Wahlzettel-Ausfüllen für Anfänger
Wednesday, 26. November 2008, 15:50:46
wer von Euch kann sich noch dran erinnern, wie es war beim ersten Urnengang?
Man ist unsicher, was muß man in welcher Reihenfolge machen, wo muß, wo darf, wo kann ich ein Kreuz setzen, wo darf ich nichts hinschreiben...
Nach etwas Recherche wird klar: Quer über den Wahlzettel zu schreiben "Schäuble ist doof" führt nicht zum gewünschten Erfolg.
Dennoch bin ich sicher, ihr habt es alle geschafft, erfolgreich Eurer Stimme mehr oder weniger viel Gewicht zu geben.
Und dann lese ich auf Heise zur Wiederwahl des Bundesdatenschutzbeauftragten das hier:
"Der Bundestag hat Peter Schaar mit großer Mehrheit für fünf weitere Jahre zum Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit gewählt. Das Parlament folgte damit dem Vorschlag der Bundesregierung. Für die Bestätigung im Amt, für die eine einfache Mehrheit von mindestens 307 Stimmen erforderlich war, votierten 484 von 554 anwesenden Abgeordneten. 52 stimmten mit Nein, 12 enthielten sich, sechs gaben ungültige Wahlzettel ab."
WTF?????? Sechs gaben ungültige Wahlzettel ab??????
Wir reden hier nicht von Großmütterchen Else, die hier zum ersten Mal an einen der elektronischen Wahlautomaten gesetzt wurde, nein, wir reden von (nach wie vor meiner Meinung nach KOMPLETT ÜBERBEZAHLTEN) Bundestagsabgeordneten, die sich durch alle Ligen nach oben geschumm... *räusper* gearbeitet haben und bestimmt tausendmal öfter gewählt haben als sie selbst gewählt wurden.
Sechs von denen schaffen es, eine ungültige Stimme abzugeben?
Restalkohol?
Demenz?
Kindlicher Trotzausbruch?
Sie schaffen es wirklich immer wieder von neuem, mich sprachlos zu kriegen.
Sprachlos heißt in dem Fall: Ich kann nur die Fakten aufzählen und dann Hypothesen ersinnen, bei denen eine schlimmer ist als die andere....
Hat noch jemand Theorien für dieses Mysterium?
Euer
Daniel








catborn # 27. November 2008, 12:34
Ich habe durch persönliche Erfahrung mit Bundestags Mitarbeitern und Abgeordneten folgende Verhaltensmuster erkennen können:
1. Stelle einer solchen Person mehrmals die gleiche Frage und du erhältst jedes Mal eine andere Antwort.
2. Stelle einer Gruppe dieser Personen eine Frage und du kannst sicher sein das sie mindestens eine Stunde darüber diskutieren ohne zu einem Ergebnis zu kommen.
3. Frage eine dieser Personen nach konkreten Information und du bekommst alles andere, nur nicht das nach dem du gefragt hast.
Wendet man diese Muster nun auf diese Wahl an, kommt man zu folgendem Ergebnis:
- 484 Leute haben den Zettel nicht gelesen und einfach die erste Option angekreuzt weil das suchen nach weiteren Optionen zu lange dauern würde.
- 52 Leute haben den Zettel nicht gelesen aber wollten nicht faul erscheinen und haben sich deshalb die Mühe gemacht eine Weitere Option zu finden.
- 12 Leute waren nicht anwesend und haben keine der beiden Optionen angekreuzt.
- 6 Leute haben eine Option angekreuzt, sich dann aber um entschieden, den Teil mit dem Kreuz aus dem Zettel herausgerissen, das andere angekreuzt, noch mal darüber nachgedacht, das zweite Kreuz auch herausgerissen und dann einfach „vielleicht“ auf den Zettel geschrieben.
windseeker # 27. November 2008, 13:34
Danke, Lars, you made my day
NeveroddoreveN # 8. December 2008, 11:15