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Quads & der Mount Rainier (USA: Tag 15-20)

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Die Oregon Dunes sind ein Pilgerort für Quad-Fahrer – und sonst eigentlich niemanden. Doch der Reihe nach...

Der Campingplatz in den Oregon Dunes liegt irgendwo im Nirgendwo, weswegen die einzige Internetanbinding auch per (sehr langsamem) Satellit erfolgt – mit der Folge, dass man auf 50 MB für zwei Tage beschränkt ist.
Auch die Freizeitaktivitäten in der Nähe sind eher eingeschränkt: Man kann mit Quads in die (und über die) Dünen fahren – das war es aber auch schon. Die Leute, die selbst keine Quads besitzen, so wie wir, waren auf dem Campingplatz ein wenig in der Minderheit, wir waren soweit ich weiß die einzigen ohne eigene Quads. Unser Nachbar hatte sogar eine Art Strandbuggy Marke Eigenbau, mit vier Sitzen, einer beleuchteten Piratenflagge und offen liegendem Motor (der so ganz ohne Schallschutz auch nicht besonders leise war).
Wir machten uns daran, an einen kleinen, lauten, fahrbaren Untersatz zu kommen, um auch mal in den Genuss des Über-die-Dünen-Fahrens zu kommen. Für 30$/Stunde ließen sich Quads nahe des Campingplatzes mieten, der Weg in die Dünen dauerte etwa zehn Minuten.
In den Dünen angekommen, musste ich erst einmal lernen, auf Sand zu fahren, was gar nicht so leicht ist: Schnelles Anfahren wird ebenso bestraft wie zu zaghaftes Gas geben (nämlich meistens mit dem unerbittlichen Eingraben der Hinterachse bis zum Grundwasserspiegel), Lenken ist auch nicht gerade einfach und mit der Bremse muss man auch vorsichtig umgehen, will man nicht einen halben Sandkasten vor sich herschieben.
Eine Düne zu „bezwingen“, ist dann auch nicht ganz einfach. Sobald man aber ein nicht zu steiles Stück der Düne gefunden hat und dann ein bisschen Anlauf nimmt, klappt auch das (meistens, wenn man nicht gerade meine Schwester ist und sich binnen einer Stunde vier Mal(!) eingräbt, einmal auch auf flacher Strecke). Eine Stunde reichte dann aber vollkommen, erstens war ich durchgeschüttelt und zweitens ist es auch nicht gerade schwer, sich in den Dünen zu verirren.
Da man ansonsten nicht viel (sprich: gar nix) anderes an diesem Ort unternehmen konnte, gibt es von diesem Tag auch nicht mehr zu erzählen.

Am nächsten Tag passierte noch weniger: Wir mussten so langsam wieder Richtung Norden, und dummerweise hatten wir uns wieder einen Campingplatz mit Dünenzugang ausgesucht – wieder ausschließlich über vier Räder, nicht per pedes.

An Tag 16 ging es in Richtung Osten, dem Mount Rainier entgegen. Noch waren wir allerdings in Oregon, und so fuhren wir entlang des Columbia River zu unserer nächsten Station für zwei Tage, dem Cascade Locks KOA, malerisch gelegen zwischen einem Highway und einer Eisenbahntrasse... zu den Nächten muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Denn dummerweise haben amerikanische Lokführer die Pflicht, vor jedem unbeschrankten Bahnübergang zu hupen... und es gab einige unüberschrankte Bahnübergänge in der Nähe des Campingplatzes.
Allerdings konnte man rund um den Campingplatz mehr unternehmen als in den Oregon Dunes; so gab es viele Wasserfälle zu besichtigen (einen auch aus nächster Nähe, mit entsprechenden Folgen), darunter auch den angeblich zweithöchsten der gesamten USA (was aber lt. Wikipedia nicht stimmt) mit einer Gesamtfallhöhe von etwas unter zweihundert Meter (die 600 und ein paar zerquetschte Fuß rechne ich jetzt nicht genau in Meter um). Außerdem konnten wir noch einen Staudamm samt Kraftwerk und eine Fischaufzucht mit einem 200-Kilo-Stör mit dem sehr deutschen Namen „Herman“ begutachten.

Nach diesen zwei Tagen am Columbia River ging es dann endlich zum Mount Rainier, wo wir ebenfalls zwei Nächte verbrachten. Vorher besuchten wir noch ein Visitor Center des Mount St. Helens außerhalb des dazugehörigen Nationalparks, indem wir uns allerhand sensationsheischende Filme zum Ausbruch des Vulkans 1980 sowie einige weitere Materialien zu diesem Thema ansahen.
Am Mount Rainier angekommen, erfuhren wir erstmal, dass der östliche Teil des Parks (oder vielmehr der Straße) gesperrt war, weil im November die Flut, die im Olympic National Park gewütet war, auch am Mt. Rainier ihre Spuren hinterlassen hatte und die Straße für ein paar Tage als Flussbett diente. Einen dieser rabiaten Flüsse besuchten wir noch am Abend der Ankuft, wobei wir den Fluss auf einer dünnen, wackeligen aus Baumstämmen gefertigten Behelfsbrücke überquerten. Nach der ersten (endlich wieder ruhigen) Nacht fuhren wir morgens zuerst nach Paradise, einem der zwei großen „Orte“ im Nationalpark. Dort konnte man den Berg sehr schön sehen, und mithilfe eines Fernrohrs konnte man auch die schwarzen, winzigen Punkte auf einem der Gletscher als Menschen identifizieren, die den Berg bestiegen. Auf einem kurzen, aber anstrengenden Wanderweg (auch, wenn wir nur 1600 Meter hoch waren) konnte man auch den Ursprung einer der zahlreichen Flüsse kurz unterhalb eines Gletschers ausmachen. Nachmittags ging es dann genau in die andere Richtung, bergabwärts in Richtung Longmire – dieses Stück (1,7 Meilen) gingen wir. Dummerweise hatte der abends schon besuchte Fluss hier auch gewütet, weswegen Teile des Weges wieder repariert werden mussten – der Behelfsweg führte dann durch mehr oder weniger begehbare Teile des Waldes.
In Longmire selbst gab es aber eher wenig zu sehen, und mit dem Shuttle fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz.
Am Abend fand noch ein Vortrag eines Rangers über den Mount Rainier an und für sich, seine Natur als Vulkan, die vielen Gletscher und die Flut im November 2006 im Speziellen statt. Der Vortrag war wirklich gut gemacht, mit einigen netten Strichmännchen-Animationen und interessanten Fotos zur Flut und launischen Kommentaren dazu: “After the flood, we closed the park for six months. During this period, roads were reconstructed, buildings were rebuilt, cones were ran over by rangers...” (das Bild zeigte den geschlossenen Park und davor den Pick-Up eines Rangers, der ein Baustellenhütchen überfuhr). Ein Bild zeigte eine verschüttete Straße und das Schild “No parking at any time”. Ein Kommentar dazu aus dem Zuschauerraum, als der Ranger das Bild zeigte, war “They’s better enforced the speed limit.” Der ernste Teil war aber auch nicht zu kurz, und er mahnte eindringlich, dass die Intensität und die Häufigkeit von Überflutungen zugenommen habe – und dass außerdem durch Fluten mehr Geröll vom Berg geschwemmt würde, als durch Erosion wieder weggespült würde, weswegen auch Straßen oder Wälder als Flussbett missbraucht würden.

Nun ist unser Urlaub fast zuende, ich befinde mich knapp südlich des SeaTac-Flughafens, von dem ich übermorgen wieder zurückfliegen werde... Ein Fazit ziehe ich noch nicht, und wenn ich wieder in good ol’ Germany bin, werde ich auch Bilder hochstellen und einige Dinge noch mal genauer beleuchten... versprochen.
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