Keine Ahnung, warum ich das kann. Es ist einfach so.
Nach dieser Arbeit hab ich mir natürlich Sorgen gemacht. Ich hatte das Gefühl, die halbe Analyse würde mir fehlen und auch die Argumentation wäre nur so hingeklatscht und unvollständig. Ich wusste, diese Arbeit würde eine 3 werden. Vielleicht gerade noch eine 2-. Ich habe mich echt darüber geärgert, da ich meinem neuen Lehrer und vor Allem meinen neuen Mitschülern beweisen wollte, dass ich es wirklich kann. Das hört sich jetzt total bescheuert an (Ich weiß ja, was ich denke, wenn die Mädels in Franze immer so rummeckern, während ich mit meiner 2- überglücklich bin...) aber wenn man eine Sache kann, dann will man das eben unter Beweis stellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die Einzige bin, die, naja, gerne Anerkennung erntet

Sind wir nicht alle ein bisschen ehrgeizig?
Ob es jetzt in Englisch, Mathe, Sport oder Schönsein ist, jeder will irgendwie zeigen, was er kann. Und deshalb machte ich mir (oh Gott, hört sich das dämlich an) Sorgen, eine 3 zu bekommen. Nachdem ich allen, die sich nicht schnell genug auf den Baum retten konnten, mein Leid geklagt hatte, meinten meine Freunde, das würde sowieso wieder eine 1 werden. Ich jedoch war fest davon überzeugt, dass dies die schlechteste Arbeit seit... 4 Jahren werden würde.
Heute haben wir die Arbeit zurückbekommen. Voller Hoffnung, wenigstens ein "(noch) gut" zu Gesicht zu bekommen, schlug ich mein Heft auf und wurde rot. Sehr gut. Scheiße wie peinlich. Naja, auf der anderen Seite wars natürlich super. Aber die Blicke meiner Freunde sagten sowas wie "Jaja, jammern wie scheiße man doch ist um Aufmerksamkeit zu kriegen und dann wieder ne eins absahnen." Genau das war nicht mein Ziel gewesen. Eben echt peinlich.
Aber: Ich hab was daraus gelernt. Ich werde ab jetzt auf die Frage "Na, wie isset gelauf'n" nur noch mit "Joa, ganz gut, ne?" antworten. Denn selbst wenn's
wirklich schlecht gelaufen sein sollte, hilft Jammern ja auch nicht
Naja, ich erfreue mich mitlerweile doch ziemlich an meiner Arbeit. Ich glaube, ich lasse sie mir vergrößern und als Fototapete drucken. Vor Allem den Kommentar darunter: "
auf dem Weg zu einer absolut perfekten Arbeit hat dir nur ein besserer Einleitungssatz (Aufgabe 1) und eine nähere Charakterisierung der Mutter bzw. ihre Beziehung zu den anderen Charaktern gefehlt. Dein Englisch ist für eine Schülerin der Jahrgangsstufe 11 sensationell gut!"
Als ich das gelesen hab, wär ich fast vom Stuhl gekippt, so baff war ich.
Hoffentlich habt ihr jetzt nicht alle ein völlig falsches Bild von mir

Bis zum nächsten Mal


Nathalie