Monday, 20. August 2007, 02:49:50
Also, ich wollte mich damals als kleinkind ja überhaupt nicht von meinem schnuller trennen.

Nachdem meine familie lange auf mich eingeredet hatte, stimmte ich zu, ihn an meinem 4. geburtstag feierlich draußen dem hofhund zu "schenken". (Komisch, niemand hat mir erklärt, wieso der hund sich daran freuen sollte, einen schnuller zu bekommen...)
Ich wurde dann an diesem großen tag gleich morgens vor dem frühstück in eine decke gewickelt und rausgeschleppt. Ernst und gemessen spuckte ich den schnuller in den schnee - mit dem hintergedanken, dass ich nach dem frühstück rausschleichen und das gute stück heimlich wieder einsammeln könnte.
Ich stapfte auch frohgemut zu der stelle, die ich mir gut gemerkt hatte, und da war mein schnuller - oder das, was davon übrig war. Das liebe hundchen hatte den sauger abgebissen, das wichtigste element eines schnullers. Den kläglichen rest, der dem hund wohl zu hart zum fressen war, wollte ich dann auch nicht mehr, schluchz!
Warum ich das hier erzähle?
Naja, weil es damals, als ich 4 jahre alt war, noch keine schnullerfee gab.
Ws?
Schnullerfee?
Dochdoch, sowas gibt's.
Meine kollegin hat eine kleine tochter, bei der jetzt die schmerzliche trennung vom nucki ansteht (übrigens viel, viel früher als bei mir damals).
Und der hat sie ein buch gekauft, in dem die schnullerfee erklärt, wieso kinder, die schon viel zu groß für schnuller sind, diese leichten herzens abgeben sollten. Die schnullerfee sammelt die nämlich ein und gibt sie kleinen kindern, die noch welche brauchen.
Na, das macht doch schon mal mehr sinn, als gebrauchte schnuller an hunde abzugeben, was?
Tja-ha... Und meine kollegin hat dann ab und zu mal in hörweite ihrer tochter mit der schnullerfee telefoniert, denn die schnullerfee ruft eben gelegentlich an, um diskret daran zu erinnern, dass es jetzt allmählich zeit wird, dem nucki zu entsagen.
Sonst wollte ihre tochter auf gar keinen fall selbst mit der fee sprechen, aber letztens zeigte sie plötzlich doch interesse daran - dummerweise hatte da die schnullerfee schon aufgelegt. Sie hat ja auch wenig zeit, die gute...
Daher trat sie mit der bitte an mich heran, doch mal am telefon die schnullerfee zu geben, da ihre tochter mich kaum kennt und sich bestimmt nicht an meine stimme erinnert.
Nachdem mir erst mal vor schreck alles aus dem gesicht gefallen war

(man wird nicht alle tage darum gebeten, sich für jemanden auszugeben, von dessen existenz man erst vor sehr kurzer zeit erfuhr), planten wir die einzelheiten.
Wir fanden, die schnullerfee könnte ruhig eine hohe, piepsige stimme haben - damit die kleine keine chance hat, mich womöglich doch noch am telefon zu erkennen. Außerdem wurde ich in groben zügen mit den schnullerfee-argumenten für zügige herausgabe des schnullers vertraut gemacht.
Danach verging einige zeit (ich dachte schon gar nicht mehr an die ganze sache), da klingelte abends das telefon und ich hörte meine kollegin sagen: "Hallo schnullerfee!

Hier ist jemand, der dich sprechen möchte."

(schluck)
Ich stammelte mich dann piepsend und flötend durch die argumentationskette. Meine kollegin war so freundlich, ihrer tochter zu sagen, dass die schnullerfee auch noch viele andere kinder anrufen müsse, weshalb das gespräch jetzt zügig beendet werde (es war nett von ihr, mich hier quasi zu retten, mir gingen auch wirklich die argumente aus, man spielt ja nun nicht jeden tag die schnullerfee).
Das gute kind versprach noch, sich meine worte durch den kopf gehen zu lassen.
Bin ja mal gespannt, wie die sache weitergeht... Ob wohl noch mehrere gespräche mit der schnullerfee nötig sein werden...?
Schnullerfee!
Brüll!
Mwahaahaaa!
Ob es sich wohl ergibt, dass ich (in 15 bis 20 jahren) die frage stellen kann: "Du-hu... sag' mal... erinnerst du dich noch an die schnullerfee...?
Das hätte was.