Neulich bin ich auf Andrew Zuckermans »Birds« gelandet und lange geblieben. Zuckerman hat die Vögel in einem Zoo vor komplett weißem Hintergrund fotografiert mit bestechender Schärfe. Dadurch sieht man sie wie sonst nie: Augen, Schnäbel, Füße … alles so klar und genau, daß es fast künstlich wirkt. Denn echte Vögel sind unscharf: Wir sehen sie meistens nur aus der Ferne; und selbst wenn wir nahe herankommen, bleiben sie in Bewegung.
Im Gegensatz dazu stehen Chris Jordans Bilder junger Albatrosse: Diese Vögel sind tot, sie liegen irgendwo herum, und die Verwesungsprozesse haben nur das übrig gelassen, was nicht verdaut werden kann: Knochen, ein paar Federn – und den Zivilisationsmüll, an dem die Tiere gestorben sind. Das ist gewiß kein schöner Anblick. Und doch … sieht es fast komponiert aus, ebenso künstlich wie Zuckermans Bilder.
Welcher der beiden Fotografen nimmt die Vögel als Vögel ernster? Schwer zu sagen.
Ich wäre ja nie auf die Idee gekommen, daß Biertrinken ein Video wert sei. Aber während ich hier zuschaue, wie die Komik sich allmählich entfaltet, muß ich sagen: Auf dieses Video hat die Welt gewartet. Köstlich, auch wenn es nicht so aussieht.
Mir geht die Panik auf den Wecker. Schulen werden geschlossen und Sportveranstaltungen abgesagt. Alle fürchten sich.
Dabei liegt die eigentliche Gefahr gar nicht im meistens harmlosen Verlauf der H1N1-Infektion, sondern in der Angst vor ihr.
Wo sich die Schweinegrippe schnell ausbreitet – in China beispielsweise – geht die (gefährlichere?) H3N2 zurück. Auch der Impfstoff für die Massen, den sich unsere ach so wichtigen Politiker lieber nicht zumuten, nützt der Pharmaindustrie deutlich mehr als den geimpften Menschen. Lange Tests hat er nicht absolviert, und es soll sogar schon einen anaphylaktischen Schock gegeben haben …
Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission, jedenfalls rät von der Impfung ab. Daran halte ich mich.
Das scheint genau der Film zu sein, auf den ich schon eine Weile warte: Action, Spezialeffekte – und bei Cameron darf man auch auf eine gute Geschichte hoffen.
Manchmal, wenn ich drei Projekte gleichzeitig erledigen muß und über meinem Hauptblog schon die Fliegen kreisen und ich noch einer Freundin was Liebes zurückschreiben will und mein Schreibtisch wie FormularCity aussieht und der Wind den Schmutz von den Fensterscheiben bröckelt …
… dann …
… sehe ich mir einen alten französischen Actionfilm an, oder ich liege auf dem Balkon und starre so lange ins Blau, bis die kleinen Punkte durchs Bild huschen, die man nur sieht, wenn sie gerade verschwinden, oder ich bewaffne mich mit einem riesigen Kuchenpaket, setze mich auf den Markt und sehe den Passanten auf die Socken, bis ich nichts mehr essen kann, oder ich fahre in den Park und spiele mit Fremden Tischtennis.
Denn ich kann nur dann arbeiten, wenn ich auch trödeln kann. Also muß ich.
Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen: Das Buch kostet genau 10 €. Und ich habe in diesem Jahrtausend bis heute Nachmittag noch kein Geld für Spiegelprodukte ausgegeben.
Schraps wurde nicht als Schraps geboren, sondern als namenloses kleines Wunder, das den Zeiger eines noch zu konstruierenden Belumeters (Niedlichkeitsmessers) sicher abgebrochen hätte. Und so war es nicht sein Mangel – er hatte keinen – sondern meiner, der nur mit einem Namen befriedigt werden konnte.
Namen! Sobald wir eine Sache, ein Tier oder gar einen Menschen als Person betrachten, und sei es auch nur ein ganz kleines bißchen, müssen wir Namen austeilen, als werde nur durch einen Sprechakt unser eigentlich ganz inneres Gefühl … wahr. Ein Name sagt also mehr über den, der ihn vergibt, als über seinen Träger. Ich wollte ihn gut aussprechen können; ich wollte keinen 0815-Namen; und ich habe lange, lange über einen Namen gegrübelt, der all diese Merkmale erfüllt und doch nicht maniriert klingt. Dem Kater war das schnuppe.
Jetzt habe ich noch einige Namen unterschiedlicher Qualität übrig. Bedient euch, lacht mich aus, oder ergänzt sie um eure Vorschläge – mir alles recht.
Heute habe ich den Film »Mirrors« gesehen, ein wirklich sehr spannendes Gruselstück.
Im Kern geht es um ein (oder mehrere?) Wesen, für die Spiegel Fenster in »unsere« Welt sind. Es treibt einen ehemaligen Polisten (Kiefer Sutherland) dazu, eine Frau zu suchen, mit deren Hilfe es auf die andere Seite gelangen kann. Und die Druckmittel sind … mörderisch.
Diese Story hätte man leicht in Spezialeffekten ersaufen lassen können. Aber Regisseur Alexandre Aja hat dieser Versuchung glücklicherweise kaum nachgegeben (zwei Szenen sind allerdings recht drastisch geraten), sondern sich darauf konzentriert, wie die Ereignisse das Leben des Hauptdarstellers und seiner Familie verändern.
Visuell lebt der Film von winzigen Details, einem spiegelnden Türknauf etwa, und von einem grandiosen Licht-und-Schattenspiel, das hier die »eigentlich musikalische« Arbeit des Rhythmusgebers übernimmt.
Mein Rat: Ansehen!
Und lest bitte nicht den Wikipedia-Artikel dazu; der verrät den Schluß. Zum Kotzen.