... keuchte mich ein sich in hektischem Schnaufen auflösender mittelalter Mann heute an.... Ich stand grade vor der Haustüre und wollte aufschließen.
... Sein Auto stünde mit gerissenem Keilriemen mitten auf der Straße. Nur eine - meine Strumpfhose könne ihn jetzt retten! Wie gut, dass ich immer eine Ersatzstrumpfhose in der Tasche habe - dachte ich. Ich überreichte sie ihm. Er schien enttäuscht. Nein.... die müsse schon etwas... gedehnt sein....! Die ist gedehnt, versicherte ich ihm. Ich habe sie schon mal getragen, sie ist gewaschen. Getragen... gewaschen.... noch während ich mich diesen Satz sagen hörte, dämmerte mir, worum es dem armen Wicht wirklich ging. Er wollte meine "frisch getragene" Strumpfhose von mir haben.... Tatsächlich zögerte er. Bitte, sagte er flehend, bitte geben Sie mir Ihre Strumpfhose. Mit Blick auf meine Beine. Schließlich schwatzte er mir noch eine zweite, ebenfalls gewaschene ab, die ich aus dem Haus holte.
Ich ärgere mich, dass ich ihn nicht sofort verjagt habe und ihm sogar noch eine zweite gegeben habe. Ich dachte immer noch an den gerissenen Keilriemen, und ahnte doch schon, dass es den gar nicht gibt.
Meine Nachbarin, der ich das erzählte, lag fast unterm Tisch vor Lachen.... dann konnte ich es auch wieder komisch finden
da surft man blogghoppend durch die wordpress welt, und bloggen und leben und sterben sind plötzlich ganz nah. Das haut genau in die frische Trauerkerbe vom Wochenende, als ich merkte, dass viele der Adressen aus der Web 1.x Zeit verschwunden sind. Tod 1.0.
Ich bestehe zu 65% aus Wasser und zu fast 100% aus Vergangenheit.
Wenn ich mir - atemberaubend - einen Moment lang vorstelle, ich würde nur aus dem jetzigen Moment bestehen, wäre ich ein fließendes Nichts.
Alles andere, was "mich" so ausmacht / auszumachen scheint, kommt aus der Vergangenheit. Erinnert, vermutet, geglaubt, erfahren. Geschrieben, gesagt. getan. Gekauft. Allsowas.
Mit jedem Tag wird der Anteil der Vergangenheit größer.
Wenn ich mal ganz kühn die Länge des " Jetzt " auf einen Tag lege (was natürlich viel zu lang ist, das Jetzt ist ja vielmehr astronomisch klein), aber damit ich was rechnen kann:
Bei einem Alter von 20.000 Tagen wäre ich dann zumindest in kaufmännischer Hinsicht alt.
Dann hätte der heutige Tag (= Jetzt) einen prozentualen Anteil von 0,005%. Der Rest wäre Vergangenheit von 99,995%.
Kaufmännisch gerundet 100% vergangen. Also Alt.
Umgerechnet ist das ein Alter von ungefähr 54 Jahren und 8 Monaten.
Am Fenster-Rechner im Büro erfreut mich gelegentlich dieser süße kleine Hund bei der Dateisuche. Er entschädigt für vieles.
Vorhin hat er an einem Knochen genagt. Leider war ich nicht schnell genug mit dem Screenshot. Wie wenn ers gewusst hätte, dass ich drauf warte..... er hat mit seinen Unschuldsaugen alle anderen Faxen gemacht. Aber nicht nochmal am Knochen genagt!
Wenn man zu oft auf "Animieren" klickt, dann kann er auch grummelig gucken, wie wenn er keine Lust mehr hätte und jetzt ganz angestrengt nachdenken müsste, was er noch alles machen könnte.
Diese mir-gehts-heute-irgendwie-schlecht "Threads" (klingt das nicht ähnlich wie "würg"?) in manchen Online Selbsthilfeforen des Web 1.x fand ich stilistisch und irgendwo auch inhaltlich irgendwann ein Stück weit (sic!) zum Kotzen.
Wenn man erfahren hat, wieviel Hilflosigkeit und Verzweiflung hinter solch verbalem Irgendwie-Rumgedruckse stehen, ist es durchaus irgendwo verstehbar. Und trotzdem kam einst für mich der Tag, an dem auch ich sagen musste: H E U L T D O C H I R G E N D W I E - ich geh.
Insofern gefällt mir die Bloggerei im Vergleich zu den Foren des Web 1.x besser. Der typische private Forenbetreiber ist ein Held, der die Plattform zur Verfügung stellt und sich nächtelang für die anderen um den Verstand moderiert. Querulanten, Wichtichtuer, Fäix&Trollz gibts im Blog auch, aber sie quengeln wenigstens nur in der Kommentarzone.
Was ich von mir mitzuteilen habe, sondere ich im eigenen Blog ab. Am besten Lesenswertes. Zumindest wenn ich Besucher haben will. Aber dem VIP-Druck brauch ich mich nicht aussetzen. Es ist ein Tagebuch. Ein Tagebuch muss nicht lesenswert sein.
Was ich vermisse am Blog: Wir haben in einigen Selbsthilfeforen auch wirklich was erarbeitet, sind zu Lösungen und neuen Ideen gekommen. Für viele Teilnehmer war eine Entwicklung möglich, die das Leben 1.0 bislang nicht geboten hatte. Bis hin zu Leuten, die sich sonst als nächstes umgebracht hätten, und vielleicht zum ersten Mal im Leben lesen konnten: Du bist uns wichtig, bleib da.
Blogs schmoren im eigenen Saft. Es gibt den Chef und die Besucher. Den Selbstdarsteller und das Publikum. Wenn Bloggen überhaupt therapeutischen Nutzen hat, dann eher so nach dem Motto: "Schreib Dich frei". So wie therapeutisches Schauspiel. Das geht im Forum nicht so gut, bzw, nervt.
Andererseits: Im Blog brauch ich einen Anspruch, was Lesbares zu liefern, nicht zu erfüllen. Wer mich ned versteht, klickt wech. Im Forum will ich Antwort, Hilfe bieten oder kriegen, muss zusammenhängende Sätze liefern. Die 4 Ebenen der Kommunikation beachten, ob mir das klar ist oder nicht.
Für Online Vergangenheits-AufarbeiterInnen geht also die Empfehlung ins "sowohl-als-auch".
Ich bin aufgewacht mit einem Gefühl der Verwirrung und Verständnislosigkeit über das, womit ich das Wochenende verbracht habe. Ja, ich habe im Web 2.0 viele unverzichtbare Perlen der Weisheit und des Humors gefunden. Ich habe gelacht, geweint, sinniert, den Kopf geschüttelt und viele neue Ideen bekommen. Seiten von Menschen aller Altersgruppen gesehen, die ich am liebsten persönlich kennen lernen würde.
Trotzdem stimmt was nicht. Es ist nicht "das Leben", das Leben 1.0. Also, ich hab ja nur dieses eine. Wenn ich jetzt noch ein zweites anfange, im Web 2.0, dann hab ich zwei halbe Leben. Hm. Oder lebe ich jetzt schon nur halb, und brauch das Web 2.0, um die andere Hälfte irgendwo unterzubringen???
Es ist ja nun nicht so, als wäre das alles wahnsinnig neu für mich. Nur um es hier auch mal zu erwähnen: ich hatte schon mal eine Art "Web-Leben", im damaligen Web 1.6 - 1.8, so möchte ichs mal nennen. Von Blogs wusste noch keiner was, ich jedenfalls nicht. Das Web 1.x hat mehrere echte Beiträge zum Glück in meinem Leben geleistet. Ist wirklich so, meine ich nicht mal sarkastisch. Durch irgendeinen Klick landete ich 1999 auf der Seite www.selbsthilfe-missbrauch.de. Da sass ich vor dem Rechner und habe nur noch ungläubig geschaut und einen inneren Klick nach dem anderen gehabt. Dass ich nicht die einzige bin, die als Kind vergewaltigt wurde, sondern auch soooo viele andere. Und die verkriechen sich nicht vor Scham und versuchen, alles zu vergessen, sondern gehen sozusagen "an die Öffentlichkeit", und erinnern sich. Haben "good news" für die ganze Welt: Sowas gibts, uns gibts. Das war eine echte Offenbarung für mich, ich kann es gar nicht anders sagen.
Von den damaligen Selbsthilfe-Seiten sind viele untergegangen. Manche gibts noch, aber ohne Interaktionsmöglichkeiten. Zu fast jeder privaten Offenbarungs-Seite gehörte damals auch ein privates Offenbarungs-Forum, das den Betreibern meist mehr Stress gemacht hat, als es ihnen selbst Hilfe gebracht hätte. Die ganz Engagierten betrieben sogar eigene Chats. Die Kontakte waren gut und wichtig. Ich hoffe, dass alle den Weg ins Leben 1.0 zurückgefunden haben, und ihr Glück natürlich auch. Das Glück X.X.
Die Leute haben sich zurückgezogen. Die anonymen Webadressen, z.b. den damaligen Anbieter tripod oder beepworld, sind tot. Von manchen weiss ich heute nicht mehr, wie es ihnen ergangen ist. Einige sind tatsächlich gestorben, haben nicht *überlebt*, man erfährt es nur, wenn Freunde dazu was ins Web stellen.
Selbstreferenzielle variantenreiche Wiederholung sich ähnelnder Texte auf möglichst (ähm) hohem Niveau, dargeboten durch gut ausgebildete, mit sich selbst multiplizierten Egos.... oder NIMM DAS:
Merke: Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Das Ende des Kapitalismus: Das Geld frisst unser Essen auf!
Hier der Beweis:
Mein göttlicher freestyle Grand Marnier Kuchen ist so lecker, dass sogar dieses 50 ct Stück (s. Foddo) davon was haben wollte. Nachdem es hier Kaffee getrunken hat. Inzwischen auch schon dicht verfolgt von einem 1 ct. Stück, das sich im Schatten nähert!!!
"Fifty" soll sich angeblich auch schon Autos und Kameras unter den Nagel gerissen haben.
Edit: Sieht doch gut aus. Nur an der Kodierung des Betreffs muss ich noch arbeiten. Das sah zuerst so aus: Test =?iso-8859-1?q?f=FCr_Bloggen_per?= Mail
Am liebsten backe ich Kuchen aus dem Handgelenk, hier das neueste Rezept (ist grade im Ofen):
- Etwas mehr als 1/2 Packung Butter (vielleicht ca. 150 g) und - 1,5 Eßlöffel Erdnussbutter
in der Maschine schaumig rühren. Darauf
- einen EL Honig und - ca. 180 g Matamis Na Bao oder Coconut Jam. Ist ein süßes braunes Zeug aus dem Asienladen. Man könnte auch weniger nehmen und den Honig weglassen, aber ich wollte die Gläser leer machen. Das Matamis Na Bao hat meine Tochter mal gekauft, um zu wissen, wie das schmeckt. Nach dem ersten Löffel wusste sie's: Süß. Sehr süß, mit einer leicht herben Note von braunem Zucker. Lecker zum Kuchenbacken. Fürs Brot einfach zu süß.
Weiter schaumig rühren, das macht die Masse schön locker. Jetzt kann man Aromen dazugeben. Ich habe eine Gewürzmischung aus dem Weltladen verwendet, mit Orangenschale, Ingwer und Rosenblüten.
Dann nacheinander
- 3 zimmerwarme Eier in den Teig geben und dabei weiter rühren (meine Maschine macht das).
Zimmerwarm ist gut, weil dann die Masse nicht so leicht gerinnt. Aber es ist auch kein Problem, wenn sie gerinnt. Kuchen gelingt trotzdem. Sieht nur aus, und nur solange, bis das Mehl reinkommt.
Wenn die Eier verrührt sind, Maschine ausschalten. Der Rest wird per Hand mit einem Schneebesen locker untergehoben:
In ein Sieb kommt
- das Mehl, sorry, wenn ich die Menge nur ungefähr sagen kann, mache das Pi mal Daumen. Es waren ca. 3 stark gehäufte Eßlöffel, oder 4? - und natürlich das Natron, vielleicht 1/2 gestrichener Eßlöffel.
Durch das Sieb auf den Teig geben und unterheben. Der Teig ist richtig, wenn er schwer reißend vom Löffel fällt. Wenn er zu zäh ist, wird der Kuchen zu trocken. Dann 1-2 EL Flüssigkeit dazu geben. Von Wasser, (Soja)Milch bis hin zu Likör kann alles verwendet werden. Es geht nur um die Flüssigkeit.
Bei ca. 180° C im Ofen backen. Der Kuchen ist fertig, wenn er mittel- bis goldbraun ist und sich beim daraufklopfen dumpf-hohl anhört. Er sollte keine zu dunkle Kruste bekommen, also zwischendurch die Temperatur prüfen.
Edit 17:10 (Sommerzeit, also nach ca 50 Min Backzeit): Fertig, schmeckt lecker. Jetzt noch Grand Marnier drübergeträufelt, und durchziehen lassen. Sonntagskuchen
Edit sonntag 17:13 Uhr (24 Stunden später): Die ganze Zeit während meiner sonntäglichen Reise durch deutschsprachige Blogrolls hat eine mir nicht bewusste Teilpersönlicheit, bestehend aus einer Gehirnzelle namens *mampf*, darüber nachgedacht, was diesem Kuchen noch fehlt. Vorhin hat sie mir ihre findings mitgeteilt, und ich muss sagen, das will gewürdigt sein, angemessen: Man schneide den Kuchen in der Mitte durch und fülle ihn mit Creme Fraiche. Schön dick. Dann klappe man ihn wieder zu und bestreiche ihn mit Creme Fraiche. Zwischendrin lecke man mehrmals den Creme Fraiche Löffel ab, um den Magen auf die kommende Wucht des Genusses gebührend vorzubereiten. Hmmmm........
Stimmt ja gar nicht, dass ich, was Tantra betrifft, nur auf Bücher verweisen könnte. Immerhin haben mein Schatz und ich es ja auch "ausprobiert". Wir haben das Buch "Zeit für Liebe" von Diana Richardson gelesen und einige der Hinweise ("Schlüssel zur Liebe") mal in die Tat umgesetzt. Es ist ja nun nicht so, dass Tantra ein Programm wäre. Sagen wir mal so: Wir haben einfach mal irgendwo angefangen, bei dem was wir glaubten, verstanden zu haben.
Das war z.B: Es langsam zu machen. So langsam, dass das Bewusstsein mitkommt. So langsam und vorsichtig, als würden wir gar nichts davon wissen, und etwas ganz Unbekanntes ausprobieren. Als würden wir kein bestimmtes Gefühl erwarten und deshalb auch nichts befürchten müssen (für mich wichtig). Als würden wir uns einfach nur körperlich verbinden und schauen was passiert.
Es ist viel passiert, oder genauer gesagt: mal nichts, mal wenig, dann wieder viel. Es war schön, sich so treiben zu lassen, ohne dabei "wegzupennen", weil ja der Kick fehlt.
Mit Tantra sucht man den Kick nicht, obwohl er durchaus passieren kann. Es darf alles sein, auch der Kick, wie auch der Nicht-Kick. Mir tut das gut. Ich kann mich wieder "darauf" freuen. Es ist so entspannend und erfüllend. Keine hektischen Schreie, sondern tiefes Freuen, ein Lächeln im Sex.
Eigentlich finde ich es mega-out, als Stadtbewohner mit dem Auto einzukaufen. Mit einem Penny um die Ecke Aber alle 1-2 Monate muss es mal sein. Eine spezielle Zahnseide, die es nur im 2 km entfernten Biosupermarkt gibt - ok, da könnte ich auch mit dem Fahrrad fahren, allerdings <ausrede_on>hab ich zur Zeit keins<ausrede_off> (Stimmt wirklich!).
Außerdem: Wenn ich dann schon mal da bin, müssen noch viele große schwere Sachen mit: z.B. 2 kg total ökologische Bio-Äpfel aus Neuseeland (nein, nicht meckern: CO2-Bilanz ist genauso gut oder schlecht wie die der deutschen Äpfel aus den Kühlhallen, aber die sind ja eh inzwischen ausverkauft), dann natürlich auch mal wieder ein Schwung Sojamilch, mit und ohne Vanille, und dann hab ich mir noch drei Flaschen Emmerbier gegönnt. Das läuft runter wie Öl und ist auch noch gesund. 44 Euro im Bioladen. Diese Zahnseide ist mega-teuer, aber sehr gut. Sie ist aus echten Seidenfasern, die mit Bienenwachs gewachst sind. Das ist leider nicht vegan. Aber ich komme damit zwischen alle Zähne, ohne dass der Faden reißt und zwischen den Zähnen hängen bleibt. *grusl* Die Äpfel: 6 Euro für 2 kg. Das waren mal 12 Mark, ich meine mich zu erinnern, dass das mal relativ viel Geld war. Für Äpfel. Dann noch in den Aldi für alles andere. Aldi Nord hat französische Käsespezialitäten, außerdem Gruyere und Appenzeller... einen leckeren Karottensaft, und die kleinen Fläschchen sind ideal für Kombucha to go. Und und und, 66 Euro. Bei Aldi! Wie ich das wieder geschafft hab.
In dem Moment, als ich den Computer im Büro ausschaltete, fing er an. Ein warmer, weicher Sommerregen. Bis ich nach Hause kam, war ich geduscht. Vom Balkon aus, die Haare schon ins Handtuch gewickelt, sah ich plötzlich Hagelkörner, aus dem warmen, nassen Himmelskuss war ein mittelschwere Passantensteinigung geworden. 5 Minuten später war der Spuk vorbei. Jetzt gewitterts unter dicken Wolken, dass es dämmerig geworden ist, und es duftet nach frischem Regen.
Dieser Tag heute könnte auch stumm bleiben. Heute morgen habe ich mich von meinem Schatzi verabschiedet, nach einer 5-wöchigen gemeinsamen Zeit. Einerseits finde ich es schön, mal wieder Zeit für mich zu haben, andererseits muss ich mir selber auch schon hinterher laufen, um was mit mir anfangen zu können. Ist auch manchmal anstrengend. Naja, jetzt ist gleich 22 Uhr, der Akku ist gleich leer, dann bleibt der Tag eben stumm.
Ach so, ein sehr spezielles Tantra Blog habe ich gefunden: High End Tantra . Genau das Gegenteil zu meinem Weg, den würde ich dann mal in polarisierender Abgrenzung als "Low Begin" bezeichnen.
Tantra und Bloggen wäre ja eigentlich ein wirklich interessante Verbindung. Zum Tantra passt das prozesshafte des Blogs. Ich finde es auch eine schöne Idee, einen inneren Prozess, eine Entwicklung im Blog zu dokumentieren. Gerade habe ich nach Tantra-Blogs recherchiert und bin eher frustriert bis angeekelt. Habe nichts gefunden, was mich ermutigt. Aber eine Vorstellung habe ich trotzdem. Zu dokumentieren, wie Sex und Seele sich berühren, befruchten, und erregen. Nicht durch geiles Pornogelaber, und auch nicht durch irgendwelche Versprechungen auf Immer-Schöner-Besser-Geiler.
Im Moment kann ich nur auf Bücher verweisen:
"Zeit für Liebe" von Diana Richardson "Herzenslust" und "Leben, Lieben und Nicht Wissen" von Saalem Matthias Riek
das muss ich noch schnell festhalten: Gestern ergab sich ja noch ein Gespräch über schnarchende Männer. Meine Kollegin hat da was gefunden: "Mack's Ear Plugs". Das sind so weiche, knetbare Silikon-Bollen (a.k. Knödelchen). Die knetet man sich etwas zurecht und füllt die Ohrmuschel damit aus. Vorteil gegenüber Oropax: Man hört sein Blut nicht im Ohr rauschen, weil das Silikon nicht in den Gehörgang muss. Das habe ich grade getestet. Bin schon gespannt, ob ich heute nacht damit schlafen kann. Jetzt gleich, für eine Runde Büroschlaf, wäre auch nicht schlecht, aber leider nicht opportun.
Seit geraumer Zeit gibts in meiner näheren, aber hier nicht weiter zu definierenden Umgebung, einen unförmig dicken Mann mit eigenartigem Gesicht. Er hat einen guten Job, ist erfolgreich und intelligent. Eine Frau, die sich für ihn interessiert, müsste vermutlich in der Lage sein, sein Äußeres auszublenden. Attraktiv wirkt er im landläufigen Sinne nicht. Aber es gibt ja Menschen, die das gar nicht so wichtig finden. Extrem wichtig finde ich es auch nicht, wobei er hat was krasses in seiner Erscheinung. Wenn ich ihm bisher begegnet bin, hatte ich keinen Anlass, mit ihm zu reden, habe einfach nur gegrüßt. Kürzlich hat sich im Aufzug ein kurzes Gespräch ergeben, und es gelang mir dabei, sein Äußeres einfach auszublenden. Seitdem sucht er den Blickkontakt mit mir, als hätten wir geflirtet. Dabei war ich einfach nur freundlich. Mehr nicht.
Gerade habe ich mich mit der Chefin der Nachbarabteilung verglichen. Mir wurde klar, was mich mit ihr verbindet, bzw, was mich an ihr fasziniert. Sie hat so eine Frische, wie ein Sonnenstrahl an einem kühlen Tag. Neben ihr fühle ich meine Last und Schwere.
Der heilsame Schock von heute nacht lässt mich nicht los. Mir wird klar, dass die Erfahrung des Verbunden-sein-Müssens als Kind sich durch mein ganzes Leben, durch sämtliche Wahrnehmungen von Menschen zieht. Und jetzt so eine aufsteigende Ahnung, dass es möglich ist, das loszulassen. Ich muss nicht vor den Menschen davonlaufen, sondern diese Erfahrung loslassen. Dann bin ich frei, frei zu wählen, mit wem ich wie meine Zeit und mein Leben verbringe.
Heute nacht auf dem Campingplatz wachte ich auf und wollte aufs Klo. Mein Freund schlief im hinteren Teil des Caravans, da er ziemlich stark schnarcht. Als hätte er drauf gewartet, dass ich wach bin, stand er auch auf und wollte mit. Sofort überfiel mich wieder dieses Gefühl, etwas zu müssen. Wie wenn er erwarten würde, immer und ständig deutlich wahrnehmbar von mir geliebt zu werden. Mit Küssen, bewunderndem Blick, ständigem Interesse für jegliches seiner permanent fließenden goldenen Worte, Zunicken, Aufmuntern, Zuwendung, guten Ratschlägen, wie auch immer. Ständiges Verbundensein. Und immer (zumindest fühlt es sich so an) mit der Hoffnung auf S*x. Nach dem S*x ist vor dem S*x. Plötzlich, im schlaftrunkenen Dahinstolpern fiel mir der Täter ein. Plötzlich war mir glasklar, wovor ich davonlaufe. Dieser ständige Druck. Es genügte ihm nicht, S*x mit mir zu haben. Ich musste ihm auch immer wieder sagen, ich würde ihn lieben. Ich musste ihm meine Liebe beweisen. Z.B. mit S*x, oder damit, meine Familie zu beklauen. Als ich wieder im Bett lag, rasten die Gedanken. Bis zu meiner Ankunft zuhause dachte ich darüber nach. Bis zu dem Punkt, dass der einzige Unterschied zwischen damals und heute die Moral ist. Die Moral lautet, dass man sich nicht einfach nimmt, was man haben will, sondern wartet, bis man es bekommt. Der Täter hatte diese Moral nicht. Er nahm sich, was er wollte. Mit Gewalt.
....mit einer weiteren Teilnehmerin. Es ging um Ängste und Wünsche. Sie meinte, dass es eine Menge Konkurrenz unter den Weibern geben würde, auch wenn keine Männer dabei sind. Ich solle mich darauf vorbereiten. Keine Angst davor haben, sondern auf jeden Fall die schönsten Sachen mitnehmen, in denen ich richtig weiblich aussehen würde. Hätte gar nicht gedacht, dass Tantra was mit Showauftritt zu tun hat. Hätte mir ja eher das Gegenteil gewünscht. Dass dieses ganze Schöner-Besser-Toller-Getue unnötig ist. Dass es um was wesentliches geht. Das der neidische Verstand endlich stumm wird. Und wieder staunen darf.
Ich freue mich auf das Tantra-Seminar in diesem Jahr. Es geht beim Tantra um Sexualität und doch nicht nur darum. Um Gefühle. Um den gemeinsamen Weg von Lust und Herz. Darum, sich selbst ernst zu nehmen. Die Folgen von Entscheidungen anzunehmen. Bis vor einiger Zeit habe ich eine große große Erwartung an das Seminar gespürt. Es sollte mein Leben verändern, nach vorne bringen. Mich von einigen alten Problemen befreien. Seit heute merke ich, dass ich anfange, mich einfach nur darauf zu freuen. Auf die Erfahrung. Ich wünsche mir, in dieser Erfahrung anzukommen. In dem anzukommen, was diese Erfahrung mir bringt. Ich spüre ein Vertrauen in mir, dass die Erfahrung für mich gut sein wird. Vielleicht auch eine Grenzerfahrung, aber es ist ja ein geschützter Raum. In mir auch.
Endlich habe ich die ultimative Seminarmappe gefunden: Eine Klemmmappe von Staples, in grauem transparentem, leicht glänzemdem Kunststoff. Sieht gut aus, professionell, aber nicht büro-langweilig. Der Kunststoff ist fest, so dass die Mappe nicht zwischen anderen Ordnern geknautscht und gequetscht wird. Sie hat einen Rücken und einen Streifen auf der Vorderseite, den man selbst mit selbstbedrucktem Papier individualisieren kann. Der Klemmverschluss ist so flexibel, dass man von 3 - 50 Seiten Papier locker darin unterbringen kann. Das Papier muss nicht gelocht werden. Und mit 2,69 Euronen ist sie ihren Preis wert.
Eine Woche Camping würde mir schon reichen. Dieses Sich-auf-dem-Campingplatz-herumdrücken, ewig versiffte Toiletten- und Duschanlagen, häßliche Vorzelte mit Bergen von schrottigem Klöterkram, Kochen unter miesen Bedingungen, Rumhängen auf häßlichen Campingstühlen, Kartenspielen bis der Psychiater kommt, wer braucht sowas? Ich nicht.
Heute nacht / früh habe ich geträumt, dass mein Auto nicht mehr anspringt. Ich sitze am Steuer. Irgendwie schaffe ich es doch, es ein bisschen zum rollen zu bringen, aber es lässt sich nicht lenken. Es kommt von der Strasse ab und stürzt die Brücke hinunter in die Weser. Als ich mit dem Auto untergehe, mache ich keinen Versuch, aus dem Auto herauszukommen, weil ich angesichts meines sicheren Todes ruhig bleiben will und nicht verzweifelt. Ich bin mir sicher, dass ich das Auto nicht von innen aufbekommen werde, weil sich ohne Motor nichts öffnen läßt. Ich warte eine Weile, während das Auto unterm Wasser sinkt, versuche, nicht zu verzweifeln und ruhig zu bleiben und auf den Tod zu warten. Ich denke, dass die Luft jetzt immer knapper werden wird. Dann wird mir klar, dass ich einfach nur die Augen aufmachen brauche, um aus diesem Traum aufzuwachen. Zuerst habe ich auch davor Angst, dass das nicht stimmen könnte, und es gar kein Traum ist, aber ich werde mir immer sicherer und versuche es damit. Dann bin ich aufgewacht.
Mit dem Thalys nach Paris! In Paris umsteigen nach Nantes, von dort weiter nach Le Croisic! Hab ich schon alles gepackt?
Klamotten... (Hosen, Rock, Oberteile, Wäsche, Socken, eine Jacke, Pulli???, 1 Gürtel, 1 Tuch)
Schuhe (Sandalen, Halbschuhe, Flipflops, Pumps?)
Elektronik (Fotoapparat, Objektive, Ladegerät, Akkus, Speicherkarten, Laptop mit Akku und Netzteil, Grafikbrett, kleines USB Kabel, Kopfhörer am Laptop getestet, DVD's und CD's, Handy mit Netzteil)
Beschäftigung (Bücher, Malzeug)
ein bißchen Arbeit (Schreibzeug)
Waschbeutel (schon gepackt ist Duschkram, Sonnenmilch, Zahnputzzeug, Hautcreme; Haarbürste und Zahnseide noch mitnehmen, brauch ich noch am Morgen vor der Abfahrt)
Proviant (Kombucha, Möhren, Kohlrabi)
Unterlagen und Wertsachen (TANs, Auslandskrankenversicherung, BKK-Karte, Zugtickets, Bahncard, Kreditkarte, Reservebargeld)