Lobo, Du armes Opfer der new economy
Monday, 14. September 2009, 21:15:57
RT @furukama Die #Piraten- publizieren auch in der Jungen Freiheit? Damit unwählbar. http://bit.ly/eckgg
http://twitter.com/saschalobo/status/3983804619/
Der Typ galoppiert auf einem Größenwahntrip vor sich hin, der Erfolg im Web 2.0 hat sich anscheinend im Kopf in Extacy verwandelt.
Dann eine kurze Pause der Nachdenklichkeit....
Lobo, Du warst einer von uns. Deine Leser haben Dich groß gemacht. Deine Leser haben Deine Stimme multipliziert. Deine Stimme wurde auf einmal gehört. Auch von denen, über die Du was berichtet hast. Was passierte dann? Werbeverträge. Eine Vodaphone sagt ihm: "Sag ab jetzt unsere Meinung. Wenn Du Glück hast ist es manchmal auch Deine, wer weiß." Und Sascha wedelt freudig mit dem Schwanz - und verkauft sich.
Das hier ist jetzt wohl der Höhepunkt des Höhenfluges. Ohne wirklich zu wissen, was los war, benutzt er seine Stimme, die wir so laut gemacht haben, um eine Partei zu diffamieren. Einfach so im Vorbeigehen, weil er grad nix besseres zu tun hat.
Ja, Andreas Popp hat der nach eigenen Angaben "rechtskonservativen" Zeitschrift "Junge Freiheit" ein Interview gegeben. Wie man es von den Rechten erwarten kann, haben sie versucht, ihm rechte Statements unterzuschieben. Andy hat das trotz fehlender Erfahrung gut gemeistert, er sagt deutlich, daß die Piraten niemals mit rechten Parteien zusammenarbeiten.
Was genau hat Lobo also gegen dieses Interview? Die Piraten sagen ihre Meinung jedem. Den liberalen, den konservativen, den sozialen, den rechten, den linken. Wir haben doch immer noch unsere Meinung, egal wem wir sie sagen! Hätte Andy mit einer Vereinigung griechenland-stämmiger Mitbürger gesprochen, hätte Lobo die Piraten jetzt für eine griechische Volkspartei gehalten? Warum sollte die gesamte Piratenpartei jetzt auf einmal rechts sein, wenn sie den Rechten direkt sagt, daß sie nicht mit Rechten zusammenarbeiten wird?
Aus welchem Grund hätte Andy das Interview verweigern sollen? Aus Feigheit vor einem Feind? Weil "man das so macht"?
Warum sollte ein Sascha Lobo, ein Kind des Internets, kommunikativen Mut und ein daraus resultierendes einwandfreies Ergebnis so in den Dreck ziehen? Die sinnvollen Erklärungen sind recht rar:
- Lobo hat das Interview garnicht gelesen und meinte beim Headlines zappen, was gefunden zu haben, wo man jemandem weh tun kann. Anderen weh tun macht Spaß und man fühlt sich selbst so viel besser, denn es überdeckt das Wissen, daß man selber nur ein gekauftes Würstchen ist.
- Lobo hat die Pressestrategie der etablierten Parteien völlig verinnerlicht, die nur mit Presse redet, bei der sicher ist, daß diese positiv berichtet. Jemand, der den Mut hat, auch mit Presse zu reden, die einen benutzen oder zerreißen will, ist das schlimmste, was solche Leute sich vorstellen können.
Aber was ich persönlich am wahrscheinlichsten halte:
- Weil Lobo weiß, daß von der SPD niemand die Cojones hätte, sich einem politisch gefährlich eingestellten Journalisten auch nur auf 30m zu nähern, muß er seine gekaufte Web 2.0 Stimme benutzen, um zu versuchen, diese Courage der Piratenpartei als Minuspunkt zu markieren.
Dazu kommt noch der böseste Rückschluss aller Zeiten: Wenn die Piraten den Rechten sagen, daß sie mit ihnen nicht zusammenarbeiten wollen, hält Lobo sie für "unwählbar". Heißt das, die SPD würde mit den Rechten zusammenarbeiten?
Ja, Lobo ist in jedem Falle ein Opfer, einer, der ganz nach oben kam, dort vom eigenen Erfolg überfahren wurde, dessen Überreste von den Konzernen gekauft wurden, ein Nerd, der von der Partei hirngewaschen wurde, um vor den Coolness Karren gespannt zu werden - kurzum, einer, der für alle nur noch eine Marionette ist.
Sascha, irgendwie glaube ich, unter dem Ekelgefühl ein wenig Mitleid zu spüren. Du kommst aus Deiner Schiene nie mehr ungeschoren raus, egal wie es ausgeht. Du hast Dich aus dem Fenster gelehnt und Übergewicht bekommen. Mal sehen, ob Du in ein paar Jahren den Hahnenkamm nicht dunkel färbst und den Scheitel auf West stellst, um in der Masse besser untertauchen zu können.









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